ORIENS CHRISTMUS
HALB JAHRSHBFTB
POE DIE KUNDB DBS CHRISTLICHBN OEIBNTS
BBaRTjHDBT
VOM
PRIESTERCOLLEGIUM DES DEUTSCHEN CAMPO SANTO IN ROM
IM AUFTRA6E DEE GOREESGESEHSCHAET
HEEATJSGBGEBEN
VON
A. BAUMSTARK
NEEE SBRIE • DRITTER BANE
MIT 2 TAPELN
A Cff ^
2^
O ‘C-
LEIPZIG
OTTO HARRASSOWITZ
1913
central archaeological
LIBRARY, NEW i^LHl.
' 00. No. —
I N H A L T.
j
Erste Albteilnng: Texte uiul Untersuchungen.
Soite
Gr OTIS sen Die georgische „Petruslitnrgie“ 1
Per la at Denkmaler altarmenisclier MeJSliturgie. 2. Die angebliche
Liturgie des hi. Katliolikos Sabak . . . ■ 16
Cbaine Dne lettre de Severe d’Antiocbe a la diacoiiesse Anastasie 32
Yandenboff Ein Eadef des Elias bar Sinaja liber die Wabl des
Katbolikos Iso'jabb lY 59 236
During er Die neun „Topferlieder^‘ des Simeon von GeMr .... 221
Zweite AMeilung: Aufsatze.
Jeannin-Puyade L’Octoecbos Syrien. I. Etude bistorique ... 82
II. Etude musicale . . . . 277
Kaufmanii Arcbaologiscbe Miscellen aus Agypten. 1. IL . , 105 299
Herzog Jobann Georg zu Sacbsen Die Eresken in Deir-es-Surjani.
Hit 1 Tafel HI
Baum stark Spatbyzantiniscbes und frlibcbristlicb - syriscbes Weib-
nachtsbild H5
Liidtke Zur tlberlieferung der Eeden Gregors von Nazianz . , . 263
Baum stark Zum stebenden Autorenbild der byzaiitiniscben Bucb-
malerei. Mit 1 Tafel ^05
Dritte Abteilung:
— Mitteilungen : Die literariscben Handscbriften des jakobitisoben
Markusklosters in Jerusalem (Baumstark-Graf). — Nacbtrag zu
dem Aufsatz.jjDer Dracbenkampf des bb Tbeodor“. (Hengsten-
berg)
B. — Eorscbungen und Eunde: Die Arbeiten von Nixoc 'A. in
den Meteorenklbstern (Baum stark). — Zu den Ereiburger grie-
chiscb-saidiscben Evangelienfragmenten (Heer). — Ein griecbiscb-
arabiscbes Perikopenbucb des koptiscben Bitus (Baumstark) , . 137
Die christlich-literarisclien Turfan-Funde (Baumstark)* —
Bericlit uT 3 er die Tatigkeit der orientalischen wissenschaftlichen
Station der Grorresgesellschaffc in Jerusalem (Kirscli). — Les
travaux de TEcole Biblique de Saint Etienne 4 Jerusalem durant
Tannee scolaire 1912 — 1913 (Abel). — ,,Qiiellen der Beligions-
gesclnciite‘^ . . 328
0. — Besprecbungen : Anaissi Bullarmm Maronitarum (G oiler). —
Papamicbael ^0 ayioj; rpTjyoptoi; ITaXap.a^ dp^tsTctcry.OKO^ BeacjaXovtxYjc
(Ehrliard). — Sober Theodontshar Kom, Liber sclioliorwyn. Connolly
Anonymi auctoris JExposiiio officiorum ecclesiae Georgia Arbelensi
vulgo adscripta (Baum stark). — Nau La didascalie de Jacob
(Ehrliard). — Perier ^^127 Ganons des Apotres^^ (Baum stark).
— de Griineisen Le Portrait. Dalton Byzantine art and archaeology
(Baumstark) 145
Dolger Konstantin der Grojie mid seine Zeit (Kaufmann). —
Lammens et les fllles de Mohamet (Jaussen). — Scher-
mann Agyptisclie Abendmahlsliturgien des ersten Jahrtausends in Hirer
tjberliefemng dargestellt (Heer). — Schleifer Bruchstilcke der sahi-
dischen Bihelubersetzung (Crum). — van Millingen Byzantine
Churches in Constantinople. Their history and architecture. Tafrali
Topographic de Thessalonigue. id. Thessalonigue an guatorzieme
siecle. id. MHanges d'Archeologie et PEpi graphic By zantims (Baum-
stark) 337
D. — Literaturbericht 145354
ERSTB ABTMLUNG:
TKXTE UND UBERSETZUNGEN.
Die georgische „Petrusliturgie.“
Ins Lateinisclie zuriickiibersetzt und mit vorlaufigen Bemerkungen begleitet von
Dr. Heinrioli Gronssen.
Die sogenannte jjFetrusliturgie^, d. li. die romisclie Mes.se in grie-
cliisclier Spraclie ist von den Tlieologen nnd Litogikern soit ihrer
ersten Veroffeutlicliung durcli den Gentei* "Biscliof Wilhelm van
Linden i. J. 1589^ viel zn wenig beaclitet worden. In neuerer Zeit
war es der gelehrte Cardinal Pitra, dor endlich fiir sie eine Lanze
hrach, auf ihren Wert hinwies und schon wenigstens sechs Hand-
schilften von ihr kannte, Vergh seine Hymnograj^hie de VEglise Grec-
que, Pome 1867, S. 72 — 73. Eine Reihe Jahre spater veraiistaltete in
England 0. A. S wains on in seinem Werk The Greek Liturgies chiefly
from Original authors^ Cambridge 1884, S, 191 — 203, eine Neuausgabe
der Petrusliturgie nach dem „Codex Possanensis“, demselben, der auch
Lindanns’ Ausgal)e zugrunde liegt mit den Yarianten einer Pariser
Hs. {Ms. suppl gr. 476), wiilirend Brightman in seinen Liturgies
Eastern and Western, I, Oxford 1896, S. XCI, wieder seinen Zweifeln
liber sie Ausdruck geben zu miissen glaubt und nur ihre (4) ihm be-
kannt gewordenen Handschriften aufzahlt.
Aber auch im Osten, in Rufiland, begann es in den letzten 60 Jahren
liber die Bedeutung dieser Liturgie zu dilmmern. Der spatere russi-
sche Bischof Porphyrins Uspenski, der im Oriente seinem Yater-
lande tiberaus viele und kostbare Handschriftenschatze eingeheimst
hat, entdeckte auf seiner 3. JReise naOi dem heiligen Berge Athos L d.
J. 1858—61 zu seinem Staunen unsere „Petimsliturgie'' in einem alt-
slawischen Codex des Klosters Chilandari. YgL sein gleiclmamiges
Werk, Moskau 1880, S. 179—185; der Text der Liturgie selbst steht
g. 130—184. Bischof Porphyrins setzt die „Petrusliturgie‘^ urns Jahr
680 an jjflir die Slawen in Bulgarien“. „Bischof Johannes yon Sale-
niki, der“ — so lauten die weitern Bemerkungen des russischen Ge-
1 Missa apoBtolica | sive \ H BEIA AElTOTPriA ] too ditou dTcoaToAoo He-
TOGO 1 Vimnum sacriftcium [ sancti ajioBtoU Fetri — Cum Wilhdmi Lindam, Bpi-
scopi Gandavensis | Apologia pro ead&m D. Fetri apostoU Liturgia .... Antverpiae (
Bx officina Chrisophori Flantini [ Architgpographi Regii | MDLXXXIX.
Oriens Christianus. Heue Serie III-
1
2
Goussen
lelirteu — ,jaiif der 6. allgemeiiien(?) Synode y. J. 680 zugegen war
nnd der geistliclieii Jurisdiktion des romisclien Papstes nnterstand“,
liabe „den Bulgaren und Maliren den Hegumen Oyrill gesandt, gebiirtig
aus Kappadozien, unterricbtet in Damaskns, danacli in Alexandrien
lebend, endlicb nacb Saloniki gelangt nnd dort den Befelil erbaltend,
die Bulgaren zu tanfen und ibnen eine Schrift zu geben*^ Es sei, so
beilit es weitern Orts bei TJspenski, unbekannt, wer die (Petrus-) Li-
turgie yerfafit babe; „docb ibr Yorbandensein bei den Slawen im Illy-
ricum, das geistlicb vom salonikiscben Biscbof abbing, liegt zutage.
Dieser Erzbiscbof mit seiner ganzen Her do im 7. Jabrbundert und
im 1. Yiertel des 8. Jabrbunderts unterstand dem romisclien Papste“ !
Der „ortbodoxe“ Biscbof Porphyrins bat jedenfalls der Wabrbeit
sebr die Ebre gegeben, nainlicb, dab die sog. „Petrusliturgie“ in der
Tat ancb die Messe der Altslawen war; war sie aber dies und angeb-
licb (!?) im Auftrage des Erzbiscbofs Johannes yon Tbessalonicb aus
dem G-riecbischen ins Slawische iibersetzt, so mufi sie zuerst und yor
allem aucb die urspriinglicbe Liturgie der Beyolkerung, insbesondere
der Griecben des alten Illyricums tiberhaupt gewesen sein!
Eine neue kritiscbe Ausgabe erfubr diese altslawische „Petrus-
liturgie“ durcb den russiscben Gelebrten Syrku in seiner Untersucbung
Ziir OcscJiiclite der Bilcherverlesserung in Bxilgarien im 14. Jalirli.
I Bd. Die litnrgisclien Arbeiten des Patriarcheyi Euthymius von Tir-
novo, St, Petersburg 1890, S. 221 — 231. Die Aufstellung Syrkus, dab
erst der Bulgarenpatriarcb Euthymius (f 1404) die altslawische „Pe-
trusliturgie“ ebenso wie die „Jakobusliturgie“ — aucb diese namlicb
stebt in der betr. altslawiscben Obilandari-Hs. und daraus u. a. bei Syrku
a. a. 0. S. 179 — 218 — aus dem Griecbiscben ins Altslawische oder
Bulgariscbe ilbersetzt babe, ist rein willkurlicb und gescbicbtlicb un-
haltbar, Syrku begebt namlicb den groben Eebler, die offensichtlicb
alteren Texte, was insbesondere, wie er selbst zugibt, flir unsere „Petrus-
liturgie^ zutrifft, nacb einem jilngern lateinerfeindlicben Dossier zu be-
messen und einzuscbatzen, der u. a. die „Petrus-“ und „Jakobusliturgie“
enthalt, namlicb nacb der slaw. Hs. Nr. 26 der St. Petersb. Akademie
der Wissenscbaften, Darin beibt es zwar am Scblusse der „Jakobus-
liturgie“, sie sei „ubersetzt yon Euthymius, dem Patriarcben yon Tir-
nowo, aus der griecbiscben in die slawische Spracbe^^, woraus aber fur
die slawischen Ubersetzungen der romiscben liturgiscben Stucke^ in
derselben Hs. durcbaus nicht das Gleicbe folgt, abgeseben dayon, dab
i Mit ilineii hat es dieselbe Bewandtnis, namliola sei es polemisoher, sei es rein
literaxischer Art zu sein, wie ahnliclie griecMsche Texte. Ygl. solclie bei A. Papa -
dopoulos Kerameus, Grecs pour servir a Vhistoire de la croisade
(Liturgie et Beligues)^ Paris, 1893, und Baumstark, Liturgia S. Gregorii Magni.
00. IV. S, 1--27.
Die georgische „Petmsliturgie‘‘.
3
sie in gewissem Sinne den lieutigen inoderuen Typus der romisclien
Liturgie darstellen. Aber der „orthodox“ befangene Syrkn weifi sicb
Eat. Er tennt die Kimste der beutigen Gelebrtenkritik und scliiebt
den bekannten „grofien ITnbekannten“ vor. Nacb seiner Meinung nam-
licb entlialt die Obilandari-Hs. die altere „iinkorrigierte“ Eezension der
ITbersetznng des Entbymius, wahrend die Petersburger Hs. 26 d. Ak.
d. W. die spatere „korrigierte^‘ Eezension birgt; die Verbesserung ist
^vielleicbk' gemacbt nacli einer orientaliscben Hs. aus Jerusalem oder
vom Sinai oder aucb aus Agyptcn, wabrend die urspriinglicbe Uber-
setzung aus einer griecbiscben Hs. -wie die des russiscben Pantaleimon-
klosters entstanden sei. Vgb ilber sie Krasiioseljtsev, Materialien fur
die QescMchte der Rangfolge der Liturgie des Jit Johannes Chrysost
Kasan 1889 S. 6. N. B., eine neue bisbor unbekannte griecbiscbe Atbos-
Hs. der „Petrusliturgie“ !
Die bis jetzt bekannt gewordenen „Petrusliturgien“ leiden, eigen-
tiimlicberweise die unteritalischen niebr. die „illyrisclien“ weniger, an
dem Eebler, dafi sie alle stark byzantinisiert sind, nameutlicb in den
Teilen Yor und nacb dem Kanon. Im Ivanon selbst sind die Heiligen-
verzeichnisse in den Gebeten ^^Communicantes^*' und Nobis quoque ;pec-
catoribus^^ insofern interessant und cbarakteristiscb, als die unteritali-
scben Hss., wie der „Oodex Eossanensis“ und der von Grottaferrata
(rp VII), dem jetzigen romiscben Kanon folgen, nur dafi der „Eossa-
nensis“ im zweiten Gobet nocb das griecbiscbe Martyriiinenpaar Bar-
bara und Juliana binzufugt, wabrend die Atbos-Hss., wie die von
Obilandari und Paris als solclie des 5 ,Illyricums“ nacb alterem freierem
Braucbi in beiden Gebeten nocb viele andere Heilige erwlibnen. Im
ersteren Gebete sind es vornebmlicb die grofien KircbenvMer und As-
zeten, im letzteren die griecbiscben 5 ,GroB“-Martyrmnen; besonders
l)ezeicbnend und fiir den praktiscben Gelmaucb der „Petrusliturgie“
sprecbend ist die Tatsacbe, dab die altslawiscbe Eezension mitten in
die zweite Heiligenserie die hi. Petka (Parasceve), die berilbrnte bul-
gariscbe Kationalbeilige einscbaltet.'-^ Aucb das nocb mag scbon bier
betont werden, dab die Obilandari-Hs. die „Petrusliturgie“ an erster
Stelle bat; sie scbliebt mit den Worten „Ende der Liturgie des bl.
1 Marfcene, De anfiquis eedesiarum ritibus^ P. 1% Botomag., 1700, S. 402 sq.
and 409; Grancolas^, Les anciennes Liturgies^ Paris 1704, p. 620 sq.
2 BekanntlicU gelioren zu den altesten Idrclienslawisclaen Benkmalern Prag-
mente eines Sacramentariams, das mit dem sog, „Leomanam“ identiscli zn sein scUeint,
vgl. Denkscliriftm d, 1. Ale, d. W, Fhil Hist Cl. SR. Bd. Wien 1890. II Ahtlg.
dagi^: Glagolitica. L AnJiang, S. 44—58 = DieKicwer Fragmente. Die GriecUen
haUen diese altesten „kat}iolisclien‘‘ Benkmaler Bulgaiieus mit Pleib vemichtet, so
dab lieute die Bulgaren keiiie Idee mehr von ihrer alten romisola-katliolischeii Ter-
gangenheit Baben und sick fiir genuine „Ortiiodoxe‘' Balten.
4
Goussen
Apostels Petrus“, walireiid es am Sclilusse der BaclifolgenderL Jakobus*-
liturgie kiirz lantet „Eiicle der Jakobusliturgie‘‘.
Vorstudien zu einer Arbeit ilber die liturgiscben Formulare und
Biicber samtlicber orientaliscben Kirclien bauptsaclilicb iiacli bislier
unbekannten oder ilber selienen Quellen flllirteii, wie aaf dem Gebiete
der altesten Liturgieu ilberbaupt, so aucb auf dem der „Petriislitiirgie“
zu neiien und llberrasclienden Ergebnissen. Es stellte sicb namlich
beraus, dali die feme georgiscbe Kircbe in der Zeit ibrer Blilte und
Selbstandigkeit ebenfalls diese Liturgie bocbscbiitzte und praktizierte
und dab sie dieselbe dazu in der verbaltnismabig altesten Form besafi
und bewabrt bat Das grofie georgiscbe Sammelwerk von Sabinini,
Paradies der georgisciien Kirche, St. Petersburg 1882, entbalt u. a.
■\vertYollen Dokumenten der georgiscben Kircbe S. 432 — 36 eine „Ab-
bandlung unseres bl. Vaters Evtbimi vom bL Berge“. Es sind 15 Ant-
worten dieses grofien Arcbimandiiten des iTironklosters (998 — 1012)^
und liber aus verebrten georgiscben Kationalbeiligen auf ebensoyiele
Fragen seitens des Priesters Tbeodor aus dem St Sabakloster. Die
6. Frage Theodors (ebd. S. 434) lautct: „Was ist die Jakobusliturgie,
ist sie edit oder nicbt‘‘? Antwort des bb Evtbimi: „Die Jakobus-
liturgie ist unzweifelbaft ecbt, und sie war zuerst in den griecbiscben
und unseren Kirchen. Docb als der bl. Basilius und der set Johannes
Chrysostomus Liturgien verfafiten, nabm das Volk diese der Ktlrze
wcgen an, und die des bl. Jakobus kam in Vergessenheit. Und jetzt
celebrieren alle die des bl, Chrysostomus, und wenn einer also will, ist
jede gut, die des Jakobus, ebenso die des Petrus, die des Basilius und
die des Gbrysostomus“. Im Anfange des 19. Jabrb. verfaBte der Bektor
des kircbl. Seminars von Tbelav in Nordgeorgien emQ Liste der Dank-
mdler des georgisclien Sclirifttiims, anfgesiellt d. S6- September 1810
in 270 Nit.; Nr. 267 entbalt den „Kondaki (xoviaxtov) der Liturgie
des Apostels Petrus, aus dem Griecbiscben ubersetzt“. Vgl. Melanges
Asiatigim, St Petersb. 1877, VIII, S. 418 und Tsagareli, Nach-
richten ilber die Denhndler des georgisclien Schrifttums^ 1. Bd. 3. Lief.
S. Petersb. 1894. S. 252 f., insbes. S. 266. Leider geben uns die
knappen Listen der georg. Hss. auf dem Atbos, im Kreuzkloster boi
(= beute in der griecbiscben Patriarcbatsbibliotbek in) Jerusalem und
auf dem Sinai bei Tsagareli a. a. 0., Lief. I (1886) und II (1889)
liber das Vorbandensein von Texten der „Petrusliturgie“ in den dortigen
alten liturg. Hss. keine Auskunft. Erst der yollstandigere Katalog
der georg. Hss. des Tifiiser kircbl. Museums von Sbor dania-Dsba-
nascbwili, Tiflis, 1902 — 1908, bracbte i. J. 1903 unter Nr. 81 die
kurze Bescbreibung einer verbaltnismafiig jungen Hs. mit der „Petrus-
i S. NatrcSev, Das Ivironkloster auf dem Athos (russ.) Tifiis 1909. S. 211 — 214,
Die georgisclie „Petrusliturgie“.
liturgie.i Es ist eine Papierhs. von 71 Slattern zu .20 x 15 cm in
K]iutsuri-(Kirclien-)Scln’ift, „zur Zeit des goorg. Katliolikos (Ober-
biscbofs) nnd Prinzen Domenti (1705 — 1725) aus einer 11s. des
9, Jahrb. kopiert“. Die 5 ,Petruslit-urgie« stelxt f. 35—44; cs folgt ilii*
die Jakobnsliturgie und es geht ihr voran ein „UntGrriclit unseres lil.
und gottragenden Vaters Basilius iiber das Q-ebet und die verscliie-
denen Tngenden“. Endlicli bcscbenkte mis dann der gelelirto georg.
Erzpriester Kekelidse in seiiiom Standardwerke tiber die liturgisclien
Bucbcr seiner Kirche Litiirgisch-georgische Denkmlller in den vater-
Idndischen BihUothelcen, Tiflis 1905, S. 201 £, wenigstons mit oiner russi-
sclien Ubersetzung der georg. „Petrusliturgie“ mitsamt gelelirton An-
1 Es existieren uocli einige georg. Eucliologienliss. in der Bibl. der „Gesellscliaffc
znr Yerbreitiing des Scliriffctums unter der georg. Bevtilkerung^. Vgl. den allzu
knappen Kabalog von Karidscliasclivili, TiHis 1905, S. 32—33. Eeider isfc der
grofiartige mid musfcergiiltige Kabalog dieser wiclit. Bibl. von Tha<[ais olivili bis
jefezfe (2 Biinde mit 1446 Nrr., seit 1902) nocli nicht zii den tlieok Jiss. gelangt. Da-
gegen ging dem Verfasser soeben nocli ein werfcv oiler Sammelband aus Tiflis zu mit
seltenen und ganzlicli vergriffenen georg, Publikationen aus der Mitte des vorigen
Jalirlmnderfcs. Darin sfcelit an 4. Stelle d, Tsqohil-Sitqvaoha d. i. die ^^Poetische Ah’*
hmidhing^^ des iiberaus fruebtbaren prinzlichen Scbriftstellers und Katholikos An-
toni I. (t 1788), Tiflis 1853, brsg. von PI, Josseliani mit zahlreicben histor.-literar.
Anmerkungen. In der langen Beihe der georg. alten Schriffcstellerbebandeh Antoni
S. 259 auch die literal'. Yerdienste des „Yater8 Tbeopbile“. Dieser war zuerst Atbos-
mbncli und spater „Metropolit“ von Tarsos (uni 1050). In den Anmerkungen schreibt
Josseliani diesem IMonclisbisGhof folgende Werke zu: 1. Die Liturgie des Apostels
Petrus, 2. Die Diturgie des Apostels Jakobus, 3. Das Leben des 111. Georgiers Ilarion,
iibersetzt aus dem Griecliischen. Da diese Angabe beziiglicb der Jakobusliturgie ent-
sebieden unriebtig ist, so diirfte sie aucb fiir die Petruslitiirgie keiiien Glauben ver-
dienen. Die Jakobusliturgie liegt niimlicb in einer der altesten georg. Hss. vor, in
der Kr. 86 des Tifliser kircbl. Museums vom 9,/l0. Jabrb. und steDt eine besonders
alte Yariante dieser beriilimten Liturgie dar. Ihre russisobe Ubersetzung stebt bei
Kekelidse in dem alsbald nambaft zu maebenden Werke S. 6 — 22. Ubersebrift und
Eingang mbgen bier folgen: „Litargie des bl. Apostels Jakobus, des Herrenbruders
[und] ersten Erzbisebofs von Jerusalem. ■ — Warm der Priester sicb vorbereitet die
Liturgie zu veiTiobten, spreebe er zuerst dies Gebet: O Gott, maobe ims, deine Knecbte,
wtirdig, einzutreten in den bl. Tempel Deines Itubmes, um Deinen bl. Namen zu ver-
berrlicben. Da du der Gott der Gnaden und der Menseben-Liebbaber bist, so bringen
wir Dir Lobpreis dar — dem Yater, dem Sobne und dem hi. Geiste jetzt und iramer
nnd von Ewigkeit zu Ewigkeit. — Gebet der Pro thesis des bl. Opfers: 0 Herr, unser
Gott, der gab zur Habrung alien Glaiibigen das Himinelsbrot iinseres Herren Jesu
Christi, deines eingeborenen Sobnes, den Dn vom Himmel gesandt um unserer Er-
lusung willen, um derentwillen Du geruhtest uns zu erlosen und zu erkaufen“ usw. usw.
Hacb dem Ubersetzer (Kekelidse) soil aber die Sprache der Petruslitiirgie ebenso
altertumlicb sein wie die dieser J akobusliturgie. Sebon der iiltere kleinere Katalog des
Tifliser kircbl. Museums von Dslianascbvili, 1 — 2, Tiflis 1898—99, weist S.26 — 27
(man verbessere Nr. 92 in 86) auf die Wiebtigkeit dieser georg. Jakobusliturgie bin,
und zwei kleine Paksimiles aiis ibr bot derselbe Dsbanascbvili in seinem Werk-
cben Tsaritsa Tatnara^ Tiflis 1900. Taf. II, 4 u. 5.
6
Goussen
merkungen, Br weist a. a, 0. S. 152 ebenfalls auf die “Wichtiglceit der
sckon erwalmten Euthymiusstelle km und zwar nack der Hs. Nr. 450
des kirckl. Museums iu Tiflis, fol. 662 sq.; in einer langen Anmerkung,
ebendort S. 162 — 63 fiikrt er, der Yorauszusekenden erblicken Yor-
eingenommenkeit der slawiscken und grieckisckeu „Ortkodoxie“ gegen
alles „Lateimscke“ unparteiisck und mutig vorbeugend, unter anderem
aus: „Andererseits ist die Antwort des kl. Eutkymius wicktig flir uns
in der Hinsickt, dafi sie sick darstellt als das einzige direkte Zeugnis
fiir den gottesdienstlicken Gebrauck der Liturgie, die den Namen des
Apostels Petrus tragt Dieses Zeugnis zu verdreken, gibts gar
keine Moglickkeit; in ikm namlick einen einfacken Irrtum zu erblicken,
das gestattet uns nickt die koke Autoritat des kl. Eutkymius, der zu
seiner Zeit an der Spitze des gesamten Atkosmoncktums stand (Dimi-
trievskij, Toittxa S. 240, Bisck. Porpkyrius Geschichte des Athos.
Ill, 1 S. 160) und sekr wokl die gottesdienstlicke Yergangenkeit der
grieckisckeu Kircke kannte“.^
Gelegentlick der Aufstellung eines Yerzeicknisses der georg. bibl.
Hss. im Kaukasus, in Eufiland und in Westeuropa fand sick uner-
•wartet eine georg. Hs. mit der „Petrusliturgie‘‘ in der Yaticana in
Eom; sie stammt aus der Propaganda und tragt die Bezeicknung,
nJBorg. Nr. 7‘^. Wokl ist die Hs. Yerkaltnismafiig alt, namlick Yom
11./12. Jakrk. nack unserer SckMzung, aber leider gerade in unserer
Liturgie sekr defekt, indem alles bis zum Paternoster fehlt; Yollstm-
diger sind schon die , folgenden Jakobus- und Baskiusliturgien. Daker
mufi bekufs einer ersckopfenden und kritiscken Bearbeitung des georg.
Textes dieser Liturgie einstweilen nock auf gliicldickere Eunde gekofft
1 Bekanntlicli stand der groBe georg, Katholikos Kyrion, der circa 590 sein Volk
vom armen, Monopliysitisaius zum Katholizismus zuruckfukrte, mit Papst Gregor in
Brief-wecksel, in seinem ersten Briefe wider den Armenier Katholikos Abraham la6t
derselhe die Synode you Chalcedon sagen: „ Anathema dem Eutyches, Anathema dem
Bioskur, es anathematisiert (sie) die hi. Dreieinigkeit, es exkommiiniziert (sie — zu
armen. ist ^^artaqs^^ zu erganzen!) der apostolische Stuhl des hi. Petrus”,
im Buck der Briefe (arm.), Tiflis 1901, S. 187. XJnd wenn der lefczte groBe georg.
Nationalheilige und Archimandrit des Ivironklosters Georgi (1058 — 1066, s. N atroev,
a. a. 0., S, 232 — 45) i, J. 1066 wenige Tage Yor seinem Tode vor dem byzanfcin, Kaiser
Constantin XI. Dukas und seinem Hofe den romisohen Branch der Azyma heim liL
Opfer gegen die Griechen verteidigte und pries mit der sarkastischen Bemerkung, die
Griechen bedienten sich „klnge und weise” des gesauerten Brotes in ihrer Liturgie,
weil sie sich so oft durch die Haresie bemakelt batten, wahrend die Dateiner mit
Azyma zelebrierten, sowie Ghristus es eingesebzt und der „Apostelfurst" Petrus es ge-
balten babe und zum „Zieicb6n, dab ihr — der Komer — Glaube rein untl nngesauert
geblieben sei,j sowie Christas und seine Jiinger ihn gelehrfc batten” (vgL Die Athos-
Hss, des IvironMosters v, georg., Tiflis 1901, S. 332), so war dies auBer einem
kathol, Ehrenzeugnis fiir die rom. Kirche, gewiii wohl auch eine Selbstrechtferfcigung
Georgia fiir seine Celebration der Petrusliturgie..
Die georgische „petrusliturgie“*
,7
werden, und wir konnen yorlaufig leider niclits besseres bieten, als den
Versuch einer moglicbst treuen, kirclienlateinisclien Ubersetzung der
russiscben TJbertragung yon Kekelidse a. a. 0. S.S. 201 — 206.
Liturgia sancti et omnilaudati Apostoli Petri.
Diaconus: Jube Domne benedicere! Sacerdos: Benedictum
sit regnnin, et cantant [cantor es] : antiphonam ['^QondQiov] j)q^
minici festi sive Sancti. Ad.: Grioria <Patri etc.> sacerdos
perjicit infroitum cum Evangelic^ et post antipTionam Marianam
* Hinsicktlicb dessen, was etwa alles tiber die georgiscbe Hezension der
Petrusliturgie zu sagen oder zmn Vergleicb mit iitr keranzuziehen w^re,
milssen wir uns eiiistweilen auf dasHervorstechendste bescbraaken. Vor allem sei
die allgemeine Bemerkung voraiisgescbickt, daJB, wenn die Rabmenform hie
iind da „byzantmiscli“ tingiert zu sein scheint, wir uns vorzubalten haben^
dafi bisher sozusagen nichts iiber die alte Liturgie des Jahrhunderte lang
mit Rom so enge yerbundenen Illyricums (Vgk L. Duchesne, Eglises
se^parees^^ Paris 1905, 8. 229 — 279. VI ,^L^lllyricum ecclesiastigne) yer-
lautet hat noch untersucht worden ist, dafi es, urn einmal umgekehrt zu
verfahren, nahe liegt zu fragen, ob nicht das emporkommende Byzanz in die
Rahmenform seiner Diturgie manches aus der Illyricums ubernommen hat*
Bemerkenswert sind auch noch die mancherlei Beruhrungspimkte imserer
Liturgie mit den alten Elementen der sog. . ambrosianisohen, die wegen der
Voranstellung der Erzheiligen von Ravenna Apollinaris und “Vitalis vor die
von Mailand im Kanon wohl urspriinglich die lateinische Liturgievariante
des Exarchates liberhaupt war.
1 Tiber den alten „lmtholischen“ Branch anfangs der Messe das prachtig
geschmuckte Evangelium feierlich zum Altar zu tragen, vgl. Jos, Cata-
lano, De Godice S. JEvangelii, atgue servatis in eius lectione et usu vario riUbtis
lihri IIIj Romae 1733. I, 3. sqq. Weiter besaU die alte romische Rirche
ihr besonderes Antiphonarium oder Troparienbuch far die Introitus- und
Offertoriumspsalmen mit ihren nach den Eesten wechselnden Antiphonem
Die Introituapsalmodie soil Papst Colestin eingefiihrt haben, wUhrend Papst
Gregor das Antiphonarium kiirzte und endgiiltig redigierte. Ygl, B interim,
Denkwurdigkeiten usw. IV, 3, Mainz 1828, S. 42; iiber die immer mehr
iiberhandnehmenden „Tropen“, ebend. 8. 285, Kraus, Meal-Encyklopddie der
cJiristl Altert.j 11, Ereib. 1886, 8. 923, „Troparion“, wo es unter anderem
heifit: „Nach Durand, Bat div. off. VI, 114 gehbren zum Tropus Anti-
phona, versus (Psalmi) et Gloriae**. tjber die abendlandischen „Theotokia«
eingangs der Liturgie vgl. Johannis de Johanne, De divinis Sicidonm
officiiSj Panormi 1736, p. 103 sq. (Thetokia) im „ Gloria" der altsizih Messe,
Mart^ne, a. a. 0. p. 356: „Post partum virgo inviolata permansisti." Endlich
vgl. noch Martene 8. 543 die Schilderung des feierlichen ,Jntroitus“ mit
Evangelium aus der Ostermesse: ex Gorheiensi codice Bcdoldi ahhaUs (f 986).
In feierlicher Prozession zieht der Klerus aus der Sakristei, der Subdiakon
tragt ante oculos eppi das Evangelium, das letzterer eingangs der Erche
kiilit. Die cantores singen wahrend dessen den Pscdmiis introitus ^ Anttpkona
,,Besurrexi^ cum pscdmo „Domine probasH me" (Ps. 131) v . ^ ^ kfifit
8
Goussen
[»toto»iov] iqy: Kyrie eleison; ad quod respondens populus
item dicit ter: Kyrie eleison! Sacerdos didt ter: Christe mi-
serere nobis. Populus respondet item ter et didt: Miserere.*
Sacerdos benedidt populum in forma cruds ter et didt:
Do min ns vobiscnm, et populus: Et cum spiritn tuo. Sacerdos r,
cantat: Grioria in excelsis Deo. Populus respondet: Et in terra
pax .... usque ad verba: in gloria Dei Patris, Amen.
Deinde se vertens ad popuhm sacerdos benedidt ipsum in
forma cruds et didt: Dominns vobiscnm. Populus: Et cum
spiritn tuo. Sacerdos: Oremus! Et legit magna voce hanc lo
orationem: Porrige, Domine, credentibns in Te dexteram
coelestis auxilii, ut digne desiderata percipiant per Dominum
nostrum- Jesum Christum, quocum -vivis et regnas Domine,
Dens noster, in unitate Spiritus Sancti in saecula saeculorum.^
Populus: Amen. 15
Deinde fiunt versiculus litaniae Iterum
man den Altar, nnd der Bischof kiifit nochmals das ihm feierlicli iiber-
reicbte Evangelienbucli.
‘ Diese Art der Kyrie- bzw. Obriste-eleison-Rezitation gegen die heutige
romisohe wird von Papst Gregor dem Grolien Lib, 7. Indict 2. Up. 64 be-
tont, wenn er sagt: f, Kyrie eleison autem nos negue diximusi dicimus
simt a Qraecis didtur, guia in Qraecis simul omnes dicuntf apud nos mtem a
Olericis dicitur et a populo respondetwr^ et toiidem vicibus etiam Christe eleison
dicitur, guod apud Graecos nullo modo dicitur Ygl. Gran colas a. a. 0.,
S. 422. (Das ebenso seltene wie vergessene Werk von Grancolas ist mit
das Beste niid Erscbopfendste, was je iiber die alten Liturgien geschrieben
worden ist. Es verdient entschieden eine nene verbesserte und vervoll-
standigte Ausgabe).
2 Der altromiscbe Branch hielt strenge an einer Oration oder Collecte
fest, s. Grancolas, a. a. 0., S. 485. Die vielen Orationen fiihrte Columban
(t 615) ein, was ihm seinerzeit von Agrestinus auf einer Synode von Macon
sehr verUbelt wnrde, s. Martdne, a. a. 0., S. 362.
3 Der 7rpoxe(|xevov) schlieBt die Epistel mit ein. Er scheint
der IJberrest dea Psalmea zu sein, der im altesten ganz einfachen Gottes-
dienste die Lesungen einleitete, bis im 4,/5. Jahrh. die reichere Ausgestal-
tung diirch Introitus nsw. erfolgte. Die ambrosianische Liturgie hat eben-
falls dieseh Branch b'ewahrt. Vgl. Grancolas a. a. 0., p. 392.
Enter den Litaniae: „Iterum atgue iterum^^^ sind hier die Eiirbitten
zn verstehen, die sich hente im romischen MeBritns nnr am Charfreitag
(Oremns et!) erhalten haben, die aber in der alteren Zeit nie bei der litnr-
gischen Peier fehlten. Vgh bei Grancolas a. a. 0. die Zengnisse von
Papst Coelestm I., S. 412 und von Prosper von Aqnitanien, S. 382 — 489.
Zwischen Epistel hnd Bvangelium war wirklich ein Platz fhr feierliehe
Eiuschaltungen., Ygl. Grancolas a. a 0., S. 512.
Die georgische „PetraBliturgie“.
. 9
atque iterum . . . et „Alleluja^\ Postea legens Evangelium dicit:
Dominus vobi'scura. PopuUcs: Et cum spiritu tno. . Legens
Evangelium: Ex N. E. sancto Evangelic lectio. Populus-.
Gloria Tibi Domine! Post Evangelium- populus pro: „Gloria
5 tihi Domine^ dicit: Gratias agamus Domiao!
Sacerdos: Dominus vobiscum. Populus: Et cum spiritu
tuo. Sacerdos: Oremus! Cantor es cantant canticum sanctorum
(donorum). Sacerdos (dicit) orationem: Oramus Te, bmnipotens
Domine, ne auferas a nobis gratiam tuain, nam in confessione
10 Sanctae Trinitatis exspectamus nos salvari.^ Magna voce: per
omnia saecula saeculorum. Populus: Amen.
Sacerdos: Dominus vobiscum. Populus: Et cum spiritu
tuo. Sacerdos: Credo in unum Deum. Populus: Patrem omni-
potentem . . . usgue ad finem.
15 Sacerdos elevat <manus> in coelum^. Diaconus: Stemus
decenter, stemus cum timore. Pojpulus: Misericordia pacis.
Sacerdos: Gratia Domini nostri .... usque ad finem. Po-
pulus: Et cum spiritu tuo. Sacerdos: Sursum corda vestra*
^ Siehe weiter S, IB, 1.
2 Man Bemerke woKl die alte Offertoriumsoration des Priesters, wSkrend
die soliola cantorum den Offertorinmspsalm singt 1
3 Das folgende mntet zwar besonders byzantinisch an, aber in fast
alien Liturgien steken kier kerum eigentlick jetzt mekr oder weniger ver-
kiimmerte Epiklesengebete, woraus wenigstens einige kier angefiikrt seien.
So driickt der sog, P?^'.on sein Staunen ans liber das „galli-
kaniscke“ feierlicke „!• -j*' <■••#1 (•, etc. nack dem Offertorium, Grancolas
a. a. 0, S. 552; so keiUt es kier im ambros. Missale: ^Benedictio Dei om-
nvpotentis Patris et Filii et Spiritus sandi copiosa de coelis descended super
hanc nostram oUatlonem^^j in andem' alten Mefibiickem: nomine sandcce
et indirnduae Trinitatis Fatris et Filii d Spiritus sandi, descendat Angdus
henedidionis et consecrationis super hoc munus oUatum. Amen^j, s. Grancolasj
S. 554. Perner ist kinzuweisen auf Mart^ne a. a. 0. 8. 393: „In vderi
missali ecclesiae Narhonensis seerdis additwr isthaec. Super oMata anteguam
incipiat praefationem Oratio: Descended, quaesumus Domini, Spiritus Sts, fwus
super hoc altare, quo haec munera tuae maiestati dblata henedicendo henedicat et
sanctificando sanctificet et sumsntium corda dignanter emundet. Per Dominum^
etc., s. dazu nock Mone, Latein u. griech, Messen, Frankf. a. M. 1850,
S. 21. Die armen, kopt. und atkiop. Litnrgien endlick kaben kier ganz
markante Epildesegebetel
4 Das ,, Sursum corda vestra^^ unaerer Petrusliturgie wird zum ersten
Male von dem latelnischen Sckriftsteller Oommodian erwaknt. Vgk Gran-
colas, S. 403. Die alteste romiseke Liturgie katte an der Stelle
cor“, das auck nock der kl. Augustinus mekrmals betont:(nek€m ,^Surmm
welck ietzteres aus Wohlkltogsgriinden allgemein gewordan zu sein sdkeint):
10
G-oussen
Populus: Habemus ad Dominum. Sacerdos: Gratias agaraus
Domino. Populus: Dignum et iustum est.
Sacerdos exclamat magnavoce: Vere dignum et iustum est
nos Tibi gratias, agere, Domine sancte, Pater omnipotens,
aeterne Deus, per Christum Jesum Dominum nostrum, per 5
quern maiestatem tuam laudant Angeli, adorant Dominationes,
tremunt Potestates, coeli coelorumque Virtutes, beata Seraphim
socia exultatione concelebrant. Cum quibus et nostras voces
admitti iubeas, supphces [Wortiieh: veinti servi] deprecamur. Fo-
imlus: Sanctus, sanctus . . } lo
Sacerdos: Accipite, comedite » . . . Fopulus: Amen Sacerdos henedicit
ill forma criccis sacrificitm et dicit: Bibite ex eo omnes . . * . Poptdus:
Amen. ^
Sacerdos <dicii> orationem: Te igitur clemens et philan-
thrope Pater per Christum Jesum, Filium Tuum et Dominum is
nostrum, supplices rogamus ac petimus, <uti> accepta habeas et
benedicas haec dona et mittas desursum Spiritum Tuum
Sanctum super proposita oblata^ et hoc sacrificium, id quod
1 Zu bedauern ist in tinserer Petruslitnrgie die Abkiirzung im Sanctus,
wo man gern erfalaren hatte, ob diese Liturgie gleich. den altesten und besten
Hss. das dreimalige Sanctus Dominus Dens Sahaoth^^ schloB, wegen
des folgenden „Te igitur clementissime Pater etc^^^ denn die Erwalinung des
Sobnes stort den logischen Zusammenhang.
2 Dieser Einscbub gebort natiirlich nicbt bierber. Es ist urspriinglicb
eine ,byzantimsierende‘ Bandkorrektur zum romiscben Stillgebet der Ein-
setzungsworte, die spater darcb einen ungescbickten Abscbreiber — dazu
nocb an verkebrter Stelle — in den Text liinein geraten ist.
3 Hier erscbeint endlicb gliicklicb die Anrufnng des bl. Geistes bei
(das bedeutet ad meistens im Vulgarlateiniscben) der Konsekration. Ygl.
Tbiel, Dpp. Bom, Pontif, Brunsb. 1868, I, S. 486: quomodo ad di’-
vini mysterii consecrationem caelestis spiritus invocatus adveniet, si sacerdos^ (et)
gui' eum adesse deprecatur, criminosis plenus actionibus reprobetur^^ 1 Man
(Drews u. a.) bat gemeint^ es bandele sicb bier um die bekannte
(spate!) formelle orientaliscbe Epiklese nacb den Einsetzungsworten, allein
wenn Papst Gelasius hier von einer formelien Epiklese bebufs der Kon-
sekration spraobe, die von der Wiirdigkeit des Konsekrierenden abbinge,
so ware dies sowobl gegen die allgemeine altcbristlicbe, wie auch ganz be-
sonders gerade gegen die konstante romiscbe Dogmatik und dieser Papst
ein arger Haretiker. Ygl. die zablr. patrist. Zeugnisse bei Klee, Katliol,
Dogmatik, Mainz 1861, S. 622, insbes. nocb S. 625 ein Zeugnis des syr.
Biscbofs Philoxenus. Das interessante Pbiloxenuszeugnis stebt vollstandig
bei Badger, The Nestorians and their Bituals, London 1832 II, S. 164 und
im syr, Brtext im Cod, Syr, Vatic, 58, fob 141^. Im Gegenteil, diese Stelle
ist ein gliinzendes Zeugnis fiir die uralte romiscbe und gemeincbristlicbe
11
Die georgisohe „Petrusliturgie“,
■ offertur Tibi imprimis pro sancta Catbolica Ecclesia Tua,
quam pacifica<re>, custodi<re>, adimc<re (et)> rege<re digneris>
toto orb© torraruni [WortlicL: a termino usque ad terminum teiTae] xXXiSi,
cum servo Tuo Papa nostro et Antistite et Episcopo nostro.
5 Memento ipsorum Domine et servorum Tuorum, famulorum
Tuorum et omnium adstantium Tibi et totius orbis ortbodoxi.
Memento Domine et mei, indigni servi Tui, miserere mei et
ab omnibus iniquitatibus lava <me>, itemque omnium circum-
stantium Tibi, quorum fides cognita est coram Te et <quos>
nosti Tu placentes Tibi ex offerentibus boc sacrificium laudis,
10 (hoc tempore sacerdos tenet manus expansas super sanctum panem)
quod olferimus Tibi, aetemo Deo vivo et vero, pro ipsis et
pro omnibus, pro redemptione animarum eorum, pro spe sa-
lutis et vitae eorum.
Communicamus et memoriam veneramur imprimis glorio-
15 sissimae semper virginis Mariae, genitricis Domini nostri Jesu
Cbristi, beatorum apostolorum et martyrum: Petri, Paub, An-
dreae, Jacobi, Joannis, Tbomae, Jacobi, Pbilippi, Bartholomaei,
Mattbaei, Simonis, Tbaddaei, Lini, Oleti, dementis, Xysti,
Oornelii, Cypriani, Laurentii, Cbrysogoni’, Martini, Hieronymi,
20 Ambrosii, Augustini, Grregoiii, Isidori, Benedict! et omnium
Sanctorum tuorum. Statue participationem nostram cum ipsis,
imprimis oramus Te, doce nos praeceptum Tuum et dirige
nos per Dominum nostrum Jesum Obristum.
Anrufung der G-nadenfillle iiber das hi. Opfer und die Glauhigen. Wir
werden in einem besonderen ausfiihrlichen Aufsatze demnSohst unsere Dunde
iiber die alteste romisohe Liturgie und die spatorientalische formelle
Epiklese vorlegen. Vorlaufig yergleiche man eine Anrufung des hi Geistes
niclit wie hier im Te igitur, wohl aber im Sane igifvr aus dem benedilcti-
schen God. Garcassoiiensis bei Martdne S. 403: „Sanc igitvr ohlctHonem . . .
et descendat super Jiunc panem et super Jiunc calicem tuae divinitaiis plenihido,
descended etiam super me peccatorem Sti. Spiritus sepUfornds gratia, incom-
prehensihilis maiestas, sicut quondam in pedrum hostias visibiUter descendebat,
diesgue nostros in tua pace disponcts“ etc.', ahnlich bei Valentini, God. necro-
log.-liturg. del monastero di 8. Salvatore e. 8. Giulia in Brescia, ibid. 1887,
g! 123 sq., mit dem Zusatz „Haec Dominus Paulinus (B. v. Aqnileia, f 802)
in canone addidit“.
t Hier fehlen im Kanon richtig jene „R6mer“ „Jocmnes et Pcmlus'^,
die bekanntlich nach. den neuesten Forschungen als seiche nie exisfaerfeen.
Vgl. Delehaye S. J., Des Lbgendes hagiographiques^, Bruxebes, lf06,
p. 254— 56. , '
12
Goussen
Hanc igitur oblationem (sacerdos denuo expandit manus),
rogamus Te Domine, servitutis nostrae et cuncti populi Tui
ut placatus accipias, dies<que> nostros in pace disponas, ab
aeterna damnatione eripias nos et in electorum Tuorum iubeas
grege nnmerari per Obristum Dominum nostrum. 5
Hanc igitur oblationem (itermn expandit manus) benedic-
tam, adscriptam, ratam, rationabilem Tu Domine babere dig-
neris, ut corpus et sanguis fiat dilectissimi Filii Tui et Dei
nostri Jesu Obristi.
Quoniam pridie quam pateretur [Wortiioii: die auto passionem Do-
(hoc tempore sacerdos paululum elevat sanctum panem et
dicit) : accepit panem in sanctas ac venerabiles manus suas et
clevatis oculis in coelum, — ad Te Deum et Patrem suum et
Omnipotentem, gratias agens Tibi, benedixit, fregit, dedit
sanctis suis discipulis et dixit: „Accipite, manducate. Hoc 15
est corpus meum.“ Simili modo postquam coenatum est
(sacerdos elevat calicem et dicit:) accipiens .calicem in sanctas
ac venerabiles manus suas, gratias agens Tibi, benedixit, de-
dit discipulis suis et dixit: „Accipite et bibite ex eo omnes:
Hie est enim novus et aeternus calix sanguinis et 20
testament! mei in mysterium fidei, qiii pro vobis et
pro multis effundetur in remissionem peccatorum.
Haec quotiescunque feceritis in mei memoriam facietis".
Memores igitur (sacerdos inclinat se ante setm. altare) Do-
mine, nos servi Tui, et plebs sancta Obristi, Filii Tui et Do- 25
mini et Dei nostri, beatae passionis, in inferos descensus, ex
mortuis resuirectionis, sed et in coelos gloriosae ascensionis
et ad dexteram Tui sessionis offerimus Tibi, offerimus prae-
clarae maiestati Tuae de Tuis donis et datis bostiam puram,
bostiam sanctam, bostiam immaculatam, panem sanctum vitae so
aeternae et cabcem vitae aeternae.
Supra quae propitio et sereno vultu respicere digneris et
accepta babere, sicuti accepta babere dignatus es munera
pueri tui iusti Abel <et> sacfificium patriarebae nostri Abrabae
et quod tibi obtulit primus sacerdos Tuus Mdebisedeeb, sane- 35
turn sacrificum, immaculatum et acceptabile.
Sacerdos inclinat se ante setm. altare, extendit manus versus
Die „georgische Petruslitui’gie“.
13
altaris coojp&rtoria, erigit se paulatim tribus intervallis, deinde ponit
manus extensas super altaris cornu, osculatur altare et dicit
sequeniem orafo'onew/ .Supplices rogamus, omnipotens Deus,
iube <liaec> perferri per manus angelorum Tuorum^ in sublime
5 altare Tuum in conspectu Deitatis Tuae, ut <quotquot> ex
bac altaris participatione sacrosanctum Klii Tui corpus et
sanguinem sumpserimus, omni benedictione et gratia filiali
repleamur.
Oramus Te Domine pro iis, qui <nos> praecesserunt cum
10 signo fidei, dona eis requiem in loco refrigerii, in loco lucis
et pads, condona et indulge ipsis in Christo Jesu Domino
nostro.
Nobis quoque peccatoribus famulis Tuis, de multitudine mi-
serationum Tuarum sperantibus, partem bonam donare dig-
15 neris cum sanctis apostolis et martyribus, cum Joanne et
Stephano, Matthia et Barnaba, Ignatio et Alexandro, Mar-
cellino et Petro, Felicitate, Perpetua, Agatha, Lucia, Oaecilia,
Anastasia, Sophia^ et cum omnibus Sanctis Tuis: uti facias
portionem nostram non secundum meritum nostrum sed s6-
20 cundum misericordiam Tuam, oramus Te per Christum Jesum,
Dominum nostrum per quem propitius nobis consulis varia'
que <dona> sanctificas, vivificas, benedicis et praestas nobis.
Cum Ipso et cum Spiritu Sancto esto Tibi Deo et Patri om-
1 „Angelorum ttlorum‘‘ ist die alteste und richtige Lesart. So habeil
auch die ambros. Liturgie, der Verfasser des Buches „de Sacramentis", der
von sicb sagt, „er folge in allem der rbmiscben ELirohe", (s. Granoolas
S. 394 und. 391) endlich sogar nocb die verhaltnismSBig spate lateumoho
Messe in armenisober "Ubersetzung (Fragment). Ygl. Gathrdsliean,
uSrbaSan pataragamatuitsg, Saiots‘^, Wien 1897, S. 433 (nper manum puro-
rvM angdorum,"'). Hier hatte die alteste romiscbe Liturgie die allgemeine
Anrufung des bl. Geistes, wabrend das jetzige Gebet „Jube haec perferri'*
gewissennassen ein Protest gegen die formelle oriental. Epiklese ist. Die
Orientalen rufen — wenigstens dem Ausdmok nacb — erst den hi. Geist
fiber die „noch zu vollendenden" Opfergaben herab, wahrend die Lateiner die
„scbon vollendeten" Gaben eben als solcbe als auf den bimmlisohen Altar und
vor den Allerhochsten selbst bingehorig betonen.
’ tiber die bl. SopHa (und ihre Toohter) vgl. Allard, Sidoire deg
Persditdions^, Paris 1903, Anna. 1: „L’index oleonm“ de Monza (VI.
siede) et I’itin&raire de Sdzbourg (VII. s^de) montrent qpe leitrs tombeavx
itaietd parmi ceux des eatacombes devanl lesguels on faisazt htider de I’huile d
gue visitaient Tes pMerins“. . : ■ '
14
Gousseu
nipotenti omnis honor et gloria. (Magna voce:) Per omnia
saeculorum. Populus: Amen.
Magna voce: Oremus! Divina institutione formati et prae- ■
ceptis salutaribus moniti‘ audemus dicere. Populus Pater
noster .... Sacerdos: Quoniam tuum est regnum .... Popu- 5
lus: Amen.
Sacerdos: Pax Domini sit semper cum omnibus vobis.
Populus: Et cum spiritu tuo.
Diaconus: Capita <vestra Domino inclinate>®. Populus: Tibi
Domine <inclinamus>. 10
Sacerdos <dicit> orationem: Libera nos Domine a prae-
terito malo, future et praesente intercessione omnibeatae et
gloriosae Sempervirginis et Deigenitricis Mariae, gloriosissimi
archangeli Micbaelis * et sanctorum apostolorum tuorum Petri,
Pauli, Andreae et beati Benedicti cum omnibus Sanctis. Dona is
nobis praesidium et pacem omnibus diebus, ut sub alis tuis
custoditi, ab omni perturbatione securi convertamur in Chri-
stum Jesum Deum nostrum, quocum vivis et regnas Deus
noster in unitate Spiritus Sancti. Dismemhrat (sacerdos) sctm.
paneni in ires partes, acdpit unam particulani et, super calice 20
tenens, exclamat: Per omnia saecula saeculorum. Populus:
Amen.
Sacerdos tollit sctm. panem. Diaconus dkit: Attendamus!
Sacerdos: Sancta sanctis!®, Populus: Unus sanctus . . .
1 Eine ahnliche TJmstellung im Verlialtnis zum jetzigen romischeu Kanon
findet sicla an dieser Stelle auch in der ambros. Liturgie. Vgl. Grrancolas,
S. 395.
2 Nacb Papst Gregor dem Groiien „ Dominica oratio apiid Graecos ah
omni populo dicitur, apud nos a solo sacerdote,^^ Bas war ein Irrtum dieses
Heiligen; in Gallien (u. Nord-Afrika) betete das Volk das Paternoster
ebenso wie das Credo^ s. Grancolas S. 669 sq.; bezuglicb des vom Volke
gebeteten Credos in Spanien, s. ebendort S. 530 f. Oder sollte der Papst
uur den stadtromisclien Braucli betont haben?
3 Die inclinatio cajntis war schon der altesten romiscben Liturgie eigen-
tiimlicbj wabrend das Paternoster darin febltel Vgl. iibrigens iiber diese
inclinatio capitis noch ein altes Zeugnis bei Grancolas^ S. 343 (von Cae-
sarius y. Arles im TJnterscbiede zum „Flectamus genua^^ !),
^ liber den im 4.-6. Jabrb. sicb entwickelnden Knit des hi. Erz-
engels Michael in Byzanz und Italien vgl. Kellner, Heortologie^j Preiburg
L B. 1906. S. 233-35.
s Das Sancta sanctis^^ ist ebenfalls urspriinglich altromisch!
Die georgisclie „Petrusliturgie“.
15
Sacerdos: Pax Domini sit sempex’ cum omnibus Yobis.
Popultis: Et cum spiritu tuob
Fopulus dicit ter dum communicat: Agnus Dei, qui tollis
peccata mundi, dona nobis pacem. Agnus Dei, qui tollis
s peccata mundi, dona nobis pacem. Agnus Dei, qui tollis
peccata mundi, miserere nobis.
Post communionem omnium Sacerdos dicit: Dominus vobis-
cum. Pojpulus: Bt cum spiritu tuo. <Deinde sacerdos>
reportat <scia. dona>. Diaconus exclamat: Oremus. Sacerdos
10 legit orationem „missae“‘^ pojpuli: Benedictus Deus, qui dignatus
est nos participes facere purrissimi corporis et pretiosi san-
guinis sui; propterea Dominus benedicat et conservet nos
nunc et semper. Populus: Amen.
Sacerdos; Dominus vobiscum. Populus: Et cum spiri-
15 tu tuo. Sacerdos: Benedicamus Domino. Populus. Grloria Tibi
Domine.
Deinde dicit ter: Sit nomen Domini benedictum ... Et
addunt: Benedicam Dominum omni tempore . . . 1 ^®- Sa-
cerdos: Benedictio Domini sit cum omrubus vobis semper,
20 nunc . . .
Missae communes xaOohxaq- Dominator Domine
Jesu Christe, Salvator noster, qui dignatus es nos participes
facere gloriae Tuae in receptione sanctorum et vivificorum
sacramentorum Tuorum, in ipsis quoque donasti nobis per-
25 fectionem imaginis mortis et resurrectionis Tuae, conserva nos
in sanctitate Tua, ut recordati gratiae Tuae semper vivi simus
per Te, qui pro nobis mortuus es et resurrexisti
[Die alte Yorlage der Tifliser Hs- sclieint am Scldul^ defekt gewesen zu sein].
1 tlber 55 Pox “ vor der hi. Kommtmion tind das vom Yolke gesuagene
yjAgnus DeP^ (hier andere Eedaktion als im jetzigen rom. Ueiis!) vgl.
Knoepfler, Walafridi Strabonis liber de exordiis et incrementis gmrmdam
in observationibus ecclesiasUcarum rerum^^ Monach. 1899, S. 68. Tgk bier
S. 61 ferner noch nachtraglich betreffs j^AUeluia^ usw. vor dem Evangelium,
mit oben S. 9, Anm. 1.
2 Es ist die urspriinglich eine y^ultima orcdio guae didtuf dd completir
dum^ guia eim petitio maodme pro Us est gui communicant^ nach WalaMd
Strabo a. a. 0. S. 69.
Denkmaler altarmenisclier MejBliturgie.
2. Die angebliclie Liturgie des hi. Katholikos Sahak.
tibersetzt you
P. Petrus Ferhat
Priester der Meciiitliaristenkongregation.
Das im YOiietzten Jalirgang dieser Zeitschrift S. 204~—214 mit einer
dem 111. G-regor vorTNazianz zugescliriebenen Liturgie tegonnene Unter-
nehmen einer IJbersetzuug der alten armenischen Denkmaler euckaristi-
soher Liturgie, bei Oatergian-Dashian Die Liturgien bei den Arme-
niern^ soil im Dolgenden fur das dort S. 222—242 gedruckte Dormular
fortgesetzt werdeu. Der Herausgeber glaubte aucb diese Liturgie fur
den hi. Gregor you. Nazianz in Anspruch zu nehmen und ihre Abfas-
sung auf das Jahrzelint zwischen 370 und 380 datieren zu kiinnen.
Die liandschriftliche Uberlieferung weist sie vielmehr dem hi. Sahak
(= Isaak), Katholikos der Armenier (389/90 — 439/40), zu. Aber weder
die Sprache noch der Stil des armenischen Textes, noch endlich die
chronologischen Indizien, welche sich aus dem Inhalt gewinnen zu
lassen scheinen, oder andere Dmstande yerbtirgen die Autorschaft des-
selben. In jedem Dalle handelt es sich um die Wiedergabe eines
verlorenen griechischen Originals, yon dem, aufier dieser armenischen,
keine andere Ubersetzung bekannt ist.
Eine Eeihe yon Umstinden lafit gerade dieses Dormular einer be-
sonderen Beachtung wert erscheinen: seine im Kreise der yerwandten
Texte eiuzig dastehende Vollstandigkeit; die Ubereinstimmung seines
Prafationsgebetes mit dem fiir das 5, Jahrhundert bezeugten Typus
dieses Sttickes; seine nahen Beziehungen zu der Liturgie des hl.Basi-
leios, der gegentiber es an yielen Stellen nur als eine abweichende Re-
daktion erscheint und aus der ein Gebet, das dritte des yoranaphori-
schen Teiles der Messe, bier als erstes fast yollstandig wiederkehrt; die
Beriihriing eines anderen Gebetes mit einer Stelle im
des hi. Gregor yon Nyssa, die yielleicht auf eine Elteste Liturgie yon
Kaisareia als gemeinsame Quelle zurixckweist; das in dem Einsetzungs-
bericht enthaltene Zeugnis fur die mixtio calicis; die Erhaltung eines
alten frommen Postkommuniongebrauches.
Die handschriftliche Grundlage des armenischen Textes ist die-
selbe wie fur die unter dem Namen des hi. Gregor yon Nazianz iiber-
Ferhat, Denkmaler altarmenischer Mefiliturgie. 2.
17
lieferte Liturgie, so daft diesbezilglicli auf das in der Einleitung zur
Ubersetzung jener Q-esagte verwiesen werden darf. Urn aufdenersten
Blict scbarf bervortreten zu lassen, wie viele nnd -welche Blemente des
Textes anderweitig noch griecLisob Uberliefert sind, wurde alles Hier-
bergeborige griecbiscb dem Latein nnserer Ubersetzung einverleibt und
in einer FuBnote die betreffende Parallelstelle griecbiscber Liturgie
nacbgewiesen. Hierbei bezeicbnet B den Text der kappadokiscb-kon-
stantinopolitaniscben, b denjenigen der agyptiscben BasUeiosliturgie,
C denjenigen der Cbrysostomosliturgie. Die Zitate nacb Seiten (und
Zeden) geben bei B und 0 auf Brigbtman- Liturgies Eastern and
Western Oxford 1896, bei b auf den ersten Band des Frankfurter
Neudruckes von Benaudot LiturgiUrum Orientcdium coUectio, Bine
zweite gesonderte Scbicbt von FuBnoten bietet die Abweicbungen der
Lyoner Handschrift von dem durcb Oatergian konstituierten armeni-
scben Text. Flir diese gesamte auBere Anordnung hat der Horaus-
geber dieser Zeitscbrift dem Ubersetzer seine Unterstlltzuug gelieben.
Sacerdos orat secreto: K6pie omnipotena, Deua vWutmn, qui
xa-cTjliceoa? -JjiJiac benedicere nomini tuo terribili et suavi, qui
xaxISei^a? ^(Aiv t 6 fiey^a toGto dmriQptas fiooTTQptov Unigenifci
tui, complace, Domine, miseris et d%nos fac nos ova^fouc
5 806X00S aou ysveodat ministros et XeiToopyouc too dytoo 000 Guoia-
atTjpiou huius et txdvmoov Suvdpei too dyioo aoo Ilveo-
paTo? sU T'?]v Siaxoviav toutTjV, iva dxaTaxpixces aidvxe? evt&itiov
x-^<; 000 raagnae irpoccpepcop-ev 001 duoi'a'j aiveoems, gloriam
et bonorem et maiestatem sanctitatis tuae. Qui das gratiam,
0 qtd mittis salutem, 6 evepydiv xd Trdvxo ev waoiv* 66c Kupie
xal Gwep Ttov <ep.(Sv> djrapxYjpdxmv veniam xal xtov xoo XaoG
buius dyvoTjfJia'xcjov remissionem/ ut missa baec nostra accepta-
bilis sit cum placito IvmTttdv oou et (coram) sanctitate (tua).*
Alta voce: Per gratiam et amorem erga bomines Domini nostri
a In den griecliisoli wiedergege'benen Elementen » B: 316) 11 — 29.
Tifcel; Bivina litnrgia sancti Sahaei j^rmenomxn patriarohae. Initio dicUur
(liturgia) sancti Athanasiif donee ohlatio 8u]^er altare samivm inferedur*
^ Oatfergian vergleicht ans der von ilxin dem Naadanxener vindiziarten
Lobrede Qxegors v. Nyssa :'auf Melitios (Migna P. 33DII 8dl}f
xal Tmv to5 Xaoo dpvoTQp. dtTtov tittd kt fer
VerwandtseWt der beiden Stellen einen Beweis fiir die Autor&ohaft Gregors
V. Nazianz an der Liturgie und fur dereu Abfasstmg vor dem Jahre 381,
OuiKNS Christunus. Neue Serie HI.
2
18
Ferhat
et Salvatoris nostri Jesu Ohristi, q[uocurQ (tibi), Patri una cum
vivificante et liberante Spiritu tuo sancto convenit gloria,
potentia et honor nunc et semper et . . .
P<ypulus: Amen.
Diaconus: Salutate invicem osculo sanctitatis. Qui non s
estis capaces ad participandum hoc divinum mysterium, exite
foras et orate. Et salutant altare et invicem. Diaconus: Oum
timore stemus, cum tremore stemus, bene stemus et aspicite
cum attentione !
Fopukis: Ad te Dens. lo
Diaconus: Christus ut sacrificium offertur, agnus Dei!
Populus: ’'EXeo? et
8 acerdos: 'H axaicY] Domini nostri Jesu
Obristi xtxl "J) xoivtovia tq() nve 6 [ji,aTo? eiT] {xeid itdvtwv
6 }jiiov.'’ ^ . 15
Diaconus: ’'Aviv elevate tdc xapSi'ctc® vestras cum munda
conscientia.
Popdus: “"Exoiiev ^ te, Domine omnipotens.
Diaconus: Et gratias agite de gratiis Dei.
Fopulus: A^tov xod Bixotiov.® 20
Sac&rdos secreto: ASiov est (b? dXirjJaic xal Bixaiov ^ nobis boni-
tatibus aeternis occurrentibus gratiarum actione aeterna oe
BoSdCeiv,® Domine et pater veritatis, creator creaturarum, solli-
cite (custos) et curator bominum, fons bonitatis, dator in-
corruptibilitatis, distributor beatitudinum, vivificator, largitor 25
vitae, gloriosus Dominus gloriae et omnium altitudinum sum-
mus, cunctorum creator, cunctorum susceptor, protector totius
universi et creator omnium visibiHum et invisibHium, qui
omnia ex too {v/j ovtoc els t6 eivat Verbo tuo et Spiritu tuo
sancto cooperante Tcapi^Yayes.’' Tu, Domine omnipotens in so
a B: 321, 11 . 1) B: 321, I4ff. oB: 321, 20. dB: 321,22.
eB: 321, 26. fB: 322,11 g B: 322, 6. h C: 322, eff.
4: Popuius : Amen] tehlt 10 PopulusJ Chorus, xmd. so immei. Oatergian
anderte naoli dam; 6 der griaoMsohen liiturgien. 13 Sacerdos^ feUt.
21 AEtov] dignuB.
1 Abweiohend von dem ’W’ortlant dieser Grufiformel in der gewohn- •
lichen Liturgie (Brightman Liturgies S. 435 Z. 7£).
Denkmaler altarmenischer Mefiliturgie. 2.
19
principio et ante creavisti universa. Praeter te, creantem
omnia et pulchre quadrantem arcliitectam existentium/ nemi-
nem alium scimus, qui inenarrabilia effecisti et terram super
aquas molles ponens firmavisti consilio tuo divino marisque
5 impetum terribilem (et) contumacem exigua arena frenayisti
et iram suam in se colligare inssisti,^ Rursus alterum firma-
mentum zonae cuiusdam instar involutum divine extendisti in
aeribus et illud caelum nominavisti. In quo et lucidorum,
solis et lunae, circuitum, diei noctisque terminnm, recto cursu
10 viam facere iussisti® et docuisti hominem temporum et tem-
pestatum mutationes ab Ms manifeste cognoscere. Quern
^ouv Xapcbv dTc6 tyj? secundum imaginem tuam creavisti,
regem et dominum omnium creaturarum constituisti,^ et con-
cessisti, ut pro conservatione praecepti semper viveret.® Et
15 ponens eum ev 7tapa8s(a({) tijc nt operaretur et custo-
diret, dixisti Hon propter loci defectum quasi complementi
ant praecautionis causa hoc imperavisti, Domine, quia omni
prosperitate tua plenus erat locus ille, sed facere iustitiam et
conservare praeceptum vere ante docuisti. Et nunc tMibus
20 Msce muneribus appropinquans (homo) statim immemorem
se praebuit sancti praecepti® seductus proprio arbitrio suo
aB:324, I5f. bB;324, 18.
1 Catergiaa weist zum V ergleiob. auf Gregor v. Nazianz Horn. XXXYIII 1 0
(= XLV 6. Migne P. G, XXXYI Sp. 322 bezw. 629) Hn, wo gleichfaEs
die vom gottlichen TS)[vt'CT)<; der Welt hervorgebrachte Is djrivTtov eiocppootEa
gerubmt wird.
2 Der Herausgeber dieser Zeitscbrift verweist atif die enge Berfibrung
dieser Stelle mit AK YII 34 § 3 (ed. Punk I S. 426 Z. 2lfF.); air/jv 81 ttjv
fl'dXaaroav ituis dv tis Ix^pdoeiev; Ip^stai [aev otito irsXd’fous p-aivopjlvr),
TcaXivSpopet 8e inh ij/dptfioo irpomaj^ xtoXuoiilvT).
» Catergian vergleicht aus Gregor r. Nazianz Horn. XSXU 8 (Migne
P. G. XXXYI Sp. 184): eo&ovIp.E'^a xal- irepwopsodiJt.e'^a.
•1 Catergian vergleicbt aus Gregor t. Xazianz Carm. 1. II Historioa sect.
IE Poem. YU v. 216f. (Migne P. G. XXXYH Sp. 1568): 0i»8k ykp S(
(jTUyio)'^ Tsu$e Pplrov, ^s &e6r-rjTOi/ Mdpropa xal p-eSloMta xaTo> xal eS^os
”AvaxTos und aus Horn. XXXYIH 11 (= XLY 7. Migne P. G. XXXYI
8p. 394 bezw. 632): paeiXsa ruiv ItcI i5)s.
» Ygl. B (324, 19— 27): ddavaaiav Cu>^s iv T:T)pi^(iei t«)V
IvToXuiv lira'fT’stXdp.evos. '
6 Catergian zieht zum Yergleioh Gregor v. Nazianz Horn. XXXYHE 12
(=. XLY 8. Migne P. G. XXXYI Sp. 324 bezw. 633): rijc iwl9ji irct-
XdSexo heran^
2 *
20
Perhat
Ubero ^ et ab inimico alloquente ipsum per serpentem. Moi’tis
et corruptibilitatis in aeternuna causana factum sibi et indig-
num factum paradise voluptatis (eum) reverti passus es elc
-ciiv •?]? Quamvis paulisper pro ira minans
admoneres,^ benefice, tamen propter bonitatem tuam in reg- 5
num tuum coeleste et inexhaustum (eum) avT^YaYs?.*’ Et quis
ergo poterit verbo loqui de abundantia ineffabilis tuae erga
nos benignitatis aut laudibus et canticis spiritualibus celebrare
divinitatem tuam, quam adorant® aYY^Xoi, dpj^dtYYsXoi, fipovot,
xupioTYjTee, apjai, e^ooaiai, Suvaftei?, quam xa j(epoupelp, attonita lo
laudant et susurrant xa oepacpeip. trementia." Quia cum atto-
nitu et tremore velabant facies suas duabus alis, territa splen-
dore ^ luminis potestatis tuae, et duabus alis Tolant cum multo
timore, laudationes constitutas cum clamore complent, theo-
logifi mystica et vocibus 0x0x07x060x01? ^ ad iuvicem voci- is
ferantur, simul cum nobis dicentia; Alta voce: triumphales
laudationes poSvxo, xexpoYoxo xol XeYovxo.®
Popultis: ‘'Ayio?, oYto?, oYio?, Domine virtutum, TuXi^ipT]? 6
o6pav6? xoi *?] Y^ 06^7]? oou/
Sacerdos: Sanctus, sanctus, oyio? et (b? dXvjOcb? xol ttovoy- 20
10? ® et magnificus, tu xol 6 (xovoyevt^? , oou Y16? xoi x6 rivsujjio’'
sanctitatis tuae, altissimus, omnipotens, nomen terribile, ado-
ratio salutaris, altitude admirabilis, magnitude immensa, lux
clarissima, sanctus magni nominis, perfectOr® magni consibi,
qui fecisti x6v dvfipojTxov ’ in incorruptibilitatem, glorificatus in 2s
a B: 325, 1. b C: 322, h. c B: 323, 11 -I 8 . d B: 823, 24.
eB: 323,27. fB: 323, 29f. gB:324,8f. • h. C: 324, 8f. iB;324,l4f.
18 uaw.] feblt. 23f. lux clarissima usw.] lux clarissima sanota, magnum
nomen perfeotor magni consilii.
1 NacL. Oatergian griecMsch: tij) a^xe^Duatep.
2 Der Herausgeber dieser JZeitsebrift verweist auf die nalie Beriihrung
mit der Liturgie des VIII Buohes der AK (Brightman a. a. 0. S. 17. Z. 1 1) :
^p6v<|) 6k TTpo; dXt^ov xoijx{<ja<;.
8 Catergian vergleicbt zu der folgenden Aufzalilung der Engelcbore
diejenige bei Gregor y. Nazianz Horn. XXVIII 31 (Migne P. G. XXXVI
Sp. 72).
4 Xacb Oatergian griechiscb:
5 Nacb Oatergian grieebiseb: xeXeioiroio^, was Gregor y. Nazianz yoiu
HI. Geiste gebrauebe wie oTQjxtoup'j'o; vom Sobne,
Denkmaler altarmenisclier Meiiliturgie. 2. 21
coelo et in^ terra, et pollicitus es incorruptibilitatem (te) ei
redditurum esse novissimis saeculis. Expellens eum propter
inoboedientiam ex too TuapaSeiaco “ voluptatis, denuo eum laben-
tem accepisti Bui oTrXayj^va eXeooc ooo’^ admbnens per legis
5 lationem legitimam; apparuisti hominibus invisibiliter plenus
gratiosae benignitatis; aucta maceria praevarioatiouis ‘ multi-
plicavisti bonitatem tuam perpetuam; viros electos secundum
tempora'"^ beneficio iustificavisti; leges tulisti ad veritatem in-
struentes; misisti ei? poi^&eiav;“ propbetas idoneos
10 fecisti ad accipiendum Spiritum sanctum, per quos ante prae-
dioavisti tt)v (jieXXoooav eaeadai aoixYjpiav^ mundi. "Oxe 81 ■^X{>ev
TO TrX'^poifjLa Tuiv xatpcBv® et omnis natura afflicta stimulo pec-
cati in terram absque dementia deciderat, quando nec leges
neque prophetae neque angeli neque alia creatura humanam
15 hanc coniunctionem valerent corruptione et mortis potentia
liberare, misisti Eilium tuum, ut creaturam visitans innoyaret.
Qui missus a te in mundum* remansit in te semper indis-
solubiHs et similiter Verbum expers principii essentia prin-
cipio carente propter salutem universi initium oeconomiae
20 sumpsit a sancta et Dei genitrice virgine Maria. Voluntarie
accipiens sibique unions camem ab ilia assumptam Verbum
caeleste homo factum est in omnibus nostri instar praeter
peccata, ut integre in omnibus peccantis corpus cum anima
et ratione in se sine commixtione recreans vivificaret. Sicut
25 enim primus Adam labens perfects et non dimidio alienates
erat a gratia divina, ita et secundus homo unites Verbo Dei
aB:324, 29f. Is B: 325, 281 cB: 325,18. dB: 325, 101
e B: 325, 191 ' ' '
14 neqae angeli nsw.] neque angelus neque aliae oreaturae.
" ^ Nach Catergian griechisch:
2 Nach. Catergian griechisch: xcuTh Bar Herausgeber dieser
Zeitschrift verweist auf die Parallele B (325, lit): xaff IxauTTjv xal
Ysveav.
2 ZxL der folgenden Partie vergleicht Catergian aus den Werken Gregory
V. Ifazimiz Horn. XSII 13, XXXH 5, XL 45, Ep. ad Oiedoaitutt I 3, U 4
(Migne P; G. XXXV Sp. 1145; XXXVI Sp. 180; 421 ; XXXVLET %. 171
bis 180; 197 — 202), indem er auf die tiboreinstinmiung hiuweist, die beziig-
licb der abgelebnten Irrtiimer, der Auffassungsweise und der Eeihenfolge des
Stoffes zwischen jeneu Stellen und diesem lifcurgiscben Text bostebe.
22
I’erhat
integre consedentem Patri se praebuit non specie, et cor-
pore suo omnia propter nos passus, nimirum famem, sitim,
mortem, resurrectionem, vitam et immortalitatem generi homi-
nnm donavit. Quia fregit violentiam inferni (et) cunctis cre-
dentibus et veritatem cognoscentibus arma procreavit ad 5
ilium impavide subiciendum dando invictum hoc sanctum
praesens mysterium. Nam ev t-q vuxtI voluit 6irep rij? too
x6o(aoo passiones ingredi, sumens divinis et immaculatis
manibus suis panem et frangens gratias agendo dixit:
Alta voce: Adpexe, fdyere ex hoc. Touxo p .00 eoxlv x6 o&(ia 10
x6 uTcep 6p,u)v xal 'luoXXuiv BiaSiBojjievov el? dcpeaiv dp-aprioiv.
Tooxo Ttoietxe el? xyjv e|XY|V dvd[jiv7]otv.®^
Fopulus: Amen.
‘ 01 X 01 ( 0 ?“* vinum sumens miscuit, benedMt ®i, gratias egit
eStoxev xot? electis aoxou [xaOtjxaT? eiTucov® 16
Adpexe TcCexe e| a6xoS Tcdvxe?. Tooxo (xoo eoxlv x6 atpa x6
x^? xaiv^? Sta&vixY]? x6 67x4p 6[ji(jliv xal txoXXwv ex)(uv6[xevov el?
dcpeoiv dpopxicov. Tooxo TToieixe ei? xvjv e{Ji'/]V dvdfxvTjOiv.*
Populus: Amen.
Sacerdos secreto: In hoc semper obsignavit praeceptum 20
suum divinum et immutabile, quod 6adxi? av eodlyjxe xov dpxov
xooTov xal x6 Ttox'/ipiov TOOXO %U~ffs. tI»v ep.6v davaxov xaxayYsX-
Xexe,® aipii o5 Sv IXHio.*' Mep7)[Jievoi o3v simus xal ijixet? xcov
otox7]pl(ov a6xoo ixa'&v)fxdx(ov, xoo Cwowoioo oxaopoo, xvj? xpnrjfxepi'oo
xacp'^?, x^? beatae dvaoxctoeto?, xij? divinae dvoBoo, xi]? ex Be^icov 25
aB:327, 25f. b B: 327, 26f. o b: 66. dB: 328,8.
e B: 328, llff. f b: 66. g B : 328, 20—23. li b: 67.
4 inferni (et)] + nobis. 13 Amen] + Sacerdos alta voce: 14 miscuit,
benedixit] benedixit, miscuit.
1 Griechiscla : 6|x6&povoc, wie nacli einer Bemerkung Oatergians Gregor
T. Nazianz Horn. VI (Migne P. G. XXXV Sp. 749) die Trinitat nennt.
2 Catergian hielt diese auf Luk. 22, 19 zuriickgehende V^^^kindung des
Auffcrages: Touto iroieTte eU t^v dvdp.vy)atv schon mit der Einsetzung
der Brotsgestalt fiir soMeolitMn unerkort in der Liturgie. Der Heraus-
geber dieser Zeitscbriffc weist darauf bin, daB der so merkwiirdige Zng
Tielmehr, was er fiir boobst beaobtenswert bait, in der Qxegorios-Liturgie
der Kopten (Renandot Liturg. or, colleetio I S. 30 bezw. 97 des Erankforter
Neudrucks) wiederkebrt.
Denfcmaler altarmenischer MeCliturgie. 2.
23
(SQo, Pater, xa 9 'e 8 pac,'‘ — alta voce: tpopepoS et evBo^ou Seotepoo
readventus.** In omnibus laudamus.
JPopulus: In omnibus
Propterea ergo in omnibus convenit gratias emittere benig-
s nitati tuae, qui delens cbirograpbum debctorum nostrorum,
ministros (nos) oonstituisti tabs tremendi et ineffabHis mysterii
et dignos fecisti nos, qui assistamus altari tuo sancto, 06 8ia
xai; Bixaioouva? 06 yap STCoiv^aajxsv ti dja&6v ini dXkd°
propter amorem tuum nobis unitum’ boo sacrificium tibi
10 offerri iussisti non ex sanguine animalium secundum vetus
(testamentum). Heque enim sanguis bircorum et taurorum
aut aborum ratione carentium gentes rationales bominum
valebat tyrannide inferni bberare, sed dixisti, ut tibi olferretur
typus sanguinis Unigeniti tui rationalis et caelestis,^
15 ipse etiam iussu date obsignavit.
Sacerdos: Et nunc procidentes rogamus te, Domine; trans-
mitte t 6 IIveDfid aoo dyiov ^ i<p ')](a 5? xai eicl id icpoxeljxeva
8(5pa TooTa® i®, ut tBv piev dpxov TooTov^sanctificans ostendat cor-
pus salutis Cbristi tui, 8e iron^piov xo3to« ^ sanguinem yeniae
20 peccatorum ostendat Cbristi tui — - signat jpanem et ealicem
(et) ter adorat^ — et Trdvxas xous ex xo5 4v6c apxoo xai
xo5 1X0X7] piou piexexovTai;’' indissolubibter uniat in amorem pro-
ximi, expellens a cogitationibus nostris onmes insidias inimioi,
a B: 328,27 — 329, 3 . Id b: 67. 0 B: 329, 16-19. a b: 67,
e B: 329, 29fif. (= C: 329, 17; b: 67). f B: 330, 3. g B: 330, 7.
h. B: 330, llff.
2 readventus] jSjj was aucli (« in, muiadtiixii) sich. aiifl5seii liefie.
14 typus] mit roter Tiute gesclariebeu. 15 obsignavit] + Dia(2omis: Deum adoremus.
1 was Catergian wegen seiner scliwereii Yexsitodlioiikeit loicht
fur riclitig gebalten hatte, wenn ihm niclit andere Belege zugebote gestanden
batten. Das Verbum sei ntoliob bier in dem Sinne von irntprimere^ im-
pressum esse gebraucbt, fiir den weitere Belege bei Catergian-Dashian
Die Liiwrgien hei den Armeniern 8. 230 Anmk. 36.
2 Oatergian vergleicbt aus Gregor v. Nazianz Carnx, L I Tbeologioa seot.1
Poem, dogmat. V v. 70f. (Migne P. G. XXXVII Sp. 429): EU Xo‘^i3(:^v ySpjf
STTStS^oixey ' te <p6fl'tv. > ; y ,
3 Oatergian bSlt diese Bubrik, die jedenfaUs keine bloi^e xe^aXoxXurta^
sondem einie vorsebe, fur sebr bedeutungsYoU.
24
Ferhat
et.ut perfectum templum sanctum in medio nostrum verse-
tur et in noTais habitet, ne boc manducare et bibere fiat nobis
eic xpipa ■?] etc xaTaxpt(j!.a,“ sed in salutem spirituum et cor-
porum et in veniam delictorum, ha eSptojjtev IXeov pexct xtuv
dw aitbvoc e6apeoT7jodvt«)v’’ die revelationis bisti indicii, Tcateptov, s
TtaTpidp^wv, diToaroXtov, TrpoipTjTcov,® (cum) martyribus, episcopis,
presbyteris, diaconis et cum universe clero ecclesiae tuae et
omnibus laicis, viris et mulieribus defunctis. Alta voce A
’E^aipextttC v7\c, %a')a‘i'\.ac., dxpavtou, uTrepeoXoYVjiJtevYjc SeaTtotVTjc
■fjfjitov fieoToxou xal dentap&evou Maplac ^ lo
Diacomts incensat et .
Bacerdos secreto: Memento, Domine, et miserere et benedic
nos memores cbororum sanctorum tuorum et cum illis dignos
fac domiciliis aeternis. jiVlv-^o&-/]xi, Kiipie,® et miserere et benedic
x5)v banc oblationem Txpooxofjiiadvxatv ^ et, pro quo oiSertur, et is
redde eis pro fragilibus locum incorruptibilem quietis, dvxl
xciuv eTuiyettov xd sTCoupdvia.^ Mvi^oOtjxi, Kdpie,’^ et miserere et
benedic xu)v xapixoipopoovxtov’ ecclesiae tuae sanctae, quique
eleomosynas in pauperes faciunt: auge in eos divitias regni
tui. Et inprimis accedentes rogamus te pro pace et confirma- 20
tione totius mundi et x^c dYia? oou IxxXvjolac, xepisTtor^oto
xw aijjtoxi^ ipsius Unigeniti tui. Indeficientem et inconcussam
banc concede cunctis in omnibus locis, sacerdotibus doctrinam
salubrem et conversationem non ridiculam, regibus sapientiam
ortbodoxam, ut populos tuos cum iustitia et dementia iudi- 25
cent, popubs oboedientiam cum timore Dei et docibtatem,
scbismaticis agnitionem rectae fidei, barbaris perceptionem
aB:330, 17f. bB:330, 21ff. ts b: 70. tl B: 330, 30— 331, 2.
eB: 332,15. fB:332, 16. gB: 332,26. h B: 332, 19. iB:332, I9f.
j B: 332, 7f, bezw, Ilf,
i Die folgenden hier dem Pries ter in den Mund gelegten Worte nnter-
breoLen liier den Znsammenhang des alten Gebetes. In der Tat werden sie
in der bei Catergian folgenden Liturgie (S. 210 Z. 23 ff. des vorletzten Jahr-
gargs dieser Zeitschrift) in erweiterter Gestalt dem Diakon vorbehalten.
Catergian halt sie indessen in der JBesclirankung auf die Mutter Gottes be-
reits fiir das 5, Jahrhundert fur denkbar; auch die armenisohe tlbersetzung
trage einen ziemlich altertumliclien Charakter.
Denkmaler altarmenisolier Mefiliturgie. 2
25
inansuetudinis,^ populis, qui in orthodoxia sunt, praescientiam^
et claritatem, aeribus bonam temperiem, frugibus abtindantiaxn,
infirmantibus ex yariis morbis celerem sanitatem, iis, qui in
dura servitute et in periculis mundi sunt, liberationem, iis, qui
5 in carceribus sunt, dimissionem, fidelibus firmitatem, infideli-
bus contritionem, virginibus temperantiam, matrimonio iunctis
curam domus simul cum modestia, in mari periclitantibua spem
salutis, quia omnia sensibilia et insensibilia, rationalia et irra-
tionalia praecepto tuo obtemperant. Esto, Dens noster, tote
10 TCctai xa 'ludvxa, viduis protector, orphanis pater, senibus susten-
taculum, iuvenibus admonitio, in maerore versantibus solatium,^
cibus esurientibus et fons sitientibus, tranquillitas nobis afflic-
tis, via errantibus, quia tu es via et veritas. Visita singulorum
necessitates et dignos nos fac, qui pueri pacis videamur et
15 baeredes vocis divinae et beatae vocationis eius, qui ait:
„Venite, benedicti mei, liaereditate accipite regnum a consti-
tutione mundi vobis paratum/^ Quo nos omiies digni simus
— alta voce: — per gratiam et amorem erga homines Do-
mini nostri et salvatoris nostri Jesu Ohristi, quocum etiam
20 tibi Patri simul cum vivificante et liberante Spiritu sancto
convenit gloria, potestas et honor nunc et semper et in
saecula saeculorum.
Fojpulus: Amen.
Et sit misericordia magni Dei et salvatoris nostri Jesu
25 Ohristi cum omnibus vobis.
Fopulus: Et cum spiritu tuo.
JDiacoms: Unanimiter adorando laudem et gloriam sursum
mittamus in excelsa sanctissimae Trinitati, populi fideles,
propter hanc, quae super hoc altari sancto (est), oblationem
■ 30 caelestem et ineffabilem, quam nobis in salutem Pater gloriae
pro sua misericordia donavit.
23 Fopulus; Amen] felilfc. 24f. Eb sit — voliis] auf dem Kande.
1 Nach Gatergian ein lokaler Notsohrei, dariu begriindet, dafi Pontus,
Klein-Axmenieu und andere benachbarte Provinzen sehr oft den Angriffen
der Barbaren ausgesetzt waren.
2 Nacb Gatergian griechiscb: •irpd 7 vto(it«.
2 Gatergian vergleicht aus Grregor v. Nazianz Hom. XL 18 (Migne
P. G. XXXVI Sp. 381): dduiAtuv ttjv wapafiiuaiav.
26
FerKat
Imploremus cum fide indubia^ ab amore^ erga bomines, ut
concedat pacem inconcussam ecclesiae suae et conservet (earn)
cum firmitate in laudem nominis sui et tribuat nobis, ut epis-
copus noster in longitudinem dierum cum sanctitate et iu-
stitia pascat populum suum, quern redemit pretioso san- 5
guine suo.
Et iterum pro spiritibus eorum, qui obdormierunt, depre-
cemur largitorem Spiritum sanctum, qui paracletus est om-
nium fidelium, ut concedat spiritibus eorum, qui obdormierunt,
sortem et portionem in splendidis tentoriis caelestibus, in ea, lo
quae sursum est, Jerusalem, et nos guatia misericordiae suae
vivificet omnipotens Dominus Deus noster.
Fo^ulus: Vivifica Domine.
Sacerdos secreto dicitF Innova nos, Deus noster, qui inno-
vator es creaturarum tuarum, propter praesentiam Verbi tui, is
Jesu Christi, salvatoris nostri, et per virtutem Spiritus sancti
totamque nostram naturam novo fermento involvens dispone
(et) fermenta (earn) boc sacro fermento^ ad vitam incorrup-
1 Catergian verglexclit Kyrillos v. Jerusalem Katech. myst, V 20 (Migne
P. G. XXXIII Sp. 1124): aveuSotdaTtp Tutaxeu
2 ft i/iiYi^iiia^pi7i_P-A'1[#^'i/,-v\mfiirOatergianzuleseiivorschlagt:^ tRupq.mufipt^
(ab amatore hominum Christo) oder ^
(a Oliristi erga homines amore), da diese dreigliedrige auvaTux'^ so an die
Trinitat gerichtet werde, dali an jede einzelne Person eine Bitte adres-
siert ist.
3 Catergian halt es fiir zweifellos, daii bereits Gregor v. Nyssa von
wesentlich diesem Gebet abhangig sei, wenn er in seinem A6701; xaT7]y^YjTtx6(;
37 (Migne P. G. XLV Sp. 93) folgende Betrachtung anstellt: OUTO) TOO
StaXuovTOc; ty]V cpuaiv Tf)|xa)V tt7tOYeoad|xevot TrdXtv dvayxaiov a>c xal xou govdyov-
Toc x6 StaXeXupievov I'Tce^erjftrijxev Tt ouv laxt touto; OuSev exepov \
IxsTvo TO 8 xou ts Oavarou xpeixTOV I8e[yj7j xat xyj^ xa-
TYjpcaxo. KaOaTTEp ydp [xtxpd C6|bT), xadox; cp'/jatv 6 ^A'n:6CTToXo<;, oXov to cpupapta
xpo^ eauT7]v auve$op.oiot, oStco!; to OavaTtail-ev uiro too 6soi5 gu)|i.a iv tco
TEptp yevO}xevov oXov irpoc eauxo [xstaTcoisi xal [xsTaTiJrigiv.
^ Catergian verweist auf den Gebrauch, den Gregor v. Nazianz von dem
BegritPe ;,neuer Sauerteig^^ mit bezug auf die Incarnation Ep. ad Cledonium I
(Migne P. G. XXXVII Sp. 185) gegen die Apollinaristen macht. Mit
Eecht betont er, daS der Ausdruck hier mit dem Gebrauch von gesauertem
Oder ungesauertem Brote als materia sacramenti niclits zu tun hat, wofiir er
sich auch auf den bekannten romischen Gebrauch von j^fermentum^^ zur Be-
zeichnung der titulos^^ geschickten Eucharistie . der Papstmesse be-
rufen kann.
Denkmaler altarmenisoher Mefiliturgie. 2.
27
tibilem donumque adoptionis in nobis immaculatum conserva,
benefice Domine, quam nec sanguinis neqiie carnis ant viri
voluntas genuit, sed Unigenitus tuus per aquam et Spiritum
sanctum novos filios (nos) secundum spiritum effecit. Pater
5 igitur Unigeniti unici ‘ — alia voce dicit sacerdos — concede
nobis etiam, ut voce fiduciali aperiamus os nostrum, appelle-
mus te et dicamus:
Indpiunt dicere: Pater noster, qui es in coelis, santi-
ficetur
0 Sacerdos: Quia tuum est regnum et potestas et gloria in
saecula. Pax ® cum omnibus.
Diaconus: Deum adoremus.
Populus: Coram te, Domine.
Diaconus: Attendamus.
5 Sacerdos elevat et dicit: Sancta sanctis convenimit.
Dopulus: Pater sanctus, Filius sanctus, Spiritus sanctus.
Laudatio Patri et Filio et Spiritui sancto nunc
Sacerdos: Laudamus adventuni tuum vivificantem et sanctum,
unigenite Fili Dei, Dominus noster et salvator, Jesu Christe,
13 Goram te, Doiuine] 4“ Sacerdos dicit sccreto: Corpus tiiuiia incorruptibile hoc
sit nobis in vitam et sanguis tuus in reraissionem peccatoruni. Pro felle, (j^uo te pota-
verunt pro nobis, auferatur a nobis fel inimici. Pro aceto, quod gusfcavisfci pro nobis,
infirmifcas nostra fortificetur; et pro sputis, quae accepisti pro nobis, accipiamus nos
immorfcalitatis rorein. Pro plaga aruntUnis, qua percussus es pro nobis, accipiamus
nos vitam per/ectamj et pro corona spinea, quum tibi imposuerunt pro nobis, aocipia-
mus nos coronam non marcescentem amoris tui; et pro eo, quod sindone involveris
pro nobis, per virtutem tuam muniamur; et pro eo, quod sepultus es in novo monu-
mento, accipiamus nos rursus novum aeterniiin, quod a te fuitj et pro resurrectione
tua a mortuis, nobis qiioque sit in vitam resurrectio et in sancto iudicio tuo stemus
coram te et gratias agendo glorificemus te cum Patre et Spiiitu sancto nunc
Alta voce: Per Christum Jesum Dominum nostrum, cum quo te Spiritum sanctum et
Pattern omnipotentem decet gloria, potestas et honor . ♦ . . . Es ist dies abgesehen
von der doxologisclien Klausel ein in den Handschrii’ten sehr oft unter dem Hamen
dos hi. Apostels Thomas iiberliefertes Lied, 16 Sacerdos : Benedictus
Pater sanctus; benedictus Pilius sanctus; benedictus Spiritus sanctus. Glorxficatio
Patri et Pilio et Spiritui sancto nunc et * . . ein Stuck der gewolmlichen Liturgie
(= Brightman Liturgies S. 44-8 Z. 6 — 12).
i Catergian verweist auf Gregor v. Nazianz Horn. XXV 16 (Migne
P. G, XXXV ,Sp*» 1221): Tiarepa tov izaripcc xal tcoXu qe tojv Trap’
Tjjxiv dXrj^eaxepov, on pidvcx;, I8taxp67u(cc qap xai au“^ tbc awpiaxa, xal
{ji,6vo<;, on qap auCnqta? * xal [xovon, |xovoqevonc 7 ap usw.
28
Peril at.
et imploramus : Quidquid volmitarie et involuntarie peccavimus,
indulge et dimitte nobis intercessione et gratia sancti corporis
tui et sanguinis tui. Quia Me est panis vivens de coelo de-
scendens, de quo dixisti: „Oaro mea est, quam ego dabo pro
mundi vita. Caro enim mea vere est cibus et sanguis meus 5
verus potus ; qui manducat meam carnem et bibit sanguinem
meum, habitabit in me et ego in illo, et sicut me misit Pater
vivens et ego vivens sum propter Patrem, et qui manducat
me, et ipse vivet propter me.“ Sane Me est panis vivens,
qui de coelo descendit, per quern habemus vitam. divinatn et 10
consortium naturae ‘ cum te, Domine noster et salvator noster
Jesu Ohriste. Per liunc placeat nobis voluntas miscricordiae
tuae, ut digne eo absque macula ad beneplacitum tuum effi-
ciamur et gaudeamus et laetemur die adventus tui, quo ex-
sultabunt omnes electi tui, cum regnum tuum tremendum a 15
coelo apparebit et reddes supermundanam salutem omnibus
desideratis tuis in vita tua fine carente et inenarrabili et
manifestabitur gloria nostra in te credentium, Ohriste Deus
noster, per sanctum corpus et sanguinem tuum. Tu enim
es Deus aeternus et rex potens et te decet gloria, potestas 20
et honor nunc et semper
Diaconus: Ohristus sacrificatur et distribuitur in medio
nostrum. Alleluia!
Sacerdos distribuit corpus saliitare et partem aliquam
delabi facit in calicem sanguinis dicens: Plenitude Spiritus 25
21 et Scicerdos alta voce: Sanctuiii corpus efc saiaguineixi Domini nostri
et salvatoiis Jesii Christi in sanctifeate gustemus, qui descendit et distribuitur in medio
nostri. Yifa est et resurreotio, remissio et indulgentia peccatorum, Psahnos dioite
Domino Deo nostro. Psalmos dicite coelesti regi nostro immortali, qui sedet super
currum clierubicum. Idem m^jsteriim est hlc atqiie (in litnrgia) sancti Athanasii
Sacerdos et diaconus et chorus: Christus sacrificatur Alleluia, wiederum
Stiicke der gewohnliolien Liturgie (= Briglxtman a. a. 0. S. 499 Z. 4—11 bezw.
Z. 27 ff.).
1 GriecHecli: das baufig von Gregor v. Nazianz gebranclite auixcpoia, wie
Catergian bemerkt, der zum Vergleicb ferner Horn. IV 52 (Migne P. G.
XXXV Sp. 577) beranzieht: xrje dvatjj.dxTOD Ouerta; UTTOxadatpo^v dt -^ixeTc
XptcrT(p xoivmvoujxsv.
29
Denkniiiler altarmeniscker MeJJliturgie. 2.
sancti Ante communioneni sacerdos dicat: Ouni fide gusto
corpus Ohristi vivificaiis et operans salutem in remissionem
peccatorum meorum, et accedens calici: Oum fi.de gusto sanc-
tum et purificantem sauguinem Cliristi in remissionem pecca-
torum meorum.
Et sacerdos distribuit its, qui cum eo sunt. Et delude, quando
distribuit, labiis madidis digitum manus dexterae attingit et signat
sensus sues, caput suum et pectus simm}
1 Spiritus sancti] + Dominus Deus principio carens et ineffabllis, xnagnna et
potensj Clemens efe misericors, benignus, benefaciensj patiens, iniuriae immemor, piissi-
inus et benefacienSj intercessione sanctae et immaculatae parentis tiiae et depreca-
tion e omnium sanctorum et propter magnum et terribile lioc mysterium, quod coram
te (positum est), tu clemens esfco spiritibus eorum, qui obdormierunt, in qiio(rum)
nomine hoc sacrificiiim olferimus. Tribue illis requiem et constitue et illumina eos cum
sanctis tuis in regno tuo coelorum. Et i)arentum meorum miserere et constitue (illos)
cum sanctis tuis in regno tuo. Et omnes hdeles tuos consexva et libera a laqueia dia-
bolicis; da eis semi^er cognoscere te et facere voluntatem tuam et timere et tremere
sanctissimum nomeii tuum. Et eccleaiam tuam firmam et inconcussam conserva
usque ad readventum tuum. Et qui se ipsos orationibus nostris commendaverunt,
imple desideria deprecationis in bonum iuxta voluntatem tuam. Et omnibus, qui
mala cogitant et loqiiuntur et faciunt in nos, des veniam iis et bona redde eis propter
effusionem sanguinis tui. Et servi tui qui, operam dant , ut bonum faciant, tu reddas
illis pro eo secundum misericordiam tuam magnain et largam. Et ego, piissime Do-
mine mi, multis peccatis a iuventute obrutus sto coram te (et) aiideo accedere terri-
bili liuic mysterio tuo. Ne aestimes mibi hoc in condeninafcionem, sed in sanctitatein
et in remissionem peccatorum meorum. Per boo concede mibi, Domine, pervenire
ad dona tua inelfabilia, quae pollicitus es eo, quod „qui manducat et bibit corpus et
sauguinem meum, babitabit in me efe ego in Efe illud rogaraus te, Domine,
ut hoc mysfcerium etiam sensus meos sanctos efe liberos faciat ab omni malo. Et
ego nesoio salutem animae naeae et voluntatem tuam, sed quidquid voluntas tua
est et animae meae saluti, id dona mibi omni tempore. Et ego indignus non sum
aptus ad laudandum te et glorifxcandum neque omnes oreaturae coelestes aut terresfcres
aptae sunt iuxta dignitatem tuam, sed sicnt decet magnifcudinem tuam, tibi (sit) honor
et laus in omnibus. Qui denomlnavisti nos secundum denominatiunem tXnigeniti tui
et illuminavisti baptismo spiritualis piscinae, dignos fac nos, qui sancta baec mysteria
suscipiamus in remissionem peccatorum.
1 Oatergian verbreitet sich sebr ausfiibrlicli iiber diese alte Hubrik,
welclie unter so vielen nur unserer Liturgie nocli bekannt ist. In den in
ihrem ersten Teile genannten „qui cum eo sunt^^ mocbte er nicbt nur Dia-
kone, sondern auch korizelebrierende Priester erblicken, obgleich er zugibt,
dali der Satz uns zu einer solclien Erklarung nicht gerade zwingt. per
zweite Teil der Rubrik bezielit sich auf eine sehr alte, im ganzen Orient
verbreitet gewesene Sitte, die bereits Kyrillos v. Jerusalem Katech. Mysi
V 22 (Migiie P G. XXXIII Sp. 1125) fast mit denselben- Wortea be^
schreibt, die unsere Rubrik gebraucht: Ixt §£ vot{ooc xok ydUoi
30
Ferhat
Diaconus: Et etiam cum fide
Sacerdos: Gratias agimus tibi, Domine Deus, Pater Do-
mini nostri Jesu Ohristi, qui dignos nos fecisti donis tuis coe-
lestibus, communione (scilicet) corporis et sanguinis Unigeniti
tui, Domini nostri et salvatoris Jesu Obristi. Imploro te, s
Domine, ne fiant baec nobis in condemnationem propter pec-
cata nostra, sed in puritatem cogitationum nostrorum et in
complementum omnium operum virtutis, ut purificantia baec
animam meam, spiritum et corpus meum praeparent, quo sint
templum babitationis Spiritus sancti, ad inveniendam miseri- lo
cordiam em tou ^o^epou in consortium sanctorum in
Cbristo Jesu Domino nostro, quocum te Patrem et Spiritum
sanctum decent gloria, potestas et honor nunc et semper
Pax omnibus.
Diaconus: Deum adoremus. is
Populus: Coram te Domine.
Sacerdos dicit lianc orationem in medio ecclesiae: Gratias
tibi agentes, Domine beufice, deprecamur, ut omni tempore
dignos (nos) facias cum confidentia cordis bac communione
usque ad terminum vitae nostrae consummationemque nostram 20
signes recta confessione, dando nobis finem cbristianum, ut
servatis in bac vita praeceptis tuis et in adventu tuo secundo
in gloria Patris et cum omnibus angebs rapiamur in nubibus
obviam tibi in aeribus cum omnibus sanctis tuis, stemus in
dexteris tuis et baeredes simus regni tui a constitutione 25
mundi sanctis tuis praeparati et gratias agendo glorificemus
a B: 343, 3f.
2 8acerdos\ feMt.
croo, xal xal ixsTtoitov xal tol Xoiiccn dyiaU alaflT)-
TTfjpta. Auoh Gregor v. Nazianz erwalmt dieselbe mehrfaoli, so Horn. I 3,
XVI 11, XLV 15 (Migne P. G. XXXV Sp. 948 £, XXXVI 8p. 644).
Anzuspielen soheint anf den alten Brauoli aucli noch eine Stelle eines in
der heutigen armeniscben Liturgie iinmittelbar vor der Kommunion steben-
den Gebetes (Brightman a. a. O.S. 451 Z. 10 14).
Denkmaler altarmenisolier MeCliturgie. 2.
31
Patrem et Filium et Spiritum sanctum nunc et semper et
in saecula
Sacerdos signat populum: Plenitude legis Et dimittuntur
in pace.
3 in saecula] + Sit nomen Domini benedictum ex hoc nunc et usque in saeculum!
4 Plenitude legis] + et prophetarum tu es Christe Deus noster, qui adimplevisti
Domini (!) paternam oeconomiam tuam. Adimple nos quoque Spiritu tuo sancto
Brightman a. a. 0. S. 466 Z. 2ff.).
Une lettre de Severe d’Antioche a la diaconesse
Anastasie.
Publiee et traduite par le
Prof. Marius Ohaine S. J.
Le texte copte de la lettre que nous publions, n’est pas Funique
•version existante de ce document. II s’en trouve egalement une autre
en syriaque, qui comme la premiere est demeuree inedite jusqu’a ce
jour.i La teneur de ces deux versions est la meme; leur contenu est
semWable; aucun detail de Tune qui ne se trouve dans Tautre; la
langue seule fait leur difference.
Pour apprecier son auttenticite, le fait de son attribution a Severe
d’Antioebe par ces deux versions^ est Tunique argument positif que
nous puissions apporter. Kien en dehors d’elles, ne nous fournit de
preuves peremptoires. Malgre la fragilite que ce fondement peut pa-
raitre avoir pour certains, le probleme d’exegese qui fait Fobjet de cette
lettre, on en conviendra, ne repugne pas an caractere de celui h qui
elle est attribuee. La question disputee qu’elle renferme, appartient
h son epoque et tout en elle milite en faveur de la vraisemblance de
Fattribution. Sans prejuger ce que des recherches subsequentes pour-
ront nous reveler h cet- 6gard, revoquer en doute des maintenant son
authenticite, nous semblerait tout a fait arbitraire.
Ce nouveau document apporte a la liste des oeuvres de Severe
d’Antioche, ne contient rien qui nous fasse mieux saisir la physionomie
ou la doctrine du celebre patriarche. La maniere didactique que nous
revele cette lettre a la diaconesse Anastasie, la methode lucide qui la
caracterise, nous etaient deja connues. D’autre part, en aucun pas-
sage, elle ne touche h ce qui passiona, par dessus tout, ce grand cory-
phee du monop hysisme. Nous n’y relevons aucune allusion aux dis-
putes sur le dogme fondamental, qui agiterent de son temps la chre-
tiente. Toutefois, si ce document ne vient pas jeter un nouveau jour,
qui nous permette de connaitre plus a fond que par le passe, le grand
1 Le texte syriaque de la pr^sente lettre, a 4t6 signal^ par Land, Anecdotd
syriaca, t.I, pp. 34—35. Elle est cit^e dans W right, Catalogue of the syriac manu-
scripts in the British Museum, t. II, p. 791. ms. 795, 12 a. -Elle d^bnte comme dans
le copte: Jl»l fAl
^ JLaKJii JLA:k:» jladaia.
Ohaine, Tine lettre de Severe d’A.ntioche a la diaconesse Aimstasie. 33
docteur de TEglise Jacobite, il n'en demexire pas meins interessant pour
nous, a raison du sujet qu’il traite. II est intimement lie a Tbistoire
d’un ouvrage celebre, le Protevangile de Jacques, qui tint une large
place dans la litterature apocrypbe des premiers siecles.
A propos d’une explication demandee par la diaconesse Anastasie,
sur le yerset 35 du cliapitre 23 de Teyangile de Saint Mattliieu, Se-
vere d’Antioche saisit Toccasion de faire une legon d’exegese liistorique
sur le personnage de Zacbarie dent il est parle en cet endroit. Ce
dernier martyr de Timpiete reprochee aux Juifs par Notre Seigneur,
faisait deja Tobjet de diverses identifications. Los avis etaient partages
entre les commentateurs de FEcriture. Trois personnages du nom de
Zacbarie, etaient proposes pour le representer. O’etaient: celui dent
il est parle an livre II des Paralipomenes, cliapitre 24, verset 20, qui
fut lapide, sous le roi Josias, in atrio Domini; le onzieme des douze
petits propbetes, enfin le pere de Jean Baptiste le precurseur. i
Saint Jerome, dans son commentaire sur Saint Mattliieu, les cite
tons trois, en examinant leurs titres; il se decide en favour du premier,
celui du livre des Paralipomenes. ^ Severe d’Antiocbe etiidiant a son
tour les trois memos personnages, opte jiour le dernier, Fepoiix d’Eli-
sabetb, pere de Jean Baptiste. 3
Cette opinion de Severe, etait la plus communement regue en
Orient. Outre le temoignage de Saint Gregoire de Nysse, apport6 par
Pauteur de la lettre a Anastasie, nous pouiTions ajouter celui d’Origtoe,
d’Epipbane de Cbypre, d’Eiistatbe d’Antioclie, d’Eutbyme, de Tb(§o-
pbylacte, de Saint Basile. ^ O’est celle qui a regu la consecration de
la tradition, en meritant d’etre inseree dans le Protevangile de Jac-
ques, et la vogue que cet ouvrage obtint en Orient diirant de longs
siecles, nous dit la popularite des recits qu’il renferme.
Get apocrypbe etait-il acbeve tel qii’il nous est parvenu, sous sa
forme actuelle, a Fepoque on ecrivait Severe? Nous ne pensons pas
que la presente lettre puisse nous fournir une reponse peremptoire k
ce sujet. Severe ne le cite point et n’y fait aucune allusion. Il y
avait cependant pour lui, une double raison d’en parler. Son opinion,
en effet, concernant le pere du precurseur s’y trouve confirmee, et les
1 Outre ces trois personnages, il en est un quatrieme qu’on a cit6 quelquefois ,•
c’est Zaoliarie fiis de Baruoli, dont il est parle dans Joseplie : De hello judaico, lY, S, d,
Celui qui est cit6 par le proph^te Isa'ie 8, 2, a souvent et4 identifie avec celui des
Paralipomenes.
2 S. Maftk Lib. d. Comment in cap. 2B.
3 Le onzieme des petits propli^tes n^'est propose par aucun exifeg^te, Jos^pUe
n’entre dans aucune discussion, le Talmud est d^un autre avis que Jos^phe. QtBan*
lied. fol. 96^ 2.
4 Cf. Origene, P. C. XHI, 1631. EpipUane de Ohypre, P. C. XDI, 350. Eusta-
the dAntioclie, P. C. XYIII, 776. Saint Gr6goix'e de Nysse, P. C. XL VI, 1136.
Oriens Christianus, Keue Serie UL
3
34
Ohalne
motifs, d’autre part, qu’il apporte pour expliquer le meurtre de Za-
charie, diffm^eut totalement de ceux allegues par Tapocryplie, Le Pro-
tevangile attribue ce meurtre h la disparitiou du fils d’Blisabetb, dont
le pere refuse de faire connaitre la retraite; Severe donne pour cause
les propbeties de Zacbarie sur le Sauyeur et la Yierge. ^
Le patriarcbe d’Antiocbe trouvait done, dans le Protevangile, une
confirmation pour une partie de sa these et une contradiction pour
hautre partie. L’une comme Tautre eut, ce semble, motive la citation
de Fapocryplie, Son argumentation, qui parait vouloir etre complete
en la matiere, Pexigeait. Saint J&'ome examinant la memo question
quo Severe, paiie expressement de recits apocryplies qu’il rejette: „Alii
Zachariam ^atrem Joannis intelligi vohint, ex quihusdam apocryjphorum
soynniis approbanteSj quod propterea occisus sitj quia salvatcris prae-
dicaverit adventum^K O’est une allusion a des recits analogues a celui
de la lettre a Anastasie, a ceux du Protevangile. Sevm'e n’en dit mot;
la raison de ce silence nous echappe. Nous ne pouvons qu’enregistrer
le fait, sans en pouvoir determiner la cause. Toutes les expli-
cations qu’on pourrait apporter sont possibles, y compris celle de
rignorance, dans I’hypothese de Tachevement du Protevangile h cette
epoque.
Oependant, si la date de Tachevement du Protevangile ne peut
etre eclairee par la lettre a Anastasie, au moins I’liistoire de sa com-
position en regoit quelque lumiere. L’exegese du patriarche d’Antioche,
adoptee par tons les auteurs que nous avons cites plus bant, nous offre
un specimen d’une des versions qui circul^rent jadis en Orient sur la
mort de Zacbarie, dont le recit constitua le dernier episode de Tapo-
crypbe de Jacques.
i Dans les diff4rents recits qne nous poss^dons de la mort de Zacliarie, les rai-
sons allegu6es pour expliquer ce meurtre ne sont pas uniformes. Orig^ne, P. G. XII 1,
1631, Eiistathe d’Antioclie, P. G. XYIII, 775, apportent les m^mes motifs que
S6v^re,
Selon le Protdvangile ce fut le refus oppose par Zacbarie de livrer son fils Jean.
De Synaxaire copto-abyssin suit ce dernier, il donne aussi une autre raison.
Zacbarie ayant conduit Jean au temple et Tayant plac4 4 I’endi’oife ou Tange lui
6tait apparu, ce m^me ange enleva Jean. Ce que voyant, H^rode fit mettre 4 mort
le pere. Nous ne poss^dons du Protevangile copte que quelques fragments de la fin.
C’est la meme redaction que celle du texte grec. Cf. Deipoldt, Zeiischrift fur die
NTestamentlicJie Wissenschaft^ 1905; fasc. 1. p. 106. P. Eobinson, Coptic apo-
cryphal Gospels. Texts and Studies, t. lY. fasc. 2. Cambridge, 1896.
Saint Eplpbane de Cbypre r apporte la legende suivante qui courait parmi les
gnostiques de son temps. Dans la vision qiTeut Zacbarie dans le temple, il aperqut
un bomme a tdte d’ane. Comme il voulait le dire, la vision le rendit muet. Ayant
recouviA la parole, il tenta dans la suite de le raconter et il fut tue. Of. P. G. XLI,
350—351. Adversus haereses, XXYL
Une lettre de Severe d’Antioche fi, la diaconesse Auastasie.
35
La date la plus tardive de I’apparitiou de ce dernier, est fixee
par certains liistoriens an V® siecle.* O’est la limite extreme, et il ne
pent s’agir, a pareille epoque, que de sa redaction definitive. Oomme
bien d’autres compositions de ce gem-e, cet ouvrage dut, en effet, subir
maints remaniements avant de revetir la forme sous laquelle il nous
est parvenu. Longtemps sans doute, ce roman religieux se propagea
en des recensions diverses et longtemps plusieui-s legendes, en parti-
culier, durent gtre prbposees toucbant sa finale et son denouement.
Le grand prStre Zacbarie occupant une place speciale dans le
Protevangile et y etant un des principaux acteurs, il convenait que
son bistoire ffit men6e jusqu’au terme, I’ensemble de I’apocryplie le
demandait. L’opinion de Sevme, partagee par les autres auteurs orion-
taux, offi'ait cette bistoire. Oe fut la cause de sa fortune et celle du
rejet de I’opinion do Saint Jerome.
Toutefois, I’expose de Severe, semble-t-il, ne satisfaisait pas h toutes
les exigences. Les raisons du meurtre de Zacbarie qu’il apportait, ne
repondait pas a tout ce que la curiosite populaire soubaitait savoir
sur I’ensemble de cet Episode. Jean Baptiste, le precurseur, devait
avoir son role b c6t6 de son pere. Zacbarie, d’apres Severe n’en avait
point parle. Hdrode I’avait fait mettre a mor± parce qu’il avait pro-
clam6 la puret§ de la Yierge Mbre et annoncd la royaute du Sauveur.
Aussi, ces assertions all6gu6es comme motifs de son execution, furent-
elles delaissees et une nouvelle source qui nous est inconnue fut mise
a contribution. Zacbarie, selon le Prot6vangile, refusa de faire con-
naitre la retraite de Jean Baptiste au roi persecuteur; ce fut pour
defendre son fils que le pere versa son sang.
Cette raison de la fin du grand pretre, dans I’apocrypbe de Jac-
ques, s’barmonise completement avec .le recit du massacre des enfants
de Betbleem, plac6 immediatement avant celui de la mort de Zacbarie.
De plus, satisfaction est donnfie a la curiosite, sur le sort de tons les
personnages de la narration et la note a la fois tragique et patbetique,
qui se mele a ce denouement, complete Fbistoire, qui comme nous le
disipns plus baut, est de la sorte conduite jusqu’au terme. Mais, no-
tons-le, cette explication n’est que pure conjecture de notre part et
nous ne la proposons que comme telle. Elle ne decoule pas necessau-e-
ment de la lettre de Severe d’Antiocbe; nous ne retenons de cette
derniere que I’opinion qu’elle veut propager conceimant Zacbarie, dans
la mesure ob I’a accept^e le Protbvangile. Cette opinion nous repre-
sents un des monuments de la tradition, ob I’apocrypbe est alle puiser,
et b ce titre elle est pr6cieuse pour I’bistoire.
1 Of. Henneoke, JSandbuch zu den NTestamenUieJien Apocryphen. Tuhingue,
1904, jpp. 48 -—S 2,
3 *
36
Chatne
Severe, neanmoins, ecxiTant a une personne qui marclie dans la
Toie de la pi6te et de I’ascfee, ne Tent pas se montrer simple historien.
II termine sa lettre par une exliortation morale tiree du passage de
I’Bcriture qu’il explique. Apres une longue aposti'oplie adressee an
martyr des Juifs, il conclut en excitant son lecteur li un redoublement
de cbarite yis a vis du procbain et de Dieu. O’est au fond ce qu’il
se proposait, comme il le dit au debut de sa lettre: „recueillir les
ricbesses contenues dans les Ecritures inspirees de Dieu“ et „en retirer
consolation et joie spn'ituelle.“
(Fol. 248 RO.) OmOIOOC OyEniCToAH HTe mTTATpiApXHCEeOYAB
oyoe niApXHRmcKonoc Rtp antioxia abba CEynpoc eqc^HTC
(pA oynApePNoc peoyAB xe ANACTAciA-fAiAKcoN eqppMHNFy-
IN N-tnApABoAH ETt>FN niEyArrpAlON BGBE ^)HETAniCa)THp
xoq bEN niEyArrEAioN xe giNA fTTEqi exenghmoy itxe CNoq s
NIBEH NGMHl ETAy^ONq EBoAglXFN TTlKAgl ICXEN nCNOqwABEA
niGMHl ^A nCNOq n(yHpi HBApAXiAC (j)HBTApE-
TENboGBEq oyTE niFp^Ei NEM niMANEpcycBOYo^i. JbEN oysi-
pHNH RTF (irf AMHN.
BniAR EpFMOCyi bEN (])Ma)lT NTE ’pMEGMHl ETB 'pACKYClC 10
TE NEM mXlNCONb UTE ’tMETMOYNAKOC TE EpMEABTAN bEN
NINOHMA FTffOClNTE NirpA(])H FGOYABHNiqi nTE ^•i'PpBQCDOY'f'
NFEboYM N'pMFTpAMAO i-EBoA TlbHTOY TTlgOOB OyONg EBOA
XE SITEN nXlNKODi- GAl ETFpE^'“+ MEl MMOC Ef NHl gO) HOY-
MET ATEM= (Fol. 243 Vo.) KAgFgHT Oyog FCOBf HmOI bEN Oy MEG- 10
MHl FGpiOyNOq bEN NINOHMA MnTTATlKON. GTApEAlT TAp NE
FinojA NtpFNT MnAipHf XE oy nETEqoYtBtp EoyoNgq nan bboA
NXE HEN^C IhIc HXC OyOg nFNNOyi- glTEN tnApABoAn ETEM-
MAY GAl ETAlMATGFOC niEyArrFAlCTHC Ep nECMEyi FinAipni’.
6 gBE 4>Al iigl NTOT bEN OyptOOYTq HgHT EOyCONg NEEBOA 20
HNHEfApBKOoi* HCOlOy.
EgBE ni:^HTHMA MFN BTE HlCAXl HE BTAniCflOTHp XOq NAg-
pEN NtlOyAAl XE glNA HTEqi EXENGHNOy NXE CNOq NIBEN
TJne lettre de Severe d’Antioolie k la diaoonesse Anastasie. 37
Axijoul d liui Biicore, ce resultat d’edification peut etre attaint, mais
pour ce qui est de son opinion concernant le pere du precurscur, elle
est actuelleinent abandonnee par la plupart des exegetes inodernes;
on s’accorde generalement a voir dans lo personnage de Zacharie citd
par Notre Seigneur, celrxi-la meme qn’y avait vu Saint Jerome.
^ Notre texte copte, manifestement tributairo d’un texte grec, est
1 edige dans une langue a la fois claire et coiTecte, II est tii*e du ms.
62 de la Bibliotb^que Vaticane, fob 243 — 252; I’exanaon paleograpliique
semble le faire remonter aux environs du X® siecle.
[Foi. 243 Ro] Autre epitre du saint patriarclie et archeveque
dAntioche, abba Severe, ecrite a une vierge venerable, Ana-
stasie la diaoonesse, pour expliquer I’assertion contenue dans
I’evangile qu’y prononce le Sauveur: ccAfin que retombe sur
5 vous, tout le sang innocent qui a ete repandu sur la terre,
depuis le sang dAbel le juste jusqu’au sang de Zacharie,
fils de Barachie, que vous avez tue entre le temple et
I’autel.a^ Dans la paix de Dieu; Ainsi soit-il.
Puisque marcher dans la voie de la verite, qui est I’ascese
10 et la vie monastique, e’est mediter les sublimes pensees des
saintes Ecriture inspirees par Dieu, en en recueillant les ri-
chesses; j’en conclue, manifestement, d’apres cette question,
que Dieu aime ^ me donner a moi-meme, en cela, la con-
solation [Foi. 248 Vo] et me preparer veritablement a me re-
15 jouir de pensees spirituelles. Tu m’as, en eifet, juge digne
d’etre interroge ainsi: que vent nous reveler Notre Seigneur
Jesus-Christ par cette assertion dont Matthieu I’evangeliste
nous rappelle ainsi le souvenir? Je m’appliquerai volontiers
a demontrer ce que tu cherches.
20 D’une part, a propos de la question touchant la parole
que le Sauveur adresse aux Juifs: „Afin que retombe sur vous.
^ Saint MattMeu 23, 35. Saint Luc. 11, 51.
38
Ohaine
tT0MHi ETAY^ONq HBoAgiTEN niKAgi icxBN ncNoq habeA nie-
MHl (yA nCNOq Fl2;AXAplAC n^wpi NBApAXlAC (|)HETApETeM-
boGBEq OyTE TriEp^El NEM OyTE niMAHEptyOOOYjyi NlCAb
HE^HriTHC EMI E(|)A1 KATA OYMH^ TTCMOT EOBE XE MnSNirpA-
(j)H NNiqi RTe oyogHEq EBoAbEN oyTAxpo. BniAH hen- s
cu)THp WAPAeoc nEqcKonoc nE egodoyI' 244 e<>.) EboyN
F{CNOq NIBEN FTGMHl ETAy^ONq EBOAglXEH HlKAgl bFN OY<5'lN-
XONC ICXE FTABeA OJAEbpvil EniFgOOY ETEMMAY ETAqSE 4>ai
nnuoyaai Rbwxq EqiNi Ri-ETiA Esa>OY nem NOYioi- kata
nAMEyi oyR oynEGNANEq he oyog oYAKCDAoYecoN re EGpE- 10
NEMt XE ETAqXE <])Al EGBE 2 ;aXApiAC niOyHB (})H ETAqX(j)E
niGEcnECJOc koannhc niTTpoapoMOC oyog nipEqf a)MC.
<|)Al ETAYlCTOpiN FiMOq glTEN OYnApAAOCJC RCCbHOYT
AN EY2s:C0 RMOC XE ETAybOGBEq OyTF niEp())El NEM niMAHEp-
ojCBOYtyi egbe xe AqFpnpo(j)HTEYiN mcooy bEN oytuNb eboA is
MAAAoN AE AqTAMCOOY AE OYpEqX<|)0 NOY’t TE MApiA 'Vnap-
GENOC EGOYAB oyog ON XE TTXC IHC TTETAY^S^Oq EBoA WbHTC
OYNi(y+ NNOY'I" RE oyog OYCcoTHp re oyog oYpEqxoYxo re
HRCMOT ROYpO OYOgRApXOJN oyog Rffc EXEN RIEGNOC Twpq
RTB NUOYAAI oyog ON XE RGOC 'fRapGENOC (Fol. 244 V“). EGOyAB 20
MApiA MENENCA GpECEpBOKl EBoAbEN OyRRA EGOYAB bPN
OYXtNEpBOKl RATEMl EpOC OyOg FIRE RlOyMB glTC EBOAbEN
RlEp{})El bSN RIMA BTAY^OpXq EBoA RNlRApGENOC ETOyTCOq
MRlEp(j)El NEM RlMARFpiyCOOYCyi g(OC EACiTlgAl. BriAH AqEMl
EpOC XE OYnApGENOC TE OyOg AqEpCYNXtOpiN NAG EGpECOgl 25
bEN RAIMA ROYCOT ElCaXlE(})MAETENinApGENOCTHpOYeOYNT
RbWTq KATA TOYCYNHGia. BgBE (|)Al po) ETAYAOC xe anhe-
TAY^oc X(D(y FiRoyxcDNT EgpHi EXfloq EYEpgo-f- bATgH RRioypo
ETOYXOYJyT EBoA baxcoq glTEN TEqRpo4)HTlA EGBE XE qGHU)
EAMONlEXCDOyOYOgfeXa) FXa)OYR(l)NagBEqR'tMEGB(UK. Oyog 30
1 0£ Origdne P. (?. XIII, 1631 A: Yenit ad nos guaedam traditio oralis,
TJne lettre de Severe d’Antioche Sr la diaconesse Anastasie.
39
tout le sang innocent qui a ete repandu sur la terre, depuis
le sang d’Abel le juste jusqu’au sang de Zacharie, fils de
Baracliie, que tous avez tue entre le temple et rautel“, les
ecrivains exeg^tes les entendent d’une foule de manieres,
5 parce que jamais les ecritures inspirees de Dieu n’ont ete
interpretees avec soin. Puisque la bonte de notre Sauveur
a pour but de recueilllir [Foi. 244 Roj tout le sang des justes
qui a ete repandu sur la terre par la violence, depuis Abel
jusqu’a ce jour, ou il adressa aux Juifs ces paroles portant
io accusation centre eux et leurs peres; a mon avis done, il
me parait bon et consequent, que nous reconnaissions qu’il
a dit cela du pretre Zacbarie, celui qui a engendre le pro-
pbete Jean, le precurseur et le baptiste.
Ceux qui ont ecrit son bistoire, d’apres une tradition
15 orale qui n’etait pas ecrite,^ rapportent qu’il fut tue entre
le temple et I’autel, a cause de ce qu’il avait propbetise
ouvertement aux juifs et surtout parce qu’il leur avait en-
seigne que Marie, la Vierge sainte, etait la mere de Dieu
et aussi que le Obrist Jesus qui etait ne d’elle etait un Dieu
20 grand, un sauveur, un bberateur a la maniere d’un roi, d’un
cbef, d’un souverain pour la race entiere des Juifs. La
Vierge, elle aussi, [^'oi. 244 Yo] Marie, la sainte, apres avoir
congu de I’Esprit Saint d’une conception incomprebensible
pour elle, le pretre ne I’eloigna pas dans le temple, bors du
25 lieu separe pour les vierges, qui se trouvait entre le temple-
et I’autel, a cause de son manage. Oomme il savait qu’elle
etait vierge, il lui permit de demeurer en ce lieu particulierj
je parle de I’endroit ou les vierges se reunissaient, selon leur
coutume. A cause de cela meme qui a ete dit, ceux dont
30 il a ete parle exbalerent leur colere centre lui. Ds redou-
taient le roi qu’ils attendaient selon sa propbetie: sparce
quasi sit ediquis locus in templo uli mrginibus guidem consistere licet et or are
Deumj etc.
40
Oliaine
NAi qxo) MMWOY Btoq on hse nico(|)OC Eben rriAnoc
rpHropioc ncoN MniNioji" baciAioc t>EN rriAoroc ETAqsoq Isen
nEgOOy FlMlCl MnENCODTWp EqXCD FiMOC RnAipH-f 2£E Ft^con
FiTTENEpCABOA MnETXH NAN E^pwi IE ApHOy Oy (S'ol- 245 R«)
ANAEKBON an he EepENl NlEeMHi* F2;AXAplAC (|)HETAyt'OeBEq 5
OyTE niEp^El NEM nmAHEpU)(OOy^l EyMETMFepE H0MAy
natgcoAeb Fin^. 21,AXApiAc oyN etemmay ne oyoyHEMMAy-
ATq AN aAAa ne oyoNTAq mmay nb FiniKEgMOT H+MErnpo-
4)HTHC ixOM AE NTE i'METTrpO<^HTHC CEgKOlO) FlMOC fc>EN NlEy-
ArrEAION XE OYAT(5pO EpOC TE. MtTINAY ETEnigMOT NTE 10
NAspu^opn HcoB+HNipcoMi RNAtpHf EcpTEMepoyMEyi Emx^o
FTE 'fnApeENOC XB oyAeNAsi* HE ECEprYMNA2,lN HNlAeNAS't
glTEN fcp^Hpi ETXOXEB nTB fAlfpHN EACOyETEB f MAIN EAX())0
FoyojHpi ^)Ai oynpoomioN he ftb t^^wpi ETACtpconi eboA-
ioEN fnApeENOC. m(j)pHi' EAp FeAiCABET ETACEpiiBAAO) ECOl 15
HATO)Hpi ETACBpMAy AN glTEN TXOM Rt^yClC aAAa niX(f)0
NTE m(pHpi ENCpANglTqFCA^lOyCDCpR^'V- TTAipH+’tKEMEXAe-
NAei" FTE NENNAKgl NfnApeENOC EiyAyTENgOy* (Fol. 246 V".)
Toy t>EN nxiNepENgi i-ETiA HCA TXOM R^i". Gniah oyN Ani-
X(j)0 FTE 't'ATiT'pHN EpglTgH RljlA+nApeENOC. <|)HETAqeEAHA 20
bEN GNEXlFTE TEqMAy bATgH RnANTEqi EBoA E^OyOOlNl bsN
nXlNQpEqCOOTEM I'tcHH NTE eHETACX<|)E NtNOy ETAC-
x(|)o RnmpoApOMoc nte niAoroc tote acbcoA fboA nxe Tsm-
TIMIA RniXApOiq ETAYEpOpi2;B RMOq H^AXApiAC glTFN HIAE-
EeAoC oyog NHETAqXOTOy THpOy NGOq 2,AXAplAC gANHpO- 25
^HTIA NEETAyXCOK EBoA MENENCflOq. <|)Al OyN ITB 'I'NOy
1 Depuis le debut de cette citation jusqu’d; la fin du folio 246 le
copte suit pas k pas le r^cit de Saint Gregoire Of. F. G, XLVI, 11360
k 1138 0: el bh pi) tcov Trpoxetpevwv oiiro^epopeOa, petaju
41
Une lettre de Severe d’Antioche a la diacoiiesso Anastasie.
qu’il a etabli de tenir et de placer sur eux le joug de la
servitude. » Et cela meme a ete dit par le sage dans les choses
de Dieu, Saint Gregoire frere du grand Basile, dans le dis-
cotirs qu’il prononga le jour de la nativite de notre Sauveur
5 s’exprimant ainsi: ccSi noiis ixe franchissons pas les limites
qui nous sont imposees,. peut-etre [Foi. 24s E'>] n’est-il pas ne-
cessaire de faire intervenir Zacbarie qui fut ttie entre le
temple et I’autel, en temoignage de la mere sans tacbe du
Seigneur. Oe Zacbarie done, non seulement etait pretre,
10 mais il avait encore la grace de prophetie et la vertu de
prophetie est proclamee dans I’evangile comme invincible.
En ce temps, la grace de Dieu devait commencer a preparer
les bommes de sorte qu’ils ne pussent pas penser que I’en-
fantement d’une Vierge etait incroyable. Bile exerga les
15 incredules an moyen du prodige attenue de la sterile I’em-
portant sur Fage, concevant un fils. Oe fut le prelude du
miracle qui advint pour la Vierge. De meme, en effet, qu’
Elisabeth avancee en age, se trouvant sans enfant, devint
mere, non par les forces de la nature, mais que la naissance
20 d’un fils, il nous faut I’attribuer a la volonte de Dieu, ainsi
I’autre chose incroyable de I’enfantement de la Vierge, pour
la croire, [Foi. 245 7 °] devons-nous en voir la cause, dans la
puissance de Dieu. L’enfantement de la sterile preceda done
celui de la Vierge .... celui qui exulta dans le sein de sa
25 mere avant de venir a la lumiere, en entendant la voix de
celle qui avait congu Dieu.^ Au moment on Elisabeth en-
fanta le precurseur du Verbe, alors tomba la peine du mu-
tisme prononcee centre Zacbarie par Tange et, tout ce qu
annonga Zacbarie comme prophetie, se realisa apres lui.
to5 vaoG xal xoG ,%<jta<TTY)p{oo <povEUi^EVTa Zay oux feaipov eU p.ap-
xupGv xije acp&opoo jj-rjxpcn itapaffTr]craa{)'ai. Ispeu^ oStoc 6 Za/otpia? 7)V....
2 Un memlDre de phrase semble avoir Ste orois ici ou bien la traduction
copte est defectueuse.
42
Chaine
BTOY^IMOOIT bAXOq glTEN HinNA HTB '|>lBTnpO<))HTHC XBglNA
tTTBqepBNCOyEN NHSTSHT. Oyog BTAqCOMC BniMyCTHpiON
BTOJOn t>BN 'tnApeBNOC NBM eMBTKATApOC NBM GMBTTAKO
MnBCX(j)o oyog RnBq(|)Bpa: gmay Rn(rc bboA MniBp(j)Bi hima
BTAY©A a)q RNinApGBNOC KATA TIINOMOC BqTAMO NNUOYAAl 2fB 5
nAYMKorroc TTre wBT^on (Fo 1 . 246 E“.) oyog TTOYpo Hi-KTHCic
THpC qoi Rffc BTKB(])YC1C RfMBGpCDMl Bq(j)a)N 2 MMOC KATA
nBTBgNAq HTTipHf BTBqOYAtpq RCBOl Bpoq AN glGBN GAl
aAAa gODC BOYONOJAOM FlMOq gCDC (Jc BCODNT RTB OyXlNACpO
RBBpl‘ l^BN GAl ON BTETBqXOM TB qOoAl AN Rf MBTRApGBNOC 10
RTOTC RGH ETACOJCORl MMAY- ^Al MnB2;AXApiAC <|)OpsC
BBoA BnXlDpOC RTB NlRApGENOC BT^BN niBp<|)BimMA BTBM-
MAY pq«)on oyTB niBp4)Fi nbm niMARBpiycooYiyi* Brian
OyN NAYCCDTEM RSE NUOYAAl XB glTBN OYOIKONOHIA By-
NAX<j)0 R^-KTHCIC glTBN Oyffl RX(})0 RptUMl OyOg Byppgof 15
XB RNOycpCDRl RBOIK ^ApATq ROypO AyENTOTOy PXBN (|)HB-
TAqBpHBTpB NCDOy FlRAlX^O BAyiyODT MRlOyHB BXBN RIMA-
RBpcpcDoyipt.
BqBB 2;AXApiAC AB RIBBoABbN RUB Fl(|)pO(j)HTHC RlgODB
BpcpAY AN BGpBNMEYl Ppoq BGBB (Fol. 246 V».) (pHBTXH NAN B^spui 20
BRIAH MROyiCTOpiN BGBHTq RCAyboGBEq aAAa XB BTAqOYO)-
TBB BBOABbN RAIBIOC KATA <|)MOY RKOINON ROyON NlBEN.
AmbAi Bbn RlXpONOC RTB RlMAlNOyf ROypO GEOAOCIOC
AyXlMl FlRBqCOOMA BGOyAB joBN TXtDpA NEyGEpOROAlC glTBN
oyffflopR bboA Bqoyox axnb gAi rtako Fi(|)pH+ xb BTAyGOHcq 25
RCAq. BgBB (^Al po) RlByKTHplON BTAyKOTq i^BN RBqpAN qoi
RCCDlT OyOg TAIHOyT NAgpFN NHETCINI TUpOy BAqOJCDRl
1 pour UBepi.
i Nombre d’auteurs ont mentionue ce Zacbarie, mais aucun d’eux no
Fa admie.
line lettre de Severe d’Antioche 4 la diaconesse Anasfasie.
43
Celui-la done est maintenant conduit par I’esprit de pro-
phetie, pour qu’il nous fasse connaitre ce qui est cache.
Sachant le mystere opere dans la Vierge ainsi quo sa con-
ception pure et sans tache, il n’ecarta point la mere du
5 Seigneur dans le temple, hors du lieu assigns aux vierges
selon la loi. II voulait enseigner aux Juifs que I’auteur de ce
qui existe [Foi. 246 Ro] et le roi de la nature entiere, est aussi
le souverain de la nature humaine, la transformant suivant
ses desirs, comme il le veut, n’etant pas Dieu a cause de
10 celle-la, mais bien parce qu’il a la puissance comme Dieu,
de creer par une nouvelle maniere de generation, dans la-
quelle son pouvoir est tel, qu’il n’enleve pas la yirginite a
celle qui devient mere, O’est pour cela que Zacharie n’e-
carta pas Marie du choeur des vierges situe dans le temple,
15 dont la place se trouvait entre le temple et I’autel. Lors
done, les Juifs sachant, suivant quelle economie s’engendre
la nature pour obtenir une progeniture humaine, craignant de
devenir esclaves sous un roi, leverent leurs mains contre celui
qui attestait une telle conception et tuerent le pretre sur I’autel.
20 A propos de Zacharie, celui d’entre les douze prophetes,
il est inutile de songer a lui [Foi. 246 V°] pour ce qui nous est
propose, ‘ De fait, il n’est point rapporte qu’il ait ete tue,
mais il passa de cette vie selon la mort commune a tous,
Ainsi an temps du roi Theodose, I’ami de Dieu, on trouva son
25 corps dans la ville d’E<le>utheropolis d’apres une revelation.
11 etait intact, sans corruption, comme s’il eut ete enseveli
d’hier. A cause de cela, I’oratoire erige en son nom, devint
celebre et illustre; il fut transforme en temple de Dieu.^
i Origene raisonne ainsi a ce sujet: Si ergo verum est verbwm Gliristij
guod dicit ad praesentes tunc phariseos et scrihas: Queyn vos oeddistis inter
templum et alt are, non est possibile ilium intelligi Zachariam, qui est ex duo-
decim unus. Of. P. (?. XIH, 16310.
44
Ohalne
HOYHp(|)Et JCF OyN 2£E ^OYCODMENOC AqXOq FAqcbB
OyiCTOplA N+eKKAHClA.
3 sANOY 0N AE AYMEYI 2£E BTA^E^^Ca)THp XE ^Al E0BE2;AXA-
piAC na)Hpi mcOAAE ipHETAytoeBEq glTEN lODClAC nOYpO
HioyAA nAiCAxi PAp qEpcyAY an aAAa NigeHoyi cogi MMoq. 5
^nOY^EMOY TAp MMAYATq EYi^CUTEB FINIOYHB NEM NinpO-
4)HTHC U^A FbpHl E2;AXApiAC (FoL 247 Eo.) BTEMMAY KATA(|)pH’t
ETFnCAXl RnSNCfJOTHp TAMO MMON E<|)A1 t>EN niBYArPEAlON
EeOYAB. MeNENCA KOCIAC PAp A^ANKEXCOOYNI epOYpO EXEN
NiiOYAAi oyos EAYtyconi FpEqq^AMO^E iaodAon oyog eobe ^ai 10
NAyOl tTXAXI he ENHETOl RBCDK M(j)+ EOyAl FBOA Nfc>HTOY PE
MANACCH ETEMMAY {1>AI ETAXOC EOBHTq XE AqBICl t>EN OY=
BACyOYP FimNlOjf t>EN NinpO<pHTHC THpOY HCAIAC. TTETCCyE
AE FpON PE MENFNCA NAl EEMl EnAlKEOyAl XE ^HETAY^^^OeBEq
glTEN [l]a)ClAC EYMOYi" tpoq an XE ^AXAplAClCXEAgANOYON IS
OYODTFB MOEqpAN ENlXa)M OyOg glTEN OYKOyAl NXlNCpCoAg
AycbE I^AXApiAC ECpMA PA^ApiAC. AAAa glTFN NAl THpOy
Ca)E NAN EepENFMl XE EpE ^HETAyi^Oq EBOA glTEN PlCCDTHp
NHOy EXEN 4)10)T mCDANNHC nipEq'j'CDMC KATAlppH’tETAqXOC
PXE PEGOYAB PpHPOpiOC CAnipOBl XE OyANAPKEON PE EepF- 20
NlNl (Fol. 247 V°.) E0MH't‘ N^AXApiAC (pHETAyboeBEq OyTE
niEp(j)El NEM PlMAPEpajODOyipi EYMETME0pE NOMAy PAT0a)-
AeB MPff'c.
AAAa MApENKOTTEN FXEN PlCAXl ETXH NAN E^pHl E0BE
(j)HE0OYAB ^AXAplAC PlOyHB NTF FT^OCl 4)HETAYt»O0BEq 25
OyTE PlEp^El NEM PlMAHEptyCDOyajl oyog PTENOyONgq NCOTEN
EBoAbEN oyTAXpO XE Peoq PETEpEPENCOOTHp NAPAeoC CAXl
1 Of. Sozomene: Ilistoria ecdesiasHca lib. IX, cap. XVII, de inven^^
Hone ZacJiariae propJietae et StepJiani protomartyris. P. Gr, LXVII, 1628 C.
2 Parali^Doni. 24, 20 — 22. C’est ropinion de Saint Jerome.
3 O’est une des traditions les plus regues sur la mort dJsaie. Cf.
S. Jerome in Isaiani, P. Ij. XXIV^, 546 — 548. Xi’apocryplie de TAs-
TTne lettre de Severe d’Antioche k la diaconesse Anastasie.
46
C’est ce que rapporte Sozomene qui a ecrit une liistoire de
I’Eglise.^
Certains ont estime que le Sauveur avait prononce ces
paroles a propos de Zacharie le fils de Joiadas tiie par Jo-
r> sias roi de Juda.^ Mais cette assertion est vaine, les faits
la reponssent. II ne se trouve pas, en effet, que lui seul
qui ait ete tue d’entre les pretres et les prophetes jusqu’a
ce Zacharie, [Foi. 247 Eo] selon la parole que notre Sauveur
nous enseigne a ce sujet dans le saint evangile. Apres Jo-
10 sias, d’autres regnerent sur les Juifs et, s’etant faits idolatres,
a cause de cela, etaient devenus ennemis des serviteurs de
Dieu. 11 en est un parmi eux, Manasses, celui dont on rap-
porte a son sujet, qu’il fit perir avec une scie le plus grand
d’entre les proplietes, Isaie.® II nous faut, apr^s cela, savoir
15 aussi que celui qui fut tue par Josias ne s’appelait pas Za-
charie. Certains ont modifie son nom dans les livres et, au
moyen d’une petite amputation, ils ont ecrit Zacharie au
lieu de Azarie.* Ainsi d’apres tout cela, il nous faut savoir
que ce que dit le Sauveur s’adapte au pere de Jean Bap-
20 tiste comme I’a dit plus haut saint Gregoire. cdl est neces-
saire de faire intervenir [Pol. 247 v®] Zacharie qui fut tue entre
le temple et I’autel, en temoignage de la purete de la mere
de Dieu.))*^
Mais, revenons aux paroles qui nous sont proposees tou-
25 chant Saint Zacharie le pretre du Dieu tres haut, celui qui
fut tue entre le temple et I’autel, afin que nous vous mon-
trions clairement que c’est de lui que notre bon Sauveur
cension d’Isaie dit qu’il fut scie avec une scie de bois. Selon Tertullien, il
aui’ait ete la.pide. -
4 Le texte des Septante porte en effet ACapiai-
5 Yoir plus haut fol. 244 V“, in fine. Il existe dans les a3uvrcs de
Cyrille un sermon intitule A antTiropomm-pkitas qui offre grande
ressemblance avec celui de St. GrOgoire dont il est-parle ic. Cf. P. (?•
LXXVI, 1124.
46
Ohalne
EOBHTq tsPN TTlEYAPrpAlON. BTAqCODTFM OyN TTXF HptOTHC
ninapANOMOCFTCOq FTFMMAY BNinpO^HTlA FTAqXOTOY fc>PN
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Tine lettre de Sfivfere d’Antioclie 4 la diaconesse Anastasie.
47
parle dans I’evangile. Lors done qne Timpie efc impnr He-
rode eut entendu les proplieties que ce Saint Zacharie pro-
clamait ouvertement, ati sujet de notre Seigneur Jesus-Clirist,
a savoir qu'il etait le roi des rois, le Seigneur des Sei-
5 gneurSj^ celui qui devait nous delivrer de notre servitude au
milieu de la corruption et nous rendre dignes de son roy-
aume, qui est dans les cieux^ et, si nous croyons en lui, qu’
il est le Dieu veritable, qu’il nous ressuscitera au jour du
grand jugement [iB"oL 248 Ro] ou il se manifestera dans son se-
10 cond avenement et oil il donnera a ceux qui I’auront con-
fosse la vie eternelle du royaume des cieux et, a ceux qui
Tauront renie, un heritage de souffrances impossibles a de-
nombrer jusque dans I’eternite;® alors, cet homme feroce
envoya des emissaires au temple aupres du venerable Za-
15 charie, afin de connaitre surement les propheties qu’il avait
annoncees et pour I’informer de ’ ce qu’Herode avait dit de
lui et des chatiments qu’il avait decide de lui infliger dans
I’exasperation de sa colere. Ils lui parlerent ainsi avec
une grande irritation: Void ce qu’a dit le roi, saclie
20 certainement que ton sang est entre mes mains, quil
m’appartient d’exercer mon pouvoir comme un roi, sans que
personne piiisse m’en empecher. Et beaucoup d autres clioses
encore lui furent dites, avec des menaces de mort, [J'oL 248
Oes choses, je ne puis les rapporter toutes, ce serait parler
25 trop longtemps. Or, lorsque le bienbeureux Zacharie, le
prdre du Dieu fidde, eut entendu ces choses de la part des
emissaires du roi, il fut alors rempli du Saint Esprit et se
mit a parler avec la plus grande franchise comme un vrai
prophde de Dieu. Il dit aux emissaires: Voici ce qu’il faut
30 repondre au roi: Je suis un serviteur du Seigneur, Dieu tout
1 Peuteronome 10, 17. I Tiniothee 6, 15. Apocalypse 19, 16.
2 I Colossiens 13, 14.
3 St. Matthieu 24, 29—51; 25, 31—46.
48
Ohatne
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MATAl Enoypo ^NH THpoy ETAlXOTOy NOITEN HAAiN AXOC NAq
1 Ces paroles se trouveut presque textuellement dans le commen-
taire sur FHexameron de Saint Eustathe d’Antioche: Testis sum Dei: tu
nmm sanguinem, at s])iritum meum Deus possideat, fac ut hihet, etc. Of.
P. (?. XVIII, 775 B.
Tine lettre de Severe d’Antioohe &, la diaconesse Anastasie.
49
puissant; je le sers dans son temple saint, j’ai le pouvoir de
dire ce qui plait ^ ma langue. Mon sang est entre tes
mains, en tant que roi, si tu veux le repandre inutilement;
mais mon ame est entre les mains de Dieu, celui qui don-
5 nera a chacun selon ses oeuvres.’ J’espere avec une grande
confiance, qu’il me recevra dans ses saints tabernacles et que
je me reposerai dans son royaume qui durera eternellement.
[Foi. 249 Ro] Pour toi, 0 impie et mediant, celui dont tu desires
la mort est le roi et le Seigneur, le Sauveur Dieu d’Israel.
10 Sache done et tiens pour certain qu’il est le Dieu fait homme.
II donnera, en effet, la lumide a Israel et le repentir a
toutes les nations pour qu’elles croient en lui. Et nous, en-
semble avec les prophdes qui nous ont precedes, nous
croyons qu’il est le Seigneur des Seigneurs et le roi des rois.^
15 II fera disparaitre le souvenir des idoles et nous servirons
son nom perpetuellement dans Israel avec toutes les nations,
jusque dans les siecles des siecles. O’est lui qui par la gran-
deur de sa bonte, a incline les cieux et est descendu.® II a
pris ebair de la Vierge sainte, Maine, a cause de nous bom-
20 mes;* a cause de nous, il s’est abaisse dans I’bumiliation,®
non de cette maniere absolue, de sorte qu’il supportat que
I’oeuvre de ses mains le persecutat, non, point cela, mais il
a fallu que de sa propre volonte, il goutat a la mort pour
la race entiere des bommes et a la mort de la croix. [Pol. 249 Vo]
25 0 prodige incomprebensible et inenarrable! Celui qui a cree le
ciel et la terre et tout ce qu’ils renferment, a supporte que
I’oeuvre de ses mains, a savoir Herode, le persecutat. A
cause de la grandeur de sa misericorde, il a accepts tout
cela pour le genre bumain. Et maintenant, aUez, annoncez au
80 roi tout ce que je vous ai dit. Dites lui: Pour toi, voioi que
2 Deutfironome 10, 17; I TimothSe 6, 15; Apocalypse 19, 16.
3 Psaiime 17, 10.
^ Symbols de Saint Athanase. •’ Pbilippiens 2, 8.
Omens Christianos. Keue Serie IlL
4
50
Ohaine
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eboyN EniMA ceoyAB. (FoI. 250 v®.) AyxiMi RncqcNoq BqdHC 25
R(^pHd' HoynBTpA nBqccDMA ae RnEqNAy cpoq <|)+ MAyATq
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i>EN OyArOONIA NBM OyTOOMT OyOg AOyCOBpTEp AMONl RM0)0Y 30
i Comme on le verra plus bas, on ne trouva pas le corps de Za-
oliarie, on ne vit q[ue des traces de sang coagule sur le pave, on ne s’ ex-
61
Tine lettre de Severe d’Antioche a la diaoonesso Anastasie.
deja vient sur toi un grand sifflement et un chatiment ter-
rible de la part du Cbrist que tu persecutes. II te frappera
et il t’enlevera de la face de la terre avec toutes tes abo-
minables superstitions et ton souvenir ne subsistera plus a
5 tout jamais. Voici que s’accomplira bieiitot sur toi, ce que le
Saint Esprit m’a revele a ton sujet.
Les eniissaires s’en etant alias, raconterent an roi Herode
tout ce que le bienbeureux Zacharie leur avait dit de lui.
Apres les avoir entendus, [Foi. 230 Ro] Timpie Herode, le fe-
10 roce, fut transporte d’une impuissante colere. Sur le champ,
il envoya un chef de troupes avec des soldats et il fit cou-
per la tete du bienheureux Zacharie, le pretre du Seigneur,
le pure du saint precurseur et baptists Jean. ‘ O’etait pen-
dant la nuit, le huit du mois de Thoout, entre le temple et
15 Tautel.^ Ni les pretres ni les enfants d’Israel, ne surent a
quel moment de la nuit son sang fut verse.
Or, quand arriva I’heure de Tadoration des pretres, Za-
charie ne marqua pas pour eux Taction de graces. Ceux-ci
ne trouvant pas le bienheureux Zacharie, selon la coutume
20 legale; comme c’etait Theure de la priere, demeurerent en
Tattendant et ils ne le trouverent point pour accomplir les
pricmes de Toffrande, afin de rendre graces au Seigneur Dieu.
Apres avoir passe qnelque temps debouts, attendant le vene-
rable Zachai’ie, le grand pretre beni, celiu-ci ne venant pas, un
25 des pretres s’enhardit a penetrer dans le lieu saint. [JAI. 250 vq
Le sang de Zacharie fut trouve coagule comine une pierre,
son corps demeura invisible. Lieu seul conn ait ce qui lui
a ete reserve selon les jugements de sa justice insondable,
A cet instant, le voile du temple se dechira par le milieu,
30 du hant en bas.® Eemplis de orainte et d’anxiete, saisis de
plique done -pas comment notre auteur peut savoir que Zacharie eut la tSte
tranchee. 2 O’est la date donnle par le syuaxaire de I’^glise
copto-abyssiiie. 3 St. Matthieu 27^ 5L
62
Ohaine
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piAC niApXHEpEYC ETENgOT HTE (jli". A'^AHXOC TAp EpOK
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KCMApOlOYT RgOYO a>niRpO(j)HTHC 0Y06 niApXHEpEYC OYOg 20
RlMApTYpOC EYCOR XE AKEpREMRcyA EOpE RlKAAT0CETAq4>lpl
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NOYB EqTOYBHOYT EOBE ^Al AKEpRERCpA MRAl NIO)"!" RTAtO
pour UBAnTHGTHC.
Une lettre de Severe d’Autioolie u. la diacouesse Auastasie,
53
terreur, a cause des prodiges et des nombreux miracles qui
survinrent a propos de Saint Zacharie, les pretres sortirent,
convoquerent tout le peuple au son de la trompette, puis
ils I’informerent en disant: On a tue Zacharie, le fidele pon-
5 tife du Seigneur, le grand pretre, le saint prophete heni qui
nous a instruits et eleves dans tons les preceptes saints et
agreables a Dieu. Et lorsque tout le peuple I’eut appris, il
pleura le venerable Zacharie pendant trois jours et trois
nuits. ^
10 Quelle langue de chair ])ourra dire [Foi. 25i E®! les biens
celestes qu’a obtenus le venerable Zacharie, le pontife fid^e
de Dieu? Si je dis de toi, en effet, que tu es un prophete,
en verite, tu es plus qu’un prophete. Tous les prophetes,
effectivement, ont annonce la venue du Christ, mais toi, tu as
15 manifesto ouvertement, que celui que la Vierge sainte, Marie,
a porte en son sein virginal et qu’elle a enfante, que celui-la
est vraiment Dieu. Bienheureux es-tu, pretre saint du Sei-
gneur, tu as ete irreprochable dans le ininistere de ton sa-
cerdoce sans tache, accompli selon les preceptes du Seigneur.
20 Beni sois-tu encore plus, 6 prophete et pontife et martyr a
la fois, de ce que tu as ete juge digne que le raineau sorti
de toi,^ durant ta vieillesse, devint le precurseur et le bap-
tiseur du fils du Dieu vivant, le roi des rois, celui qui ote
les p echos du monde.® [FoL25iv°J Bienheureux es-tu, 6 Za-
25 charie, pontife fidMe de Dieu, de ce que tu as conserve -
I’image et la ressemblance que Dieu t’avait donnees, ex-
emptes de toute tache du vieil homme. Ton ame, tu I’as
gardee sainte et ton corps est reste immacule, comme Tor
pur. O’est pourquoi tu as ete juge digne de ce grand hon-
1 Nous avons ioi depuis le folio 248 V''', le recit amplifie du Protevan-
gile, mais la cause du meurtre de Zacharie apportee par Tapocryphe, n’est
pas celle donxi6e par Severe,
2 Of. Nombres 24, 17,
3 St. Jean 1, 29.
54
Ohaine
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i 70 Y(ri(yu)a)oy n AOM oyNK EboyN End'c nte floioy NCHoy niben
(Fol.252 Vo.) NEM gANCnAAXNON MMET^ENgHT EboyN ENEN^+Hp
MMeAoC glNA NTENCpXEMXOM gODN ECMOy bpN OyKEMKEM
NEM oyxopoc. TTikemkem ae tte +MOY RTE nimeAoc nte
nicoDMA nixopoc ae ns ngaiTrr nniapeth etoi wgycoc nem 25
NOyFpHOy EpEOyi XOXBB an Eeoyi KATA+pHf ETAqXOC FfXF
niAnocToAoc EeoyAB xe nioyAi nioyAi mmon qNAiJiRnEqBEXE
KATA nEqblCl MMIN MMOq oyog on qAl bA NlBApOC HTE
NETENEpHOy rrAipH+ TETENNAXEK HINOMOC NTE EBOA
OMOKJDC AE ON XB TTACDNb TTE HXC OyOg NAMOy OygHOy 30
NHl NE.
Une lettre de Severe d’Antioclie a la diaoonesse A.nastasie.
55
neur indicible, que ton corps fut transporte, la ou Dieu I’a
voulu. selon tes merites, ainsi que I’a dit notre Seigneur
Jesus Ohrist lui-m&ne: «La ou je suis, que les miens soient
aussi avec moi.»^ Puisque done, tu as ete le pontife de Dieu
5 Bur la terre, il te fait demeurer avec lui dans le royaume
des cieux.
Que dirai-je, 6 mes freres et mes bien aimes dans le
Seigneur, quelle excuse apporterons-nous dans ce jour de
terreur et de crainte, quand nous verrons tons les saints
10 [Foi. 252 E"] qui satisfirent Dieu, couronnes a cause de leurs
propres vertus et surtout a cause de leur charite inebran-
lable, sans fraude, sans bypocrisie, sans rien d’humain ni
vaine gioire." Nous, an contraire, nous nous excitons a cause
des offenses que nous nous faisons mutuellenient, des injures
15 des scandales, des mensonges, de ceux qiii sent calomniateiirs,
detracteurs insupp or tables, rancuniers, blessant reciproque-
ment nos sentiments de coups de dard inguerissables a cause
d’affaires tout a fait mesquines de cette vie passagere et
veritablement baissable. Mais, etablissons pour nous un prin-
20 cipe et, des maintenant, plagons toute notre soUicitude dans
I’obtention d’un ardent desir indefectible pour le Seigneur de
la gioire eternelle [foi. 252 v<>] avec des sentiments de bonte
envers notre proebain, afin que nous puissons nous aussi
benir Dieu avec la lyre et le ebant.® La lyre est la mort
25 des membres du corps, le ebant est I’union des vertus qui
sont egales entre elles. Tune n’etant pas inferieure a I’autre,
comme le dit le Saint Apotre: (cObacun de nous recevra sa
recompense selon son travail partioulier.s ' Et encore: cePor-
tez les fardeaux les uns des autres et vous accomplirez
30 ainsi la loi du Obrist.»® Pareillement aussi; «Ma vie est le
Christ et ma mort m’est un gain.® ®
f St. Jean 17,24. 2 ICorintliiens 13,4. s Psaume 150,4.
4 I GorintMens 3, 8. s Galates 6,2. ePhilippieus 1,21.
56
Chaine
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ApinpECBEyiN BgpHl EXCDN NAgpEN nXC ^HEXAKMENpiXq Oyog
AKOJCOTTl bAXOXq goncoc NXEqEpgMOX NAN MnXCD eboA NXE
NFNNOBl oyog NXENOJAOJNl EOyWAl NEM OYTTAppHClA NAgpEN
TTIBHMA.
Index des mots grecs.
dYa^6<;, 43v, 47v, 49, 51.
dYairyj, 52.
d'/YeXo;, 4 Ba\
ayioc, 44v.
d^oDvia, 50v.
dx6Xoo9oc, 44r.
dXT]{^u);, 52.
dXXd, 47, 49; 50, 52.
AU6\l = d|XEXei, 46 V,
AWAPKeOKl === dva7xaTov, 45, 47.
Awexecee = dvlxe^aai, 49.
aTcXuit;, 49, 52.
dTtoXoYta, 51v,
diroatoXoi;, 52 v.
AHTAH == drcEiXi], 48, 49v.
dpeiYj, 52, 52 Y.
apxq, 52.
dp7^teirtcrx07r0(;, 43,
dp^ispeu;, 50, 51, 52.
dp^tov, 44.
daepVj;, 49.
ACKTCIG = dcrx7]at; 43.
djTi:acr|x6c, 50.
da<pdXw<;, 48.
paTTTlJTTQC, 50, 5t.
pdpo;, 52v,
pYjfxa, 52 Y.
Pioc, 46 y, 52.
Yap, 51
Yevo<;, 49.
Ypatpi^, 43.
rTUI4A^;ilJI = Y^P^'^aCetv, 45.
AiAKa>lNl *= oidxovoc, 43.
ATUKDPrOG =- ST^ixioupY^*;, 45 V.
lOvo;, 44, 49.
IxxXiQata, 46 y.
IvtoXt), 50y.
eSrjYTQTT^;, 43 y.
Ecoucria, 48 y.
eniAH == eTcetS^, 43, 44 y, 45v, 46y,
31 Y.
iTriCTToXT^, 43,
eniTiuiA =- iTctOupiia, 45.
GpUHUeTIU = £p|xev£ueiv, 43.
eTiA = akia, 43 Y, 45 y.
euaYyeXtov, 43y, 45, 47.
EuaYYsXtaTT];, 43 y.
euxTyjptov, 46 y.
6XUAACOGIA == al^^fxaXwfffa, 47v.
t^TYjfxa, 43 y.
Une lettre de Severe d’Antioclie ii la diaconesse Auaatasie.
57
Pour toi, 6 saint Zacharie pontife fidele, confesseur et
martyr en meme temps, nous te conjuroiis, intercede pour
nous aupres du Christ, que tu as aime et aupres de qui tu
habites, afin qu’il nous accorde la remission de nos peohes et
5 et que nous obtenions misericorde et confiance devant le tri-
bunal.
{^eaTCEcrto;, 44.
OpiGKIcV — {}pv]crxEta, 49 V.
48.
totov, 52.
lACOAOH === etStoXov, 47, 49.
lOTAAl == louBatot, 43.
IcTTopCa, 46 Y.
iCTOpiU == laxopeTv, 44, 46 v.
xaxia, 52
xaxa, 52v.
KATAAAAIU = xataXaXeTv, 52.
xadapo^, 45v.
x^Vj 52.
xaTarsTaajjta, 50v.
KAATOG = V.XA 60 ;, 51.
IvAHpOliOUlU — xXY)pOVO(X£Tv, 48 .
xotvtbv, 4 By.
xoXaffi^j 48 .
xojjxo;, 51.
XTYjaic;, 46.
KlOAl == xo)X6etv, 48.
Xaoc, 50y.
X 670 C, 44 Y, 45y.
}j.axapioc, 48 Y, 49 y, 50,
{xaXtaxa, 52.
jjiaXXov, 44.
[xapTUpOi;, 51, 52 Y.
p^eXerav, 43.
jxeXoi, 52 V.
jxETavoia, 49,
UBTi^ovayo;, 43.
jXUCTTl^ptOV, 45 y,
viiQixa, 43.
WOUOeOTIlJ == vO|xo0eTeiv 50v.
vopuj;, 45 v, 50, 52y.
olxovoiJLia, 46.
OUOBOpOG = <i)|i.o(^6po;, 48, 50.
6jxo(a>;, 43j 52v.
6[xoXoYY|TVj<;, 52v,
6p(Cco, 45v, 48,
oov, 5 1 V.
oupavio;, 51,
TcaXtv, 49v.
itavTOxpAxtop, 48 Y.
'irapapoXiq, 43.
napaoocrt?, 44, 50.
Trapavojjto?, 47v, 49v.
TrapBevixTQ, 51.
irapOevoc, 43, 44, 45, 46, 49, 51.
'Tcapoua’ta, 48, 51.
Tra^pTrjcxtcx, 52 Y.
ira^^Tjo-tacrTT^^;, 48 v.
Tcetpot, 50v.
I 7cv£Ofi.a, 44 V, 45v, 48 v, 49 y.
58 Chaine, Une lettre de Severe d’Antioclie a la diaconesse Anastasie.
TtvsupiaTtxoi;, 43v.
npeni = itpeTcet, 50v.
rpecjpeuetv, 52v.
TupoSpoiJLOc, 44, 45v, 50, '51.
TTpodeatc;, 50.
irpooiiJitov^ 45.
TTpocreoyiQ, 50.
■3TpO<jpTf]TE6£lV, 44, 51,
TcpocpvjTTQc, 45, 46, 47, 48 v, 49, 50 v, 51.
npO(|)HTIA = Tcpocp-iTiteta, 44v, 45v,
47v, 48,
CAAnitf*, = cjaXiriyc, 50v.
Gape, 49, 50 V.
GtGp.6;, 49v.
GxAv8aXov, 52.
CKenCDAATCUp == GTTSXOuXaxwp, 50.
GxoTToe, 43 V.
GO(p6c, 44 V.
GnAAXIlOW = GirXayyvov, 52 v.
GKOU^Tj, 52.
GTaupoe, 49.
GTpaTEUjxa, 50.
ctinJiiaigic =■■ GovstoTjGTQe, 52.
()HWH0IA = GUvr|0£ia, 44 V.
CTllJCOlplH Guvytopstv, 44 V.
awjxa, 46 V, 50 v, 5lv, 52 v.
GCDxrjp, 43, 44, 46v, 47, 49.
ToXjxav, 50.
TOTS, 50v.
(pUGte, 45, 46.
yojpa, 46v.
yopoc, 46, 52v.
ypovoe, 46v.
4'uyrj, 51 V
eeAnic ^ IXra'e 48 v.
ei lAH = 49 V.
eiiiA == '{va, 52 v.
^ipiliJH = eIpT]V7], 43.
20TAII = Sxav, 51v.
eOTO === 6te, 50.
KATA2TKCJOIJ = elxa)v, 51 \
^TGOG == iGoe, 52v.
ernepGTMG == otcyipItt);, 48, 4 <
econtOG = oiTCDc, 52v.
ecoc === toe, 46, 48.
^COGT6 — (OGTS, 49j 51 V
Ein Brief des Elias bar Sina-ja iiber die Wahl des
Katholikos Iso j abb IV.
In tJbersetznng bekannt gemacht von
Professor Dr, Bernhard Yandenhoff.
Uber die Wahl des Ivatliolikos der Nestorianer ISojahb lY bar
Ezekiel (1023 — 1027) handelt ein Brief des dnrcli mebrerc syrisclie und
und arabische Sclirifteni bekannten Elias bar Sinaja, der von 1008
bis 1056 Metropolit von Nisibis war. Er wendet sicb in diesem gclireibeii
an die Biscbofe der grofion Hyparchic iind die Bewohner von Bagdad
Lind redet ihnen mit gewichtigen Q-rlinden ins Gewissen^ diese nacli
seiner Meiniing ungiiltige "Wahl riickgangig zu inachen nnd in kano-
nischer Weise einen Patriarchen zu wahlon. Dazu kam es aber niclit,
weil die Regierung Iso jahbs lY nur von kurzer Dauer war. Es heifit
namlich in der Gescliiclito der nestorianisclien Patriarchen uber diese
AYahl:
„Er (Isojahb) war Bischof von Kasra, (nnd) wurde erwahlt unter
dem Chalifat des Kadir und geweiht zu Mada’in (d. i. Seleukeia-Ivtc-
siplion), mit dem Mantel von zitronongclber Parbe bekleidet am dritten
Adventssonntage des Jalires (411 der Eluclit) 1334 der GriecheBj
Osterrechnung 15 (richtig 18) 9. 2. Walirend der Metropolit von
Gondisapor (= Elam) abwesend war, weihten ihn die Metropoliten von
Mosul, von Betgarmai und von Hulwan mit zwolf Bischofen. Darauf
las der Bischof von Anbar uber ilin das Evangelium; als er aber an
die Stelle kam: Kad den eStarriu ((luum ergo prandissent Jo. 21, 15),
las er eSt-riu, (indem er t ohne Yokal aussprach statt mit a), so dab
der Sinn war: „sie wurden gelost, entlassen“. Als die Sache dem Me-
tropoliten von Nisibis und anderen von den Yatern (d. i. Bischofen)
berichtet wurde, weigerten sie sich, seine Wahl (als gtiltig anzuerkennen
und) hekannt zu inachen. So hlieh die Lage, denn seine Begierung
dauerte nicht so lange, dafi der Streit heigelegt warden konnte. Er starb
(schon) 1338 der Griechen.“2 Nach dieser Erziiblung erregte die un-
1 Siehe Baumstark, Die christk Liieraturen des Orients I, S. 50, 79, 97 j
II, S. 26, 27, 32.
2 MAS 2, 56 efe 82 {^=^Liber turris. Maris Amri et SUbae de patriarcMs Westo-
rianonim comnmvtaria ed. H. G-ismondi; pcsrs altera: Amri et SUbae fecsius (Ara-
bici) versio Latina p. 56 et 82),
60
Vandenhoff
riclitige Ausspraclie eines Wortes im Evangelium, das nacli der Weilie
des erwahlten Patriarclieii Yerlesen wurde, Argernis; es wurde viel-
leiclit als ein boses Omen fiir die Regienmg Iso jabbs gedeutet. Elias
bar Sinaja erwahnt diese Anekdote nicht, Mirt dagegen gewiobtigere
Grriinde fur die Ungtiltigkeit der Walil I§o*jabbs an. Namentlicb besclml-
digt er ibn, die Inbaber der politiscben Macbt im Lande bestochen
und durcb Simonie die geistlicbe Gewalt erlangt zu baben, Die Ha-
men dieser weltlicben, mohammedaniscben Herrscber nennt E. zwar
nicht, docb lafit sicb aus der Gescbicbte jener Zeit wobl feststellen,
wer als Herrscber, in jenem Lande, namentlicb zu Bagdad, die Macbt
in Handen batte. Obalif war damals zu Bagdad der Abbaside al-Kadir
(991—1031); die politiscbe Macbt aber lag in den Handen des buji-
discben Emir al-umara. Diese Wtlrde erbielt im Jabre 413 (der
Hegra) d. i. 1022/3 n. Obr. MuSarrif-ed-daula mit der Stattbalter-
scbaft im Irak, Hacb seinem Tode 416 d. H. (1025/6 n. Obr.) wurde
Abb Kaligar, Sohn des Sultan ed-daula, als Emir al-umara, pro-
klamiert, obne dab er nacb Bagdad kommen und sein Amt antreten
konnte. Statt seiner zog Gelal ed-daula, den die Bagdadcnser zu-
erst in der Scblacbt gescblagen batten, im Bamadan 418 (der H. =
Oktober’ 1027) in Bagdad ein. Er geriet zwar im folgenden Jabre
durcb einen Aufstand der Tlli’ken in der Stadt in Gefabr, bebauptete
sicb aber gegen diese und spilter gegen Abu Kaligar, dessen Truppen
er in Obuzistan scblug (421) und bielt kurz vor dem Tode des Olia-
lifen einen siegreicben Einzug in Bagdad (Weil, Geschichte der Gha'
Ufen. 3 Bd. Mannheim 1859. S. 53 — 56). Im nordlicben Mesapotamion
lebte um diese Zeit KirwaS in Eeindschaft mit seinem Bruder Bed-
ran, (und) dieser kampfte um Hisibis gegen Abu Hasr Hasr ed daula
Ibn Merwbn, den Herrn you Dijarbekr. Der Krieg begann scbon im
Jabre 419 und dauerte bis zum Jabre 421 (der H. = 1030/1), wo
endlicb Abxl Nasr die Stadt tibergeben muBte. (Ebenda. S. 69). Von
diesen Macbtbabern scbeint am ersten wobl der Emir MuSarrif ed-
daula Yon ISo'jabb bestochen zu sein, wenn diese Anscbuldigung des
Elias gegen ibn zutrifft. Oder batte Yielleicbt der Obalif al-Kadir
nocb so groBen Einflufi, daB Iso'jabb an ibn sicb wenden konnte, damit
er ibm als geistlicbes Oberbaupt der Hestorianer Anerkennung und
aucb bei widerspenstigen Angeborigen seiner Kircbe Geborsam Yer-
scbaffe? Jedenfalls muBte es fiir den erwilblten Patriarcben sebr
scbwierig sein, in so unruhigen Zeiten ilber den Sitz des Patriarchates
binaus seine geistlicbe AVirksamkeit auszudebnen, Aus dem gleicben
Grunde konnte aber aucb eine Gegenpartei gegen ibn sicb nicbt ent-
wickeln und seine Absetzung betreiben, wie Elias in seinem Scbreiben
Yerlangte. Wir diirfen uns daber aucb nicbt wundorn, daB wir nicbt
wissen, welcben Erfolg dieser Brief bei den einfacben Glaubigen und
Ein Brief des Elias bar Sieaja iiber die "Walil des Katholikos Iso'jahb lY. 61
besonders bei den Biscbofen nnd Metropoliten batte. War somit die poli-
tiscbe Wirkung dieses Protestsebreibens wabrscheinlicb eine geringe, so
wirft es docb auf die kircblicben nnd sozialen Verbaltnisse der Nestorianer
ein bedeutsames Licht, namentlich da Elias die damalige Wahl mitfrtiberen
Wablen von Patriarcben in Yergleicb stellt. Die boebste Idrcblicbe
Wtti'de war dieses Mai offener, als bei frliberen Q-elegenbeiten, nm
Geld ei’kauft wordeu. Bei den Jakobiten und sogar bei den veracb-
teten Jnden berrsebte niebt solcbe Bestecblicbkeit. — Da wir aus
anderen Quellen iiber die Gesebiebte der Nestorianer und der Christen
in jenen Gegenden iiberliaupt wenig erfabren, so sebien es mir angemessen,
wenigsteus eine Ubersetzung des Briefes zu verdffentlicben. Gegen die
Ecbtbeit ist nacb dem Gesagten nichts eiuzuwenden. Den syriseben Text
desselben, der, wie Assemani, B. O. (= Bibliotheca, or.) Ill, 1, 272 be-
riebtet aucb im Cod. Yat. 122 entbalten ist, fend icb fob 128 a — 148 a
einer Handsebrift, die icb im Jabre 1898 von dem P. Samuel Giamil,
damals Prokurator des Patriarcben der Cbaldiler zu Bom, jetzigen
Oberen des Antonianerordens, erwarb. Auf fob 1 — 128 a der Hand-
scbi-ift stebt ein Werk des beriibmten Abdilo' bar Berikba von Nisibis
(f 1318), dessen Titel lautet: Penlcita de tuldcds dine ‘Mtanaje, d. i.
Tafel der Ordnung der kircblicben Eeebtsbestimmungen. (Baum-
stark, Die christl. Lit. des 07'ients 1, S. 84.) Der Inbalt ist mit diesem
Titel allerdings nur unvollstandig wiedergegeben, weil neben man-
cberlei bistoriseben und liturgiseben Kapiteln aucb weltlicbe Beebts-
bestimmungen in den Babmen der zebn Blicber eingeordnet sind.
Text und ITbersetzung des W^erkes sind bisber nocb niebt veroffent-
licbt, docb sind die einzelnen Teile desselben moist sebon friiber be-
kannt, den Inbalt gibt J. B. Obabot in {8yn =)8ynodicon orientate ou
recueil de synodes nestoriens in Notices et extraits des nuinuscrits de la
bibliothegihe nationale et autres hibliotheques. Tome 37 (Paris 1902),
p. 611 ff. Auf den Brief des Elias folgt fob 148 a — 149 b eine Ab-
bandlung {Memra) uber jene, die eine lYui’de ungesetzlicb an sicb ge-
rissen baben von dem hi. Mar Narsai aus dem Memrd (desselben)
iiber das Pries tertum. Das Stilck war bisber unbekannt. Es folgen
fob 149 b 1.52 a eine Beibe bisber meist sebon bekannter Kanones,
die Tiber die Wahl des Katholikos und der Bischiife und iiber die
Sitten der Geistlicben bandeln. Endlicb fob 152 a — 153 a stebt eine bis-
ber unbekannte Abbandlung {Memrd) Epbriims des Syi'ers iiber die Be-
druckten und Bedrangten. Eine deutsche Ubersetzung der letzteren
von mir ersebien in der Zeitsebrift; Theologie und Glaube, Jabig. lY
1912, Heft 3, S. 239—241. Darnacb fob 153a— b der Handsebrift folgt
nocb die etwas weitlaufige Datieimng der Absebrift. Sie wurde voU-
endet am 23 Tammuz (Juli) 1898 in der Stadt al-Ko§ bei Mossul fUr
den Priester Samuel Giamil. Der Sebreiber nennt sicb den Diakon
62
Vandenhoff
Josepli, Solin dos Tliomas, Solines des seligen Diakons Siplia, Solines
des Priesters Petnis axis der Stadt al-Kos. Er hat die x'erschiedenen
Telle der Handschrift gewifi aus alton Handschi’iften, die er in jener
Gegend fand, abgeschriehen. Zum Schlusse hat er noch eine Klage
tther die Notlage der Christen jener Gegend infolge der schlechteu
Jahresernte hinzngefiigt. Auf einc Beschreihung des Materials und
der Griihe der Handschrift -will ich hier nicht niiher eingehen.
B. = Das BuA der Synliados, uberseizt und erlauterl von 0. Braun. Stutt-
gart uud Wien. 1900.
IvAC = Die Kanones der wicMigsien altkircJdkhen Concilien nehst den aposto-
liscJien Kanones hcrausge.geben vonB. Lauchert. Freiburg i. B. und Leipzig
1890 in der Smnmlung aiisgeimldter kirchen- und dogmengescMcMlklier Quellen-
scJtrifton Iwrausgegeben unter der Leitung von Prof. G. Kriiger. 12. Heft.
=Th.ldolAeke,Kumgefafftesi/riscJieGrammalik. 2.Aufl. Leipzig 1898.
Mit der Hilfe Gottes schreiben wir den Brief des lil. Vaters
Mar Elias, des Metropoliten von Eisibis, an die Bischofe der
grofien Hyparchie nnd die Einwoliner von Bagdad iiber die
Sache des Kafcholikos Isojabb.
Die, xvelche das anbetungswiirdige Geheimnis der Dreiheit .'5
der Personen der gebenedeiten Wesenheit (Gottes) in recbt-
glaiibiger Weise bekennen nnd glauben und die personlicbe
Einheit [1^8 b] der Eweiheit der Naturen Ohristi in rechter
Weise verkiindigen und lehren und die Synodalkanones der
seligen Apostel und Vater beobachten und den Buhni der lo
Oliristenlieit und den Stolz der Reclitglaubigkeit kennen und
versteben, die heiligen Vater, die Biscliofe der groUen Hyp-
archie und die (durcb Tugend) glanzenden Priester und
reinen Diakonen uud die Schiifterfabrenen und die Oberen
von Schriftkennern und die auserwalilten Glaubigen, die in i5
Bagdad, der Stadt des Konigtums, wohnen und auf die Beobach-
tung derkircIilichenKanones eifrigbedachtsindund (auch andere)
aneifern, bebiitet und bewacbt und begriindet in der ewigen Liebe
Gottes des Herrn, des Machtigen, Alles Beberrscbenden, eure
Grofie griifit Elias, der Armselige, durcb Gnade und fiber 20
Yerdienst Diener der Kircbe Christi in der Stadt Nisibis in
Obristus, der eux’e Ebre befordern und eurem Vorrange den
Sieg verleiben und euren Bang erboben (moge) und betet,
dafi durcb eure Gebete und durcb euren Eifer alles das, was
Bin Bi’ief des Elias bar Sinaja fiber die Vabl des Katholikos Iso'jabb IV. 63
unser ist und bei iins steM, wie es dem Winke des Hiinraels
gefallt, gelenkt und, als uns niitzlicli erfnnden werde, und dafi
er uns alle wiirdig mache, unter seinen Flligeln verborgen
und gemafi seinem Willen geleitet zu werclen und seinem
5 bl. IsTameii zu gefallen. Amen. — Man bat bier in unserer
Gregend gebort, o selige Vater und geistlicbe Briider, — cler
Herr erbalte euer Leben und vermehre eure Siege! — daS
die Angelegenbeit der Wabl und Handauflegung des Patri-
arcben nicbt (so), wie es die apostoliscben Kan ones fiir recbt
10 ei'klaren, vollzogen wurde, und (dai?>) der, welcber den Vor-
rang des gottlicben Priestertums erbalten bat, ibn nicbt in
Grott woblgefalliger Weise erbalten bat, sondern ibn in un-
gesetzlicher Weise eingenommen bat und wie ein Rauber
und Dieb an sicb gerissen bat, und alle Rechtglaubigen bei
15 uns und . alle angesebenen Grlaubigen um uns baben (es)
scbmerzlicb empfunden. Und als wir (nocb) im Zweifel waren
iiber das, was uns gemeldet wurde, kam zu uns ein Brief des
seligen Vaters Mar ELIAS des Metropoliten von Assur, den
Grott starken nidge, in dem er erklarte, daL weder eine recbt-
20 mafiige Wabl nocb eine ordentlicbe Handauflegung statt-
gefunden babe, und dafi, als er jener tadelnswerten Wahl
nicbt zugestimmt babe, mehrere Male Leute bestochen seien,
um ibn zugrunde zu richten, und er gu den Eaten und
zum kdniglichen Plofe gescbleppt sei, wie ein Ubeltater, und
25 gedrangt sei, der verbrecberischen Wahl zuzustimmen und
dafi, da er die Sache nacb seiner Macht aufgescboben babe,
gegen die Vornehmen und Haupter der Grlaubigen bei euch
eine bdse Verscbwdrimg angezettelt sei, damit sie gefangen
gesetzt und zu einer grofien Geldstrafe verurteilt wiirden,
ao weil sie es seien, die die Sache binderten. Und als die Glau-
bigen, die (Gott) segnen mogo, (das) saben, baten sie den
Heiligen (= den Biscbof^), der Regierung nacbzugeben, damit
sie von der Strafe befreit wiirden. Und (er bericbtete), dafi
jener, der die Ursache von all diesem war, den Heiden, die
85 ibm balfen, als Bestecbung mehr als 3000 gute Denare gegeben
t Diose Bedeutung liat nock ofter im Bolgenden.
64
Vandenhoff
habe , imd anderes dergleichen (getan babe), was ihren Eifer
erregt und sie aus den Grenzen der Rube imd des Eriedens
berausgedrangt babe. Und wir borten ferner, dafi einen von
den. Metropoliten, die zu der Versammlung zugezogen waren,
der Katbolikos Mar Johannan, der unter den Gerecbten 5
wohne, dessen Andenken gesegnet sei, zensuriert babe, indem
er ibn als irregular binstellte und unter kanoniscber Strafe
verpflicbtete, bei der Handauflegung eines Katliolikos nicbt
zugegen zu sein, und daS diese Person sicb selbst verfiucbt
und gegen sicb gezeugt babe, dafi er nicbt die Befugnis babe, lo
zugezogen zu werden, und dali jede Handauflegung eines
Katbolikos, die durcb ibn stattfinden wiirde, unbeilig und
nicbtig sei und dafi er gebannt sei, aucb wenn er (nur) komme
und bei der Handauflegung geseben wiirde. Und als wir
dies und vieles dergleicben erfabren batten, entbrannten wir is
im Eifer und bescblossen, uns dem Tode zu iiberliefern und
dieses Werk nicbt zuzulassen, das die Ursacbe aller Ubel ist
und ein Zeicben der Scbande in der Kircbe Obristi und wir
wufiten nicbt, weshalb ibr (es) erlaubt battet, nocb angesichts
wessen ibr nacbliissig (darin) waret. Denn ibr wisset, dafi, wenn 20
die Angelegenbeiten des Licbtes der Welt^ und des Salzes
der Erde^ so bebandelt werden, wie dann die anderen ver-
laufen. Nicbt also, ibr Herren, nicbt scbon ist das da, was
bei eucb gescbeben ist, und nicbt recbt vor Gott ist eure Nacb-
giebigkeit, weil (scbon) eine kleine Nacbgiebigkeit grofie Ver- 25
wiistungen (darin) anzuricbten pflegt. Und wir wissen, dafi in
den Zeiten der Heiligen® die Kanones der Kircbe mit Sorgfalt
beobacbtet wurden und alle Angelegenbeiten der Kircbe in
der scbonsten Weise verliefen; in der Zeit aber, in der die
Kanones (mit EiiHien) getreten wurden, siebe, (jg, glicb so
die Kircbe und ibre Kinder dem Scbiffe, das in den Wogen
umbergescbleudert wird. Und wenn wir auf das seben, was
von uns getan und geiibt und bei uns vollzogen und geband-
babt worden ist, so finden wir, dafi wir allein uns zucbtlos
aufgefiibrt und sittenlos betragen baben, nacb den Kanones ss
1 Matth. 5,14. 2 Ib. V. 13.
3 Wortlioh; In den heiligen -Zeiten.
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die Wahl des Katholikos Bo'jahb IV. 66
(zu urteilen), die uns gegeben, und den Gesetzen, die uns iiber-
■ liefert sind, mebr als die anderen, die Anhanger anderer Reli-
gionen und fremder Haresien (sind), und daher treffen uns mebr
Zucbtigungen und fallen auf uns (mehr) Schlage, als auf die
5 Beobachter der falscben ReHgionen und die iibrigen Volker
und Stamme. Und der untriigliche Beweis (dafiir) und ein
Zeugnis, das nicbt als falsch erwiesen werden kann, ist die
Verwirrung der Kircben, die Arnaut der Edoster und Kon-
vente, die Lebre, die abgenommen bat, die Einsicbt, die ver-
10 nicbtet ist‘; der Glaube ist aus unserem Volke entscbwunden,
die Gerecbtigkeit von uns alien ist entflohen, die Wabrbeit ist
erloscben, und die wabre Erkenntnis ist verfinstert, das Un-
recbt wird von uns alien als Herr gepriesen, und die Be-
stecbung wird von unseren Handen wie ein Heiligtum (feier-
15 licb) erboben, die Zabl der Glaubigen bat abgenommen und
ibrer Eeinde sind viele geworden und ibr Besitz ist gering,
und ibre Dranger sind stark geworden, die Ehre von uns
alien ist dabingegangen, und der Bubm ist aus unserem Volke
entscbwunden und iiber vieles andere sollte ein Elias Klage-
2olieder anstimmen^ Und wenn ibr das klar erkennen und
als wabr bei eucb erfinden wollet, so betracbtet (nur) eure
Stadt, die Stadt des Friedens und Konigin der Stadte der
Welt und Quelle der Weisheitslebren und das Rubelager der
Vornebmen und Angesebenen und den Ort der Weisen und
25 Scbriftgelebrten, und vergleichet den Kubm und die Bbre
und den Glanz ibrer Kircben und ibrer Gefafie® und ibrer
Vorsteber und die angesebenen Stande ibrer Gemeinden und
die Weibegaben, die fiir sie bestimmt werden, und die Opfer
und Abgaben und Gebiibren und Gaben, die in ihnen dem
30 Herrn (in jetziger Zeit) dargebracbt werden, mit denen in
den Tagen des Katbolikos Mar Abdiso‘^ der unter den Ge-
recbten wobne®, dessen Andenken in gutem Gerucbe sei! —
1 Im Folgenden sind die Eelativsatze durch Anssagesatze ersetzt, also:
die Gerecbtigkeit . . . statt: die Gerecbtigkeit, die . . .
2 Das ’Wortspiel kann im Deutscben nicbt wieder-
gegeben werden. 3 Oder: Gewander.
4 'Ebedjesal (963—986); cfr. MAS. pars II vers. Lat. p. 64 et 81.
5 D. b. seligen.
Oriens Oheistiaijus. Eeue Serie III.
5
66
Yaiidenhoff
und sehet, zu welcher geringen Summe sie herabgestinken
sind uBd um me viel sie vermindert sind, in dem Zeitraiim
von weniger als vierzig Jahren von jener [I30a] 2eit an bis jetzt!
Vergleichet femer die grofie Zabl der fxlaubigen jener Zeit
und ihre gliicMicbe Lage nait der von beute und seliet, wie 5
ibre Zabl und ihr Reicbtum an Giitern abgenommen bat!
Yergleicbet den Rubm der Scbulen jener Zeit und die Lebrer
und Scbiiler, die zu ibnen gingen, und die Kldster von damals
und die ausgezeicbneten Moncbe in ibnen und die Zeicben
\ind Wunder, die durcb sie vollbracbt wurden, und sebet, wie 10
grofi der Unterschied zwiscben ibnen (und uns) (ist) ! Ferner
aber vendet eucb bin und sebet auf die Anbanger der anderen
Eeligionen und die, welcbe mit eitlen Bekenntnissen prablen,
und sebet, dafi, wenn aucb ihre Zabl vermindert und ibr
Lehr(betrieb) gescbwacbt wurde und sie in der Beobacb- is
tung ihrer Kanones erschlafften und von den Wegen ibrer
Gesetze abirrten, sie docb nicbt (so) erscblafft sind, wie -wir
und nicbt (so) nachlassig geworden sind, wie wir! Und zum
Beweise fiihren wir an die Verbaltnisse der Juden, des ver-
acbteten und verdorbenen Volkes und der ausgerotteten und 20
vernichteten Klasse. Denn wenn wir ihre Lage betracbten
und iiber die Zustande bei ibnen nacbforscben, so seben wir, dafi
sie nicbt aucb zu einer geringeren Zabl herabgesunken sind, als
die, welcbe sie seit einem Zeitraum von vierzig Jabren batten, wie
wdr, die im Besitze der Wabrbeit sind. Aucb die Jakobiten, 25
die unter uns (wobnen), sind nicbt (so) zuriickgegangen, wie wir.
Icb iibergehe aber die Verbaltnisse der (Christen) im Gebiete
der Eomer und innerhalb des Gebietes der Araber, die grower
an Zabl und reicher an Gelehrsamkeit und wohlhabender an
Giitern sind, als sie (friiber) es waren. Und wenn ibr fiber so
jene Verbaltnisse nacbfraget, die aufierbalb eurer gesegneten
Stadt (berrscben), so erfabret ibr, dafi sie (noch) verwirrter sind,
als die, welcbe bei eucb berrscben. Und wenn wir iiber die Ver-
anlassung davon nacbforscben und zu wissen begebren, welcbe
es sei, so finden wir, dafi es unsere ISTachlassigkeit ist und (die 35
Frecbbeit, mit der) wir die apostoliscben Kanones mit Fiifien
treten und die kircblicben Cesetze veracbten, die da Fliicbe
Ein Brief des Elias bar Sinaja ttber die Wabl des Katholikos Bo'jalib IV. 67
vmd Verwiinsclrangen iiber alle verliangeii,' [i^ob] sie iiber-
treten. Und der G-rund unserer Verachtung der Kanones ist
Verachtung, Kauf und Verkauf der Priesterwiirde, Denn die
Apostel baben entscbieden und bestimmt und Kanones (dar-
5 iiber) aufgestellt und unter Strafe von Fluch und Bann be-
foblen, dafi keiner die Priesterwiirde kaufen nock auck die-
selbe verkaufen solle. Und weil wir das Gebot veracktet
und das Yerbot iibertreten haben, so kat uns der Brkarmer
verlassen und uns dem Ziicktiger iiberliefert. Denn wenn
10 das Haupt der Priester bei seiner Einsetzung und Wakl Heller
und Denare zur Besteckung gab, so fordert er nackher auck
von den anderen gemafi dem, was er gegeben hat, und wie er
getan hat, fordert er, dafe ihm (dafiir) vergolten werde. Und
daker nimmt er Besteckung an, die die Augen der Weisen blind
15 niackt^, und beugt das Recht der Witwen und "Waisen und
ist parteiisck gegen die Yornehmen und veracktet die Diirf-
tigen und Armen. Und wenn der Hirt diese Angelegenheiten,
die seine Pflickt sind, so bekandelt, was werden dann die
unterdriickten Harden tun? Keiner von den Untertanen
20 wandelt (dann) nack dem "Willen seines Herzens und der Ein-
sicht seiner Seele, und die Ermaknungen und Gebote werden
mit Fiifien getreten und nicht mehr in Kraft sind die Gesetze
und Kanones. Und wenn die Gesetze veracktet und mit
Fiifien getreten werden, so ziirnt ikr Gesetzgeber und veracktet
25 ikre Yerackter imd verwirft die, welcke sie mit Fiifien treten,
wie wir ja sehen, dafi es bei uns geschehen ist und in der
Tat bei uns eingetroffen ist. Denn es ist uns verboten, wie
oben gezeigt wurde, dafi wir die Priesterwiirde kaufen
und verkaufen, die aus Brbarmen zu unserer Erlosung
30 verlieken wurde. Und beobacktet kaben das Gebot die Ckal-
cedonenser®, unsere Nackbarn, und die Jakobiten, die unter uns
(leben), wir aber haben es veracktet und kaben die Wiirde des
Priestertuma gleichsam zum Gegenstand des Handels gemackt,
(so) dafi jeder, der mekr Groschen zahlt, den Rang erkalt, den
35 er wiinscht. Und ack! waren wir dock in (unserer) Frechkeit
I Wortlioh: schenken. 2 Vgl. Ecoli. 20, 29. 3 Die Katholiken.
5 *
68
Vandeuhoff
dabei geblieben, im verborgenen (die Priester-wiii’de) zu kaufen
und an Freunde^ zu verkaufen, so dafi, wenn wir auch Siinde
uns zuzogen, doch die Aufienstebenden^ unsere Scbande nicbt
erfabren batten, und uns (nicbt) verspotteten und verbohnten,
Aber diese (Siinde der) Habsucbt geniigte uns nicbt, s
und wir blieben nicbt bei dieser Frecbheit, sondern das, was
der bl. Greist gnadenvoll scbenkt, das baben wir teufliscber-
weise durcb Bestecbung von Aufienstebenden und durcb
Aufienstebende zu erbalten uns bemiibt, eine Siinde^, die Gott
erziirnt und den Satan erfreut, den Freunden Anstofi gibt lo
und den Aufienstebenden einen Kranz der Freude flicbt.
Und wo ist dies gescbeben? In eurer Stadt, dem Jeru-
salem des Ostens und dem Sion der Recbtglaubigkeit, in
dem Archive der Heilslebren! Durcb was und durcb wen?
(Durcb ibn), der bei eurer Uacbgiebigkeit eucb alle an 15
Listen iibertrifft. Und er bat den Rang der Wiirde des
Katholikos an sich gerissen und sich auf den Sitz des Patri-
archats gesetzt, nicbt gemafi der Ordnung und nacb dem
Kanon der Kircbe, sondern in verderblicber und teufliscber
Weise, weil er auf seinen Mammon vertraut und durcb 20
ibn die Aufienstebenden scbmeicbelnd gewonnen bat, aber
gegen die Kircbe sicb treulos erwiesen und ibre Kanones
vernicbtet und ibre Gesetze in Verwirrung gebracbt und
ibren Primat in ungesetzHcber Weise erbalten iind alien
Glaubigen Argernis gegeben bat, und zwar nicbt im Ver- 25
borgenen verstoblenerweise, sondern offen in keeker Weise,
im Angesiebte der Soime, sage icb, und vor dem ganzen
Volke und eurer in der ganzen Welt beriibmten Stadt, . . .
indem er seine Sorge nicbt auf den Herrn warF, sondern
auf das Geld, und nicbt das Gebet zu seiner Zufluebtsstatte so
maebte, sondern das Zepter. Und durcb dessen Gewalt ge-
notigt, gaben ibm die Vater die wunderbare Handauflegung,
* Wortlioh: Hausgenossen, d. h. denen, die demselben religiosen Be-
kenntnis aagehoren. Diese Bedeutung hat immer im Eolgenden,
- D. h. die uicht unserem Bekeuntnis angehoren, inshesondere die
Muhammedaner. Diese Bedeutung hat gala immer im Eolgenden.
3 ’Wortlich: Saohe. 4 Ygl. Ps. 55, 22 (Lee).
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die Wahl des Katholikos Iso'jalib IV. 69
und er empfing, wie ein Tyrann, den Primat nnd beniaclatigte
sich seiner in ungeziemender Weise, ohne die Gegenwart
des Bischofs von Elam, dem es nach dem Kanon zustebt,
dafi er bei der Handauflegung zugezogen werde oder durcli
5 Unterscbrift seine Zustimmung gebe. Aucb bat er sicb
weder vor Ohristus gefurcbtet noch vor den Menscben ge-
scbeut, sich unbehutsamerweise auf den Thron des Katho-
likos zu setzen’, wie Sorin^ (tat), der es (das Kathohkat)
einst in ungesetzlicher Weise annahm, und (den) die katho-
10 lische Kirche schnell aus ibrer Gemeinschaft warf, wie einen
Stein aus der Schleuder. Und ihrwisset, o von GottBelehrte^
dali damit weder Gott zufrieden ist, noch die Kirche
Gottes, und weder die Katur es rechtfertigt noch die Schrift
es gestattet. Und zwar lehrt die Katur, dafi dies schand-
15 lich und unsittlich ist. Aus den wenigen (Griinden), die
ich angefuhrt habe, erkennet ihi’, — der Herr moge eure
Ehre mehren und der Kirche durch euren Yorrang den Sieg
verleihen! — dafi bei dem, welcher dieseii christlichen Primat
durch die Hilfe der Aufienstehenden erlangt und durch Be-
20 stechung und Gewalt die Grofie des geisthchen Priestertums
empfangt, wie diese Person es in ungesetzlicher Weise er-
halten hat, und wie es der an sich reifit, der es durch List
usurpiert, weder weltliche Ehre seinem Primat folgt, noch
sich gottliche Kraft mit der Grofie seines Priestertums ver-
25 bindet. Weder sein Gebot wird angenommen, noch seine
Herrschaft gefiirchtet und er kann auch nicht irgendeines von
den Verbrechen tadeln, noch wird er wegen irgendeiner Tugend
gelobt, noch kann er den hindern, der (ihn) mit Gewalt be-
stimmen will, ihm das Priestertum zu erteilen^, noch das Zu-
30 reden dessen abweisen, der ihn auf Grund dieser (Siinde)
iiberredet. Und wenn dies in dieser Weise geschieht, so
1 ‘Wortlicli: und Jaat siclx gesetzt.
2 Er wurde geweiM am Griindonnerstag 1065 (der Grieclien == 754
n. Chr.) und regierte nur bis zum Sonntag nach Ohristi Himmelfahrt
(12, April bis 27. Mai), das sind 46 Tage, wahrend Amr seine Kegierung
auf 51 Tage berechnet. MAS. pars II vers, Lat, p. 36.
3 Vgh Jo. 5,45.
4 'Wortlicli: der mit Gewalt will, dafi er , , . empfange.
70
Vaudenhoff
wisset ihr, wie viele Nachteile (dadurcli) herbeigefulirt und
miteinander verursacht werden. Und ferner, gesetzt auch,
dafi dieser Mann fiir diesen Primat pafit nnd dieser Gi'ofie
wiirdig ist, wer kann, wenn sick nack seinem Tode einer
findet, der in seinen Fufistapfen wandelt und ein Zerstorer 5
der Bestimmungen und Kanones und ein Feind der Giesetze
und Gekote ist, und die Aufienstekenden bestickt, "wie dieser
getan kat, und durck die Gewalt der Eegierung den Primat
empfangt, okne den Metropoliten von Elam und von Nisibis
und von Perat de MaiSan, wer kann ikn hindern oder wird lo
gekindert an seiner Handauflegung? Und wenn man ikn hin-
dert, und er den zuin Vorwand nimmt, der ikm den Weg
eroffnet kat, welcke Entsckuldigung kat der, welcker ikn
kindert? Wenn ihr aber sagt, daB man ikm sage; Der,
welcker vor dir war, war wiirdig des G-esckenkes, das ikm is
gesckenkt wurde, du aber gleickst ikm ganz und gar nickt,
und er euck ei’innert an die Taten dieses (Mannes) [i32a]
die Besteckung und die Denare und die gewaltsame Ver-
kaftung der Vater und (zwar) durck die Untersuckungs-
rickter und die Weike okne den Elamiter(bisckof) und okne 20
die Zustimmung der ganzen Glemeinde insgesamt, was werdet
ikr (ikm) antworten und welcke Entsckuldigung vorbringen?
Sind wir nickt wirklick zur Sckande geworden fiir unsere
Eachbarn, und zum Spott und Hokn fiir alle Volker, die
um uns (woknen)\ wenn sie fiber seine Anmafiung und unsere 25
Eachsicht mit ikm spotten und fiber seine Handlimgsweise
und unsere Unterwerfung unter ikn kbknen? Und wenn die
Angelegenkeiten des Hauptes unserer Vorsteker so von ibrn
und von uns bekandelt werden, welcker Eanon, 0 du Eukm der
Eurcke, wird (dann nock) in der Earcke beobacktet? Wen so
von seinen Untergebenen kann er tadeln oder wegen seiner
Siinde oder seines Vergekens zurecktweisen? Und wenn er
ikn, wie die Ffirsten, seine Heifer, in weltlicker Weise tadelt,
wie ist gottlicke Grewalt mit seinen Worten verbunden?
Welcker Glaubige furcktet seinen Bann oder welcker Sokn 35
1 Vgl. Ps. 44, 13; 79, 4 (Lee).
Ein Brief des Elias bar Sinaja uber die 'Wabl des Katbolikos Iso'jabb IV. 71
der Kirche liat Eespekt vor seiner Zensur? Wie steigt der
hi. Geist herab und neigt sich. iiber die Weihen, die er spendet
und die Opfer, die er feiert? Wer kummert sick (nock) nm
die lebendigmackende Lekre, in der Kircke damit er wegen
5 ikrer Kenntnis Vorsteker werde? Wie wird nickt jeder, der
nack der bisckoflicken Wiirde verlangt, sick bemiiken, Denare
zn sammeln, statt um die Tugend (sick zu bekiimraern), um
durch sie (die Denare) die Yorsteherwiirde za erwerben und den
erkabenen Rang des Priestertums? W arum sckamen wir uns nickt
10 vor den veracktlicken Juden, unseren Peinden, die mit ikren Ka-
nones sorgfaltiger sind als wir? Oder warum erroten wir nickt
vor den Jakobiten, die unter uns (woknen), die ihre Gesetze
nickt mit Piifien treten wie wir, indem sie ikren Primat
nickt durck Besteckung empfangen oder vergeben und die
15 Rangstufen ikres Priestertums nickt kaufen oder verkaufen?
Und ferner ist es bekannt, da6 diejenigen, welcke (etwas)
von dieser Person als Besteckung angenommen kaben und
ihr gekolfen und sie auf den Patriarckalsitz erkoben kaben,
dies als kanonisch kinstellen und von jedem, der zu diesem
20 Amte erwaklt wird, nack diesem Kanon (Geld) verlangen.
Und wenn man ikren Kanon nickt annimmt und iknen ikre
Gebukren' nickt gibt, [I32b] go erlauben sie nickt, dafi er zu
(ikrem) Oberkaupte gesalbt werde, auck wenn der geeignete
(Mann) keilig ist. Wenn sick aber eine Person findet, die
25 nickt geeignet ist, aber iknen gibt, was sie fordem, so be-
feklen sie und treiben mit Gewalt, dale* er zum Vorsteker
gemackt werde, wenn er auck ein Sokn des Verderbens^ ist,
und sckuld daran ist, dafi unsere Kan ones aufier Kraft
gesetzt und unsere Gesetze zunichte gemackt werden und wir
30 nock strengergeziicktigt und gewaltigergescklagen werden. Und
dies nun (lekrt) die Natur (= ergibt sick aus der Katur der
Sacke). Kommen wir aber (nun) zu der (hi.) Sckrift! Es sagt also
der lebendigmackende Mund Okristi, wie gesckrieben stekt
im lebendigmackenden Evangelium, dies: „Jeder, der einem
35 von diesen Kleinen, die an mick glauben, Anstofi gibt, dem
1 Annone = annona, Getreide, (das dem Soldaten zum Solde geliefert
wurde). 2 Ygl. Joann.^ 17,12.
72
Vandenlioff
ware es besser, dafi eines Esels MiiHstein an seinen Hals
gebangt und er in die Tiefen des Meeres versenkt wiirde.
Wehe der Welt der Argernisse wegen! (Denn es ist not-
wendig, dafi Argernisse kommeD,).^ Webe aber dem Manne,
durcb den Argernisse kommen."^ Denn, wenn wir aucb alle s
unseren Herden Argernis geben, und unser ganzer Leib ein
Gescbwur ist, so ist doch ein Argernis von dem anderen
verschieden. Denn es gibt ein Argernis, das den G-lauben
scbadigt und die Religion berabsetzt und die Kanones um-
stiirzt; aber es gibt (aucb) ein Argernis, das, zwar tadelns- lo
wert ist, aber docb den Grlauben nicbt benacbteiligt, nocb
dem Bekenntnis scbadet, nocb die Kanones der Kucbe zu-
nicbte macbt, Aucb wi6t ibr, dafi in dem Argernis, das
von dieser Person (ausgebt), weder fur den Glauben ein V or-
teil ist, nocb fiir die Kircbe Brbauung, nocb fur ibre Kinder js
ein Nutzen. Was aber fur ein Urteil dem bereitet ist,
der dieser Siinde scbuldig ist und jedem, der ibm bilft
und beistebt, das lernet aus der Erklarung des bl. Mar
Tbeodoros des Erklarers^! Und ferner sagt der lebendig-
macbende Mund (Obristi) so: „Und wenn dein Auge dicb 20
argert, so reiU es aus und wirf es von dir! (Denn) es ist
dir besser, dafi du mit einem Auge zum Leben eingebst, als
dafi du im Besitze zweier Augen in das Eeuer der Holle
stiirzest."^ Denn bierdurcb lebrt uns rmser Erloser, wie Mar
Tbeodoros, die Sonne der Lebrer, erklart: „ Wenn in der Kirche 25
sicb ein Mann befindet, der einen boben Rang und einen Ebren-
platz bat, entsprecbend dem Ebrenplatz des Auges im Leibe,
und Veranlassung ist zu Argernissen, und Streitigkeiten und
Argernisse erregt, [183 a] go goll er verstofien und weit weg
verworfen werden, und von dem Range seines Amtes aus- so
gescblossen sein. Denn es ist besser, dafi man sagt: Die
Kircbe ist mit einem Auge blmd, als dafi man sage, dafi
sie die gottlicben Gresetze ubertritt.“ Die Erzablung aber von
1 Das EingeMammerte stelit am Eande.
2 Mattli. 18,6 £; cfr. Luc. 17,1.
3 Migne, Pair, Gr. 66,703 sqq. finden sicli unter den Eragmenten
des Kommentars zixm MattliauseYang. keine Erklaruiigen zn Mattli. 18.
^ Mattli. 18,9. 'Wortlich; in die Holle des Eeners stiirzest.
Ein Bi'ief des Elias bar Sinaja iiber die Wabl des Katliolikos Iso jabb IV. 73
Simon, der das Priestertum fiir Geld kaufen wollte, nnd wie
ihn Simon Petrus ausstieJl und entfernte’, weil die euch alien
offenbar bekannt ist, so babe ich nicbt notig, sie euck Mn-
zuscbreiben. Und wenn der, welcher den Aposteln in der
5 Weise des Segens* Geld bracbte, — und wenn sie es ge-
nommen batten, so weifi man, daiS man es den Armen
und Bediirftigen in der Weise des Almosens gegeben
batte, — verworfen und abgesetzt und verflucbt und gebannt
und abgewiesen und der Veracbtung iiberliefert wurde, da-
10 mit, wie sie getan baben, aucb wir taten und diese ihre Lebre
befolgen, was fur einen Tadel yerdient dann der, welcber
die Giiter der Kircbe zur Bestecbung an die Auswartigen
gibt, damit sie mit Gewalt die Angeborigen^ drangen, dafi
sie ihn zum Oberbaupte machen?
15 Achtundswamigsfer Kanon von den Kanones der AposteU
,,'W’enn ein Biscbof fiir zeitlicbe Giiter (kirchlicbe) Wiirden
empfangt, oder ein Priester, oder ein Diakon, so soli seine
Absetzung erfolgen, und die (Absetzung) dessen, der (ihm)
die Weibe erteilt bat, und er soli ganzbcb von der Gemein-
20 scbafb mit der Kircbe geschieden werden, wie Simon der
Zauberer von mir, Petrus, (ausgescbieden wurde).“ Ibr wisset,
0 unsere Herren und unsere Briider, dafi die Metropoliten
und Katbolikos’ und Patriarcben in jener Zeit Bischofe ge-
nannt wurden. Und dieser Kanon erklart es fiir recbt, dafi
25 jeder abgesetzt werde, der eine von diesen Wiirden fiir zeit-
liche Giiter annimmt. Und wenn dem so ist, was (dann)
von dem zu sagen ist, der es (das Amt) durcb Geld und
Gut und die Hilfe der Auswartigen und Verfolgung der Bin-
beimiscben erlangt und der dem widerstrebt, was die kircb-
30 lichen Kanones fiir recbt erklaren, dariiber urteilt selbst!
Neunundzwamigster Kanon der AposteU „Wenn ein Biscbof,
durcb Benutzung (der Hilfe) weltlicber Piirsten, durcb sie
1 Act. ap. 8,18 sqq.
2 Urn Segen (== die Gewalt zu segnen und zu weibeii) zu erlangen.
3 Siehe 8. 72 .
4 P. de Lagarde, ’Reliquiae iuris ecdesiastiei, Lipsiae 1856. p. 48
can. 27*
3 Ibidem can. 28.
74
Vandenhoff
die Kirche (in die Gewalt) bekojnnat, so soli er abgesetzt
und ausgeschieden werden und (ebenso) alle jene, die mit
ihm in Gemeinschaft steben.“ Und eure Tugend weifi, o geist-
licbe Sohne, dafi diese Person ihre Zuflucht genommen
bat zu den Piirsten der Auswartigen und nicbt blofi eine 5
Kircbe in ungebiihrlicber Weise iibernommen bat, sondern
sogar den Primat aller Kircben insgesanat. Und wenn der,
welcber eine Kircbe (zu regieren) iibernimmt, tadelnswert ist,
wie groilien Tad el von (seiten) Cbristi verdient der, welcber
viele Kircben mit Gewalt (an sicb) gerissen bat? lo
Ein Teil von den Kanones der Apostel Petrus und Paulas.^
„Um wie viel mebr seid ibr verpflicbtet, dafi ibr eucb nicbt
berausnebmt, etwas von dem umzustofien, was wir nacb
dem Widen Gottes fiir eucb verordnet baben^. Weil aber
viele gemeint baben, da& dies veracbtlicb sei, und die Weibe is
und Ordination verwirren wollen und gegen alles (Eecbt)
sicb anmaiJen (die Verordnungen) umzustofien, indem sie
Wiirden an sicb reifien, die (ibnen) nicbt verlieben sind, und
sicb selbst wie Aufrubrer erlauben, diese (Wiirden), iiber die
sie keine Gewalt baben, zu verleiben, und deswegen einerseits 20
Gott erziirnen, wie die Genossen Korahs und der Konig
'Ozia, die obne Vollmacbt und obne Gott sicb das Ober-
priestertum verlieben und (von denen) diese im Feuer ver-
brannten*, jenes Antbtz aber vom Aussatze ergriffen wurde^,
anderseits aber aucb Jesus Obristus erziirnen, der (die Weibe) 25
angeordnet bat, den bl. Geist aber mit Scbmerz erfallen®, indem
sie sein Zeugnis vernicbten”, so empfangen sie mit Eecbt die
Strafe, die denen angedrobt wil'd, die derartig bandeln.“
Und eure Ebre weifi, o ibr Kinder des Brbabenen, dafi diese
Person die Ordnung der Weibe verwirrt bat, und dieser so
Kanon erklart es fiir recbt, dafi der, welcber so bandelt, das-
selbe Urteil verdient bat, wie die Genossen Korabs und 'Ozias,
1 Apost. Konstit. lib. 8 0 . 48 n. 2 — 4. Funk, Didase. et const, ap.
vol. 1 p. 556 — 559; cfr. vol. 2 p. 92 sqq.
2 Nr. 2. » Num. 16, 1 sqq.
^ II Paral. 26, 17 sqq. II (= IV) keg. 15, 5 sqq,
5 Ygl. Epb. 4, 30 und iiber sein Zeugnis kom. 8, 16.
c Nr. 3.
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die Wald des Katliolikos Iso'jaliblV. 75
und ilir wiM, welche Strafe es ist, die iiber jene verbangt
ist, die so bandeln.
Aus demselben Kanon.^ „Wir sagen also, daili keiner die
Ehre, des Priestertums sich mit Gewalt nebmen®, sondern sie
5 entweder 'voiiGott empfangen soli, wie Melcliizedek^ und Jacob*
Oder von dem Oberpriester, wie Aaron von Moses.““ Und ilir
wisset, o selige Vater und geistlicbe Sobne, dafi diese Person
weder wie MelcMzedek das Priestertum empfing, nock wie
[134 a] Aaron. Wenn aber jemand sagt, dafi er es empfing,
10 wie Mari® und Johannes’, so sagen wir ibm, dafe die
Wabl und Handauflegung des Mari und Johannes nicht (so)
schandlich war wie diese. Denn wenn sie etwas als Bestechung
gaben, so wurde doch nicht vom Aufgange der Sonne bis
zu ihrem Untergange von ihnen verkiindigt, dafi sie (etwas)
15 gegeben hatten und wie viel jeder von ihnen gegeben hatte,
wie zu dieser Zeit fiber diese Person. Und ferner war der
Metropolit von Elam, der (den Gewahlten) die Hand auf-
legt und sie (mit dem Kreuze) bezeichnet, bei der Hand-
auflegung (jener) beiden hinzugezogen, aber bei der Handauf-
20 legung dieses Mannes war er nicht herangerufen. Und bei
der Handauflegung jener wurden die Vater nicht mit Gewalt
gezwungen, (sie ihm) aufzulegen, wie es bei der Handauflegung
dieses (Mannes) geschehen ist. Und wenn dieser und seine Heifer
diese beiden zum Vorwand nehmen, so findet sich vielleicht
25 nach diesen ein anderer, dessen Wahl und Handauflegung
schandlicher ist, als die jener drei, und er und seine Heifer
nehmen von ihnen Veranlassung und er wird (als Patriarch)
aufgestellt, und ihr wisset, was (dann) folgt! Auch weiE> eure
Ehre, dafi, wenn die Handlung dieses Mannes nach dem Hin-
30 scheiden des Mar 'Abdiso’®, dessen Andenken gesegnet sei, ge-
1 Axiost. Konst. 1. c. n. 17 Funk, vol. 1 p. 562 scp Fiir Jacob ist
die gewolmlicbe LA Job, sielie Job 1,5.
2 Vgl. Hebr. 5,4. s Gen. 14,18. Hebr. 7, 1; 15f.
4 Gen. 35, 1. s Ex. 30, 30.
c Mari H. (987—1001).
2 Johannes VI (1002 — 1013), den ‘Amr geldgierig nennt, oder Johannes
VII, Sohn des Nazuk (1013- 1022). Cfr. MAS. pars H vers. Lat. p. 55 sq.
8 'Bbedjesu I. (963—986).
76
Vandenhoff
schehen ware, sein Verfahren fiir die Seelen aller Glaubigen (noch)
veraclitlicher nnd verbafiter gewesen ware, als es jetzt veracht-
licli ist. XJnd der Grand, weshalb es jetzt weniger veracbtlicli
ist, ist die kleine Nachsicht, die mit den seligen Mari und
Johannes geiibt wurde. TJnd wenn der Handel’ von diesem 5
Manne wiederbolt und mit ihm Nacbsicht geiibt wird, so
findet man eine derartige Handlungsweise kanoniscb, weil sie
zur Gewolinlieit geworclen ist. XJnd alle Siinden, die in betreff
der (Patriarcben)wabl von jetzt an (nnd) bis znm Ende
der Welt gescbeben, werden an diesem Manne nnd an nns lo
alien bestraft werden, indem er nnd wir ims als Veranlassung
derselben herausstellen. Und femer, wenn die Siinde^ des
Mari nnd Johannes (ebenso) nnsittlich war, wie die (Siinde)
dieses (Mannes) und dieser sie nachahmte und gleichsam
znm Gesetze machte, so geziemte es sich (doch) nicht, dafi is
man mit ihr Hachsicht iibte, wie mit diesen Nachsicht geiibt
wurde, weil die Siinde dessen, der das Ungesetzliche fiir
gesetzlich halt, [I 34 b] grower ist, als (die Siinde) dessen, der
etwas in ungesetzlicher Weise tut, mit dem Bewufitsein, dafi
er ungesetzlich gehandelt hat, Wenn ihr aber sagt, dafi 20
das Verfahren dieses (Mannes) nicht schandlicher ist, als das
des Mari und Johannes und dafi, wie jene (als Patriarchen)
angenommen wurden, so auch dieser angenommen werden
miisse, so sagen wir zu euch, nicht um unsere Ansicht zu
verfechten, sondern um zu lernen und nicht nach Weise eines 25
Lehrers, sondern jfragend: Ist das Verfahren dieses Mannes
lobenswert oder ist es tadelnswert? Ich glaube nicht, dafi
ihr saget, dafi es lobenswert sei, indem ihr vor der gott-
lichen Schrift Ehrfurcht habt, die sagt: „Wehe denen, die
das Gute bose nennen und das Bose gut, und die das Licht
zur Finsternis machen und die Finsternis zum Lichte, und
das Bittere siifi nennen und das Siifie bitter!"® Wenn ihr
aber eingesteht, dafi sie tadelnswert ist, so ergibt sich eines
von beiden: Entweder war dasVerfahren des Mari und Johannes
1 Vortlich: die Handluiig.
2 'Worfclich: die Sadie.
3 Is. 5,20.
Ein Brief des Elias Lar Siiiaja iiber die Wahl des Katholikos Iso’jahb IV. 77
nicht (so) schandlicli, wie das (Verhalten) dieses Mannes, and
deshalb wurde mit ihnen Nachsicbt geiibt und erkannte man
sie an, oder es war (ebenso) unsittlicb. wie bei diesem (Manne),
nnd die mit ihnen Nachsicbt iibten, verdienten Tadel, wenn
5 sie die Nachsicht versagen konnten und (dock) Nachsicht
iibten. Zudem weifi jederinann, dafi das Verfahren jener*
nicht so unsittlicb, wie das (Verfahren) dieses Mannes. Wenn
es aber unsittlicb ware, wie bei diesem, und mit ihnen doch
Nachsicbt geiibt wurde, so haftet an euch der Tadel
10 und eilt die Schmach hinter euch her (und ruft:) Wes-
halb stimmet ihr ihnen bei? Weshalb habt ihr ihre Namen
ausgerufen (als von Patriarchen?) Wenn ihr aber sagt: Wir
fiirchteten uns vor den Fiirsten, ihren Helfern, so sagen wir
euch: Und wenn euch also die Piirsten befehlen, dafi ihr
15 beim Fasten Fleisch essen sollt oder dafi ihr ehebrechen nnd
toten und falsches Zeugnis ablegen sollt, — was fern sei,
dafi es euch geschehe! — wiirdet ihr ihnen gehorchen?
Und wenn ihr sagt, dafi das Urteil, das iiber jene gefallt
ist^ die sich dieser Siinden schuldig gemacht haben, grofier
20 und barter sei, als das wegen des (unrecht erworbenen)
Oberpriestertums, so beweisen wir euch, daS es fiir alle
diese Siinden Nachlassung gibt, wie der hi. Lehrer Narsai^
der Wahrhaftige, (Jessen Gebet iiber uns komme, in der
dritten Abhandlung des Buches iiber die schlechten Gewohn-
25 heiten^ zeigf, die in der Kirche auf Grund der Nachlassig-
keit der Kirchenvorsteher entsprungen sind, worin er Folgen-
des sagt: „Wenn es mir aber nicht zusteht, die Priester in
irgend etwas zu tadeln, so doch wegen des Unrechts, das sie
am Priestertum begehen und (wenn sie) die herrliche Wurde
30 jenen geben, die nicht einmal wiirdig sind, die Tiiren der
Kirche zu durchschxeiten, und (wenn) vielleicht jede Frevel-
1 Mari und Johannes.
2 D. h. die Strafe, zu der sie verurteilt werden.
2 Narsai der Groiie oder der Aussiitzige, ein Mitbegriinder der Schule
zu Nisibis, gestorben urn 507, Duval, Lit syr, p. 346.
4 Dei Assemani, J5. 0. Ill 1, p. 66 nennt *Ebedjesu unter den
Werken des Narsai ein Buck iiber „Die Verderbnis der Sitten“. Duval,
Lit. syr, p, 347. Wright, Syr. lit p. 59.
78
Vaudenhoff
tat, die Frevel genaniit wird, Vergebung findet, so gibt es
docb fiir denFrevel am Priestertum keine Vergebung.“ Dar-
aus erkennt man aber, daft die Siinde, die wegen des Priester-
tums (begangen wird), grofier ist als alle Arten des Prevels;
und jeder, der ihn bindern kann und nicbt bindert, ist ein 5
G-enosse dessen, der ibn yeriibt und aller jener, die (ibm)
belfen; und wer (ibn) bindern konnte, und aucb jetzt (nocb)
bmdern kann, den kennet ihr!
Siehemelmter Kanon mis der Synode der Dreihundertundacht-
zehn.^ „Es ist der Wille der okumeniscben Synode, dafi es lo
weder den Biscbdfen, nocb den Priestern, nocb den Diakonen
erlaubt sei, durch Bestecbung (als) Priester (angestellt zu
werden). Und wenn man jemand (darauf) ertappt, so soil
den, der gibt und (geweiht) wird, und den, der annimmt und
(die Weihe) yerrichtet, beide Teile zugleicb, die (Strafe der) 15
Abselzung yom Priestertum treffen und den, der diese (Be-
stimmungen) iibertritt, stellt die okumenische Synode unter den
Baim!“ Undwennder,welcberden Angeborigen (seines Bekennt-
nisses) (Gleld zur) Bestecbung gibt, abgesetzt wird, um wie yiel
mebr jener, der den Auswartigen gibt! Wenn aber jemand sagt, 20
dafi alleFiirsten derKircbe dieserZeit oder (docb) ibre Mebrzabl
durch Bestecbung, die sie den Metropoliten und den Katbolikos’
gegeben haben, ibre Vorsteberwiirde eidangt haben, so sagen
wir ibm, dafi der Grund dieser und der meisten tadelnswerten
(Handlungen), die in der Elircbe geschehen, die Nachsicbt 25
ist, die mit dem Katbolikos geiibt wmd, mit ibm, dessen
Wabl und Handauflegung nicbt in gottgefalbger Weise statt-
findet. Denn wenn die Wabl des Katbolikos weltlicb wird
und durcb die Nacbsicbt der Angeborigen und die Hilfe
und Unterstiitzung der Auswartigen zustande kommt, so so
nimmt aucb er Bestecbung an und beugt das Eecbt und Iibertritt
das Gesetz. Und wenn der Metropolit siebt, daS Simon
Kepba^ Geld annimmt und Bestecbung entgegennimmt, und
das Eecbt beugt und das Gesetz iibertritt, so nimmt aucb
1 Tater von Nicaa, Braun, De s. JSficaena syn, p. 73.
B. h. der Katholikos, das Oberliaupt der Kirche, gleich dem Simon
Petrus, Die Stelle ist ein JZeugnis fiir die Ijelire vom Primat Petri.
Ein Brief des Elias bar ^inaja iiber die Wahl des Katholikos Isojahb IV. 79
er, wie man von ihm genommen hat. Und wenn der Bischof
sieht, dafi er fiir Silber und Gold seine Wiirde gekauft hat,
so verkauffc er auch den Presbyterat und den Diakonat und
richtet ungerecht und parteilich. Und wenn die (Angelegen-
5 heiten) der Sohne der Eirche (= Kleriker) so vollzogen wer-
den, so findet man, dafi die (Handlungen) der glaubigen Laien
(noch) schandlicher sind, als diese. Die Veranlassung aber von
all diesem ist der Katholikos, und die Yeranlassung (zu der
Siinde) des Katholikos ist eure Kachsicht. Und ferner, wenn
10 die Kirchenfiirsten unserer Zeit tadelnswert sind, weil sie
ihre Vorsteherwiirde fiir Geld erlangt haben, das sie den
Katholikos’ und den Metropoliten gegeben haben, so brauchten
sie es von jetzt an und fernerhin unr den Fiirsten und den
Answartigen zu geben. Denn wenn sie von ihrem Katholikos
15 sehen, dafi er mit Hilfe der Fiirsten eingesetzt wird, was
hindert sie, dafi auch sie auf diese "Weise (zu ihrer Wiirde)
zu gelangen (suchen)? Und wenn dies geschieht, so findet sich,
dafi das Zweite schlimmer ist, als das Erste. Denn wenn auch
beides zugleich schlecht ist, so ist doch eines verachtlicher
20 als das andere. Zuerst streiten beide (Siinden) gegen die
Kanones der Apostel und fiihren das Verderben herbei und
bereiten unserem Yolke Schande und Yerspottung. Und
wenn ihr dessen iiberdriissig seid, so rottet zuerst aus das,
was schlimmer ist und dann ermahnet alle Yater dazu, dafi sie
25 den in den Bann tun sollen, der dnrch Bestechung das Yor-
steheranit (in) der Kirche erlangt oder es gegen Bestechung
verleiht. Und jeder, der daran keine Freude hat, den soli
der Herr nicht erfreuen, weder in dieser Welt noch in der
zukiinftigen, und die Betriibnisse eines jeden, der dariiber
30 betriibt wird, moge der Herr verdoppeln! Zwolfter Kanon
der 8ynode, die versammelt xmr zu Chalcedon dariiber, da^ ein
Bischof nicht durch Schreiben der Kbnige Metroigolit d. h. aber
Eaupt der Bischof e werden solU „Bs kam zu unserem Gehor,
dafi Leute auBerhalb der kirchhchen Gesetze (sich gestellt
* KAO 92. SchultheC, Die syr. Kanones der Synoden von Nicaa his
Ghalcedon (Berlin 1908). (AbJiandl. der GGW.) N. JP. t. X n. 2 p. 125,
80
Vandenhoff
haben und) zu den auswartigen' Herrschern geeilt sind und
durch Befebl der koniglichen Regierung, der auf grie-
cHscb TipaYgotTixo? TUTcm^o?^ beifit, eine HyparcMe in zwei
zerrissen baben, so dafi von da an zwei Metropoliten in
einer Hyparcbie sein sollten. Es bestimmt nnn die beilige 5
Synode, daS also keiner von den Biscbofen etwas Derartiges
sicb zu tun unterfangen soil. Wer aber dieses Gesetz iiber-
tritt und veracbtet, der verliert seine Wurde.^'* Denn wenn
wir auch nicbt den Glauben^ annebmen, den die Synode von
Obalcedon aufgestellt bat, so nebmen wir docb ibre Kanones lo
an, die unser Bekenntnis nicbt verletzen. Und desbalb baben
die Vater sie in den synodiscben Biicbern aufgezeicbnet. Ein
Teil von dem dreieehnten Kanon der Synode von Bet Lapat,
der {iber diejenigen handelt, die fur Geld die WeiJie des Priester-
tums erlmufen.^ „Aucb fiir den also, der Geld gibt und sicb is
die Wiirde des Priestertums der Kircbe kauft, verordnen
wir dieselbe Strafe, dafi er sein Amt iiberhaupt nicbt aus-
iiben solle, indem wir uns erinnern an das Wort des seligen
Petrus, der einen von den Anmafienden, der fiir Geld die
geistlicbe Gabe zu kaufen gedacbte, sogar aus der Gemeinscbaft 20
des Glaubens ausscblofi, indem er zu ibm spracb: Dein Geld
gehe mit dir ins Verderben! Denn, weil du geglaubt bast,
dafi man die Gabe Gottes fiir weltlicbe Giiter erwerbe, so
kommt dir weder ein Anted nocb ein Gewinn aus diesem
Glauben zu!® Der also, der Geld gibt, und der, welcber es 25
nimmt fiir eine von den Wiirden der Kircbe, soli gebannt
sein von Obristus, dem Haupte der Kircbe !“ Wenn also die
lieiligenYater den, der an die Angeborigen (seines Bekenntnisses)
(Geld zur) Bestecbung gibt, mit Simon dem Zauberer, der von
den Aposteln gebannt wurde, verglicben baben, mit wem ist so
dann der, welcber die Auswartigen besticbt und den Platz
1 D. h. heidiiischen.
2 Audere LA: tutco(; (Schultliefi).
3 ’Wortlicli: fallt aus seiner Wiirde.
Oder das Glaubensbekenntnis . . . das . . .
5 Syn. 621 f.
6 Actj ap. 8, 20 f. (verandert).
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die "Walil cles Katliolikos Iso'jabb IV. 81
des Simon Keplia einnimmt, zu. vergleiciaen? Wem gleich-
gestellt? Was soli man iiber ibn sagen?
Ein Teil von dem achtsehnten Kanon derselhen Synode.:
„Der, welcber ans G-eiz oder Parteilicbkeit eine Yon den
5 Wiirden des Priestertums verleiht, wenn aucb einem von den
Seinen, nicbt vs^egen des Nutzens, sondern wegen der Ebre
dessen, der geweibt wird, so soil er von dem Plerrn des
Priestertums verflucbt sein! Und wenn einer es sicb beraus-
nabm und (deswegen) eine Eiige verdiente, wabrend sicb die
10 Bischofe, denen es zustebt, ibn seines ' Vorsteheramtes zu
entheben, um ibn nicbt kiimmern, so soUen wegen ibrer An-
mafiung aucb sie mit ibm von Christus gestraft werden!“ Ibr
verstebt, o unsere seligen Vater und geistlicben Briider, dafi
dieser Kanon jeden verdammt und unter Strafe stellt, der
15 die Wiirde des Priestertums unkanoniscb verleibt, und alle,
die sicb nicbt darum biimmern und ibn deswegen nicbt tadeln.
Aucb wir und unsere iibrigen Amtsbriider waren dieser Strafe
unter worfen, wenn wir nicbt das taten, was wir zu tun
scbuldig sind, und das bescblossen, was die Kanones fiir
20 recbt erklaren und das Jocb von unseren Scbultern wiirfen
und es auf euren Kacken legten^, (das Jocb) des (Gesetzes),
von dem ibr wisset, dafi es scbon und niitzbcb ist, und uns
und eucb von der V ersiindigung gegen Gott und die Menscben
errettet und befreit. (Das) tuet und lebret uns es zu tun!
1 Syii. 622.
2 YgL act. ap. 15, 10. Ecoli. 51, 26 (Vulg. 34).
(Sohlali folgt.)
Okibks Ohristiakus. Neue Serie HI ,
6
ZWBrrE AB'CEILUNa;
AUFSiTZE.
L’Octoeohos Syrien,
Par
Dom J. Jeannin et Dom J. Puyade, 0. S. B.
I. Etude historique.
La pratique actuelle — L’Ootoiiclios d’apres Bar Hebraeus — Origines
de I’Octoeclios — L’Octoechos dans le rite Syrien du VI® au VIH® siecle.
Les Hymnes de Severe — Les modes grecs en Orient, aux premiers siecles
du Christianisme.
I — Le mot d’BxTtoYjxo? qui etymologiquement suggere I’idee
de huit modes canoniques adoptes pour le cLant ecclesiastique
a revetu, grace a la liturgie byzantine, une signification plus
extensive. 11 designa tout d’abord le groupement faotice de
pieces liturgiques cataloguees en buit series suivant le mode
sur lequel elles sont executees. De ce procede ingenieux il a
enfin passe au livre lui-meme qui contenait les morceaux ainsi
distribues. Et depuis de longs siecles le terme d’Octoecbos
ne designe plus que la saison du breviaire correspondant au
temps apres la Pentecote. Ces diverses acceptions de r’Oz-
To&Yjyoc se retrouvent ainsi dans une certaine mesure dans le
rite syrien. Sous le nom de «ikliadia8», les Syriens
entendent les buit modes qui, a I’exclusion de tout autre,
composent le systems musical du rite.* Sous le nom de
)jLaV uaoJbtA*! JLatvA (divre des buit tons ou modes »;
I’Eglise Jacobite, a partir du XVP"’° siecle, designe son bre-
viaire festival de Paques au commencement de I’ann^e litur-
I Ce systeine musical ne s'applique qu’aux chants rythmes proprement
dits et & la psalmodle. Pour les autres rScitatifs et surtout les houssaie
pijpoii, les Syriens ont adopte les modes vulgaires de Syrie et de Meso-
potamie : modes turcs, arabes, persans, kurdes etc. Sous le nom des Syriens
il est bien entendu que nous rangeons aussi bien les Jacobites que les
Syriens unis.
L’OctoechoB Syrlen.
83
gique (premier dimanche de Novembre), Mais cette derniere
acception est, comme on le voit, tres tardive et n’est qu’nn
caique du precede byzantin de r’Oxxtor^yosd II n’en est pas
de meme des deux premiers sens. Les Syriens connaissent
depxiis fort longtemps le systeme musical de huit modes litur-
giques executes durant I’annee ecclesiastique d’apres les lois
d’un roxilement reguliei’. On sait que les Jacobites possedent
deux sortes de breviaire:^ le breviaire ferial contenant un
office complet pour tons les jours de la semaine et le breviaire
festival pour les dimanches et fetes de I’ann^e. Oes deux
breviaires se completent mutuellement de telle sorte que, le
second n’ayant pas d’office propre, on retombe dans le pre-
mier. Au point de vue du roulement tonal ils obeissent a
des regies differentes.^ La loi generale qui regit le breviaire
festival, e’est que depuis le premier dimanebe de Novembre
— cajDut anni ecclesiastici — ebaque dimanebe a un ton
special, du premier au buitieme, ce qui constitue des series
de buit dimanebes allant de Novembre a Noel, de bToel au
Oarmne, du Oareme a Paques, de Paques a Pentecote. Apres
la Pentecote les series se poursuivent jusqu’au premier di-
inancbe de I’annee suivante. Les fetes qui tombent dans
I’intervalle ont le plus souvent des tons speciaux. Le breviaire
ferial est soumis a des lois plus compliquees. Les Laudes
on “'OpOpo? et les Vepres — suivies de Complies — ont
des tons speciaux suivant un ordre assez irregulier selon les
jours de la semaine.^ Quant aux Vigiles et aux cepetites
beuresM, elles s’executent dans le ton plagal de celui qui
affecte le dimanebe precedent; de fagon que si le ton domi-
nical est le premier, celui de la semaine sera le cinquieme;
1 Ofr. Baum stark, Festlrevier und Kirchenjahr der syrischen Jahdbiien.
1910, p. 84 et 167 sq.
2 Baumstark, op. cit. p. 26 sq.
3 Nous donnons ioi le resume des rubriques du brfeviaire fSrial, edit.
Babmani, p. 5 seq. et du breviaire festival, edition de Mossoul, p. 55 sq.
i Lea Vepres du lundi et du mardi sent du 6*”“® ton. L’’'Op6po? du
lundi du 2*"“® ton; celui du mardi du 8*“®. Les Vepres et l’(Op6po? du
mercredi sont du 7®“® ton. Les Vepres du jeudi du 5^™®. L’JOpfipoj du
jeudi du 1®^ Les Vepres du vendredi et du samedi du 8*“®. L’’'0p6po; du
vendredi du C^”*®. L’'^0p6po? du samedi du 8*“®.
6*
84
Jeannin et Puyade
si c’est le second, le ton ferial sera le sixieme, ainsi de suite
et vice versa. On aura remarque que les tons plagaux, coname
dans le systeme grec, sont les tons cinq, six, sept et huit,
et non coname dans le chant gregorien les tons pairs deux,
quatre, six et huit.
Nous retrouvons ici les grandes lignes de I’Octoeclios by-
zantin tel qu’il se pratique aujourd’bui. Le roulement des
tons est identique sauf que le point de depart est un peu
different. Celui des Grecs est situe a Paques. Mais, comme
nous le verrons, c’etait aussi le point de depart des Syriens
au temps de Bar Hebrseus, Les tons speciaux pour les fetes
varient aussi quelquefois pour les deux rites; ‘ mais ce qu’il y
a de cuiieux, c’est que le ton du canon byzantin — souvent
different du ton general de la fete — est a peu pres con-
stamment le ton prescrit pour la fete syrienne. L’identite est
encore plus parfaite si Ton se reports a un passage de Bar
Hebrseus^ {Ethicon, edit, Bedjan, p. 69 a 72). Oes rapproche-
ments ne manquent pas de jeter une certaine lumiere sur les
emprunts liturgiques du rite syriaque au rite byzantin. Les
c( canons » sont en effet iin genre hymnologique byzantin qui
a passe dans la liturgie syrienne sous le nom de cc Canons
grecsB JUaio. Les compositions des celebres melodes
du septieme et du huitieme siecle, grace a une traduction,
ont ete ainsi appropriees par les Syriens. Ceux-ci leur ont
conserve le mode sur lequel elles etaient executees, ce qui sem-
blerait supposer que meme la melodie grecque avait pass4
dans le rite syriaque. Mais cependant, d’apres les rares
echantiUons de canons syriens dont on puisse retrouver I’oi'i-
1 Les grecs prevoient plusieurs tons pour la meme fete et dans tons les
cas des canons de plusieurs modes. Pour les fSyriens il n^ a guere que la
fete de Paques et le dim an die in Albis qui admettent un melange de
plusieurs tons. En principo; le ton du «canon grec», d’apres les rubriques
du breviaire edit. Mossoul, p. 55, est distinct de celui du jour, mais en
fait les divergences sont exceptionnelles, ainsi pour la circoncision.
2 Ce curieux morceau trouvera sa place naturelle dans la deuxieme
partie de notre travail: TOctoeclios syrien au point de vue musical. Le
savant Jacobite essaie de determiner «les raisons naturelles» de la distinction
des buit tons. Le ces raisons il d^duit la convenance de tel ton pour rendre
le syjnbolisme de telle fete.
L’Octoecb.os Syrieu.
85
ginal grec, les divisions rytiimiques ne sont pas semblables.
Nous n’avons personnellement trouve qu’un birmus divise
exactement de la meme fagon dans les deux breviaires.^
II — Dependant le meme Bar Hebrseus esquissant ailleurs^
— malheureusement d’une maniere trop breve — les regies litur-
giques du rite syriaque, donne incidemment celles qui con-
cernent les tons ecclesiastiques. ccEt pour ce qui est des tons
de dimanches. a partir du dimanche nouveau (dimancbe de
Quasimodo) le deuxieme ton suit le premier, le troisieme le
second, et ainsi de suite; et pour les jours ordinaires le
cinquieme s’attache au premier, le sixieme au second, le
septieme au troisieme, le buitieme au quatrieme, et vice versa.
cSlaj jL2iOr.Q^ Jia.A,aiyL> ^
cajij JLAA:>ax> {K»d..s»o .JiA;.jbO
. « JLaSo(.ao JLx*a;.N.o JL^.oi.a. Jbu$K^o
En depit du laconisme de ce texte, nous retrouvons ici
les deux lois generales de I’Octoecbos syrien actuellement en
vigueur: le roulement des buit tons pour les diman cbes de
I’annee, et I’usage des tons plagaux aux jours de ferie.
Avons-nous encore affaire ici a un emprunt au rite by-
zantin? II est difficile de se prononcer la-dessus d’une ma-
niere decisive. On aimerait a pouvoir retrouver dans la tra-
dition syrienne trace de ce roulement tonal; mais, a notre
connaissance du moins, on n’a signale encore aucun texte la-
dessus. Cette question du roulement tonal est intimement
liee a la formation de I’annee bturgique, des dimancbes sur-
tout, qui en constituent les etapes les plus importantes. Or
il semble bien que le point de depart primitif de ce roule-
ment ait ete le temps apres la Pentecote. O’est pour cette
periods bturgique, la plus vague et la moins rempbe de
1 Une etude directe sur les ancieiis mauiiscrits serait peut etre plus
fructueuse en details concernaut les relations des deux rites au point de vue
musical, a I’epoque de leurs echanges liturgiques. Le breviaire de Mossoul
a donne relativement peu de place a I’elemeiit des acanons grecso — un
seul canon et souvent fort abrege pour cbaque grande fete. — L’element
arameen, comme de juste, est beaucoup mieux represente. On trouvera dans
M. Baumstark op. cit. p. 126, en note, la liste des canons syriens qu’on
peut verifier dans les livres liturgiques grecs.
2 Nomocanon, edit. Bedjan, p. 67.
86
Jeannin et Puyade
mystereSj q^u’a ete preconise le precede ingenieux de I’Octo-
echos. O’est de la qu’il a du s’etendre sur tout le reste de
I’annee liturgique. Au temps de Bar Hebrasus, nous I’avons
vu, on commen§ait au dimanebe de Quasimodo. Plus tard
on trouva plus naturel sans doute de prendre comme tete de
ligne, le premier dimanebe de I’annee ecclesiastique. * Les
dimanebes de I’Avent Syrien formaient avec ceux de la con-
secration et de la dedicace de I’Eglise une serie de buit di-
manebes. Puis la IToel avec les dimanebes de TEpiphanie
constituaient une nouvelle serie. Le Oareme, la Semaine de
Paqiies, les dimanebes apres Paques et le temps apres la
Pentecote venaient tout naturellement poursuivre ce roule-
ment regulier. De sorte qu’ici encore nous penserions a un
developpement du systeme byzantin de I’Octoecbos. Par
centre, nous ne trouvons jjas trace dans le rite grec de cet
usage d’executer les beures canoniales de la semaine dans le
plagal du ton dominical. Cet usage doit cependant etre tres
ancien puis qu’il existait au temps de Bar Hebreeus. Dans un
vieux du couvent Jacobite de St. Marc, provenant
du celebi’e monastere syrien de sainte Marie du desert de
Scete en Bgypte,^ la collection des est redigee d’apres
cette loi des tons plagaux. Tons 1,5, 2,6, 3,7, 4,8.
Ill — ^La tradition est unanime a attribuer ccrOctoeclioss
a St. Jean Damascene. Cependant quand il s’agit de definir
nettement ce dont on est redevable au celebre inelode, on
se trouve bien embarrasse. Ne faut-il lui attribuer qu’une
reforme liturgique consistant dans le groupement artificiel
des pieces liturgiques d’apres les buit tons? Ou serait-il
aussi I’inventeur du systeme musical des buit tons ecclesias-
1 Le dimanche de la Consecration de I’Eglise est donne comme in-
augurant I’aiinee ecolesiastique dans le ms. British Museum, add. 17.272, dn
Xll® siede. Baumstark, op. cit. p. 167.
2 D’apr&s une note en carokouni k I’interieur du ms.: «La misericorde
de Dieu soit sur celui qui a legue ce livre au couvent de Notre Dame Mere
de Dieu de Scete et aussi sur celui qui a pris soin de le rendre une se-
conde fois au monastere de Soete». Cette note semble avoir eckappe e.
M. Baumstark. Le ms. semble etre du XII® ou du XUI® siede. C’est
aussi I’opinion de M. Tisserant a qui nous I’avons montre.
L’Octoechos Syrien.
87
tiques et, par surcroit, le reformateur de la notation musicale
dite ekphonetique a laq[uelle il substitua la notation dite da-
mascenionne? Eien dans ses ecrits ne sombl© prouver (ju’il
ait eu un talent musical extraordinaire, on que son attention
ait ete portee vers une reforme musicale proprement dite.
Aussi I’opinion tend-elle a se generaliser qui n’attribue au
Damascene qu’une simple reforme liturgique.*
Au reste la tradition manuscrite sjaieune est une preuve
que le system© musical des buit tons est tout a fait inde-
pendant de rOctoecbos damascenien, et lui est bien anterieur.
L’Eglise monophysite, en effet, a conserve avec un religieux
respect un bymnaire qui forme le pendant de I’ceuvre de
St. Jean Damascene, cd’Octoechosa de Severe, patriarcbe
monophysite d’Antioche de 512 a 519.^ C’est cette precieuse
collection qu’il nous reste a etudier en detail.
Le nouveau patriarche d’Antioche a pehie installe sur son
trone semble avoir montre beaucoup de zele apostolique dans
sa charge. Son biographe Jean bar Aphtonia^ s’etend avec
complaisance sur ses austerites et sur les reformes accomplies
par lui. Son premier soin, nous dit-il, fat de renvoyer tout
le personnel culinaire du patriarcat. Avec le meme zele que
mirent Ezechias et Josias a detruire les hauts lieux
et les statues de Baal, on le voit renverser les bains
et detruire toute trace d’une vie molle et luxueuse.
Tous ses soins se portent vers I’instruction de son peuple et
la splendeur du culte. «Oomme il voyait que le peuple
d’Antioche se plaisait aux chants, les xms aux chants de la
tente^ (theatre), les autres a ceux des pontes d’eglise, il con-
descendit done a cette passion, a I’instar d’un pere qui bal-
1 Christ, Antliologia graeca carminum christlanormnj p. CXXIV — UcJios
d'Orient, 1898, p. 356 sq. — Rebours, Traite de Fmltique, p. 276.
2 II a ete edite par la Fairologia OrkntaliSj tome VI, p. 1 ^ 180, et
VII, p. 795 k 802.
3 Cfr. Fairologia Oriental^, t. II, p. 243, 44, 45. Cfr. egalement Feme
de V Orient clirUien^ 1900, p. 297 sq[.
i M. Nau R. 0. 0. 1. c., traduit par chants du tabernacle 5 = psaumes.
11 semble bien qu’il s’agisse ici de theatre comme le traduit M. Kugener
P, 0 . 1 . c.
88
. Jeannin et Puyade
butie avec ses enfants et ayant etabli des psaltes,* il composa
des hymnes et les leur donna . . .
ftyjujKso ?J0) toSx >bI lUswj JL^Jas
l^.^2aAl, Q.^i4.cis ©tala l.aiOj.a
. . . ^©(.X
II leur donna non point de ces chants pervers et effemines
qui conduisent ceux qui s’y complaisent aux delices de la
perte et non a la joie spirituelle, mais de ces chants pleins
de tristesse et provoquant aux pleurs aim6s de Dieu ceux
qui les ecoutent,
ItdjLiot l©:^;© {]k!aajaJ©
o©i ^©t-sk wm to^ o^o
^©v^ lo)i^b iK©.:©; ^^©t )i{ ^al2©c.2
(( » ^ JBb?
Le resultat de ces compositions fut que les theatres fu-
reiit delaisses et I’eglise beaucoup plus assiduement frequentee.
Aux jours de calamites publiques les places etaient converties
en eglises ou Ton chantait a Tenvi les hymnes de Severe.
Le recueil de hymnes de Severe^ constitua des le VI®
siecle le repertoire religieux du patriarcat d’Antioche. Comme
on I’a vu d’apres le biographe du celebre patriarche, ce re-
cueil eut un succ^s considerable. Mais sa chute prematuree
du patriarcat d’Antioche dut en restreindre I’influence dans
les milieux orthodoxes. Dans tous les cas les monophysites
syriens s’empresserent de recueilhr I’heritage litteraire . de
leur illustre chef, «cet homme remarquable en science theo-
logique, notre grand Severe», dira un jour Bar Hebrseus.
1 Et non des psanmes, comme le traduit M. Nan. Le verbe )ajuoJ in-
sinue qu’on a affaire a des personnes*
2 On B^est pas oblige 4 ne voir dans ce recueil que des compositions
persoimelles de Severe. Puisqu^il condescendit an gout du peuple pour les
poetes ecclesiastiquesj quelques unes de leurs oeuvres durent sans doute
trouver grace 4 ses yeux. II ne serait done pas impossible que le recueil
severien contint plusieurs pieces liturgiques faisant partie du vieux reper-
toire religieux du patriarcat d’Antioebe au cinquieme et au quatrieme siecle.
Bien plus, gr4ce au texte si formel de Tlieodoret, P. Gr. tome OXXXIX,
col. 1390, on pent affirmer que plusieurs de ces pieces avaient un original
syrien venu peut-etre du centre liturgique si florissant d^Edesse.
L’Ootoeclios Syrien.
89
{EtMcon, edit. Bedjan, p. 65.) Mais la situation notivelle im-
posee par les circonstances an rite monopliysite, Ini rendait
difficile nne utilisation telle quelle de ce recueil. Une tra-
duction syriaque s’imposait, le centre du rite etant, non plus
la Syrie liellenisee, mais la Mesopotamie arameenne. Cette
version fut realisee au commencement du VII “ siecle' par
un certain Mar Paul d’Edesse qui se distinguait au premier
rang de ces traducteurs liturgiques; on lui doit en effet la
version des oeuvres de saint Gregoire de ISTazianze.^ Cette tra-
duction nous est parvenue avec quelques compositions poste-
rieures de Jean bar Aplitbonia, de Jean Psaltes etc. dans une
edition critique de Jacques d’Edesse. Une note qui clot cette
edition est pour nous la source des renseignements les j)lus
precieux au point de vue hymnograpliique et musical.^ «Avec
tout le soin possible j’ai distingue les paroles du docteur
(Severe) de celles qui ont ete ajoutees par le meme Mar
Paul, afin que fut egale la quantite des mesures dans le chant,
a cause de la brievete et reduction des paroles dans la langue
syrienne en comparaison du langage grec.
jyi^ vX.; ^
itoAScxA jCcLo. iootLj JJcxd
jljot jiA jixia
Pendant que j’ai ecrit les paroles du docteur en enore,
celles qui ont ete ajoutees je les ai ecrites en rouge (o-/jpixov).
Et celles que le meme traducteur a changees pour la meme
raison afin qu’il y ait egalite de mesure de paroles avec le
chant des paroles grecques, je les ai ecrites en petits carac-
teres et entre les lignes, afin que tu saches facilement et
quand tu le voudras comment elles sont en grec».
Cette precieuse note nous exprime pour le mieux les ca-
racteres de I’une et de I’autre edition. Paul a un but essen-
tiellement pratique. II a sous les yeux un hymnaire grec
tres populaire et assez complet pour les besoins liturgiques
1 De 619 a 629 d’apres M. Brooks, Fairol. Or., tome VI, preface.
2 Duval, Lilt, syriaque, p. 311, 312.
3 Patrol. Orkntalis, VII, p. 801, 802.
90
Jeannin et Puyade
da coarant de I’annee. Mais ce recueil ne semble plus re-
pondre aux besoins actuels du rite; la langue n’est pas celle
du nouveau centre monophysite. Combien plus utile il serait
si on pouvait lui donner une forme arameenne! Mais devant
lui se dresse un obstacle: comment, sous cette nouvelle en-
veloppe, pourra-t-on I’executer avec les melodies anciennes?
O’est ici que se manifeste son precede ingenieux. II arran-
gera sa traduction de maniere qu’au point de vue rythmique
le syriaque corresponde de tout point avec I’original. Ainsi
accommode aux nouvelles exigences, I’ancien recueil continuera
son office et reprendra sur le terrain arameen I’influence
perdue dans le patriarcat orthodoxe d’Antioche,
Cependant au milieu de la fureur d’hellenisme qui sevis-
sait dans le monde syrien du YU® siecle, cette traduction,
si appreciable fut-elle au point de vue pratique, ne satis-
faisait pas tout le monde. L’esprit critique d’un Jacques
d’Edesse se trouva soliicite a reviser minutieusement la tra-
duction de Mar Paul, demarquant ingenieusement ce qui etait
dans I’original grec de tout ce que le premier traducteur
avait ete oblige soit d’aj outer soit de changer pour atteindre
son but liturgique. C’est ce travail critique des plus inte-
ressants qui nous a ete conserve dans le precieux ms. British
Museum, add. 17.134. Par lui nous pouvons atteindre par-
dessus la premiere traduction, de Paul jusqu’a I’original grec
perdu sans retoiir. L’edition de Jacques ne parait pas du tout
avoir eu un but liturgique, tout au contraire semble I’exclure;
cet apparat critique avec polychromie et gloses inteilineaires
n’est guere de mise dans un hvre liturgique. Cependant dans
la suite il arriva ^ supplanter I’edition de Paul qui tomba
en desuetude.
Mais il nous faut etudier le ms. 17. 184 au point de vue
de rOctoechos qui seul nous occupe ici. hTous avons note
soigneusement au commencement de cette etude les differentes
acceptions du mot «Octo echos ». Si nous le prenons dans le
sens derive de collection d’hymnes ordonnees suivant les huit
tons ecclesiastiques, il est evident que notre recueil ne merite
pas le nom d’Octoechos. Oar le principe qui a guide Severe.
L’OctoeclioB Syrien.
91
c’est de suivre dans sa marclie le conrs de I’annee litnrgique.
En tete viennent les fetes des Notre Seigneur, depuis la Noel
— qui ouvrait I’annee ecclesiastique a Antioche — jusqu’a
la Pentecote, Puis ce sont les Saints toujours classes d’apres
la place qu’ils occupent dans Fannee liturgique; les Saints
Innocents, la Mere de Dieu, Saint Jean-Baptiste, Saint
Etienne, Saint Basile et Saint G-regoire, etc. Bnfin la seconde
partie du recueil comprend les repons de communion, des
offices du matin ou du soil’, les pieces liturgiques a executer
avant ou apres les lectures scripturaires, etc. O’est Fordon-
nance adoptee par le ms. 17. 134, et tout fait supposer qu’elle
est originate. Mais dans les siecles posterieurs elle a ete pro-
fondement modifiee, suivant les caprices des scribes ou plutot
suivant les besoins liturgiques individuels. ccje ne sache pas,
dit M. Brooks,^ qu’il se trouve deux manuscrits identiques a
ce point de vue de Fordonnance». Or le seul Britisli Museum
en compte une quarantaine qui s’ecbelonnent du IX “ au
XIV® siecle.^ A partir du douzieme ou du treizimne siecle
le principe de FOctoecbos, ou disposition des pieces litur-
giques suivant les buit tons, obtient gain de cause,- Le ms.
.add. 14.728 est un temoin de cette victoire.^ O’est done a ce
point de vue tout a fait improprement que nous pourrions
appeler ccOctoecbosa et Foriginal et les premieres traductions
du recueil de Severe. Mais cela veut-il dire que les hymnes
de ce recueil n’etaient pas executees suivant le systems mu-
sical des buit tons canoniques? O’est la une tout autre
question. Oette habitude de grouper les morceaux litur-
giques d’apres les buit tons a ete, nous Favons vu, preconisee
par Saint Jean Damascene. Mais cette reforme d’aspect tout
pratique n’empeebe pas Findependance et Fant6riorite du
principe musical en question. De fait, le ms. 17.134 absolu-
ment stranger au systems damascenien ports des notations
de mode quoique en petit nombre. M. Brooks, 1. c. semble
douter du caractere primitif de cette notation; cependant on
1 Patrol, Orient, t. VI, preface,
2 Catalogue Wright, p. 339 k 359,
3 Wright, p. 358,
92
Jeannin et Puyade
ne saurait ti'op en reculer la date, vu qu’a la fin du VIII®
et au commencement du IX ° si^cle plusieurs manuscrits
portent la notation complete. Dans le ms. add. 17.207 du
YIII® ou du IX® siecle: aHymnes de Severe pour diverses
fetes ou occasions));* de meme dans le ms. add. 14.514 du
IX® siecle, qui contient la revision de Jacques d’Edesse, ccle
titre de cliaque liymne est accompagne par une lettre en
marge indiquant le ton d’apres lequel elle doit etre cliantee.))^
Or il faut bien remarquer qu’ici comme en toutes clioses la
pratique a precede de beaucoup la theorie. Toute notation
musicale suit une longue periode d’esecution pratique. Peiit-
etre le mouvement de musique religieuse qui redouble d’in-
tensite dans le monde hellenique a partir du huitieme siecle
eut-il un leger contrecoup dans celui des Syrians et les de-
termina-t-il a fixer par cette notation la tonalite de leurs
morceaux liturgiques. Mais il serait bien etrange qu’iine col-
lection d’bymnes traditionnelles et tres populaires ait subi a
cette epoque une veritable revolution musicale. A la fin du
septieme siecle la traduction de Paul etait encore en pleine
vigueur; Jacques d’Edesse en fait un grand eloge et se garde
bien dans son edition d’en alterer la teneur. Ce second tra-
vail n’ayant aucun caractere liturgique, il est a croire que la
premiere traduction eut encore cours durant tout le buitieme
siecle.® Yers la fin de ce siecle alors se serait produit cette
revolution musicale qui en si pen de temps aurait bouleverse
les lois musicales traditionnelles. Un demi siecle ou meme
un siecle ne suffisent pas dans I’Orient routinier a alterer si
completement le caractere musical de morceaux liturgiques
identiques. On ne voit pas non plus comment I’influence bel-
lenique se fut bornee uniquement a la notation du mode des
pieces cbantees. Pourquoi ne trouve-t-on aucune trace de
1 Catalogue Wriglit, p. 365, 66.
2 "Wright, p. 341, Nous devons tons ces renseignements a I’aimable
M. Nau.
3 Le ms. add. 18.806 du IX® siccle ne tient presque aucun compte
des corrections de Jacques; les quelques gloses qui s’y trouvent sont mar-
quees entre les lignes, ce qui prouve le peu de cas qu’on en faisait au point
de vue pratique et musical.
L’Octoechos Syrien.
93
notation musicale melodique dans les hymnaires syriaques?
Tout porte done a croire que les Syriens ont suivi an point
de vue musical un sillon traditionnel independant. Cette in-
dependance est manifestee par le maintien plusieurs fois se-
culaire de Tordonnance severienne de I’annee liturgique par
opposition au systeme damascenien qui ne prevalnt que tar-
divement comme nous I’avons remarque plus haut. Si done
rien ne nous pousse a supposer un hiatus musical vers la fin
du VIII ” siecle, nous pouvons remonter bien plus liaut
encore. Rien de plus aise en effet de passer de la traduction
de Paul jusqu’a Toriginal grec: la note finale de I’edition de
Jacques d’Edesse plus haut citee, nous est une preuve que
les lois musicales de I’original ont du passer tout entieres
dans Toeuvre syriaque, non seuleinent quant a la tonalite des
pieces, mais meme jusqu’a leurs melodies. On ne compren-
drait pas autrement ce maintien rigoureux des mesures ryth-
miques au depens de la fidelite de la traduction. Si cet ori-
ginal ne pent etre surement celui meme de Severe, nous
sommes dans tons les cas dans le courant du VP”® siecle.
Nous pouvons done ajffirmer sans temerite aucune que
dans le courant du VI® siecle rOctoeebos on le systeme
musical de huit tons ecclesiastiques etait en vigueur dans le
patriarcat d’Antioche.
IV — En remontant au dela du VI® siecle nous entrons
pour ainsi dire dans la preliistoire de la musique religieuse.
En fait de documents musicaux proprement dits nous ne pos-
sedons de cette epoque que quelques debris, inappreciables
sans doute en raison de leur raret6 meme, mais bien insuf-
fisants pour nous faire une idee complete de la musique an-
cienne.’ — Encore sont-ce la des debris de la musique profane
exclusivement, et e’est a peine si nous pouridons en stricte
rigueur parler de musique religieuse. Mais nous savons que
I Ce sout, pour le chant gnostiqtie, les papyrus de Berlin et le papyrus
W de Leyde, ofr. Ruelle et Poiree, Le chant gnostico-magigue des sept
voyelles, Solesmes, 1901. Pour le chant greco-romain, un fragment de VOreste
d’Euripide (papyrus Rainer), deux hymnes k Apollon, la chanson de 8ei-
kilos a. Tralles, deux poemes k la muse, et deux hymnes Nfimgsis. Cfr.
Jan, Melodiarum religuiae, Leipzig, 1899.
94
Jeannia et Puyade
i’Eglise avec sa souplesse et sa facilite d’adaptation a su s’assi-
miler tons les elements civilisateurs du milieu dans lequel
elle a veon. La musique n’a pas plus fait exception a la
regie generale que les arts plastiques; et I’Eglise n’eut garde
de negliger un element appele a jouer un role si considerable
dans la liturgie. Deja en possession de quelques ressources
de par son origine jxiivo, elle prit de bonne heure contact
avec le inonde greco-romain kou elle se trouvait en face d’une
technique et de formes musicales en partie differentes de ce
que ses origines premieres lui avaient legue. Reunir les unes
aux autres, expliquer au moyen des theories en cours, ou
appliquer a ces memes theories, les themes que lui avaient
transmis traditionnellement les musiciens juifs, telle fut done
la tache des chantres chr^tiens _ pendant au moins quatre
siecles».' De ce travail, qu’il ne nous est permis que de con-
jecturer directement, il ne nous reste que ce que la tra-
dition orale a pu nous conserver pendant des siecles plus
ou moins nombreux, jusqu’a ce qu’enfin on soit an-ive a fixer
par I’ecriture le repertoire musicale ecclesiastique. Mais notre
hut se bornant uniquement a rechercher I’origine du systeme
musical des huit tons ecclesiastiques dans le rite syrien, nous
ne ferons appel ici qu’aux textes historico-liturgiques dont
nous pourrons extraire quelque utile renseignement pour notre
sujet. 11 faut noter tout d’abord qu’avant le VI® siecle
TEglise d’Orient ne nous presente pas cet aspect morcele de
rites independants les uns des autres. Seule la secte Nesto-
rienne s’est separee du tronc conimun pour se confiner dans
son isolement. Oependant les autres chrltientes, tout en res-
tant afifiliees aux grands centres ecclesiastiques d’Antioche, d 'Ale-
xandrie et de Constantinople, vivent dans une certaine autonomie,
surtout I’Eghse Syrienne protegee par son 61oignement et
aussi sa langue. Eeunie autour de son centre naturel Edesse,
la chretiente arameenne jouit d’une prosperite sans egale, et
nous offre le spectacle d’une vie intellectuelle et religieuse in-
tense. Mais e’est surtout sur le terrain de la liturgie que
' Gastoue, Les Origines du Chant Eomain, Paris, 1907, p. 42.
L’Octoeohos Syrien.
95
les progr^s sont remarquables. Edesse, en efPet, au IV® siecle
voit accomplii’ une veritable revolution liturgique, O’est la
que prennent naissance, et la psalroodie responsoriale, et I’anti-
pbonie et surtout Thymiiodie, tons elements appeles a se pro-
pager dans toute la chretiente et a changer si pro£ond6ment
le caractere de la liturgie traditionnelle. Au milieu des
textes concordants qui temoignent en faveur de I’origine
edessenienne de ce renouveau liturgique, avons-nous quelque
document interessant la musique religieuse? Helas! ici encore
nous sommes reduits aux conjectures. La secte des gnostiques
qui possedait a Edesse un puissant terrain d’action nous a
bien laisse quelque traces de ses chants mysterieux. Nous sa-
vons par exemple, p)ar le papyrus W de Leyde, qu’ils etaient
en possession d’une echelle musioale composee de deux tetra-
cordes conjoints d’espece dorienne.’ D’autre part la restitution
musicale de quelques vocalises gnostiques* nous donne quel-
que idee du chant des anciennes hymnes chretiennes. Mais
tout cela est encore fort peu de chose et tout a fait insuf-
fisant pour esquisser meme les lois musicales de I’epoque.
Saint Ephrem est, au point de vue hymnographique et mu-
sical, I’heritier direct de la secte gnostiqne d’Edesse. II uti-
lisa les regies metriques et, suivant toute probabilite, les me-
lodies popularisees par les compositions de Eardesane et
d’Harmonius. Ses hymnes portent en tete 1 indication du
chant type sur lequel elle doivent se modeler. Ces indications,
dans les manuscrits qui nous sont parvenus, se referent a
des compositions du saint, mais rien ne prouve qu’elles soient
prhnitives, et que les pieces originales ne renvoyaient pas a
des melodies populaires qui jadis avaient revetu les hymnes
de Bardesane et de ses disciples.' La tradition manuscrite
1 Euelle et Poiree op. oit. p. 28.
2 G-astoue op. cit. ij. 28 et 29. _
3 C^est ropinion forraelle de Sozom^tie, Ilisfoire cedes. L- III. o. XVI.
G’est aussi ce qu’indique le biograplie syrien. Bedjan, Acta Martyrum et
Sanctorum^ tome p. 653.
^:Xot jljs XiaX
JoXi (XLcfiO jUi}
<(Bt quand il vit combien Terreur etait attach^e a ces paroles, il piit la oon-
venance des paroles et des melodies et mela k ces dernilires la crainte de Dieu.».
96
Jeannin et Puyade
syriemie nous est une pretive ampleinent suffisante quo les
«hirini» etaient intercliangeables et qu’on se referait au
texte le plus connu. Mais si interessantes que soient ces
indications, nous n’en pouvons rien tirer sur les Ipis niusicales
qui presidaient a I’execution de ces liymnes. Oependant il y
a dans la biograpliie sju-iaque de Saint Ephreni une expression
qui serait peut-etre a relever. Le saint, pour combattre I’in-
fluence des heretiques et populariser ses compositions, etablit
des oboeurs de religieuses. ccTous les jours elles s’assem-
blaient dans les eglises aux jours de fetes du Seigneur, aux
dimancbes et aux fetes des martyrs. Et lui, coniine un pere
au milieu d’elles il se teiiait debout, oitliariste spirituel, et il
les dirigeait dans les cliaiits varies. Et il leur montrait et
leur enseignait la variation des tons, looj loo* jojuioo
L’expression taXuoA. sert encore au-
jourd’hui pour designer le roulement des tons ecclesiastiques.*
Au reste il ferait double emploi avec la premia’s expression
lis.si\uMio Mais ce texte est par trop isoM pour en
tirer une preuve rigoureuse du roulement des tons ecclesiasti-
ques, et on ne pent etre sur qu’il n’est pas une determination
tardive provenant d’un redacteiir posterieur.
Force nous est d’orienter nos recberolies dans le patriai’cat
d’Aiitioche, premier centre liturgique du monde bellenique a
partir du IV® siecle. Ici encore les textes les inoins steriles
en doiniees musicales soiit ceux constatant les progres de
rantipbonie et de Tbyrniiodie qui, depuis pr^s de deux siecles,
envabit sans cesse davantage le domaine de la liturgie jus-
que la reserve a peu pres exclusivement aux pieces scriptu-
raires. Et, de fait, le sort de la musique rebgieuse est intime-
ment lie a cette evolution, en sa qualite d’ornement oblige
sous lequel ce genre nouveau doit penetrer dans la liturgie.
A ce point de vue I’bistorien du patriarcbe Severe, dont
nous avons cit6 un extrait plus baut, nous fournit quelques
1 Ofr. Eubriques du breviaire ferial, edit. Eahmani, p. 5.
2 Pour Sviter ce double eraploi, Duval, LUtSrature syriaque, p. 21, tra-
duit la premiere expression par «cbants alternatifs», d’oi\ I’on a tirfi un ar-
gument pour la psalmodie a deux cboeurs. Il semble bien que ce soit une
traduction forcee.
L’Octoechos Syrien.
97
details interessants, Nous constatons tout d’abord que Severe
n’est pas un novateur. Comme le biographe de Saint Epb-
rem, I’auteur fait remarquer que le peuple d’Antiocbe avait
un attrait singulier pour les chants et en particulier pour les
compositions des apoetes d’eglise». Cette passion devait re-
monter jusqu’au IV® siecle, epoque ou Elavien et Diodore,
an dire de Theodoret *, avaient emprunte aux eglises syriennes
Tusage d’intercaler dans la psalmodie antiennes et repons.
Severe, comme a regret semble insinuer le biographe, dut se
plier au gout du peuple. Ne pouvant le contrecarrer, il prit
le parti de I’eduquer et de le porter vers un genre religieux
plutdt austere. Nous voyons bien poindre ici la mentalite
monacale aussi bien chez Severe que chez son bistorien.
L’ascese ne voyait point avec plaisir cette intrusion de Thym-
nodie ou de I’antipbonie dans le doniaine de la psalmodie
traditionnelle. Aussi pendant plusieurs siecles s’efforQa-t-elle
de s’opposer de toute son energie a I’envahissement de ce
qu’elle taxait de relachement. Nombreuses sont dans les ccA^jo-
pMegwiata Patruniy) les severites des colonnes de la vie soli-
taire a regard de ces nouveautes liturgiques. Qu’il nous suf-
fise de mentionner I’abbe Pambo repute pour son intransi-
geance a ce sujet.^ Ces condamnations si severes sont amenees
le plus souvent par des anecdotes curieuses. Temoin cet abbe
Paul de Cappadoce® qui, au V® siecle, s’enfuit a Constanti-
nople, puis de la se dirigea sur Alexandrie, enfin vint se
presenter au desert de Nitrie ou I’austerite de la vie mo-
nastique ne manqua pas de lui paraitre quelque peu effray-
ante. Mais ce qui, avoue-t-il, depasse toute borne, c’est qu’on
ir’y chante ni canons ni tropaires. Et Thigoumene doit lui re-
pondre: «xal xa xpoTzdpia xal xavova? cj^dXXetv xal peXlCstv
Tot? xatd xoapov ispsuaiv te xal XoiiroTc dppoCov.s
» <rAtque ut Tteodoras Mopsues-tenus Ecribit illam psalmodiae speciem
quas antiphonas dicimus, illi ex Syrorum lingua in graecam transtulerunt
et omnium prope soli admirandi hujus operis, omnibus orbis cbristiani ho-
minibus auctores appaiueiunt.» P. Gr. tome OXXXIV, col. 1390.
2 Cfr. Pitra, Hymnographie de I’EgKse grecque, p. 42.
s Pitra, op. cit. p. 43. Ces I'ecits, au dire de Pitra, 1. c., appartien-
nent aux IV®, V®, -VI® siecles.
Okikns Christianus. Keue Serie III,
7
98
Jeannin el Puyade
Get |jLsXtCsiv» est remarquable. 11 s’agit ici pro-
bablement de modulations executees par le cbantre sur un
ton donne que Ton poursuivait ensuite durant tout le mor-
ceau ou plusieurs morceaux meme. C’est encore ce qui ar-
rive aujourd’hui dans la liturgie syriaque. Apres la lecture
evangelique le diacre recite ou chante une strophe rythmee
qu’il fait suivre de I’acclamatioii: aTWfxsv xaXai?. Cette accla-
mation, il la module dans une des tonalites vulgaires adoptees
pour le chant des recitatifs durant la messe et les (dioussaUs
de I’of&ce, Cette tonalite ebauchee par le diacre et achevee
«en acrostiche, h dxpoax()[i<fi) par le peuple, fera loi durant la
messe, ou si c’est le cas, pour les ((houssate)) de I’office, et
le pretre est oblige par I’usage de s’y conformer. Aux pre-
miers siecles du christianisme les adoptes pour les chants
liturgiques etaient les tonalites populaires. Mais queUes etaient
ces tonalites, quel en etait le nombre? c’est ce que le texte
ne nous dit pas.
Une autre anecdote editee pour la premiere fois par M,
Nau’ est encore plus inter essante. EUe fait partie toujours
de cette vaste Htterature des «apophtegmata>i qui s’echelonne
entre le V® et le "VII® siecle, et se rapporte au celebre
abbe SHvain du IV® siecle, d’abord moine a Scete, puis au
Sinai, enfin en Palestine^. Un frere lui ayant demande
comment il pouvait acquerir la componction, lui qui, aux Vi-
giles de la nuit, etait incapable de dire I’antienne du psaume
sans tomber immediatement de sommeil, Silvain repondit:
ccDire les psaumes avec antiennes est un premier acte d’or-
gueil, comme pour dire eye chanteju Le frere ne chante pas,
car le chant endurcit le cceur, le petrifie et ne permet pas a
I’ame d’arriver a la componction. Si tu veux done I’acquerir,
laisse le chant, et lorsque tu te mets en priere, que ton ame
medite la portee du verset . . .
Le frere lui r6pondit: ccDepuis que je suis solitaire, pere,
1 En appendioe aux FUroplmies de Jean de Maiouma, Fairologia Ori&i-
talis, tome VIII, p. 178 & 180.
2 Sozomene, Hist, eccles. ]. XI, c. 32. C’est le SiXcuavoi ou
des Apophtegmata, P. G-. tome LXV, col. 408 sq. et le du Faradis
de Henan Jesu, edit. Bedjan, p. 322. *
L’Octoechos Syrien.
99
je chante I’ordre de I’office, ainsi qiie les heures et les
(laymnes) de rOctoechos. Kal Xe^si doeXcpo?: '£701 dpps e$
Sxe efjiovaoa ttjv dxoXou&iav too xavdvoc xal xd? oSpa? xai xd xYjs
dxx( 67 j)(ou t};dXXa>.»
Et le yieillard dit: «C’est pour oela que la componction
et I’affliction te fuieut. Pense aux illustres Ereres, combien
ils etaient peu instruits, il ne savaient que quelques psaumes.
Ils ne connaissaient ni antiennes ni tropaires, et ils brillaient
comme des astres dans le monde. L’abba Paul, I’abba An-
toine, Paul le Simple, I’abba Pambo, I’abba Appolo et tons
les autres confirment ma parole . . . eux qui out prevalu centre
le demon, non avec des chants des tropaires et des antiennes,
mais avec la priere et le jeune, . . , Le chant, enfant, est pour
les secuhers, c’est pour cela que le peuple est renni dans les
eglises »
Ce texte serait encore plus precieux si par sa precision
meme il ne soulevait quelque doute au sujet de I’authenticite
de sa teneur. Le xd x^c dxx(6'iQ5(^QU (|>dXXa) paralt avoir ete in-
fluence par la reforme damascdnienne, et suggere I’idee, non
plus d’un systeme musical, mais d’un livre liturgique ordonne
d’apres le systeme.
Les textes historico-liturgiques ne nous disant pas d’une
fagon bien sure le nombre des tonalites adoptees par I’Eglise
aux premiers siecles de son histoire, nous sommes contraints
des lors de nous adresser a la musique profane et aux textes
qui pretendent nous la decrire. A cette epoqne d’hellenisme
universel, la musique, comme la langue grecque, avait envahi
toute la surface du monde civilise. Il est des lors tout na-
turel d’orienter ses recherches de ce cote la, en regardant
les tonalites grecques comme ayant servi de type aux tona-
lites ecclesiastiques. Mais la question de la musique grecque
est tenement embroufllee qu’il n’est pas facile d’en tirer quel-
que chose de bien clair. Nous tacherons cependant d’en de-
gager ce qu’il y a de plus vraisemblable, sinon de certain,
toTicliaiit ]6S modes de la musiq^ue grecq^ue aux premiers
siecles du christiauisme,^
^ Nous avons surtout utilise Farticle Bubstantiel de Oh. Reiiiach,
100
Jeannin et Puyade
Le mode, dit Gevaert,^ «est le systeme des iiitervalles
compris entre le son final et les antres sons employes dans
la inelodie independamment de la gravite et de I’acuite de
tons les sons.» Le mode, chez les Grecs, se disait apno'jia;
c’est le tei'me employe par Platon, par Heraclide aussi bien
que par les Neo-Platoniciens. A la base de tout systeme
musical nous trouvons le tetracorde hellenique, c’est-a-dire
un groupement de quatre sons comprenant I’intervalle d’une
quarte entre les deux extr&nes. Les sons intermediaires sont vari-
ables suivant le genre diatonique, cbromatique ou enharmonique.
Plusieurs tetracordes ainsi superposes engendrent les ooor^-
gatcc ou gamines. Le clavier de la lyre primitive comprenant
un double tetracorde, on prit I’habitude de considerer la gamme
dans les limites d’une octave. Un double tetracorde separe
par une note disjonctive constituera Toctave adoneme)).
Une double tetracorde avec une note commune pour liaison
constituera la gamme iordenne (ictoxi), qui completee par la
huitieme soit a la base soit a I’aigu constituera le mode
^olien et le mode dit de Lamprocles, devenu plus tard le
ndocolydien. Ce sont la les modes purement helleniques
qu’Aristote (Polit. IV, 3) designait sous le nom de famille
dorienne. En dehors de ces modes la musique grecque donna
encore asile a des systemes qui avaient cours dans les pro-
vinces grecques dAsie. Telle est I’origine des modes phry-
gien et lydien qui, a leur tour, au contact des musiciens
grecs, produisirent des soustypes, tels le hypolydien et le
mixolydien dit de Sappho.
Le milieu du V® siecle marque I’apog^e de la diversite
des modes. On s’ingenia des lors a donner k chaque mode
un caractere esthetique dont on chercha I’application dans
la pratique. On voulut dans le meme morceau traduire, par
I’intervention de ces divers modes, les differents sentiments
de Tame, en d’autres teimes on s’essaya a «mcdulery), ce
Dictimmaire des Antiquil^s Grecques et Rcmames, tome III. 2® paitie,
p. 2072 sq. Pour lee details, on pent se r§ferer, par exemple, a Gevaert,
JECtsioire et iheone d$ lu ^usique^ Gaud, 1875 — 81, et Pechevrens,
Etudes de Science Musicals, Paris, 1898 sq.
1 Hist. - de la Musique, I, j), J29.
101
L’Octoeohos Syrieii.
qui amena de grandes perturbations dans les modes. D’oii
necessite d’une reforme.
Eratocles (IV® av. J.-O.) dressa une ecbelle de sept oc-
taves modales: il prit pour base chaque note de I’octave et
sur elle dressa une gamme, tant pour le genre diatonique
que pour le cbromatique. II attribua a ces ecbelles modales
les noms des gammes anciennes qu’elles rappelaient davantage
en comblant les lacunes par des noms nouveaux. L’on eut
alors: le mixolydien de Lamprocles, le lydim, le ^liryyien^
le dorien, le hypolydien, le hypophrygien et le liypodorien
(eoUen). La correspondance avec les tons anciens n’etait pas
parfaite. — Jusqu’ici modes et tons se confondaient rigoureu-
sement et chaque mode s’executait dans sa hauteur. C’est le
systeme qui prevaudra plus tard, an moins en principe, dans
le chant ecclesiastique. Oependant peu a pen cette corres-
pondance perdit de sa rigueur, et la confusion s’etant mise
entre praticiens, il fallut encore songer a une reforme.
Vers 350 av. J.-O. Aristoxene tenta de remedier a ces
abus en ebauchant le systeme qui r^ne encore aujourd’hui
dans la musique moderne. Les tons on TpoTioi pour lui n’etaient
que des transpositions a hauteur differente d’une meme echelle
de sons. La cithare dorienne de son temps ayant onze sons,
il divisa tout cet intervalle en treize degres echelonnes de
demi en demi ton, et pouvant devenir le point de depart
d’une echelle complete. Cette reforme comprenait les deux
notions de transposition et de gamme temptree qui regissent
encore la musique moderne. Les sept tons principaux d’Era-
tocles garderent leurs noms traditionnels; les autres tons inter-
cales ajouterent au nom du ton voisin les denominations de
grave, d’aigu etc, Cette echelle d’Aristoxene fut prolongee
par ses successeurs jusqu’a I’etendue de la nouvelle cithare
parfaite qui comprenait deux octaves ou 15 sons. Des lors
les tons etaient au nombre de 15, les trois de I’aigu ne fai-
sant que reproduire ceux du grave. •
Au second siecle de I’ere chretienne, nouvelle reforme de
Ptolemee. Il revieni. au sept modes primitifs d’Eratocles, et
de nouveau les modes sont confondus avec les tons. Une
102
Jeannin et Puyade
octave moyenne est prise, cette des (chypatJies des moyennesy^
jusq^u’a la mete des disjointes», c’est-a-dire de mi a mi. Pour
maintenir les aiitres modes a la meme hauteur, £ renverra
au cote oppose les notes de I’aigu et du grave qui depassent
les limites de Teclielle type,
Le syst^me musical de Claude Ptolemee, comme du reste
toutes ses theories scientifiques, eut un grand retentissement.
Boece surtout, au Y® siecle, se fit I’ardent defenseur de ce
systeme qu’il adopta pour son propre compte en lui donnant
sa forme definitive, celle des 8 tons ou de VOctoeehos qui
deviendra des lors le systeme musical de I’Bglise chretienne.
«Septem quidem praediximus esse modes sed nihil videatur
incongruum quod octavus super annexus est. Hujus enim
adjectionis rationem paulo posterius eloquemur Our
autem octavus modus qui est hypermixolydius adjectus est
hie patet. Sit bis diapason consonantia haec;
ABODEPGHIKLMNOP.
Diapason igitur consonantiam servat A ad id quod est H,
octo enim vocibus continetur; primam igitur dicimus esse
speciem diapason ea quae est A H, secundam vero B I, ter-
tiam 0 K, quartam D L, quintam E M, sextam P N, septimam
G 0. Relinquitur igitur extra H P quae ut totus ordo im-
pleatur adjecta est, atque hie est octavus modus quern Pto-
lemaeus super annexuit.»‘ (Migne, P. L, 1. LXIII, col. 1279,
1281, 1284.)
n est vrai, s’il faut en croire Gevaert, Ptolemee ne serait
pas du tout I’auteur de cette adjonction. Ce complement
viendrait d’Aristoxene lui -meme qui, voulant utiliser toute
I’etendue de Techelle musicale a deux octaves, imagina une
huitieme Harmonie, simple reproduction a I’aigue de I’Harmonie
hypodorienne.^ Boece, toujours d’apres Gevaert, n’aurait pas
compris le moins du monde la theorie de Ptolemee, attendu que
ce dernier, non seulement n’est pas partisan d’une huitieme Har-
monie, m ais a ecrit longuement* centre I’addition dAristoxene.
1 Le diagramme de Boece souleve quelques difficultes dont nous ne
pouvouB parler ioi. Nous en dirons un mot dans la 2^“® partie de notre fetude.
2 Gevaert, La mMopSe antique dans le chant de VEglise latine, p. 17.
Gand, 1895. 3 Harmon. 1. II, oc. 8, 9 sq.
103
L^Octoeclios Syrien.
Quoi qu’il en soit, le systeme adopte par Boece, systeme
qu’il affirme exister bien avant liii, c’est le systeme des buit
Harmonies. L’immense influence qu’eut Boece sur le bant
moyen age fut cause de la diffusion de ses theories musicales.*
L’Eglise, en I’adoptant, lui confere cette perennite qu’elle
communique a tons les elements par eUe assimiles. Sans
doute bien des beurts, bien des infidelites aux regies primi-
tives seront a enregistrer dans I’bistoire de ce systeme mu-
sical; mais sa texture essentielle resistera victoiieusement a
Taction des siecles et aux influences dissolvantes dont son
existence sera sans cesse menacee.
Conclusion.
Si nous reunissons comme en faisceau les resultats de notre
modeste enquSte, nous constatons qu’aux premiers siecles de
son existence, TBglise, loin de songer a creer de toutes pieces
le cbant ecclesiastique, ne pense qu’a tirer parti de toutes
les influences auxquelles elle est sujette. Une assimilation
lente de tons les elements etrangers utUisables, telle est la loi
qui preside a la premiere periode de formation du cbant ec-
clesiastique. Bientot les tbeoriciens viennent a son secours; un
systeme complet eclot qui ralbe un grand nombre de par-
tisans. L’Egbse, toujours seduite a la vue de Tordre et de
Torganisation, s’empresse de le faire sien. Nous sommes aux
environs du YI® siecle. Les diverses circonscriptions eccle-
siastiques qui constituent Tensemble de la cbretiente ont deja
dessine leurs bgnes a pen pres definitives, plus centralisees autour
de Rome en Occident, au contraire beaucoup plus independantes
en Orient ou elles ne tarderont pas a se scinder en eglises
separees. Mais Tbeure de la scission les trouvera suffisamment
pretes; elles sont deja en possession des elements essentiels
4 la vie cbretienne, dogme, discipline, liturgie, office divin,
cbant ecclesiastique. Ainsi armees elles pourront, dans leur
sillon individuel, inaugurer une vie separatiste, et plus de
1 Bryennios, musicologue byzantin du XIY® siecle, donne mx diagramme
modal identique ^ celui de Boece, et, comme lui, en attribue rinveution ^
Ptolemee.
104
Jeannin et Puyade, L’Ootoeclios Syrien,
quatorze siecles ne suffiront pas a leur enlever ces elements
essentiels et communs a la fois, preuve irrefragable de leur
nnite origineUe.
A I’betire des grandes controverses cbristologiques, pre-
lude de la scission, I’eglise arameenne prend parti pour la
fraction greco-syrienne de Severe egalement distincte des Eu-
tychiens et des Ohalcedoniens. Le patriarcat d’Antioche se
dedouble ainsi en deux credo, deux rites, et presque deux
langues. Les leaders de la nouvelle secte qui, poxir la plu-
part, jouissaient d’une education bellenique tres soignee, s’at-
tacherent a faire passer en syriaque les tresors litteraires,
patristiques et liturgiques du monde greo. Dans cette der-
niere categorie vient, en premiere ligne, le recueil des bymnes
de Severe qui desormais constituera une base fondamentale
pour la liturgie syrienne. L’adoption de ce recueil aura, au
point de vue musical, une portee bien plus considerable en-
core. A son contact les sources liturgiques purement ara-
meennes, les les les les Iwix, les JKaiiaf qui
ferment les principaux genres bymnologiques du rite syrien,
vont adopter les lois musicales qui regissent le recueil grec.
Sans doute I’Octoecbos ou le principe des buits tons eccle-
siastiques ne penetrera qu’imparfaitement certains genres es-
sentiellement mesopotamiens, les JL*,Vfio et les mais cela
n’empecbei-a pas que la plus grande partie sans comparaison
du recueil des bymnes syriennes est sujette a cette loi. Bien-
tot le roulement des tons de dimanebes, derivation plus tar-
dive de rOctoeebos Damascenien penetrera aussi dans le rite
syriaque et, avec I’usage des tons plagaux pour les jours de
la semaine, viendra completer les lois musicales — somme
toute bien simples — du ebant ecclesiastique syrien.
1 O’est du moins la situation actuelle. Sur plus de 40 esploes de
(juatre ou cinq S. peine ont les huit tons. Les Jacobites en possedent une
ou^ autre de plus. Tout le reste n’a qu’un ton. II est vrai, les Syriens
pretendent que jadis chacune des 40 especes avait ses buit tons; mais il
est difficile de controler leur affirmation. Quant aux ils sont aussi
ranges en 8 Mais e’est une division factice et ne repondant pas tou-
jours k une distinction tonale reguli6re.
Archaologische Miscellen aus Agypteii. 1.
Von
Monsignore Dr. Carl Maria Kaufmann.
Ampulle des Menas-Athenogenes.^ Nachdem die scharf-
sinnigen Untersuchungen des Bollandisten Hippolyte Dele-
liaye es durchaus wahrsclieinlicli gemacht liaben, dafi die
drei aixlt>erlic]i so verschiedenartigen Legenden des alexan-
drinischen , konstantinopolita-
nisclien und athenischen Menas,
samtlich auf den einzigen Hei-
ligen und Martyrer dieses
Namens, den libyschen Menas
zuriickzufiihren sind^, ist der
Fund einer Ampulle von Inter-
esse, welcbe ausdriicklicli Menas
als „ athengeborenen “ rekla-
miert. Bisher waren nur In-
schriften von Menasampullen
bekannt geworden, die auf einen besonderen Heiligen des
Namens Athenogenes schliefien liefien und die in Wendungen
wie tAGHNOrSNOV Oder ATIOY AGHNOreNOY bezw.
AriOY AGHNOreNOY GYAOriA niemals diesen Namen
in unmittelbare Beziehung zu Menas oder zum Bilde des
grofien agyptiscben Heiligen setzten.®
Die Fig. 1 vorgefiibrte Ampulle stammt aus der Menas-
stadt und wurde von mir 1912 von Beduinen erworben,
^ Die hier bekannt gemachten Kleinfunde warden der von mir be-
griindeten altcbristlicben Sammlung der frankfurter stadtiscben Galerie
iiberwiesen.
2 H. Delebaye, S. J., LHnvenlion des reliques de Saint Menas^ Ana*
led a Boll, tome XXIX, Bruxelles 1910,
3 Vgl. Kaufmann, Ikonogra^Jiie der Menasampullen j Cairo 1910.
S, 144.
Fig. 1. Pilgerampulle aus der Menasstadl mit
Aufsclmft „Meiias Atlieno 3 enes“. (6. JalixU.)
106
Kaufmann
welche die yielen nocli Txnerschlossenen Triimmerkoms der
keiligen Stadt, wie sckon Jakrzehnte vor ihrer Entdeckung,
als ergiebige Fundquellen ausniitzen und ibre Eunde in
Alexandrien und Kairo verkaufen. Auf dem Avers des 9 cm
bohen aus dem bellgelben Ton des Karm Abu Mina gefer-
tigten Stiickes ist in einem kleinen Mittelkreis eine stilisierte
Palme dargestellt, flankiert von je einem ibr zugewandfcen
Taubcben. Es ist das ein Motiv, das, freilicb in naturalistiscber
Eorm, auch sonst als Pragung von Menasampullen vorkommt. '
In einer konzentriscben Ereisflacbe lauft um diese Darstellung,
gleicbfalls in Hocbrelief die Inscbrift eVAOriA TOY ATIOY.
Der erste Bucbstabe s ist offenbar bei der Befestigung der
(abgebrocbenen) Henkel mit Ton liberscbmiert -worden; aus
dem gleicben Gruude ist auch nicht mebr ersicbtlicb, ob dem
Elide der Inscbrift nocb ein weiteres Zeicben, etwa eine crux
immissa folgte. Der Kreis des Reverses ist durcb secbs quer
durcblaiifende Parallellinien in ein Inscbriffcenfeld von fiinf
Zeilen eingeteilt, mit folgendem Text:
6 V A O r I
ATO VAT I
OV M H N A
A0H N O
re N o V
Dariiber und darunter scbeinen kurze Punktreihen den Ab-
scblufi gebildet zu baben. Da die Ampulle kaum jiinger ist
als das fiinfte Jabrbundert und andrerseits an der libyscben
Herkunft des bl. Menas nicbt mebr gezweifelt -werden kann,
fiigt dieses kleine Pilgerflascbcben ein neues Ratsel zu so
viel andren, welcbe die Menasvita nocb verdunkeln. Sollten
im fiinften Jabrbundert bereits mebrere Traditionen neben-
einander gelaufen baben und, was gewifi auffallend ware, am
Zentralpunkt des Menaskultes aucb nur geduldet worden
sein?
Eine dem hi. Phib geweiUe Votivfigur. In einem aus-
gedebnten, bisber unerforscbten altcbristlicben Triimmerfelde
1 A. a. 0. S. 172 f.
107
Arcliiiologisohe Miscelleu aus Agypteii. I.
Oberagyptens, auf dem ich 1911/12 klei-
nere Scbiirfungen iinternabm, kam u. a.
die nebensteheiid vorgefiihrte Terrakotta-
figur ans Lioht. Das bis zur -unteren
Brucbstelle 16 cm bobe Figiircben stellt
eine Drau von ecbt koptiscbem Typtis
dar, welcbe beide Briiste mit den Handen
iimfa£>t. "Wabrend der Severs flacb ge-
balten ist, treten die Brauen, biase, Brust
rmd Arme plastiscb bervor. Den Nabel
markiert ein Heines Brennlocb und der
untere Abscblufi der boblen aus zwei
Teilen gebackenen Statuette verlief drei-
eckig. Von der rotlichen Bemalung mit
dunklerer Kontur bbeben nnr verscbwom-
mene Eeste erbalten. Als Halsscbmuck tragt die Figur
eine diinne Kette mit Ringelpunkten als Zwiscbenglieder
und einem traubenartigen auf die Brust berabfallenden Zier-
stiick. Das, was das Stiick besonders wertvoll macht, ist
die Inscbrift, die iiber dem bTabel von recbts nach links in
flacbem Hocbrelief zu lesen ist aicj), also eine Akklamation
an Apa Pbib, einen der popularsten Heiligen der koptiscben
Epocbe. Die Figur, die sowobl zum Aufbangen (Ohrlocber)
als zum Einstecken in die Erde eingericbtet war, zablt zu
den cbristlicben Frucbtbarkeitsamuletten bezw. Votivgaben.
Es baben sicb verscbiedene Arten solcber Terrakotten ge-
funden, die altesten (mit stark entwickelten Briisten und Leib)
in der Menasstadt^ jiingere, dem 6. — 7. Jabrbmadert an-
geborende Exemplare, welcbe die Spitzform, wenn aucb mit
angesetztem Standfufi, bevorzugen, zu Antinoe, Bubastis und
anderwarts. Sie setzen, ebenso wie die sogen. koptiscben
Puppen (aus Bein u. dergb), die Eeibe der paganen Sterib-
tatsterrakotten und Frucbtbarkeitsaniulette direkt fort.^
1 Kaufmann, Die Ausgrabung der Menaslieiligtiimer I. Bericlit, Cairo
1906, Pig. 42, II. BericM, Cairo 1907, Pig. 31, sowie Die Menasstadt Bd. I
Tafel 73f. 0. Wulff, Altchristliche Bildwtrke Nr. 1474 ff.
2 Zu den paganen Vorbildern vgl. meine soeben ersobienene Arbeit
F'jg. 2. VdtivterraltoUe zu
Eliren dos Bl, Ehib,
(6—7. Jahrb.)
108
Kaufmarin
Terrakottalampchen mit JSeiligendarstellung, Von einem
Handler in Kairo erworlben ist das Fig. 3 abgebildete Lamp-
chen aus hellem Ton. Es mifit bei 12,5 cm Lange fast 9 cm
Breite und ist von der oben flachen unten etwas abfallenden
spitzovalen Form, welcbe koptische Lampen der friiharabischen
Zeit aufweisen. Am Boden ist es mit krafbigem Standring
verselien, den (vorn abgebrocbenen) Tiillenmiind umgibt ein
erhobter Steg und der liinten abgebrocbene G-riff war ring-
formig oben aufgesetzt. Er lauft seitlich in die den Diskus
Oder Lampenteller markierende kraftige Kreisrelieflinie, welcbe
das Heiligenbild umralimt. Dargestellt ist in Flachrelief, vom
G-riff aus geselien, eine betende weib-
liche Figur in langer mit Zierklaven
verselien er Gewandung. Verzierung,
Haare, Augen der Gestalt sind aus
Reliefpunkten zusammengesetzt, die
Oberarme und Hande der Orans senk-
recht erlioben, die Mitte ihres Korpers
durcbbobrt das Eingufilocb. Reclits
und links erblickt man je ein Tier
mit geoffnetem Racben, das Scbwanz-
quaste und (punktierte) Mabne als
Lowe kennzeicbnen. Die Gesicbter der
Bestien sind abwarts gericbtet, die
Schwanzenden ragen bis zu den Handen der Orans hervor.
Au&erbalb des Diskus am Tiillenbals erscheint ein aus Ringeln
mit eingelegtem Punkt gebildetes Kreuz aufgepragt.
Die Orans zwiscben den Ijowen ist eine bfters auf kop-
tiscben Denkmalern, z. B. auf dem aus Acbmim stammenden
Danielkamm des Berliner Kaiser Friedricbmuseums, vorkom-
mende Heiligenfigur, die man zu Unrecht als Susanna gedeutet
bat und die wobl mebr als eine rein symboliscbe Darstellung
sein diirfte.
Scheinschmuck von einer christlicJien Mumie. Von einer
Mumie der Spatzeit riibrt der Fig. 4 wiedergegebene Scbein-
Agyptiscke Terrakotten der griechisch-romischen und koptischm Ptriode, vor-
zugsioeise am der FaijUm-Oase, Cairo 1913.
I'ig. 8, Eampchen mit HeiligeDblld
(6— 7» Jabrli.)
Arohaologisohe Miscellen aus Agypten.
109
rig. 4. Scheiasohmuck TOn einer cliristliclien Mumio.
schmuck her, den ich von einem Kairiner Handler zusammen
mit Gewandresten aus verschiedenen Grabern erwarb und
der, nacb Aussage des mir bekannten eingeborenen Zwiscben-
bandlers, welcber die nackste Umgebung seines Heimatsortes
Melaui, namlich den siidostlicben Gebel der gegeniiberliegen-
den arabischen Wiiste mit grofiem Erfolg auspliindern Mlft,
lose auf der Gewandung einer Mumie auflag.
Es handelt sich um eine aus dreizebn Gliedern gefiigte
Scbeinkette aus geprefitem aufierst zart geschlemmtem Ton, der
vielleicbt mit pulverisiertem Kalkstein gemiscbt war. Das zer-
sprungene Mittelglied von der Eorm eines EecMeckes, mifit
3x2,1 cm; in seiner von Perlschnurlinien umrabmten Elacbe
erblickt man ein Kreuz mit ausladenden Balken, sehr kurzem
Querbalken und einem Eingel in der Vierung. Yier Eeliefpunkte
stehen in den Seitenfeldern. An dieses Hauptzierstiick scHiefien
sich rechts und links je fiinf fast quadratische 4 — 5 mm
starke Glieder von 2 cm Lange und mit leicht erhohtem
Eand an, die alle das gleiche Eelief einer Knaben- oder Jiing-
lingsbiiste zeigen, deren bis zum Hals gehende Gewandung
wagrechte Wellenlirden markieren. Das spitze Gesicht und
die Anordnung des Haares dieser Biisten erinnern an Miinz-
110
Kaufmaim, Arohaologisohe Miscellen aus Agypten. I.
bilder der Spatzeit (von Heraklitis an). ' Je drei Glieder seitlich
des Mittelstiickes wenden sicb dem Bescbauer zu, die beider-
seits folgenden Bilder sind nach rechts bezw. links gewandt,
eiue Anordnung, die sicb. ans den beiden jeden Wurfel durcb-
lanfenden Locbem ergibt, welcbe zur Aufnabme von zwei
Verbindungsscbniiren dienten. Eeste dieser diinnen (Seiden-?)
Scbnur erblickt man nocb in einzelnen dieser Locber, nam>
licb an den Gliedern 3, 6 und 12 (von R. nacb L.). Aucb
die Abscblufiglieder, welcbe Osen zum Zusammenfassen des
Scbmnckes markieren, sind in dieser "Weise durcblocbt. An
fast alien Teilen lassen sicb mebr oder weniger dentlicbe
Spuren von Vergoldung erkennen.
Die Freskeii in Deir-es-Snijani.
Von
Johann Georg Herzog zu Sachsen, Konigliche Hoheit.
In Deir-es-Surjani, dem syrischen Kloster der nitrischen
Wiiste, befinden sich in der Hauptkirche Freshen, welche die
grofite Beachtung verdienen.* Denn sie sind ganz bestimmt
von syrischen Kiinstlern gemalt. Friiher sind es voraussicht-
lich viel mehr gewesen. Jetzt sind nur noch drei erhalten,
in der nbrdlichen und der sudlichen Apsis und in einer gegen-
iiber dem Hauptaltar. Als ich am 23. Oktober 1912 das
Kloster besuchte, hatten die Monche die Absicht gehabt, die
Fresken zur Feier meiner Ankunft weijS zu tiinohen. Das
haben sie zum Gliick unterlassen. Aber sie entschuldigten
sich, daii die Kirche nun so wenig reinlich aussahe. An und
fiir sich wiirde ja das Weifitiinchen die Freshen erhalten.
Aber beim Wiederentfernen der Tiinche wurde wohl auch ein
Teil des Freskos mit abgehen, wenn es nicht von sehr sach-
kundiger Hand gemacht "wurde. Zudem ist einem mit dem
Tiinchen nicht gedient, wenn man hinkommt, um gerade
diese Freshen zu studieren. Herr Morkos Simaika Bey, der
kunstsinnige Kopte, der mich begleitete, will den Patriarchen
veranlassen, ein Keskript zu erlassen, daJli in Zukunffc in Kirchen
die Freshen nicht beriihrt werden diirfen. Hoifentlicli wird
das niitzen. Ich habe die drei Freshen photographiert. Aber
1 Vgl. A. J. Butler, Ancient Coptic Churches of Egypt. Oxford 1884. I.
S. 322 f., J. C. E. Palls, Ein Besiich in den Ecdronidostern der sketischen
Wiiste. (Frankfurter Zeitgeniafe BroseMren. XXV 3). Prankfurt a. M. S. Cl.
0. M. Dalton Byzantine Art and Arclmlogy. Oxford 1911. S. 2S6, be-
ziebungsweise die zu den einzelnen Darstellungen nambaft zu macbende Lite-
ratur, vor allem aber die eingebende Bescbreibung von Strzygowski in
der ersten Serie dieser Eeitscbrift I (1901), S. 358 — 363, wo abgeseben von
den Apostelnamen des Himmelfabrtsbildes aucb der Text der Beiscbriften
mitgeteilt ist, und dessen Selbstanzeige dieses Aufsatzes Byzantin. Zischr.
XI (1902), S. C60.
112 Johann Georg Herzog zu Sachsen
freilich. ist es nicht moglicli, mit einem kleinen Apparate
jedesmal das gauze Fresko aufzunehmen. Zudem sind die
Apsiden dunkel und ziemlich hoch. Eigentlich sollte man
Geriiste bauen, nni sie gut aufaehmen zu koniien. Immerliin
diirften die drei Aufnahmen nicht ganz zu verachten sein.
Das Fresko in der siidlichen Apsis (siehe Abbildung 1)
ist zweifellos am besten erbalten. Hier sind die Verkiindi-
gung und die Geburt Christi dargestellt. Bei ersterer' stelit
Maria und verneigt sich vor dem Engel. Sie erliebt die
rechte Hand zum Kinn, wohl als Zeichen des Erstaunens.
Der Engel ist ganz von vorn gesehen, erbebt die recbte
Hand zum Eedegustus und bat in der linken einen Stab.
Beide steben in einem Gebaude, das sicb deutlich als
Kuppelgebaude cbarakterisiert. Hinter dem recbten Arme des
Engels siebt man eine Saule mit dem Kapital, weiter oben
eine Galerie. Die Formen der Arcbitektur weisen bestimmt
auf Syrien. Au£ der anderen Halfte ist die Geburt Cbristi
dargestellt.^ Maria liegt, ist iiberrascbend grofi und bat die
typiscben Ziige und Gewandung. Das Kind liegt in einer
Krippe, ganz in Windeln eingebiillt. Eecbts davon kommen
die bl. drei Konige mit interessanten Kronen (auf der Pboto-
grapbie nicbt sicbtbar). Der bl. Joseph ist ganz klein dar-
gestellt. Die beiden Szenen sind durcb einen Baum getrennt,
der ziemlich weit binaufreicbt. Alle begleitenden Inscbriften
sind, wie aucb bei den anderen Freshen, auf syrisch. Ob
sicb unter diesem Fresko noch eine altere Scbicbt findet, ist
scbwer zu sagen. Icb mochte es aber beinabe nacb Ana-
logic der anderen vermuten. Man kann bocbstens oben eine
Stelle darauf deuten.
Das Fresko in der nordlicben Apsis (siebe Abbildung 2)
stelit Maria Tod dar.® Die Szene weist ganz die iiblicben
'■ Vgl. A. HeiseDberg, Grabeskirclie wiH AposteJkirehe. Zmi Basi-
liken Kondmtins. Leipzig 1908. II. S. 221f.
2 Vg]. A. Baumstark, Krippe und WeiMachtsMd in der WeihnacJits-
heilage der Koln. Tolkszeitung. 1907. S. 15, A. Heisenberg a. a, 0. S. 229,
Anmk. 2, H. Kehrer, Die heUigen drei Konige in Literaiur und Kunst.
Leipzig 1 909. 11. 8. 83f.
3 Vg]. A. Baumstark, Maria Keimgang in der Kunst des Ostens in
der Koln. Tolkszeitung. Jahrgang L Kr. 686 vom 15, August 1909.
OrviE;ss Christian; us. Xeiie Serie III,
Tafel I.
Herzog Joliann Georg zu Such sen
Hie Freskeu in I)eir>es-Surjani.
113
Die Presken in Deir-es-Surjani.
Formen auf. Maria liegt lang ausgestreckt auf ihrem Lager.
Zu beiden Seiten steben die Apostel, Jesus bat ibre Seele in
der Hand, Das Fresko ist viel zerstorter als das andere und
darum schwerer zu beurteilen. Aber einen Yorteil bat dies.
Die untere Scbicbt, die kiinstleriscb viel bedeutenter ist, ist
dadurcb mebr beraus gekommen. Man kann deutlicb zwei
Engel erkennen und weiterbin etwas, was sicb zwar auf der
Pbotograpbie nicbt zeigt, ich aber mit der elektriscben Lampe
als einen Grlorienscbein erkennen konnte. Ich vermute, dafi
bier die Himmelfabrt Obristi dargestellt war, da Glorienschein
und Engel ganz denjenigen auf einer solchen gleicben.
Das Fresko in der Apsis gegeniiber dem Hauptaltar (siehe
Abbddung 3) stellt die Himmelfabrt dar. ' Cbristus ist in
dem iiblicben Glorienschein, von zwei Engeln begleitet. Unten
steht Maria mit weit ausgebreiteten Armen. Eecbts und
links erblickt man die zwolf Apostel. Es ist also ganz die
typische Darstellung. Hier sind die Eeste der unteren Scbicbt
noch bedeutender zu Tage getreten. Heben dem linken
Engel werden zwei Kopfe sichtbar, an dem Apostel zur Lin-
ken Maria ein Teil eines Gewandes, endlicb bei Cbristus einKind.
Diese untere Scbicbt ist zweifellos kiinstleriscb viel besser
als die obere. Ich vermute, dafi bier Maria Tod dargestellt
war. Besonders scbliefie icb das aus dem Kinde, das icb mir
in Yerbindung mit den Kopfen und den Gewandresten nur
als die Seele Maria auf dem Arme Obristi erklaren kann.
Wir batten also bier die eigentiimlicbe Erscbeinung, dafi bei
der Ubermalung die beiden Darstellungen vertauscbt worden
sind.
Aus welcher Zeit stammen nun diese Freshen? Das ist
nicbt ganz leicbt zu sagen. Die Tiiren in der Kircbe stam-
men nacb den Inschriften aus der ersten Halfte des 10. Jahr-
hunderts.^ Diese Inschriften stimmen sehr mit denjenigen
an den Freshen iiberein. Man kann also die Yermutung
^ Ygl. A. Heisenberg a. a. 0. S. 202.
2 Vgl. Strzygowski a. a. 0. S. 365 — 368, wo der Text der In-
scliriften mitgeteilt und die in ibnen entlialtene Datierung eingehend bisto-
risch erlautert wird.
Oriens Ohristianus. Neue Serie III.
B
114 Johann Georg Herzog zu Sachsen, Die Freshen in Deir-es-Surjani.
ausspreclien, dafi die Fresken aus dem 10. Jaiirhundert stam-
men, Zu dieser Zeit -waren bestimmt noch. syxische Moncbe
in dem Kloster. Die untere Schicht ist natiirlicli bedeutend
alter. Wenn es eicb bestatigt, was mir der Igumen sagte,
dafi laut einer Inschrift die Kircbe 671 vollendet worden sei^
so kamen wir auf die Zeit etwa 700. Es ist vielleicbt vor-
sicbtiger, vom 8. Jabrbundert zu sprecben. Wir baken also
in den drei Fresken die umfangreicben Eeste eines Zyklus
des 10. Jabrbunderts, in den Spuren, die sich von der unteren
Scbicbt erbalten haben, Reste von bocbbedeutenden Fresken
aus der Zeit etwa 700 bis 750,
1 Es ist dies wolil diejenige Inschrift von der Butler a. a. 0. I
S. 323 sagt: „B.ound the posts and lintel of the doorway runs a Syriac
inscription, of a rude bold character, which fixes their date as not later
than the seventh century of our era.^‘
Spatbyzantinisches und frahcbristlicli-syrisches Weih-
naclitsbild.
Von
Dr. Anton Baumstark.
Als eine der brennendsten Bragen kunstwissenBcbaftlicber
Forscbnng auf cbristlich-orientalischem Grebiet wird sich je
langer, una so entscHedener diejenige nach dem Verhaltnis
spatbyzantiniscber und friibcliristlicb-syriscber IkonograpHe
erweisen. Sind die neuartigen Bassungen alter Tbemen, die
Darstellungen bisber scbeinbar unbekannt gewesener Sujets,
denen man vielfacb in Werken wie den Mosaiken der Kabrje
Djami, den Illustrationen der Marienfestpredigten des Jakobos
von Kokkinobapbos, des Hymnos Akatbistos und des serbi-
Bcben Psalters, dem maleriscben "Wand- uud Grewolbescbmuck
der Kircben in Mistra und auf dem Atbos begegnet, mit
Diebl und Millet^ als das Ergebnis einer letzten macbt-
voUen Knaftentfaltung des Genius der byzantiniscben Kunst
selbst zu erfassen, oder bestebt bier mebr oder weniger durcb-
gangig eine Abbangigkeit von verscbollenen friibcbristlicben
Vorbildern syriscber Herkunft, wie sie fiir einzelne jener
"Werke von Strzygowski und mir vermutet wurde?^ — Eine
' Vgl. Diehl, Manuel d’ art Byzaniin. Paris 1910. S. 694—702^ Mil-
let; Byzance et non V Orient, EA. 1908. I, S. 171—189.
2 Eeziiglicii des serbisclien Psalters, der Illustratioii des Akatbistos
und derjenigen der Marienfestpredigten ygl. Strzygowski, JDie Miniaturefi
des serMsclien Psalters, bezw. meine Mitteilung Zu den Miniaturen der Marien”
festpredigten des Jakohos von KokkinohapJios, OC. 1. IV. S. 187 — 190. Neuerdings
betont Strzygowski PZt. XXI, S. 661 gegen Bertaux, La part de JBy-
zance dans Vart Byzantin (JS. 2 IX, 164 — 175. 304—314) nacbdriickiich,
daii es ihm feme gelegen babe, „die ganze spatbyz. Eunst direkt vom Orient
abbangig“ sein zu lassen. Icb fiircbte, dab er bier in gewissem Sinne zu
vorsicbtig Stellung nimmt. Denn allerdings das scbeint mir Millet liber-
zeugend gezeigt zu baben, dafi in der Tat Dinge wie der serbiscbe Psalter
und die Wandgemalde von Mistra sicb kaum von einander trennen lassen.
Vas fiir jenen als erwiesen gelten darf, mub mebr oder weniger fiir die
116
Baumstark
entscheidende AnWort wird meines Brachtens nicht zuletzt
von dem illustrativen Buchschmuck textlich syrischer Hand-
schriften zu erwarten sein, fur die ein besonders enger Zu-
sammenbang mit der frubchristlicben Kunst Syriens von vorn-
herein unterstellt werden darf und mufi.
Ein geradezu klassisches Beispiel fiir die Bedeutung, die
hier Scbopfungen dieser Benkmalerscliicbt gewinnen konnen,
scbeinen mir vier der anspruchslosen Miniaturen eines illus-
trierten syriscben liomiliars zu liefern, dessen erbaltene Eeste
als Kodex Sachau 2S0 sick in der Konigl. Bibliothek zu
Berlin befinden, Wahrend icb die Handschrift ibrer text-
licben Seite nacb in meinem Bucbe liber Festbrevier und
Kirchenjahr der syrischen Jakobiten (Paderborn 1910) S. 59 £
gewiirdigt und ibren Miniaturenscbmuck als Ganzes EQs
XXII S. 28f. (des kircbengescbicbtlicben Teiles!) in einem
Aufsatz fiber Ostsyrisches Christentum und ostsyrischer Helle-
nismus kurz cbarakterisiert babe, batte icb speziell auf jene
vier die Weihnacbtsgescbichte bebandeinden Darstellungen
bereits in der WeihnacJitsbeilage der KVZ ffir 1907, S. 16 ini
Eabmen eines Essays fiber Krip^e und Weilinachtsbild bin-
gewiesen. Auf Grund dieses Hinweises und meiner ibrn pri-
vatim gemacbten Mitteilungen bat H. Kebrer, Die heiligen
drei Konige in lAteraiur und Kunst II, S. 84 ibrer gedacbt,
wobei er ihre Publikation durcb micb in Aussicbt stellte.
Dieselbe naoge nunnaebr erfolgen, da icb ffircbten mufi, den
Plan einer wfirdigen Gesamtbearbeitung der eigenartigen
Miniaturenfolge unseres Homiliars nicbt zur Ausffibrung briu'
gen zu konnen.
Wie alle Illustrationen der Handscbrift sind die vier Bild-
cben dem Anfang je eines bestimmten nicbtbibliscben Lese-
textes vorausgescbickt tmd obne irgendwelcbe Eabmung so
in die Textkolumne eingeschoben, dafi ibre Hobenacbse pa-
rallel, statt senkrecbt zu den Scbriftzeilen verlauft. Icb gebe
zunacbst eine Bescbreibung des Einzelnen.
gesamte spatbyzantinisehe Kunst anerkannt warden. Ob dieses freilich eine
direkte Abhangigkeit vom Orient sei, ist eine andere Prage. Vgl. hierzu
den SchluC dieses Aufsatzes.
Spatbyzantinisohes und fruhobristlioh-syrisches Weibnachtsbild. 117
Fol. 3r“ reclite Kolumne (des zweikolumnigen Textes),
vor ISTr. 5 der Sammlung, Weilinaclitspredigt des hi Gregorios
V. Nazianz: Krippenbild. — Beischrift (rot mit griinen Pankten) :
,..^.1 oo.’^ci'so ^,die Geburt unseres Herrn". (= Abb. 2)
Das Krippenlager ist obea griin; an der Vorderseite weist es grune
und rote Streifen auf. Dnten sind Heste yon etwas wie einer Mane-
rung mit Ornamenten in Gelb, Griin und Eot erkennbar. Die hinter
der Krippe bervorscbauendenKopfe yon Ochs und Esel sind violett! Das
in blaue Bander und Tticher eingewickelte Kind hat Kreuznimbus mit
rotem Eeif und Kreuz und einen gelh-braunen, d. h. golden sein sol-
lenden Grund. Dinks sitzt oder kniet — die Haltung ist unldai' —
Maria, die Linke in den Naoken des Kindes gelegt, dessen Kopfchen
sie mit der Eeohten liebkosend beriihrt. Ein zugleich als Schleier
liber den Kopf gezogener hellyioletter Mantel fallt auf eine blaue Tu-
nika herab, __unter der ein roter Schuh heryorsieht. An dem allein
sichtbaren Armel bemei'kt man rote Verzierung auf Goldgrund. Weiter
unten sitzt Joseph mit weiBem Haar und Bart, nach links gewendet,
aber sich nach rechts umblickend. An den nackten FilBen sind rote
Sandalenbander erkennbar. Die Linke greift in die Ealten des ilber
blauer Tunika getragenen griinen Palliums, wahrend die Kechte die
Wange stiitzt. Wiederum effektiy schmutzig-gelbe Nimben mit rotem
Band yeryollstandigen die Erscheinung beider. Neben Joseph befinden
sich z-wei in Grau-Griin gehaltene Pflanzen.
Fol. 6v° rechte Kolumne, vor Nr. 7 der Sammlimg, Weih-
nachtspredigt des Theodotos von Ankyra: das erste Bad des
Jesuskindes. — Eine Beischrift fehlt. (= Abb. 4)
In einem kelchformigen Badebecken mit hellyioletten und gelben
Streifen und blauem Knaufe sitzt in dem durch blaue Streifen ange-
deuteten "Wasser das unbekleidete Kind, die Linke auf das linke Knie
gestiitzt, mit der Eechten segnend, Zu beiden Seiten des iiblichen
sohmutziggelben Nimbus mit rotem Kreuz, 'yon dem sich sein kurzes
schwarzes Haar abhebt, liest man die griechische Beischrift |C XC in
roten Buchstaben. Links wird das Kind durch eine sitzende Erau
mit entbloBten Armen, hellyiolettem Gewand und roten Schuhen gehalten.
Bechts steht eine andere Frau in griinem Gewand, die aus einer yioletten
Amphora "Wasser in das Bad zugieBt. Beide Frauen haben eigen-
artige Mlitzen yon hellblauer Farbe, in lyelcher bei der stehenden irr-
ttlmlich auch frei herabfallendes (oder in Zopfen gefiochtenes?) langes
Haar koloriert zu sein scheint, "wahrend ihre FiiBe yerwischt sind.
Fol. 8y° linke Kolumne, vor Nr. 9 der Sammlung, — die
erst auf dem folgenden Eol. begann, — einer Weihnachts-
118
Baumstark
predigt des hi.
Johannes Ohryso-
stomos: die Ma-
gieraiifder Reise.
— BeisclLrift(grun
mit roteii Punk-
ten) :
,die
Magiei' aus Per-
sieii‘^ (= Abb. 1)
Rechts oben er-
scheint in grau-
blauem Halbkreis
rot der Stern mit
nacb nnten ge-
ricbtetem Kometen-
scbweif. Die durcb-
weg violette Klei-
dung des ersten
Magiers oben be-
stebt ans Obiton,
dartlber gezogener
geglirteter Tunika,
Hosen nnd Sobub en.
Die Parbe seines
Pferdes scbwankt
zwiscben G-rau und
einein bellen Braiin.
Er selbst ist ein
Grreis mit weifiem
Haar imd Bart, bait
mit der Linken die
Ztigel und weist mit
der erbobenenRecb-
ten seinen Gefabr-
ten, nacb dem er
sicb umkebrt, auf
den Stern bin. Je-
ner G-efabrte in
gleicber, aber stark
verwiscbter Klei-
Abb. 1, Kgl. Bibl. zu Berlin:
Hs. Sacliau 220. Bob 8v^
Spatbyzantinisches und frubcliristlicb-syrisches 'Weilinacbtsbild. 119
Abb, 3. Kgl. Eibl. zu Berlin:
Hs, Sacbau 220. Fol. 9v^.
Abb. 4. Kgl. Bibl, zu Berlin:
Hs. Sachau 220. Fol. 6v®.
dung YOU dunkel-
griiner Farbe reitet
ein blaues (!) Pferd,
dessen Zligel er mit
beidenHanden lialt.
Sein stark verwiscb-
tesGresicbt war bart-
los. Der dritte,iinter
den beiden andereii
gegebene Magier in
OMton,Iiosen,Schu-
ben und einem fiat-
ternden Pallium you
hellerem Griln sitzt
auf roteni (!) Pferde
und liillt die Zligel
mit der allein sicht-
barenrecbtenHand.
Seingleicbfalls stark
beschadigtesGesicbt
batte Haar und Bart
yon scbwarzbrauner
Farbe. AJle drei tra-
gen pbrygischeMiit-
zeUjderen scbarlacb-
rote Farbe bei dem
ersten und dritten
nocb erbalten ist.
Hufe,Sattelzeug und
Zligel der Pferde
sind scbwarz.
Fol. 9 V” linke
Koltmine, vor IsTr.
1 0 der Sammlung,
W eiknaclitspre-
digt des 111. Basi-
leios: die Yer-
kiindigung an die
Hirten. — Bei-
schriffc (griin mit
roten Punkten
120
Baumstark
iind unregelmafiig rot iimi*andet) :
„die Engel, die den Hirten die frolie Botschaft verkiinden".
Abb. 3)
Links Yon der Beisclirift stelit in der Mitte oben in einem blauen
Halbkreis -wiederum der diesmal nnr in roten Umrissen gegebene Stern
init seinem nacli unten gekelirten roten Kometenscliweif. Der anfterst
Ideine Mann mit auffallend bober Stirne bat kurzes scbwarzes Haar
nnd Yoll- nnd Scbnurrbart von gleicber Farbe. Bis auf die roten
Scbnlie ist seine ganze G-estalt von einem — offenbar baren gedacbten
— violetten Kleid mit scbwarzen Eellzotteln eingebtillt. Um seine
Scbulter bat die iinke Hand ein grofierer bartloser Jiingling gelegt,
der, sicb nacb dem Alten nmwendend, mit der Recbten nacb oben
deiitet. Er triigt Kobe braungrane Stiefel, enganliegende rote Hosen
nnd einen nngegiirteten bellblauen Gbiton, von dem sicb eine Art
scbwarzgrauumrandeten, im Innern bellrot gestreiften Babbats abbebt.
Sein voiles Haar ist scbwarz. Links steben dieser Hirtengruppe gegen-
iiber zwei Engel mit langberabwallendem scbwarzem Haar, macbtigen
ziegelroten Eliigeln und unbekleideten Eilben, an denen nnr das rote
Biemenwerk nicbt angedeuteter Sandalen sicbtbar wird. Der vordere
bat bellviolette Timika und dunkelgriines Pallium, unter dem seine
Liiike vcrscbwindet, indessen die Beclite mit Redegestus nacb den
Hirten deutet. Der bintere in gleicbartiger, aber umgekebrt kolo-
rierter Kleidung bat anscbeinend beide Arme ausgestreckt, docb ver-
schwinden dieselben unter dem Pallium oder binter dem Biicken des
ersten Engels.
Was diesen Darstellungen eine einzigartige Bedeutung
verleibt, ist in Verbindung mit ihrer Provenienz ans dem
aramaisch redenden Syrien, naherbin wohl gewiB aus dem
Osten desselben, wenn auch nicbt notwendig gerade aus dem
Tur "Apdin, wo die Handscbrift erworben wurde^ einerseits
ibr Alter, andererseits der Umstand, daB sie fiir die unmittel-
bar yon ibnen gespielte Rolle selbstandiger Einzelbildcben
unmoglicb kobzipiert sein konnen, vielmehr unverkennbar die
disiecta meyyibra einer umfassenden Bildkomposition darstellen,
die von Kebrer^ als der ^syriscb-byzantiniscbe Kollektiv-
typus^^ des Weibnacbtsbildes bezeicbnet wird.
Mocbten allenfalls die reisenden Magier und die Hirten-
verkiindigung als urspriinglicb selbstandige Illustrationen
1 Die heiligen drei Ednige II, S. 81 — 102.
Spatbyzantinisches und fruhcliristlicb-syriscbes 'W’eilinaclitsbild. 121
eines Weihriachtstextes noch denkbar sein, so gilt ein Glei-
cbes schlecbterdings nicbt mebr von, der Badeszene. Hier
bandelt es sich um ein aus solchen der paganen Antike in
die christlicben Grebnrtsdarstellungen nickt nur Ohristi, son-
dern auch der allerseligsten Jungfrau und des Taufers iiber-
gegangenes Detail, das von Hause aus nur als dienendes (xlied
in einem groJBeren Ganzen Sinn und Existenzbereclitigung
hat. Nicht minder durchschlagend ist die Wiederholung des
Magiersternes in dem Bildchen der Hirtenverkiindigung, mit
der er nichts zu tun hat. Man kann sie sich nur daraus er-
Idaren, dafi die vier Miniaturen auf eine Komposition zuriick-
gehen, in der von dem die Bildmitte beherrschenden Sterne
aus nach rechts hin die Szene der Engel und Hirten sich
entwickelte, wahrend auf denselben von links her die Magier
herzuritten. In der Tat braucht man nur die Bildchen in der-
jenigen Anordnung, in welcher ich sie S.llSf. wiedergebe, auf
sich wirken zu lassen, um mit vollster Sicherheit die Konturen
jener Komposition wiederzugewinnen. Der Kometeiischweif
des Sternes muJS in derselben auf das in der Krippe liegende
Kind herabgewiesen haben. Links unter der von diesem und
seiner Mutter gebildeten ZentralgTuppe safi Joseph, indessen
rechts die Badeszene Baum fand. Den Schauplatz von allem
dem kann nur eine machtige Hohle gebildet haben, die sich
in einem Berge offnete, iiber dessen mehr oder weniger spitzem
Gipfel der Stern stand, wahrend seinen linken Abhang hinauf
die Magier ritten und am rechten, abwarts gewandt, die
Engel den Hirten gegeniiber traten. Der Aufbau der Magier-
gruppe laJ&t noch deutlich den Verlauf der nach rechts an-
steigenden Terrainlinie ahnen.
Das ergibt nun nicht nur im allgemeinen streng den
Kehrerschen „Kollektivtypus“, sondern eine spezielleWendung
desselben, die man zunachst geneigt sein sollte, fiir eine ver-
haltnismafiig recht junge, der spatbyzantinischen Kunst eigen-
tiimliche zu halten. Wahrend namhch bis zum 14. Jahr-
hundert die Magier im Eahmen jenes Typus fortfahren, regel-
mafiig als die eiligen Schrittes zu EuB herzutretenden Ge-
schenkebringer der christlicben Antike gefaBt zu werden,
122
Baumstark
deren paganen Prototyp L. v. Sybel neuerdings in der ro-
misclien Kaiserkunst des neronianischen Zeitalters ermittelt
zu Laben glanbt,^ ist fiir die Sckopfungen der Spatzeit die
Neignng bezeichnend, sie als Reiter an der linken Halde des von
der Greburtshohle durckbroclienenBerges herankommenzulassen,
Der illnstrierte serbiscbe Psalter,^ Mistra^ imd der Atbos*^
liefern instruktive Beispiele der Sache, die aller dings fast
durcb-weg im Detail nock die eine oder andere unstreitig
sekundare Weiterbildiing des den syrischen Miniaturen zu-
grunde liegenden Schemas anfweisen.^ Dafi mit derartigen
Ziigen die Fassung der Magier als Reiter nicht anf dieselbe
Stufe gestellt werden darf, konnte freilich mit Bestimmtbeit
festgestellt werden. Denn sckon der ersten Halfte des 11.
Jakrbunderts entstammt an demjenigen des griecMschen Evan-
gelienbuches Faris, gr. 74^ ein die reitenden Magier bie-
tendes Weihnaohtsbild, das fast bis auf die letzte Linie genau
mit der in Sachau 220 auseinander gebrochenen Komposition
iibereinstimmt. Aber die syrisclien Miniaturen fiihren nun
imvergleichlich weit nock iiber jene vereinzelte Erscheinung
alterer byzantiniscker Kunst zuriick.
1 Die Magier aus Morgenland, MAI. Eom. Abteilung XXVII, S. 311
bis 329. Der Zusammenhang des cbristliclien Bildtyps mit den neben ibn
gestellten Parallelen scheint allerdings einleuchtend. Ob aber jene selbst
sicli aus einem Schopfungswerk der romischen Kaiserkunst hinreicbend er-
kliiren und ob, wenn etwa sobon diese von einem dstlich-hellenistisoben
Yorbild abhangig gewesen sein sollte, die Magierszene nicbt unabbangig
von ihr auf das gleicbe Yorbild zuriickzufubren ist? — Icb werde diesen
Pragen nocb naber treten miissen.
2 Strzygowski, Taf. 54. Ygb aucb LIY, 131.
3 Perible23tos: Millet, Monuments Byzaniins de J&^raTaf, 118. 1; Pan-
tan assa: ibid. Taf. 139. 2.
^ Hagios Paulos: Etudes (Millet) 0 311 und darnacb Kebrer
a. a. 0. S. 96 Abb. 89; Docbariou: Etudes (Millet) 0 276 und 269.
5 So durchweg lobsingende Engelcbore;- ein oder zwei mit Joseph re-
dende Hirten: Peribleptos, Hagios Paulos, Docbariou; ein Horn blasender
und ein bei der Herde Wacbe baltender Hirte: Pantanassa; Hirte mit bocb-
springendem Hund: serbiscber Psalter XXY, 54; knieende Mutter: Docbariou.
Das eine oder andere dieser Motive kebrt fast immer aucb in den Weib-
nacbtsbildern illustrierter armeniscber Tetraevangelien wieder, welcbe im
Sinne der alteren byzantiniscben Yulgata die Magier nicbt beritten dar-
stellen.
Abgebildet bei Kebrer a. a, 0. S. 83.
Spatbyzantinisches uiid frulichristlich-syrisohes Weilinachtsbild. 123
Schon die fragmentarische Berliner Handschrift selbst
wird durch ihren Schriftcliarakter wohl eher nocli dem Aus-
gang des 8., als erst dem Beginn des 9. Jahrlmnderts zuge-
■wiesen,’ iiber den mit ihr herabzugeben sich unbedingt ver-
bietet. Ihr Miniaturensohmnck erweist sich nun aber als die
Kopie desjenigen eines noch alteren Exemplares, Die unge-
rahmt nnd ohne jede Hintergrundsandentung sich von der
Naturfarbe des Pergaments abhebenden Bildchen haben nam-
lich ihre nachsten Yerwandten in Randilhistrationen wie den-
jenigen der Kanonesarkaden des Rabbulakodex, der sog.
monchischen Redaktion des illustrierten griechischen (nnd
kirchenslawischen) Psalters, armenischer Tetraevangelien des
zweiten Jahrtausends nnd eines arabischen Pentateuchkom-
mentars in der griechischen Patriarchatsbibliothek zu Jeru-
salem. Bedenkt man nun andererseits, dafi die Art ihrer
Yerbindung mit dem Text eine jedem gesunden Menschen-
verstand Hohn sprechende ist, in dem der Leser jeweils das
Buch um 90“ drehen mufite, wenn er, in der Lektiire inne-
haltend, ein Bild betrachten wollte, so ist die SchluJ&folgerung
unabweisbar, dafi auch unsere Miniaturenfolge urspriinglich
einen Typus der Randillustration vertrat, der je ein Bildchen
als eine Art von Titelvignette neben den Anfang eines neuen
Textabschnittes — hier einer neuen Homilie — setzte‘‘“ und
dafi erst ein unverstandiger Kopist sie vom Rande in so
aberwitziger Y'^eise in die Textkolumnen selbst iibertrug. Ein
terminus post quern fiir die Entstehung der urspriinglichen
Randillustration ergibt sich dabei nur aus dem inhaltliohen
Befunde, dafi in der Sammlung von Texten, deren Schmuckung
zu dienen sie bestimmt waren, die opiAtat eTCi6p6'noi in der
jiingeren, in der zweiten Halfte des 7. Jahrhunderts durch
Ja'c[u[3 von Edessa (-{- 708) geschaffenen syrischen Ubersetzung
Aufnahme fanden. Ruiid die Wende vom 7. zum 8. Jahr-
1 Ygl. die Faksimileprobe bei S(i>ch.si.v.^ Ver^eichnis der syrischeri Sand-
schriften (der Kgl. Bibliotliek in Berlin) Tafelabb, lY. Die Bescbreibung
der Handschrift ebenda S. 113 — 121.
2 Das nachste Seitenstiick hierzu bildet die fruhcbristlicb-syriscke
Psalterillustration, die ioh 00. 1. Y, S. 310 — 319 als hinter den Miniaturen
der Psalterliandscbrift 'A710U T(?cpou 53 in Jerusalem atebend erwiesen babe.
124
Baumstark
hundert wird mitliin als der Zeitpunkt zu gelten haben, um
■welcben ein ostsyriscber Buchmaler etwa zu Edessa, Nisibis
Oder Aniida bereits einen auf dem byzantinischen Boden erst-
mals um 1025 in Paris, gr. 74 sich anmeldenden Bildtyp der
„Geburt Christi" in seine einzelnen Teile zerlegen konnte,
um mit denselben die Initien einer Eeibe von Weihnacbts-
texten zu scbmiicken.
Ein Vergleich mit Literarisckem gestattet vielleicbt jenen
Bildtyp in Syrien sogar noch erbeblicb weiter zuriickzuver-
folgen. Man halte neben ihn das Prooimion des beriibmten
Weibnachtskontakions des Eomanos, eines geborenen Syrers:
'H TrapOevo? ai/j[iepov t6v uTcepouoiov tixtsi
xal ^ jri a%'/jXaiov T(j) ditpoaixo) Tvpoadysi’
dyyeXoi pexa Tioipevoiv Bo^oXoyoooiv, ,
gdyot 8s gstd daxepo? oSoiiuopouaiv .....
Ich kann micli des Eindrucks nicht entscblagen, dafi
diese Worte, wie so mancber locus classicus alterer griechi-
scher Kircbenpoesie^, ein Echo bildender Kunst sind und dafi
in ibnen bereits gerade der uns bescbaftigende Bildtyp eine
poetiscbe Parapbrasierung erfahrt. Die Weise, in 'welcber
aucb das Dicbterwort die Hirten in eine Verbindung nicbt
nacb Art der Monzeser AmpuUen aucb mit der Hauptgruppe
von Mutter und Kind, sondern ausscbliefilicb mit den En-
geln setzt, bedeutet eine iiberwaltigende Parallels zwiscben
Bild und Lied. Nicbt minder wird die 68onropi'a der Magier,
ibr eines weiten Weges Herkommen, am treffendsten durcb
ihre berittene Darstellung vergegenwartigt. Nun ist Eomanos
glaubbafter Uberlieferung gemaL unter Kaiser Anastasios
(491 — 518) von Beirut nacb Konstantinopel gekommen. In der
byzantiniscben Eeicbsbauptstadt war zur Zeit seines dortigen
"Wirkens die organiscbe Verbindung der Magier mit einem
i So ist das 'Weihnaclitssticheron; EucppaiveaGe Stxatot eines Andreas
Hierosolymites (— Andreas von Kreta ?) von dem monnmentalen Prototyp der
auf der Melirzahl der Monzeser AmpuUen gegebenen Darstellung mit tliro-
nender Tbeotokos, Magiern und Hirten abhangig, worauf icb Gottesminne
VI, S. 261 beilaufig binwies, so das an Ostern immer und immer wieder-
bo He: XptcToc oIvecttyi Iy. vexptov usw. von dem Gbristus in siegbaftemWieder-
aufstieg darstellenden Typ des Hollenfabrtsbildes (sog. *AvdcjTajL<;).
Spatbyzantinisclies und friihcliristlicli-syriaches 'Weihnachtsbild. 126
Hirten, Engel und Badeszene enthaltenden Geburtsbild nach
Mafigabe der Mosaiken des Eulalios in der Apostelkirche
noch nicbt gebrauchlicb.' Er mu6 seine Vertrautheit mit dem
den syriscben Miniaturen zugrundeliegenden Typus, £iir den
jene Verbindung charakteristisch ist, mithin scbon in seiner
syriscben Heinaat erworben baben. Dann ist aber jener Typus
in Syrien nocb ein frubcbristlicber, der nicbt nur am Ende
des 7., sondern sogar am Ende des 5. Jabrbunderts scbon
existierte.
Dieses Ergebnis beleucbtet zunacbst grell, wie metbodiscb
grundfalscb eine ikonograpbiscbe Forscbung ist, die, aus-
scblieJSlicb von den zufallig erbaltenen Monumenten aus-
gebend, vermeint auf Grand ibres Alters die Etappen einer
geradlinig veriaufenden typengescbicbtlicben Entwicklung
cbronologiscb fixieren zu kdnnen. Denn nacb einem dei'-
artigen Verfabren miifite nicbt nur das Krippenbild der Mon-
zeser Ampulle Garrucci Taf. 433, 8 und dasjenige des liab-
bulakodex vom J. 586, sondern selbst nocb das mogbcber-
weise erst im 10. Jabrbundert entstandene Fresko der Ge-
burt in der alteren Kirche des Der es-Stirjani^ erbeblicb alter
sein als das in den Berliner Miniaturen nacbwirkende Scbop-
fungswerk. Vielmebr sind, was ja eigentlicb selbstverstand-
licb ist, entwicklungsgescbicbblich altere Typen oft genug
aucb nocb gleicbzeitig mit entwicklungsgescbicbtlicb jiingeren
dargestellt worden, und bei dem triimmerbaften Bestand des
uns fiir die cbristlicb-orientaliscbe Kunst zur Verfugung
stebenden Denkmalermateriales kann es dann sebr wobl und
wird es tatsachlicb vielfach gescheben, dafi das Altersver-
1 Ygl. Heisenberg, Oraheskirclie und Apostelkirche. Ztvei Basiliken
Konstantins. Leipzig 1908. II, S. 229 — 235.
2 Vgl. Strzygowski, 00, 1. I, S. 359f., bezw. die weitere von Kebrer
a. a. 0. S, 83 f. Anmk. 2 verzeicbnete Literaiur. Las Gemalde kann, me
letzterer anzunehmen scbeint, schon dem 8, Jabrbundert entstammen, es
kann aber aucb ebenso gut mit den dem 10. angeborenden Haikal-Tiiren des
Mose von Nisibis gleicbaltrig sein. Yor allem ist nun aber auf die oben
S. Ill — 114 erfolgte Publikation dieses und der iibrigen Fresken jener Kircbe
durch Herzog Johann Georg zu Sachsen zu verweisen, der beziiglicb
der Datierung tibrigens gleicbfalls fiir das 10. Jabrbundert eintritt.
126
Baumstark
haltnis zweier Typen demjeBigen ihrer friihesteii erhaltenen
Exemplare geradezu entgegengesetzt ist.
Einen lauten Protest bedeutet unser Ergebnis dann aucb
gegen die von A. Heisenberg’ vertretene Anscbanung, als
ob' seit dem Justinianischen Zeitalter Konstantinopel ikono-
grapbiscb absolut die Eiihrung iibernebme nnd der Orient
zn einer Dependance von Byzanz werde. Denn bier seben
wir einen weiterbin in ibr zu bocbster Bedentung gelangten
Bildtyp des friilicbristlicben Syriens erst nm die Jabr-
tausendwende von der eigentlicb byzantiniscben Kunst iiber-
nommen.
Was endlicb den genaueren gescbicbtlicben Verlauf
dieser Ubernabme und damit das Verbaltnis des spatbyzan-
tinischen zu unserem friibcbristlicb-syriscben Weibnacbtsbild
betriift, so ergibt sicb folgende Sacblage. Der Kebrerscbe
„Kollektivtypus“ der Weibnacbt, eine nocb friibcbristlicbe
Scbopfung des syriscben — naberbin wobl des syro-palasti-
nensiscben — Orients bat in seiner TJrgestalt die Magier als
Eeiter auf der Reise geboten. In dieser TJrgestalt, wie Paris,
gr. 74 lebrt, zu Anfang des 11. Jabrbunderts aucb auf dem
byzantiniscben Boden eingebiirgert, bat er bier unter dem
Einflufi der selbstandigen DarsteUung der Magieranbetung
eine bezeicbnende Umbildung dabin erfabren, dafi aucb in
ibm die orientaliscben Reiter durcb die zu Eufi eilig sicb
nabernden bellenistiscben Gescbenkbringer scbon der romi-
schen Katakombenmalereien und der Sarkophagplastik ersetzt
wurden. Erst im 16, Jabrbundert bat eine Kunst, die sicb am
treffendsten wobl als diej enige einer nicbtzuibrer V ollreife gelang-
ten byzantiniscben Renaissance bezeicbnen lieBe,^ das alte syriscbe
Reitermotiv der Magier wieder aufgenommen, das ibr Werke
alterer byzantiniscber Bucbmalerei von der Art des Paris,
gr. 74 vermittelt baben diirften, me es denn ganz allgemein
sicb mir immer bestimmter zu ergeben scbeint, dafi im Ge-
< Qrabeskirche und Apostelkirche 11, S. 269—273.
2 Vgl. in diesem Sinne meinen Aufsatz; Misira, mi Pompeji der spiit-
byzantinisclien Kunst 'WBQ-. 1910 S. 269 — 273.
Spatbyzantinisclaes und friilicliristlicli-syrisclies "Weilinaclitsbild. 127
gensatz zu den Verhaltnissen friiherer Jahrliunderte im
men ^ener Kunst die Wandmalerei ihre Inspirationen you der
Kleinwelt der Miniaturen bezieht/
i Anch die Tafelmalerei konnte wobl bier irgend eine vermittelude
EiOlle gespielt baben. Wir diirfen nie vergessen, dali wir fast nur bochstens
bis ins 15. Jabrbnndert binaufreicbende byzantiniscbe Ikonen besitzen, und
die so alten Stiicke bringen dann nocb recbt selten bibliscb-bistorische Sujets.
Aber solcbe Sujets bebandelnde Werke der Tafelmalerei baben dock auob
schon friiber die Templa byzantiniscbe Kircben gescbmiickt.
DRITTE ABTEILUNG.
A) MITTEILUNGEN.
Die literarisclieij Handschriften des jakoMtisclien Markusklosters
in Jerusalem.
(Portsetzung).
II Profanwissenscliaftliclie Literatnr.
An ProfamYissenscIiaftlichem ist in den Hss.-Bestanden des Mlds.
die Grammatik nocli verlialtnismaBig am kesten yertreten, walirend
wenigstens eine Nummer nocli an das Inter esse erinnert, mit dem das
cliristliclie Syrertnm einst der aristotelisclien PhilosopLie gegentiber-
stand. Hier wie dort ist es allerdings nnr die jimgste -einscbUigige
Liter aturscliicbt, d. b. abgeseben von der Lexikograpbie der NacLlaB
Bar 'Eprajas, was uns entgegentritt. In einem merkwilrdigen Gegensatz
zn dieser Beschranknng stebt eine Hs. der Rbetorik des Antonios von
Tayrifr, die nocli einmal ein Stiick von ganz bervorragendem Werte
darstellt. Zwei Karsuni-IIss. zeigen endlicb gelebrte mobammedaniscbe
Literatur anf dem cbristlicben Boden eingebiii'gert. Durcb oin rolativ
bolies Alter zeicbnet sicb mindestens eine Bar ‘Epraja-Hs, aus. An-
deres nnd weitaus das Meiste ist ganz jnng. Aber gerade, daB z. B.
pbilosopbiscbe Werke Bar ^E^rajas nocb im letzten Viertel des 19. Jlis.
neu abgeschrieben wnrden — nicbt ftlr einen enropaiscben Bestellerj
sondern nm einem innersyriscben Bedilrfnis zu entspreclien — ist be-
acbtenswert nnd kein ganz scbleclites Zeicben fiir den kulturellen
Stand des modernen Jakobitentnms.
25.* — Pp. 201 Blr. 0,182X0,134. 2std. Von 22 Blattlagen zu je 10 Blr., aus
denen neben 5 weiteren Blrn. am SoWuUk die Hs. ursprimglioli bestand, sind die erste
Lage und das erste Bl. der zweiten verlorengegangen. Audi weiterbin finden sicb
erbeblicbe Liicken. Ebd. GepreBter Bederbd. von einer engliscben Bibel berrubrend,
wie die gepreBte Baufscbr. I£oly Bible lebrt, in dem die Blr. der Hs. lose iiegen.
Scbr. Serta die S. zu 24 Zn. Nscbr. Bb 201 Bat. 1 Nisan 1788 (Gr. =
April 1479).
Die grofie Orammatik des Bar ‘Epraja, betitelt
„Buch der Strahlen" Mika), syr., am Anfang un-
vollstandig. Vgl. die Ausgabe von Martin Oeuvres Gram-
maticales d’Ahou’l Faradj, dit Bar Eebraeus. I. Paris 1872,
bezw. die deutscbe tJbersetzung (mit Kollation weiterer Hss.)
von A. Moberg. Leipzig 1907 — 1913.
Text Bl. Ir"— 200v“.
Mitteilungen.
129
— Pp. 105 Plr. 0,209X 0,148. ELd. GepreBtes Leder mife Baiifscln*.
Sc hr. Serta des 16. oder wolil eher 17. Jlis., 2 Spn. zn durchsolinitfclicli
18 Zn, Nscha’. PL 102 v”. Eat. Aleppo, 10. Tesnn I (OktoLer) ehies niolit genaianten
Jalires. G-escli. Nacli einer Notiz BL 103 x” uiiter Matxan 'Abel en-lSTtr, dem Edes-
sener, von einem Monolie Thomas dem Mid. gesebenkt im J. 1854 n. Chr.
Die kleine, metrisclie G-rammatik des Bar 'Bpraja,
syr. und kar. Vgl. die Ausgaben von Bertheau. Gottingen
1843 nnd Martin Oeuvres Gramniatkales ns-w. II.
Text des Hanptteiles Bl. Ir”^ — 66v°, des bei Bertbean
fehlenden Anhangs iiber die riebtige Punktation und Aus-
spracbe mebrdeutiger Worte Bl. 67r° — 102v'’ (== Martin II
von S. 77 an). Der syr. Text ist in einer ParaUelspalte von
einer Kar.-Ubersetzung begleitet.
37. * — Bp. 125 Blr. 0,210X0,167. Ebd. Pappendeokel init TucMberzng und
Raufschr. Sebr. Serta des 17. oder 18. Jbs., 2 Spn. diejenige mit
syr. Text zu 13 — 17 Zn., die Kar.-Sp. erlieblioli enger, die Eandsobolien teils mit
sebwarzer, teils mit violetter Tinte oder mit Mnium gesobrieben. Sc bin. Die Spn.
meist von roteii, blauen oder gelben Randleisten nmzogen. Bl. Iv® robes Ornament
von Giebelform in Ziegelrot nnd Braim iiber dem Titel. Bl. 67 v^ sebr robe Peder-
zeiobnung eines in Erontalstellung stelienden bartigen Heiligen in priest erlicber
ICIeidnng mit Nimbus. Die Blattlagen auf erster nnd letzter S. mit ziegelroten Zabl-
buchstaben numeriert. Geseb. Nacb Kar.-Notiz Bl. im <T. 1854 ii. Chr.
durob den Mdncb Girgis „Eiener“ des Mkls., der sicb einen „Scbuler“
des Matran 'Abd en-Niir nennt, von einem Rabban ‘Abd el-Mesib aus M^rdin kliuf-
licb erworben.
Dasselbe Werk wie in Hr. 26*, syr. und kar.
Text Bl. Iv" — 11 Sr". Der Anbang iiber die Aeqnilitterae
beginnt Bl. Sir”. Die Anordnung des Textes ist dieselbe wie
in Hr. 26*. Hur finden sicb aneb nocb gelegentlicb bald syr.,
bald ar., bald kar. Eandsebolien.
38, * Up. 378 Blr. 0,304X0,206. Zstd. 230 Blr. alt; vonBl. 231 an modeme
Erganzung. Ebd. Moderner Halblederband mit Goldpressung auf dem Eiiclcen.
Sclir, Ser^a im alien TeUe 'U'ohl dea 17. Jlis. ; die ar. Bestandteile dea Textes kar,
2 Spn. zu 42 Zn. im alten, zu 32 im neuen Teile. Sebm. Bl. 1 v® H-formiges Eleolit-
bandmuster iiber Titel und Anfang dea Textes, an den obei’en auGeren Boken der 'v®-
Sn, des alten Teiles hauflg ein Vogel oder ein kleines Elechtbandmuster, alias in
Sobreibtinte und Minium ausgefiibrt. Nschr. Bl. 376v®. Bat. der Erganzung 10
Hezlrau (Juni) 1892 n. Cbr. Sebrbr. derselben fiir ersten yier Blattlagen zu je
10 Blm Abraham, der Mardiner, fiir den Best ein Sem'on, boide Monohe im Mkl.
Lexikon des Bar Bablul. Vgl. die Ansgabe von
R. Duval. Paris 1888 — 1896.
Text Bl. Iv”— 376r°. Als Anbang folgt Bl. 376r" nocb
ein kurzes Verzeiebnis von Worten, die im Syriseben mit Sin,
im Arabiseben mit Sin gesebrieben werden.
Oriehs Christiahus. Neue Serie III.
9
130
Mitteilungen.
39.* — Pp. 289 Blr. 0,344X0,188. Ebcl. Holzdeckel. Solar. Serta, die ar.
Textelemente kar., 2 Spn. zii 34 Zn. Kschr. Bl. 287 r”. Bat. 2101 (Gr. — 1789/90).
Sclirbr. Matraia ‘Abd el-Ahad von der., der zur Zeifc, als die Nsclii'. beigefiigt wurde,
aus dem Ijeben gescliieden war. Gesoh. Vom Sclirbr. dem Mid. gesclienkt. Wie die
Ubereinstiinmung bezliglicli des Anhangs lelirt, hat die Hs. fiir die Ergiinzung von
Nr. 28* als Vorlage gedient.
Dasselbe Werk wie in Nr. 28*.
Text BL lv“ — 287r‘’. Auf Bl. 287v'’ folgt anch. hier das
Vei’zeiclinis im Syrischen nait Sin, im Arabischen mit Sin ge-
scbriebener Worte.
30.* — Pp. 127 Blr. 0,380X0,225. Zstd. Bl. 122t° weiJSgelassen. Ebcl. Papp-
band. Solar. Serta von wecliselnder Znzalil auf der einzelnen S. Nsclirr. Bl. 115r®,
121 r®. Bat. 2100 (Gr. = 1788/79). Schrbr. jLri.A,xo (sic!) HaSbEsabb^ Oder 'Abd el-
Aliad JL:al(?) aus dem Borfe JIJLa in der Niihe der Stadt die ilirerseits
vier Tagereisen uber Amida liinaus nach Osten liegt,
Lexikon nach Eudocbos und Anderen mit verschie-
denen Anhangen, syr. Dasselbe Werk in gleicher Rezension
liegt in den beiden Berliner Hss. Sachau 182 und 348 vor.
Vgl. Kat. Sachan S. 714f. 716f. Eine andere direkt Eudochos
als — einzigen — Verfasser nennende und eine dritte seinen
Namen iiberhaupt nicbt erwahnende Rezension bietet D. 10. 9
der Urdversitatsbibliothek in Cambridge, bezw. Sachau 281 in
Berlin. Vgi. Wrigbt-Cook S. 992f.. Sachau S. 698.
Text Bl. Iv® — ll5r°, am Rande von zahlreichen Scholien
begleitet. Die Anhange umfassen 1) das Lexikon „nnver-
anderlicher" d. h. wohl fiir die Aussprache eindeutiger Worte
)J> yx» kiss), das auch in Sachau 182 und 348 auf
das groUe Lexikon folgt, wahrend in Cambridge D. 10. 9 und
Sachau 231 seine einzelnen durch die Anfangsbuchstahen be-
stimmten Abschnitte hinter den entsprechenden Abscbnitten
desselben eingeschoben sind, (BL 115r'’— 12 Jr”) 2) ein Ver-
zeichnis der koptischen Monatsnamen und Hirer syrischen
Aquivalente, das auch Sachau 348 BL 157r'’ sich an das
Lexikon der „unveranderlichen“ Worte anschliefit, (BL 121r°)
und 3) eine Reihe in der sonstigen Uberlieferung mit dem
Eudochos-Lexikon nicht verbundener Stiicke, namlich a) Be-
merkungen a) tiber Rukk^a und Qugsaja (BL 121v°), j3) iiber
die Bildung des Eigenschaftswortes (BL 121v°) uiid 7) iiber
verscbiedene Nominalformen (BL 122v‘‘), b) ein Scholion des
David bar Paulos iiber die „veranderbcben Zeichen"
Mitteilungen. 131
iLoU. Bl. 122v° — 123v“. Inc. ^po{fcjioj
c) ein Scholion, „clas zeigt, wie die lexikalisclie
Korrektlieit der syriscken Spracke gewahrt wird“ (^o^aa-aa
|.^§Q.£o im*aaao^^j Jo-uaoy Bl, 123v°
— 124r“. Inc. 116 IJ ^IVto ^;jSQ,i. iOj;
kuioxc), d) eine BTotiz iibei’ die ZaM der Bngelchdre (Bl. 124r“.
V®. J;2C.1,*>^j0l^o{ 1. JLa.^,. JL-oicuftaj l-faoa} kxKSk,
e) eine Versifikation in 18 Versen des siebensilbigen Metrums
mit jo einem grieckiscben Worte auf o? am Yersende (Bl.
124v°. Inc. laoQ-^jsoa* y*aaju> ^a2a,. v^aaa).
31.* — Pp. 810 Blr. 0,216X0,160. Bbd. Moderner I'oter nederband mit Gold-
pressung. Sclir. Serta meist in 2 gpn., durcligaiigig z\\ 18 Zn. die S. Haolirr. El.
248 rO. iind 302 303 r^. Eat Anfaiig — El. 249: Mkl., 11 Sebat (= Februar)
1881 n, Olir. ; B3. 250 — SchliiB: ebenda 9 Tamuz (= Juli) 1882. Bolirbr. des ersteii
dieser beideii Teile: Biakon Ia6‘ bar aus dein Borfe JL.^cx>4.j» im Gebiefce der
Stadt Hah, des zweiten : Georgios nnter dem Nameii Gregorios Metropolis von Jer.
Drei pliilosopliische Werke des Bar 'E^raja, das
erste und dritte mit Anhiingen, syr. und teilweise kar. Ygl.
Wright S. 269f., E.. Duval S. 262f., Baumstark Die clirist-
liclien Liter atiiren des Orients. Leipzig 1911. I S. 76 f.
I. Die auf Ibn Sinas 'Ujun al-hikmah zuriickgehende Be-
arbeitung der aristotelischen Logik, Physik und Metaphysik,
betitelt „Ware der Waren“ Ygl. die Be-
sclireibung des Werkes in Kat. Sachau S. 339 nach der
•Berliner Hs. Sachau 211.
Text, in der zweiten Sp. von einer Kar. XJbersetzung aus-
gewahlter Ausdriicke und Stellen begleitet. Bl. 5v" — 247 v”.
Angehangt sind a) ein Mimra im siebensilbigen Metrum (Bl,
248 v°, Inc. JLboo^ jKoaou*.), f) eine Stelle des hi. Basi-
leios (Bl. 249 r°. Inc. Jijjus! tD0QA5fs*flaa Jiju^A ;.»!
jjJLaK), c) eine solche aus dem Kommentar des Mose bar
Ke<pa und (sic!) Dionysios bar Salipi zu den Kar/j^opiai des
Aristo teles (Bl. 249 r°. v”. Inc. JLiscaNio
JL9amQi5s..3) d) eine solche aus dem Matthauskomraentar des
Bar SalijBi (Bl. 249 v“, Inc.
syr. und e) Definitionen der wsvie (foovai der Eiaa-ycuii'^ des
Porphyrios kar. (Bl. 250r° '^osk-oio^SSs oo*
9 *
132
Mitteilungen.
II. Die Bearbeitung der aristoteliscben Logik, betitelt
„Buch der Pupillen“ ((kiLaj JLaio). Vgl. die Bescbreibung
des Werkes in Kat. Wright-Oook S. 52f. nacb der Hs. Add.
SOOG der Universitatsbibliotliek zu Cambridge.
Text Bl. 260r°— 278v“.
III. Die kurze Bearbeitung der aristoteliscben Logik,
Pbysik iind Metaphysik, betitelt „Bucb der 2otpi'a-Rede"
iQSoy jlal^.0^,
TextBl. 272r" — 302^. Angebangt sind (Bl. 304 v" — 307 v")
syr. und kar. Bemerknngen aus dem Gebiet der Khetorik,
Sopbistik, Dialektik, Apodeiktik nnd Poetik der aristote-
lischen Logik.
33, "i* — Pp, 225 Blr. 0,173X0,117. Zstd. Das letzte BL fast ganz weggerissen.
Weiterhin isfc die Hs. vielfacli arn untereii Eande zerrissen nnd weist Locher ancL iin
limerii der Blr. auf. BL 1 nnd 2 moderne Ergiinznng. Ebd. Pappband init balb-
zerstbrtem Tncbiiberzng. Sclir. Serta des 15. oder 16. Jlis. die S. zn 20 Zu.
Rbetorik des Antonios von TayriQ
itaiiool Li-?), syr., am Ende nnvollstandig.
Vgl. die Pis. Brit. ' Miis. Add. 17. 208 Bl. lv“— 4r'’ bezw. iiber
dieselbe Kat. Wrigbt S. 614.
Text Bl. lv“ — 226v“. Derselbe zerfallt, so weit vorhanden,
in funf Miinra I, in 160 Kapitel eingeteilt: Bl. lv° —
102v°; Mimra II: Bl. 103v“ — 125 v°; Mimra III: Bl. 125v° —
140v°; Mimra IV: Bl. MOv” — IPlv”; Mimra, Y: Bl, 171v“ —
22 Bv”. Die Hs. bietet also in jedem Palle von dem einzig-
artigen "VVerke unvergleichlicb mebr als die Londoner
Scliwester, die nur die Kapitel 1, 2, 6, 6 und Anfang von
7 von Mimra I zu entbalten scbeint.
33.* — Pp. 392 Blr. 0,222X0,150. Ebd. Modemer schwarzer Pappband niifc
Banfsclir. aftsa. Sclir. Serta woM des 18. Jbs.,
die S. zu 22 — 26 Zn.
Zweiter Band des al-Maliki genannten medi-
ziniscben Werkes des <‘Ali> ibn al-' Abbas, Schulers des
Abu Tabir Musa ibn Sajjar afisa ^
kar. Vgl. Ibn Abi Usaibra ed. Muller I S. 236f,, Wiisten-
feld Geschichte der Arabischen Aerste und Naturforscher.
Gottingen 1840 S. 59, ivo zablreicbe ar. Hss. des Werkes und
Druckausgaben einer lateiniscben Ubersetzung Venefiis 1492
133
Mitteilungen.
Lugduni 1623 notiert sind, Leclerc, Histoire de la mcdecine
arahe. Paris 1876. I S, 381, Brockelmann, GescMchte der
ArahiscJien Literatur, I, Weimar 1897. S. 237,
Text Ir" — 392v°, wo er im sechsten der secksten
dieses zweiten Bandes abbricht,
34.* — Pp. 118 Blr. 0,275X0,198. .'Ebd. Pappband. Schr. Serta. woh.1 de.s
18. Jhs., die S. zu 20 Zn.
Anfang der Arztegeschicbte des Ibn Abi Usaibfa,
kar. Ygl. die Ausgabe des Werkes von Aug. Miiller.
Text Bi. lr°-118v”, umfassend ^b I— YII des Werkes
(= ed. Miiller I S. 2 — 123).
III. Gescbicbte,
Nock weniger als auf demjenigen profamvissenscLaftliclier Literatui’
bietet die Bibliotbek des Mkls. auf dem Gebiete dor iiicbthagiogra-
pbiscben Ge.scbicbtsc]ireibuiig. Immerbin sind auch bier mindestens
die beiden abschliefienden GrdBen der literariscbcn Entwicklung auf
jakobitiscber Seite, Michael d. Gr. und .Bar ‘B|3raja, vertreten, und die
Hs. der beiden syr. Gescbicbtswerke des letzteren ist -wenigsteus keine
ganz junge.
36.* — Pp. 402 Blr. 0,320X0,230. Zstd. Bl. 175 r“. v”, 327i-"— 333 v® weist
der Text Liicken auf, indem mibeschrieben gebliebenes Papier auf Uiileserliclikeit
der Vorlage schliefien lafit. Ubd. 5?appband. Schr. Sertia mit schwankender Znzahb
hTschr. Bl. 3611 '*^, ar. Bat. 3 . Kaniiu II (= Jauuar) 1899 u. Chr. Sclxrbr. ‘Abdallah,
Das Geschicbtswerk Michaels d. Gr., kar. Ygl. die
Ausgabe des Originals von Ohabot. Paris seit 1899.
Text des eigentlicben Wei’kes Bl. 2v‘’ — 361r°, Bs folgen
Listen a) der jakobitischen Patriarchen von Antiocbeia von
Severus bis auf Michael selbst, von Kyriakos an mit Angahe
der von ihnen ordinierten Bischofe (Bl. SBlr" — 386v“), b) der
Bischofe von Jerusalem bis auf einen Ignatios (Bl. 386v°),
c) der Bischofe von Edessa, Melitene, Amida und TaYri& (BL
387 r°), d) der Konige und Hatholici der Armenier (Bl. 387 v®
— 390r“), e) der nestorianischen Katholici (Bl. 390r“ — 391r°)
und f) nochmals der Patriarchen von Antiocheia vom Apostel
Petrus bis auf die Zeit der Entstebung der Pis. mit (der
Gegenwart zu immer zablreicher werdenden) liistorischen No-
tizen (Bl. 39 Iv® — 400 r°). Ygl, zu den Listen a) — e) diejenigen
ed. Chabot Appendice III— YI (Text S. 752—777. Dber-
setzung III S. 448 — 524).
134
Mitteilungen.
36.* — Pp. 428 Blr. 0,270X0,140. Zstd. Bl. 268 unbeschrieben. Vorn felalt
ein Bl. Zwischen 265 und 266 siiid zwei BUitter ausgesolmitten. Aucb am Ende ist
die Hs. defekt. Bl. 421 — 428 folgten ursprunglioli liinter Bl. 269. Ebd. Leder iiber
Holzdeckeln mifc Raiifsciu’. JLiaj ZaxaKAao} Schr.
Serta des 16. Jlis. 2 Spii. zu 24 — 34 Zn. I)at. Yor 1882 (Gr. == 1570/71), da von diesem
J. eine Notiz z welter Hand Bl. 2597*^ datiert ist.
Die syr. Gescliiohtswerke des Bar'E^raja mit Eort-
setzuiigen, sj^r. Vgl. die Ausgaben des Ghronicon Syriacum
Yon Bruns-Kirsch, Leipzig 1789 bez-w. Bedjan. Paris
1890 und des Chronicon JEcclesiasfiacm von Abbeloos-Lamy.
Loewen 1872—77.
Die beiden Werke erscheinen bier als Teile eines einzigen
grofieren Ganzen. Der Text beginnt Bl. Ir® rait Chronicon
Syriacum ed. Bedjan S. 1 Z. 14 (= Bruns-Kirsck S. 2 Z. 5):
ijo If I in der Vorrede.
Es folgt:
I. Das Ghronicon Syriacum bezeich.net als „erster Teil der
Ohronographie“ Text, fort-
gesetzt bis zu einein Kapitel iiber einen Peldzng Timur Khans
im Tur "Apdin Bl. Iv® — 268r®. Angeschlossen ist eine Ohronik
der Zeit von 1705—1803 (Gr. = 1393/94—1491/92) auf Bl.
269r°. V®. 421r° — 428v®. Dem steht gegenliber
II. das Chronicon Ecclesiasticum: 1) Erster Teil, bezeichnet
als „zweiter Teil“ des Gesamtwerkes (uja^^srcui5£iSkx>|> Jiak.a
Jijii; loiaAiiioj k*»o{). Text Bl. 270r° — 351 r®, mit
einer Eortsetzung, deren letztes Datum 1807 (Gr. = 1495/96)
ist, auf Bl. 352v° — 362v" (= Abbeloos-Lamy I. II. Sp.
781 — 845). 2) Zweiter Teil (i^iolio), Text
Bl. 363r°— 408r°, gefolgt a) von der Erzahlung vom Torle
des Bar 'Epraja von der Hand seines Bruders Bar Sauma
(B1.408r° — 410v® = Abbeloos-Lamy III. Sp. 467 — 485) und
b) einer Eortsetzung bis auf den Maiprejana Hoe Libaniota
(pax. uAxjas < 5 ^; xuoj), von des^n Erhebung auf den
Patriarchentliron die Eortsetzung von Teil I berichtet hat
(Bl. 410v® — 420v° = Abbeloos-Lamy III. Sp. 487 — 557).
Der Text bricht ab mit den Worten: jsp..,
(Scblufi folgt.)
Dr. A. JBaumstaek.
Mitteilungen.
135
Nachtrag zu dem Aufsatz j^Der Brachenkampf des lieiligen
Theodor^^ ^
Von dem zweiten Teil meines im vorigen Jahrgang dieser Zeit-
sclirift erscliienenen Anfsatzes ilber den Drachenkampf des lieiligen
Theodor hahe ich nur die ersten Korrekturfahnen gelesen. Die z\Yeite
Korrektur konnte infolge einer Verkettung merkwtirdiger, nocli nicht
aufgeklarter Znfalle nicht in meine Hande gelangen. Es wnrde daher
dieser Teil yeroffentlicht, ohne daB ich das Imprimatur hiitte gehen
k5nnen. So sind an mehreren Stellen Druckfehler und Unebenheiten
stehen geblieben oder infolge von MiBverstandnissen nen eingedrungen/^
die unter normalen Umstanden bei einer zweiten Korrektur zweifellos
batten getilgt werden konnen.
Von der Erlaubnis des Herausgebers des Oriens Christiamis,
diese Erklarung hier nacbziitragen, mache ich umso lieber Gebrauch,
als sich mir dadurch die Moglichkeit bietet, meine Ausflihrungen liber
die Abfassungszeit des lateinischen Textes zu berichtigen, der den^Sub-
diakon Bonitus yon Neapel zum Verfasser hat (I c. S. 248 — 50)/ Der
von Bonitus als „Enkel und Sohn, Bruder und Oheim^^ von Herzogen
von JSTeapel gefeierte Gregorius ist — wie mir entgangen war — an-
nahernd bereits von Mazzocchi,® in vollig liberzeugender AVeise dann
von B, Oapasso^ mit einem Mann dieses Namens ideiitifiziert worden,
der in einem Staatsvertrag etAva des Jahres 935 ^ als Solm des A^er-
storbenen Herzogs Johannes und Onkel des regierenden Herzogs ge-
nannt Avird. Von demselben Gregorius ,,filmsqi(e lonae recordationis
Johannis duds'' ist ein auf das Jahr 955 datiertes Testament® er~
halten. Sein Titel ist in den Urkunden soAvohl wie bei Bonitus nicht
scrutator'' — wie ich irregefiihrt durch die Buchstabentypen der
Acta Sanctorum gelesen hatte — sondern loci servato7% eine auch sonst
in dem Horzogtum Neapel bezeugte nicht-kircliliche Wlirde. Dadurch
1 Erschienen in Oriens Ghristiann^s, Neue Serie, II (1912) S. 78 “106; 241 — 280,
2 An Drackfeblern berxclitige icli Mer nur die beiden griecbischen Titel: S. 258
TCpeirocrtTOc; (statt irpeTc^ffTOf;). S. 263 (urcap^o:;). S. 260 ist statt des stehen-
gebliebenen nnsinnigen Fiillsels 669 die richtige Seifcenzahl 87 einzusetzen. — Bas
Fragment Tischendorf XXYI fob 28 (33. 34) — vgl. 1. c 8. 261 Anm. I — ist nicht
sahiclisch, sondern bohairiscli. Eine eingehende Klassifizierung der mir bekannten
koptisohen Theodor-Literatur babe ich inzwischen BZ, XXII (1913) S. 184 — 8 A^ersucht,
3 De Sanctorum Nea;politanae J^cclesiae episcojiorum cuUu, Neapel 1753,
S, 388—9.
^ Monumenta ad ISfea^oI. Dncatus jpertinentia I, S. ill. Hier werden die Her-
zbge bei Namen genannt, zu denen Gregorius in dem vou Bonitus berichteten yer-
wandtschaftliohen Yerhaltnis gestandeii ist.
5 Cap as so h c. II, 2, S. 144 — 6; vgl. auch S chip a, II ducato di NajpoU in Ar~
cliivio storico ;per le provincie napoletane XYIII (1893) S, 266—7,
6 Oapasso, 1. c. II, 1. S 70.
136
Mitteilungen.
ist also als gesicliert anzunelimeiij dafi Bonitus niclit — wie ich ver-
mutet liatte — im 9. Jalirtnindert, sondern nm die Mitte des 10. Jalir-
hunderts seine Passio S. Tlieodori TerfaBt liat.
Mit seinem La S. 248 — 253 erorterten litei^ariscLeii Yorgelien ist
jedocli Bonitus keineswegs als eine vereinzelt dastehende Ersclieinung
anzuselien. So Lat ein sicli Ursus (?) nennender Priester mit Hilfe
des Griechen'biscliofs Nikolaos die Vita Basilius des G-rofien ins Latei-
nisclie tibersetzt (= BHL. 1024). Er tat dies auf Gelieifi eben des
Gregorius, den er in seiner Vorrede fast genau mit den yon Bonitus
an gleicber Stelle gebraucbten Worten anredet.^ — Weit produktiyer
ist der Subdiakon Petrus gewesen, dem E. Sayio unter dem Titel
Fietro siiddiacono ^lapoletano agiografo del sec, eino tiberaus lebr-
reiche Spezialstudie gewidmet bat. Enter dem Namen dieses Petrus
sind eine gauze Reihe bagiograpbiscber Texte ubeiiiefert, deren einer,
die Vita der beiligen Cyrus nnd Johannes, ebenfalls auf AVunsch des
Lociseryator Gregorius verfaBt wurde (Sayio 1. a S. 668). Der Stil,
in dem diese Texte geschrieben sind, ist genau der glatte, mit Remi-
niszenzen an die Klassiker ausgescbmtickte, den wir bei Bonitus fest-
gestellt haben; wie dieser uutermischt er seine Prosa mit kunstyollen
Versen, die an A^irgil oder Oyid anklingen. A^icbtiger nocb ist die
Eeststellung, dafi der Tatigkeit des Petrus genau dasselbe Bediirfnis
zu Grund liegt, auf das Bonitus in seiner Vorrede binweist. Die
naiyen bagiograpbiscben Erzablungen sollten in die Spracbe einer
klassiscb gebildeten und kircblicb tadellos korrekten Gesellscbaft um-
gescbrieben werden, und Petrus yersicbert, dafi er sicb nicbt gescbeut
babe, die unpassenden, allzu yolkstiimlicben Zllge seiner Vorlagen zu
tilgen (Sayio 1. c. S. 673 — 4). Petrus ist bier im Kleinen dasselbe,
was zu genau derselben Zeit Symeon Metapbrastes filr das kaiserlicbe
Konstantinopel gewesen ist. Eur dafi sicb in Neapel gleicbzeitig der
Prozefi einer langsamen Verdrilngung des Griecbiscben kundgibt. Mit
Veracbtung spricbt Bonitus yon den griecbiscben Abgar-Akten, die in
der Kircbe yorgelesen wiirden; aber sowolil er wie Petrus scbrieben
ibre Metapbrasen in lateiniscber Spracbe. Aucb Petrus bat neben
einer Anzabl ^kampaniscber Heiliger mebrere rein orientaliscbe Mar-
tyrer yerberrlicbt (z. B, Cyrus und Johannes, Clmistopborus, Georg,
Oyricus und Julitta, s, Savio 1. c. S. 679); und es ist wobl als sicber
anzunebmen, dafi er dabei, abnlicb wie Bonitus, aucb griecbiscbe Vor-
lagen gekannt bat. Leider aber yerwiscbt er gerade bei dieser flii-
uns besonders interessanten Erage den genauen Tatbestand mit der
1 Bibl Gasmens, III Floril p. 205 : „ . , . , cogis me ursum (!) omnium clirisUa-
norum nlimim infimxmque saeerdotem^ o Gregori darissime, films atque nejpos,
frater ^patrxmsqice ducum nec non et loci servator JSieapoleos/^
2 Atti della M. Accademia di Torino XXXYI (1900—1) S. 665—79.
Forschungeii und Funde.
137
Mut seines liietorischen Eedescliwalls. Nnr in dem Prolog zur Passio
der lieiligen Katliarina wird ausdriicklicli auf das griechische Original
Bezng genommen (Savio 1. c. S. 676); doch geliort gerade dieser Text
niclit zu den zweifellos sicheren Werken des Petrus.^ So konnte nur
eine eingehende Ontersuckung vielleicht den Weg fiiliren zu den Ori-
ginalen, die den Paraplirasen des Petrus jedesmal zu Grund liegen.
Wie sehr sick derartige XJntersuckungen loknen konnen, zeigt das
Beispiel des Bonitus, der — wie ick gezeigt zu kaken glaube — eine
weit volkstlimlickere und zweifellos auck altere Porm der Abgar-Akten
des Tkeodor Stratelates gekannt kaken mufi, als es diejenige ist, die
in der grieckiscken Ukerlieferung allein auf uns gekommen ist. Die
Peststellung, dafi Bonitus erst im 10, Jakrkundert seine Passio Tkeo-
dori gesckrieken kat, vermindert natiirlick um nickts die Wicktigkeit
dieser Tatsacke. Die kultur- und literargesckicktlick so interessante
Ersckeinung dieser neapolitaniscken Metapkrasten kann darum auck
ftlr die grieckisck-orientaliscke kagiograpkiscke Porsckung eine in ikrer
Tragweite jetzt nock nickt vollig akzusckatzende Bedeutung erlangen.
Dr. W. Hengstenbeeg.
B) FOESCHUNGEN UND EUNDE.
Die Arkeiten you 'NIhoq "'A Bajg in den Meteorenklostern. —
In den Literaturkericktcn dieser Zeitsckrift war sckon wiederkolt auf
Puklikationen des kervorragenden grieckiscken Byzantinologen N. A.
Bees kinzuweisen, welclie auf den yon ikm in den Meteorenklostern
Tkessaliens durckgeftlkrten Porsckungsarkeiten keruken. In einer yon
ikm am 1. Fekruar 1910 der BoCavitoXoYtxT] ^ETatps[a in Atken vor-
gelegten ’^ExOeat^ TTaXaioypacpixaiv xal Ts;(vtx(j5v ipeovdiv Iv tctl*; {xovat<;
rdSv Mstetipcov xata xa Itt] 1908 xai 1909. (Atken 1910. — 68 S») kat
er ilker den grundlegenden Toil jener im Jakre 1910 selkst dann nock
einmal aiifgenommenen Arkeiten eingekend Berickt erstattet. Dieselke
1 VgL AB. XX (1901) S. 328. Ein zweites dem Petrus zu UnrecUt zugesclarie-
Benes Stuck ist die Passio S. Portunatae, von der Petrus selbst in einem seiner Pro-
loge sprioht (Acta S8. Jan. II, 616): . . me tamen eiits (des lil. Artemas) passio in-
composite edita relegi praevale% stiidiose suggerere ciirasti (hier wird ein Bischof
von Pozzuoli angeredet), lit sicut JB. Anibi'osius S. Agnetis gesta et venevahilis do-
minus Aripertiis Fortunatae passionem clarificare studiierunt, ita et nos illorim
studium imitantes iUius passionem de incnlto elogio transferentes ecclesiastico dog-
mati trader e cur ar emus eteJ^ Damit lernen wir einen weiteren hagiographisclien
Scliriftstener aus diesem j5ililieu kennen.
138
Forschungen und Eunde.
ist erst jetzt der Redaktion zugegangen, was es entschuldigen mag,
wenn wir so verspiitet mit einigen WorteiL auf die einzigartige Be-
deutung der fraglickeiL Forschungen eingelieii.
Die 2x^x1? 2Td'ya)v site Mexetoptov, deren monastisclies Leben in
seinen Anfangen auf zwei Asketengestalten des 14. Jbs., Neilos, den
Higumen der jxovT) xvj; Dava^tac x^c AouTrdvYjc, (um 1362 — 1377) und
den Yon der ortbodoxen griecbiscben Kirche als Heiliger YOrehrten
Athauasios 6 MsxsoDptxT]*; (f 1383) zuriickgelit, bildet ein demjenigen
des Atlios nicM ebenbiirtiges, aber dock neben ihm in YoUen Ebren
bestebendes Klosterland, Yon dem aus zablreicbe griecbiscbe Hss. in
die Yerscbiedensten Bibliotbeben Europas ibren Weg gefunden batten.
Dafi in den Siedelungen dieses Klosterlandes selbst noob erbeblicbe
lislicbe ScbMze sollten zu finden sein, scbien in bobem Grade zweifel-
baft, da die Moncbe in einer jedem, der einmal im Orient gereist und
gearbeitet bat, sattsam bekannten Weise den ibnen verbliebenen Be-
sitz an Biichern und beweglicben KunstYferken eifersticbtig dem Auge der
Besucber zu entzieben bemiibt waren. Noch Sp. Lampros kam im
Herbst 1894 you einer Streife durcb die Meteorenkloster mit der
tiberzeugung zurilck, dab bier fllr die griecbiscbe Pbilologie nicbts
mebr zu bolen sei. Erst B. ist es gelungen, den Scbleier von einem
nocb geradezu staunenswerten Patrimonium von Hss. zu beben, das
bier in wildromantiscber Einsamkeit verborgen lag. Dab dies ibm viele
Miiben, Bescbwerden und Entbebrungen kostete, wird man ibm gerne
glauben. Eur alles das hat er sicb aber aucb ixberreicb belobnt ge-
seben. Nicbt weniger als 1124 Hss. bat er entdeckt und untersucbt.
Yon denselben entfallen auf das im engeren Sinne xoo Mexewpoo ge-
nannte Hauptkloster der Yerklarung 610, auf das Barlaam- und Ste-
pbanoskloster 269 bezw. 103 Stuck und der Reibe nacb 52, 47 und
43 auf die Kloster xoo Pooaavoo, der allerbeiligsten Dreifaltigkeit und
des bl. Nikolaos Anapausas. An Alter stebt obenan ein vom Jabre
861/62 datierter Eodex der Obrysostomosbomilien zu Mattb., die alteste
datierte griecbiscbe Hs, im Orient, die bisber bekannt wurde, und eine
der altesten datierten grieobiscben Hss. uberbaupt. Yon alteren Hss.
geboren weiterbin 7 dem 10., 23 dem 11., 36 dem 12., 26 dem 13.
und 99 dem 14. Jb. an. Mit je 131, 289, 240 und 211 Nummern
stellen dann das 15. bis 18 Jb. allerdings die Hauptmasse, die nocb
durcb 47 Kodices erst des 19. Jbs. ergiinzt wird. Inbaltlicb fehlt es,
was der Bildung der Meteorenmonche bis ins 16. Jb. binein ein
riibmlicbes Zeugnis ausstellt, nicbt an Exemplaren antiker Literatur-
denkmaler. In ihrer tiberwaltigenden Mebrzabl sind aber naturgemab
die Hss.-Bestande dieser Klosterbiicbereien kircblicb-literarischen oder
liturgiscben Obarakters, Byzantiniscbe Profanliteratui* und Yulgarscbrift-
tum. kommen daneben zur Geltung. An dem von Harnack fiir Origenes
Forschungen uud Fmide.
139
in Ansprucli genommenen Scholienkommentar zur Apokalypse imd
dein Original von Hippolytos’ El? xi? euXo^ta? too ’laxtop sind Stiicke
altcliristliclier Literatur von erstklassiger Eedeutnng bereits auf Griund
einer der diircb B. der Wissenschaft ersclilossenen Hss. erstmals ber-
ausgegeben worden. Wie weit dieselben nocb andere Inedita von alin-
licliein AVerte entbalten, wird uns der groBe Katalog lehren, mit dessen
Ansarbeitung er bescbaftigt ist. Yorerst bat er (''Ex{}eat? S. 33f.) eine
Liste von rimd einem balben Hnndert tbeologischer Schriftsteller der
patristiscben niid der byzantiniscben Epoche geboten, die in den Hss.-
Bestanden dor Meteorenldoster vertreten sind, nnd mit besonders ge-
spannten Erwartungen best man bier begreiflicberweise die Namen
von Personlicbkeiten wie Ampbilocbios v. Ikonion, Antipatros v. Bostra,
Apollinarios, Proklos v. Konstantinopel, Sophronios v, Jerusalem, deren
uns bekannten literariscben NacblaB man gerne nocb um das eine oder
andere Stuck vermebrt seben wllrde. TJiiter den litnrgiscben Hss.
diirfte das in einem Exemplar des 16. Jbs. vorliegende Typikon der
Meteoren an erster Stelle steben. Eine peinlicbe Yerzeicbnung aller
zur Yerlesung im Gottesdienst und bei Tiscb bestimmten patristiscben
nnd bagiograpbiscben Texte mit Angabe des Incipit scbeint ibm
neben dom von Diinitrie wskij OnncaHie jniTypnitiecKnx'B pyKonxmefl.
1. S. 266 — 656 veroffentlicbten Tutclx^v Euspyextoo? einen liervor-
ragenden Platz nnter den liturgiegescbicbtbclien Doknmenten gleicher
Art zu sicbern. B. bat es bereits 1908/09 zuin groBen Teile kopiert,
und wir diirfen von ibm wobl iin Laufo der Zeit eine Ausgabe er-
boffen. Uberbaiipt bat er sicb nicbt auf eine sorgfiiltige Durcbsicbt
der Hss. zum Zweck der Anfertigung des Katalogs bescbrankt,
sondern vieles aus denselben abgesobrieben, Nur mit der bocb-
sten Bewunderung best man (''Ex9£at? S. 36 — 48) seinen eingeben-
den Bericbt iiber den Emfang des in dieser Biclitung von ibm Ge-
leisteten.
AVie an literariscben und litnrgiscben Hss., so haben sicb die Me-
teorenkloster weiterbin an TJrkunden als bervorragend reicb erwiesen.
Das alteste Stuck gebt auf diesem Gebiete bis aufs Jalm 1162/63
zurllck. Einige der von ibm kopierten Arcbivalion bat B. bereits in
einer im ersten Jabrgange der Bz. erscbienenen 2a|xj3oX7] el? toxo-
plav xmv povwv xdiv Mexscopcov verolfentlicbt. Die Zabl der iiberbaupt
von ibm in Abscbrift nacb Hause gebracbten ist aber weit groBer,
wie man aus einer (^^Ex&sai? S. 60 — ^59) aucb bier gebotenen voidaufigen
Liste ersiebt. Das groBe Cor^ms def griechisclien TJrhunden des Mit-
telalters und der neueren Zeit wird von seinen Eorscbungen einen ganz
bedeutenden Gewinn baben.
Endbch hat B., was mit besonderem Danke anerkannt werden
muB, mit bebevoller Hingabe aucb die Kunstdenkm^er der Meteoren-
140
ForBchuiigeii und Funde.
Moster in den Kreis seiner Studien nnd Aufoalimen einbezogen. Aucb
sie sind keineswegs zu nnterscbatzen. Zwar die Liste der in den Hss.
sich findenden Miniaturen (^Ex8eai<; S. 30 ff.) enthalt nicbts von tiber-
ragender JBedentung, obgleicb ich immerbin anf eine Darstellung der
Evangelisten Mattbaus nnd Lukas in dem meiner IJberzeugung nacb
aus der syriscben Hinterlandskunst .stammenden Typ des stebenden
Autorenbildes sofort binweisen mocbte. Von den Kircbenbauten des
Grebietes ist wenigstens die Kapelle einer Siedelei TTrairavi^ scbon
um 1367 entstanden. Aucb von den Wandgemalden jener Bauten
geben die — allerdings im 18. restaurierten — Mtesten bis ins 14. Jb.
zuriick. In der Hauptsacbe geboren die Fresken jedocb wobl erst dem
16. und 17. an. Aber alter ist aucb das meiste in den Klosterkircben
deg Atbos nicbt. Neben dem ibrigen wird mitbin der Gemaldescbmuck
der Meteor enbeiligttimer einen ungefabr gleicben Wert fiir die Q-e-
scbicbte der spMbyzantiniscben Kunst beansprucben dlirfen. Zu den
ScbOpfungen der Wandmalerei gesellt sicb sodann ein reicber Scbatz
von Tafelbildern, Werken der Holzscbnitzerei, der Metallplastik usw.
Aucb da bat B. reicblicb Aufnabmen gemacbt, und wir baben auf
Grrund derselben von der griecbiscben BuCavTioXoytxY] 'Exaipsia ein
Meteorenalbum zu erwarten, das sicb in seiner Art wobl der
wundervollen Mistra-Mappe G. Millets wiirdig an die Seite stellen
diirfte.
Nimint man zu aUem dem binzu, dab B. (nacb ’'Exdeoic S. 59 f.)
selbst den in den verscbiedenen Klostern sicb findenden gedruckten
Bticbern und den mannigfacben bslicben Eintragungen in dieselben
seine Aufmerksamkeit gewidmet und (vgl. ebenda S. 48 f.) zu Samm-
lungen fiber die Taufnamen, die Ortsnamen und die kircblicbe Sta-
tistik seines Arbeitsfeldes Zeit gefunden bat, so muB man anerkennen,
dab er nicbt erscbopfender, als es gescbeben ist, seine Aufgabe batte
fassen und dui‘cbfubren konnen. Seine Studien in den Meteorenklostern
rnussen als scblecbtbin vorbildlicb ffir die Art bezeicbnet werden, in
der in Klostern des Orients im Dienste der Wissenscbaft zu arbeiten
ware. Was liebe sicb beispielsbalber alles erboffen, wenn in ent-
sprecbender Weise einmal in den im nordlicben Mesopotamien und
ostlicb des Tigris nocb bestebenden syriscben Klostern zugegriffen
wiirde, wo nocb neuestens 0. Preusser so grllndlicb als moglicb mit
dem einseitigsten Interesse des Aicbitekten vorgegangen ist, wabrend
ein etwa auf der Sucbe nacb syriscben Hss. binkommender Semitist
gewib mit nicbt geringerer Einseitigkeit an allem Monumentalen vor-
beigeben wfirde?
Dr. A. Bauhstakk.
I^orschungen und I^unde. 141
Zu den Freiburger griechiscli-saidisclieii Eyangelienfragmenten*
— Dio Freiburger griecbiscli-saidisclien EYaugelienfragmente, -welclie
im vorigen Jalirgang des Oriens Cliristidmis vorgelegt wurdon (None
Serie II, 1, 1912, pag. 1 — 47), geboren, -wie sicli mit Hilfe nnserer Publi-
kation, insbesondere der Abbildungen in natiiidiclier G-rofie feststellen
lieb, zu einem fast Yollstandig erbaltenen griechiscb-saidiscbeii Kata-
meros in der bekannten Sammlung koptiscber Handschrifteii im Besitz
YOU John Pierpont Morgan in ]Sre\Y York Nach einer freund-
licben Mitteilung von Prof. Henry HyYernat Yon der Catholic Uni-
versity of America in ‘Washington, der mit der Ausarbeitung des Ka-
talogs dieser einzigartigen koptischen Bibliotliek betraut ist, umfafit
der Kodex das ganze Kirchenjalir, beginnend mit dem 1. Thot. Er
zahlt 82 Blatter, von denen einige leider sehr fragmentarisch sind.
Die Yerstiimmelungen berfihren den Anfang und das Ende der Hand-
schrift, die zwar nicht datiert ist, wie einige andere Kodices der
Sammlung, die aber von Hyvernat aus palilogi^apliischen Griindoii vor
die alteste der datierten Hanclschriften gesotzt und dem fruheii 8. oder
noch dem 7, J aludi. zugewiesen wird und somit erheblich alter ist als
man auf Grund der seitherigen Auffassung der koptischen Paliio-
graphie hatte annehmen dtirfen. Der wertvolle Katameros wird von
Hyvernat zusammen mit der ganzen reiohen Morganschen Sammlung
im Corims Scriptorum GJiristianorum Orientaliimi der Katholischen
Universitaten von "Washington und Lowen veroffentlicht worden, so-
bald der Katalog fertiggestellt sein wird. Doch wird schon der Ka-
talog wenigstens das Yerzoichnis der Perikopen dieses bilinguen Kata-
meros, wie eines zwmiten rein saidischen Lektionars et’vvas jtingerGn
Datums, das eine verschiedene Tradition darstellt, bringen. Das jungere
Lektionar enthalt die Markusperikope nicht, doch bieten die koptischen
Evangelientexte der Morganschen Sammlung den Markus-Schlufi in
dersel1)en Form, wie imsere Freiburger Blatter, d. h. nach Mk 16, 8
folgt zuerst der kurze, dann der lange Schlufi, jeweils mit der be-
treffenden Kubrik. In dieser Hinsicht kannte das Kloster, aus dem
die Sammlung stammt, also keine andere Uherlieferung.
Wie sich Prof. Hyvernat inzwischen auch durch personliche Ein-
sichtnahme in unsere funf Blatter hier in Freiburg xiberzengte, passen
dieselben genau zu dem Morganschen Kodex, dem sie entnommen sein
miissen, als er noch in Agypten zuin Yerkauf stand. Denn die w^ert-
volle Bibliotliek, die durch ein morkwiirdiges Geschick nach 1000 jiih-
rigem Schlummer unter dem Wustensand im Jahr 1910 von wan-
dernden Arahern in den Kninen des Klosters zum hi. Erzengel
Michael im Fayum gefunden worden war, stand bereits im Begriff,
durch Einzelverkanf und Auflosung der gehundenen Exemplare einer
planiosen und vom wissenschaftlichen Standpunkt bedauerlichen Zer-
142
ForscLungen und Funde.
stroTiung axilieimzufallen, ware es niclit dem imermlldliclien Eifor you
H. Hyvernat mit XJntersttitzung von M. 01ias»siiiat goliingen, mit
Hilfe der konigliclion Ereigebigkeit des lioclimi)genden greisen aineri-
kanisclien Miizens, dor ja nnii leider vor wcnigen Woclien, von Agypten
kommend, in Kom das Zeitlicke gesegnet liat, die einzelnen Grlieder
Stuck nm Stuck nocli reclitzeitig wioder ziisammenzubringen. (Vgk
Catholic Univ. Bulletin XVIII, 2 Washington 1912. Neto York
December 31, 1911.)
Dor liobe paliiographiscbe, textkritisclie und insbosondore litiir-
giegescliiclitliclie AEert, dor sicli sclion durcli unsere Publikation crgab,
orliolit sicli durcli die Auffindung der ganzen Handsobrift vor allem
durcli den 'Dmstand, dab wir nun einen ganzen l)ilingucn Katameros
von so hobem Datum und von so unzweifelbafter Lokalisierung be-
sitzcn.
Prof. Dr. Michael Heeu.
Ein griecliiscli-arabisclies Perikopenbucli des koptisclien Ilitus*
— Eine eigentiimlicbe Stellung unter den — fast moclite icb von vorn-
bercin sagen: angeblicben — NTlicben Uncialbss. nimnit der von
Grrcgory Textkritik I S. 387 unter Xr. 6 gebucbte codex Scaligeri
24S zu Leyden ein. Bin Perikopenbucb fiir die Kar- und Osterwocbe
mit einer dem griecbiscben Text in Parallelkolumne beigegebenen
arabiscben Ubersetzung, wird er von Grregory zweifelnd dem 11. Jb.
zugewiesen, waluend Scaliger nacb dem Catalog, hibl. picbl, ttniv.
Lugduno-Batavae op. Sanguerdii, Gronovii, Heymanni S. 281
scbon zu seiner Zeit geglaubt batte, „e graeco charactered^ scbliebend,
ibn ,j800 forte abhinc annis scriptum^d lassen zu dilrfen. Im Yer-
laufe der Yorarbeiten fiir meine im vorigen Jalirgang dioser Zeit-
scbrift von Prof. Dr. J. M. Heer in Aussiobt gestellte Untersiicbung
liber die Ev.-Perikopen der Osterwocbe babe icb micb mit der Hs.
auf der Kaiserl. Dniversitiits- und Landesbibliotbek zu Strafiburg ein-
gebend bescbiLftigt, wobin sie mir freundlicbst zugesandt wurde. Icb
gelangte zu dem micb nicbt wenig iiberrascbenden Ergebnis, daft wir
es in ibr mit einem DenkmaP nicbti. des ortbodoxen, sondern des kop-
tiscben Eitus zu tun baben, wozu es allerdings stimrnt, dafi scbon
Wetstein Nov, Test I. Amstelodami 1751 S. 53 ibr textkritiscbes
Zusammengeben mit der „Versio aegyptiacadd feststellen konnte. Eine
aucb nur oberflacblicbe Orientierung iiber die vorliegende Perikopen-
ordnung, bei der einige kleine und leicbt zu erganzende Liicken der
Hs. unberiicksicbtigt bleiben konnen, gentigt, urn den Sacbverbalt klar-
zustellen.
Ecbt koptiscb ist scbon im Gegensatz zu ortbodoxem: XetToopyia
das durchgangige Festbalten dor friibcbristlicben Bezeicbnung: oova^ic
Forscliungen und Funde,
143
ftir die eucliaristisclie Feier. Filr eine solclie wird sodann die filr den
koptisclien Ritus bezeiclinende Vierzalil anssclilieBlicli NTliclier Peri-
kopen, der Reihe nacli aus Paulusbriefen (nnter Einreclmung des
Hebraerbriefs), den katliolischen Briefen, der Apg. und den Evv., auf
Palmsonntag, G-rtlndonnerstag, Karsamstag, Ostersonntag und die
samtliclien Ferialtage der Osterwocbe geboten. Weitere Ey.-Perikopen
finden sicb jeweils in der Einzahl zunilcbst fill’ den (Vor)abend (’Otj^s)
und dieMatutin(’ Op-
dpivo) aufPalmsonn-
tag und G-riindon-
nerstagjfiir denMor-
gen und den Abend
auf die drei ersten
Wocbentage der
Karwocbe und nur
fill’ die Matutin auf
Karsamstag und die
Ferialtage derOster-
wocbe. Grleicbfalls
nur eine Ev.-Peri-
kope wird ferner am
Palmsonntag liinter
derjenigen des ^Op-
{Ipoc durcb die Ru-
brikeingeleitet: Kal
(JLSXa TO xoxXouvTQ?
(sic!) Tov axaopov £V
8Xif) ’3 t6X£i. Eine
Paulus- und eine
Ew - Perikope sind
an demselben Tage
filr einen eigentiim-
liclien ptSTU ti^v ou- cod, Sc<xli(jCTi 248 zu Leyden. S, 284.
va<$iv> stattfinden-
den (rottesdienst eines 7rp6XoYo<; und am Grrtindonnerstag yor der
Eucbaristiefeier eU xov virct^pa (zur Zeremonie der FuBwaschung)
yorgesehen. Ftu die Nacbt yom Grundonnerstag auf den Kar-
freitag werden als xa sua^YeXta xoiv -iiadcSv too Kopioo 7jp.d)V
Xptoxou je yier Ey.-avaYva)a|iaxa ftir die Spa a\ Spa y'?
q\ Spa &' und Spa ta’ x^c voxxo^ geboten. Mit Ausnalime der samt-
licb Job. 13—17 entnommenen Perikopen der Spa a' ist dabei fiir
jede Here der Reibe nacb je ein Text aus jedem Eyangelisten ent-
lebnt. In derselben Weise zusammengestellte Vierergruppen yon Ey.-
144
Forschungen iind Funde.
avayvcoafi-axa folgen am Karfreitag selbst fiir die entspredienden fiinf
Stunden t% t)|x£pa<;, und am Ostersonntag stebt an Stelle eines ein-
zigen ‘'Op&po^-Ev.s eine Eeilie yon aclit eoayysXia dvaotaoipia. Mit
Ansnalime der Passionseyangelien fur die Nacht zum Karfreitag nnd
fur diesen selbst yrird jede Ev.-Perikope durch einen zweigliedrigen
Psalmtext eingeleitet, dessen zweites Q-lied — einmal in Beriilirung
mit der ortliodoxen Terminologie — als (statt des sonst im kop-
tischen Eitiis gebraucklichen: Xe$tc!) bezeiclinet wird. Hinter den Pe-
rikopen aus Paulus, den katkolisclien Briefen und der Apg, werden
jeweils durcli: Xapt? B<e> too d<eoo>j bezw. OIosv x<6pio>? und: '0 5s
Xoyo; die Initieii kurzer Abscbluliformeln angegeben, mit denen die
Vorlesung des betreffenden Stiickes zu bescbliefien ist. Ein Vergleich
mit Brigbtman Liturgies Eastern and Western S. 153 Z. 2 und
S. 165 Z. 5 lehrt, dab im ersten und dritten EaUe dieselbe Eormel
intendiert ist, die an entsprecbender Stelle der endgilltige koptisclie
Messordo aufweist. Aucli im textlichen Bestand der einzelnen Peri-
kopen laBt sicli eine weitgeliende Ubereinstimmung mit der endgtil-
tigen koptiscben Perikopenordnung beobachten, wie man sie aus
J. jSabaSis kennen lernt. Doch zeigt
sich immerbin diesem und den tibrigen mir vorlaufig zugangiiclien Ver-
gleicbungsmaterialien gegeniiber so yiel des Eigentiimlicben in Einzel-
beiteu, dab der Kodex als ein in sehr holiem Grade beacbtenswertes
liturgiegescbiclitlicbes Dokument erscbeinen mub. Icb werde daher
sobald als moglicb — in dieser Zeitscbrift selbst oder im Anbang
einer Schrift liber syrisobe Perikopenordnungen — die yon ibm ge-
botene Perikopenfolge genau bekannt macben und eingebend mit den
mir zugangiiclien anderweitigen Zeugnissen iiber die koptiscbe Peri-
kopenordnung der Kar- und Osterwocbe yergleicben, um ibre ge-
scbicbtlicbe Stellung im Eabmen der Entwicklung des koptiscben Pe-
rikopensystems nitber zu bestimmen. Dabei wird aucb wieder die
Erage nacb dem Alter unserer Hs. aufzunebmen sein, zu deren er-
neuter Prilfurig icb yorlaufig durcb das obenstebende Faksimile an-
regen mocbte.
Dr. A. Baumstaek.
Besprechungeii.
145
C) BESPEECHUNGEN.
T. Anaissi Sullariiim AlaT'onitariim complectens hull as, hreviaf &pi-
stolas, constihitiones aliaque documenta a Romanis j^ontificibus ad patri-
archas Aniioclienos Syro'-Maronitariim missa. Ex tahiilario secreto s,
sediSf bibliotheca Vaticana, bicllariis etc, excerpta et iicxta temporis seriem
disposiia, Eomae 1911, 8 + 676 SS.
So selir aucli die Veroffentlicliuugen aus dem Vatikanisclieii Archiy
seit den Tagen seiner Eroffnung durcli Leo XIII. gefordert "w or den
sind, so ist bislier eine Anfgabe niclit in Angriff geiiommen worden,
die aurjcrordentlicli yerdienstlicli nnd lolinend ware: icli ineine die
Publikation samtlicber in den Papstregistern etwa Ms ziim 16, Jalir-
bundert cntbaltenen und das griecbiscbe Kaisertum, die orientalisclien
Kirclien, nicbt zuletzt ancb das Missionswesen im Osten betreffenden
Briefe. Dab noch, abgeseben von den Veroffentlicbungen Raynalds und
anderer, namentlicb in den Registern des 14. und 15. Jabrbunderts
reiches Material zu finden ist, ist mir kein ZweifeL Einen leider wenig
verheibungsvollen Anfang hat nun der Verfasser des oben angezeigten
Buches gemacht. Die Hauptmasse der in diesem Bullarium aufge-
nommenen Stiicke geliort erst der Zeit von 1600 bis zur Gegenwart
an. Bis zum Anfang des 16. Jahrhundert werden nur 11 Briefe an-
geftihrt. Sollte das wirklicli alles sein und hat der Herausgeber, der
im Yorwort versichert, zehn Jahre filr dieses Werk gesammelt zu haben,
auch tatsachlich die Register der Papste auf diese Erage bin durch-
gearbeitet? Warum spricht er sich im Yorwort nicbt liber sein Quellen-
material aus? Warum bat er bei seinen Abdrticken aus dem Bulla-
rium Eoinanum, Raynald u. a. nicbt aucb zugleicb die vStiicke selbst
in den Registern, denen sie entnommen sind, aufgesucbt. So dankbar
wir dem offenbar fleiUigen Herausgeber sein miissen und so gerne die
Milbe und Arbeit, die er darauf verwandt bat, anzuerkennen ist, so
darf docb nicbt verscbwiegen werden, dab die Publikation nicbt den
Eindruck grober Sorgfalt macbt. Obne jede Bemerkung druckt er
beispielsweise aus Cod. Vat lat 7258 die Bulle Alexanders lY. „Quia
divinae‘‘ vollstandig ab, obwobl sie docb wortlicb mit dem gleicben
Scbreiben Innocenz III. (Xr. 2) iibereinstimmt. In den Kardinals-
unterscbriften wird daselbst ein Pgo Tusculanus episcopus genannb
Einen soloben hat es damals faktiscb gar nicbt gegeben, vielmebr war
Odo de Castro Radulfi damals Kardinalbiscbof von Tusculum. Auber-
dem wird erwabnt: Ottobre s. Adrian! diac. card. Es mub natiirlicb
beiben: Ottobonus. Einzelne Druckfehler waxen aucb zu den vom
Herausgeber scbon bemerkten nocb zu nennen. Zu bedauern ist, dab
Oriens Osristianus. Neue Serie HI.
10
146
Besprechnngen.
er sicli niclit die Mtilie genommen hat, dem ganzen Bande ein Orts-
und Namenregister beizugeben.
Prof. E. Goller.
Gregorios Cli. Papamicliael '0 ayto; rpYjyopio^; IlaXajxS?, dp^ie-
^loxoTtoc ©eooaXovtxY)?, Petersburg und Alexandrien 1911. — 238, XI S.
gr. 8^
Diese erste ausfiihrlicbere Biographie des groBen Vorkampfers des
Hesycbastentums im 14. Jahrliuudert ist mit Liebe und Begeisterung
ftir ihren Heros gescbriebeii. Mit diesen Eigenschaften, die icli bei
einem Biograpben unbedenklicli als Vorziige bezeicbnen darf, verbindet
G. Papamicbael die nicht minder notwendigen Vorbedingungen zur
Begriindung des ■wissenschaftlicben Wertes der Biographie einer geliebten
Personlichkeit: inneres Yerstilndnis fur die Eigenart dieser Personlich-
keit selbst und ihrer Zeit, umfassende Kenntnis der Quellen iiber ihr
Leben und "Wirken sowie der auf sie gerichteten Eorschungsarbeit,
endlich ehrliches Streben nach Objektmtat im XJrteil fiber den bleiben-
den Wert der Person und ihres Werkes. Bekanntlich ist diese dritte
Yorbedingung am schwersten zu verwirklichen; es kann daher nicht
wundernehmen, wenn es P. nicht beschieden TOr, den hr)chsten Grad
ihrer Yerwirldichung zu erreichen.
In der Einleitung entwiokelt der Yerfasser zunachst seine Auf-
fassung des Hesychastenstreits im 14. Jahrhundert im Lichte seiner
personlichen Theorie iiber die Aszese im Gegensatze zur lateinischen
und zur protestantischen. Es ist zu scharf geurteilt, wenn er sagt,
nach der ersteren sei die Aszese ^xpoTco? xou C'^v oo^i exaot(p (iv&ptuTuti)
dvayxaio?“, nach der letzteren „elv£ xi aoxoitov xal YeXotov^ (S. 18). Die
Stellung P.S, wonach „6 fxaxY]xto|xo; sivs xoivov xp^^'^^^vtxov xad^xov,
']tpaY|xaxoTcoi7]otp,oc ncpa Iv 8ta<p6pai? [xopcpatc xou piovaxtxou xal xou xotvo)-
vtxou [3(ou (ebenda)“, stimmt yielmehr wesentlich mit der katholischen
llberein; er steht also den XaxivtCovxsc viel naher als er es selbst glaubt!
Auf einem rein personlichen Wertschatzungen entrllckteren Gebiete
liegt die dann folgende Ubersicht iiber die Quellen und die Literatur.
Methodisch ist es nicht richtig, die Schriften des Palamas zu den
* Quellen „zweiter und dritter Ordnung“ zu stellen, wie P. es S. 41 tut.
Sie sind yielmehr an die Spitze der Quellen erster Ordnung zu stellen,
und zwar yor die geschichtlichen, d. h. referierenden und somit bereits
mittelbaren QueUencharakter besitzenden Darstellungen yon Nikephoros
Gregoras und Johannes Kantakuzenos sowie yor die Enkomien auf
Palamas von Philotheos und Nilos, den Patriarchen von Konstantinopel.
Yor diesen rangieren dann als unmittelbare Quellen nebst den Schriften
des Palamas die Tojxoc der im Yerlaufe des Hesychastenstreites ab-
BesprechuBgen.
U7
gelialtenen Synoden. Sehr willkommen ist die tibersiclit liber die
Literatur, in der eine Reihe von Biicliern und Anfsiitzen figurieren,
die nns Abendlandern scbwer oder gar nicht znganglicb sind.
Die JBiograiobie selbst zerfallt in 4 Kapitel, wovon das erste das
Leben des Palamas darstellt nnd die Anfange des Kampfes mit dem
Mdncb Barlaam bis zur Zitierung des Q-regorios Palamas nacb Kon-
stantinopel dnrcb den Patriarclien Johannes Kalekas. Das zweite ist
theologiscben Inbaltes nnd stellt die Tbeorie des Hesychastentums
dar, wie sie von G-regorios Sinaites in die Kloster des Berges Athos
eingefilbrt wnrde, unter Beriicksichtignng der frliberen Vertreter der-
selben besycbastiscben Anscbannngenj insbesondere Symeons des
jllngeren Tlieologen. Im Anscblnsse daran gibt es dann eine Dar-
stellnng der Lebre des Palamas nnd derjenigen seines Gegners Bar-
laam. Die Ansflilirungen liber die Lebre des Heros der Biograpbie
(S. 68—79) batten wobl ansfilbrlicber sein konnen. Icb vermisse ins-
besondere ein naheres Eingeben anf die Tbeorie von dem nnerscbaffenen
Licbte anf dem Tbabor bei der Verklarung Cbristi, die dock cine
wicbtige Bolle in dem ganzen Streite spielte. Dieser Streit -vvird in
dem dritten Kapitel dargestellt von der Synode des Jabres 1341 bis
bis zum Tode des Palamas nnd seiner Anfnabme nnter die Heiligen
der anatoliscben Kirche. Der Verf. verlegt den Tod desselben in das
Jabr 1360, obne zn der Datiernng in das Jalu* 1357/58 dnrcb
K Bees (vgb BZ. XIV S. 667; XV S. 657) Stellnng zn nebmen.
Das vierte Kapitel ist den Scbriften des Palamas gewidmet, die
P. in vier Grnppen einteilt : 1. Dogmatiscbe Scbriften; 2. Streitscbriften;
3. Etbiscbe j^bbandlungen; 4. Briefe. Es ist zn bedanern, dab er
nicbt in der Lage war, eigene bslicbe Eorschnngen zn macben, welcbe
die Voranssetzung zn einer abscbliebenden Kenntnis der Scbriftstellerei
des Palamas bilden. Neben den dnrcb Montfancon' bescbriebenen
Codd. Coisl 97 — 100, die P. anf Grnnd dieser Bescbreibnng ansfilbrlicli
beranziebt nnd den Hss, die A. Papadopulos-Keramens ihm angab
(S. 236 £), gibt es nocb mancbe andere, die nntersncbt werden mnssen,
nm ein voiles Yerzeicbnis der zablreicben Scbriften des Palamas zn
erreicben. Vielleicbt entscliliebt sicb P. zn diesen TJntersucbnngen
nnd znr Heransgabe wenigstens der wicbtigsten nnedierten Scbriften
seines Heros. Das ware eine nicbt blob willkommene, sondern ancb
notwendige Erganznng der Biograpbie dieses bervorragenden byzan-
tiniscben Tbeologen.
Zum ScMusse ein Wort; pro domo! P. behaupfcefc S, 49, meine Darstellung uber
G-regorios Palamas in Krumbaclaers Liter ahcrgesek.^ S. 103 — 106 sei nicbt
£rei too ooxtzoo ooapievetai; TcveojjiaTO!; und recbnet micb zu den Xarivi^ovtsi; . . .,
ol jxtaoucrt rov IlaXaixdv, well er gegen die Lateiner und die xatvoTopiat der ro-
misclien Kircbe gesclirieben babe. Dieses XJrfceil trifffc nicbt zu. In meiner Dar-
lO^c
U8
Besprecliungen*
sfcellmig ist lieine Si)nr „feindseliger Gesinn-Q-ng^ zu bemerken, wenn tnan sie objektiv
priift; nocli viel weniger kami von einem Hab des Palamas die Rede sein. Ich babe
sclion langsfc gelernt, historiscbe Tatsaclien und Personen Mstoriscb, d. b. zeit-
gescbicbtlieli zu betracbten nnd sie im Eabmen ibrer Zeit und innerbalb der Grenzen,
die Nationalifcat und Raturanlagen ihnen zogen, obne Yorurteil gerecht und gewissen-
baft zu wurdigen.
Prof. A. Bhehabp.
J.-B. CliaTbot, I. Ouidi, H. Hyveriiat Corpus Scripiorum Ghrisii-
anorum Orientalium. Parisiis: Carolus Poussielgue hiUiopoIa. Lipsiae:
Otto Harrassovntz.
Bcri^torcs Syri Textus. Series secimda, Tomus LX VI: Theodoras har Kom
Uher scholiorum, Pars i^osterior. Edidit A. Seher. 1912 (365 8.)
Toynns XOI: xinonymi auctoris Expositio officiorim ecclesiae Georgia Arhe-
lensi vidgo adseripta, Edidit R. H, Connolly 0, 8. B. 1911 (241 S.)
Die ’Weiterfiihruiig des groBartigen CSCO, ist yon dem an erster
Stelle genannten Bande an, wie ein demselben beigelegtes fiiegendes
Blatt mitteilt, durcli die katholisclien Universitaten yon Loewen nnd
Amerika (Washington) in die Hand genommen worden. G-leichzeitig
ist I. Forget in die friilier von B. Carra de Vaux eingenommene
Stellung eines Leiters der arabischen Serie eingetreten. Man Ayird
diesen Wendepnnkt in der Entwicklung des geiyaltigen ITnternelimens
yielleicht zum Anlafi nelimen diirfen, um mit den allgemeinen herz-
lichsten Wiinschen fiir das fernere Gedeihen desselben den speziellen
Wnnsch ausznsprechen: es mochte in Zukunft nach Moglichkeit mit
dem fast znr Regel gewordenen Verfahren gebrochen werden, die
Textbande allein erscbeinen und ihnen die betreffenden tjbersetzungs-
bande erst nach einer mohr oder weniger langen Reihe yon tlahren
folgen zu lassen. Das loidige Verfahren ist denn auch auf zwei her-
yorragend wichtige Werke der theologischen Liter atur der Nestorianer
in syrischer Sprache angewandt worden: den zetematischen Bibel-
kommentar des Theodores bar Koni und dessen Anhtoge, eine Arbeit
die als Gauzes zuerst yon dem ITnterzeichneten durch eine „Mitteilung“
im I. Bande der alten Serie dieser Zeitschrift (1901) S. 17e3-178 niiher
bekannt gemacht wurde, und die yon Assemani BO, III S. 518 — 540
als Schopfung des Georgios von Arbela (10. Jh.) beschriebene groGe
Liturgieerklarung. Von dem ersteren hat der ungemein riihrige chah
daische Erzbischof yon Seert, Mens. A. Scher, eine Textausgabe mit
dem die Mimre VI— XI umfassenden zweiten Teile bereits zum Ab-
sclilufi gebracht, von der letzteren der — namentlich durch seine Be-
arbeitung der Liturgical Homilies of Narsai (Cambridge 1909 ===
Texts and Studies VJI Nr. 1) — bestens eingefiihrte gelehrte Bene-
diktiner Don R. H. Connolly eine solche begonnen und bis zum
Ende yon Mimra III gefOrdert. Die Kritik wird eine literaturgeschicht-
Besprechungen.
149
liche Wiirdigung der beiden Werke bis Back Erscbeinen der IJber-
setzungen zurllckzustellen und vorltafig sicb 'vvesentlicb nur mit der
Editionstecbnik der Herausgeber auseinanderzusetzen baben.
1. tiber den Inbalt der Mimre VI (Eragen aus der Logik, G-ram-
matik nnd Dogmatik) und YII — IX (Erklarung des NTs) des Ks-
&apa oEskoljon babe icb a. a, 0. S. 177 £ orientiert. Einen ersten An-
bang zii Mimra IX bilden, vom Herausgeber zum integrierenden Be-
stand dieses Bucbes gerecbnet, (S. 219 — 227 bezw, 227—230) zwei anti-
baeresianiscbe Stiicke, von denen das erste nacb seinem (cbristologiscben)
Inbalt gegen die Monopbysiten, das zweite laut ausdrucklicber Angabe
der Uberscbrift gegen die Arianer gericbtet ist. Als Mimra X folgt
(S. 231 — 284) eine hocbinteressante katecbismusartige Darstellung dor
cbristlicben Lebre in Erage und Antwort zur Grewinnung von Lenten
einer eigenttlmlicben judenclndstlicben Bicbtung, die unter Freisgabe
der mxr zu zeitweiliger Geltung bestimmt gewesenen ATlicben Bitual-
gesetzgebung Jesus zwar als den jungfraulicb geborenen, vom Gottc
des ATs gesandten und jetzt in den Himmel aufgenominenen Messias
und kilnftigen Bicbter, aber nicbt als Sobn Grottos anerkennen und
Taufe, Eucbaristie und Kreuzesverebrung verwerfen. Mimra XI end-
licb (S. 284 — 350) ist das zum grofiten Teile scbon seit 1899 durcb Pognon
Inscriptions mandaUes des coupes de Klioudbir S. 105 — 158 bekannte
Haeresienbucb.
■\Vie friiber die Mimre I — V bietet vScb. aucb diesen gesamten
Stoff griindsatzlicb nacb einer versttimmelten Pergamentbs. seiner erz-
biscboflicben Bibliotbek zu Seert (= Sm) und, wo diese Lucken auf-
weist, nacb einer jlingeren Papierbs. derselben Bibliotliek («= Sc). Nur
fiir die Anordnung des Textes im Gegensatze zu seinem Bestand sind
in der zweiten Halfte des V HI. und dem ganzen IX. Mimra die letztere
und eine vom 13. Ab 1919 (Gr. = August 1618) datierte Hs. zu Diar-
■bekr (— D) zugrunde gelegt. Der Apparat bringt durcbweg die Va-
rianten von Sc und D, dazu fllr den Hauptteil von Mimra XI die-
jenigen der auf vier mit einander nacbst verwandten Hss. berubenden
Ausgabe Pognons, auf S. 186 Z. 26 — 187 Z. 19 und S. 307 Z. 8 — 11
die durcb M. Lewin Die Scholien des Theodor lar KQni zur Patri-
archengeschichte* Berlin 1905 8. XXXIII £, 27, auf S. 311 Z. 11 — 318
Z.4 die durcb eine Kollation von Kugener bei Oumont La Cos-
mogonie manicheenne d^apres Theodore bar KhonL Brussel 1908 fiir
die betreffenden Stellen bekannt werdenden der Hs. Orient gu. 871 der
Kgl. Bibliotbek zu Berlin (== B) und auf S. 289 Z, 11 — 291 Z. 4 die-
jenigen einer im Jahre 1899 im Privatbesitz des Herrn Divisions-
pfarrers Dr. H. Goussen in Diisseldorf gewesenen Hs. (= G) nacb
Noldeke Bar Chdnl uber Homer, Hesiod und Orpheus ZI3MG. LIII
8. 501—507. In einem Anbang (8. 353—365) teilt dann noch Cbabot
Besprechungen.
IM)
eine Kollation der in einem orientalisclien Drucke (luifs;
Urmia 1898. S. ^ ^0 Werke des Theodores har
Kobi nach einer Hs. zu Urmia, der Yorlage von B, veroffentlichten
Stellen mit nnd tragt eine solche von B nach Lewin anch fiir die
Mimre I—V nach. Utir die Heilung in alien Hss. verderhter Stellen
durch Konjektur wird man (S. 352) auf die Ubersetzung vertrostet.
Alles in allem ist mithin auf die Herstellung eines wissenschaftlich
befriedigenden Textes, so radikal als moglich verzichtet, nnd dies ist
doppelt zu bedanern, weil eine recht weitschichtige nnd nicht einfach
liegende hsliche Uberlieferimg gerade hier Gelegenheit zu einer
Mnsterleistnng in kritischer Edition eines bedeutsamen Denkmals
syrischer Literatnr gegeben hatte.
Tollig libersehen wurde nicht nur von Soh., sondex’n, was mich hesonders he-
fremdet, offenhar auch von Ohabot, wie meine beruhrte Mitteilung 00. 1. 1 S. 173
bis 178, so auoh meine hier Y S. 1 — 25 erfolgte von Ubersetzung nnd erlauternder
Einleitung begleitete Publikation der S. 291 Z. 5—295 Z. 6 stehenden Partie uber
Griechische Fhilosophen und ihre Lehren. Uementsprechend fehlt nun auch jede
Bucksichtnahme auf die niir gehorende im Jahre 1898 zu Alqos hergestellte Hs.,
bezw. auf deien wohl dort im Kloster Babban Hormizd bedndliche Yorlage. Hies ist
in sofern kein allzugroher Schaden, als da ein voUig neuer Zweig der Uberlieferimg
keineswegs vorliegb. Meine Hs. ist vielmehr, wie ich mich rasch uberzeugen konnte,
aufs engste mit Sc verwandt. "Wo sie abweicht, handelt es sich bald nur um Kleinig-
keiten untergeordnetster Hatur, bald hat Sc die Lesart des beiden Hss. zugrunde-
liegenden Exemplars olfenbar treuer bewalirt. Hoch ist gelegentlioh aucb das Gegen-
teil der Pali. Um von der Sachlage eine Probe zu geben, verzeichne ich fiir S. 3f.
und fur die beiden Partien, fiir welche die sonstige hsliche Uberlieferuug vorerst am
besten bekannt ist, S. 289 Z. 11---291 Z. 4 und 311 Z. 11—319 Z, 4 die samtlicben
Abweichungen ineiner Hs. von Sc unter Angabe etwaiger gleichzeitiger tlberein-
stimmung mit anderen Textzeugen: S, 3 Z. 9 Z. 10:
4 Z. 9: ,-uua^s©] Z. 12: add,
289 Z. 15f.: ^Ivlo] om, 290 Z. 6: Z. 24:
311 Z. 15: JUMOfsk. Z. 25: u^polo] fiolo. 312 Z. 2:
Up y^l] UaaL. Z. 8: JLjuV}] JLftVj. 313 Z. 4: Jli'o#. Z. 5: h’ta. Z. 12: yojjDi]
(= P), Z. 26: 31^ Z. 12: uul. Z. 19: Z. 28:
lissjy zweiWorten!). 315 Z. IflP.: — Uotoi ujlS om, Z. 13:
Juj] lojji, Z. 15: hoftjii, Z. 26: 316 Z. 12: tKaJjxio
IK:xajci 317 Z,23: ^^ 01 . Weiter setzt eine freundliche Mitteilung Goussens
mich in die Lage, hier feststellen zu konnen, daii die beiden Hss. B und G mit ein-
ander identisch sind, indem er es war von welchem die Egl. Bibliothek ihr Exemplar
erwarb. Was die Gesamtlage der hsliclien Uberlieferung anlangt, so sind also heute
mit Einschlub derjenigen Pognons und einer mit diesen zusainmengehenden (Ygl.
ZDMG Bill S. 502), die nur Mirdra XI entb^lt und aus dem Besitze Goussens in
denjenigen der Kaiserl. Universitats- und Landesbibliothek zu StraJ&burg uberging,
elf Hss. des KsOa^^ §Esk61j6n naher bekannt. Yon denselben schlieCb sich die Mehr-
zahl, namlich PScH und meine Hs,, zu einer einheitliohen Gruppe zusainmen, fiir
welche zunaohst ein am Sohlufi von Mimra IX stehendes Explicit mit Hatierung
mindestens dieses Teiles des Werkes auf 1103 (Gr. = 791/92) bezeichnend ist. Weiter
aber weisen mindestens ScH ebenso wie meine Hs. die von mir 00. 1, I S. 177 her-
vorgehobene, von Sch. anscheinend nicht beachtete Liickenhaftigkeit in Mimrd YHI
Besprecliungeii.
151
auf, vermoge deren der Sohlufi der M-, fast die ganze [x- und die X-Ex'kUirung bis 12, 13
verloren gegangen ist. Die gleiche Llickenliaffcigkeit mnfi aber aucb fiir P unter-
stellfc werdeii, da sie auch in einem nichfc zu dei' Gruppe geborigen Zeugen, nitmlicli
in Sm, -wiederkehi-fc, die Entstehung des Defekts also nocb hinter dem Archefcypus
derselben zuriickliegen muli. Eem allem gegeniiber steben die Hs. in Urmia imd ibre
Kopie B. Hier findet sicb in der NTlioben Erklarung naberbin in derjenigen der Apg.
und des Briefes an Philemon, wie man durcb das bezw. durcb Cbabot
(S. 357—360) erfabrt., mebrfacb ein sebr erbeblicbes Plus gegeniiber den anderen Hss.
Man dlirfte also wobl kaum feblgeben, wenn man annimmt, dali diesem, mibbin
zweifellos besfcen, Uberlieferungszweig auob die Xiiioke in der Evangelienerklarung
fremd isfc. Es ergibb sicb mitbin, weim icb die Hs. in Urmia mib U, die meinige
bezw. ibre Vorlage in Alqos mit A bezeicbne, folgendes Stemma:
Bine wirklicb kritiscbe Ausgabe batbe jeweils zuniicbst die Uesart des Arcbe-
typus der Gruppe DScPA zu ermitteln. Ob dieser oder Sm als die bessere Quelle zu
gelten babe, ware alsdann wesentliob an dem Grade der Ubereinstimmung mit U
bezw. B zu bemessen, indein, wo es sicb nicbt etwa um • ein zufalliges Zusammen-
treifen in einem offensicbtlioben Scbreibfebler bandelt, sowobl die Ubereinstimmung
von (U) B mit Sm gegen BScPA, als auob diejenige von (U) B mit JDBoPA gegen
Sm als Gewabr der Ricbtigkeit einer Lesart zu fassen ware. UnmaBgeblich moobte
icb allerdings fast sobon beute vermuten, dali die Entscbeidung im allgemeinen zu
Ungunsten von Sm ausfallen diirfte, so dafi sicb Sob. fiir seine Ausgabe gerade die
scblecbteste Grundlage gewablt batte. In jedem Ealle ware eine genauere Unter-
sucbung des Sacbverbaltes im einzelnen verbunden mit einer Edition aller in der
Scb.’scben Ansgabe feblenden Stiicke von (U) B dringend zu wiinscben, wo nicbt —
vielleicbt im Babmen der PO. — sicb jemand zu der allerdings wenig verlockenden
Arbeit entscblieht, eine mit besserer Mebhode durobgefiibrte vollstilndige Heuausgabe
des Werkes des Theodores bar Koni zu bieten.
2. Die von Assemani a. a. 0. S. 519 — 530 analysierten Mimre I — -III
der jjErklanmg der samtlicLen kirchliclien Offizien“ behandeln eine Reilie
mit dem Anfbau des Kirclienjahrs zusammenliangender grundlegender
Kalenderfragen nnd exegetisclier Probleme, die Anlage und Einteilung
des Kircliengebaudes, das Tagzeitengebet im allgemeinen, Vesper,
JSTaebtoffizium und Matutin. Das der symboliseben Deutung der ver-
sebiedenen Teile des nestorianiseben Gottesbauses gewidmete Kap. 2
des Mimra II bietet interessantes orientaliscbes Parallelmaterial zu
dem Inbalt von J. Sauers ausgezeicbnetem Buebe iiber die St/mboUk
des Kirchengebtludes imd seiner Ausstattung in der Auffassung des
Mittelalters. Was folgt, ist vom boebsten Wert filr die Kenntnis des
Officiums der Nestor ianer und seiner Gesebiebte. Zugrunde gelegt sind
der Ausgabe eine vom Jabre 1317 datierte Hs. zu Alqos und eine
ansebeinend dem 16. Jb. entstammende zu Seert. Beide Hss. weiseu
dieselbe textlicbe Eezension des Werkes auf, wimmeln abor unabhangig
152
Eesprechungen.
voii einander von angenscheinliclien Schreibfehlern. Der gedruckte
Text wurde aus ilinen eklektisch dnrcli Aufnalime der jeweils ans
inneren Grriinden besser scbeinenden Lesarten konstituiert; 0. bat
also etwas mebr Kritik walten lassen als Sch. Aber man wird leider
aucb mit seinem Vorgeben sicb nicbt nnbedingt einverstanden erklaren
konnen.
Bezuglich. der vom Tiimliz 1578 (Gr. = Juli 1267) datierten romischeai Hs. Yat.
Syr. 14S wird B, 2 ledigiicli auf Grund einer Mifcteilung Hy veniafcs, „qid locos satis
amplos olim coiitiilit^^j fesfcgesbellb, dafi sie mifc derjenigen von AlqoS ubereinstimme.
Aber von dieser altesten Hs. wurde docli unbedingfe eine vollstandige Kollation er-
forderlicb gewesen sein. Und dann besitzfe die Vaticana nocli dreiweitere, ailerdings
erheblich jiingere Exemplare des Werkes, uber deren Text man vollig im Ungewissen
bleibt: Yat. Syr. 149 vom dalire 1873 {Gr, «= 1561/62), Yat Syr, W3 vom Jalire
2018 {Gr, == 1706/07) und Borg. Syr, 84 (eheinals K YI T des Museo Borgiano), die
im 19. Jh. geferfcigte ICopie einer nicM naher bekannteii orient alisclien Vorlage. Ge-
rade diese letztgenannte Hs. nimmt eine eigentiimliche und beachtenswerte Stellung
sclion dadurch ein, dafi sie^ wie E. 'Xisserant inir auf eine diesbeziigliolie Anfrage
mitzuteilen die Liebenswiirdigkeit hatte, tatsacblich Georgios von Arbela als Yer-
fasser nennt. Ob diese Angabe auf selbstiindiger Uberlieferung beruht oder von dem
modernen Kopisten— in jedem Ealle einem unierten „Cbaldaer — iinter dem Einfiuii
Assemania deinTitel liinzugefiigfc wurde, muii freilicb dabingestellt bleiben. Anderer-
seits darf fitr die Autorfrage aucb nicbt uberseben werden, dab in Yat Syr, 148 die
ersfcen seclis Folia feblen, die Hs. also denselben Verfassernamen gleicbfalls ursprung-
licb geboten baben kaiin und als positive Zeugin der anonymen tlberlieferung des
YTerkes jedenfalls nicbt angerufen werden darf. Es mub also immerbin mit der
Mbglichkeit gerecbnet werden, dab 0. in der Yorsicbt zuweit gegangen ist, wenn er
unsere Liturgieerklarung nur als ,jGeorgio Artelensi vulgo adscripta^^ gelten labt.
Vielieicbt wird sicb mit der Zeit an der Hand eines Yergleicbes mit den in Vat
Syr, ISO iiberlieferten liturgiscben Quaestionen des Georgios aus inneren Griinden
entscbeiden lassen, ob die Autorangabe Assemanis und des Cod, Borg. Glauben ver-
dient oder nicbt. Die baldige Edition aucb jener Quaestionen (fol. 1 — 39 x°:
iKaiiajkl, naob Kat. Ill S. 280: „circa consecrationem ecclesiae cb
cJirismatis: circa sacram liturgiam et co^nmunionem corporis et sanguinis Domini:
circa Fanis MticJiaristici confectionem et Yini praeparationem : circa Offlciuin Di>-
vinim, vespertinum, nocturnum^ matutimm: circa Sponsalia et Benedictionem Spon^
S07'im: et circa exequias Def^metorimd^ ; fol. 39 y®— 55v°. fol. 94 r®.
V® eine vereinzelte, wobl aus einem groberen Zusammenbang berausgerissene Frage
iiber Osterkommunion) ware in jedem Falle dringend zu wilnscben.
Dr. A. Baumstakk.
B,. Graffin, P. Nan Fatrologia Orientalis. Paris: Firmin Didot et
Cie, imprimeiors-Miteurs. Allemagne et Autriche-Hongrie: B, Herder d
Fribourg en Brisgau.
La didasealie de Jacob. Texte grec. Original du Sargis dAberg a (F.O, III, 4)
ediU par F* Han (70 S, = Tome YIII, fascicule S) S. 711 — 780.
Als erstes Stllck einer neuen Abteilung: ^^LiUerature anti-j%cd(Mqu&^
bringt die PO, in dem letzten ]?aszikel des 8. Baades nicM eine der
Besprechungen,
163
nocli unedierten Apologien gegen die Juden, sondern den ersten Teil
der erst vor einigen Jahren yon N. Bonwetscli vortrefflicli edierton
Doctrina JacolDi nuper baptizati (Berlin 1910). Dies ist urn so auf-
fallender, als der Heransgeber D. Nan keinen neuen griechischen
Texteszengen aufgefunden und die nenen orientalisclien fm' die Kon-
stituierung des Textes im einzelnen niclit berangezogen liat.
Neben der slavisclien tibersetzung, die Bonwetscb bekannfe gemachfc liat, kennt
N. eine arabisclie aus einem catalogue qui 7ious a etc adresse^^ (S. 717), von der er
aber nur die ersfcen zwei Seiten und die letzte als Specimen franzosiscb mitzuteilen
in der Lage ist (S. 717 — 719), imd zwei Fragmente in syriscber Spracbe (S. 719—722).
Eigentlich ist es aber nur ein Fragment (liber die Genealogie Maria), das in dem Cod.
Brit. Mus. Add, 17. 194 (fol. 51) sbelit, der vom Jalire 1197 Graecoruin = 885/86
n. Chr. datiert ist und neben den drei griecbiscben XJnzialfolien saec. 8 — 9 in dem
Cod. Athous MspMgmenu S8 den aitesten tlberlieferungszeugen darstellt. Fas zweite
syrisclie Fragment ist eine Notiz in der Chronik des Ps. Dionysius von Tell-Mabre,
die sicli mit dem Eingang der Doctrina Jacobi in der slavischen und arabiscben Fas-
sung nabe bertibrt, aber den Dialog, auf dem diese Doctrina beruhen will, in die
Zeit des Kaisers Phokas (statt des Heraklios im Grieclx ) und nach Jerusalem (statt
nacli Karthago im Grieob.) verlegt. Auf diese Parallele batte W. Li'idtke ASPb.
XXXIII (1911) S. 317 kurz nacb dem Erscbeinen der Ausgabe von Bonwetscb bin-
gewiesen, wie er aucb darauf aufmerksam macbte, daf> die von S. Gr6baut in der PO.
Ill S. 556—643 unter dem Titel Sargis d^Aberga (= Sspytoc eT:ap 5 ( 0 <;!) edierte Apo-
logia des Obristentums nicbts anderes sei als eine aetbiopiscbe Rezension der Doc-
trina Jacobi. Damit war die Anzweif lung des aetbiopiscben Originalcbarakters dieser
Sobrift durcb A. B an ms t ark, Die ehristl. Liter aUtren des Orientes II (Leipzig 1911)
57 bestatigt. Baumstark konnte ubrigens, unabbangig von Liidtke, in einem Nacbtrag
a. a, 0. S. 110, den Sacbverbalt iiocb feststellen. Der Umstand, dali der erste Teil
dieser aetbiopiscben Rezension in der Patrologia orientalis erscbienen war, scbeint
der Grund zu sein, wesbalb nun aucb das griecbiscbe Original in sie aufgenommen
wurde. Der zweite Teil sowobl des aetbiopiscben als des griecbiscben Textes soli in
einem der niiobsten Faszikel der BO. folgen (S. 742) und dabei aucb die arabiacbe
Rezension verwertet werden (S. 7173,
Man darf mit P. Maas, BZ XXI (1912) S. 608f. bedaiiern, da6
die neue Ausgabe des ersten Teiles so geringe Poi’tscbiitte Bonwetscb
gegeniiber bedeutet, soAvobl was die kritische Textkonstruierung be-
trifft, als inbezug auf die sacblicbe Erklarung. N. bat allerdings seiner
Ausgabe eine ausftibrlicbe Einleitung Yorausgescbickt (S. 713 — 742).
Diese versagt aber besonders in der Erage nacb der Urgestalt der Di-
daskalie Jakobs und ihren Entwicklungsstadien.i Der Stammbaum Nau’s
1 S. 737—740 besprieht H. den Dialog gegen die Juden, der in der latein. tiber-
setzung dem Kaiser Andronikos I. Komnenos(t 1184) zugescbriebeii wird (vgl. Migne
B. G. CXXXIII, 796 ff.) und weist nacb, daf* er erst im Jabre 1310 verfalSt wurde.
Er laiit aber seine Leser nicbt erraten, daJi icb dies in Krumbacbers Bgz. Lite-
raturgescJiicIite^ S, 91 scbon langst gesagt babe. Sein lakoniscbes Zitat „Cf. K rum-
ba cber, Bgz, Lit, Municb 1897 p. 91 in der Anm. 2 von S. 739, wo von den Hss,
die Rede ist, in denen dieser Dialog stebt, wird dem Grundsatze „Suum cuique^'
nicbt gerecbt !
154
Besprechungen.
(S. 737) ist yiel zu rascli Tbegrilndet, iim als die Losung dieses Pro-
Hems "betraclitet werden zu konnen, Icli liake ilbrigens aacli grofie
Mtilie, den liistorisclien Oharakter dieser Sclirift, den P. Maas BZ.
XX (1911) S. 573 — 578 etwas ditliyramMscli gepriesen liat, anzner-
kennen. Je mehr die byzantinisclien Literaten daranf poclienj daB
ihre Elaborate anf einem personliclien Erlebnisse bernben, desto vor-
sichtiger muB man sein, nm niclit als bistoriscbe Begebenlieit anzxi-
selien, was reine literarisclie Eiktion ist. Der „yerfasser“ Joseph bat
sicber jlldiscbe Typen a la Jakob gekannt; aber daB die Tlnterreduiig
desselben mit semen Stammesgenossen, die er zum Obristenglaubcn
bringt, eine gescbiobtlicbe Tatsacbe sei and daB der Sobn Josephs^
Symeon, binter der Tine stebend, alle diese exegetiscben imd dogma-
tiscben Erorterungen so leicbt aufs Papier bringcn konnte, das ist
scbwer zu glauben. Der scbematiscbe Obarakter des Ganzen kommt
sowohl in der Leblosigkeit der dialogiscben Eorm als am gcbluB klar
zum Yorscbein: die "Widersacher Jakobs ergeben sicb scbliefilicb und
werden iiberzeugte Cbristen. So scblieBen alle antijlldiscben Apologien
der byzantinisclien Zeit. Die Doctrina Jacobi operiert aber, bis jetzt
als die einzige, mit dem besonderen Baffinement, daB sie J uden durcb
einen Juden widerlegen und zur inneren Annabme des Obristenglaubens
fiibren laBt, nacbdem sie zm^or beiderseits zwangsweise die Taufe inebr
erlitten als einpfangen baben. Was will man nocb mebr?
Prof. A. Ehbhaed.
Les ^^127 Canons des Apdfres^\ Texts arahe onpartie inedit^ ptiblie et t7'adnU
en fra^igais d^ap^xs les mannscrits de Parts, de Rome et de Londt'es par Jean Perier
Professeiir d VlnsUhd GatlioUque de Pa^ns et Augustin Perier Diplome des langiies
semitiques (153 S. == Tome VIII Fascicule 4,)
Das der koptiscben Kircbe eigenttimlicbe, die sog. Apostoliscbe
und die sog. Agyptiscbe KO, die Epitome aus AK YIII und die
Apostoliscben Kanones umfassende Korpus pseudoapostoliscber Kir-
cbenordnungen liegt, wie icb in der alten Serie dieser Zeitschrift
I S. 102 — 108 und E. Scbwartz Vher die pseudoapostolisclien Kirclien-
ordnungen. StraBburg 1910 S. 6— -9 dargelegt baben, in drei yerscbie-
denen Bedaktionen vor, yon denen nur eine nocb in saidiscbem und
bobairiscbem Koptiscb erbalten ist, die zweite als Doppelbucb yon 71
(bezw. 72) und 56 „Kanones der Apostel“ in arabiscber und atbio-
]3iscber tJberlieferung uns entgegentritt, die dritte, zu Anfang um eine
tibersetzung des „Testaments unseres Herrn“ yermebrt, den ausscbliefi-
licb arabiscb ilberlieferten agyptiscben sog. klementinischen Oktateuch
bildet. Yon dem arabiscben Text der 71 + 56 „Kanones“ war das
erste Bucb d. b, alles mit Ausnabme der Apostoliscben Kanones be-
Besprecliiingen.
155
reits durcli Gr. Horner The Statutes of the Apostles usw. London 1904
init englischer Ubersetzung lierausgegeben worden. J. nnd A. Perier
bieten nun erstmals eine Gresamtausgabe desselben. Was dieser Publi-
kation einen ganz bervorragenden Wert fiir die Forscbung auf dem
G-ebiete der pseudoapostolischen Eecbtsliteratur yerleibt, ist nicbt nur
der Umstand, dab wir bier nun aucb den betreffenden arabiscben
Text der Apostoliscben Kanones erbalten, sondern vor allem die Tat-
sacbe, dab sie aucb ftii* das ungleicb wicbtigere Buch I einen gewal-
tigen Fortscbritt iiber Horner binaus bedeutet. Dieser batte den
Abdruck des Textes einer einzigen Hs. Vat Ar, 149, geboten und nur
in engliscber Tiber setzung Yarianten einer Bodleianiscben Hs. ver-
zeicbnet. Wie unbefriedigend dabei aucb abgeseben von dieser viel zu
scbmalen bslicben Grundlage seine Leistung war, davon kann man
sicb an der Hand einer von den Neuberansgebern S, 11 — 14 aufs
Gei'adewobl zusammengetragenen Liste von Sticbproben uberzeugen.
Diese selbst baben demgegenliber auf Grund, wenn aucb nicbt aller,
so docb ziemlicb zabbeicber und vor allem der wertvollsten Hss. eine
wirkliche recensio des Textes unternommen.
■fiber die hsliclie Uberlieferuug der 71 -f 56 „ICanones‘‘ habe ioh a. a. 0.
S. 102 if. gehandelt. Von den dort Yon mir verzeicbneten Hss. die das Boppelbuch
selbstandig d. h. niolit im Eabmen einer grofieren festgesohlossenen Sammlung
kirclienrechtlichen Sclirifttums dai'bieten, sind fiir die Ansgabe der Borgianus Yom
Jahre 1064 Mart («= 1347/48 n. Ohr.) und die beiden Pariser Exemplare Bihl Wat
arabe 241 und 24B berangezogen -worden. j,Sie baben siob trotz individueller Eigen-
arfc einer jeden als Yertreter wesenbaft einer und derselben Bezension eiwiesen.
Eine zweite Bezension des Textes vertritt der grobe ETomokanon des lirakiarios, dessen
Hss. Biedel Die Kirelienreclitsqiiellen des Fatriarchafs Alexandrien, Leipzig 1900
S. 122 f. ersohopfend verzeicbnet. Yon denselben "wurden Bihl, Nat ai'ahe 2S1 fiir
beide BB., Yat Ar, 149 fiir das I. und die aus der romisohen geflossene zweite Pa-
riser Hs. Bill. Nat. arabe 252 fiir das II. yerwertet. Einen dritten, auf beiden an-
deren berubenden Texttyp baben endlicb zwei Karsuni-Hss. Bihl. Barberini VI SS
(beute Barberini Orient. 4) zu Bom aus dem 14. Jb., und Brit Mas. Ficli. 7207 zu
London ergeben. Alles dies flibrt freilicb uninittelbar nicbt iiber das 14. Jb., dem
die altesten Hss. angeboren, und aucb mittelbar nicbt liber das 13. db. binauf,
in dem Makarios seinen Homokanon zusammenstellte. Um die Mitte des letzteren
bat ferner Ibn al-'Assal in dem seinigen die 71 4- 56 „Kanones der Apostel“ aus-
giebig zitiert, Es gibt aber docb einen Textzeugen, der uns nocb einmal um ein
Jh. weiter binauf bringt, Es ist dies, wie icb a. a. 0. S. 103 fesfcgestellt babe, der im
12, Jb. entstandene Homokanon des Micbael von Lamiette, dessen einzige erbaltene
Hs. Ar. 10. 180 (Diez, qu. 117) in Berlin selbst nocb vom Jahre 927 Mart (— 121o/ll
n. Cbr.) stammt. Es ist in bobem Grade zu bedauem, dalS die Herausgeber nicbt
eine Hollation der Zitate Ibn al-^Assals nacb den laut S. 17 Anmk. 2 von ibuen ein-
gesebenen beiden Pariser Hss. in ibren kritischen Apparat aufnabmen, und mebr
nocb, dais sie aucb diejenigen Michaels vonBamiette unberiicksicbtigt lieiien, ja un-
berucksicbtigt lassen mufiten, weil sie von ibrer Existenz nicbts gewuj&t zu baben
scbeinen. Das letztere bangt damit zusammen, das meine eigenen Arbeiten zur
pseudoapostoliscben Becbtsliteratur von ibuen vollig uberseben wurden, was icb
iibrigens bier nicbt beriibren darf, obne zugleicb festzustellen, dafi Herr Professor
1B6
Besprechiungeii.
J. P^rier, anf jene Arbeiten aufmerksam geworden, sioh durcb einen Privatbrief in
liebenswiirdigster Weise wegen der Sadie bei mir entsdiuldigte.
Audi sonst zeigt die im uTirigeii sehr gediegene Einleitung (S. 3
bis 21), die beilaufig (S. 5f.) aucb dera agyptiscben Oktateucb und(S. 7
bis 11) der selbstandigeutfberlieferuiig arabiscber Texte der (griecbiscben)
Apostoliscben Kauones Aufmerksamkeit scbenkt, vereinzelt Spuren eiuer
uugenllgendeu Vertrautheit mit der neueren nicbtfranzosiscbeu Lite-
ratiu’. So wil'd beispielsweise S. 4 kurz itber den alten Streit zwiscben
Punk und Adielis betreffs des Verbaltnisses der KO zu AK VIII uud
den Hippolytoskanones referiert, aber nicbt daraiif bingewiesen, dafi
nach der meisterbaften Untersucbung yon Scbwartz die Dinge sicb
endgiiltig dabin geklart baben dtirften, dafi AK VIII; die Hippolytos-
kanones und das „Testainent unseres Herrn“ als drei yon einander
unabbangige Abkommlinge der KO zu betracbten sind. Die Uber-
setzung ist treu und dennocb gut lesbar. Ein alpbabetiscbes Sacb-
register (S. 144 — 153) und ein Verzeicbnis der zitierten Bibelstellen
(S. 154 ff.) yerdienen, wegen ibrer sorgfaltigen Ausarbeitung anerkannt
zu ^yerden. Im Granzen macbt die Edition der PO. aUe Ebre. Es
darf wobl gesagt werden, dafi sie mit zu dem Besten gebort, was nns
im Rabmen derselben geboten wurde, Piir alle weitere Bescbaftigung
mit den in den agyptiscben „Kanones der Apostel“ aufgegangenen
Scbriften wird sie ein unentbebrlicbes Arbeitsmittel bilden.
Dr, A. Baumstakk.
TJie Commentaries of Isho'dad of Merv, Bishop of Hadatha (c. 850
A, D.) in Syriac and English edited and translated ly Margaret Dun-
lop Gibson. With an introduction hy James Rendel Harris.
Volume L Translation (des Evangelienkommentars). VoL IL Mat-
thew and Mark in Syriac. VoL IIL Luke and John in Syriac. Cam-
bridge 1911. — XXVIII, 290 S., 238 S., 230 S. (= Horae Semiticae
No. V— VII).
Vol IV Acts of the apostles and three catholic epistles in Syriac
and English. Cambridge 1913, — - XVI, 41, 55 S, (== Horae Semi-
ticae No. X).
Der Nestorianer Is‘6daB yon Merw ist der einzige der syriscben
Exegeten des ersten Jahrtausends, yon dem eine ausfiilirlicbe Kom-
mentierung der gesamten Bibel sicb yollstandig erbalten bat. Von
dem ATlichen Tede dieses Werkes warden im Jahre 1902 Proben der
Erklarung der Kleinen Propbeten und des Psalters durcb Diettricb
in seiner Arbeit ilber iS&dadhs Stdlimg in der Auslegungsgcschickte
des Alten Testaments und im Jabre 1907 der Kommentar 0um Buclie
Besprediungen.
157
Biob durcli Schliebitz bekannt gemaclit. Ich selbst erlaiibte mir, im
vorletzten Jalirgang S. 1 — 19 die Aufmerksamkeit der Leser dieser
Zeitscbrift auf den Pentateucbkommentar durcli eine Veroffentlicbung
in demselben entlialtener „griecliiscber“ und „hebraisclier“ JBibelzitate
zu lenken, zu der nunmebr einige verbessernde und erganzende Be-
merkungen von Vandenboff TR. XI Sp. 410f. zu vergleichen sind.
Aus dem NTlichen Teile liat, naclidem auf das Vorbandensein solcber
in demselben zuerst Hall und Grottbeil im Journal of Biblical Lite-
rature and Exegesis XI (1891) 2. S. 153 ff. bezw. XII (1892) 1. S. 68
bis 71 bingewiesen batten, im Jabre 1895 Groussen eine Anzabl von
Aide Teo3apa>v-Zitaten im Anbang seiner Studia theologica. Fasciculus I:
Apocalypsis s, Johannis apostoli versio saliidica berausgegeben, wabrend
im gleicben Jabre R. Harris speziell aus der Evangelienerklarung eine
stattlicbe Sammlung von Fragments of the Commentary of Ephrem
Syrus upon the Diatessaron zusammenstellte. Die Seb-wester der Ent-
deckerin des Syr«^" sebeint ibren bervorragenden sonstigen Yerdiensten
um uns.ere Kenntnis cbristlicb-orientaliscben Sebrifttums nunmebr das
niebt geringe einer vollstandigen Edition und Ubersetzung mindestens
des Kommentars zum XT binzufiigen zu woUen. Einer solcben des
natiirlicb besonders wiebtigen Evangelienkommentars ist in einem nur
zweijahrigen Zwisebenraum diejenige der Ex'klarung der Apg. und der
drei allein von ISo'd^^S kommentierten, -wiewobl niebt als Werke des
Herrenbruders, des Apostelflii’sten und des Zebedaiden anerkannten
Katboliseben Briefe Jak., Petr. I und Job. I gefolgt. Der Text rubt
iin'Evangelienkommentar auf einer aus dem Privatbesitz von R. Harris
nacb I S. XY, in die Library des Semitic Museum der Harvard Uni-
versity iibergegangenen modernen Kopie einer Hs ■wabrscbeinlicb in
Urmia {God. Syr. Harris 130 « H), fm Apg. und Briefe dagegen auf
einem besseren, im Besitz von Professor D. Margolioutb in Oxford be-
findlicbes Exemplar (= M), liber das leider jede nab ere Angabe feblt.
Ein allem Ansebeine nacb mit musterbafter Sorgfalt ausgearbeiteter
kritiseber Apparat verzeiebnet dort: die Yarianten von M sowie die-
jenigen einer vom J. 1498 {Gr. — 1686/87 datierten dritten Yollbs.
Add. 1973 der Universitatsbibliotbek zu Cambridge (= 0; Ygb Kat.
Wright- Cook S. 56if.) und eines wobl vom Dicbter selbst berrub-
renden Prosakommentars zu der Lehrdiclitung eines Ishaq EsbaSnaja
(t 1480) liber die gesamte gottlicbe Heilsokonomie nacb einer z^veiten
Oambridger Hs. Add. 1998 (- S; Vgl. ebenda S. 429-^444); bier: die
Yarianten von H, sowie diejenigen der am 3 Nisan 1801 ((?r. = Apiil
1490) [vollendeten Hs. Xo. DOXXII der Kaiserl. Bibliotbek zu St.
Petersburg (= P) und der in ibrem alteren Bestandteil wenigstens wobl
bis ins 16. Jb. binaufreicbenden Berliner Hs. 81 {Scichau 331) (== B,
Ygl. Kat. Saebau S. 304--309), fiii* wolebe der Herausgeberin eine
158
Besprechtingen.
Kollation von P. Kahle in Leipzig znr Terfiigung stand. Die Uber-
setzung, der das Original gelegentlich nicbt unerbeblicbe Sobwierig-
keiten bereitet, bat, wie man I 8. X und IV 8. IX erfabrt, einer
Revision durcb den nnnmebr aus einem Leben nimmermuder Arbeit
abgernfenen B. Nestle unterlegen. Bine gebaltvolle Binleitung bat
jeweils (I S. XI— XXXII bezw. IV 8. X— XV) R. Harris bei-
gestenert.
Vor dem Bvangelienkommentar bebandelt dieselbe nacb Ausfffb-
rungen iiber Person, Namen und literariscben Nacblali I§6'daBs be-
sonders den bervorragenden Wert dieses Teiles seiner Arbeit filr die
bibliscbe Textkritik, der ilberdies I 8. XXXVII f. durcb eine Liste
der Berulumngen mit Syr®*“ und Syr®™ erlautert wird, und speziell die
bier erbaltenen Ata Teacaptov-Brucbstiicke. Daneben findet die literatur-
gescbicbtlicbe Stellung dieser Evangelienexegese nacb rtick-warts und
vorwarts eine grundlegende Beleucbtung. Bs ergibt sicb in dieser Be-
ziebung ein Dreifacbes. I§6'da8 ist einmal in ausgedebntem MaBe von
dem Aia xeooapcBv-Kommentar Atprems abbangig, neben dessen durcb
Mo singer zuganglicb gemacbte armeniscbe Ubei’setzung so ein von
H. im Jabre 1895 nocb nicbt restlos ausgescbopftes reicbes Material
von Brucbstacken des syriscben Urtexts tritt. Nicbt minder bedeutsam
ist das Verbaltnis weitestgebender Abbangigkeit, in dem der Nestori-
aner sicb naturgemaB zu der tbeologiscben Bundamentalautoritat
seiner Kircbe, dem „Erklarer“ scblecbtbin, Tbeodoros von Mopsuestia,
befindet, — ein Verbaltnis, das packend aus dem I 8. XXXIII bis
XXXVI durcbgeftibrten tabellariscben Vergleicb der i-Exegese Iso-
‘daSs mit der Obabotscben Ausgabe der syriscben tlbersetzung des
i-Kommentars des Mopsuesteners erbeUt. Bndlicb aber ist die erstere
— neben derjenigen des alteren Jakobiten M6§e bar Ketpa — Haupt-
quelle fiir den Bvangelienkommentar des Dionysios bar Salipi (ed.
Sedlacek und Chabot im C8C0.') und durcb dessen Vermittelung
fill’ die betreffende Partie des Ausar Rbze Bar'E^rajas geworden,
Alle Beacbtung verdient aucb der beilaufig gemacbte Hinweis auf
die Moglicbkeit einer Entstebung griecbiscber Textvarianten des NTs
durcb Riicktibersetzung aus dem 8yriscben. Mindestens das zweite fiir
die Sacbe angefubrte Beispiel (X 24. 32: xexaXup,p,evYj D usw. statt xato-
|j.lvy) aus statt ist evident, und es wird mit ibr kiinftig grund-
siitzlicb zu recbnen sein.
Vor der Hpa^sic-Erklarung befaBt sicb H. dagegen besonders mit
dem wieder von Acprem und Tbeodoros v. Mopsuestia abbangigen
bocbinteressanten Abscbnitt derselben iiber die Areopagi-ede des Vol-
kerapostels. ISo'daS bestatigt bier glanzend die von ibm im Uxjpositor
1906 (Oktober) und 1907 (April) vertretene Annabme, daB Apg. 17. 28
die Worte: iv aBxip yap Cfipev xa'i xivofipsaa xal icpev ein mit dem
Besprechungen.
159
Tit. 1 . 12 zitierten Vors: KpTjxs? asl ^suaiat, xaxa Oyjpta, Yaoxspec apyat
eng zusammenliangendes Dicliterzitat darstellen. Ob allerdings anch
die Zuweisung der vier dnrcli den syriscben Ansscbreiber des Mopsu-
esteners tastbar werdenden Hexameter gerade an die von Diogenes
Laertios I 10 § 5 angefilbrten Tcepl Mtvo) xal TaBapiavOao? ek eitT]
xsxpaxta)(tXia des Epimenides das Kicbtige trifft, sclieint mir nock
eine offene Erage zii bleiben, der ick an anderem Orte naker treten
mockte.
Aiich mit Aussfcellungen prinzipieller Natur mrd man, so gerne man dies einer
so wertvollen Publikation gegeniiber tan mocbte, in melir als einer Biclitung nicbt
hintanzubialten vermogen. Daii natlirlicli M an Stelle von JT aucb. schon fiir den
Evangelienkommentar liatte zngriindegelegfc werden miissen, wenn sckon iiberhaupfc
statt einer wirklicken pMlologischen recensio im Text der Abdrnck einer einzigen
Hs. geboten werden wollte, liat die Herausgeberin I S. VII selbst freimiitig anerkannt.
Hoclist ungerne vermifit man ferner dort die Vergleichung der beiden Hss. zii Berlin
and St. Petersburg, deren Existenz ihr anscheinend erst nachtraglich bekannt wurde.
Wie nutzbringend namentlicb. eine Heranzieliung der letzteren gewesen sein wiirde,
hat Brookelinann ZDMG*. LVI S. 330ff. an einigen Stichproben gezeigt. Leichter
wil’d man in Band IV die Mchtberucksiclitigiing eines heute gleiohfalls im Besitz
der Harvard University bedndliohen Sonderexemplars der Erklarung des npajairo-
(jxoXo^ (Ood. Syr, Harris 60) versohmerzen, wenigstens w'enn die X S. XV von H.
geaufierte Vermutung zutrifft, dal» dasselbe auf die gleiohe Vorlage ziiriickgeht wie
Harris 130, ITiissig zu machen w^re ferner gewesen, was in G-estalt uinfangreicher
Anszlige aus Iso'daS an textkritischein Maternal der Gannad- Bussctme betitelte grofie
Kettenkommentar zum nestorianisohen Lektionar darbietet, welcher der Heraus-
geberin in einer Hs. aus dem Privatbesitz von H. vorlag and in einem anscheinend
gleich jener aus der Hs. 180 des Catalogue of Syriac Mss, in the library of the Mu-
seum Association of Oroomiah College vom dahre 1898 gedossenen Berliner Exemplar
Mss, Or. qu. 870 (Vgl. Kat. Sachau S. XIV) zuganglich ist. Es diirfte endlich die
Verwertung des wieder auch zu Berlin durcli die Hs. 85 (Ms, Or. fol. 1201, Vgl,
Kat. Sachau S. 313 — 317) vertretenen Prosakommentars zu Ishaq Esbaonaja nicht
auf die mit dem Lemma „Is6' da3“ eingefiihrten Stiicke beschriinkt werden. Denn es
liegt auf der Hand, dafi ein sehr grower Teil der hier angehauften Zitate griechischer
und alterer syrischer Autoritaten unmittelbar aus der Exegese Isu^ daSs stammt, —
Hafi die tlbersetzung noch immer manche Midgriffe aufweisen diirfte, wird durch
H. I S. XII ausdriicklioh entschuldigend angedeutet. In der Tat finden sicli nicht
allzu selten kaum begreif liche Binge dieser Art selbst an Stelien, an denen der Text
keinerlei ernste Schwierigkeit bot: so — um nur drei besonders bedenkliche Beispiele
anzufiihren — IS. 105, wo in einer Berufung auf den Einsetzungsbericht der Xesto-
rius-Liturgie (Be nan dot Liturg. Oriental. Coll.ll S. 623 des Prankfurter Neudruckes)
po jal (II S. 176 Z, 19) durch: „Mir JSfestorius also in his Dedi-
catmr^ statt: Ms mass^% I S. 195, -wo in der Einfiihrung des Zitates aus „ Andreas
Binder des Magnes'* llvoj (HI S. 76 Z, 10) durch .fypes'^ statt ^pictures'' wiederge-
geben wird, Oder endlich IV S. 28 (der Ubersetzung), wo es fiir: ^ irDajlofA.J)
Jll Jl (ibid. S. 38 Z. 6f. des Textes) in-
haltlich vollig sinnlos heiM: ,,Bitt he did not MU AlirutUus by force, but by the will
of the girl and the consent of her soM\ wahrend die Worte vielmehr bedeuten: „er
den Halirotliios aber totete, obgleich er sie nicht mit Gewalt, sondern mit Einwilli-
gung und Zustimmung des Madchens raiiibraucht hatte.‘‘ An der zweiten dieser
Stelien ware der Pehler um so leichter zu vermeiden gewesen, wenn meine auf Grand
160
Besprecbungeti.
der Beiiinei'Hs. an die betreffende Stelle ankniipfende Kotiz iiber Eine fruhchristlick-
syrische Bilderchronik BQs. XXI S. 197 if. niclit ware uberselien worden. AUein
nacla bisher zu Iso daS etwa solion Publiziertem scheinen sicb. die Herausgeberin und
ihr Mifcarbeiter H. zunacbsfc gar nicbfc umgesehen zii liaben. Selbst die Arbeifcen von
DLebfcricb und Scliliebifcz wurden ibnen ersfc nacb Erscbeinen der Bande I — III be-
kaiint und werden auob jetzt nocb IV S. VII falscblieb als in der ZAtW (statt: in
den Beibeften zu derselben!) ersobienen zitiert Meine eigene Veroffenfclicbung aus
dem Pentateucbkommentar ist ibnen anscbeinend nocb immer ebenso unbekannt wie
meine 00, 1 III S 451 — 458 veroifentlicbte eingebende und, wie iob glaube, die
literargescbicbfclicbe Einordiiung Iso^daSs selbstandig fordernde Bespreobung Dietfc-
ricbs, Ebenso bat H. keiiie Abnung davon, dafi icb aucb speziell beziiglicb der
Evangelienexegese das von ibm konstatierbe Verbaltnis zwiscben dem Xestorianer,
Mose bar und Bionysios bar Saltpi bereits 00. 1. II S. 377-383 ausdriickliob
vermutefc batfce, obgleicb icb allerdings vor sicb tsb alb er aucb nocb die Moglicbkeit
einer Benutzung Iso'daSs scbon darob HoM offen lieb. — Endlicb bietet H. I S, XVI f,
bezw. IV S. XV f. ein blofies und nocb nicbt einmal scblecbtbin vollstandiges Ver-
zeicbnis der von Iso'daS namentlicb angefiibrten Autoritaten, d. b. nicbt mebr als, was
scbon Sacbau Kat. S. 307 f. geboten batfce. Unbedingfc ware aber vielmebr ein ricb-
tiger alpbabefciscber Index seiner Zifeate mit genauer Angabe samfclicber Sfcellen not-
wendig gewesen, ebenso wie fiir alle diese Zitafce, soweifc sie nicbt Unica darstellen,
eine Verifizierung und eine Notierung des Ergebnisses derselben am Bande batte
erfolgen miissen,
tJberhaupt sind es ja durchaus ihre Qnellen, welcbe der exege-
tisclien Arbeit des Mergers eine Icaum lioch genug anzusciilagende
Bedeutung sicliern, und liier beiscben nocb mancbe Probleme, an
welcben die beiden Einleitungen H.’s vortibergingen, dringend eine
Erorterung. Es sei nur an die mebrfacb zitierten „Theopboroi“ er-
innert, die von ibm I S. XVI kaum richtig nnd erscbopfend als „ano-
nymous inspired writers'^ definiert werden oder an das anscbeinend
auf den Psendo-Areiopagiten als Vermittler zuriickgebende Zitat eines
offenbar sebr alten Bartbolomaios-Apokrypbons II S. 9 Z. 14ff. («- I
S. 6) und in dem Kreise der — nicbt allzuvielen — mit Xamen ge-
nannten alteren nestorianiscben Exegeten besonders an Hsnana von
JBKlajap, dessen vermutlicb grundlegende Bedeutnng ftir I§6'da5 icb
00. 1. II S. 456 £ signalisiert babe. Vor allem aber wird man be-
mtibt sein miissen, aufierbalb der i-Erklarung genauer den Emfang des
auf Tbeodoros von Mopsuestia Zuriickgebenden zu bestimmen und die
Erage zu klaren, ob er direkt oder vielmebr nur indirekt und durcb
welcbe Vermittelung beniitzt ist Hier wird eine sorgMtige Ver-
gleicbung mit den beiden zetematiscben Bibelerklarungen des Tbeo-
doros bar K6ni nnd des I§6' bar Nun (in der Hs. Add. 2017 zu Cam-
bridge) die wertvollsten Dienste leisten. Icb babe micb biervon bezlig-
licb der ersteren auf Q-rund der in meinem Privatbesitz befindlicben
Hs. derselben iiberzeugt und gedacbte, im Eabmen dieser Bespreobung
die bocbst merkwiirdigen nnd keinesfalls einfacben Verbaltnisse, die
sicb da ergeben, wenigstens an einigen Sticbproben zu beleucbten, womit
Besprechungen.
161
es zusammenliangt, dafi icli niclit frllter micli tiber die Bande I— III
aufierte. Nachdem niiiiiiielir aber in der Ausgabe von Sober wenig-
stens der syriscbe Text aucb des NTlicben Teiles des^sMpd lEskoljm
im Drucke vorliegt, wird es dock notwendig sein, die betreffende
TJntersucbung sofort erscbopfend dnrcbzufiibren, was nattirlicb nur in
einer selbstandigen Arbeit gescheben kann. Erst wenn alle Eragen,
die sich angesicbts derselben anfdrangeB, einer Beantwortnng ent-
gegengefubrt sein werden, wird man denn ancb abscbliefiend sicb davon
Recbenscbaft zn geben vermogen, wie vielen Dank wir trotz deren
Unvollkommenbeiten Mrs. Gribson fiir ibre — iibrigens bncbtecbniscb
glanzend ansgestattete nnd mit je einem Faksimile der Hss. M, Gr und
P gescbmlickte — Publikation scbnlden.
Dr. A. Batjhstabk.
W. de Grrimeisen £jtudes Comparatives: Le Portrait Traditions
hellenistiqiies et influences orientates, Avec 137 photogravures dans le
texte et 8 planches. Bom 1911 (Walter Modes editenr). — VIII,
112 S.
0. M. Dalton Byzantine art and archaeology. With 457 illustra-*
tions, Oxford (Clarendon Press) 1911. — XX, 727 S.
Dem Kopfstiick einer geplanten Sammlung von Einzelnnter-
sncbnngen, von welcber man fiir das Grebiet cbristlicli-orientaliscber
Knnstforschnng wertvollste Pordernng erboffen darf, tritt eine zu-
sammenfassende Leistung zur Seite, die anf lange binaus jedem anf
jenem G-ebiete Arbeitenden nnentbebrlicb sein wnd.
1. Ans seiner Bescbaftignng mit dem Freskenscbmnck von S.
Maria Antiqna bat sicb W. de Grilneisen eine Beibe fiir die cbrist-
licb-orientaliscbe Knnstforscbnng im bocbsten Grade interessanter
Tbemen ergeben, die er in einer freien Folge grofiangelegter Mono-
grapbien zu bearbeiten gedenkt. Die erste dieser „vergleicbenden Stn-
dien" bat zum Gegenstand die Entwicldung der „elx(5)v Ypanx-f]", der
maleriscben Wiedergabe des in mebr oder weniger individueller Be-
stimmtbeit erfafiten menscblicben Gesicbtes von der bellenistiscben
Antike bis in die cbristlicbe Knnst des boben Mittelalters. Sie unter-
nimmt eine gescbicbtlicbe Ableitnng des stilistiscben nnd tecbniscben
Obarakters, den in der alter en cbristlicben Malerei das eigentlicbe
Portrat nnd der anf das Portrat znriickweisende ikonograpiscbe Typns
annebmen. Ibre bervorragende Verdienstlicbkeit stebt von vornberein
anfier Frage.
Xacb einer knrzen die Anfgabe formnlierenden Introduction (S. 1
bis 4) sncbt der Verfasser for die Brledignng derselben znnacbst in
seiner systematiscb vorgebenden Art dnrcb zwei vorbereitende Kapitel
Okiens Christianxjs. Neue Serie III.
11
162
Besprechnngen*
das Terrain zu bereiten. Von denselben ist das erste (S. 5 — 22) der
vor allem an Darwins Arbeit liber den Ansdruck der Gemutsbewegnng
bei Tier und Mensch ankniipfenden anatomiscben JBegrtlndung der bei
Bebandlung der menscblicben Gesicbtsziige durcb die antike nnd mittel-
alterliclie Malerei in Betraclit kommenden ktinstleriscben Ansdrncks-
mittel seeliscben Lebens gewidmet. Das zweite (S. 23 — 35) bietet einen
an der Hand yorerst der literariscben Zengnisse entworfenen Abrili
der Gescliiclite des Portrats in jener Malerei. Der grundlegende Wert
dieser Ansfilbrungen ist einleucbtend, wiirde indessen nocb. ein erbeb-
licb gr()Bei’er sein, wenn sicb ibnen eine peinlicbere Sorgfalt der Durch-
arbeitung uacbruhmen liefie.
Eine gewisse bedanerliche Fluclitigkeit der Arbeitsweise verraten sobon gele-
gentliclie Zitate aus zweiter Hand, sowie die Hiiufigkeit, mit der reclit argerliclie
Hruckfehler namentlicli in den Belegstellen aus Pliniiis’ Nat Hist XXXV begegnen,
(Vgl. auf der einen S. 25 Anmk. 2 j^iconicas diwes*^ statt ^jiconicos duces‘% Anmk. 9
,,pixerit“ statfc ^^pinxerit^ und ,,Rodi^^ statt ^^Rlioedi^^, some im Text die Benennung
,^Raneo^' fiir flavaivo!; den Bruder des Pheidias oder S. 27 Anmk. 1 „porricih(,s^^ statt
j^porfdcibus^^ G-elegentlich erfolgt sodann die Anfubrung jener Belegstellen in einer
abgekiirzten Porm, die von deren wii'klichem Sinne kaum mehr ein Bild gibt (Z. B.
S. 26 Anmk 6: ^tragoedimi et yuerxim in Apollinis^^ ausgeboben aus XXX'V 10 § 99:
Jfeni Liberum et Artamenen spcctatos Romae in aede Cercris, tragoedum^^ usw.)
Nicht immer handelfc es sicli aber nur uin derartige Sdionbeitsfebler des Bucbbildes.
Wenn S. 25 Anmk. 9 hinter: ct Megahgzi sacerdotis Dianae EphesiaeA aus
XXXV 10 § 93 das entsoheidende ; „pompam‘^ ausgelassen ist und dementsprechend
im Text einfacb. von einem Portrat j,d’un pretre de Diane dEpMse“ gesproeben
wird, so bat sicb eben das betreffende von Plinius bezeugte Gemalde des ApeUes eine
sebr wesentlicbe Benaturierung seines eigentlicben Obarakters gefallen lassen miissen.
VoUends zu Unreebt werden als Poitrats S. 26 eine Kydippe und ein Tlepolemos
namlicb „portraits^% ,,de Cydippen (!), „de Tlepolemns‘‘ usw. Vgl. XXXV
10 § 106: ,}Fecit€t Cydippen et Tiepolemum^^) des Protogenes und S. 26 f. eineHesiona
des Antipbilos angesproeben, bei denen es sicb zweifellos vielmebr um mytbologische
Sujets bandelte. Ja sogar ein einfacber Pan des ersteren Kiinstlers (a. a. 0.: ^^novis-
sime phixit Alexandnim et Rana“) entgebt S. 26 niebt der Verwandlung in das Por-
trat eines angeblicben ,,Rana‘t Die ebenda einem Kratinos zugesobriebenen ,^come-
diens d'Athhies^^ verdanken ibre Exist enz nur einer wobl beillos verdorbenen, min-
destens aber textkritiscb ganz unsicberen Pliniusstelle. Statt von „le Demon ou le
gtnie AtMnien^^ des Parrbasios von Epbesos miifite S. 10 laut den alsbald angefiibrten
Worten devS Plinius (XXXV 10 § 69: ^,Rinxit demon Atheniensium^^) von einem athe-
niseben die Eede sein: die Sebopfung des Malers bildete ein Seitenstiick zu
der in den „Bittern“ von Aristophanes auf die Biibne gebraobten Personifikation der
Komodie. Unbedingt batte sodann etwa fiir den Portriitebarakter der Eeldberrn in
der von Panainos in der irotxiXr) gemalten Scblaobt bei Maratlion S. 25 Anm. 2
iieben demjenigen des Plinius das illtere Zeugnis des Oomebus Xepos (F. Miltiadis
6 §3) angefiibrt und S. 27 Anmk, 6 beziiglicb des Wiener Bioskorides vor allem auf
E. Biez Die Miniaturen des Wiener DiosJeurides bei Strzygowski Byzantinische
Dexilcmdler IH S. 1—69 vervviesen werden sollen. Die an der ersteren Stelle nacb
Bare mb erg und Saglio registrierte ^^ofe^^’aber, die vielmebr Polygnotos
zum Sebopfer der fraglicben Scblaobt bei Kai*atbon maebt, berubt ledigliob auf einer
ganz scbofeln Verwecbslung mit der von Polygnotos in der Stooc 'JTOIxiXy] gemalten
Besprecliungen.
163
"’iXtoo 7repat4, verdient mithm die ihr zuteil ge’vvordene Elire einer Erwahmmg
keineswegs.
Zu den erhaltenen Monumenten tlbergeliend, beliandelt Gr. in drei
weiteren Kapiteln (8. 3'7 — 48) das dni’ch. die Ausstattnng der Mumien
nns greifbar -werdende agyptiscb-bellenistiscbe Portrat, (S. 49 — 67) das
Portrat der pompeianiscben Wandmalerei und (8. 69 — 98) das clirist-
licbe Portrat von den Anfangen bis ins Mittelalter, um in einer knap-
pen Conclusion (8. 99) das Pazit seiner eindringenden Beobacbtnngen
zu zieben. Es ist ein Weg unaufhaltsamen Verfalles, der da von den
ausgezeicbnetsten Schbpfungen funeraler Portratmalerei Alexandreias
bis zu Dingen wie den Mosaiken der Martorana fiibrt, in denen Konig
Poger von der Madonna, der Admiral Georg von Antiocbeia von deren
gottlicbem Sobne die charakteristiscben Ztige des Gesiclites borgt. G,
beleucbtet den Verlauf dieses Wages mit Meisterscbaft. IJberzeugend
weist or die Keime der dem cliristlicli-mittelalterlicben Portrat eignenden
Schwitcben schon im spateren agyptisclien und im pompeianiscben
Portrat nacb. Mit gluckbcbem Griff stellt er mebrfacb Zusammen-
bilnge beraus, deren ricbtige Erkenntnis als in hobem Grade frucbtbar
sicb erweisen durfte, so wenn er (8. 61 — 64) die auf einem clipeus aus
Antinoe zu beobacbtende mecbaniscbe Nebeneinanderstellung zweier
Portratbtxsten in Doppelikonen wie denjenigen der ML Sergios und
Bakcbos zu Kiew und in den Reiben frontaler Heiligengestalten der
byzantiniscben Kircbenausmalung wiedererkennt, (8. 64 — 67) das Dop-
pelportrilt pompeianiscber Wandmalerei einersoits mit den imagines
clipeatae der Sarkopbagplastik, andererseits mit den entsj)recbenden
Darstellungen von Goldglasern der romiscben Ivatakomben in Ver-
bindung bringt, (8. 80 — 93) den sog. quadratiscben Nimbus auf die
in Agypten seit alters tiblicbe Darstellung des, einen recbteckigeu
Pylon im Rilcken, vor seinem eigenen Grabe stebenden Toten zurtick-
fiibrt Oder (8. 94£) an der Hand der Eresken von Bawit zeigt, mit
welcbcr Zahigkeit in Agypten der Kreisnimbus seine ursprimglicbe
Eunktion festgebalten bat, die mit ibm ausgestattete Person ganz all-
gemein als eine durcb den Tod in die Welt des Licbts, der Gottbeit
eingegangene zu bezeicbnen. Audi darin wird man G. nicbt nacb-
driicldicb genug beipflicbten konnen, dafi er die absteigende Linie, in
^Yelcber sicb die Portratmalerei von der Glanzperiode des agyptiscben
Hellenismus bis ins bobe Mittelalter bewegt, nicbt nur als das blob
negative Ergebnis eines Niederganges der Kunst begreift, sondern
bier, wie es scbon der IJntertitel seiner Arbeit ausspriobt, als einen
positiven Bntwicklungsfaktor neben dem scbwacber werdenden Eort-
wirken der bellenistiscben Tradition den immer starker sicb geltend
macbenden Einflub des Wie der erst arkens altoiientaliscber Wejse in
Recbnung stellen zu milssen glaubt. Wie immer ist sein Blick dabei
164
Bespreclmngen.
vor allem auf die koptisclie Kunst als den gesckiclitlicli entsclieidend
gewordenen Ansdruck jener Uberwindung des bellenistiscben dnrch ein
neo-orientalisclies Element gericbtet. Ob allerdings es seinen Dar-
legungen gelingen ivird, anf - diejenigen Kreise Eindruck zu maclien,
denen das Koptiscbe im G-egensatz zur Betracbtnngsweise Strzygowskis
als ein in Idmstlerisclier Impotenz bedingter, mit den Yorbellenistiscben
tiberlieferungen des Pharonenlandes in keineiiei innerem Zusammen-
hang stehender Etickfall ins Primitive erscbeint, mufi billigerweise da-
bingestellt bleiben, ist allerdings ancli niclit von sonderlicbem Belang,
da mit den Vertretern gewisser Standpnnkte eine Verstandignng nnd
damit jede frncbtbare Disknssion von vornherein ansgescMossen er-
scbeint. Meinerseits moclite icli ergilnzend einer naberen Priifung die
Frage empfeblen, ob nicht speziell die von der altorientaliscben Knnst
ebenso friihe als virtuos gehandbabte Betonung der Rassenmerkmale
besonders wirksam sick einer Heransarbeitnng der wirklich individu-
ellen Ztige entgegengestellt und so bei der allmablicben Zersetznng hel-
lenistiscber Portriltmalerei eine mafigeblicbe Eolle gespielt babe. Diese
Spur wtirde freilicb wobl eber liber die Scbopfungen des cbristlicb-
syriscben anf diejenigen des sassanidiscben Kunstkreises zurlickfiibren.
Andererseits wiirde eine gerade von dieser Seite berkommende ent-
soheidende Eimvirkung in bobem Grade zu der von G. (S* 23£, 27)
treflend betonten Bedentung der Bildweberei fiir die Entwicklung des
Portraits in der spatantiken nnd mittelalterlicben Ivnnst passen.
Einer ontscbiedenen ITnterscbatzung begegnet aber bei G. zweifel-
los das MaB eines Nacblebens liellenistiscber Knnsttlberliefernng, das
sicb anf dem Gebiete des PortrMs in der byzantiniscben Knnst beob-
acbten laBt. Nacb dieser Seite bin entspricbt es denn dock den tat-
sacblicben Verbaltnissen sebr wenig, wenn (8. 95) Byzanz lediglicb anf
gleicber Linie mit Rom in einen Gegensatz zu Agypten und dem
Orient als den naturgemiifJen Stammgebieten der orientaliscben Zer-
setzung des bellenistiscben Erbes gestellt wird. Und nock weniger
entspricbt es denselben, wenn nnter Ubergebung so mancber wesenbaft
andersgearteten Erscbeinnngen iilterer byzantiniscber Kunst (S. 96) mit
grofitem JSTacbdruck gerade j^les peintres dont PEppirjveLa C«>Ypacpix7j<;
ts5(V7j<; expose les ressources^’" als die typiscben Vertreter einer .^figure
complUement degeneree^^ eingeflllirt worden, ,^qui conserve imiquement les
qualificatifs gen^raux de la face humaine, comma la fagon de la clieve-
lure, de la barhe, de la moustache^^, Meines Erachtens wlirde viel-
mebr gerade der Gegenstand von G.s neuester Arbeit einen pas-
senden AnlaB geboten baben, recbt nacbdrllcklicb auf das Gegenge-
wicbt binznweisen, das in der Kunst des cbristlicben Ostens die mit
Recbt von Strzykowski so scbarf betonte ost-westlicbe Entwicklungs-
linie an einer west-ostlicben, ibr gewifi vorwiegender Orientalismus an
Besprecliungen,
166
einem in der Ktistenzone des ostliclien Mittelmeerbeckens lieimisclien
Hellenismus findet. Man kann sich von jeder Neigung frei ftililen, die
Bedeutung dieses liellenistisclien Elementes fur das Byzantiiiische in
einer Weise zn ul)erscliatzen, wie dies auch meiner Uberzeugung nacb
etwa A. Heisenberg tut, und wird doch mit seinem Vorbandensein
immer und immer wieder recbnen mtissen. Wie sehr dies speziell fur
eine richtige Bewertung des byzantinisclien Portrats gilt, dafur sei nur
auf die Ausfuhrungen tlber Portraits Bymntins (EAO. LXI 445 bis
451) verwiesen, mit denen ein Kenner wie Gr. Millet gegen die in
Erage stebende Seite der Gr.scben Arbeit Stellung genommen bat.
2. Im zweiten Bande der alten Serie dieser Zeitscbrift batte icb
S. 217 — 223 das Vergniigen D. M. Daltons mustei'gtiltigen Katalog
der altcbristlicben und christlicb-orientaliscben Stixcke im^departement of
British and Mediaeval antiquities and etbnograpliy“ des British Museum
als eine ebenso bedeutsame wie hocherfreuliche Erscheinung zu be-
gruBen. Man wird wesentlich im Zusammenhang mit jener Arbeit
und seiner gesamten amtlichen Stellung und Tatigkeit auch das neue
gerade nach einem Jahrzehnt erschienene, wiederum ganz vorzugliche
Werk des gleichen Verfassers in seiner Eigentilmlichkeit zu begreifen
haben. Wilbrend Ob. Diehl unter dem bescheidenen Titel eines
Manuel d^art Bymntin (Paris 1910) uns nichts Geringeres als den
Versuch einer wirldichen „byzantinischen" Kunstgeschichte geboten
bat, erhalten wir bier in der Tat ein „Handbuch“, das, ohne so hoch
zu zielen, und unter Beiseitelassung der Architektur mit dem monu-
mentalen NachlaB des fruhchristlichen und byzantinischen Orients und
dem Stande der ihm zugewandten wissenschaftlichen Porschungsarbeit
in wesenhaft systematischem AufriB bekannt macht. Den Korper des
Buches bilden demgemaB (S. 108 — 641) die den einzelnen Gebieten
kllnstlerischer und (kunst)gewerblicher Produktion gewidmeten Kapitel
III — XI, in denen sich eine umfassende selbstiindige Vertrautheit mit
den Denkmalern und die gewissenbafteste Beriicksichtigung der Lite-
ratur aufs gliicklichste vereinigen, um eine von weiser Selbstbeschran-
kung gestellte Aufgabe in glanzender Weise zu losen. Der Eeihe
nach werden hier in Kap. Ill (S. 108 — 178) Freiplastik, Sarkophage,
sonstige figiirliche Beliefs in Stein, Holz und Bronze, die ornamentale
Skulptur und speziell die Entwicklung des Kapitals, in Kap. IV
(S. 179—242) die Elfenbein- und Specksteinarbeiten, in Kap. V (S. 243
bis 322) die Wand- und Tafelmalerei, in Kap. VI (S. 323 — 434) das
Wand-, Paviment- und Miniaturmosaik, in Kap. VII (S. 435 — 493)
die Buchmalerei, in Kap. VIII (S. 494 — 533) das Email, in Kap. IX
(S. 534 — 676) Edelmetall- und Juwelierarbeiten, in Kap. X (S. 577 bis
605) die Textilien und in Kap. XI (S. 606 — 641) die Keramik, Glas-
arbeiten, Bronzettiren, GefiiBe, Gerate und Kreuze aus nichtedelm
166
Besprechnngen.
Metall, Mttnzen, Siegel, geschnittene Steine und Amulette l»eliandelt.
Die Art der Behandlung ist abgesehen yob den vier rein skizzenhaften
Absolinitten tlber Keramik (S. 606 — 612), Miinzen (8. 625 — 630), Siegel
(S. 630 — 637) und Amulette (S. 640 f.) durcbgebends die, dali einer
klaren und feinsinnigen Orientierung iiber das jeweilige Teilgebiet und
seine Probleme, unter denen auch diejenigen der Tecbnik ausgiebige
Berilcksicbtigung erfalu-en, sicb in Kleindruok die Besprecbung der
einzelnen Monumente anscbliefit. Bei dieser ist wenigstens fiir die
wicbtigsten Denkmalergruppen moglicbste Vollstandigkeit in der Vor-
fiibrung des Materiales angestrebt und wesentlicb wobl aucb erreicbt.
Dem Beblen irgendeiner cbarakteristischen Erscheinung wird man
tiberbaupt nur selten begegnen. In Kap. Ill finden in einem eigenen
Abscbnitt (S. 121 — 125), in Kap. V wenigstens in einem gelegentlicben
Uberblick (S. 258 — 261) aucb die nur mebi- literariscb bekannten
Scbopfungen ihren Platz. Zwei Scblufikapitel (S. 642 — 684 bezw. 685
bis 713) bescbaftigen sicb in entsprecbender Weise mit Ikonograpbie
und Ornament, indem aucb bier auf eine zusammenfassende Beband-
lung des Gegenstands in seinen groben Eicbtlinien die durcb Klein-
druck sicb abbebende Durcbnabme der einzelnen Tbemen und Motive
folgt. Von zwei nur Grofidinick entbaltenden Einleitungskapiteln er-
ortert das in eine licbtvoUer Gesaintcbarakteristik der cbristlicb-orien-
taliscben Kunst, ibrer Scbwaoben und ibi-er relativen Grofie (S. 28 bis
37) auslaufende erste (S. 1—37) irn Eabmen eines Uberblicks iiber den
gescbicbtlicben Verlauf ibrer EntwicHung die fur die Betracbtungs-
weise dieser EntwicHung maligeblicben Eragen grundsatzlicber Katur.
Das zw'eite (_S. 38 — 107) erganzt jenen historiscben durcb einen geo-
grapbischen Uberblick iiber die einzelnen Teile des yon Mesopotamien
und Abessinien bis nacb den britischen Inseln sicb erstreckenden Ver-
breitungsgebietes cbristlicb-orientalischer oder vom cbristlicbeu Orient
entscbeidend beeinfluMer DenkmiJler, deren Bedeutnng, regionale
Eigenart und kunstgescbicbtlicbe EntwicHung zu vielfach ebenso
meisterbafter als eingebender Wiirdigung gelangen. Vier biicbst ge-
diegene alpbabetiscbe Indices (S. 715 — 727: Generalregister, ikono-
graphiscbes, Eegister der Aufbewabrungsorte der beriicksicbtigten Mo-
numente und solcbes der zitierten Eorscber) erleicbtern die Boniltzung
des seiner Katur nacb ibrer Beigabe besonders dringend bediirftigen
■Werkes. Die Illustration entspricbt abgeseben von einzelnen — na-
mentlicb aus Westlake Sistory of Design in Mured Dainting iiber-
nommenen — Nummern, die kaum mebr auf der Hobe moderner Ee-
produktionsteebnik steben, dm-ch ibi-e Qualitat ibrem quantitativen
Umfang. Mcbt weniges wird — wesentlicb nacb Kbsebees der Col-
lection des Bites Etudes bezw. aus den Bestanden des British und des
Victoria and Albert Museum — erstmals in Abbildung vorgefiibrt.
Besprechungen.
167
Man wird namentlicli flii* die zahlreicliexi lllustrationeii letzterer Pro-
veBienz den warmsten Dank wissen.
D. hat, Tvas ei' schon in seiner Yorrede (S. YI) imd zu Anfang des Textes (S. If,)
ausdrliclvlich verbeidigen za mlissen empfindet, aus prakbisohen Hiicksichteii an der
Bezeiclinung „byzantiniscli“ festgehalten, deren bedenklicher Zweideutigkeifc er sich
sehr wohl hewufit ist. Dock ist er weit davon entfernt, nur die im engeii Wortsiime
diese Bezeichnnng rechtfertigende Hauptmasse der christlioh-orientalischen Benk-
iniilerwelt in den Kreis der Betraohtung einznbeziehen. Immerliin hilden die Griin-
dung Konstantinopels nnd seine Eroberung dnrch die Tiirken die Grenzen des fiir die
Berucksichtigung mafigebliohen zeitliohen Bahinens, ohne dal^ allerdings die untere
Grenze mit kleinlicher Strenge eingehalten ware. Innerhalb dieses Rahmens werden
vier Perioden nnterschieden : 1. die vorikonoklastische, 2* diejenige des Bilderstreifces
(726 — 842), 3. von der Thronbesteigung Basileios’ I. bis zur Eroberung Konstantinopels
durcli die Lateiner, 4. das Zeitalter der Palaiologen, Meinesteils wilrde ich eine blobe
Breiteilung init dein Ausbruche der ikonoklastisohen Wirren und dem Intermezzo
der frankischen Herrschaft als Wendepunkten bevorzugen, dann aber innerhalb der
mitfcleren Periode der ikonoklastisohen die Epoche der Makedonier nnd der Komnenen
als zwei selhstiindige Abschnitte koordinieren, zwischen denen das letzfee siegreiohe
Yordringen der byzantinischen Waifen gegen den isiamischen Osten einen meiner
tiberzeugung nach auch kunstgeschiohtlich bedeutungsvollen Einsohnitt bezeichnet.
Entsprecliend jniiJite fiir die vurikonoklastisohe 5;eit eine mogliohst klare XTnter'
sclieidung des Gutes und der Yerhiiltnisse von vier Epochen inindestens angestrebt
werden, die nach den fiihrenden Herrschergestalten als die Konstantinische, Theo-
dosianische, Justiniaiiische und diejenige des Herakleios zu hezeichnen waren. In
Kap. II wiirde Armenien und sogar Abessinien vielleicht dooh eine etwas weniger
summarische Behandlung verdient haben, als sie ihnen S. 56 — 69 bezw. 74 f. zuteil
wird. Auch ware wohl die georgische Kunst als ein selbstiindiger regionaler Zweig
des Chri^tlich-•Orientalischen neben der armenischen zu wiirdigen. Es scheint in
neuerer Zeit ilber sie manches Wertvolle in russischer Sprache ersohienen zu sein,
was im vordei'en Europa nooh vollig unhekannt ist. Ich entnehme dies gelegentliohen
brieflichen Mitteilungen des Herm Bivisionspfarrers Br. Goussen in Biisseldorf und
mOchte hoffen diirfen, dal^ er sich entschlieiit, fiber diese Binge einmal in unserer
Zeitschrift zu referieren. Eine etwas knappe Behandlung scheint mir sodann andern
Partien gegeniiber im Yerhaltnis zu ihrer Bedeutung fur unsere Gesamtkenntnis der
Kunst des christlichen Ostens die Biiohmalerei erfahren zu haben, Ich vermisse vor
allem ahgesehen von Eabhula-Kodex und Etsohmiadzin-Evangeliar (Ygl. S. 448 bis
451) fast voUsbandig eine Beiziehung der illustrierten Hss, mit orientalischem (syri-
schem, armenischem, koptischem und arabisohem) Text. Hier klafft vielleicht die ein-
zige wirklich empfindliohe Liicke. Binge wie das Evangelienbuch der Konigin Mike,
das durch Strzygowski KleinarmeniscJie Miniaturmmalerei bekannt gemacbte
Tiibinger armenische Tetraevangelium vom Jahre 1113, das reichiUustrierte Paris er
koptische Tetraevangelium, das Tetraevangelium Yat. Copt. 9 und das Berliner syri-
sche Homiliar Sachau 220, auf die ich dooh schon im Jahre 1908 BQs XXII S. 27 ff.
nachdriicklich hingewiesen hatte, — um nur einige Beispiele namhaft zu machen —
durften doch nicht glattweg unter den Tisch fallen. Das hoohinteressante syrische
AT. Paris Bibl. Nat. Syr. 341 kommt mit dem blofien Yerweis auf Omont S. 448
Anmk. 3 doch entschieden zu schlecht weg. Und wie dankhar wiirde man B. fiir
eine nahere Mitfceilung iiber einige Miniaturen aufweisende Hss. des British Museum
gewesen sein! Einzelne Erganzungen wiirden begreiflicherweise auch sonst gelegent-
lioh noch zu machen sein. So batten S. 163 ff. die flgiirlichen Holzschnitzereien in
der Kirche Ahu Sargeh in Alt-Kairo (Ygl. Butler Ancient Coptic Churches of Bgypt
168
Eesprechungen.
I. S. 190—194) und die von Strzygowski OC. 1. 1 S. 363—370 eingehend besproolienen
beideu auf 913/14 bezw. 926/27 genan datierten Tiiren in der alteren Marienkircbe des
syriscben Klosters der Natronwiiste eine Erwahnung unbedingt finden miissen. Eine
solcbe wiirdeii ferner in Kap. T trotz ibrer unmlttelbaren Jugend auf Grand meiner
Bescbreibung MhK'W. I, S. 771—784 die Eresken der Kreuzklosterldrcbe bei Jerusalem
und in Kap. X die von Kaufmann ETpcD|xaTtov dp^aioXoYtx6v. Mitteihongen dem
zweiien intern. Congrep fiir christl Arclidologie gewidmet usw. Bom 1900. S. 32—41
und Btegensek 00. 1. II S. 170 — 178 bekannt gemaclifcen altcbristlioben Texfcilien
im Museum des Campo Santo dei Tedescbi zu Rom verdient haben. Bei Beaprecbung
der Mosaiken aus dem Leben Jesu in S. Apollinare Nuovo in Ravenna (S. 351 — 354)
konnte D. naturgemal^ meine Ausfuhrungen BZ. XX S. 188 — 196 ilber iliren Zu-
saminenhang mit palastinensisober Kunst nicbt melir beriioksiclitigen. Aber aucb.
mein sobon ein Jahr friiher BG. IX Sp. 33 — 48 erbrachter Naobweis ibrer Inspirie-
x’ung durcb eine wesentlicb syrisobe evangelisobe Perikopenordnung der Quadra-
gesima, Kaiwocbe und des Ostersonnfcags scbeint ibm entgangen zu sein. S. 618 feblt
zu den Bronzetliren von S. Paolo fuori le mura bei Bom ein Hinweis auf die einzige
ibnen gewidmete Spezialarbeit von Wiegand SxpcojxaTtov 8. 119 — 131, Was scblieB-
die Illustration betrifft, so wird ihr Wert bedauerlicber Weise einigermaiien durcb
den leidigen XJmstand beeintraobtigt, dafi die einzelnen Abbildungen vielfacb zu weit
von der zugeborigen Textstelle getrennt sind.
Der bei JBebandlung jeder weiteren Denkmalergruppe aufs neue
zur Geltung kommende, namentlich aber naturgemali in den beiden
Einleitungskapiteln festgelegte kunstgescbichtliche Standpunkt D.s ist
derjenige einer ebenso besonnenen als unzweideutigen Yertretung der
Gedanken, fiir die icb selbst seit Jabren Scbulter an Schnlter mit
Strzygowski micb einsetze. Die Erage; „Oi‘ient oder Eom?“ ist fiir ihn
durcb aus zu Ungunsten des abendlandiscben caput mundi entscbieden
(vgl. S. 6 — 9). Nacbdriickliob betont er (S. 70, 76), dab ein alexandri-
niscber Hellenismus in der Kunst Italiens scbon vor Beginn unserer
Zeitrecbnung geberrscbt babe. Scbai'f wird (S. 78) fiir die Polgezeit
der ProzeB zunebmender Orientalisierung Boms seit den Gotenkriegen
herausgearbeitet und sorgfaltig (S. 79 f.) der mein- indirekte „byzan-
tiniscbe“ EinfluC auf dessen Kunst aucb nocb in den Jabrbunderten
nacb Karl d. Gr. verfolgt. Was den von ibm mangels eines besseren
scbon im Titel beibebaltenen Terminus „Byzantiniscb“ selbst betrifft, so
weifi D., wie gesagt, sebr wobl, welcbe Vorsicbt in seinem Gebraucbe
geboten ist. Er ist sicb bewufit, dab aucb Konstantinopel zunacbst
nicbt fiihi’end, sondern rezeptiv war, seine Kunst von Hause aus eine
eklektisobe ist. Erst im Justinianiscben Zeitalter babe es ein voiles
Selbstbewubtsein erreicbt und einen bestimmenden Einflub auszuiiben
begonnen. Aber bis zum Yerlust der syiuscben und agyptiscben Pro-
vinzen babe es nocb fortgesetzt an diesen macbtige Eiwalen gebabt
(vgl. S. 9ff.). Eicbtig wu’d (S. Ilf. 55 f.) besonders die Bedeutung Pa-
lastinas und seiner Denkmalerkircben und nicbt minder (S. 12f.) die-
jenige einer allgemeinen Auflebnung bodenstandig orientaliscber Art
gegen das aufgedi’ungene Landfremde bellenistiscber Weise betont.
Besprecliiingen.
169
Treffend wird in letzterem Sinne speziell (S. 71 £) die koptisclie Knnst
erldart und charakterisiert. Aber ancli die eigentlicli byzantinisclie
erscbeint (S. 23) als das Produkt der Yermahlung orientalischen und
belleniscben Geistes, wie der gesamte cbristliche Osten (S. 26) als balb
lielleniscb, lialb orientalisch bezeicbnet wird. In seiner ganzen welt-
historiscben Bedentnng wiirdigt D. (S. 23 — 26) zunacbst allerdings den
Hellenisinns, dem seine Verbindung mit dem Buddbismus einer- und
dem Ohristentum andererseits den Weg bis nacb Zentralasien, bezw.
bis nacb Gallien und Spanien babnte. Glanzend wird innerbalb des ge-
waltigen naturgemafi bereits selbst keineswegs scblecbthin einbeitlicben
bellenistiscben Kunstgebietes (S. 50 f.) beispielsweise namentlicb die
Bedeutung und Eigenart Antiocbeias und seines unmittelbaren Hinter-
landes skizziert. Aber es wird (S. 27) dennocb init Entschiedenbeit
zugegeben, daB der byzantiniscbe Geist oft mebr orientaliscb als grie-
cbiscb ist. Nirgends soli (nacb S. 48) das Ineinandorgreifen oriental
liscber und bellenistiscber Elemente bedeutsamere Ergel)nisse gezeitigt
baben als in Kleinasien. Dock wird abnlicb (S. 60) aucb liber Syrien
und Palastina geurteilt. Die Bedeutung Mesopotamiens filr die by-
zantiniscbe Arcbitektur, die Abbangigkeit des byzantiniscben Orna-
ments vom westasiatiscben Orient und der persiscb-mesopotamische
EinfluB auf die Kunst speziell des eigentlicben Griecbenland im 10.
und 11. Jabrb. wurden (S. 68 f., 65 — 68, 43) ebenso sebr anerkannt als
(S. 72) die syriscb-persiscbe Beeinfiussung der koptiscben Dekoration.
Vollends Kappadokien stebe in seiner Eigenart Syiien und Mesopo-
tamien weit naber als der bellenistiscben Ktistenzone Kleinasiens (vgl
S. 48). Ganz allgemein wird es (S. 54) als eine der wicbtigsten Er-
scbeinungen der Gesamtentwicklung eingefiibrt, daB der persiscbe
Ornamentstil durcb Vermittelung Syriens siegbaft yordringt, und dem-
entsprecbend wird (S. 63f. 64) energiscb die Notwendigkeit von Aus-
grabungen auf dem Boden des friibcbristlicben Syrien und Meso-
potamien betont. Eine wicbtige Vermittlerrolle wird fur Armenien in
Ansprucb genommen, fui‘ dessen Kunst selbst auf dem Gebiete der
ikonograpbiscben Typen die fundamentale Abbangigkeit von Syrien
(S. 57) nicbt verkannt wb'd. Trotz einer schliefilicben vorsicbtigen
Zuriickbaltung wird (S. 58) nicbt geleugnet, wie sebr sicb der Gedanke
einer armeniscben Beeinflussung der byzantiniscben Arcbitektur des
Makedonenzeitalters nabelege. Auf andern Gebieten wird (S. 58 f.) die
armeniscbe Vermittelung zwiscben Persien und Byzanz unumwunden
anerkannt. Aucb auf die russiscbe Arcbitektur babe sicb armenisclier
EinfluB geltend gemacbt (vgl S. 46). Eine nicbt geringe aucb positive
Bedeutung der ikonoklastiscben Bewegung, deren Wurzeln pracbtig
berausgearbeitet werden, fur die Kunst wbd (S. 13 ff.) in die Befor-
derung eines Zurtickgreifens auf den alexandriniscben Hellenismus
170
BesprecBungen.
und der Aufnalime des persisclien Dekorationsstils verlegt. Fiir die
eigentilmliche Renaissancekanst der letzten Epoclie wird (S. 21 f.) eiii
bestimmender italienischer Einflafi eatscliieden abgelelmt, ein frlih-
cliristlicli-syrisclier dagegen — allerdings mit einer gewissea Reserve
— zugegebeB. Insbesondere wird (S. 39) aiif das Beeinflufitsein der
Atboskiinst durcb die altere Monchskuiist Syriens, MesoiDotamiens und
Agyptens und (g. 41) auf die Bedeutung liingewiesen, die sie wieder
fur die serbisclie Kunst gewann. Audi die fortgesetzte bedeutsame
Beeinflussung des Westens durdi den diristlicben Osten wird (S. 26 f.)
scharf betont. D. unterstreicbt nicht nur (S. 77) die Bedeutung des
syriscben Elements filr Ravenna und das iibrige Norditalien z. B. Flo-
renz und den entsprechend orientalisclien Obarakter der ravennatisdien
(S. 80 bezw. 81 f.), das byzantiniscbe Gepriige der alteren venetianisclien
Ivunst, verfolgt nidit (S. 82 f.) nur den byzantiniscben und saraze-
nisclien Einflufi in giiditalien und Sizilien, wiirdigt nicht nur (S. 83 £)
die VermittlerroUe, die auf italienischem Boden Monte Oassino zwischen
byzantinisclier und okzidentalischer Kunst gespielt hat. Er legt den
Finger (S. 90) auch auf die Abhangigkeit der romanischen Skulptur
Frankreichs von byzantinischer Buchnialerei und Elfenbeinplastik,
(S. 91f.) auf Zusainmenhaiige zwischen Trier und Syrien, (8.93 — 97)
auf die byzantinisch-deutschen Beziehungen vom Zeitalter der Ottonen
bis ins 12, Jahrh. und die -Zeugnisse ihrer kunstgeschichtlichen Nach-
wirkung. Er findet (8. 55) syrischen Einflufi in frankischer IllustratioBj
ebeiisogut als im serbischen Psalter, betont (8. 101 f.) die grundlegende
Abhangigkeit der irischen von der christlich-orientalischen Buchmalerei,
halt (8. 102f.) einen Zusammenhang der nortlmmbrisclien 8kulptur und
Kleinkunst des 7. und 8, Jahrhs. mit christlich-orientalischen Vor-
bilderii fiir wahrscheinlich und rechnet (8. 184ff.) mit einem min-
destens indirekten EinfluB solcher auch auf die spatere angelsachsische
Plastik von Wessex, Dui’chgehends wird endlich das Kunstgeschicht-
liche auf einen breiteren kulturgeschichtlichen Hintergrund gesteUt,
Greistes- und literatui’geschichtliche Paralleltatsachen werden (z, B.
8. 65, 70), herangezogen. Treffend wird (8. 87 f. bezw. 73) die kunst-
geschichtliche Bedeutung sowohl der orientalisch-gallischen Handels-
beziehungen, als auch des Pachomianischen Monchtums und (8. 88 f.)
der syro-iigyptische Grrundcharakter des Monchtums in Gallien ge-
wurdigt.
So selir icli Mer liberall in den Pragen inelir Oder weniger prinzipieller i^Tatur
micli D. nur aufs riicklialtlosesfce anzusclilieJ&en vermag, wiirde ich docU in der Be-
xirfceilung niancher Einzelerscheinnngen ihm nicht folgen konnen. Aber es feblt bier
naturgemai^ der nutige Banm, nm in eine Eroi*terung von Spezialproblemen einzu-
treten. Immerhin mocbte ich nacbdriicklicb Yerwalirung dagegen einlegen, dali
(S. 18) die ikonograpliischen Typen der ^ Ava.ai:aaic, und der Koi|Ji 7 j( 7 i<; als eigentlicb
byzantinisclie Schopfungen erst des 10. Jbs. angesprocbeii werden. Der erstere ist
Literaturbericht.
171
sohon fiir die vorikonoklastisclie Kiinst Palastinas wemgsteiis literariscli bezeugt.
3?ur letzteren habe icb IV S. 390 der alten Serie dieser Zeitscbriffc und in einem
Essay iiber Marici Heimgang in der Kunst des Oste^is KVz. L, Kr 686 vom 15, August
1909 gleiclifalls Syrien-Palasfcina als Heimatsboden angesprochen. bTeuestens sind
beacbtenswerfce Griinde fiii’ die Annalime vielmebr ^yptiscber Provenienz der Par-
steUung geltend gemacbt worden. VgL BQs. XXVII S. 84, In jedem Palle besitzen
wir aber in demjenigen der XJnterscbicbt der Eresken im Beir es-Surjam ein dem
syro-agyptiscben Kunstkreis entstammendes Exemplar derselben, das entschieden
iiber das 10. Jh. binauffiibrt.
Dr. A. Baumstaek.
D) LITEEATURBEEICHT.
(Mit freundlicber Unterstiitzung der Herren Mecliifcbaristenpater P. Perbat in
Szamos-Ujvar [Uugam] und Pfarrverweser K. Kaiser in Sclierzingen.)
Bearbeitet vom Herausgeber.
A.=Asien. — AAV, —Acta Academiae Velebradensis. — AOK.— Arobiv fiir cbrist-
liolie Kunst. — AIBL, — Acad^mie des Inscriptions et Belles Lettres. Gompfces rendus. —
AJSL.=The Ameiican journal of Semitic languages. — AJT,=The American journal
of tbeology. — Ar,= Ararat. — As.==Askbtang. — AStg.=Arcbiv fiir Sfcenographie. —
AStSO. = ArcMvio Storico per la Sicilia Orientale. — Ath, = *AilTf]va. — BAItAG, =
Bulletin d'ancienne litterature et d’arcbeologie obretiennes. — BAP. = Bulletin de
PAcad^mie Imperiale des Sciences de St. Petersbourg. — Baz.»Bazmaweb. — BbZ.
— Bibliscbe Zeitsobrift, — BGHD.=:»Bulletin de Geograpbie bistorique et descriptive.
— BGSPb.=Tbe Bulletin of the Geographical Society of Pbiladelpbia. — BGs-w.=:
Blatter fiir das (bayeriscbe) Gymnasialscbulwesen. — BIE. == Bulletin de Plnstitut
Egyptien. — BKKs. — Amtlicbe Bericbte aus den Koniglicben Kunstsaminlungen, —
BKv. = Bibliofcbek der Kircbenvater. — BSAI. = Bolletino della Sooieta Africana
d’ltalia. — BSGI.==Bollettino della Societa Geografica Italiana. — BV.=^ Bogoslovskiy
Viestnik. — Bz. = BuCavT(<;. — BZ. = Byzantiniscbe Zeitscbrifb. — BZf. = Biblisclie
Zeitfragen. — CSOO. = Corpus Scriptomm Cbristianorum Orientalium. — PGB. —
Deutsche Geograpbiscbe Blatter. — Dk. — Didaskaleion. — DEG. — ^Deutsche Eund-
scbau fiir Geograpbie. — EA. ='’ExxXr]<7taaTtx^ ’AX7^^^eta. — EK. = ’ExxX7jcriacrTix6«;
KVjpuS. — EO. = l5cbos d’Orient. — EPb. =* ’ExxXiQCJiaoTixk $apo;. — EB.^^Tbe
Ecclesiastical Eeview. — Et. == Etudes publi^es par les PP. de la Oompagnie de J^sus.
— Exp. = The Expositor. — ExpT, = The Expository Times. — EE. — Eelix Eaveniia.
— GJ. == The Geographical Journal. — Gm. = Gottesminne. — GZ. — Geographiscbe
Zeitschrift. — H. Heliand. — HA. =:Handes Amsorya. — HJ. — The Hibbet Journab
— HI. =Hochland. HL. = Das Heilige Hand. — Hin. ~ Hermes. — HTJG. = Sevia.
Hommage internationale a f University nationale de Grece. — IKZ. — Internationale
kirchliche Zeitschrift. — lEAIK. = Iz'wjestija des Kaiserl, Eussischen Archaologischen
Instituts in Konstantinopel. — Isl. — Der Islam. — JA. = Journal Asiafcique. JAOS.
— Journal of the American oriental society. — JbDAI. = J ahrbuoh des Kaiserliohen
Deutschen Archaologischen Instituts. — JbSAo. = Jahrbuch des Schweizer Alpenolubs.
JBL. = Journal of biblical literature. — JHSt, —Journal of historical Studies. —
JIAK. = Journal international d’Arch6ologie Kumismatique. — JMGS. ==» The Journal
172
Literaturbericlit.
of the Manchester Geographical Society. — JMVak. — Journal des (riissisehen)
Ministeriums fur Volks aufklarung. — JKAS. «= Journal of the Eoyal Asiatic Society.
— JTSfc. ~ Journal of theological Studies, — K. — Der Katholik. — KGZ. — Konstantin
der Groiie und seine Zeit. Gesammelte Stuclien. Festgabe zum Konstantins- Jubilaum
1913 und zum goldenen Priesterjubilaum von Mgr. Br. A. de Waal. In Verbindung mit
Breunden des deubschen Oampo Santo in Eom lierausgegeben von 3?. J, Dolger. —
Khr6. =* Khristianskoe Otenie. — Kl. — Klio. — Kit. = Die Kultur. — LO. = Le Cor-
respondant. — Lg. ~ Aao^pacpta, — LQB, — The London Quarterly Beview. — M. ==
al-Maclirik, — Mai. = At Moucxai (auf Zakynthos ersclieinend). — MBO. = Melanges
de la Kaculte oiientale de Beyrouth. — MGGW. ~ Mitteilungen der Kaiserl. K(>nigl.
Geographischen Gesellschaft in Wien. — MP. = Fondation Eugene Prot. Monument.s
et Memoires usw. — MsGWJ. = Monatsschrift fiir Geschichte und Wissenschaft des
Judentums. — MSLP.«= Memoires de la Societe iinguistique de Paris. — MSNAF.=M6-
moires de la Societe nationale des antiquaires de France. — MYaG. = Mitteilungen der
Vorderasiatischen Gesellschaft. — KA. = Nuova Antologia. — KBAC. Kuovo bolle-
tiuo di archeologia cristiana. — ■ NGM. ~ The National Geographic Magazine. —
NHm. = Neo^ ^EXXr]Vop.vrj|X(ov. — NJb. = Neue Jahrbucher fiir das klassische Alter-
turn usw. — NKZ. = Neue kirchliclie Zeibschrift. — NS. ~ Nea 2ia)v. — NtC. = The
Nineteenth Century and after. ~ OA. = Orientalisohes Arohiv. — DC. = Oriens
Ohristianus. — OLz. = Orientalische Literaturzeitung. — P. = Le Pretre. — Pant. «=
ri(ivTaivo^. — PB.=» Pastor Bonus. — PEP. =« Palestine Exploration Fund. Quarterly
Statement. — Ph. = Philologus. — PM. = Petermaiins Mitteilungen. — PTB. == The
Princeton theological Beview. — PO. == Patrologia Orientalis. — BA, « Bevue arch6o-
logique. — BAL. = Bendiconti della Beale Academia dei Lincei. •— BE. = Bevue
33ib]ique Internationale. — BO. «=Bevista catolica (rumanisch). — BE. = Bevue 6gyp-
tologique. — BEJ. = Bevue des Etudes Juives. — BG. = Bassegna Gregoriana. —
BHD. = Bevue d’histoire diplomatique. — BHE. = Bevue d’histoire eccl6siastique. —
BhM. = Bheinisches Museum. — BHB. ===== Bevue de I’histoire des religions. — BIPB.
=« Bevue de rinstitution puhlique en Belgique. — BKw. == Bepertorium fiir Kunst-
wissensohaffe. — BLPhO.== Bevue de Iinguistique et de philologie compar^e. — BO.
= Boma e I’Oriente. — BOO. == Bevue de POrient 0hr6tien. < — BP A. = Bevue pratique
d’apolog^bique. — BQs. =E.omisohe Quartalschrift fiir christliche Alterbumskunde und
fiir Kirchengeschichte, — BSB. = Beoherches des sciences religieuses. — BT.= Bevue
TUumiste. — BTQB. =: Bevue de th^ologie et de questions religieuses, — BTPhEA, =
Becueil des travaux relatifs a la philologie et rarch6ologi6 egyptiennes et assyriennes.
— ShAWW. == Sitzungsberichte der Kaiserl. Akademie der Wissenchaften in Wien. —
SbPAW. = Sitzungsberichte der Kgl. PreuMschen Akademie der Wissenschaften in
Berlin. — SOPg.== Sohsoenija der Kaiserl. Orthodoxen PalastinageseHsohaft. ^ TAK.
== Trudy der Geistlichen Akademie von Kiew. — TG. = Theologie und Glauhe. —
TLh. = Theologisches Literaturblatt. — TLz. == Theologische Literaturzeitung. — -
TPMs. = Theologisoh praktische Monatsschrift. — TPQs. = Theologisch praktisclie
Quartalschrift. — TQs. == Theologische Quartalschrift. — TBs. = Theologische Bund-
schau. — TStK. = Theologische Studien und Kritiken. — TT. = Theologisch Tijd-
schrift. — WBG. = Wissensohaftliche Beilage zur Germania. — WSt. = Wiener Stu-
dien. — ' WVk. = Werke der Volkskunst. — WZKG.= Wiener Zeitschrift fiir die Kunde
des Morgenlands. ZA. = Zeitschrift fur Assyriologie. — ZAeSA. == Zeitschrift fiir
Aegyptisohe Spraohe und Alterbumskunde. — ZAtW. = Zeitschrift fiir die alttesta-
mentliche Wissenschaft. — ZOK. ==. Zeitschrift fiir christliche Kunst. — ZDAL. ==
Zeitschrift fiir deutsches Altertum und deutsohe Literatur. — ZDMG. = Zeitschrift
der Deutschen Morgenlandischen Gesellschaft. — ZGA. == Zeitschrift fiir Geschichte
der Architektur. — ZKg. = Zeitschrift fiir Kirchengeschichte. — ZKT. == Zeitschrift
Literaturb ericbt ,
173
fiir Icatliolisclie Tlieologie. — ZNtAV. =? Zeitsclirift fiir die neutestamentliche Wissen-
schaffc. — ZOeGr. = Zeitscbriffc fiir osteuropaisclie GrescTaiclite. — ZWT, = Zeifcsclirifb
fiir -wissenschaftliche Theologie.
Bomisclie ZaMen bezeichnen die Eande^ vor denselbea stebende arabiscbe die
Serien von Zeitschriften, bezw, das Erscbeinungsjabr einiger weniger Zeitscliriffcen,
von denen innerlialb eines Kalenderjahres naehrere Bande erscbeinen, Bei Buclieni
wird das Ersobeimmgsjabr nur vermerkt, wenn es von dem laufenden verscMeden ist.
— Der 00. stebt in einem Tauscbverbaltnis mit folgenden Zeitscbnffcen: BbZ., BZ.,
EO., EPb. (mit Einscblufi. des Pant.), M., OA., RB., RHE., ROO., RStO., ZOMO., ZDPV.,
ZNfW. Znsendnng von Separatabziigen in unser Interessengebiet einsoblagender Ver-
oifentlicbungeii aus anderen, namentlicb aus weniger verbreiteten nnd aus solcben
Zeitschriften, die nur ausnabmsweise jenes Gebiet berilbren, wiirde eine m(>glicbst
erscbopfende Bericbterstattung in bobem Grade fordern und wird desbalb an die
Adresse des Herausgebers in Acliern (Grbgt. Baden) im Bienste der Sacbe dringend
erbeten. Auf solcben wolle der Titel der betreffenden Zeitscbrift, sowie die Band-,
Jabres- und Seitenzabl jeweils giitigst vermerkt sein.
I. Sprachwissenscliaft. — Semitiscbe Spracben: Yon Broclcel-
maims Grimdri^ der vergleichenden Orammatik der semitischen Sprachen
siiid die vierte tind ftinfte Lieferung des der Syntax gewidmeten
II. Bandes (Berlin 1912. — S. 385 — 392) zu verzeiclinen. In an-
regenden Ausfiilirungen Zur Enistehimg des semitischen SpracMi/pits
suclit Bauer ZA, XXYIII 81 — 91 die scheinhar urspriinglichen Eigen-
tiimliclikeiten desselben als Produkt einer Torgeschiclitliclien Entwick-
lung zu erfassen. Zur Frage der Existent des O, im Ursemitischen
hat Rhzicka 'WZKM. XXVI 96 — 106 und Ziim tu der semitischen
Zahlwbrter aufs neue Bauer ZDMGr. LXYI 787 das Wort ergriffen.
Fiir Semitische Analogiebildungen hringt Brockelmann ebenda LXYII
107 — 112 ausgehend von den einschlligigen Beobaclitungen sclion ara-
bisclier G-rammatiker, nach Anfilhrung einer Auswahl anderer, Bei-
spiele besonders aus dem Gebiete der sudsemitischen gebrochenen
Plurale bei. Yon einer eingelienden Comparative Syntax of the Com-
hinations formed by the Noun and its Modifiers von Blake ist JAOS.
XXXII 201 — 267 der Schlufited erscliienen. Low hat ZDMG. LXYI
732 ff. sich Zu Brockelmann^ s Bemerkung uber syr. qurtlsd ZDMO.
66,33S geaufiert und aucli Nan JA. 2. XX 137 ff. eine Miszelle zur
syrischen Lexikographie liber Les mots et beigesteuert.
Yon A. Socms arab, Orammatik Paradigmen, Liter aticr, Ubungs-
stucke und Olossar erschien die von Brockelmann bearbeitete 7.
durchgesehene und verbesserte Auflage (Berlin. — XYI, 208, 134 8.),
neben der ein kleines Bizionario italiano-arabo con elementi di gram-
matica von Tucci (Mailand 1912. — 271 S.) und eine spanische
Oramatica de Arabe Literal von Oordeira (Beirut 1912. — I, XII,
215 8.) genannt seien. Bonzevalle behandelt M. XY 946—950
(3 {La forme en arabi). Yon Oheiklios
Arbeit iiber {Christianisme et Litte-
174
Literaturbericht.
rature avant VIslam) beginnt M. XVI 66 — 72. 225-- 231. 292 — 299 der
zweite Teil nacli Ausfubrungen iiber den christliclien Ui’sprung der ara-
'bischen Sclirift den christlichen Einscblag im Spracliscliatze der Yorisla-
misclien Dicliter zu verfolgen. Dirrs Praldisch-theoretisclies Lehrbuch
des Agyptischen-Vulgm'-Arahiscli erlebte eine Zweite umgearheitete Auf-
lage (Wien-Leipzig 1912.— VIII, 182 S.), der an Arbeiten liber modern-
arabiscbe Dialekte Notes sur le JDialecte arabe de Bagdad you Massig-
non (Kairo 1912, — 24 S.) und ein leider wissenscliaftlich absolut
AYortloses TurJdsch-Arahisch-Deutsclies Worterhuch des Jargons von
Konstantinopel yon Tewfik Alisan und Rademaclier (AVien-Leipzig
1911. — VIII, 184 S.) zur Seite treten. Ein Manuale tigray-italiano-
francese (Rom 1912. — XVI 429 S.) und ein Manuale amarico-italiano-
frayicese (Rom 1912. — XVI, 417 S.) liaben A. da Ronciglione
zum Urlieber. — Koptisch: Revillout legt RE. XIV 93 — 100 den
Anfang einer interessanten Arbeit liber La Orammaire copte etudiee
dans ses origines liieroglyphiques et demotigues Yor, neben dem die
5. vbllig umgestaltete Auflage Yon Ermans Agypt Orammatih mit
Schrifttafelf Literatur^ Lesestuchen und Worterverzeichnis (Berlin 1911.
— 324, 24 S.) nacbzutragen ist. Spiegelbergs Eoptische JMisMlen
sind in den RTPliEA. XXXIV 152 — 160 erscbienenen Xrn. XL VI —
LIII spraclnvissenscbaftliclien Inbalts. Oriechische Wbrter im Kop-
tisclien behandelt Rablfs SbPAW. 1912. 1036 — 1046 und auch die
Beitrage Ermans Zur llgyptischen Wortforschung. II und III ebenda
904 — 963 zieben natlirlicb yielfacli Koptiscbes mit beran. — Biblische
imd patristisclie Grazitiit; Xeben eine Programmscbrift Yon Auerbach
De nommllis vocibus peregrinis in Veteris Testamenti Alexandrina
versione obviis (Sambor 1911. — 28 S.) tritt eine ITntersucbung yon
Meister liber Das Qenus der Suhstantiva im Sprachgebrauch der
Septiiaginta WSt. XXIV 77 — 81. Die Note grammaticali sul Nuovo
Testamento von Boatti Dk. I 75—78 erweisen die Konstruktionen
slvai eU, sU und xal als Hebraismen. Von Oremers
Bibliscli-theolog. Worterhuch der neutestamentl Qrdzitdt ist die yon
Kogel bosorgte 10, vdllig durchgearbeitete und vielfach verdnderte Auf-
lage bis zur dritten Lieferiing (Gotha 1912. — S. 305 — 448 [Atxato^-
"Epd)]) gedieben. Ein Qriechiscli-deutsches Worterhuch mm Neuen Testa-
ment Mit Nachweisung der Abweichungen des neutestamentlichen Spracli-
gehrauches vom Attischen und mit Hinweis auf seine tfbereinstimmung
mit dem hellenistischen Oriechisch yon Ebeling (Hannoyer. — VIII,
428 8.) gibt scbon in seinem Titel den in knappem Rahmen yorziig-
licb durcbgeftllirten spracbgescbicbtlicben Standpunkt zn erkennen.
Die Bedeutung yon dYafloc und iiak6<; im NT. wird bei Banks The
Good and the Beautiful ExpT. XXIII 2717, diejenige yon Ye^op-ai'
bei Griffith Thomas Tasting ebenda XXIV 91 behandelt. Nach-
Literaturbericht,
175
dem Der Begriff diad'rj^r} im Neuen Testament zunaclist you Belim
(Erlangen 1912. — 107 S.) nntersuclit worden war, wurde ancli Yon
Lohmeyer Diatheke (Leipzig. — YII, 180 S.) Ein Beitrag mr Er-
Idarung des neutestamentliclien Begriffes erbracbt. Uher JiKaiocFvvr}
ieim Apostel Panins bandelt JBenz TQs. XCIV 590ff. A nexjo
word for the Greek Testament wurde ExpT. XXIII 332 durcli Nestle
[A 14. 7 an eouot^oai auvS dem cod. Vat. liergestellt, wozu dann Yon
Hudson-Williams unter gleiclaem Titel ebenda 379 f. Parallelen
aus der Profanliteratur beigebraclit wm’den. Zum Begriff Kyrios lei
Paidus liegt eine liclitYolle TJntersucliung Yon Bdlilig ZNtW. XIV
23 — 37 Yor. In Verfolgung der BedeutungsentwicHung you ttXtjpo-
cpopso) -wird durcli Lagrange BALAO. II 96 — 100 Le sens de Lxic
1, 1 d^apres les papyrus dahin bestimmt, dafi jenes Verbum bier „yo11-
enden‘‘ bedeute. Ein Bidex apologeticus sive clavis Justini martyris
operum aliorumque apologetaruni pristinorum von Goodspeed (Leipzig
1912. — VIII, 300 S.) fiilirt den 'Wortscbatz der griocbiscben Apolo-
geten unter Berilcksicbtigung der wicbtigstenHss.-Varianton Yollstandig
Yor. Terzaghi bat Dk. I 319 — 360 seine Arbeit tiber Le dausole
ritmiche negli opuscoli di Sinesio zum Al>scb]ufi gebracbt. SulV 07igine
del concetto di dnaxT] in un passo di S* Giovanni Crisostonio liandelt
ebenda 437--454 Colombo. — Mittel- und Keugriecliiscli: gebr inter-
essante Spracli- und stilgeschichtliche Parallelen, zwischen Qriecliisch
und Latemiscli ziebt Immisch NJb. XXIX 27—49 auf dem Gebiete
der Entwicklung der Vulgarsprache, eine Arbeit, durcli Y’^elche Pfister
angeregt wurde, sicb E-liM. LXVII 195 — 208 gleicbfalls ilber Vulgtir-
latein wxd Vidgdrgriechisch zu Yorbreiten. Xpovtxou xou Mop£CD(; Xe^et?;
werden Atli. XXIV 363 — 371 durcb Dragumes erortert. Von zwei
Avaxoivu>a£i<; x(p oovsopitp mv dvaxoXtoxwv Yon Mputuras (Atlien
1912. — 12 S.) bandelt die erste in zusammenfassender Larstellung
seiner einsclilagigen Gcdanken Oepl veosXXvj'vix^i; -ypaixpatix'^^ xal ota-
XBxxoXoyta^;, walirend die zweite eine Spezialuntersucliung Hepl xou
xoixaxtap,o3 Iv xij] ^XXtqvlx:^ YXtoaaio bringt. Eine XptxTj xal xeXeuxaia
von Hatzidakes Atb. XXIV 308 — 335 betrifft den Lautwandel von
00 in u Ausflilirungen von ibm Ilepl xou EXXyjvixou XeScxou ebenda
373 — 384 fiiliren auf das Gebiet lexikologiscber Studien biniiber, auf
dem Notizen von Lampros liber Mivo&lxcS;, Mivu&oypacpta XHm.
IX 299 f. und tiber «= ^sjytov (d. b. Nimbus) ebenda 312 zu
registrieren sind. Ta vsosXXvjvtxa xopia Svopaxa totoptxd)? xal YXcoaoixtoc
£ppL7]V£o6|xeva fiibrt Mputuras (Atben 1912. — 218 S.) vor. Dem
Dialekt zweier Oi'te auf Euboia sind die rXwaotxal iTTLaxe^sic dva~
(pspopievai sU xo iStcojAta ASXcovaptoo xal Kovioxpmv von Pbabes (Atben
1911. — 94 S.), einer Ansdriicksweise des Kretiscben ist die Miszelle
von Hatzidakes tiber Atb. XXIV 335 — 338 gewidmet.
176
Literaturbericht.
Endlicli bietet seine ^Ex&eotc 6iaY(j>vto[xo3 t% h ’AdTjvatc rX(Dooix%
'Exaipetac ebenda 289 — 302 einen kritiscben Bericlit tiber sieben bei
dieser Preiskonkurrenz eingegangene Arbeiten zur neugriecbiscben
Spracbwissenscbaft. — Armeniscli:
ifj^gnunLlrp (Das PrUfix und einige damit gebildete Worter)
im Armeniscben werden HA. XXVI 656 f. dui'ch A§ot Ergatli be-
sprocben. Vardanian bandelt ebenda XXVII 129 — 136 xiber
^^unpuif£u^ tjtnliimiLnLP'ltLiilb/ji^ Itl. p.iitnLw^,g^nL[3~ljLii (^SyTisclw L6llYlw67^tBT
und die Wortforsclmng) im Armeniscben nnd 158ff. ilber (== wd^^mjb)
liiuii.^i^uwuj^iJL {Das Wort amen {=^ amenajn) imXlassisch-
Ar 7 nenischen)^ Die Sprachprdbe eines armenisch-tatarischen Dialektes
m Polen wird diircb v. Kraeiitz-Grreifenborst WZKM. XXVI
307 — 324 verofifentlicbt nnd eingebend besprocben. — Slaviscke Spracben:
Vondraks AMIdrclienslavische Gra^nmatik bat eine 2. Auflage (Berlin
1912. — XVIII, 656 S.) erlebt, Jagics EntstehungsgescMchte der
kirchefislavischen 8;prache gleicbfalls eine Neue herichtigte und erweiterte’
Ausgahe (Berlin. — XII, 540 S.), ein Slovenisches Spracli- und t/bmigs-
huchi 7iebst Ohrestomathie und Wbrterve^^^eichnis von Sket nnd Pod-
boj eine 7, Auflage (Klagenfurtb 1912. — 320 S.) erfabren La desi-
nence 4u du vieux-slave wu‘d MSLP. XVIII 232 — 241 dnrcb Meillet,
D extension du pluriel masculin en-A', -JI en russe inoderne ebenda
201 — 218 dnrcb Beanlienx bebandelt. — Georgiscb: Die mdo-germa-
7iisclien Lehnworter im Oeo^'gisclmi bat Kluge BLPbO. XLVI 24 — 35
znsaininenznstellen begonnen. La declinaison des sulstantifs dans les
langues caucasiques du sud wird dnrcb Reby MSLP. XVIII 219—231
in ibrer eigenttimlicben einer immer reicheren Entfaltnng znstrebenden
Entwicklnng am Georgiscben, Lazisclien, Mingreliscben nnd Svaiiiscben
verfolgt. — Albanesiscix: Eine Alhanesische Orammatik im sudgepischen
Dialekt {Duraz^Oj Elhassan, Tirana) (Leipzig. — XIV, 189 S. 2 Taf.)
wnrde uns vonWeigand gescbenkt. — Xibisch: Xacb bocbinteressanten
Beobacbtungen von Scbncbardt (Paris 1912. — 18 S.) waren NuUsch
und Baskisch mit einander verwandt.
n. Orts- und Volkerkunde, KulturgescMchte, Folklore. — Karto-
graphie: Eine nene Karte von Klemasmi in 6 Blattern (1 : 1.260.000)
(Leipzig 1912) wird Schwab e verdankt. Von einer 2. Auflage von
Kieperts Karte von Kleinasien in 24BMtern (1:400.000) liegen die
Blotter Konstantinopel, Afiun Kara liisar^ Aivalyk nnd Sivas (Berlin 1912)
vor. Bis zn der zwei Blatter umfassenden Lieferung II ist die Topo-
grapMsche Karte des westlichen Kleinasiens (1:300.000) von P bilip p-
son (Gotba 1912) gedieben. Von Fiscber-(Jntbe Karte von Paldstina
(1 : 700.000) wurde eine Neue Ausgale unter Mitwirkung von Dalmann
(Leipzig 1912) bearbeitet. In einer 6. Auflage liegt die 4 Blatter
umfassende Karte von Palaestina zur Zeit Jesu Christi fur den Schul-
Literaturbericht.
177
gehraiich hearheitet (1 : 250.000) you Algermissen (Leipzig 1912)
vor. — RoisebesdireibungeB, Geograpliiscbe Scbilderungen. Reicb illustrierte
Glimpses of the Russian Empire yeroffentlicbt Wisner Obapin NGrM.
XIII 1043 — 1078. East of the Adriatic betiteln sicli ebenda 1169
bis 1187 von Me. Kenzie gebotene Notes on Dalmatia^ Montenegro^
Bosnia and Herzegovina. Wesentlicb den gleicben G-egenstand be-
handelt JBertolini Muselmanen unci Slaven: Ealmatien, Kroatien^
Bosnien und Herzegowina, ubersetzt aus dem Italienischen von Kum-
bauer, S. Aiiflage (Leipzig 1912. — 314 S. 32 Taf. 2 Karten). Atix
pays halkaniqites {Montenegro, 8erl)ie, Bulgaria fillirt den Leser ferner
ein Bucb von Muzet (Paris 1912. — 236 S. 20 Taf,). De la Mace-
doine d VAclriatique geleiten die Notes de voyage von Jaray LO.
LXXXV 151—172, Von derProsna ziim Bosporus die Eeisescbildernngen
V. Garniers (Kattowitz 1912. — VII, 211 S.). Speziell Eine Reise
nach dem westliohen Bosnien scbildert Tonla MGGW. LVI 15 — 38.
Nordalbanien und Das Vilajet Kosovo seben siob DEG. XXXV 1 — 10
bezw. 159 — 167 je eine Militdrgeographische 8tudie von Kncbinka
gewidmet, der auBerdem PM. LVIII 242 f. Die Eisenhahnen und
Befestigungen SerUens bespriebt. CharaMerbilder aus Korfu zeiebnet
Mielert DEG. XXXV 198 — 207. Der Soyine entgegen! betitelt
Cameniscb seine Streifzilge durch die Tilrhei und Griechenland
(Zurich 1912. — 160 8. 15 Taf.). Hyde scbildert BGSPb. X 145
bis 166. 199 — 223 Thessaly and the Vale of Tempe, -wabrend Jaja
BSGI. 5. I 1081 — 1114 seine Monograpbie liber LHsola cli Rodi zum
AbsebluB gebraebt bat. Eine erscb()pfende Gesaintdarstellung alles
'Wissens^Yerten liber die Insel bietet The handbook of Cyprus^ seventh
issue 1913, revised and edited by Lnkacb- Jar dine (London — 307 S.
12 Taf. 5 Karten). Von Grotbe Mehie Vorderasienexpedition 1906
und 1907 ist Band II (Leij^zig 1912. — 16 Taf. XIV, 318 8.) er-
sebienen. The land that is desolate betitelt sicb An account of a tour
in Palestine von Treves (London 1912. — 296 8.). Der Eisenbabn-
weg Von Jaffa nach Jerusalem wird DEG. XXXV 109 f, dnreb
Wetzlar, eine Eeise Von Jerusalem durch das Ostjordanland nach
Damaskus ebenda 145 — 154 durcb EndriB, eine solcbe Erom Je-
rusedem to Aleppo XGM. XXIV 71 — 113 dm'cb ‘Whiting gescbildert.
Die von Beisan bis zum Toten Meere filbrenden neuesten Kapitel von
Abels Exploration de la vallee du Jourdain EB. 2. X 218 — 243 sind
u. A. Avegen der Ansfilbrungen liber die traditionolle Lokalisierung
der Taufe Obristi besonders bemerkonsAvert. Im 1910 von ibm
unternommene Wanderungeyi im petrdischen Arabien besebreibt Eipp-
niann Jb8Ac. XL VII 119 — 140. Eine Eortsetzung von Jennings-
Bramley The Bedouin of the Sinaitic Peninsula PEE. 1912. 62 — 68
fiibrt von „Xekbl to Telley and al-Galla.“ Etir die Eoute Over the
Oeiens Christianus. Nene Serie III.
12
178
Literaturbericht.
Desert to Convent St. Catharine bietet Senfelder ER* Juli 1912,
19—42 Practical Hints to Sinaitic Tourists. Auf den Spuren der
Bagdadlahn geleitet Banse (Weimar. — 155 S.) nacli Osten; in nm-
gekebrter Ricbtung fuhren Durch verlorene Lande. Von Bagdad nacli
Damaskus die reich illustrierteu, fesselnd und in einer poetiscli scbonen
Spracbe gescbriebenen Scliilderungen einer Heimreise Yon Langen-
egger (Berlin 1911. — VI, 409 S.). Die jiingsten Portsetznngen Yon
Cbeikbo o*"® {De Beyrouth aux Indes d la recherche
des Manuscrits) M. XV 780—787. 849—859. 939-946, XVI 57—66.
142 — 151. 178—188. 256 — 267 sind Nordmesopotamien mit dem Tiir
'Apdin nnd Eabban Horinizd, Mossul, Bagdad, dem Landweg von bier
bis an den Persiscben Golf nnd der Uberfalirt nacb Bombey ge»
widmet. A Journey in Northern Persia wird JMGS. XXVII 21 — 28
Yon Elinn, A Journey in South-Western ATyssinia GJ. XL 372 — 391
mit Beigabe einer Yorzligliclien Karte und eines Anliangs meteoro-
logiscber Notizen you Montandon gescbildert. Die Wabrnebmnngen
eines Anfentbaltes von Cinque mesi in Eritrea macbt Laccetti BSAI.
XXXI 116 — 134, die Itisultati scientifici di un viaggio nella Oolonia
Eritrea macben Da nielli und Marinelli (Elorenz 1912. — XXIII,
601 S.) bekannt. — • Physikalisclxe Geographie, Flora und Fauna, Wirtscliafts-
leben: W. Krebs bebandelt DEG. XXXV 67 fl 193—198 Das Jonische
Meer als eines der ivichtigsten Felder ozeanographischer Forschiing. Tiber
die Yon einer Yrissenscbaftlicben Mission ^Yahrend der italieniscben
Okkupation durcbgefiibrten Bicerche geologiche e geografico-fisiche mile
Sporadi meridionali erstattet Martelli BSGI. 5. 1 1297—1324 Bericbt.
Le Qebel Boussas et ses environs werden BIE. 6. VI 100 — 113 you
Eourtau vom geologiscben Standpunkt aus untersucbt. In dem Yon
Steinmann-Wilckens berausgegebenen Handlmch der regionalen Oeo-
logic erscbien als Heft 10 Oswald Aroneitien^ uhersetzt von Wilckens
(Heidelberg 1912. — 40 S., 1 Taf. 3 Karten). Der physikaliscben Geo-
grapbie Mesopotamiens kommt eine Xotiz you Lyons tiber Sir William
Willcocks^s Survey in Mesopotamia GJ. XL 501 ff. zugute. Meteorological
observations taken at Tiberias 1910 bat Bisbt PEE. 1912. 86—100, Dead
Sea Observations Masterman ebenda 213, eine Nouvelle contribution d
V^tude de la maladie de le mouche en fjgypte babenPiot Bey und Masson
BIE. 5, VI 94 — 99 veroffentlicbt. The Jerusalem catalogue of Palestine
Plants konnte bereits in einer dritten Auflage, Jerusalem 1912. — 45 S.)
Yon Dinsmore und seinen Mitarbeitern am Botanic Departement der
ameilkaniscben Kolonie in der Heiligen Stadt berausgogeben werden.
Der Sandschak Novibazar und seine volkswirtschaftlichen Verhdltnisse
werden GZ. XIX 39—42 Yon Kellner besprochen. La pesca e
Vindustria dalle spugne nelle Sporadi meridionali bebandelt Martelli
BSGI. 6 . II 24 — 40. — Palastina und die heiligen Statteii: tiber die Sinai^
Literaturbericlit,
179
Reise des Fr. Felix von Ulm anno 1483 l)ericlitet Engelhardt NKZ.
XXIII 655 — 668 auf Grand der interessanten deutsclien lleise-
besclireibung des spatmittelalterlichen Pilgers. In der Sammlung
Meyer’s Reisebiklier ist der Band uber Falaestina und Syrien in
5. Anflage (Leipzig, — XII, 307 S., 10 Karten, 7 Tat), von Bae-
decker’s entsprecliendem, jetzt unter der Eedaktion von Benzinger
stekenden Buclie die 4^ edition frangaise (Palestine et Syrie, Paris-
Leipzig 1912. — 0, 458 S. mit 21 Karten, 56 Planen und einem
Panorama von Jerusalem) und gleiclifalls die ftinfte Auflage der eng-
lisclien Ausgabe (Palestine and Syria. Leipzig 1912. — Oi^, 462 S.
mit gleiclien Beigaben) erscbienen. Unter dem Obertitel Nei luoghi
santi wurde von Baldi eine Qidda storico-descrittiva della Palestina,
con prefaMone di Manni (Florenz 1912. — LIII, 430 S.) heraus-
gegeben, Auf lango binaus das Standard-Work flir die Ortskunde
Jerusalems wird die monumentale Arbeit von Abel und Vincent
Jerusalem. RechercJies de tojpoyrapMe, d' arclieologie et (Hhistoire be-
deuten, von welcher Fasc. 1 des von Vincent ausgearbeiteten I. Bandes
Jerusalem antique (Paris 1912. — 196 S., mit 19 Taf. und 1 Plan)
bereits erscbienen ist. Zur Lage Golgothas und des hi. Orahes anfiert
sicb Ad. Dunkel H. Ill 170 — 175 im Sinne einer Verteidigung der
Autbentizitat der traditionelleu Statteii. A novel theory of the Roly
Sepulchre^ nacb der es sicb bei den Konstantiniscben Bauten urspriing-
licb bewubtermafien nur um eine Erinnerungsanlage an beliebiger
Stelle gebandelt batte, wird auch von Lee Pitcairn PEP. 1212.
211 f. treffend ziirllckgewiesen, wabrend ebenda 196 — 202 von Orawley-
Boevey The Damascus Oate^ or Bab el-Amitd in einem der neuen
Lokalisierung des bistoriscben Golgotba gilnstigen Sinne bebandelt
worden war. Une fouille d V angle N.-O. de Jhmsalem, ilber die Vin-
cent EB. 2. X 101 ff. bericbtet und die nicbts Obristlicbes zutage
fordorte, scbeint nicht olme Belang fib.' das bier entscbeidende Problem
des Verlaufs der Xordmauern des Horodianiscben Jerusalem zu sein,
Ein Buell von Mommert tiber St. fjtienne et ses sanctuaires (Leipzig
1912. — VI, 308 S.) bekampft die Ansprilcbe der Dominikaner, die
Statte der frlibcbristlicben Gruftbasilika des Erzmartyrers zu besitzen,
in einem Tone, der leider mit Anstand und eebter Wissenscliaftlicb-
koit nicbts mebr gemein bat. Dem traurigen Macbwerk gegenilber
bat Heidet HL. LVI 168—173. LVII 1—12 mit aller Sorgfalt
Eine Revision der Frage hezilglicli des Sankhcariums der Steinigimg
des hi. Stephanus angetreten, deren besonnene Art einer Veiteidigung
der Dominikaniseben Position boebst sympatbiscb berilbrt. Em Besuch
im russischen Pilgerhospiz der Heiligen Stadt wird ebenda LVII 48 — 61
von Sebmitz abgestattet, wiibrend 27 — 33 Die Quelle Rogel sicb Eine
topographische Dntersuchung von Hausler gewidmet siebt. La grotte
180
Literaturbericht.
de la Nativity sicr un taUean de 1519 im erzbisclioflidien. Museum zu
Utreclit wird RR. 2 X 259 ff. durcli van Koeverden vorgefiilirt.
The toj^ograj^hy of EacheVs Tomb "beliandelt Macalister PER. 1912-
74—82. The Identfication of Ain Bimmon with Ain Urtds (Artds)
wird ebenda 209 ff. von‘ Baldensperger vertreten. Eine Eabrt liber
den See Genesareth und zu den Ruinen der Synagoge von Tell Hum
scbildert Ad. Dunkel HL. LVII 34—47 auf Grund eigener Reise-
erinnerungen aus dem J. 1908 und unter fortgesetztem Hinblick auf
das im J. 1590 erscbienene „Tlieatruin Terrae Sanctae“ des Ohr.
Andricbomius. Neho, Phasgaf Phogor und Bamoth-Baal betriift K.
1912. II 238—252, 324 — 336. 393—404 eine eingeliende Arbeit zur
ATlicben Topograpliie von Kalt, die zum ScHufi neben der jlidiscben
aucb die cbristlicbe Tradition beranziebt, um festzustellen, ob ibre An-
gaben der vorgescblagenen Lokalisierung entsprecben. Bndlicb ist nocb
ein Beitrag Zur historischen Geographie Paldstinas von Sarsowsky
MsG'WJ. 1912. 597 — 601 zu verzeicbnen. — Historische Topograpliie aufier-
halb PalMnas: Baynes Topographica Constantinopolitana JHSt. XXXI
266 ff. weist auf den topograpbiscben Quellenwert der von Papadopulos-
Keramens berausgegebenen Artemios-Wunder bin. Aus dem Nacb-
lasse Pregers wird als Hummer IV seiner Studien 0 iir Topographie
Konstantinopels BE. XXI 461—471 Ein anonymes Verzeichnis der
Tore und Insckrifien an den Mauern Konstantinopels im 16. Jahr-
hundert im Cod. Vindoh. hist gr. 94 ediert und besprocben. Notes de
Oiographie Pontique von de Jerpbanion MPO. V 135* — 144* ban-
deln unter Sammlung der auf beide Orte bezliglicben literariscben
Hotizen liber die Lage von Kaivov und IlTjBax&ovj. To Bvojxa
TOO x«>P^Q^ fieptoTlpT] betrifft eine Hotiz von Lampros NHm. IX 304.
Tiber Sudarmenien und die Tigrisquellen nacli griecliischen und arabi-
schen Qeographen bandelt Marquart HA. XXVII 79 — 100 (mit ar-
meniscber Ubersetzung von Haposian).
Yilajeis Van, Bitlis nnd Erzerum) betrifft^ (ji-unt,-
bi, mhinhuiulimb tj^pot-P^biuit (^Ein Yersucli zur XJntersuclmng der topo-
graphischen, statistischen^ rechtlichen und bkonomischen Lage des Landes)
von A-Do- (Eriwan 1912. — 406 S.). — EtlmograpMe: Zur YbTker-
kunde von Osteuropa ist zunacbst einProgramm von Winkler (Breslan
1912. 33 S.) zu verzeicbnen. Lurch Albanien und Montenegro ftibren
zeitgemdfe Betrachtungen zur Yolkerkimde, Politik und Wirtscliaftswelt
der Balkanhalbinsel von Grotbe (Mlincben. — 224 S,). Uber Albania
ed Alhanesi bandelt ferner anlafilicb der augenblickliclien Krisis Oora
HA. XLVIII 330 — 334. Heben entspreclienden Ausfiilirungen von
Damon liber The Albanians NGrM. XXIII 1090-1103 steben ebenda
1105—1118 solcbe von Bourcbier^ die The Bise of Bulgaria mii sebr
Literaturbericlit,
181
warmer JBegeisterung wiir digen, nnd 1118 — 1132 solclie fiber The Races
and Religions of Macedonia. 1 Romeni di Albania bilden den Gregeii-
stand eines Bucbes von Burileann con ;prefadone del prof Baldncci
(Bukarest 1912. — XXIY, 396 S.). Au hord du lac de TiMriade ver-
folgt Biever KB. 2. X 54 — 76 das Leben der religios nnd national bunt
gemiscbten^ Bevolkerung mit einem starken Einscblag gescbicbtlicber
Xotizen. Uber Kurds and Christians bandeln Hoazell nnd Mar-
golioutb (London. — 252 S.). Zakoum scMldert EO. XV 427 — 441
Les Chretiens de Syrie dans VAmerigue du Nord in iliren sozialen nnd
moraliscben Yerlialtnissen, was leider kein sehr erfrenliclies Bild er-
gibt. — Ivulturgeschiolite; Als Kosmologische Kuriosa der altchristlichen
Gelehrtenwelt wtii'digt Beckers Kl XIII 105 — 118 in einem dock
vielleiclit otwas einseitig geringscbatzigen Ton die uns in der patris-
tiscben Literatur entgegentretenden Yorstelliingen fiber Dinge der
Natur nnd des Weltgebaudes. Ein Programm von Scbemmel (Berlin
1912. — 24 S.) beliandelt nicbt nur Die HochscJmle von Konstantinopel
vom V. bis IX. Jahrhundert, sondern stellt fiir das 6. nnd 7. Jalirb.
Xacbriclxten ancli fiber gelebrten Unterricbt in Atben, Alexandria,
Edessa, Berytos, (3-aza nnd anderen Stadten zusammen. Hirzel
Plutarch (Leipzig 1912. — 211 S. == Ornsins-Immiscb-Zielinski
Das Erba der Alien. IV) bespriclit anch das Yerlialtnis der altcbrist-
licben Welt nnd der Byzantiner zu diesem Scbriftsteller. Afjtotpal
oiSaojcaXwv xal p7]t6pcov SttI ToupjcoxpattQf werden vonLampros XHm.
IX 195 — 198 nacli lislichem Material beliandelt. Bei Marr KasKasn
H naMaxHiiKii ^yxoBHOH nyjiBTypH {Der Kaultasus und seine Denh-
mdler geistlicher Kultur) BAP. 1912. 69 — 82 erbalten wir ein glanzend
entworfenes Gesamtbild der cbristliclien Knltnr Georgiens nnd Ar-
meniens mit besonderer Berficksiclitigung ihres Znsammenliangs mit
Byzanz, Staat und Oesellschaft im mittelalterlichen Serbian bat Jirecek
den Tail 1 von Studien mr Kulturgeschichte des 13. — lo. Jahrhunderts
(Wien 1912. — YI, 84 S.) gewidmet. Baldensperger setzte PEP.
1912. 57 — 62 seine Beobacbtnngen fiber The immovable East fort
Yon Xopesa werden Eaus und Hausrat im hatholischen Nordalbanien
(Sarjevo. — 92 S. = Xwr Kunde der Balkanhalhinsel L16f von Border
Daily life in, Palestine: sites, scenes and doings in the Holy Land
(London. — 148 S.) gescbildert. Unter dein Titel Turcs et Armeniens
teilt P. A. Et. OXXXIII 531 — 538 Deux Ristoires de brigands aus
Zeitun und einem Dorfe am Nordende des Libanons mit, die als
kultnrgesobicbtlicbe Doknmente wertvoll sind. Das alte Wort ,, Grass
Never Grows Where the Turkish Hoof Has Trod'' bat Pears XGM.
.XXIII 1132—1147 als tjberscbrift einer Darlegnng der vom cbrist-
licben Orient so scbmerzlicb erfabrenen Wahrbeit gewahlt, dafi eine
wabre knltnrelle Erbebnng unter ttirkiscber Herrscbaft ein Ding der
182
Literaturbericlit.
TJumogliclikeit ist. — folklore: La Baslmnia ou le mmvais ceil chez
les Orecs moderneSj besonders die dagegen bier angewandten. yolks-
tllmlicbeii Beschworungsformeln bebandelt Arnaud EO. XV. 385 — 394.
510 — 524. P elites verbreitet sicb Lg. Ill 345 — 367 liber Ilopoiiavxsia
xal ejXTiupoaicoitta izapa xad’ Xao). Lie Moshettter Samnlung
mittelgriecMscher Sprichworter anlangend bat Grleye Pb. LXXI 527
bis 562 an die Ausgabe Krnmbacbers dankenswerte Beitrage znr Text-
kritik niid ErkliLrung angekntipft. Ilapoiixtai xal Trapotpiitoostc eppaostt;
ooXX^Yetoai sx 2sppa)v x^c MaxsBovtac mirden von Sebinas Lg. Ill
180 — 227 yeroffentlicbt. Eine weitere SoppoXT] sU xac sXXrjvixac Trapot-
[jLiai; Atb. XXIV 303—307 rtlbrt yon Hatzidakes ber. Von Kasu-
moyic werden (Zagrab 1912. — 161, 196 S.) Hrvatshe i Srpshe narodne
poslovice spran GrdMli i RimsJdh poslovica i Jcrilatica (Die kroatiseben
und serbisclien yolkstiimlicben Spricbworter im Vergleicbe mit den
grieebiseben und romiseben Spricbwortern und gefliigelten Worten)
untersuebt. Durcb G-ollancz erbaltcn wir The look of protection:
being a collection of charms now edited for the first time from Syriac
Mss. with translation^ introduction and notes (London 1912. — 198 S.)
Ceremonies et C7^oyancesAhyssins filbrt Ooben EHR. LX VI 183—200 vor.
HI. Gescliiclite. — Quellenkunde: Uber Eoustantins Kreuzesvision
bat Aufbauser Ausgewdhlte Texte (Bonn 1912. — 26 S. -Lietz-
manns Kleme Texte No. 108) bequem zusammengestellt. Die Las
Toleranzreskript von Mailand 813 betreffenden Eragen bat Wittig
KGZ. 40 — 65 sorgfaltig nacbgeprtift, wobei er zu dem Ergebnis gelangt,
daS bei Eusebios die TJbersetzung des in Eorm eines Eeskripts er-
gangenen Mailiinder Originalerlasses, bei Lactantius eine fclr die neu-
eroberten Lander des Maximinus angefertigto teilweise "Wiederbolung
yorliege. Ein Sebrifteben yon Hob man n Zur Ohronologie der Lapyrus-
urkunden (Berlin 1911. — 82 S.) wird besonders durcb einen statistisebeu
IJberblick liber die yersebiedenen vorkommenden Datierungsweisen
sebiitzenswert. Von Maspero Papyrus grecs de Vepoque lyzantine (des
Kairiner Museums) Tome I ist dem 1910 erschienenen ersteu der
zweite Paszikel (Kairo— Leipzig 1912. — S. 195—283; 10 Taf.) gefolgt.
Seine ebenda II 269 — 283. 372 — 384 begonnenen Translations of the
Greek Aphrodito Papyri in the British Museum bat Bell Isl. Ill
132-— 140. 369—373 fortgesetzt. Bei Egger-Ivornemann-P.M. Meyer
Griechische Papyri im Museum des Oberhessischen Geschichtsvereins zu
Grief en Band I. Heft 3 (Leipzig — Berlin 1912. — 168 S. 3 Taf.) findet
sicb als Nr. 103 der Brief eines Obristen, der einen urkundlicben Beleg
ftii^ das Vorhandensein cbristlicber Gemeinden in der Grofien Oase im
4. Jb. erbringt. Von zwei Griech. Proz^fverhandlungen etioa des A JahrJu
n. GAr., die Mitteis in einer Uniyersitiitssebrift (Leipzig 1912. —
26 S.) yeroffentlicbt und kommentiert bat, interessiert die aus dem
Literaturbericht,
183
Berliner Pap. 2745 stammende erste ISTnmmer dnrcli die den griecliiscben
Protokolltext imterbrecbenden lateiniscben Formelelemente. Unter
dom Titel Ils>.oTiovvif]acaxa liat Lampros eine auf
zwei Btode berechnete nmfassende Publikation von Quellen besonders
znr Grescliiclite des peloponnesiscben Despotenstaates begonnen, deren
erste Hefte (jedes zn 64 S. — Atben — Leipzig 1912) vorliegen. Le
typicon de Nil Nam, Has pour le monastere de femmes de Baconia en
Crete (1400 ediert) veroffentlicbt Petrides IRAIK. XV 108-^117 aus
Paris gr. 1295 mit kurzer Einleitung nnd einem Anbang von Varianten
zu Briefen des Joliannes Apokaukas ans einer Jernsalemer Hs. Die
Publikation seiner Neat Tz^q'^iaX xoiv deopoiv too ‘Aytoo ’'Opooi; bat
Petrakos EPb, X 193—209. 405—419. XI 51—65. 129—147 weiter-
gefubrt. Ebenda werden X 498 — 602. XI 94 ff. 188 ’Ex zoo ’Ap;^etoa
ev TspysotTQ EXX7]vtx9j(; Koivottjtq; Briefe griecbiscber Ku’chenfiksten
des 18. Jbs. publiziert, wabrend Metropolit Sopbronios <Eustra-
tiades> X 234 — 245. 289 — 308. 369 — 387, 449 — 482 seine Monograpbie
tiber die Gescbicbte der Wiener ortbodoxen griecliiscben Kii'cbe und
G-emeinde durcb eine Veroffentlicbung von arcbivaliscbem Material
’Ex zoo ’Ap;)^£ioD Iv BtevvTQ 'EXXrjvix^? Kolvoxtqio? zmv SScojxavtoV
6Tnrjx6(i)V ergitnzt, XI 6 — 34 eine FappiliX SePrjpou latopixYj iTciaxoXY],
deren Verfasser (f 1616), nominell Metropolit von Pbiladelpbia, als
Seelsorger der ortbodoxen Gemeinde in Yenedig lebte, von Siderides
mitgeteUt und ausfubrlicb bistoriscb kommentiert wird und X 227 — 233
Kallimacbos Too ’Edvopapiapo? rprp/opLou too E' avex^oxa izpoq xoi>;
riaxp-iou? xal xov ’AXe^avopsta*; ©sotpiXov aus dem Arcbiv von Patmos
berausgibt. Zwei ’EiriaxoXal Tvpbq xov Ilaxpiapj^Tjv 'lepspiav B'. xov Tpavov
des Maxiinos Margunios vom J. 1590 werden durcb Gedeon EA.
XXXII 194 — 197, seclis in einer Jernsalemer Hs. erbaltene KoTiptoiv
’EmoxoXat aus den JJ. 1803 — 1807 durcb Ob. Papadopulos EK. II
433 — 440. 468 — 476, ein Ilaxpiapxvxov KopcXXoo P'. zoo sx
Bsppota<; Tcpo<; NixoBYjjiov B''. Msxa£av ’Apj^teiriaxoTrov KscpaXXYjvtac xal
Zaxov&oo vom J. 1635 wird durcb Tsitseles Mai. Xo. 461, ein 2ovo-
otxov ypdii}xa xou iraxpLOtp^^oo Ktovaxavxtvoux:6Xsa><; KaXXivtxou vom J. 1698
durcb Lampros NHm. IX 178 — 181 ans Licbt gezogen. Der letztere
bat ebenda 271 — 279 ein erstes Yerzeicbnis von EXXirjvixa loxoptjpiaxa
ev ^BLpojpdcpoiq zoo Iv Bevsxta naxptapj(ixou ‘^lepoaTiooSaoxTjpioo zusammen-
gestellt. A propos dhtn bullaire Maronite legt Karalevsky EO. XY
402 — 473 zu dem von Anaissi bearbeiteten ein scbwerwiegendes Material
von Yerbessei-ungen vor, das dessen metbodiscbo Scbwacben recbt grell
beleucbtet. Uber La Missions di Monad Basiliani dNtalia in Albania
bat ein IJngenannter RO. Y 97 — 117. 159 — 166 mit breiter und ge-
baltvoller Einleitung eine Publikation von Beladoni e letters begonnen.
XJbex' {{[iiblilj’y (Nas Osmst^sl ixi Kilikieti)^ durcb
184
Literaturbericlit.
das in. neuerer Zeit die Ttirkei den cliristliclien Armeniern gegeniiber
bewiesen bat, wie unwtirdig sie der ihr immer nocb in gewissen Kreisen
entgegengebracbton Sympatbien ist, ■wni’den yon Tberzian
‘hl^iupiutjL^tnL.p^jii^frii ^ ijwL.lrpuip’nL.f^^irp ^ u^w^utolbiu^nih mlrqk/£iu^ljpliirp Itl.
P'q^tu^^nLP’liLliltlfp ^ tU}^atlj^tuq.pnL.ldVblrp Itl. Ipupht^np upumfj^li^hpnij^
(ScMldenmgen eines Aiigen^eugen^ Dohumente, amtliche Bej^ichte und
Korrespondenmi, Stcdistilmi iisiv^ nebst wicJitigen Ilhistrationen) (Kon-
stantinopel — 864 S.) ziisammengostellt. — Allgemeine und Profangescliiclite:
tJber Kaiser Constantin and die christlicJie Kir dm handeln Filnf Vor-
trdge von Ed. Scbwartz (Leipzig VII, 171 S.) anf breitester Grrund-
lage, wabrend eine ontsprecbende Scbrift yon H. Kocb Konst afitin der
OroJSe tmd das Christentim (Mllncben. — 49 S.) wenig zum Vorteil
ibrer ydssenscbaftlicben Objektiyitilt nnd Gediegenbeit stark den kircldicb-
modernistiscben Standpunkt des Verfassers zur Geltung kommen laBt.
Speziell Die Taufe Konstantins nnd ihre BroUeme erortert Ddlger
KGZ. 377 — 347 mit der tiefschiii'fenden Meisterscbaft, die man an ibm
nacbgerade gewobnt ist. Durcb v. Landmann wird ebenda 143 — 164
erstmals Konstantin der Oroje als Feldlierr zusammenfassend gewilrdigt.
Die politisdien Be^ieliungen zwisclien Armenien nnd Bom von 190 Chr.
bis 438 n. Chr, stellt Fin Abri/^ der armenischen Oesdiidite in dieser
Periode von Asdourian (Venedig 1911. — 196 S.) in fesselnder Weise
dar. Yon einer Hcropia BiisaiiTiii {Oesdiidite von Byzanz) yon Knla-
koyskij ist dem die Zeit yon 395 — 518 bebandelnden I. Band (Kiev
1910. — XYI, 536 S.) der bis zum J. 602 fiibrende II. (Kiev 1912.
— X, 510 S.) gefolgt. De la date dime entree solennelle de Justinian
bandelt Martroye MSNAF. IX 17—41, indem er als solcbes den
August 640 bestimmt nnd das Ereignis mit dem Gotensieg Bolisars in
Yerbindung bringt. Die Erage 6 BoD{xav6<; BoiXot? ysXa)roTTOL6c;
beanLyortet Lampros XHm. IX 301 — 304 in yerneinendem Sinne.
In das Zeitalter des lateiniscbcn Ivaisertums in Konstantinopel fiibrt
Gardner The Lascarids of Nicaea: the story of an empire in Exile
(London 1912. — 336 S.). Auf die Frage: Kto nocrpa^^aJi'n na CKa^iiA'^
(Fakib-dere) 1308? {Qui a ete hattu d Bhafida [Fahih-d^re] en 1308?)
glaubt Anastasijevic lEAIK. XY 122 f. dabin antworten zu dtirfen,
dab nicbt die Byzantiner, sondern die Bulgaren die Sieger gewesen
seien. IlyTeinecTBie BiiBaiiTificKaro iiMneparopa Manyraa 11 IlajieoJiora
no 3anaAHOii Enpon'fe (Die Beisen des hyzantinischen Kaisers Manuel If
des Palaiologen, nadi Westeuropa) beginnt Y asilj ev JMVak. 2. XXXIX
41 — 78 mit der Eeise des Kaisers yon Konstantinopel bis Yenedig und
seinem ersten Aufentbalt in Italien und Frankreicb quellenmabig zu
scbildern. La prise de Damiette ou la sixieme croisade bebandelt Aly
Bey Bagliat BIE. 5. YI 73 — 82. Aucb fur die Notes historiques
sur VJEgypte^ die Beauge BGHD. 1912. 246 — 267 Damiette etMansourah
Literaturbericht.
185
widmet, stelit das Zeitalter der Kreuzziige und speziell der Kreuzzug
Ludwigs des H’eiligen im Vordergrund, Eine Darstellung des ergebnis-
losGii Epilogs des letzteren hat Dressaire uuter dem Titel Saint Louis
en Palestine EO. XYI 155 — 162 eroffnet, indem er zuuilchst den Auf-
entlialt des Konigs in St. Jean d’Acre yom Mai 1520 bis Marz 1521
behandelt. Lie christliche Zeii Nuhiens und des Sudans (6, — 16, Jahrh
n. Chr^ hat durch Roeder ZKg. XXXIII 364--398 eine hochst
wertvolle und sorgfaltige erstmalige Gresaiutdax'steUung gefunden. Sfon
Friedmann wird Der MittelalterlicheWelthandel von Florenz in seiner
geographischen Atisdehmmg (Nach der pratica della mercatura des Pal-
dticci Pegolotti) (Wien 1912. — VIII, 114 S.) yorgefiihrt, wobei an
erster Stelle das ostliche Mittelmeergebiet bis in das Schwarze Meer,
nach Armenien, Syrien, Persian und Agypten in Betracht kommt. Die
Mongolen und ihre Eroberungen in kaulmsischen und Ideinasiatischen
Ldndern im XIIL Jahrhundert betrifft eine spilter auch noch (Etsch-
miadzin. — 96 S.) armenisch erschienene Dissertation yon Altunian
(Berlin 1911. — 52 S.), (Die Invasionen der
Tartaren) ein Aufsatz desselben Ar. XLVI 658 — 683, Die ersten Ein-
fdlle der Krymtartaren in Sildrujland ein Aufsatz yon Ernst ZOeGr.
Ill 1 — 58. Pears Christians and Islam in Turkey NtO. 1913. 278 — 291
wendet sich gegen das alberne ttirkenfreundliche Marchen, als ob die
ersteren unter osmanischer Herrschaft nie etwas zu leiden gehabt
hatten. Von Konig Karl VIII. wurde der Plan gehegt, tiber den
Durrien La Delivrance de la Orece projetee en France d la fin du
XV^ siecle RHD. XXVI 333 — 351 sich yerbreitet. Auf- und Nieder-
gang des turkisclien Herrschaftsgebiets in Europa bespricht Jorga
PM. LIX 1 — 4 in lichtyollcr Kiirze. Zu einer Histoire de la Bulgarie
depuis les origines jusqidd nos jours yon Songeon (Paris 1912. —
XII, 503 S.) hat Schlumberger eine Preface beigesteuert. Einen
Auszug der hulgarischen Geschiclite lieferte Ruland (Berlin 1912. —
64 S.). Tiber tlfjuij (Eine arnienische
Filrstin auf dem Throne Bulgariens), die Kaiserin Maria-Irene, handelt
Aucherian Baz. LXX 546 — 652. G ospodinof feiert EO. XVI 144
bis 154 Les pionniers de la renaissance bulgare en Alaceionie: les fr^res
Miladinof die im J. 1862 — ■ der eine, Konstantin, yon einem unierten
Priester in die katholische Kirche aufgenommen — in Konstantinopel
im Gefilngnis starben. A history of Montenegro yerfafite Steyenson
(London 1912. — 214 S.). Kllrzer hat Kucera (Berlin 1912. — 79 S.)
Das Heldenland Montenegro in der Geschichte hehandelt. Von einem
\ubrjLfipb krt. (Die
armenische Frage und die Nationalkonstitution in der Tiirkei) hehandeln-
den Werke yon Sarukhan liegt der I. Band (Tiflis 1912. — 480, 106 S.)
Yor. — LokalgescMclite: The Story of Jerusalem yon der altesten Zeit
186
Literaturbericht.
bis auf die Gregenwart fulirt WatsoB (London 1912. — XX, 339 S.)
mit Beberrscliung der literarisclien und monumontalen (^uellen, wenn
aucli oline gelelirten Ballast in einein gewinnenden Uberblick vor.
Eine Studie tiber Les Georgiens ci Jerusalem eroffnet Janin EO. XVI
32 — 38 mit einer tJbersiclit iiber ibren wecbselnden Besitz an Sanduaires
et convents der Heiligen Stadt. Sebi' beachtenswert sind auch Dow-
lings Sketches of Caesarea (Palestine) UUical; mediaeval, modern from
the earliest Caesar to the latest Sultan (London 1912). Dnrcb die
Wirren der jtingsten Zeit veranlaBt ist Oheikbos Anfsatz
(VAlbanie: coup d'ceil general) M. XVI
801 — 811. Der Lokalgescliicbte des seitlier zuin turkiscb-bnlgariscbon
Kriegsscbauplatz gewordenen G-ebietes seit der Antike gewidmet ist
Lampiisiades 0p(fxixc5v {jlsXstwv x6p.oc A'. ’Atio 'AopiavooiroXeto^ etc
AooXe BoopyaCiov. MeXstT] ioxopUY) xal (Adrianopel 1911.
— 160 S.). Seine muimfhLp-buHi
^{\i:oiJ}iL.p7^iriu% (Noten mr Oeschichte von Konstantinopel Eremia
Tclielelis) bat Tborgomian HA. XXVI 620—632. 645--655. XVII
167 — 225. 228—240, seine Arbeit uber
(St Jalidb, das ’Nationallirankenhaus) der Armenier in Konstantinopel
hat Srapian ebenda XXVI 580—597 weitergeMirt. Bei Tafrali
Thessalonique au quatorzieme siecle (Paris. — XXVI, 312 S.) erbalten
wir das bocbinteressante Bild der Geschichte nnd inneren Znstande
einer liervorragenden byzantinisclien Kommune fiir eine Zeit, in welcher
der Hesychastenstreit nnd die Bevolntion der Zeloten jener zweiten
Stadt des Beiclies besondere Bedeutnng siclierten. Von einer 'latopta
NTjaou KuTTpou Yon Zannetes erscliien der die neneste Zeit seit der
engliscben Okkupation beliandelnde II. Band (Larnaka 191 1. — 1007 S.).
Eine (Oeschichte der Stadt Zahleh) im Libanon
(Zahleb 1911. — 298 S.) hat ‘Isa Efendi al-Ma'liif znm Verfasser, —
Eircliengescliiclite: Ein gutes kirchengeschicbtliches Stndienmittel stellen
die Tabulae fontium traditionis christianae von Greusen (Freiburg i, B.
1911. — VII, 7 Taf.) dar. Das LehriucJi der Kirchengeschichte von
Alarx erschien im Original in 5. und 6. verb. Auflage (Trier. — XV,
934 S.), neben die der erste Band einer italienisclien Ubersetzung you
Pagnini (Manuale di storia ecclesiastica, Prima tradihzioie italiana
sulla quinta edizione tedesca. Florenz. — XII, 370 S.) tritt. Von
Y^eiteren Gesamtdarstellungen der Kirchengeschichte bezw. von Teilen
solcher seien verzeichnet die Yorziigliche Illustrierte Kirchengeschichte
Yon Kauschen, Marx und Schmitt (Munchen 1912. — VII, 636 S.,
48 Taf.), Johnston The holy Christian Church, from its remote origin
to the present day (London 1912. — 331 S.), der von Ficker und
Hermelink herriihrende, Das Mittelalter behandelnde zweite Toil des
YOU Krilger in Verbindung mit Ficker, Hermelink, Preuschen
Literaturbericlit.
187
ixnd Stephan herausgegehenen Handbiichs der Kirchengeschichte fur
Studierende (Ttihingen 1912. — XI, 278 S.), der mit dem griechischen
Schisma heginnende II. Band der 5I6vTO|jbo^ iv.x'kr^oiaozixi] toxopia you Pe-
phanes (Athen 1912, — 228 S.) und .Baphnides 'ExxXTjataoxixTj loxopta.
T6\iq<; xptxoc. Mspo; A' (Konstantinopel 1912, — 384 S.), -vvo die Zeit von
1453 — 1700 hehandelt wird. Yon Jerusalem nach Horn betiteln sich
Untersuclizingen mr Oeschichte und Qeschichtsdarstellung des Urcliristen-
turns Yon Erht (Mit Anhang nebst Sternlmrte: der Sternliimmel im AT^
Leipzig 1912, — 132 S, == MVaGr. XYII 2), die vollig nnter dem ver-
giftenden Einfluh astralmythischer Hypothesen stehen. The Nature of
primitive Christianity will Shirley Jackson Case AJT. XVII 63 — 79
nntersuchen. Das Leben des heiligen Athanasios des Grofen hat L auchert
(Koln 1911. — VII, 161 S.) mit grofiem Eleifie in vorzliglicher Weise
gesclirieben. In die erste Halfte dOvS 5. Jlis. fiihrt das Lebensbild von
Da Persico Die 1u Melania die Jungere^ Romisohe Senatorin (383 — 439),
JEin charitatives und soJiales Frauenleben, tiherseUt von Banz (Bin-
siedeln 1912. — XXIII, 329 S.). HepKOBiio-pejiiiriosHaa A'^areJiLHOCTB
BHsaHTificKaro imnepaTopa AjieKCtH KoMHima (Die Tiirchlich-religibse
Tdtigheit des Injmntinischen Kaisers Alexios Komnenos) I. von 1081 — 1118
behandelt G roB TAK. 1912. IL 501 — 543. Auf Voi'gange des J, 1493
bezieht sich Belanidiotes '0 aSxoxpdxtop Jcdocvvy]? 6 naXatoXo^o*; iv
Mef>(ivT(] NHm.IX 199 — 202. Janin Musulmans malgre eux: les Stamotes
BO. XV 495 — 506 berichtet liber eine jahrhundertelang trotz er-
zwnngener aufierlicher Zngehorigkeit znm Islam im geheimen christlich
gehliebene Bevolkerung in der Emgebung von Trapezunt, die erst seit
1910 sich wieder die Mogliclikeit eines (iffentlichen Bekenntnisses znr
griechischen Orthodoxie gogeben sieht. Tiber den im J. 1702 ver-
storbenen Koo|x5(; Mapooo^? MrjxpoiroXtX7]C Kltioo, ’EirtaxoTro^ A^ptSoiv,
MvjxpoTcoXtxir]*; Aoppa)([oo handelt Oh. Papadopnlos EK. II 203 — 208.
257 if. 273 — 277, wiihrend ebonda 47 — 64. 167 — 175 von ihm ‘0 Ap^t-s-
moKQTzoq Kuixpou natatoc nnd sein in die JJ. 1759—1766 fallendes
Wirken znm Gegenstand einer monographischen Studio gemaclit wird.
Von demselben Autor werden ferner Pant. V 117 ff. S^sost*; ’ExxXiQota?;
AXsSavBpsias •itpo*; xiv i8pox')]v x^c Sovaacstaq xcov Pciip.av6<p besprochen
und 137 — 141 Mitteilungen tibbr '0 naxptapx‘/i«; AXe$av8p£La<; KaXXtvtxo?
6)<; Olxoupisvtxoc riaxpiapj^T]? gemacht. Der Todesnachricht
des konstantinopolitanischen Patriarchen 6 P. sind ebenda
737—744 Ausftihrungen der Redaktion gewidmet, Oayre behandelt
in den ersten Teilen einer breit angelegten Arbeit liber Joachim Ilf
patriarche de Constantinople (1834 — 191S) EO. XVI 61 — 67. 163 — 172
zunachst die Zeit bis zum ersten Patriarchat des Heimgegangenen
(1878 — 1884). Enapxin AnTioxiiScKofi nepKBH (Die Eparchie der antio-
chenischen Kirche) ist eine von Zuze SOPg, XXII 481 — 498 veroffent-
188
Literaturbericlit.
liclite Skizze der aulieren G-escliiclite des antioclienisclien Sprengels
von der iiltesten Zeit bis auf die Gregenwart betitelt. Von Olieikho
(Christmiisme et Litteratiire avant
vislam) is't der erste kistorisclie Teil M. XVI 843 — 849 zu Ende gefiilirt
worden, wozii dann nocli Erganzungen 931—939 kommen. Zu Anfang
einer Artikelserie iiber die Formation de VJ^glise Armenienne beliandelt
Vailhe EO. XVI 109 — 122 Les origines de VArmbiie et V introduction
du cliristianisme. Sketches of Georgian church history liat Dowling
(London 1912. — 138 S.) veroffentlicbt. Die Entstehung des bulgarischen
Exarchate untei'suclite Eeinbardt (Erlangen 1912. — 106 S.). In-
ceputul episcopatuhoi de Bacau (Die Anfiinge der Diozese von Bacau)
in Rumanien besj)ricbt Auner EO. I 383—407. Beitrdge mr Oeschichte
der unierten Syrier von den Anfilngen der XJnionsbewegung im 16. JL
bis auf die Jetztzeit bietet E. Dunk el K. 1913. I 28 — 38. 105 — 116.
Seine Ausfiihrungen iiber ^ 1XJ\
(i Menaissance GathoUque d Alep et les Missions
franQaises au XYIV siecle) bat Tournebize M. XVI 859—869.
920 — 930 fortgesetzt, nicht obne aucb Et. OXXXIV 361 — 370 iiber
Le cathoUcisme d Alep aa XVIE siecle {1625—1703) zu bandeln. Die
jiingsten Eortsetzungen von Bacel Efjglise melkite au XVIIV siecle
EO. XVI 44 — 56. 134 — 143 baben Vorgange der JJ. 1776 — 1793 im
Scliofie der Kircbe von Aleppo zum Degenstand. — Konziliengeschiclite:
Le reglement des premiers coiiciles et le reglement du senat bat Batiffol
BALAO, III 3 — 19 auf ilmen Zusammenbang geprlift. Die Synods
von Antiochian im J, 324123 beliandelt ein Beitrag tur Geschichte des
Konzils von Nicda von See berg (Berlin. — VII, 224 S.). Audi von
Lebedev warden KbrC. 1911. 831—858. 1008—1023 AHTioxiMcidS
coSop'B 324 vom,ol II ero nocitaHie k% AjieKcaHApy enncKony 0eccajzoHH-
CKOMy (Die Synods von Antiocheia im L 324 unci ihr Synodalschreiben
an Alexander Bischof von Thessaloyiike) zum G-egenstand einer ein-
gebenden Auseinandersetzung mit dem Herausgeber jenes Sebreibens,
Ed. Sebwartz, gemaebt. Zur Frage nach der Existenz von nizdnischeji
Sgnodalprotokollen bat Wickenbauser KGrZ. 122 — 142 durcb Xacb-
weis zablreicber anderer Synodalprotokolle der vornizaniseben und der
ersten nacbnizanisdien Zeit einen wertmllen Beitrag im Sinne liocbster
Wabrscbeinliobkeit einer bejabenden Antwort erbracht. — GescUicIite
des Munclitums: Mit St. Basil and his rule besebaftigt sicb A study in
early monasticism von Morison (London. — 162 S.). Les anciens
monasteres UnHictins en Orient saben sicb durcb Grariador (Tommay
1912. — 120 S.) eine interessante und anziebend gesclniebene bistorisebe
Monograpbie gewidmet. Bei Arcbimandrit Jonas A6oct> {Der Athos)
SOPg. XXII 365 — 381. 520 — 656 wird nacb einem Abrifi der Topo-
grapbie des Atbos und der Gresebiebte seiner Klosterwelt die Lebens-
Liter aturberi cht.
189
weise seines koinobitischen und idiorliytlimiscben Monchtums, diejenige
der auBerlialb der Kloster lebenden Monche imd der EinfluB dieser
verscMedenen Lebensweise auf Gesundbeit und Lebensdauer besprochen.
Eine 2Io[xpoX7j el? taxoptav xdiv {xovaiv xmv Mstswpoiv von JBees
Bz. I 191 — 332. 684 wurde ebenda II 261 f. vexYollstan^gt. tJber Tin
moyiastere ethiopien a Borne au XV^ et XVI^ siecle^ San Stefano dei
Mori ist Obaine MFO. V 1 — 36 zu vergleiclien. — Gegen-wart: Bei
Bliss The religions of modern Syria and Palestine (Edinburg 1912.
— XIY, 354 S) werden auf dem Hintergrund ibrer GescbicMe Be-
stand, Verfassung, Bitual usw. natiirlicb aucli der cbristlicb-orientaliscbeu
Denominationen gescbildert. Das ComiU libanais d Paris bat eine
gegen titrkiscbes ITnrecbt protestierende M§moire sxir la question du
Liban (Paris 1912. — 24 S.) erscbeinen lassen. Uber die eigentiimlicbe
Erscbeinung eines kaukasiscben Bandenfillirers Ephrem und die Armenier
in Teheran bericbtet ein Ungenannter A. XI 119 f. Eine ’ExxXt]-
aiaaxixYj imilswpTjaK von P<ap ami cbael> Pant. V 3ff. 19 — 24. 33 — 35.
49 — 52. 65 ff. 103 — 106. 177 — 178 ist dem kircblicben Leben des J. 1912
in den vier ortbodoxen Patriarcbatenj der autokepbalen kypriscben
Kircbe und den Staatskircben EuBlands, Griecbenlands und Rumaniens
gewidmet. Die, wie immer, vorziiglicbe anonyme Cronaca jener Zeit-
scbrift bringt RO. IV 380—386. Y 63—68. 120—132. 186—195. 255
bis 260. 318 — 324 Bericbte aus Rom, Jerusalem, Grieclienland, Kon-
stantinopel, RuBland und Skutari. Die auf unierte und niclitunierte
Armenier, ortliodoxe Bulgaron und Griecben, katboliscbe und ortbodoxe
Rumanen, die Rutbcnen, Melkiten und ortbodoxen Serben bozuglicbe
Chronique des ^Iglises orieniales ttnies et non unies EO. XY 642 — 557.
XYI 173 — 189 rlxbrt von Janin und Oayre ber. An beiden Orten
inter essieren besonders die Ausfilbrungen iiber die Wioderbesetzung
des okuineniscben Patriarcbenstubles in Konstantinopel. Eine Chronique
de VEglise Busse bezw. de Bussie von Martinovitcb EO. XY 449
bis 461. XVI 74 — 86 befaBt sicb u. a. mit der Neubesetzung der Stelle
des Prokurators des HI. Synods, den Arbeiten der Yorbereitungs-
kommission fiir das geplante Konzil, der crsten Generalversammlung
des mit der Staatskircbe ausgesobnten Zweiges der „Altglaubigen“, den
Angelegenbeiten des Moncbes Heliodor und des Biscbofs Hermogenes
von Saradof, dem Yerlialtnis von Kircbc und Staat und der Stellung
des Klerus zu den politiscben AYalilen. Niiliere Mitteilungen liber die
Teilnahme des antiocbeniscben Patriarcben an don Zcntenarfeiern der
Tbronbesteigung der Romanoff in RuBland best man Pant. Y 166 — 176
('H. A. 0. M. '0 naxptap)(7]^ Avxio)(eta<; x. rpTjyopLo? sv 'Pcoaatcf). Eiir
Ij£lglise hulgare catholique de Thrace et de Bulgarie bringt Girard
ebenda XYI 68 — 73 eine Statistik der Pfarreien des von ibr gebildeten
apostoliscben Yikariats und Xacbricbten liber die unter ibrem Klerus
190
Literaturbericht.
besteheiide Association des Saints Oyrille et Methode. Die Vita reli-
giosa nel Montenegro wd EO. V 118 jff. Yon einem Uugenannten kiirz
gescbildert und wesentlicli giinstig beurteilt. Tiber Internationale Be-
ziehimgen der Anglikaner und Altkatboliken zu orientaliscben Kircben
bericbtet Kllry IKZ. Ill 115—118, Auf Vorgange, die sich zwiscben
griecbisober Ortbodoxie und der anglikaniscben Episkopalkircbe speziell
in Nordamerika abspielten, bezieben sicb Grr owes- Cambell
xavio}x6^ %ox ’OpfloboSta EPb, X 420 — 428 und Papamicbael Ava-
StoirpsTCTjc ^evouX'/j^la ebenda 429 — 433. Mit dem Balkankriege steben
in Zusammenbang die Ausftibrungen von Synodinos iiber'O TcoXspo;
xal 7] lxxX7]ata Pant. IV 649 ff. und diejenigen des Metropoliten
Obristopboros v. Axiim liber "H 6p&o5o£[a pieia tov TroXspLov ebenda
753—758 bezw. die bier 726 — 730 ilber die Vorgange Mstoc ty]v xaxa-
X7jtj;tv 0coaaXovtx7^c, besonders iiber die Eiickgabe der in Moscbeen
umgewandelt gewesenen altebrwiirdigen Pracbtkircben der Stadt an
den ortbodoxen Kultus gemacbten Mitteilungen. — Pas Unionsproblem:
Der Geist der morgenldndischen Kirclie im Unterschied von der abend-
landischen wird durcb Harnack SbPAW. 1913 157 — 183 meisterbaft
gekennzeiclinet. Zur Beiirteihmg der orientalischen Kirclien tritt
Baumstark "WEG. 1912. 361 — 365. 372 — 374 mit der nacbdrticklicben
Por derung eines obrlicben Strebens nacb gescbicbtlicliem Verstiindnis
aller Brscbeinungen und einer freudigen Anerkennung aucb Hirer
Licbtseiten einer im katboliscben Lager sebr zum Schaden aller Dnions-
boffnungen sicb geltend macbenden engberzigen und berben Betracbtungs-
weise entgegen. Uber Bessarion, ApMre de Vimion des Qrecs^ de 1433
d 1439 yerbreitet sicb Dugout EO. V 200 — 221 mit warmer Be-
geisterungsfabigkeit. La mission jjin adiidorinm Cogtonm^^ der Pran-
ziskaner, ibre Entwicklung seit dem 17. Jb. und ibre Verdienste be-
spricbt Levenq BO. XV 405 — 411. Bhilippe Stanislavof, apotre des
Bulgares Pavlikans aaXYllD siecle siebt sicb ebenda 481 — 494 eine
biograpbiscbe Arbeit von Salaville gewidmet. Vladimir Soloviev^
propovadnitorul iiniri in Eiissia (Vladimir Soloviev, Prediger der Union
in EuBland) wurde neuerdings von Oarada EO. I 323—339 gewimdigt.
In Ausfulnungen liber II dejimto Patriarca di Costantinopoli Gioacchi-
no III EO. V. 76 — 87 stebt im Vordergrunde ein Gespracb, das der
ungenannte Verfasser vor Jabren mit dem Verewigten liber das Problem
der griecbisch-abendlandiscben Kircbenspaltnng batte. Eine polemiscbe
Diskussion, die a. a. 0. 141—147 unter dem Titel La morte di un uomo
dalV animo irreqnieto gefilbrt wird, bat das Lebensscbicksal des am
8. Dez. 1912 verstorbenen Eektors der Kircbe S. Stanislao alle Bottegbe
Oscure zu Eoro, P. Astromov, zur Grundlage. Bei Moreau DUnion
des ilglises P. XLI 390 — 393 1)ezw. Le Peuple Oriental et VTJnion
ebenda 495 — 499 werden in sebr verstandiger Daiiegung die eine Union
Liter aturb ericht .
191
auf orientalischer Seite erscliwerenden psycliologisclieii Stimmungen und
volkstiimliclien Vorarteile nachgewiesen und bei Zabughin UEmi-
grante RO. V 240 — 250 ein das Unionsproblem bebandelnder, im romi-
sclien Milieu der G-egenwart spielender Roman der russiscben Sclirift-
stellerin L. Th. Dostojewskaja einer eingebenden und sacblicb rubigen
kritiscben Besprecbung unterzogen, wabrend der beftige Ton, in dem
ebendal33 — 140 unter der XJberscbrift Aai>cY]KatY3x>]at? ein Ungenannter
gegen P<apamicbael> beziiglicb des Begriffs der Katbolizitlit polemisiert,
kaum gebilligt werden kann,
IV. Dogma, Legende^ Kultus und Disziplin. — Yerhaitnis zu Nicbt-
cbristlicliem: Uber FHmitive Christianity and its non-Jeivisli sources
bandelt zusaminenfassend ein Bucb you Clemen (Edinburgh 1912. —
418 S.). In knapperer Form und fin weitere Kreise untersucbt auch
Robr das allgemeine Verbaltnis yon Griechentum und Ghristentum
(Munster 1912. — 40 S.). Eine bocbinteressante Arbeit yon Bbbling
(Gottingen. — 178 S.) bringt speziell Die Geisteskulkor von Tarsos im
augusteischen Zeitalter mit Beriicksichtigung der paulinischcn Schriften
zur Darstellung, wabrend Nor den unter dem Titel Agnostos Theos
an die Apg.-Stelle iiber Paulus auf dem Areopag tiefgebende, neues
Licbt auf die gnostiscbe Bewegung werfende Unter suchungen mr
FormengescJiicMe religidser Bede (Leipzig. — IX, 410 S.) ankntipfte,
tiber die Reitz enstein unter gleicbem Titel NJb. XXXI 146 — 155
referiert. Ein Referat tiber Die Mithrasreligion und Hire Bedeliungefi
mm Christentum bat Lippi TPMs. XXII 253 — 262. 332—340. 373
bis 381. 442 — 451 auf Grand der Forscbungen Oumonts und unter
Ablebnung belangreicber Einfitisse der ersteren anf das letztere er-
stattet. Zu Jah 5, 6: rota nativitatis nostrae hiflammata glaubt Stigl-
mayr BbZ. XI 50 ff. den Scblllssel des ricbtigen Verstilndnisses im
Ixion-Mytbos gefunden zu baben. Stammt das cJiristliche Haupt-
silndenschema aus der asirologischen Planetenlehre? fragt Scbiwietz
TG. IV 374 — 383, um die Frage negativ zu beantworten, indem er
Yielmebr ftir einen Zusammenbang mit griecbiscber Pbilosoijliie ein-
tritt. Mabler weist ZDMG. LXVII 37 — 48 Das Fischsymhol auf
dgyptischen Denkmdlern nacb und glaubt seine Bedeutung im Friib-
christentum dementsprecbend auf Zusammenbang mit agyptiscber Re-
ligion zuruckfiibren zu diirfen. ^^Indische Ewjiusse auf evangelische
Erzahlungen^^ lelmt Gotz K. 1912. I 73 — 96. 254 — 276. 426 — 446,
II 16 — 45 auf Grand einer eingebenden ITntersucbung entscbieden ab
und will die in Betracbt kommenden Anklange yielmebr umgekehrt
aus einer mit der frilben Verktindigung des Byangeliums in Indian
zusammenbangenden cbristlicben Beeinflussung des Buddbismus er-
klaren. E. Krebs cbarakterisiert KGZ. 1—39 Die Beligionen im
Bomerreiclh zu Beginn des vierten Jahrhunderts in einem die einzig-
192
Literatiirbericht.
artige Snperioritat des Oliristeiitums lierausstellenden tJl-)orh]ick. Dio
atliiopiscken Grotter betrifft eine IJntersucliung von Nielsen ZDMG,
LXyi 689 — 600. Koiotisclies Cliristentim unci altdgyptisclie Religion
betraclitet TQs. XOIV 592 — 604 Ein Beitrag mr EntstehungsgescMchte
des Christentums in Aegypten von Zimmermann unter dem G-esiclits-
punkt des Nortlebens von Eiementen der letzteren in ersterem. —
Lehre und Lehrentmckiung; Haeresien: Primitive Christian eschatology ver-
folgt Dewick (Cambridge 1912. — XX, 416 S.) vom AT. nnd der
apokalyptiscben Literatur des Spatjudentums ausgehend in ilirer Ent-
wicldung bis ins nacbapostoliscbe Zeitalter. La gnose bebandelt zu-
sammenfassend cine Eticde philosopMque et religieiise von Yerdad-
Lessard (Nantes 1912. — 60 S.). IIpoiicxojKAeHie niocTimnsMa h
pasBHTie ero (Der Ursqmmg des Gnostmsmus und seine Enhoicldung)
wird ferner von Posnov TAK. 1912, II 449 — 500 nntersucbt. Die
in der Apokdypse helmmpfte Gnosis wagt ZNtW. XIII 293 — 305
von dem Bergli von Eysinga, nacbdem er in b5cbst ani’egender
Weise Bezieliungen zu derselben dnrch das ganze Bucli verfolgt bat,
doch nicbt in einer einzelnen bestiinmten uns anderweitig naber be-
kannten llicbtnng wiedererkennen zu wollen. The Gnostic redeemer
ist der G-egenstand eines Anlsatzes von Edwyn HJ. 137 — 153. Uber
Western Mcmiclmism and the Turfan Discoveries verbreitet sicb Legge
JBAS. 1913. 69 — 94. Von Gonlburn Primitive church teaching on
the Soly Communion liegt eine Eeio edition (London 1912. — 102 S.)
vor. Macben The Virgin Birth in the second century PTH. X 529
bis 580 erbringt den Nacbweis, dafi die Lebre scbon scit den ersten
Jabren des 2. Jbs. geglaubt wurde nnd ibre dann einsotzende Leng-
nnng nicbt in einer gescbicbtlicben Ul.)eiiiefenmg, sondern in pbilo-
sopbiscb-tbeologiscben Yoraussetzungen wnrzelt. Neben einen Essai
sur la f 01 et les sentiments des martyrs au IF s, {155 — S50) von Morel
(Gabors 1912. — XIV, 116 S.) tritt bezliglich der Wertschatmng des
Martyriims als eines Rechtfertigungsmittels in der altchristlichen Kirche
l}is zum Anfang des vierten J abrbunderts als eine fleifiige, metbodiscb
gediegene Bebandlung des Proldems Eine dogmatische Studie von
Hellmanns (Breslau 1912. — 94 S.), Die Trinitdtslehre des hi
Basilius des Graven untersncbt Eine dogmengeschichtliclie Studie von
Nager (Mtincben 1912. — 123 S.). In einer Dissertation von Juzek
iiber Die Oristologie des hi Johannes Chrysostomus (Breslau 1912. —
54 S.) will allgemein pgleicb ein Beitrag zur Dogmatik der Antiocbener
erbracht werden. Uber Nestorius et la controverse nestorienne bat
Jugie in einer nmfassenden Gesamtdarstellung (Paris 1912. — 326 S.)
nicbt obne eine gewisse Yoreingenommenbeit zu Gunsten der traditio-
nellen Anffassung von Yorgangen und Personen gebandelt. Selb-
standiger tiutt an Die Irrlehre des Nestorius eine musterbafte Dogmen-
Literaturberichi.
193
gescliichUiclie Untersiichimg you Juuglas (Trier 1912. — 29 S.) lierau,
die das "Weseu derselben in die Bewaliruugslelire setzt und den Grtinden
ilirer Verurteilung diircli das Epliesinum nacligelit. Die OoUeslehre
des sog, Dionysius Areojngita bebandelt Weerts TG. V 749 — 760,
Einige Neuentdeclde alte Zeugnisse fiXr Primat mid Unfelilbarheit der
Bisclidfe von Pom aus cbristlicb-orientaliscber Literatur bat Hofiuann
TPMs. XXII 1 — 9 zusammengestellt und beleucbtet. La theologie
latine et la theologie grecque des processions divines stellt Hugon K,T.
XX 474 — 498 einander gegenllber. Jugie spricbt AAV. VII 180
bis 185 De Gonceptione Immaoulata B. Mariae Virginis apud Russos
saeculo XVIZ Le Canon de VAncien Testament chez les schismatiques
hy^antms Yerriit, wie Moreau P. XLI 465 — 469 zeigt, bezligliob der
Wertnng der deuterokanonisclien Biiclier in zunebmendem Mabe pro-
testantiscbe Beeinflussung. Dyobuniotes bebandelt Ta [Aoarrjpta
' AvatoXixr^<; ipOoSo^oo ’ExxXYjaiaq duo^j^co}? SoyiJ-aTtyw^s; (Atben. —
200 S.). La nouvelle sects russe des Joannites^ iiber die Jixgie EO.
XVI 57 — 60 bericbtet, hat ibren Namen you deni beiligmabigen Moncb
Johann you Kronstadt, dem sie nacb seinem Tode eine berYorragende
SteUe im Bahmen ibrer psendomystiscben Lebre anzuweisen fortfabrt,
obwobl er zu Lebzeiten, wenn ancli etYi^as spat, eine Gemeinscbaft mit
dei'selben entscbieden abgelebnt batte. — Legende: De fabelUs antiquis
eorumque ad christianos propagations verdienen lebiToicbe Ansfubrnngon
YOU Wendland (Gottingen 1911. — 30 S.) nacbdrllcklicbe Beacbtnng
durcb die Legendenforscbung nicbt zuletzt anf dem Gebiete des cbrist-
lichen Orients. Bei Eriedlander DieCliadhirlegende und der Alexander-
roman, Line sagengescliichtliche undliterarisclie TJntersuchung (Leipzig. —
XXIII, 338 S.) wird u. A. aucb die syriscbe Mimra-Dicbtnng beriick-
siobtigt. tiber Neuere Forscliungen ilher Ursprung imd BntivicJdung
der Grallegende hat Weyb BGsxy. XL VIII 1—13 referiert, wobei er
selbst sicb zu Gunsten der Annabme syro-palastinensiscben Ursprungs
ansspriclit, -vYabrend BZ. XXI 458 f. you ibm Ein hymniinischer Reflex
in der Orallegende nacbgewiesen wird. Eine IIcTopia {Qe-
schiclite des hi Schweifltuches) wurde you Troitzky BV. 1912. II 362
bis 393 entworfen. — Liturgic: Die scbonen und liebeYollen Aus-
filbrungen eines Ungenannten liber La preghiera liturgica in rapporto
dlV unione delle Chiese wurden RO. IV 368 — 379. V 4 — 22 zu Ende
gefilbrt. Von Tbalbofers Eandbuch der 'katholischen Liturgik er-
scbien eine you Eisenbofer berrtilirende Zweite^ vdllig umgearbeitete
Auflage (Freiburg i. B. 1912. — 2 Bde. XXII, 1392 S.), welcbe die
neuere liturgiegescbicbtlicbe Literatur geivissenbaft Yerwertet, aber ge-
legentlicb der Yom Orient ausgebenden komparatiYen Forscbungs-
metbode ablehnend gegenliberstebt. Uber Das Abendmahl im Neueyi
Testament bat W. Koch (Miinster 1912. — 60 S.~BZf. 2 IV. Heft 10)
Oribns Ohristianus. Neue Serie III.
13
194
Literaturbericlit.
mit apologetisclier Tendenz, aber streng wissenscbaftlichen Yorgelien
gebandelt, Die Sandavflegung im Urchristentum Belim (Leipzig
1911. — VIII, 208 S.) in religionsgescMchtliclien ZusammenJiang unter-
sucJit, iiber Agapen in Agypten tind die Liturgie dm- vorgeJieiligten
Elemente Scliermann TG. V 177 — 187 sich yerbreitet. Hocbinter-
essante TJntersiicliungen von Becker Ziir QeschicMe des islamischen
KuUus Isl. Ill 374 — 399 erlxarten die Abhiingigkeit seiner Aus-
gestaltnng you der orientaliscben MeMturgie. tjber Bubrizistische
Vorschriften filr die Kirche imd Messe nacli dgyptischen Quellen vom
3. — 6. Jalirh. macht Scberraann TG. IV 817 — 830 Mitteilungen. Eine
Textausgabe der byzantinischen Normalliturgie in ibrer slayischen
Textgestalt mit tlbersetzung bietet Sbipman The Holy Mans according
to the Greek Bite. Being the Liturgy of St. John Chrysostom in Slavonic
and English (New-York 1912. — 44 S.). Zur Urgeschichte der Ghry-
sostomosliturgie yerteidigt Baumstark TG. V 299 — 313 erneut seine
Anscbanung, dab eine iiltere Entwicklungsstufe der Anaphora jenes
Eormulars in der syiischen E estoriosliturgie greif bar werde. Le tropaire
'0 Movoyevr]? der byzantinischen und westsyi'ischen Yormease glaubt
Puyade POC. XYII 253 — 258 unter Beriicksichtigung beider Text-
gestalteu mit ziemlicher Wahrscheiulichkeit auf Seyerus y. Antiocheia
zuriiokfiihren zu konneii. The Book of Life d. h. die Diptycha des ost-
iind westsyrischen Eitus betrifft eine mustergiltige TJntersuchung yon
Connolly ,] TSt. XIII 580—594. Bei dem Y ergleiche den PuyadePOO.
XYII 258— 267 zwischen Liturgie jacohite et liturgie syrienne catho-
lique anstellt, interessieren besonders die Ausfiihrungen txber die Entwick-
lung des Einsetzungsberichtes in der ersteren. Durch Lisowski Slowa
TJstanoioienia Najiew Sakramentu a Epihleza. Studyum Historyczno-
Dogmatyczne o MmnencU Przcistoczenia (Die Worte der Einsetzung
des allorheiligsten Sakraments und die Epiklese. Historisch-dogmatische
Studie iiber den Moment der Transsubstantiation) (Lemberg 1912. —
XXXII, 338 S.) haben wir eine neue ebenso sehr auf gediegenster
Gelehrsamkeit ruhende als breit angelegte Gesamtbehandlung des Epi-
klesisproblems erhalten. Le liturgie orientali e le preghiere „ Supra
quae'-'' e „8upplices“ del canone nomano yergleicht Baumstark PO.
IV 348—358. V 49 — 54. 88 — 96. 148 — 158 mit einander, "wobei er
zu dem Ergebnis gelangt, dafi etwas den beiden abendlandischen
Orationen Entsprechendes in Alexandreia, Antiocheia, Kappadokien
und Jerusalem ursprunglich an der Stelle der spateren pestpositiven
Geistesepiklese gestanden habe. Eine yon dieser Arbeit erschienene
Nuova cdizione con aggiunte (Grottaferrata. — 37 S.) soUte allein be-
niitzt werden, da leider die Fortsetzung PO. Y 148—158, weil dem
Autor nicht rechtzeitig eine zweite Kori’ektur zuging, vei'schiedentlich
an auCerst sinnstfirenden Druckfehlern leidet. Die Konsekration in
Jji teraturberi cht-.
195
der 111. Messe in der syriscli-Jcatholisclien Kir die erortert P. Dunk el
H. IV 364—370 unter Mitberxicksiclitigung des alten jakobitischen
Ritus und mit Beriihrung der Epiklesis-Drage, Bei Ohaine La con-
secration et Vepiclese dans le missel copte ROO. XVIII 225—243 warden
mit lelmreiclier Einleitung auf G-rund einer stattliclien Reilie von Hss.
die betreffenden Texte der drei endgliltigen koptisclien Anaplioren
Yorgefubrt, was ein vorbildlicbes Specimen fur kritiscbe Edition orien-
talisclier liturgiscber Texte ergibt Von Salaville Consecration et
epiclese dans VEylise armenieyine an XIF siecle EO. XVI 28 — 31
wird ein Temoignage de saint Nerses de Lampron zu Gunsten der Ver-
legung des Konsekrationsmoments in die Einsetzungsworte angerufen.
Die JTSt. XIV 23 — 61 erscbienene Eortsetzung von Bishops Liturgi-
cal Comments and Memoranda bringt abgeselien von Erganzungen zii
friiheren Teilen der Serie tiefdringende Untersucliungen liber das grolie
Intercessionsgebet der orientaliscben Liturgien. Unscliatzbar fiir die
liturgiegescliichtliclie Eorscliung aiicli im Osten ist es, dafi Eerotin
in der Standard-Publikation Le liber Mozarabicus Sacramentorum et
les manuscrits mozardbes (Paris 1912. — XOII, 1096 Sp. 9 Taf.) end-
lich auf Grund der altesten Hss. das Mebbuch eines orientaliscber
Liturgie so nabe verwandten Ritus wie des mozarabiscben ftir exakte
wissenscbaftliche Arbeit benutzbar gemacht bat. Ebenso zeigt einige
beacbtenswerte Berlibrungen mit Orientaliscbem das Sacramenta7num
Faldense saeculi X. Cod. tJieoL 231 der h Universiidtsbibliothek zu
Qbltingen, mit dem nacb Text und Bilderkreis eine mustergiltige Aus-
gabe von Ricbter und Scbbnfelder (Fulda 1912. — XLI, 431 S.
43 Taf.) bekannt macbt. Fiir die Eigenart der eucbaristiscben Frommig-
keit des Orients, fiir die er mit berecbtigtem Nacbdruck ein tieferes
Verstilndnis auf abendlaiidiscber Seite fordert, tritt Zabugbin in
einem Referat liber II XXIII Congresso Eucaristico inter naziondle di
Vienna e gli Orientali RO. IV 333 — 347 voll warmer Begeisterung ein.
Aufgaben und Aussicliten der Perikopenforschung im Orient bat ein
auf der letzten Generalversammlung der Gr)rres-Gesellscliaft gebaltener,
WBG. 1913. 9 — 13 gedruckter Vortrag von Baumstark in einem
erstmaligen Uberbiick skizziert, wahrend wir durcb Merk ZKT. 1913.
202 — 214 eine bocbwillkommene genaue Orientierung liber Das dlteste
Perikopensystem des Rabbulakodex erbalten. Schreiner bietet NKZ.
X KTV 149 — 174 auf Grund der Pauliniscben Aussagen den ersten
Teil einer Beantwortung der Frage: Die Taufe — heidnisclie Magie
Oder christliches Onadenmittel? Uber Baptismal rites liegt ein kurzer
Beitrag von Kennedy Exp. 1912. 539—554 vor. Scbermann glaubt
(Miincben. — 79 S.) Ein Weiherituale der rbmischen Kirohe am Schlusse
des ersten Jah'hunderts, das mit dem I. Klemensbriefe die nacbsten
Bezieliiingen aufweise, als Kern der. sog. Agyptiscben Kircbenordnung
13 *
196
Literaturbericht.
und damit als Auegangspunkt der gesamten weitverKweigten Literatur
orientaliscber Kirclienordnungen anseben zu durfen. Am and weist
BO. XVI 123 — 133 L’exorcisme rjnostique par le „grand noin“ dans
VEtichologe grec, naberbin in einem Gebet „des Martyrers Tryp]ion“
zum Scbutze von Giirten, Weinbergen usw. gegen tieriscbo Scbadlinge
nacb. IJber {Le Feu sacre an 8t. Sepulcre)
bat Cbe'ikbo M. XVI 188 — 197 die Xacbricbten von derjenigen des
Brankeniniincbs Bernbard im 9. Jb. an sorgfiiltig gesammelt. Kn
iicTopiii lepycajiiMCKaro ycTana {Zur Qesclnclite der Jerusalemer Kirclien-
ordnung) ist ein Beitrag von Karabinov KbrO. 1912. 360 — 382. 483
bis 494 zu verzeicbnen. Die Kotiz von Liidtke Fine Eandschrift des
Fuergetis-Elosters? BZ. XXI 497 knilpft an das von Dimitrievskij
vorofifentlicbte Typikon jenes Eilosters und seine genauen Angaben
liagiograpbiscber Lesestiicke an. Bin armeniscbes Eituale vom J. 1676
•war die erste Druckausgabe, -welcbe
{Die armenisclie Buclidrucherei in Smyrna) lieferte, deren Gescbicbte
Ausfubrungen von Djemiakian A§. II No. 100 f. 103, 109 f., 112 ff.
ge-widmet sind. Uber Die liturgisclien Gewdnder der OriecJien be-
ricbtet Liibcck TG. lY 793—806. Bine jilngste papstlicbe Consti-
tutio apostdlica de sanctissima eucharistia promiscuo ritu sumenda ist
im lateiniscben Original EO. lY 325 — 332, in diesem und in fran-
zosiscber Uboi’setzung BO. XYI 1 — 15 nacbzulesen, wullirend eine
tibertragung des Dokuments ins Arabiscbe M. XVI 881 — 888 publi-
ziert -wurde. AnscblieBend bietot bier 888 — 901 Cbe'ikbo
kyu {Mude tMologique et
historique sur le mmie sujet) eine ancb liturgiegescbicbtlicbe Kommon-
tierung dosselbon, -wilbrend die anonymen Ausfiihrungen La Costituzione
Apostdlica sul ritu promiscuo nella Communione EO. V 3 — 6 und
Autorisation de recevoir la Sainte Fiicharistie en des Bites milanges
P. XLI 499—504 wenigstens -warm auf seine bobe Bedeutung bin-
•ftmisen. Dio gleicbfalls anonyme Yeroffentlicbung La nuova Diocesi
Qreea in Ungheria EO. Y 69 — 74 bringt mit kurzer Einleitung zwei
Erlasse der Wiener Nuntiatnr ilber den ausscbliefilioben Gebraucb des
Griecbischen als litui’giscber Spracbe in derselben. — Heortologie: Durcb
Scbermann "(vird TG. V 89 — 102 Der dgyptische Festkcdender vom
— Y Jdlirhundert in seiner Entw'icklung verfolgt. Zu Heiberg, Fin
griecMscliesFvangeliar -weist Liidtke BZ. XXI 496f. auf mebi-ere Hss. mit
einem abnlichen Pestkalender bin, der vielleicbt von Jerusalem ber
beeinfluBt ist. Un calendrier composite 'wolil iigyptiscben Drsprungs,
den N<au> EOO. _XVII 319 — 323 aus der Pariser Hs. Suppl. gr.
292 in lateiniscber Ubersetzung des Ismael Bouillau voroffentlicbt, ver-
bindet mit der Notierung cbristlicber und mobammedaniscber Beste
astronomiscbe, landwirtscbaftlicbe, astrologiscbe und andere aberglaubi-
Lit er aturb ericht ,
197
sche Bintragungeu, Die Anfdnge des Festes Maria Opfenmg beleuclitet
Liibeck TG. IV 838 f. Allmang Weihnacliten. Anfdnge des Festes
imd litnrgische Entwicklnng PB. XXV 130—136. 257 — 264 bebandelt
knapp und gut aiicli die Gescliiclite der Binfubruug des I'estes im
Orient, walirend er seine Existenz in Rom schon im 3. oder sogar im
2. Jli. fur moglicb bait. Wertvolle Bemerkungen iiber festliche Be-
gebung des 1. Januars bei orientaliscben Obidsten findet man bei
Cbeikbo (3 ObU (Le premier de VAn et les usages
qiii s'y rapportent) M. XVII 1—11. Zwiscben dem 1. und dem
6. Januar kann man beziiglicb des Datums eines ^y>LX.;0X)l-Bestes
schwanken, auf das Baumstark ZDMG, LXVII 126 f. Zur araUschen
Archelideslegende unter Heranziebung des syro-palastinensiscben Lektio-
nars binweist. <Gassisi>s RO. V 23 — 31. 167 — 178. 286 — 302 weiter'-
geftibrte Arbeit iiber DEpifania nella Chiesa Oreca wacbst sicb mebr
und mebr zu einer reicblicb aucb das Abendland beritcksicbtigenden
Gesamtbebandlung des Problems der beiden winterlicben Hocbfeste
aus. In gemeinverstandlicber Orientierung bandelt neben einer kurzen
Bestbetracbtung iiber Ta ayta ©socpdvsia von P<apamichael> Pant,
V 10 f, iiber EEpiphanie dans le Rite hymntin und die Wasserweibe
des Bestes nacb diesem Ritus Moreau P. XLI 256—260 und im
EUnivers vom 6./7. Januar 1913 S. If., wabrend B. Dunkel HL,
LVII 12 — 19 das Bild der Wasserweihe am Epiphaniefest nacb dem
gegenwilrtigen jakobitiscben bezw, uniert-syriscben Ritus entwirft, —
Heiligenkulte : Einem Buch YOU Delobaye liber Les origines du mite
des martyrs (Briissel 1912. — VIII, 502 S.) muB scbon der Ruf seines
Verfassers ein mebr als gewobnlicbes Interesse sicbern. Die Bort-
setzung von Gabrieli Agiologia franco-gotica in territorio italo-greco
RO. IV 359 — 367 bescbaftigt sicb speziell mit den Akten und der
Verebrung des bl. Xiketas. Bine Xotiz von Pascbales liber die
AvaxdXut}^t^ 'CQe dyiov Aiovuatoa Mai. 1912. No, 464 betrifft die
Wiederauffindung einer seit 1717 verscboUen gewcsenen Rolic[uie in
einem Kloster auf Andros. — Kirclienmusik: Delle origini e dello svi-
luppo del canto liturgico bat Scbuster RG. XI 227 — 262. XII 39 — 54
in einer griindlicben Untersucbung zu handeln begonnen, die zwar in
erster Linie der romiscben Liturgie. zugewandt ist, aber aucb vom
» Standpunkt vergleicbender Liturgieforscbung aus alle Beacbtung ver-
dient. Le chant liturgique syrieyi ist JA. 2. XV 295 — 363, 389 — 448
Gegenstand einer musikwissenscbaftlicben Arbeit von Jeannin, die
flir das bisber nocb ganzlicb unbekannte Gobiet grundlegend bleiben
TO'd, — Kirchenverfassung; kircliliclies und profanes Eecht: The Office of
Apostle in the Early Church erortert auf Grund des NTs und der
cbristlicben Literatur des 2. Jbs. Burton AJT. XVI 561 — 588, Von
Sobms jeden korporativen Obarakter der altesten Obristenbeit leug-
198
Literatiirbericlit.
nenden AusfuliruBgen ilber Wesen wid Urspnmg des Katholidsmus
erschien ein Dmch ein Vorwcrt vermelirter S. Abdruck (Leipzig. 1912 —
XXXIV, 68 S.). Bine gediegene Arbeit you KurtscLeid (Ereiburg
JB 1912. — XVI, 188 S.) steUt Das Beichtsiegel in seiner geschicht-
lichen Enhvicklung dar, wobei 'vvenigstens gelegentlicli aucb. die Ver-
haltnisse im alteren cbristlichen Orient bertihrt werden. Entsprecbend
•werden n. A. Origenes und der Ps.-Areiopagite yon Schmitt in dem
Eeferat tlber den Oegenwdrtigen Stand der Forschung iiber BuJSe^ Beichte
und Beichtsiegel PB, XXV 35 — 41 beriicksicbtigt. 'H IxKXYjotaoTtxvj
vojjLoSsata tou a5ToxpaTopo? ’loooTivtavou too A! wird von Alibizatos
NS. XVI 531 — 543 einer 'W'nrdignng nnterzogen. Von Obar on Histoire
des patriarcats melkites {Alexandria , Antioche, Jerusalem) Tome III:
Les Institutions bietet Base. II (Eom 1911. — XII und k 305—760)
vor allem eine breit angelegte Darstellung des melkitiscben Kirchen-
reebts. Derigendo Patriarcato Busso ware nacli den Darlegungen
eines IJngenannten EO. V 197 — 207. 261 — 272. 325—332 nicht nur
selbst kaum als eine legitime Schopfung anzuerkennen, sondern ein
gleiches IJrteil rniilite aucb sebon von seinem im 16. Jb. gesebaffenen
Vorgiinger gelten. Von Mudes Mstoriques sur le droit de Justinien
von Oollinet bebandelt der Tome P^: (Paris 1912. — 338 S.) Le
caractere oriental de Veeuvre legislative de Justinien et les destinees des
institutions classiques en Occident Ancora della origine dei beni fra
coniugi in Sicilia ed in altri paesi biVantini-itaZi bandelt Oiccaglione
AStSO. IX 303—323.
V. Die Literaturen. — Handsohriftenkunde: Von einer Qeschichte
der Stenographie von Johnen ist der I. Band, welcber Die Schrijt-
kdrzung und Kurzschrift im Altertum^ Mittelalter und Reformations-
zeitalter bebandelt (Berlin 1911. — X, 320 S.), in seinen fruberen
Teilen aucb fiir die grieebisebe Palaograpbie von Bedeutung. Von
Lampros wurde NHm. IX 290 — 298 sein KaxaXo-fo; xdiv xtoStxcov xdiv
Iv ’AS-Tjvaw ptpXto&ijxdiv tcXtjv Tvjc 'E9vtxi]<; mit der Besebreibung der
dem 17. und 18. Jb. entstammenden Nrn. 207 — 216 der KtoBixs;
*Ioxoptx% xal ^dvoXoYUTjC exaipeta? fortgesetzt, 304 — 311 ein kurzer
KaxaXoyoc xoiv j^eipo'ypdfcov x^i; Iv ’Icoavvtvoi^ Zwatjxatai; geboten,
unter denen aus einer Mehrzabl von Mss. des 18. und 19, je ein Tetra-
evangelium und ein Barlaam und Joasapb des 12, Jbs. bervorragen, •
194f. ein einzelner ‘EXXtivixoc xtoBiS xou sv Esvextij naTptap;(txoo Jspo-
airooBaaxTjptoo und 202 f. '0 xd>Bi5 Eistoricus graeous 129 x^? iv Btsw*^
A5xoxpaxoptx^<: pipXio&'ijXY]<; inbaltlicb genauer besebrieben. Ein Daxpita-
x7j; ptpXtodTjXTi^ oojXTcXYjpojfjLa von Kallimacbos EPb, X 246 — 267.
309 — 334. 388 — 404. XI 148 — 160 bringt dankenswerte Nacbricbten
iiber eine Eeibe zum Teile reebt wertvober grieebiseber Mss., von denen
einzelne bis ins 10. Jb. binaufreicben. Die Aufsatze yon Draseke
Literaturbericlit,
199
Tiber Die neuen Handschriftenfunde in den Meteora-Klbstern N Jb. XXIX
542 — 553 und speziell liber Meteor a- Handsclirif ten fheologischen Inhaltes
NKZ. XXIII 922—929 orientieren liber die oben S, 137 ft* besprocbenen
bsliclien Funde von Bees, der seinerseits EOG. XYII 268 — 279 sieben
dein 14. — 17. Jh. eutstammende IlaXatol xataXo^ot PipXio&TjxcSv ix xdiv
xcuotxwv ]\'l£T£a)ptov veroffentliclit und kommentiert bat. De codiciiiis
graecis in monte Cassino bandelt Sajdak (Krakau 1912. — 97 S.),
indem er deren sieben und einen Rotulus bescbreibt, was ibm Gelegen-
beit zu wertvollen Beitragen zu Gregor y. Nazianz und anderen
griecbisch-cbristlicben Scbriftstellern gibt. Je ein aus den Vorarbeiten
flir deren kritiscbe Edition bervorgegangener Bericbt wird von Przy-
cbocki De Oregorii Naeianmii ejpistularum codicibus Laiirentianis
WSt. XXXIII 251 — 263 und De Oregorii Nammimii epistularim
codicibus BritanniciSj giti Londinii, Oxoniae, Cantabrigiae asservantur
(Krakau 1912. — 17 S.) erstattet. In einer Note sur le manuscrit de
Psellus: Farisinnus 1182 befafit sicb Serruys BZ. XXI 441 — 447 mit
dem Problem einer Wiederberstellung seiner ursprtinglicben Ordnung.
Delaporte hat seinen Catalogue sommaire des manuscrits copies de
la Bibliotheque mtionale nacb Aufarbeitung des bobairiscben Bestandes
ROO. XYII 390 — 394 flir den saidiscben zunacbst mit einer Ee-
gistrierung von Brucbstlicken aus den bistoriscben Biicbern des ATs
wieder aufgenommen. Sein
{Katalog der armenisclien Handsel ir if ten in Neu-Baja^et) wurde HA,
XXYI 674 — 683. XXYII 45 — 53 von Adjarian weitergeflibi^t. Yon
den bei Safa (Les Manuscrits de ma
Bibliotheque) M. XYI 168—178. 267—276 verzeiebneten arabiseben
Hss. interessieren besonders einige ftii* die grieebiseb-arabisebe Uber-
setzungsliteratur profanen Inbalts wertvolle Numinern. Eine andere
Privatsammlung arabiseber Hss. des 13. — 19. Jbs. bat ROC. XYII
280—285 in einem von X<au> redigierten Catalogue sommaire des
manuscrits du pere Paul A. Shath (in Aleppo) inventarisiert zu werden
angefangen. Eine besonders sorgfaltige und eingebende Bescbi^eibung
bietet endlicb die JA. 2. XIX 551—578. XX 449—494 von Conti
Rossini begonnene Notice sur les manuscrits Uhiopiens de la collection
d^Ahbadie. — Literaturgescbichte: Yon Windelbands Oeschichte der
antiken Philosophie erschien eine Dritte Auflage bearbeitet von Bon-
buffer (Mlincben 1912. — X, 344 S.), in der aucb der Absebnitt
liber die Patristik betracbtlicbe Yerbesserungen erfabren bat. Zur
griechischen Pardnese liegt eine XJntersucbuug von Yet sc her a (Prag
] 912 . — 34 g.) Yor, die den Gegenstand bis in das spatbyzantinisebe
und vulgargriecbiscbe Sebrifttum berab verfolgt. .Yon Ob. Papado-
pulos wird im Rabmen .seiner AXs$av5ptva 27]ptsui|j.ata EPb. XI
177—187 SspaTTiiuv ©piousto; zum Gegenstande einer kurzen patristiseben
200
Literaturbericht.
Studie gemaclit. Die Drage: cr^ e 5 <t=^' {Jean
Philopomis est-il le mhne persomiage que Yalija an-Nahoiii?) beant-
wortet Olieiklio M. XVI 47—57 daliin, dafi zwisclien Johannes
Philoponos und einem Johannes, Bischof yon Nikiou bezw.
zu scheiden sei. tJher Hmaio^op’B BjieMiiA'B n ero conimeHin
{Nikephoros Blemydes und seine Werke) handelt ein Bnch von Bar yin ok
(Kiev 1911. — I, XXXIV, I, 366 S.). Auch die zu Migne: Fatro-
logiae cursus completus yon Cayallera bearbeiteten Indices (Paris
1912. — III, 268 8.) mogen an dieser Stelle Erwiihnung finden. Seine
Arbeit tiler das armenische Alphalet in Yerlindung mit der Biograpliie
des lit MaSt^oc hat Marquart HA, XXVI 658 — 666. 742 — 750 zum
AbschluB gebracht, seine IJntersuchungen ilber {Die
armenischen Schriften) Adjarian ebenda XXVII 137 — 158 fort-
gesetzt. Von dem durch Aghanjantz herausgegebenen ^YftLuib
upumJhi.p'bmii {AtcMv def armeniscJien Geschichte) behandelt
{Buch X) (Tiflis 1912. — XVI, 602)
q.iup {Jungere Schriftsteller des 15, — 19, Jahrhunderts), Le premier livre
neohulgaire: l\^Alagar^^ de VSveque Sianislavof {1641) ist ein katholisches
Gebet- und Erbauungsbuch, das yon Salayille EO. XV 442—448
naher beschrieben wird. — Bibeltexte: Die 50 BihelhandsQhriften des
Eiiselius fUr den Kaiser Konstantin will Schafer, der K. 1913. I
90—104 den auf sie beziiglichen Vita Constant. IV' 35 mitgeteilten
Brief einer eingehenden Exegese unterzieht, auf Grund derselben als
Vollbibeln betrachtet wissen. Die Problem e, -welche The Antiochian
Becension of the Septuagint betreffen, werden yon Moore AJSL. XXIX
37 — 62 mit besonderer Berucksichtigung von Josua, Richter, Samuel
und Konigen umsichtig erortert. Seine Exeget, Studien zum Septua-
gintapsalter hat Elashar ZAfW. XXXII 241 — 268 zu Ende geftihrt.
La Racine et sa traduction dans la septante bildet den Vorwurf
einer Notiz yon Leyi REJ. 1912. 142 — 146. Von Jacquier Le
Nouveau, Testament dans Vflglise chretienne ist Tome II: Le texte dii
Nouveau Testament (Paris 1912. — VI, 535 S.), von Kenyons Band-
look to the Criticism of the Neto Testament ist eine Second edition
(London 1912. — XIII, 381 S.) erschienen. Hier wie dort handelt
es sich urn eine yorziigliche Einfuhrung in die Fragen der NTlichen
Textkritik. Von Nestles hochgeschatzter Handausgabe des Novum
Testamentum Graece cim apparatu critico ex editionibus et libris manu-
scriptis collecto liegt eine durch weitere Verbesserungen sich auszeich-
nende Editio nova recognita (Stuttgart. — XXIV, 665 S.) vor. Durch-
aus unbefriedigend ist dagegen die Ausgabe Das Neue Testament
griechisch nach dem Text von D. Bernhard WeiB (Berlin 1912. —
VII, 546 S.). Von Gregory veroffentlichte Vorschldge fur eine kri-
tische Ausgabe des griechischen Neuen Testaments (Leipzig 1911, —
Literaturbericlit.
201
III, 52 S.) sind aus einer yon ihm angestellten internationalen TJmfrage
heryorgegangen. Bei Vitelli Puliblicamoni della Societd Italiana loer
la ricerca di papiri greci e latini in JEgitto- Papiri greci e laiinu Voh I
(Nr. 1 — 112. — Florenz 1912) fmden sich als Nr. 1 — 5 Pax^yrustexte yon
M. 25, 12—15. 20 If., X 22, 45—47. 50—53, L 3, 14—17. 31 f., Eom. 1, 27—30
1, 32 — 2, 2 und Jak. 1, 25 f., wobei das Fehlen yon X 22, 5i eine inter-
essante Textyariante darstellt. Eine weitscbicbtige Spezialuntersuclmng
liber die Hs. Evan* 157 {Rome Vat Urh. 2) nnd ibr Verbiiltnis zu
anderen Bibeltexten me namentlicb dem Diatessaron nnd dem syro-
paUistinensiscben, sowie zu einem alten yon ilim postulierten bilingnen
griechiscb-lateinisclien Exemplar bat Ho skier JTSt. XIV 78 — 116.
242 — 293 nocb nicbt ganz zu Ende gefiibrt. Zur Beiirteilung der Les-
arten von Mt 1^16 bat Jocbmann BbZ. XI 161 — 167 Erwilgungen
angestellt, deren Eesultat der Ursxirunglicbkeit der gewobnlicben Text-
gestalt gtinstig ist. An examination of some omissions of the Codex
Sinaiticus in St John^s Gospel yon Cronin JTSt. XIII 563—671
gclangt zn einer bocbst plausibeln auf palaograpbiscbem Gebiete liegenden
Erklarung derselben. Zu Jo* 19^ 35 nimmt Haensier BbZ. XI 44 — 48
gegen die These Belsers yon der Autorschaft Aristons Stellung. The
Testimony of Ignatius and Polycarp to the writings of St John bat
Bardsley JTSt. XIV 207 — 220 sebr sorgfaltig yerbort. The Syriac
forms of NT Proper names bebandelt Burkitt (London 1912. — 12 S.).
Bauer ist ZWT. LIV 329— 366 bemiilit, Die Bedeutung der alten
syrischen EvangelienuberseUung^ die nacb ibm jedenfalls nicbt liber das
3. Jb. zurllckgebt, in kritiscber Nacbprllfung der Ergebnisse des groGen
Merxscben Werkes ricbtig zu bestimmen. Agn. Smith Lewis erbebt
Exp. 1913. 52 — 56 unter dem Titel Dr. Vogels and the old Syriac Gospel
gegen die Anscbauungen des genannten deutscben Forscbers beacbtens-
werten Widei’S^mucb. Von Vogels selbst wird BbZ. X 396 — 405 Der
Lan^enstich vor dem Tode Jesit, wie ihn an der Spitze zablroicber
anderer Textzeugen yor allem bieten, und ebenda XI 33—43 auf
Grund einer sorgfaltigen Vergleicbung der griecbiscben, altlateiniscben
und syiuschen Uberlieferung der betreffenden Stellen eine nacbtraglicbe
Beseitigung des Ausdrucks Die ,,Eltern^^ Jesu bezw. der Bezeichnung
Josephs als „Vater‘‘ des Herrn auf das Diatessaron zuruckgefilbrt.
Aucb batte, wie er weiterbin XI 168 — 171 glaubbaft macbt, Lh* 2y 36
im Diatessaron die Propbetin Anna nur „sieben Tage“ xnit ibrein
Manne zusammenleben lassen. Eerner bat sicb Wolilenberg TLb.
XXXIII 457 ff. Zu Tatians Diatessaron geauCert. Zur Erage der
Entsteliungsiveise der althochdeutschen Tatianilhersetzung ist eine Disser-
tation yon Kohler (Leijozig 1911, — 94 S.) zu bucben. Bruchstuolce
der sahidischen Bibeluhersetzung^ die Schleifer SbAWW. CLXXl— 31
aus Hss. des Brit. Museum, der Bibb Nationale zu Paris und der
202
Literaturbericht.
Bibliotbek des Eton College in London mit textkritischem Kommentar
yeroffentliclit, gelioren den Bticliern Ex., Lev., Num., Dent., I and III
Konige, Hiob, Prov., Jes., Jerem., Ezech. und Zacliar. an. Bei Eeicb,
Xoptische Manuskn;pte aus Her kgL haijr. Hof- und Staatsbihliothek in
Munchen WZKM. XXVI 337 — 349 werden aufier einem saidisclien
Brief saidiscke Texte von Apg. 13, i7ff. 21 ff. 26 — 29 . 31 — 34 and \l 5, isff.
22 — 26 . 32—36. 41 f. aas Hss.braclistticken des 10. and 11. Jbs. ediert.
Ein faijumisch-griecliisches Evangelie^ifragment, das ebenda 270 — 274
darcb "Wessely von einem Pergamentblatt des 6. oder 7. Jbs. pabliziert
wnd, amfafit M. 16, 12 — 15 . 17 ff. Aaf Eine Usher unbekannte Lesart
m die sicb in dem ameniscben Evangelientext einer Hs.
des 15. Jbs. findet, hat Per bat TG. V 220 bingewiesen, ibre Bedeatang
aber, wie Scbiifers Zu der Lesart ^arietes^^ hei Joh 21,17 ebenda
314f. zeigt, wobl iiberscbatzt. Darcb Ein letztes Wort zur Oeschichte
der gotischen Bibel bringt Jtilicber ZDAL. LIII 369 — 381 seine dies-
beztiglicbe Aaseinandersetzang mit Kaafmann anter besonderer Bezag-
nabme aaf Hieronymas’ Brief 106 zum AbscblaB, Eine kritiscbe Aas-
gabe des glagolitiscben Textes dieses Baches bietet Vais JProj)heta
Hahacuc* Ex hreviario 0 , r, bibl aulicae Vindobonen. r. aeademiae
Zagrabiensis transscriimt notis variisque aliorum codicum lectionibiis
instruxit (Vegla. — VII, 49 S. 1 Taf.). — Apokryplien: Zu den Salomon-
oden ist zunacbst eine neae kommentierte Aasgabe von Bernard
The Odes of Solomon, Edited loitli hitroducUon and notes (Cambridge
1912. — VIII, 134 S.) zu vei’zeicbnen. Zur Handschrift N der Oden
Salomos im Brit. Mas. bat als erster Grimme OLz, XV 492 — 496 in
Wllr digang einzclner Lesarten das Wort ergriffen. Eine erscbopfende
Beurteilang des ganzen von Barkitt gebobenen Variantenmaterials ist
bei Kittel Eine zweite Handschrift der Oden Salomos ZNtW. XIV
79 — 93 anternommen. Unterdessen wurde bei Willey The Odes and
Psalms oj Solomon JTSt. XIV 293 — 298 eine Eeihe von Bericbtigungen
and Erganzangen der Burkittschen Kollation geboten. Als einer der
besten Beitriige zur ricbtigen Beurteilang des ans wiedergescbenkten
merkwiirdigen Liederbacbes ist die peinlicb sorgfaltige Untersacbang
von Worrell The Odes of Solomon and the Pistis 8oj)hia a. a. 0. XIII
29—46 nacbzatragen, die das Ergebnis nabelegt, dab die mebffacb mit
der gnostiscben Paraphrase der letzteren gegen den ibr zagrunde ge-
legten eigentlicben koptiscben Text zasammengebende syriscbe Gestalt
der Oden das Produkt gnostiscben Gebraacbes einer ursprunglicb nicbt-
gnostiscben TJrform sei. Bruston Rectifications d la traduction des
film anciens cantiques RTQE. XXI 440 ff. 536 f. bietet einige
Verbesserungen seiner IJbersetzung. IJber The Descent of Christ hi
the Odes of Solomon bandelt Newbold JBL. 1912. 168—209 sebr
eingebend, indem er in weiterer Verfolgung seines Gedankens einer
Literaturbericlit.
2oa
Autorscbaft Bar Dais&ns bier sich offenbarendea Beziebungen zu astro-
logiscber und gnostiscber Spekulation aacbgebt. Eine Note on the
Odes of Solomon von. Oonybeare ZNtW. XIV 96 ziebt zur Erldarung
des Anfangs von Ode 19 Irenaens adv, Haeres. IV 38 § 1 beran.
Further Light on the Odes of Solomon will aucb Bacon Exp. 1912.
459 — 462 verbreiten. Endlicb ist tiber Die Oden Salomos nocb ein
Beitrag von Hora TGr. V 128 — ^140 zu vergleicben. Die apokrypbe
Evangelienliteratnr anlangend, kommt Turner JTSt. XIV 161 — 195
zu dem Ergebnis, daft The Gospel of Feter auf den vier kanoniscben
Evangelien berube, ein selbstandiges Zeugnis fiir die Auferstebung
Obristi also nicbt darstelle, wobei fiir die Erscbeinung am See Grene-
saretb, mit deren Einleitung das Brucbstiick abbricbt, ein Zusammen-
bang mit dem „verlorenen“ [A~Scbluli ins Auge gefabt wird. Das
Evangelium der zwdlf Apostel bat Waitz ZNtW. XIII 338 — 348.
XIV 38 — 64 ausgebend von einer Samm.lung der sicberen Eragmente
bei Epiphanies sorgfaltig cbarakterisiert und von dem Hebraer- und
Nazaraerevangelium, den Aoyta Tr^aou und den durcb die koptiscbeii
Eragmente Jacoby s und Kevillouts kenntlicb werdenden Erscbeinungen
unterscbieden^ walnend er es fiir die Quelle deijenigen Evangelienzitate
bait, die sich in den von ibm auf ein K7]paY(xa nixpoo zuriickgefubrten
Partien der Klementinen finden. Mit einer gelebrten Einleitung, welcbe
die Gesamtbeit der Probleme des mit dem Xamen des Apostels zu-
sammenhangenden Apokrypbengutes aufrollt, baben Wilmart und
Tisserant BB. 2. X 161 — 190 die Fragments grecs et latins de V£lvan-
gile de Barthelemg zu publizieren begonnen, wobei eine Jerusalemer
Hs. 'Aytoo 2apa 13 eine wertvolle Erganzung des scbon aus Vindob.
gr. 67 bekannten griecbiscben Stiickes bot. Bei Vitelli Papiri greci
e latini I (vgl, oben S. 201) finden sich als Xr. 6 Brucbstticke der Kapp.
13 — 23 des Protoe vangelium Jacobi aus einem Buebfragment scbon
des 4. Jbs. und unter Nr, 7 das erste bekannt werdende griecbische
Brucbstiick der Elias- Apokalypse. The E^r ah- Apocalypse: leing chapt
3 — 14 of the booh commonly knoion as 4, Ezra bat Box With prefatory
note by Sunday (London 1912. — 466 S.) neu ediert. Zur Apokalypse
des Petrus bat sich Bonwetscb TLb. XXXIII 121 ff. auf Grund des
von Grebaut BOO, XV 198 — 214 veroffentlicbten atbiopiseben Textes
geauliert. Als Ein StUcke der urchristlichen Pttrusapokalypse enthaltender
Traktat der dthiopischen Pseudoklementinen-Literatur wurde jener Text
durcb Duensing ZNtW. XIV 65 — 78 ins Deutsche ubersetzt. t/n
miracle de notre Seigneur^ das Andreas in den „Akten des Andreas
und Matthias in der Stadt der Menscben£resser“ erzablt, wurde durcb
Grebaut BOO. XVII 427 — 431 nacb dem atbioj)iscben Synaxar zum
30. Nabase bekannt gemaebt. Durcb Scbl^ger will TT. XLVI 304
bis 313 einsebliefilieb der . Gebetstexte Die Didaclie als judischer Pro-
204
Literaturbericht.
selytenkatecliismiis erwiesen werden, der nur leicht von cliristlicher
Hand iiberarbeitet sei, womit sicli Ersclieinungen wie das Eehlen eines
Einsetzungsbericlites bei den Eucliaristiegebeten mit einem ScUage er-
klaren mirden, Bei Preusclien Untersuchungen mr ApostelgescMclite, I
wird ZNtW. XIY 1 — 22 Ein Farallelhericht m Act 15 in AiSaoxaXia
cap. 24 nacligewiesen und mit einer eigentiimlicben Textform der Apg.
in Znsammenliang gebracbt, mit der nocb Kyrillos v. J erusalem
Katecli. XYII Bekanntscbaft verraten soli. A fragment of an unlmoxvn
latin version of the apostolic constitutions^ das yon YIII 41 bis zum
Scliluli reiclit, ^yurde JTSt. XIII 492 — 500 aus einer Yeroneser Hs.
yon Turner ans Liclit gezogen und dem griecliiscbien Text gegeniiber-
gestellt. Durcli J. und A. Perier Les ^,1^7 canons des Apotres^t
Texte Ardbe en partie hiMit, piiblie et traduit en frangais d^apres les
maniiscrits de Paris, de Pome et de Londres (Paris. — 160 S. = PO.
YIII 4) kaben wir eine auf breiter lislicker Grrundlage rukende Ge-
samtausgabe des arabisclien Textes des grofien ps.-apostolisclien Eeclits-
buckes der agyptisclien Kircke erkalten. Yon Erangon Aa didascalie
Mliiopienne traduite en frangais umfafit die neueste Eortsetzung ROO.
XYII 286 — 293 die Kapp. 26 — 29. Bei Grebaut Litterature cdhio-
pienne Psendo-Olementine mackt die Traduction du Qalementos ebenda
244 — 252. 336 — 346 mit den Xapp, 1 — 8 des II. Buckes jenes Korpus
bekannt, die den Herrn yor der Himmelfahrt Offenbarungen liber
Trinitat, Sckopfiing, den Pall Satans und den >Siindenfall der ersten
Mensclien an Petrus, Jokannes und Jakobus rickten lassen. Gleickfalls
die 'W’eltsckopfung und die Gesckickte Adams und Evas kat ein kier
yeroffentlickter Text zum Gegenstand, den Eine aethiopische Hand-
schrift der h k Hofbibliothelc m den pseudo-epiplianisclien Werken bot,
liber welclie Haffner WZIvM. XXYI 363- 387 bericktet. — Tlieologie:
In einer Dissertation von Haeuser (Freiburg i. B. 1912. — 132 S.)
wurde Her Barnahashrief neu untersiicht und nett erkldrt Ausfiikrungen
yon Colson liber Td^sc in Papias *ITSt. XIY 62 — ^69 stellen einen
Beitrag zur Erklarung des Papiaszitats liber das Markusevangelium
dar, zu dem iinter gleickem Titel ebenda 298 ff. A. Wriglit Stellung
nakm. liber The Philocalia of Origen iiuftert sick Banks ExpT.
XXIII 513 f. Kt, Bonpocy TBopeiiiax'B EncTaeia AnxioxificKaro (Zur
Frage iiler die Wetdee des Eusthatios von Antioclieia) erbringt Xikanor
JMYa. 2. XXXYII 100—104 einen Beitrag durck Yeroffentlickung
je eines Fragments Depl xou MsXy^toeSex und ’Ex tou ek l(aoY]cp Xoyoi).
Nack Dirking Tertullian und Basilius der Grofe TG. lY 189 — 201
sollen sick die IJbereinstimmungen zwiseken „De ieiunio‘‘ des einen und
riepl vTjoTSLa? des anderen aus gemeinsamer Abkiingigkeit yon Tatianos
erklaren, ]^'^mq.lur^uP^hrlUJ ^mmml^nmnp tfj^ (Ein neugefundoies
Pi^rgament-Bruchstiick), das Sakakian HA. XXYII 53 — 60 bekannt
Literaturb ericbt .
205
macbt, nimmt er fiir Cbrysostomos in Ansprucli. line source cle s. Jean
Damascene de fide ortliodoxea wire! von de Gruibort RSR. IV 356 — 368
nachgewiesen. Dio Ausgabe 3^3 S
(U7i traite inedit cVAloucara \XI^ siecle] siir V Existence de Dieu
et la vraie Religion) bat Olieikho M. XV 825 — 842 zii Ende gefllbrt.
Aus dem literarisrhen Nachlasse dcs Er^bischofs Arethas von Kaisareia
Stammendes besebaftigt Oompernass Dk. I 296 — 318. Untei’ dem
Titel cA j.^S i 1 t ^ <xJ liu.«o (^De
mjstere de la Croix Japres Jahja ibn Jarir [XD siecle]) pnbliziert
Obeikbo M. XVI 241—250 das Kap. 22 des
des gewobnlicb D ibn Hariz genannten jakobitiseben Tbeologen. Jiigies
Anfsatz Un theologien grec dti XVI^ siecle: Oabriel Severe et les diver-
gences entre les deux eglises EO. XVI 97—308 zoigt, Avie der personlicb
sobr wenig katliolikenfreundlicbe Antor in einem oovtaYpattov liber die
Sakramente nnd dem ersten Teile ciner polemiscben Trilogie gegen die
Lateiner docb mebrfacb der katboliseben Lebre nllber stebt als der
beutigen ortbodoxen. Ein riissisch-ortliodoxer Xinderlcatecliismus aus der
Zeit Peters d. Orofien in deutseber Sj>racbe wnrde durch Sebian TStK,
1913. 140—152 anf Q-mnd eines Sainmelbandes der Breslaner Stadt-
bibliotbek der Vergessenlieit entrissen. Anf dem speziellen Gebiete exege-
tiseber Literatur ist bei Ramsbotbam The Commentary of Origen on the
Epistle to the Romans JTSt. XIV 10 — 22 die Pnblikation des Textes
bis zur Erklarung A"on 32.21 Avoitergeflilirt. Un fragment Jonomasticon
biblique, das in der Hs. Vat. Pii II Gr. 15 in Form von Randsebolien
den Text von Gen. 37 l)is Exod. 6 bogleitet, wird RB. 2 X 76 87
von Tisserant, dem es Origenes nabe zu steben sebeint, ediert nnd
eilautert. Uber inter essante Stellen der Evangelien erklarung des bl.
Aeprem liandelt Eindlay A Syrian Father on the Gospels LQR. 1912.
70—92. Ein armeniscb erbaltenes Fragment seiner Hioberklarung
Avird dnreb Vardanian Jkl^nLUluJi hk, ulijitifii
{Deshl, EphraemjAuslegungiondEinleitungmJoV) HA. XXVI 617 626.
666-671 pnbliziert. Diircb denselben Avnrden ebenda XXVI 730—740.
XXVII 37—44 ^iiunni.uA%lrii
(JJnverdffentlichte F\''agmente aus der Chrysostomos-Erldarung der Paulus-
brief e) nnd XXVII 222—227 Wulfr^triiidbli JklfhaL.^
(d-kahj 482 ^lujiukwjb {DuS
Vorwort des Eommentars des hi. Chrysostomos snom Hebrderhrief nach
der Hs. 482 des Roten Klosters in Angora) bekaimt gemaebt. Le
commentaire de saint Jean Chrysostome sur Job der Ilorentiner Hs,
cod. 16 Pint. 9 des lO./ll. Jbs. batte nacb beacbtensA\mrten Ans-
fubrungen Diens RHE. XIII 640-658 alle Aussiebt, fur ein eebtes
AVerk des grofien Goldmnnds gelten zu diirfen. Chabot bat von
S. Cyrilli commentarius in Lucam den syriseben Text der bis Horn. 80
206
Literaturbericht.
reichenden Pars prior einer von derjeuigen Lamys niclit allzu yer-
schiedenen neuen Ausgabe (Paris-Leipzig. — 330 S. ^ CSC 0. Script
Syri Series qiiarta, Tom- 1) vorgelegt. Durcb die MecLitliaristen yon
g. Lazzaro, bezw. den P. Tsclirakhian wurde in armoniscber tiber-
setznng ein J^^pni.uiuqhinu^L.y
(Hiobkommentar des Presbyters Hesychios von Jerusalem) (Venedig, —
LVI, 316 S.) alls Liclit gezogen. Sober bat yon Theodorus bar Kont
Liber scholiorum den Text der die Erklarung des NT.s nnd die An-
biinge, besonders das Haeresienliucb umfassenden (Paris-
Leipzig 1912. — 365 S. = CSCO. Script Syri Series secmda- Tom.
LX VI) zuin Drnck gebracht. M. Dili op Gibson yeryollstilndigte ibre
zimacbst anf den Eyangelienkommentar bescbrankt geiyesene Ansgabe
The commentaries of Isho'dad of Merv^ Bishop of Hadafha (ca.850 A. D.)
durcb ein With an introduction by R. Harris das syriscbe Original
nnd die engliscbe Tiber setzung des Kominentars zu den Acts of the
Apostles and three catholic epistles entbaltendes Vol. IV (Cambridge 1913.
— XV, 41, 55 S.). Eine stattlicbe Reibe yon Arbeiten znm apologe-
tiscben und polemischen Scbrifttum eroffnet Puecb mit einer die
Eigenart der einzelnen feinsinnig erfassenden sorgsamen Untersucbung
liber Les apologistes grecs dti IP siMe de notre ere (Paiis 1912. —
VII, 344 S.). Speziell iiber Tatien bat d’ Ales RSR. HI
460 — 483 gebandelt. -En lisant les Peres wilrdigt Bardy RPA. XIV
641 — 656 Saint Athanase apologists. Zur Rede^ Konstantms an die
,,Versammhuig der Heiligen^^ ist einerseits eine Auberung yon Stigl-
mayr ZKT. XXXVI 865 — 868 zu yerzeicbnen. Anderei^seits hat
Pfaettiscb KGtZ. 96 — 121 Die Rede Konstantins an die Versammlung
der HeiligeUf flir deren Ecbtbeit er nacbdrucklich eintritt, aiifs neue
eingebend in ibrem Gedankengang yorgefiibrt. Die Abhandhmg „ Oegen
die Bildersturmer^^ von Verthaues Khertot, der urn die Wendc yom 6.
zum 7. Jb. lebte, bat Samuel WZKM. XXVI 275-293 mit guter
Einleitung aus dem Armenischen ubersetst Unter dem Titel PIcono-
graphie bymntine dans un document grec du IX^ siecle bat Duchesne
RO. V 222 — 239. 273 — 285. 349 — 366 eine Neupublikation eines gegen
den Ikonoklasmus gericbteten Synodalscbreibens einer angeblich zu
Jerusalem im J. 836 yersammelt geiyesenen Synode geboten, dessen
Erstausgabe durcb Sakkelion (Atben 1874) auf kunstbistoxischer Seite
doch nicht so unbeacbtet geblieben war, als er glaubt. Wie Der Islam
im Lichte der bymntinischen Polemik sicb darstellt, bat Gtiterbock
(Berlin 1912. — 72 S.) in entsagungsyoller Durcliarbeitung eines weit-
scMcbtigen Materials gezeigt. Das Sendschreiben des Pcdriarchen
Barschuschan an den Catholicus der Armenier, dessen Ansgabe dnrcb
Xau OC. 2. 11 S. 385 zu yerzeicbnen war, ist fast gleicbzeitig JAOS.
XXXII 268 — 342 auch durcb Licbti mit Einleitung und IJbersetzung
Literaturbericht.
207
ediert worden. De graecis seriptorihus orthodoxis, qui concordiae infer
Ecdesiam occidenialem et orientalem restitnendae stndnerunt handelt
Palraieri AAV. VII 186 — 196. Bei Baclia XAbUJl
aJVjJl (il/s"’- Eufliyme Safi et h P. Michel Nan, auteurs de deux
oiivrages similiaires) M. XVI 103—115 lernt man endgiiltig zwei nabe
verwandte katliolische Werke gegen die Grieclien in arabisclier Sprache
riclitig Toneinander zu scbeiden. Was die Predigtliteratur betriift, so
edierte Spiegelberg XoptischeMiscellenLirUTPhEA. XXXIV160-
163 mit gelebi’tem Koinmentar von Blii'bard Ein neues Bruchstuck eines
koptischen Bucher verzeichnisses, das durcli Erwahnung einer -vielleicht mit
einer ps.-cbrysostomiscben identiscben Predigt des Serapion v. Tbmnis
interessiei't. Une Jiomklie de saint Or&goire de Nysse traduite en copte,
attrihiiee d saint Gregolre de Nazianze bat Obaine BOO. XVII 395
bis 409 nach dor Hs. Vat. copt. 61 vom J. 962 an einer von der
griechiscben abweicbenden Bezension des auf die Opferung Isaaks be-
ziiglicben Toiles dor Bede fiber die G-ottboit des Sobnes nnd des HI.
Geistes (Migne PGr. XL VI 653 — 576) berauszugeben nnd zu iibersetzen
begonnen, wobei er fin- dieselbe die Moglicbkeit groBerer Urspriinglicb-
keit ins Augo faBt. Spaniscb legte Ogara von 8- Juan Crisostomo
Homilias selectas tradueidas directaniente del grieco (Madrid 1911. —
VIII, 744 S.) vor. Eine Dissertation von Bauer (Wttrzburg 1911. —
84 S.) bat einen Homileten der zweiton Halfte des 4. Jbs. Asterios
Bischof von Amaseia. Sein Lelen tind seme Werke umsicbtig behandelt.
In einer solcben von Lammeyer (Beirut 1912. — 92 S.) iverden Die
sogenannten Cinomen des Concils von Nicaea. Ein homiletisclier Traktat
des IV. Jahrhunderts unter Zugrimdelegung ershntdiger Edition des
koptisch-sahidischen Handschriftenfragments der BibliotUque nationals
zu Paris CojAe-sahidique 129. 14. 175—82 ins Deutsche ilbersetzt und
untersucht. Alsdann bat TG-. V 187 ff. Die sog. Gnomen des Konzils
von Nicaea aucb Zimmermann bebandolt. Eine verlorene Homilie
des h. Anastasias von Sinai bat Scbeiobo TPQ.s. 1912. 780 — 795 aucb
dem deutscben Publikum zuganglicb gemacht. Ob. Papadopulos
bildet in der Eolge seiner ’AXs;av8piva STj^isKupaxa auf Grund dreier
Hss. einen KopiXXou Aouxdipsoj; IBva? 'Op,diiov und veroifentlicbt an-
scblieBend eine von ibm fur diesen in Anspruch genommene ’'F.x&soi;
’Op&oooSou riioTsu)?. Neben dem letzteren Dokument seien an Gleicb-
artigem die EPb. XI 66—76 von PapamicbaSl aus einer patmiscben
Hs. berausgegebene und eingebend besprocbene 'OpoXoyia rpipfopa und
Une profession du foi jacobite erwabnt, die nacb dem jakobitiscben
Rituale bei der Pi'iesterweibe vom Biscbof an den Ordinanden zu
ricbten ist und von Nau BOO. XVII 324—327 aus der Hs. Syr. 112
der Bibb Nat. vom J. 1239 publiziert wird. An Asketiscbem -wurden
von Weis-Liebersdorf Aiooojfoo linoxoitoo dJtoTixijs tijs Hireipou tou
208
Literaturberich-t.
*IXXopixo5 xscpaXaia ^vcDOTixa p\ — Sancti Diadochi episcopi Fhoticensis
de perfeotione spirihiali capita centum (Leipzig 1912, — VI, 165 S.)
neben der lateinisclien IJbersetzung des Jesuiten Torues erstmals, aber
olme Verarbeitung des gesamten lislicben Materials und mit wenig
befriedigender Einleitung im grieoliisclien Original lieransgegeben,
wabrend Dyobnniotes EPli. XI 51 — 65. 161 — 176 ’Iwavvoo KaoaiavoG
AiaXs$£ic TlaxspcDv d. li. oine vielleicbt sclion dem Joannes Klimakos
bekannt gewesene ansztigliche griecbisclie Ubersetzung der „Oollationes“
des Abendlanders nacb einer Meteorenhs, des 10. Jlis. zu edieren be-
gonnen nnd durcb die hanptsaclilicli anf einer Hs, des 17./18. Jhs.
beruliende Yeroffentliclmng yon Jtoavvoo too XpuaooT6|ioa ’ExXoyat, s£
apyaim x^tpcYpacpcov IxBiBopsvaL nnd einigen abnlicben Stllcken (Atben
1912. — 46 S.) einen Beitrag zur Entwicklungsgescliiclite der mora-
liscben Ivatenen erbracbt bat. Als oinen solclien Zu den Besieliungen
mischen Eirclienvdtern und Sopliisten bat anf dem Gebiete der Brief-
literatur Maas SbPAW. 1912. 988 — 999 L Drei neue Stiiclce aus der
Korresponden^ des Gregorios v. Nyssa bekannt gemacbt, woran sicb
ebenda 1112—1216 eine Veroffentlicbung anscbliebt, doren Gegenstand
IL Der Brief iveclisel ewisclien Basileios und Libanios bildet, indessen
Eemy RIPB. LV 161 — 170 Un nouveau manuscrit d^une lettre de
Proclus de Constantinople bescbrieb. — Hagiograpliie: Grebant hat
EOO. XVII 315 — 318 die Legende yon Salomon et la Beine de Saha
d^apres le ms, (iliiopien no, 8 de M. Delorme ediert nnd llbersetzt. Von
Oonti Rossini wurde RAL. 5. XXI 395 — 471 II discorso su monte
Coscam aitribuio a Teojilo d^ Alessandria nella versione etiopica {con
tradudone iialiana) zugilnglicb gemacbt, ein Sttick, das den Patriarcben
liber angeblicb ibm von der Mnttergottes gewordene Offenbariingen
beztiglicb der Kindbeitsgesobicbte Jesii referieren lalJt. Mit Bezng anf
Die Kreumtiffindungslegende bat Stranbinger fleiBige TJntersuchungen
iiber Hire altchristlichen Fassungen mit hesonderer Berilcksichtigung der
syrisclien Teocte (Paderborn. — VII, 108 S,) angestellt, nacb denen
die Protonike- nnd die Kyriakoslegende als nacbtraglicbe Seitenstticke
bezw. Weiterbildungen einer altesten zuerst im Abendland bei Ambro-
sius, Rufinns nnd Paulinns y. Nola greifbar werdenden Helenalegende
zn gelten haben. Nacliiyeise ftir AuTimiiHe ii MOKinyiiapo/^iiHe mothbh
Bn rpenecKHxn cKaaaHiHxn o CBaTBixn {Die antiken und internationalen
Motive in grieoliisclien Heiligenlegenden) bat Sestakoy JMVa.2. XXXVI
Abt. f. klass. Pbilol. 497--^531 erbracbt. Baden erbartet PB. XIV
71 — 81. 136— -151 in eingebender Untersncbnng, dafi wir Das Polykarp-
martyriim noch in dem wesentlicb nnyerfalschten nrspriinglicben Text
besitzen. Bei Vitelli Papiri grecie latini (s. oben S. 201) finden sicb
als Xn. 26 £ Eragmente der griecbiscben Martyrien des hi. Moncbes
Papbnntios nnd der bl. Obristina. Beitr%e yon Rystenko Kn
Literaturberi cbt.
209
^HTepaTypHoM ncTopiii JtereH;i,TE> BHsaHxiScKUK'L h cJiaBsiiiopyccKHX'B
{^Ziir literarisclien Geschichte der hymntinisclien iind slavisch-russischen
Legenden) JMVa. 2. XXXV Abt. d. mod. Cliroiiik 71—87 beziehen
sicli auf die Textgeschiclite des Martyriums der bl. Irene^ der Bio-
grapliie des Hypatios v. G-angra and der Obristopboroslegende. Filr
Theodoras Teron hat Stark eine Textkritische Ausgahe der vormeia-
phrastischen Legende (Freising 1912. — XII, 74 S.) geboten. Eine
tlutgnLy |j. irtqftul^nugiuli [TJnter'’
sucliung zur Vita des hi AherJdos, Bischofs von Sierapolis) bringt
*y^aguum ilf£iyuipiu%wi^tub uiiuinifhi-.p-fTiu% {^Ein Beittag ZUT GescJiiclite
der armenischen Hagiographie) von Akinian HA. XXVI 751 — 759.
Le iexte original des Apoplitegmes des Peres ist nach der Darlegung
Obaines MFO. V 641 — 569 der griecbiscbe, nicbt der koptiscbe,
Tiber IlaXXaBto? iiriaxotco? 'EXeyouiroXsco^ xal -fj Aaociaxii laxopia bandelt
Pbokylides NS. XII 609 — 530. Seine Publikation der Ristoires des
solitaires egyptiens des Ooislin. 126 bat Nan ITOO. XVII 294—301
•weitergeftibrt. Von Hill wurde Mark te Deacon, The life of Por-
phyry, Bishop of Gaza, translated with introduction and notes (London.
— 196 S.), von dem Hieromonacbos Angustinos ein Blog xai TtoXiTsta
TOO 6atoo itaxpo^; %(i)V E60op.coo NS. XII 566 — 572 im Original nacb
der Sinai-Hs. Nr. 524 des lO./ll. Jbs. berausgegeben. Literarisches zu
der Via Euthymii von Maas BZ. XXI 436 — 440 betrifft das „Beicbt-
lied“ 'Qc evtiiriov (Kap. 4 § 19), die Anaki'eonteen Leos VI. (Kap. 12
§ 32) nnd die Abdanknngsnrkunde des okumeniscben Patriarcben
Nikolaos bezw. den bierauf bezliglicben Brief des Aretbas v. Kaisareia
(Kap. 14 § 7 f. 15 § 6 f. 20 § 1 — 5). La version syriaque de Vhistoire
de Jean le petit, eines tbebalscben Moncbs des 4. Jbs., die im J. 936
im Syrerkloster der Sketewilste gefertigt wurde nnd den von Amelineau
edierten bobairiscben Text vielfach an Klarbeit iibertrifft, bat Nau
POO. XVII 347 — 389 mit "Ubersetznng zu publizieren begonnen. In
Brganzung der Arbeit Wensincks wurde von Obeikho
(La legende de VArchelidh) M. XVI 92—102 nacb einer Hs.
der St.-Josepbs-TJniversitat zu Beirut in einer weiteren arabiscben
Pezension berausgegeben. Von einer Biography of 8t, Jean Damascene
bietet Bacba den Original Arabic text, published for the first time
(London 1912. — 62 S.). — Gescbicbtsclireibung: Eusebiana betiteln sich
Essays on the ecclesiastical history of Eusebius Bishop of Caesarea von
Lawlor (London 1912. — 316 S.). Von Bidez wurde Philostorgius^
Kirchengesohichte mit dem Leben des Lucian von Antiochien und den
Fragmenten eines arianischen Historiographen (Leipzig. — OLXVIII,
II, 340 S. = Die griech, cliristl Schriftsteller, Band 31) in kritisober
Ausgabe vorgelegt. Die auf die Ting am bezuglichen Volksnamen bei
den Byzantinern hat Darko BZ. XXI 472 — 487 in eingebender
Oriexs Ohristiaitus. Neue Serie IIL
14
Literainirbericlit.
210
Untersuclmtig des Sprachgebrauclis der verscliiedenen Historiker be-
liandelt Varia you Rlllil EhM. LX VII 153 — 173 entbalten u. a. aucli
Untersuchungen ziim I, Buclie Yon Prokopios’ Vandalenkrieg. The
literary constrtiction of the history of Theophylactus Simocatta wird yob.
Baynes HIJGr. 32 — 41 im Hinblick auf Euagrios nnd unter Ablelmimg
des Menandros Protektor als beiden gemeinsamer Quelle untersucbt.
Lampros liat yob Flatavioo [xstacppaaK; sU tYjv too EoxpoTrLoi) pa)[xatx'}]v
bioptav XHm. IX 1 — 115 erne kritische Xeuausgabe geboten, ebeBda
245 — 251 mit einem uBYollstandigeB Neo? xc58tS too Xpovixoo Movsp.-
paotag im Besitze des Oollegio Grreco in Korn bekaBBt gemacht und
Back demselbeu und den zwei bisber bekanuten Hss. das in ilim er-
haltene Textstllck gleicbfalls kritiscb neuediert, 300 £ liber '0 MaXatapSi;
TOO Xpovtxou Mov£p.paotac geliandelt, 312 auf Grrund einer Notiz yob
Kugeas die Anschauung vertreten, dab To TrpwTov x\iri\i.a too Xpovixoo
Movep.paoia; auf einer eigenen selbstandigen Quelle berube und endlicb
116 — 161. 209 — 244 unter dem Titel Flaxpia too Ayioo "'Opoo; baupt-
sacblicb aus den Hss. 281 und 288 des Rbossikon eine Sammlung yob
Texten zur Grescbicbte des Atbos Yeroffentlicbt. Ausfiibrungen yob
Mitzscbke ilber die Stenographische Nachschrift einer griechischen
Kaiserrede zu Konstantinopel im Jahre 574 n. Ohr, AStg. LXII 64 — 68
geben yob dem einscblagigen Bericbt in der syrischen Kircbengescbicbte
des Johannes y. Epbesos aus. Xacb Djakonov KbrO. 1911. 1294
bis 1320. 1450—1467. 1912 88 — 117 liefie sicb KHpn BaTHCidM cnpifi-
cida ii;epKOBHH0 ncxopHK'B VII. Btoa (Kyros von Batndn, ein syrischer
Kirchenhistoriker des 7. Jhs.) als Quelle einer umfangreicben Scbicbt
bei Micbafl d. Gl-r. nachweisen. Die armeniscben Gescbicbtscbreiber
betrefiend sind eine (Untersuchung
zim Agathangelos-Palimpsest) yob Adjarian HA. XXVII 1—20, eine
Neuausgabe yob (\ ymL.utnnult {JDes
Faustiis von Byzanz Oeschichte Armeniens) (Tiflis 1912. — 407 S.)
und der ScbluB von Matikian atiP
nLuriLtfliiuultiitiLP'litl (Der Anonymus oder der Pseudo- Sebeos. Kritische
XJntersuiihimg) HA. XXVII 21 — 36 zu verzeicbnen. Mit Vasiliev
Kital al-Unvan. JSistoire tmiverselle ecrite par Agapius (MahhouV) de
Men-bidp Seconds Partie II (S. 139—210 = PO. Vill 3) ist auch in
dieser Ausgabe zunachst der zweite Toil des bedeutsamen arabischen
Greschicbtswerkes Yollstandig geworden, auf Grrund dessen Baumstark
ZHtW. XIII 306 — 319 erstmals Die Lehre des rbmischen Presbyters
Florinus^ eines dem Valentinianismus Babestehenden Gruostikers des
2. Jhs., genauer darstellen kounte. Von Seybold wurde Severus ibn
al Aluqaffd* Alexandrinische Palriarchengeschichte von 8. Marcus bis
Michael I, 61 — 767 nach der dltesten 1266 geschriebenen Hamburger
Handschrift im arabischen Urtext herausgegeben (Hamburg 1912. —
Literaturbericht.
211
IX, 208 S.), wodurcli die Forscliung Ibeziiglicli des unscliatzbaren Liber
pontificalis der koptisclien Kircbe aiif eine ganz neue Q-rundlage ge-
stellt wurde. Die Publikation iisv
(iA£i) ir^ov (ivAr) (La Syrie de 1782 d 1841 d^aprh im temoin ocii-
laire) fiibrte Malonf M. XVI 812 — 824 zu Ende. Yon Grebaut ist
ROC. Xyil 302 — 306 eine Chronologie des patriarcJies d^Alexandrie
d^apres le ms, ethiopien no. 3 de M. Delorme zunacbst bis auf den
hi. Xyrillos nnd 306 — 314 eine Chronologie hiblique d'apres le ms.
Hlnopien no. 3 de M. Delorme mit TJbersetzimg herausgegeben worden. —
Profane Pachwissenscliaften: Anneniscli warden Yon Manandian (Peters-
burg 1911. — VIIIj 175 S.) ^ts\tn^nfjLnL.p-friuh^L Y^^iiliuinnuilr^p
j^&ujjlriui^ liiltuummuligli (^Commentcirii in Aristotelis Kategorias
Dliae commeniatori adscripti) herausgegeben. Von Burkliard warden
WSt. XXXIV 135 — 138 Auszxlye axis Philoponns als DandhemerJiungen
in einer Nemesiusliandsclirijt nachgewiesen and darch eine Kollation
bekannt geniacht. Hierokles bei Tlieophjlalctos (Siniokattes) IIspl Sta-
cpopwv cpuotxcSv dttopY](xdTa>v p. 27 ed. Bonn, ist nach Praechter Hin.
XL VII 117 — 126 nicht der Xeuplatoniker, sondern wahrscheinlich ein
Paradoxograph oder allenfalls der Stoiker des Namens. Tpia xsipisva
at>[xpaXXovta el<; TTjv loxopiav xo3 vaoxixou icapa xot? BeCavxlvoi? hat
Lampros XHm. IX 162—177 ediert. La tradition manuscrite du
Lexiqne de Suidas wird Yon Bidez SbPAW. 1912. 850—863 sorg-
faltig untersucht. Falsche Konjelduren Bernliardys m Suidas weist
Praechter BZ, XXI 425 — 430 zuriick, wahrend ebenda 381 — 424
de Boor Suidas tend die Konstantinische Exzerptensammlung aaf
ihr Verhaltnis zueinander antersacht, am za bestimmen, was sich aas
dem Lexikographen zur Kenntnis des kaiserlichen Sammelwerkes go-
winnen lasse. Von de Stefani wurde a. a. 0. 431 — 435 II Lessico ai
Canoni giambici di Giovanni Damasceno secondo un ms. rommo der
Biblioteca Angelica behandelt and eine Kollation jener Hs. mitgeteilt.
Ein lateinisch-griechiscMcoptisches Qesprdchhuch des 6. Jhs., das nach
Art moderner ReisekonYersationsbticher dem Bedtirfnis, gelegentlich
Latein za sprechen, bei griechisch me bei koptisch redenden Agyptern
entgegenkommen sollto, wird duroh ein von Schabart KL XIII 27 — 38
ediertes and aasflihrlich besprochenes Kodexblatt kenntlich. Die im
J. 1907 begonnene Publikation von Mob erg BucJi der Strahlen* Die
grojere Qrammatik des BarJiebrdus. Vbersetmng nach einem kritisch
berichtigten Text mit textkritischem Ajoparat und einem Anhang: mr
Terminologie wurde darch Nachlieferang des ersten Teiles (Leipzig, —
19, 436 8. and II 8. 163—182) yollstandig. — Ehetorisclie Prosaj pro-
saisclie IJnterhaltungsliteratur: Von Mcolas Cabosilas hat Jagie IRAIK.
XV 112 — 121 zwei Jugendarbeiten an den panegrigues inedits de
Mathieu Cantacuzhne et dAnna Baliologine erstmals bekannt gemacht.
212
Literaturbericht.
Michaelis AndreopuU liber Syntipae wiirde yon Jernstedt (Petersl)urg
1912, — XVI, 200 S.) ediert. — > Poesie: Den Zusammenliang yon
Fsalmenvortrag tend Kirdiendiclitung des Orients begann Banmstark
Grm. VI 290 — 305. 413 — 432 im Ealimen einer formengescliiclitliclien
Skizze der Entwicklung der letzteren ans Liclit zii stellen. LaPianas
grundlcgende Arbeit Le rappresentadoni sacra nella letteratura bkantina
dalle origini al sec. IX con rapporti al teatro sacro dioccidente liegt
nnnmebr aucli in einer Separatausgabe (Grottaferrata 1912. — 334 S.)
vor, der ein durcli den Schlufizusatz des Titels inbaltlich gekennzeicb-
netes non binzugekommenes Kapitel selbstilndigen AVert yerleilit. TJn^
lifficiatxira perdxita del Venerdi Santo wurde an einem dein Metapbrasten
zugeschriebenen Kanon fur eine abendliclie Gedaebtnisfeier der Sclimerzen
Maria RO. V 302 — 313 yon einem Dngenannten mit einer Einleitung
liber die Verelnung der Sebmerzensmutter in der grieebiseben Kircbe
yeroffentlicbt. Banmstark bat K. 1913. I 209 — 220 Vbersetmngen
ans dem OriecMschen in den Besponsorien der Metten des Triduum
Sacrum nacbgewiesen nnd dnreb das Mittelglied jiingerer Troparien
auf die Kontakiendiclitnng des 6. Jbs. ziiritckgefiibrt. Eine hislier
unverbffentlichte Ahhandlung Ephrdms des Syrers ilher die BedrilcJden
und JBedrdugten in siebensilbigem Metrum maebte V andenboff TG. IV
239 ff. durcb eine deutsebe Xlbersetzung bekannt. Landersdorfer
bietet in einer solcben Ausgeivdhtte Scfiriften der syrischen Dicliter
Cyrillonas, Balaeus, Isaak von Antiocliien, Jakob von Sarug (Kempten-
Miinchen 1912, — Yll 54, 45, 148, 143 S. - BKy. VI). Ein Essai
de vulgarisation des homHies metrigues de Jacques de Saroug, eveque de
Batnan en Mesopotamie (451 — 521)^ wurde yon Babakban ROC. XVII
410 — 426 mit einer metriseben Ubersetzung der Dicbtnng liber das
Herabsteigen des Hoebsten auf den Sinai (ed. Bedjan I S. 3 — 38) er-
offnet. In einer Serie yon Konstantiniana aus syrischer Kunsi und
Liturgie bandelt Banmstark an dritter Stelle KGZ. liber Konstan-
tin der ^^Apfostelgleiche^^ und das Kirchengesangbuch des Severus von
Antiocheiaj wilbrend er Gm. VII 2 — 20 anf Grnnd des letzteren Das
fruhcliristliclie Kommunionlied des antiochenisclien Patriarcliats in seiner
Entwicklnng yerfolgt bat. Von Abegbian werden Ar. XL VI 720
bis 732. 823 — 836 in einei' Serie ^L.pnL.iuq.Sirii q.jiml^uJtnL.P’bwdj
uiunrn/}iLp-[tiJlig (Orundrisse aus der 0-eschiehte der armenischen Liter atiir)
^lUQiul^iuithhpli ifuiujfb (Die armenischen Hymnen) bebandelt. Anf dem
Gebiete der profanen Dicbtnng bat Knknles textkritiscbe Hagcctygy’-
(Tcig dg Tcc Carmina graeca medii aevi rov Q. Wagner Lg. Ill 358 — 381
durcb Ansfilbrnngen liber den boben knltnrgescbicbtlicben "Wert der
mittelalterlicben grieebiseben Vnlglirpoesie eingeleitet. Von Hemling-
Pernot erbielten wir EBDTOnAlFNIA (Chansons J amour) puhliees
dlaprhs un manuscrit du siecle^ avec ime traduction, une Uude
Literaturbericht.
213
critique sur les EKATOJiOriA {Chansons de Cent mots), des ohser-
vations grammaticales et un index (Paris. — XXXVI, 132 S. 1 Taf.).
Jernstedt bietet JMVa. 2. XXXYL Abt f. klass. Philol 219 — 232
3aM-]&TKH iiT> TeKcry TiopeMHHX'B cthxob-b Muxaim PjiHKaca (XII B)
{Notizen mm Texte der Qefdngnisverse des Michael Qlykas \XIZ J.]).
Poesien des 16. Jlis. wurden an reopyiou xoe AItcdXoo 56o avsxSoxa
oTt;(oopY7]}jiaTa el<; MijjavjX xal ’Av6p6vtxov xoi); KavTaxooCvjvo6; you
L ampros NHm. IX 252 — 264 mit ausfllbriicber Einleitung iiber den
Dichter und die Adressaten pnbliziert. tJber Die letzte Eaiserin von
Trapemnt in der sudslavischen Dichhong handelt Lncerna (Saraievo
1912. — 36 S.).
Yl* Die Denkmaler. — Ausgrabungen und Aufnalimen: Aus Jerusa-
lem berichtet Vincent RB. 2. X 88 — 96 uber Fouilles aux ahords
de la tour de FsegJiina, durch welcbe Reste eines' Stadttores der Zeit
Obristi bloBgelegt wurden. II santua^no del QalUcantus in Gerusalemme
bat Zaccaria XBAO. XVIII 5 — 10 nacli den Ausgrabungen der
Assumptionisten bescbrieben. Merkle orientiert HI. X 19 — 31 weitere
Kreise tlber Das Wilstenheiligtum des hi Menas, seine Aufdeckung
durcb Kaufmann und ibxe Ergebnisse. Aus Bulgarien gibt Eilow
JbDAI. XXVII (Arcbaol. Anzeiger) 558 — 563 tiber die beiden unter
der Sopbienkircbe in Sofia aufgedeckten Mosaikfufiboden Xacbriclit, Yon
welcben der untere zu einem Kircbenbau des 4., der obere zu einem
solcben des 5. Jbs. gehorte. Auf diesen Originalbericbt griinden sich
weiterbin die Mitteilungen von J. P. Kirscb liber Eine Coemeterial-
kirche aus dem IV. Jahrhundert in Sofia RQs. XXVII 84 f. Eine
Topograjohie de Thessalonique von Tafrali (Paris. — XII, 220 S.)
bietet einen Yorziiglicben Eberblick liber die friibcbristlicben und by-
zantiniscben Denkmaler von Saloniki. Scbmit bat IRAIK. XV 206
bis 239 auf G-rund neuer Aufnabmen die 11 AN APIA APrEAOKTIO-
TOO zu Kition auf Oypern zum Gegenstand einer Untersucbung ge-
macbt, die ibn Hauptraum und Apsis als gleicbaltrig betracbten und
den Mosaikscbmuck et^va dem 9. Jh. zuweisen laBt. Mvy)psta Xatpstac
sv Pavojfcipoi; bespricbt G*edeon EA. XXXII 304 f.
311 ff. 325 ff. 352 — 355. Les eglises de Cappadoce bat de Jerphanion
im Sommer und Herbst zum Zwecke des Studiums ibrer Fresken aufs
neue untersucbt, eine Expedition, liber die er AIBL. 1912. 320 — 326
Bericbt erstattet. Von Homs bis nacb Kalaat Siman fllbren die liebens-
wlir digen Tagehuclibldtter aus Nordsyrien des Herzogs JobannG-eorg
zu Sacbsen (Leipzig-Beiiin 1912. — VIII, 71 S.). Sie befassen sicb
naturgem^fi in erster Linie mit den friibcbristlicben Aa’cbitektur-
denkmalern des an solcben so reicben Gebietes, bringen aber z. B.
aucb wertYolle Xotizen liber armeniscbe Miniaturenbss, in Aleppo.
Unter dem Titel Le aiitichitd christiane WOriente ed i Turchi erbebt
214
Literaturbericlit.
RO. V 55 £ aus Aiilafi des Balkankrieges ein Ungenannter einen ISTot-
sclirei um Scliutz und Rltrsorge fur die ersteren. — KunstgescMcLte:
Mediaeval art: from the peace of the Church to the eve of the Renais-
sance beliaudeli 312 — 1350 Lethaby (London 1912. — 334 S.). Eine
Illiisirierte Kunstgeschichte von IST eu-wirtli (Berlin 1912. — X, 1072 S.)
suclit bezliglicli der Einschatzung der Bedeutung des Orients fiir die
cliristliclie Kunstentwicklung eine vermittelnde Haltung einzunebmen.
Ein Programm von Mo bn (Rossel 1912. — 17 S.) wlirdigt Die christ-
liche Kimst des ersten Jahrtaiisends als ein Spiegelbild der Religion
und des cliristlichen Lebens. In Eortfiibrung seiner Ai'beit Ein Gang
durch die Oeschichte der altchristlichen Kunst mit ihren neuen Pfad-
findern erortert Wulff RKw. XXXV 193 — 240 IL Die Fortbildung
der altchristlichen Kunst im sgro-paldstinensischen und in den Ubrigen
Ktmsikreisen des Osfens mit besonderer Beriicksicbtigung der Plastik.
Die Bedeutimg der Crundung Konstantinopels fur die EntwicJdung der
christlichen Kunst wird von Strzygowski KGZ. 363 — 376 beleucbtet
und darein verlegt, dab an der neuen Hauptstadt ein „auberordent“
licb ergiebiger Angriffspunkt“ fur den Ansturm asiatiscb-orientaliscber
Einfliisse gescbaffen wurde. One visile d quelques eglises de Serhie
(Bukarest 1911. — 44 S.) gibt Bals AnlaB, das gegenseitige Ver-
baltnis der serbiscben und rumaniscben Kunst zu untersucben und
den bistoriscben Gresamtverlauf ibrer Entwicldung unter besonderer
Beriicksicbtigung ibres Zusammenbangs mit Byzanz zu skizzieren. —
Architektur: tJber Early Christian and Byzantine architecture bat
Browne (London 1912. — 152 S.), tiber Byzantine and romanesque
architecture ungleicb eingebender Jackson (2 Bde. London. — XX,
274; VIII 286 S. 166 Taf.) gebandelt. Les Cathedrales et Basiliques
latines, hyzantines et romanes du monde catliolique fiibrt Cloquet
(Lille. — 352 S.) vor. Das Stilprinzip der altchristlichen Architektur
erweist eine Entivicklungsgeschichtliche Studie von M. Scbwarz KG-Z.
340 — 362 mit treffiicber Herausarbeitung des Zusammenbangs mit der
vor- und auBercbristlicben Antike in der selbstandigen Organisierung
der AVand, wobei ausscblieBlicb das stadtromiscbe Denkmalermaterial
berangezogen wird, es aber „dabingestellt“ bleibt, „ob die entscbeidenden
ktinstleriscben Taten in Rom^ selbst gescbeben sind oder von auswarts
auf Eom gewirkt baben.“ Uber Pendentifs, Trompen und Stalaktiten
verbreiten sicb Beitrdge zur Kenntnis der islamischen Architektur von
Rosintbal (Leipzig 1912. — VI, 87 S.). Liibeck scbildert PB.
XXV 65—70 in popular gebaltener Weise Das Kultusgebdude der
Griechen im allgemeinen, Baur referiert AOK. 1912. 84ff 93ff. 105 fP,
mit Verstandnis fiir die bervorragende Bedeutung derselben tiber
Neuere Entdeckungen auf dem Gebiete der syrisclim Kirchmarchitektur
und fiibrt ebenda 1913. 4 — 7. 16 ff. nacb der Publikation von Butler
Literaturbericht.
215
Die Sajptisterien im altchristUchen Syrien vor. Ztir neuesten EnU
loicUimg der Meschetta-Erage nimmt Brumiow ZA. XXVII 121 — 138
daliin Stellung, daB er jeden Zusammenliang mit dem Islam ablelint,
den ursprllnglicben Ban im 6. Jh. dnrcli einen Grhassaniden mit ^by-
zantinischem Geld nnd nacb lachmidisclien Muster ausgeflllirt werden
laBt nnd eine spatere Restanration nnter persiscber Herrscbaft an-
nimint. Bei de Jerphanion-Jalabert Taurus et Cajgjgadoce MFO.
Y 283 — 303 interessiert die Aufnalime zweier Kircbenruinen in Deleli.
Surp Hagop (Djmdeirmene), eine Klosterruine der Kommagene^ ist wie
ein Ein Beitrag zur Betvertung und Datierung der nordmesojgotamisclien
Kunst von Gnyer RKw. XXXV 483 — 508 nacliweist, epigraphiscb
anf die erste Halfte des 9. Jhs. datiert, worans dann der in solcber
Allgemeinheit wobl entscbieden iibereilte ScbluB gezogen wird, dafi
die verwandten Sakralbanten Xordmesopotamiens von Strzygowski in
ihrem Alter stark ilberscbatzt wiii’den nnd als Doknmente nicbt einer
bodenstandigen orientaliscben, sondern der bellenistiscben Art des
antiocheniscben Kreises zn gelten batten. Christian antiquities in the
Nile Valley lebrt a contribution towards the study of ancient Churches
von 01 ark e (Oxford 1912, — 234 S.) kennen. Ehex Byzantine Churches
in Constantinople liegt eine zusammenfassende Arbeit van Millinge ns
(London 1912. — 382 S.) vor. Santa Sophia and its Memories lafit Blake
NtO. 1913 355 — 376 vor dem Leser ersteben. The Church of 8. Eirene
at Constantinople macbt George (London. — 85 S. 30 Taf.) in sorg-
faltiger Anfnabme bekannt. Tiber Le basiliche urbane di Salona orien-
tiert Bervaldi RQs. XXVI 133—150 auf Gmnd der Ansgrabungs-
ergebnisse der neueren Zeit. Ein Anfsatz von Gnrlitt liber Die
islamitischen Bauten von Isnik (Nicaea) OA. Ill 49—60 bringt wert-
voUe Knnde aiicb von der im 14. Jb. znr Moscbee nmgewandelten
dortigen Hagia Sophia, einer basilikalen Anlage, deren Entstebnngs-
zeit dem J. 325 nicbt allznferne liegen soli. ApxiiTeicTOHnnecKara
(DopMa na Ooc^HiicKaTa nepnsa ca. Co<i>nn {Die architeMonische Gestalt
der .Sophienldrche in Sofia), einer dreischiffigen gewolbten Kreiizknppel-
basilika, wird von Protic (Sofia 1912. — X, 126 S.) an der Hand
vorzliglicber Aufnabmen vorgefilbrt. Die Architeldur im ehemaligen
Fiirstentum Moldau stndiert Romstorfer ZGA. V 81 — 96 in ibrer
Eigenart an zwei hervorragenden Beispielen, der im J. 1488 geweibten
Kircbe des Klosters 'Woronetz nnd der im J. 1612 gestifteten Kirche
zn Solka. Die bischdjiiche Rloster'kirche zu Carlea de Arges bat Jaffe
Mit [Inter stiltzung der Landesbehorden und nach eigoien Studien heraiis-
gegeben (Berlin 1911. — VIII, 132, 52 S, 24 Taf.). — Malerei und
Plastik: Von Xiirtb Die Wandmosaiken von Bavenna erscbien eine
2. Anflage (Mtmcben. — VIII, 292 S, 44 Taf.). Jl mosaico obsidiaiG
della Vrsiniana, der im J. 1734 niedergelegten alien ravennatischen
216
Litera1:urbericlit.
Kathedrale, war nach. Grerola FE. I 177 — 190 ein die Anastasis dar-
stellendes byzantinisclies "Werk vom J. 1112. Notizen der Oe-
scMchte der Kartogra;phie yon Wolkenbauer DGB. -XXXV 29 — 47
berubren yon Ohristlicb-Orientaliscliem neben Kosmas dem Indienfalirer
aucli die Mosaikkarte yon Madaba, die niclit minder bei A. Dunk el
Em Stadtplan Jerusalems aus dem 6. Jahrliundert TO*. V 189 — 193
in Eede stelit. Nacb ibm wobl nock eber dem 5. als erst dem 6. odor
7. Jb. entstammende Freshen lei Assiut in Aegypten werden dnrcb
Herzog Jobann Q-eorg zu Sacbsen EQs. XXVII 76 ff. besser,
als sie es bisber waren, bekannt gemacbt. La date des loeintures de
Toqale EilissS en Ca^ppadoce wird yon de Jerpbanion RA. 4. XX
236 — 264 unter eingebender Beriicksicbtignng ancb der yon ilmen ab-
hangigen Fresken yon Tcbaouch-In auf die Zeit des Nikephoros Pbokas
bestimmt. Millet glaubt in seinen Bemarques sur Viconograpliie des
peintures cappadociennes AIBL. 1912. 326 — 335 nnter diesen zwei
G-ruppen scbeiden zn konnen, yon denen die eine mit der syriscben
Ikonograpbie des 6. Jbs. zusammengebe, die andere ecbt byzantiniscb
sei. Vier Freskolwpfe aus dem Kreu^kloster lei Jerusalem, die er bei
seinem Anfentbalt in Jerusalem erworben und BZ. XXI 488 ff. publi-
ziert bat, mocbte Herzog Jobann Georg zu Sacbsen nicbt erst
auf die letzte Ausmalung der Kircbe im J. 1644 zuriickfubren, sondern
mindestens nocb dem 16. Jb. zuweisen. A proposito di un^antica Cro-
naca Alessandrina bringt Bertolini BSGI. 5. I 1126 — 1140 inter-
essantes Parallelenmaterial zu den Miniaturen der yon Bauer-Strzy-
gowski publizierten illustrierten 'Weltcbronik bei. Die Miniatures du
menologe grec du XT siede n®* 183 de la libliotheque synodale d Mascou
baben Treneff und Popoff (Moskau 1911. — 9 S.. 11 Taf.) mit
russiscbem und franzosiscbem Text berausgegeben. Von Baumstark
wurden als Konstantiniana aus syrischer Kunst und Liturgie KGZ.
217 — 247 X Lie Federzeiclinung ernes jaJwlitischen Bomiliars und das
mutma^lidie Apsismosaik der konstantinischen Martyrionslasilika und
S, Ler Konstantins^yklus eines illustrierten nestorianischen Evangeliars
lehandelt. An den Feintures Jun evangeliaire syriaque du XIF ou
XIIL siede, Bibb Vat. Syr. 355 zu Paris, bat Omont MP. XIX
201 — 210 ein Denkmal syrischer Miniaturenmalerei der Forscbung zu-
ganglicb gemacbt, auf dessen ganz beryorragende Bedeutung alsbald
eine Mitteilung yon Gregory TLz. XXXVIII 92 ff. nacbdriicklicb
binwies. Ein Verzeichnis der wichtigsten Miniaturen-Eandschriften der
KgL Hof’- und Staatslilliothek in Munchen yonLeidinger (Mtincben
1912. — 56 S.) bescbreibt S. 40 ff. ancb drei armeniscbe Hss. 2o[xitXY]-
pa)Ttxal elSTjaet^ irspl too CttJYpa<poo navaytcoToo AoJapoE, einen besondei's
auf dem Gebiete des Portraits tatig gewesenen griecbiscben Xiinstler
des 18. Jbs., wurden NHm. IX 265 — 270 yon Lampros geboten.
Literaturbericht.
217
Neue Beitrage zur Kenntnis der Verelirung tmd llwnographie des Jit
Spyridon des Herzogs Joliann Georg zu Saclisen BZ. XXI 490
bis 495 zielien liinter einem auf den Knit des Heiligen bezuglicbon
und teilweise anf Angaben Salayilles berubenden ersten Teile in
ibrem zweiten eine Eeibe yon Ikonen beran, yon denen zAvei reprodu-
ziert werden. JDrei Ikonen in Klbstern Jerusalems^ namlicb ein Selbst-
drittbild der bl. Anna, ein Bild der beiden Heiligen J oannes Klimakos
nnd Onupbrios ans dem 17, Jb. nnd eine yon ibm nocb vor 1500 an-
gesetzte Madonna bat derselbe erlaucbte Forscber ZOK. XXV 211
bis 214 bekannt gemacbt. Einige Beitrage zur cliristlichen Kunst-
geschichte JPaldstinaSj die er ebenda 247 — 254 yorlegte, betreffen neben
Ikonen in Mar Saba an Plastiscbem ein Kapitell am Jakosbrnnnen,
Denkmaler der Stein- und Holzskulptur der griecbiscben Kircbe zu
Xazaretb und zwei ans der Zeit um 1200 stammende Siiulen im Ke-
fektorinm auf dem Karmel. Eine binterlassene Arbeit Aus’m Wertbs,
Fundgntben der Kiinst imd Ikonographie in den Elfenbeinarbeiten des
christlichenAUertums imd Miftelalters, ersebien berausgegeben yon Wit t e
(Bonn 1912. — III, 4 S. 25 Taf.). Les ivoires pr^gotJiiqnes conserves
en Belgique bebandelt Laurent (Briissel-Paris 1912. — 127 S.) mit
dem sicbtlicben Bestreben, den ostlicben Binfliissen gereebt zu werden.
Le motif du galop volant sur tine cassette dHvoire byzantine in Eayenna
wb'd yon Brebier RA. 4. XIX 428—432 txber das Mittelglied der
ikonoklastischen Kunst auf Persien zuruckgeftibrt. — Kunstgewerbe:
An der Hand eines jetzt in der stiidtiseben Galerie zu Frankfurt a. M.
befindlicben Materials geAviibrte Kaufmann einen wertyollen Einblick
in den Zusammenbang spiltantiker und koptiseber Art auf einem be-
stimmten Einzelgebiete, indem er in einer luxuries ausgestatteten Publi-
kation Agyptische Terralcotten der griechiscli-rbmisclien und koptischen
Epoche vorzugsweise ans der Oase el-Faijim gesammelt und beschrieien
bat (Kairo. - — 138 S. mit 18 Taf, Anbang). Zwei sebone Bucheinbdnde
aus Agypten, Lederarbeiten etwa der ersten Halfte des 9. Jbs., hat
Ib sober BKKs. XXXIII 46 — 52 bekannt gemacbt. An einer inter-
essanten armeniseben Sticker ei aus der Bukoyina bat Strzygowski
WVk. 112—26 Ein Werk derYolkskunst im Liclite der Kunstforschung
betraebtet und mitten in den Kreis der sicb um den Gegensatz yon
Hellenismus und Orient ergebenden Probleme bineingestellt. — Ikono-
graphie: Le ninibe rectangulaire en Orient et en Occident bespricht
de Jerpbanion Et. OXXXIY 85—93. Sebmit yerfolgt IRAIK.
XV 31—72 eingebend in ibrer ikonograpbischen Entwicklung B;iaro*-
B'buiieHie (Die Verkundigung) in den beiden Haupttypen der Ver-
kiindigung an der Quelle und im Hause, wobei er den ersteren auf
Nazareth zurllckfubren moebte, und bebandelt ebenda 73 — 91
Hsi* HKOHorpa<DHuecKnxn BapiauTOB'B Kpemenia CnaenTejia (Eine Eigen-
218
Literaturberioht.
iimlichlceit der altesten Darstellungen der Taiife des Eerrn) an dei'
knabenhaften Fassnng Jesu im Gegensatz zu der bartigen des Taiifers.
Bei JSTeufi Das Buch Ezechiel in Theologie und Kunst bis ztim Ende
des IS* JahrJiunderts. Mit besonderer BerilcksicMigiing der Oemdlde
in der Kirche zu Schwarazrheindorf* Ein Beitrag zur OescMchte der
Typologie der cliristlichen Kunst, vornelimlich in den Benedildiner-
Idostern (Milnster 1912. — XVI, 333 S.) wird sorgfaltig der grund-
legenden Bedeiitung des Orients Becbiiung getragen. Zii^n Tliema
der DarsteUung des zweikdpfigen Adlers bei den Byzantinern, die bereits
eine von ilim dem 9. oder 10. Jh. zugescbriebene Bleibulle vertritt,
bat Bees EKw. XXXV 321 — 330 eine Masse neuen Materials bei-
gebracbi — EpigraxoMk: Aigr ain Manuel d^epigraphie chretmne S^partie:
Inscriptions grccques (Paris. — 127 S.) gibt eine gate Answahl wicbtiger
inscbriftlicber Texte. Dne inscription grecqiie chretienne d ‘Amwas,
die Vincent EB. 2. X 100 f. veroffentlicbt, erganzt ein seit stark
30 Jabren bekanntes Bruckstiick zu einer trinitariscben Bekenntnis-
formel mit dem ScbliiBsatz <xaX>H H flOAIS XPI2 <tl>ANQN. Wabr-
scbeinlicb cbristlicb ist aucb Xo. 51 der von Seurre Archeologie thrace*
Documents medits.ou peu connus ExA. 4. XX 255 — 276 mitgeteilten
and kommentierten Inscliriften, das metriscbe Epitaph einer Aimiliana.
E van g elides ESveclie de SMathos EO. XV 506 — 509 bietet Beitrage
zur Eekonstruktion der Liste ilirer Titulare und derjenigen der Biscbofe
von Skopelos auf Grand mittelalterlicber griecbiscber Inscbriften. Einige
koptiscbe Inscbriften sind bei Mallon Coptica MPO. V 121* — 134*
publiziert. ttber die altbulgariscben Ausdriicke in der Inschrift von
Oatalar and der altbulgariscben Purstenliste bandelt Mar quart lEAIK.
XV 1 — 30. — Nuinismatik; Maurice bat seine Kumismalique Con-
staniinienne mit dem die Tableaux synopliques bringondon Tome 111
(Paris 1912. — 326 S. 11 Taf.) zum AbscbluB gebracbt. Von einem
auf Grand der Privatsammlung des Verfassers, derjenigen der Kaiserl.
Eremitage in St, Petersburg und den alteren Arbeiten von Sabatier
und Wroth ausgearbeiteten Werke tiber Monnaies byzantines von
Tolstoi sind die zwei ersten Lieferungen (Petersburg. — X, 224 S.)
der Zeit von Arkadies bis Anastasios gewidmet. To Xsyoixsvov [loXo^-
SopooXXov TOO Ntx7|cp6pou Ocoxa bei Scblumberger, tin empereur
byzantin an dixieme siecle S. 311 ist nacb Konstantopulos JIAN.
XIV 55—60 vielmebr auf den in den europaiseben Provinzen 1078
oder den in Kleinasien 1080 proklamierten Nikephoros (Bryennios bezw.
Melissinos) zurllckzufiibren,
YII. GescMcEte der orientalisclieii Studiem Die cigijptische
Religion nacli der DarsteUung der Kirclienschriftsteller und die dgyp-
tischen Denlmdler bat Zimmermann (Paderborn 1912. — XVI,
201 S.) sicb vergleicbend gegenubergestellt, Kentree de Jean de Damas
Literaturbericlit.
219
dans le monde Utteraire occidental mrd nacli de Gliellinck BZ. XXI
448-457 durcli eino lateinischo Ubersetzung der "'ExSoot; (ixpip-rj^ TYj<;
6p&oo6SoD Tziaxemq, von E.obert Grossetete und eiiie gleicbfalls noch vor
dem 13. Jh. entstandene partielle Ubersetzung desselben Werkes be-
zeiclmot. Die Arbeit you Zabugbin fiber Questmii religiose greco-
slave negli scrittori del Binaseimento fancl RO. V 32 — 48 eine weitere,
nocli immcr auf Alb. Piglii „AdY. Graec. errores et pertiiiaciam“ be-
zligliclie Portsetziing, Eiii Orientalisches Datenhucli von Heym (Leipzig
1912, — 37 S.) biotet Eine Sammhing von Qcebitrts- und Todesdaten
von Orientalisten seit den Anfdngen der orientalischen Spracliwissen-
soliaft bis auf die Oeyenwart in alphahetischer Anordnung, Eine Bihlio-
grapliie Albanaise von Legraud {Oeuvre posthuwe completee et puhliee
par Gdj^. Atben 1912. — YIII, 228 S.) entbalt die Description rai-
sonnee des oucrar/es piiblies en albanais ou relatifs d VAlbanie du
^ Vannie 1900. Gbazikians ^
fri^ ^tuLi^mq.liunupujtj ^tuj {Nouvelle hibliograpliie arme-
nienne et encyclopedic de la vie armenienne 1512 — 1905) ist mit der
dritten Lieferung (Venedig 1912. — S. 1600 — 2079) bis zum ScbluB
des I. Bandes gedieben. Tin ami de V Orient Chretien. Le B. P. Vin-
cent de Paul Bailly^ Assomptioniste {1832-1912), dem die Redaktion
EO. XYI 16 — 27 einen warmen Nekrolog yoU Yerdienter Bewunde-
rung widmet, war Yor allem aufs engste mit der Begrtinduiig jener
Zeitscbrift Yerbunden. Einen Xacbruf bat ferner ein urn die cbrist-
licb-orientaliscben Studien bociiYerdienter Gelebrter an AO-avaoto;
Ilairao^TcouXoc Kspapsii? NHm. IX 287 ff. durcb Lampros gefunden.
Bei Legerer Paul Bedjan, ein clialddischer Sprachgelehrter Kit. XIII
200 — 208 erbalten wm anlatUicb seines SOjabrigen Priesterjubilaums
eine tlbersicbt tiber die imposante Reibe der unscbiltzbaren Publi-
kationen des Unei^mildliclion. To if Ais&vsc SovoSixov tcSv AvaToXtaxoiv
siebt sicb durcb Lampros NHm. IX 182 — 193 einen Riickblick auf
seinen Yerlauf gewidmet. Die A6o oovsSpta Iv die derselbe
ebeiida 280 — 286 unter dem Gesiobtspunkt der Beteiligung griecbiscber
Gelebrter bespricbt, sind der Arcbaologen- und der Historikerkongreli
des Yorigen Jabres. Vom X. internationalen Kongress fur Eunst-
gescliichte bericbtet ferner J. P. Kirscb RQs. XXYII 82 ff. liber
Yortriige you Wilpert („Roma creatrice dell’ arte monumentale palaeo-
cristiana e medioevale^), Galassi („ Sulla prima apparizione dello stile
bizantino nei musaici ravennati^) und Bertini Calosso („Origini egizie
del tipo iconografico della Dormitio Yirginis^). Bei Tbomsen Be-
richt ilber meine im Frilhjahre 1909 auf Orund des Socin-Stipendimns
unternommene Beise nach Paldstina ZDMG. LYII 97 — 106 inter-
essieren vom Standpunkte dieser Zeitscbrift aus besonders die An-
gaben liber die Yom Yerfasser auf der griecbiscbenPatriarcbatsbibliotbek
220
Literatiirbericlit.
in Jerusalem in Hss. monclasgesch.iclitlichen Tnhalts gemacliten Studien.
Bin Bulletin de th§ologie orientale von Jugie BO. XY 525—541 bietet
ein eingeliendes Heferat iiber eine Reihe teils ortbodoxer, teils auf
den Orient beziigliclier katbolischer Werke der jiingsten Zeit. Den
Arbeiten der letzten secbs Jabre iiber Die Sprache der griechisclien
Bihel bat Deifimann TEs. XY 339 — 364 einen kritiscben Literatur-
bericbt gewidmet. Sein Unt-^iu^ tL^niq^ui^iub lul^wh ^^wtnwpwI^nL.^htuh^
1896 — 1910 (Katalocj der die Armenier hetnffenden europdischen PuUi-
kationen der J. 1896 — 1900) wurde yon Ferhat HA. XXYI 637
bis 640. 692—704. 76.5—768. XXYII 247—266 fortgefUbi’t. Die im
J. 1912 erschienen Arbeiten liber Armenien verzeicbnen
mlTiihlint.p^lii!itijhp (BihUograplmcke Mitteilimgen) von A<kinian>
ebenda XXYII 186—192.
Druck von W. Brugulin in Leipjjig
EESTB ABTEILXINQ-:
TEXTE UND 0BERSETZUNGEN.
Die neun „T5pferlieder“ des Simeon von G^sir.
JSfach God* syr. Add. 14520 des britischen Museums ediert und iibersetzt von
Dr. Sebastian Enringer,
kgl. 0 . Hocbscliulprofessor in Diliingen a/Donau.
Am Ende meiner Abliandlung 111361' den mntmaBlichen Verfasser
der koptisclien Tlieotokien in dieser Zeitsclirift, Neue Serie, I, S. 216
bis 226, spreche ich den Wnnscli ans, es mocbten dock die neun Lieder
des Sem'on yon G-esir, die uns eine Handschrift des britiscben Museums
erbalten bat, yeroffentlicht werden, um sie mit den Tbeotokien yer-
gleicben zu konnen.
Nun bat mich mein ehemaliger Schuler, Herr kgk Prafekt B.Eisen-
lohr in Neuburg a. d. Donau an meinem Namenstage mit der tjber-
lassung seiner Photographic dieser Lieder tiberrascht und mich so in
den Stand gesetzt, die Verbffentlichung selbst zu besorgen. Piir diese
Liebenswiirdigkeit sei dem genannten Herrn auch hier herzlichst ge«
dankt.
Die Handschrift hatte ehedem die Bezeichnung Add* 14520; jetzt
ist sie CGCGLl nummeriert. Nach W. Wright’s Catalogue of Syriac
Mss in the British Mimum S. 363 f. ist sie a clear ^ though rather
inelegant Estrangeld of the YIII* or IX* century geschrieben und ent-
httt collection of hymns, prayers and services for various occasions*^^
Der 1. Teil bietet Weihnachtslieder und zwar 15 Ephrams
d, h. 7silbige Verse; 9 des Diakons und Topfers yon Ge§ir
in yerschiedenen Metren und eine des Jakob yon Serug
d. h. in 12silbigen Versen. Uns beschaftigen nur die neun Hymnen
Simeons, welche in der Handschrift die Seiten fob 13b — 16a ein-
nehmen*
Die Uberschrift ist ganz formell: „WeihnachtS‘‘Antiphonen, yer-
fabt yon dem Diakon Simeon Kukaja (Topfer), d* h. Hafner, yon G§^ir;
deshalb nennt man sie ,Topferlieder‘ (Kukaj§.&a).“
Sie bestehen mit Ausnahme des letzten, yierstrophigen Liedes, aus
je 3 Strophen. Das Tsilbige Versmafi herrscht yor, da auch die
11 und 12silbigen Verse immer in 2 H^ften zerfallen, deren eine
Oriens Christianus. Neue Serie III,
16
222
Euiinger
7 Silben zahlt. Die Lieder 2^ 4 und 9 sind durcligangig im 7 silbigen
YersmaB verfaBt, 1 und 5 ebenfalls, jedoch mit Ausnahme des 1. Yerses,
Trelcber 11 bzw. Sailbig ist. Sehr regelmaBig gebaut sind 6 und 8,
namlich: 7 + 9 + 11+7-1-9 bzw. 7 + 4+ 7 + 7 + 4+ 7; komplizierter
ist 3: 11 + 32+11 + 8 + 8 + 12 oder (7 + 4) + (7 + 5) + (7
+ 4) + 8 + 8 + (7 + 5) ■■ und Nr. 7 namlicb : 7 + 9+ 7 + 7 + 7
+ 12 + 7.
Yor jedem Liede ist die Melodie angegeben, nacli welclier es vor-
getragen werden soli. Am Sclilusse der Strophen der beiden letzten
Lieder stebt je ein zweifacbes j^lleluja.
Der Inbalt der Lieder ist scliliclit und einfacb, wie ibi’ Stil. Haupt-
quelle ist natiirlicli die lil Schr-ifL YorzugSAveise die eyangeliscbe Kind-
lieitsgeschiclite. Ob die •wenigen unkanoniscben Ziitaten auf Apo-
kryphe zuriickgeben oder der Pbantasie Simeons entsprungeD sind,
kann z'weifelhaft bleiben:
3, 2 verbindern die zablreicben, die Geburtsgrotte fullenden Engel
die bl. Jungfrau, ibr Kind zu seben und ibm zu naben. 7, i bait der
G-lanz des Jesuldndes die Magier vom Betreten der Hoble zurtick;
erst nacbdein der Heiland auf Bitten seiner Mutter den Grlanz ge-
mildert batte, yermocliten die Y^eison der Krippe zu naben.
Signifikantera Bilder imd Zilge sind nur yerbaltnismafiig wenige
zu yerzeicbnen:
1. 1 tiberbringt G-abriel Maria bei der Verktindigung einen Brief
und liest aus ibm die Botscbaft yor. •
3. 1 werden Maria und Elisabeth mit zwei scbatzebeladenen Scbiffen
yerglicben.
3, 3 wird die Grottesmutter der fleiscberne Wagen des Logos ge-
nannt, als Pendant zu dem Kerubswagen des Yaters.
4, 3 gibt die Monate der Empfangnis und der G-eburt Ohristi an.
5, 2 bezeicbnet Persien, 7, i die Gegend ostlicb yom Paradiese als
die Heimat der Magier.
7, 2 rufen die Hirten dem Heiland Hosanna zu.
8. 1 spricbt yon den Gescbenken der Magier als yon einem Dar-
Auii cvt^ r<u^ao
^ Die Handscbriffc bat keine Yokakeichen, ich babe jedocb bisweilen solcbie
gesetzt, urn die Skandierung zu erleicbteru. . .
Die neun „Topferlieder“ des Simeon von QeMr.
223
bringen der Gebeimnisse der glaubigen Kirclie; gemeint ist die Sym-
bolik der Gabon: Weibraucb (Gott), Gold (Ivonig), Myrrlie (Hinweis
anf den Tod fiir die Menscben). Vgl. Tbeotokia des Donnerstags
(Tnki 113).
8, 2 ist die Stilisierung auffallend: „Ich (Gott Yater) babe dicb
beute gezengt als ein Licht fiir die Heiden, dafi sie deine Dreifaltig-
keit bekennen,^*
8, 3 . Der Brautigam der Kobe ist Nacliklang des ^ IS, b: et ipse
tamquani sponsns procedens de thalamo suo, sowie der Bezeicbnungen
Obristi: sol justitiae iind oriens ex alto, Simeon liebt diese Bilder
wobl wegen ibrer Beziebung znm Stern der Weisen, daber gebraucbt
er mit Yorliebe das Yerbnm juJ.i = anfgeben fiir das prosaiscbere
.iLiAxK'— geboren werden, oder jasu == bervorgeben.
Die Frage nacb der Bicbtigkeit der abessinischen Tradition von
Simeon, dem Topfer, als dem Dicbter der Tbeotokien wird durcb
diese 9 Topferlieder wenigstens im Sinne der Bejabiing niclit gefordert.
Gewifi baben beide (Tbeotokien nnd Topferlieder) einzelne Ge-
dankengange gemeinsam, obne jedocb in deren wortlicbem Ansdrucke
zusammenzustimmen , z. B. Obristus als Sonne der Gerecbtigkeit, als
Saugling, der alien die Milcb spendet, als Ernabrer des Alls, der von
Maria sicb ernabren lafit; Maria als die Pforte des Sonnenaufgangs,
als Tbron dessen, der anf den Keruben einberfabrt, als Tragerin
dessen, der alles tragt. Aber diese wenigen Gedanken liegen nicbt
feme. Dagegen fehlen anf der anderen Seite spezifiscbe Bilder der
Topferlieder in den Tbeotokien. Zudoin sticbt die Scblicbtbeit des
Stiles in den Liedern von dem AYortscbwall in den koptiseben nnd
atbiopiseben Tbeotokien erbebliob ab.
Aller dings darf man nicbt iibersehen, dafi nns anf der einen Seite
nni' 9 kni'ze Lieder, die zudem keine eigentlichen Marienlieder sind,
anf der anderen Seite nnr jiingere Rezensionen der Tbeotokien zn
Gebote steben. Man wird daber nnr mit Yorsiebt sicb dabin anliern
diirfen, dab der Eindrnck, den beide Yergleicbnngsobjekte macben,
der Antorsebaft Simeons fur die Tbeotokien nicbt sebr gtinstig ist.
Antipbonen fiir das Test der aebnrt unserea Herm, yer-
fafit yon dem Diakon Sime'on dem Topfer (Kukaja), d. h.
des Hafners, yon Gesir und deshalb warden sie Topferlieder
(Kukajatha) geiiannt.
15 *
224
Enringer
I
KiLd r^^&::79.*lo
Schema: (4 -j- 7) + 8X7 Silben,
AjcljlO v ^ rtfjjai.i K'trsrto || 1.
optno cniiAxa. v KtSflili oA r^'irua.i v oot-W p3
*:• cpi\x2k*if<' <»cuoiivr3 V Aiis >.^^1^0 >i»:« v oai
V r<to?3ai».=30 ’tn.'i v cpirvajiiix-K' riliiicoo
rslirilso »cr>a:^.*YCV.n
K'jjOTa r^xTii Kl^yo v ri3*liialc^ rCiaxailA |[ r<lJ55lli- 2.
^cooAvaK' V pQ.ir^ ^xr^.l orA^^ rclooi:^ *> f<lat-.iCiD.i
ca\ r6xaC\3L v v K'oAk'
.T*^ ^'5330 V ^it73 rcfocpo •:• ^ onAvarDi •>
--- >li kA ,cn<Xr3f^
A!l^io •:• K'Axiifii •iw=3ir<li3 [I (14a) ^x- 3,
voassain- TCika v Kln.V^o rC^^oxAskO v
cmtX^ia.l <• oara ^ijuloK'cv v r^itaLm r^A^CUSa* crass
-T- rdia^SQ^ ^ V K'^o^Jbars v-k^ih-a v
IL
♦ ^A^j^iroa .rdLn As^ .cpL.i o
Schema: 6X7 Silben.
A>cx\ <• TiJrvx.K' A*f<^TaX^ .tjLXj V rd'SOD’i r<br^.l cnJSali 1.
rtl^saViif •> Kllaaci cnus^cx^ r^ocw r^Ltg v
rtlnoiSi vijd.i <* col iisarCO aa\ ocnuo
ASfiaato.i V r€ja^ A\a:533.'IS3 .> r^rdAsoi ^cutJSaa cn^U* 2.
Die neun „Topferlieder“ des Simeon von G-eSir.
225
I.
Erste (Antiphon) nach der Melodie; „Der Apostel Panins."
1. Es flog Gabriel || Mit Windesfliigeln von der Hohe XJnd
brachte einen Brief von seinem Herrn, •> Um Maria den
6 Grul^‘ zu bringen. ❖ Er offnete ihn und las ihn und sagte
zn ihr: „Mein Herr ist mit dir nnd aus dir geht er anf; •>
Droben habe ich ihn anf dem Thron znriickgelassen XJnd
hier bei dir finde ich ihn.“ Gepriesen sei der, vor dem
in der Hohe nnd in der Tiefe '•> Die Engel lobsingen. -i-
10 2. nEriede, Eriede || Den Eernen nnd den Eahen!" •:* Rief der
Prophet im hi. Geiste Dem ganzen Geschlechte des
Hanses Adams zn. Der Eriede ist Gott, Der zn nns
kam nnd Eleisch wurde. Preis ihm , der so sehr erniedrigt
hat V Seine Hoheit unsertwegen. •• XJnd er ward aus nns
15 nach nnserer Ahnlichkeit XJnd (doch) wich er nicht von
der Seite seines Vaters. -i-
3. Verleihe, o nnser Herr, ]| Erieden deiner Kirche in den
vier Weltgegenden XJnd entferne von ihr die Streitig-
keiten XJnd die Spaltungen und die schlimmen Schis-
20 men XJnd sammle ihre IHnder in ihren Schofi Im
wahren Glanben Und bestelle iiber sie Hirten, •> Die
sie weiden nach deinem Willen. Und sie moge sich mit
dir frenen im Reiche Zur Rechten deines Senders.^ ~
II .
25 Yon demselben. Hach der Melodie; ;,Znr Zeit des Morgens
bffnen sich.“
1. Der Gru6 des Yaters ward von der Hohe Dnrch Gabriel
gesandt ❖ Znr seligen Maria. ❖ Sein geistiger Mnnd war
voll Yon Grni^ nnd er gab ihn ihr nnd sprach zu ihr:
30 ,;Mon dir geht anf der Erloser." -r-
2. Maria sah den Engel, Ahnlich einem gewaltigen Blitze,
t Wortlich: Frieden.
2 ssss des Vaters.
226
Euringer
-T“ >A» r<iL^ AfuO V r^4\rd3 ocp
rdird!e330 V rfJB^iaoa r^nCTSk v rdLui aoA crA 3.
.T^ jiifioc V dru^O V cvA
-J- p3 cairu K'cnO v •.,ci3arpr^ 5
in. ^
.^ijD Klxw v^^ t<lLo Aik.
Schema: U -|- 12 4- 11 + 12 + 8 + 8 4 * 12 Silben.
II K'JruiracA^ .^i.rxzAr<' v >OCi 3 ^ 2 pi^ KlaiA^ || .lOcoiA 1 .
•:• ^ II rcfSrvia^J^ .Sh.rixiAr<f v r<'i\i:;»A(TL5?3 ;aaT-:5QG lo
V r<'ca\r<A JfaiAy || Klx-.iOo.i Kijai ^
rc'cna v K'ooo .7J>alire»3 r:'jsaA\ r^jjLxrxao •> r^(S co ^^cja
•— ^jjiAiK'o ODOM II Aa.= 3 cal
v\^.t1*.i| ^Ci V >ui.XO 11 vyAvliO^a >jArdlsj 2.
11 K'-icu.l K'l.W V vylJJfV kA j| K'A^is^JSxia
V cniia ^jOnLa II »^acnjA^r^i\x,.”i r^lfio v K'iciv.t Kiiorsd
*:• v\TJx»r<li srt^fiOK'o .lai-tV •:• ^ Octaj!s>^^ ^dn - oc tal .lAc^
-f- K'.li.l II r^od\=> rd.n\,>,> A 4 >i^O
15
II cru.ir^ h\inr^ . 1 A v A- 3 JtAr<' (k&ija || r<'d\Uc 3 o!!^ » 4 i 3 .
»:• cnVJSQ rC'iflaj || rC'iUso f<'ctAr<' •> mcoi&s riLlx:i\a 20
eft2Mf< >»lir) ,A> •> KiAS cnistJa ^ || psi^^oi rdl.i .iLiiri’O
rClXoJ^.l •:• K'iftLjaif r<’iuaAiAa )alxr> ,h\ •:• r^otaXp^.l
^cutidir^o oocVmO || redA
Die neun „T8pferlieder“ des Simeon von Gesir.
227
Der sanft sprach: „G-ru6. Dir, Maria! Mein Herr ist mit
dir. ❖ Der hi. Greist, der wird kommen Und die Kraft
des Hochsten wird dich bedecken."
3. Wir beten eben diese Kraft an, Welclie die Kernbe
5 und die Serafe verlieJS Und die ihr dienenden Engel. <•
Und er stieg herab und ging in der Welt auf Und er-
Ibste mich und fuhr -auf zu seinem Yater Und siehe er
sitzt zur Rechten. -i-
III.
10 Eiir Weihnachten. Nach der Melodie: „Zu dir, o Herr,
rufen wir.“
1. Zwei Schiffe in Judaa || Trugen Giiter; Elisabeth die
selige II Und Maria die glaubige; v Elisabeth trug die
Biirde |j Infolge der Beiwohnung ❖ Und Maria trug Gott ||
15 Durch den hi. Geist. Johannes bereitete den Weg *
Und Ohristus lehrte die Scharen. v Und siehe, man ruft
ihm jederzeit zu: || „Erbarme dich und habe Mitleid mit
unsl“ -r-
2. „Du hast mich gestarkt, o Herr, und ich habe dich ge-
20 tragen,“ || Sagte Maria. ;,Aber nachdem ich dich in
der Grotte geboren habe, || Kann ich dich nicht sehen. <•
Eeuerreihen umgeben || Die kleine Krippe. v Die Berafe
mit ihren sechs Eliigeln |1 Stehen liber ihr. ❖ Befiehl ihnen,
dafi sie ihre Eliigel hebeh! Ich'mochte hineingehen und
25 deine Herrlichkeit anbeten Und dir die jungfrauliche
MUch geben, || Die nach deinem Willen fliefit."
3. „Komm’ in Erieden, Sehge!'^ || Rief Elisabeth , Als Maria
zu ihr kam- || Und in ihrem Leibe trug •• Den Gott Logos,
der anzog || Yon ihr . Fleisch •> Und ohne Beiwohnung
30 geboren wurde || Aus ihrem reinen SchoLe. Komm’ in
Erieden, Mutter Gottes, Komm’ in Erieden, Wagen* von
Eleisch, v Der den tragt, der alLes tragt, || Und erbarme
dich und habe Mitleid mit uns! —
I Anspielung auf den Kerubswagen. EzecHel 1 ,
228
Euringer
IV.
V\^U3 (<laJC.=>.T»a r«lln Ai. •. f<’.tLa
Schema wie Lied Nr. 2, d. i. 6X7 Silben.
V rtf'iuvia riXix. •> r^Axiato 1.
❖ [rdiajA] mjs Mi':i c^jU) •:• r<!osacv^.aQ r<L930ta
-i- rc'ctiAr^ CDS •> ,.k2..oA^ ^»5 etas
rdaaia:!
^aii. rd&i^o
v\ijcur<l.\ ^^.1^:79 ri’-Sklflo i
^.I.VB .Xa.TO
VS^CUt
V v\^ooa toruif V** *• iasb ^xiula
cAar^.-l A r<ls»30i ps.i r^irda v >.iso ^^a.i rcSv^TS
-r- ^V^fcAo XxtSfi AfjaO V cnlM
V.
K'icnaa r<£ir<; rslJK'.'i rciin A:^ *. r^.lL.i m
Schema: 8 + 8X7 Silhen.
<• re^oi ^so ^4^0 r^ocn m\ <• rc'.ar<Asa.'i r«:a:,.i A.pelia\^ 1.
•:• rdsaeea r^hAoh^s •:• (^^ulacA^ .T^
•:• rCus ix^is ;^ix. v «:saiz. cni .scmcx cna9a&
p3 •:• Al^dx^Q r<AjiM am •:* aU.i »a 1MO tiisq
r<lj>iv4*i\o t<ljA;iL
}S\haa •:• ooisAo ya;^^ ius •:■ AxiiiAxpc' cni(ian> 2.
rCllsHos oiax. •:• .^acnjMria r<i>ior^ ^i:io •:•
cnA O.T.Vj’PO cd^o •:• K'iu.'to^o •:• ^ Ocn^‘.-t»rda
i<Aa:^ rtf 003,1 •:• »a3ofurtfa ^.ir<A Aa\x odaA v (^^i:kaa 3
-r- 031x3^3
f • ^ *
lies: r^\rC£,) also viersilbig ('Synarese) statt 5 silbig.
Die neun BTopferlieder** des Simeon von Gfesir.
229
IV.
Fiir Weilmachten. ITacli der Melodie: „Am Sonntag sieM
dicli die Kirche.“
1. Die Botscliaft, die Gabriel bracbte, Sate Frieden in die
5 Schopfung, V Frieden in der Hdhe nnd in der Tiefe;
Durcb. sie ging Leben auf (dem Volke)^ v Und die Yolker
wandten sicb durcb sie vom Irrtum ab Und durcb sie
wurde Gott versobnt.
2. Gepriesen sei deine Geburt^, o unser Heiland, Herr
10 aller Gescbopfe, Dessen Glanz die Kerube tragen,
Dessen Herrlicbkeit die Serafe beiligen Und dem die
Oberen mit den Unteren: Heilig, beilig! zurufen. ~
3. Im Hisan^ verkundete Gabriel, <• Im Kanun^ saben wir
deine Geburt, Gebenedeiter Sobn, aus Maria, Begebrens-
15 werte Frucbt aus der Kobe, Von der die Sterblicben
essen •:> Und sogleicb und fur immer leben. -f-
V.
Fiir "Weibnacbten. Hacb der Melodie: „Icb bin das wabre
Licbt.“
20 1. Der Erzengel Gabriel Entscbwebte und stieg berab von
der Hobe Zu der seligen Maria, ❖ Der reinen Jungfrau
obne Makel. Er offnete seinen Mund iind gab ibr den
Grufe: V „Friede sei dir, gebenedeite unter den Weibern! v
Mein Herr ist mit dir und aus dir gebt er auf. Er ist
25 jene Ebaft, die unaussprecblicb ist Den Oberen und den
Unteren." -f-
2. Die Botscbaft unseres Herrn wurde verkiindet Yon
Betblebem bis Persien Und rief die Magier berbei
Und erforscbte vor ibnen her den Weg. Sie trugen Ge-
30 scbenke in ibren Handen Und Lobpreis auf ibren Zungen v
Und sie traten ein und beteten ibn in der Grotte an, •>
Urn, der Adam mit seinen Handen geformt batte, v Der
nacb seinem Willen Saugbng geworden war. -f-
1 Von mir erganzt.
2 Hier ist niclit =3 „dein Solin“^ sondern — „ deine Geburt
3 Marz. ^ Dezember.
230
Euringer
jaUK'o V p3 v .lLA\r^.-l K'.’liA ctA r<!3^r3az. 3.
ca\ r<fw3ax. V rd^<X:hA rclalAi octiji.i cco v rdJui
fCWOiMjucu.i V cnA^CUai.l r<!2?a^ AJiiy'sa v >Au3A\A\r<' KlSOSk
r^icocu v r^toaxl crfi?a2>^ scnCUjafiQ^a v r<!!sJ4J4*i ^
---* cp 4 \CiiJbo.i
5
VL
xia ^ is3 3 v^*iivD rdba Aa^. .rcf-iLn o
Schema: 74-9+11^-7 + 9 Silben.
V vyilcxsa i»f^o •> r^xai r<Lvxr;f oco 1.
K!x&t73 OOQ.I V K'.ll* II .*Ar^4\ K'JrAaivrj r^oa.l lo
•+ r^crAr^ dfvijjrA K'A^cuaA^ v <iA
*> (^*10001 «rui!vaA v Jx ^ au> 2.
r^fcrAr^.i v ^^.£^ca*iAiAi ncd.i || oocn c^T:a3r?f ^ Oc rA rcSncA^o
+- ycnofil* ^,_o^lsAa ^.if<A
o4vr<'a ^ o coAvaxx:j 3 aonx •:• r^'Axa.tJjis r<'Aiax.H 3. is
ciaijXXK^o V ,cpcis»r^ ^ || Au^.l K'A^.Tm coil v ocA
+“ rcfi^a.'UjLS cnijLil cdAv^Axa Ax.a v K'.txar^
VIL
.r!^Avi»AAc rdilliA f^An Ax *. r^.^Ln \
Schema: 7 + 9 + 7 + 7 + 7 + (7 + 5) + 7 Silben.
V cA\r<'ci rtlisaicio cuAu(^ r^laL&iss^a v r^aunia 1.
V >coarijA\ p 3 CUjlXxk!' r<Aa v oA oixa
!| V>^*iX4..
^\n rt'iax ,i=) Acx::?xm v oral Srs-fcanfa Av=>ioa
^oogjLlsancXo ^ Ct^ xa.1 •> «<lx.&i53 ^
20
Die neun „T6pferlieder“ des Simeon von G-eMr.
231
3. Preis sei dem Sohne, der geboren wurde .%• Aus der seligen
Maria Und Milch sog nach seinem Willen, Er, der
Milch gibt den Sanglingen, v Preis sei ihna! Wie hat er
sich doch erniedrigt v Wegen des Abbildes seiner G-rofie, <•
5 Damit er es aus dem Staube erhebe Und mit sich hinauf-
nehme in den Himmel, In das lichte Brautgemach seines
Reiches.
VI.
Eiir Weihnachten. ITach der Melodie; „An deine Tiire, o
10 unser Herr, klopfe ich.“
1. Gebenedeit sei der Prophet Isaias, Der verkiindet und
geredet hat von deiner Geburt: v „Siehe die Jungfrau
wird empfangen und gebaren || Einen gebenedeiten Sohn,
Der die Schopfung zuriickfiihren wird Vom Irrtum zur
IS Eurcht Gottes.“ ~-
2. Die Hirten sahen pldtzlich v Einen hellen Stern, der neben
ihnen aufging, v Und Engel sagten zu ihnen: |j „Purchtet
euch nicht! %• Denn Gott kam zur Geburt, •> Um Adam
und alle seine Kinder zu erl6sen.“ -i-
20 3. Die Hirten in Ereude Verliefien ihre Herden und kamen
und beteten ihn an, Jenen neuen Hirten, der herab-
stieg II Von seinem Vater v Und das verlorene Schaf fand •>
Und auf seinen Schultern in Ereuden trug. -i-
VII.
25 Eiir Weihnachten. Hach der Melodie: „Den Oberen und
den Unteren.“
1. Vom Osten des Paradieses ❖ Brachten die Magier Ge-
schenke und kamen v Und traten ein, um sie dem Sohne
darzubringen; v Aber sie vermochten es nicht wegen seiner
30 Strahlen. v Da nahte seine Mutter und sagte zu ihm: •>
„Mein Sohn, halte zuriick die Gewalt || Deiner Strahlen, •>
Damit die Magier eintreten v Und dir ihre Geschenke
darbringen (konnen)." -r-
232
Euringer
<r CiXM\ vydosol V r^istfipa riiaiii- r^hs^o^xsL^ 2.
V i^i^CU!»3 j30i2kA\H V ^
V coA^OcalKlrs ii»\^|[ ir\.'jL^A\iV .xita ,cTa\r^v K'^loiuD.T cnracv^
- 4 - >i5?ax^o
V »tJ»3 v^saaA K'.TCu ^jt\ A.2kO v Aa=iA> .*ia^i<SoA> v>^ais>S^ vs^ 3. 5
r^iF\€i2)Ji V Av.iLi^K'a vv^cxsi •' S^*r<liiii.oaJ»J K'ix'isjJiaaiD.l
cif3t?3r:f K'od.i II K'As^aLOrto a^ao ana*a v v^^ cvrC^
-r~ aaisa jaI.i.T v K'oqIk'.I
YIIL
.KLUsSi r^.icoib.i rclla A;5w : K'xL.l ij 10
Schema; 7+4 + 7 + 7 + 4 + 7 Silben.
V Qoc^.ioicp ivfsa v ooco cArdii. rilaLci^iga 1.
V ca\ cainao v crA icocuvAna Atrda v A*Axr^.T r^laAio
-f- cip CO - 7 “ f<'ArvaS3ajicaw r^\r<!i
A Vwr^ rdfcT.w.i V iiav v rdnacx .T*a.i 2. 15
cunciT^tt V K'lcoaa v JlI Klan^o v iv3r<'
OP cn -f- v\AicuivAAvr>
coiruKd <• csh\rf f^JLCCii^ v ^ jAa.l.T r^icncij «rLAC\j^ 3,
rOi\3jA V ^ a coAxSmcp toioa ^ CU )Av2b •:• ^ ocotlaicULa
~f~ CO OD “T“ TxjA cojfa.i v rtf»30i.i
20
Die neun „T6pferlieder“ des Simeon von Gesir.
233
2. „Preis, Friede und Hoffn'ung!‘*' v Singen die Wachter' der
Hohe deiner G-eburt zu Ebren; Denn du bast dicb
unsertwegeii erniedrigt, v ITm unser sterblicbes Gescblecbt
zu erlosen. v Und aus dem Scbofie der Jungfrau v Wurdest
5 du, mein Giott, als Menscb geboren; || Yollkommen ist er in
seiner Gottbeit v Und vollstandig in seiner Leiblicbkeit. -f-
3. Dicb soli benedeien und anbeten der Erdkreis v Und jede
Zunge soil preisen deinen Namen, o Herr! Denn arna-
selig in einer G-rotte v WoUte deine G-roJBe geboren werden. v
10 Die Hirten beteten dicb an, o Herr, ❖ Und jaucbzten und
riefen dir Hosanna zu. || Denn siebe das Lamm Gottes <•
Erscbien, um die Gescbbpfe zu erlosen. -r-
viir.
Fiir Weibnacbten. Nacb der Melodie: „Die Martyrer sind
beredte (verniinftige) Trauben."
1. Am Morgen fragten die Magier ❖ Im Hause des Herodes: •/
„Wo ist der Konig, der geboren wurde? v Wir wollen
bingeben, ibn seben und ibn anbeten v Und ibm dar-
bringen v Die Uebeimnisse der glaubigen Kircbe."^ -i-
20 AUeluja, Alleluja.
2. Der Konig und Prophet David v Sang und spracb: v
„Der Herr spracb zu mir: Mein Sobn bist du! v Und icb
babe dicb beute gezeugt <• Als ein Licbt fiir die Heiden, •••
Dafi sie deine Dreifaltigkeit bekennen." -h Alleluja,
25 Alleluja.
3. Den Stern des Lichts, der uns aufging, •> Kamen die
Magier, v Mit ibren Gescbenken zu ebren. ❖ Sie offneten
und braobten dar ibre Scbatze Dem Brautigam^ der
Hobe, <• Der aufstrablen liefi seinen Aufgang in Betb-
so lebem. -r- Alleluja, Alleluja.
1 Die Engel; wortlioh: die Wachen (die Egregoren).
2 In der Donnerstags-Tbeotokie (Tuki pir) heiCt es: „Er ist eiuer aus
2 Naturen (c|>TCiC), aus der Gottheit und der Mensokheit; deslialb beteten
ibn die Magier an, indem sie stillsobweigend tbeologisierten (&eoXoYetv). Sie
brachtexi ihxa 'Weihraucli als Gott und Gold als Konig und Myrrhe als Smn-
bild seines lebenspendenden Todes". ® Es. 18, 5 .
234
Euringer
IX.
• cnsL.iCUi:? cuaax..*? Kd a JLw .
Solieina: 7 + 7 4 - 7 + 7 Silben.
V ^*?Kk.n caxjiT ^:ir€ actii v Axoco hsTiL r^h>loh\SD 1»
-i- CO m rdCSnac-.T oax*! Ta.frdX •:• K'ifvlcJroD
•:• vytlcc^o.'! r<l2?5cu r^licn-s v opiv^t^ oop vyira 2.
r^acp ycL^vso ^JS933 V rdrsK'.t co.^-La f<jjLjDCUC-
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V r<lxar^ A\T=>.i r^s»i^=D r<'i^a . v rdlspoi druAirr <Xco vp^ia 3.
“f-ci3 CD *ru^v.M vs^K' rsll.T •> Kfacaia vy*r< .iLAtr<^o
V poi- rdiiliL V cfxa ^Jfv.x-rt^.1 v>^T-r3 4.
-r-^-r- CD CD r€xiCCSo\ v KijJLXLSD rdlikiSo
Ms. rcl\joo\(l)
Die neun „Topferlieder“ des Simeon von Gesir.
235
IX.
Fiir Weilinacliten. Xach der Melodie: „Preiset den Herrn
in seiner Heiligkeit."
1. Die jungfrauliche Erde gebar v Den Adam, das Hanpt
Edens, i- Und die Jungfrau gebar heute <• Den Adam,
das Haupt des Himmels. -i- Alleluja, Alleluja.
2. Gebenedeit sei der, welcher seine Gescbopfe erfreute ❖
An diesem Tage^ deiner Geburt, Und dir sei Preis, Sobn
des Vaters, v Dessen Geburt war aus Maria, -r- Alleluja,
Alleluja.
3. Gebenedeit sei der, welclier von der Kobe herabstieg v
Und im Leibe der Menschentochter wohnte •> Und wie
ein Menscb(ensolm) geboren wurde, Ohne Beiwobnung,
wie gescbrieben steht. -i- Alleluja, Alleluja.
4. Gebenedeit sei der Sobn, durcb den versbbnt wurden v
Die Oberen mit den Unteren. v Gebenedeit sei der Konig
Messias, der kam v Zur Geburt wegen unseres Ge-
scblecbtes. -r- Alleluja, Alleluja.
1 Oder: durch diesen Tag deiner Geburt.
V
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die Wahl des
Katliolikos Iso'jalib IV.
In Ubersetznng bekannt gemacht von
Professor Dr. Bernhard Vandenhoff.
(SoWuC)
Ein Teil von dem sechsten Briefe des Mar Aia, des grofien
Katholikos} haben entschieden nnd bestimrat, ich, Aba,
der Patriarch, nnd wir, die Metropoliten nnd Bischofe, haben
in der Kr9.ft Gottes^ des Anfangslosen nnd durch das Wort
seines ewigen Sohnes nnd durch die Macht seines hi. Geistes 5
es fur notwendig erldart nnd unter dem Banne befohlen,
dafi keiner von den Gebannten (oder von den)® Angeklagten
Oder keck nach der Vorsteherwiirde Strebenden oder (Egoisten
oder Geldgierigen oder)^* von denen, die die Begierden der Liebe
Gottesvorziehen, das Eecht haben soli oder® (mehrere vonihnen) 10
das Becht haben sollen, nach meinem Tode meinen Thron ein-
zunehmen nnd die Angelegenheiten des Patriarchats zu iiber-
nehmen nnd zu leiten; sondern die Bischofe (dieser grofien)®
Hyparchie des Sitzes des Kathohkos sollen, einmiitig unter-
einander und mit don beiden Stadten’ zu dem Metropoliten 15
von Bet Lapat, wenn er kanonisch [1^7 a] mit unserer
Zustimmung vor unserem Tode eingesetzt ist, schicken und
nach dem von Perat d° Maisan und nach dem von Arbela
. und nach dem von Karkha d® Bet-Selok. Und die vier Me-
tropoliten®, und®, wenn weniger, drei von ihnen, sollen zur 20
Stadt kommen mit (den Bischofen der grofien Hyparchie
und) ’* je drei Bischofen von jeder der vier Hyparchien (Pro-
1 Syn. 543 L 16; trad. franQ. 554 mit folgenden Varianten,
2 Des Vaters. s Und ... 4 Erganzt aus Syn.
5 Und ... 6 Der, . Selenkeia-Ktesiplion.
8 P. feHt). 9 Oder. lo P.
Ein Brief dea Eliaa bar Sinaja iiber die Wahl des Katholikos Iso jahb IV. 237
vinzen), die genannt sind und sollen zugleich mit Zustimmiing
der zwei Stadte den auswalilen, der frei ist von verkehrten
Sitten und entscMeden ist in der Sorge fur den vollkommenen
Glauben und der Yerkiindigung des recMen Bekenntnisses
5 und entscMossen, die kirchlichen Kanones mekr, als sein Leben
zu (lieben und) zu beobachten und weise in aller Reinheit und
Keuscbbeit zu regieren; und sie sollen ilin einsetzen in derKirche
von Kokhe ‘ nacb der Uberlieferung unserer beiligen (und geist-
licben)^ Vater und sollen ihn auf den Tbron des Katholikos
10 setzen, um nach unserem Hinscheiden unseren Platz auszu-
fiillen. Und die Liebe der beiligen^ iiber alles erhabenen
Dreifaltigkeit moge ihn bescbiitzen und ibm beisteben und
ihn starken, an der Spitze des Volkes der Christen^ zu
steben zur Ebre Grottes und seines Gesalbten und des beiligen
15 G-eistes. Amen.^
We nn naan aber anders verfabrt nacb unserem Hinscbei-
den, abweicbend von dem, was wir gesagt und entscbieden
und bestimmt haben, so komme der Zorn Gottes vom Himmel
iiber die, welcbe (es anders)® tun (und iiber alle, die sicb mit
20 ibnen verbinden) ®, mit dem Amen der ganzen Obristenbeit! Dies
also baben wir zur Mabnung gesagt und entscbieden nach dem
Worte unseres Herrn.“
Ihr wifit, o Eubm der Obristenbeit! — der Herr bebiite
euer Leben! — dafi der, welcher Glauben hat, nicbt wie
25 ein Senfkorn, sondern wie ein Tausendstel desselben’, sicb
nicbt berausnimmt oder (es) erlaubt, diese Eegel des
Wortes unseres Herrn zu iibertreten und sicb wegen eines
von den Gescbopfen dem Zome Gottes zu iiberliefern.
Wenn ibr aber sagt, dafi die Hot die Gesetze aufbebt, so
30 sagen wir zu eucb: Eure Weisbeit weifi, dafi aUe gott-
bchen Gebote und apostoliscben Gesetze [I 37 b] kircb-
licben Kanones in zwei Arten eingeteilt werden; in die,
welcbe korperbcb mit dem Leibe befolgt werden, wie das
1 Name der Patriarchalkirche zu Seleukeia-Ktesiphon (Al-Mada in).
2 3 Zusa-tz: Und. ^ Clirist©nh.6it.
5 F. 6 Erganzt ans Syn,
7 Vgl. Matth. 17, 19 (20). Luc. 17, 6.
Oriens Cheistianus. Neue Serie III.
16
238
Vandenhoff
Fasten und das G-elbet tind die EntFaltung vom Fleische an
den Tagen des lil. Fastens, und in die, welche nacli der Art
der Seele mit dem Greiste erfiillt werden, wie der Glaube an
Gott und das Bekenntnis (des Glaubens) an Obristus und
alle die (Wabrbeiten), welcbe man mit dem WLllen bekemit s
und mit dem Glauben annimmt. Und die erste Art nun
wird in Fallen der FTot aufgehoben und zwar, wenn durcli
die Beobacktung eines von den Kanones jener Art ein Eanon
aufgehoben wiirde, der vorziiglicher ist als jener; wie das
Essen von Fleisch beim Fasten, wenn der Korper nahe daran lo
ware, vor Hunger zugrunde zu gehen und man zur Erhaltung
des Leibes nichts zu essen fande aufier Fleisch. JDenn so-
bald das eintritt, ist das Essen von Fleisch erlaubt. Wenn
namlich der Mensch in derartiger Zeit seine Enthaltsamkeit
bricht und Fleisch ifit, so erscheint er als einer, der is
sich selbst am Leben erhalt; und die Gerechtigkeit dessen,
der eine Seele am Leben erhalt, ist grower als die Gerechtig-
keit des Enthaltsamen, der tbtet. Und wenn er seine Ent-
haltsamkeit nicht bricht und stirbt, so wird er als ein M order
seiner selbst befunden. — Und die Siinde des Mordes ist 20
grofier als die Siinde dessen, der aus Not im Fasten Fleisch
ifit. Dafi diese Art (von Gesetzen) in Notfallen gebrochen wird,
weifi man (aber) auch daher, dafi in der Hungersnot von
Samaria die Kinder Israels unreine Speisen aben und ein
Weib ihren Sohn totete und ihn mit einer anderen afi.’ Und 25
wenn nicht Not gewesen ware, so hatte man sie tbten miissen.
Ferner daher (weifi man es), dafi die Vater der Kirche in
den Jahren schwerer Hungersnot den Christen erlaubt haben,
wahrend des Fastens Milch und Fleisch zu essen, und in den
fernen Gegenden und auf den Inseln des Meeres, wo Mangel so
an Brot und Friichten und Gemiise herrscht, essen die Christen
wahrend des Fastens Fische. Die zweite Art aber wird
iiberhaupt nicht aufgehoben, auch nicht, wenn einer dem
Tode Oder dem Feuer iiberliefert wiirde, da es nicht erlaubt
ist, aus Not Gott zu lastern oder Christus zu verleugnen, ss
1 II Eeg. 6, 25—29.
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die Wabl des Katbolikos Bo'jabb IV. 239
[138 a] ^eil die Gotteslasterung und die Verleugnung Ohristi
(Siinden) der Seele sind und mit dem Willen begangen wer-
den. Der Wille aber ist frei, sie zu tun und nicht zu tun,
und ob er sie begebt oder nicht begeht, (dadurcii) niitzt er
5 weder seinem Korper nocli scbadet er (ihm). Und das An-
sicbreifien der priesterlichen Wurde durcb Bestechung und
Gewalt (von seiten) Auswartiger ist unter diese zweite Art
begriffen und nicbt unter die erste. Denn ob jemand mit Grewalt
(die Weihe erzwingt und) das Priestertum empfangt oder nicht
10 empfangt, und ob er Priester wird oder nicht wird, er niitzt (da-
durch) weder seinem Leibe noch schadet er (ihm). Und wenn dem
so ist und der Seele und dem Herzen und dem Willen diese
Siinde’ anhaitet, wie die Grotteslasterung und die Verleug-
nung Christi, so hat also der, welcher in der Sache des
15 Priestertums nachsichtig ist wegen der Hot der Zeit, keine Bnt-
schuldigung. Dafi man in dieser Sache nicht aus Hot nach-
sichtig sein kann, weifi man (aber) auch daher, weil die gott-
lichen Schriften von keinem erzahlen, dafi mit ihm nachsichtig
verfahren wurde, von denen (namlich), die sich unterfingen,
20 Verwirrung anzurichten und die Kanones, die von der Bhre
des Priestertums und dem Primat der Priesterwiirde (han-
deln, zu iibertreten), sondern alle gottlichen Bucher lehren,
dafi alle die, welche dieses tun, der Verdammnis und der
Strafe unterworfen sind. Berner bezeugen (dies) die Ge-
25 schichten der Rotte des Korah und des 'Ozia im alten
und von Simon dem Zauberer im neuen (Testaments)
und von Joseph^ und Sorin^, die vom Katholikat abgesetzt
wurden. Und ferner ist euch alien bekannt, dafi jetzt keine
Hot besteht, wegen der man mit diesem Manne Hachsicht
30 uben sollte, wenn die Hot das Gesetz des Oberpriestertums
1 'Wortlicli: Leiden oder Leidenscliaft (passio)..
2 Er wurde nacli dem Tode des Mar Abas 552 von dem Perserkonige
Chosroes Anuscbirwan obne "Walil als Patriarcb. eingesetzt und belli elt das
Amt drei Jabre lang. Trotzdem er gut regierte und aucb eine S}?node
abbielt, mubte er docb abdanken und wird von den Nestoiianern nicbt unter
die recbtmafiigen Patriarcben gezablt. Als sein Nacbfolger wurde 557
Ezecbiel gewablt und eingesetzt. MAS. pars II veraio Lat. p. 24,
3 752—754. MAS 1. c. p. 36.
240
Tandenlioff
auflaobe. TInd fernev aus demselben Brief e:'^ „Und -wenn nach.
meinem Hinscheiden ein anderer anstatt meiner als Patriarch
nicht (so), wie wir in diesem Schreiben vorgezeiclinet haben,
eingesetzt wird, so soil er abgesetzt und machtlos sein, er
iind die, welche ihn einsetzen." Priifet, o ihr Verstandigen! 5
dieses Eapitel und sehet, was es fiir recht erklart, und richtet
gemafi dem, was die gbttlicbe G-nade euch kundtut, die, wie
ihr wisset, euch von der Verdammnis befreit. Ein Teil von
dem ersten Kanon [i^sb] Synode des Katholikos Josejjh}
,,'W’enn da ein Diakon oder Priester oder Bischof ist, und^ lo
eine Stelle durch das Patronat aufierhalb der Kirche stehen-
der Leute oder"* glaubiger Laien an sich reifien will, so sei
er abgesetzt und des Amtes enthoben, das er inne hat und
auch die Glaubigen, die ihm die Hand geboten haben, sollen
aus aller kirchlichen Gemeinschaft geschieden werden, bis is
sie Bufie tun.“ Wenn nun der, welcher den Diakonat oder
die Priesterwiirde oder den Bpiskopat durch Patronie, d. h.
Vertretung aufienstehender Glaubigen an sich reifien will,
sogar der Wiirde, die er bekleidet, entsetzt wird, und auch
seine Heifer aus der Ejrche ausgeschlossen werden, was ist dann 20
die (gerechte) Vergeltung (und Strafe) dessen, der den Katholikat
durch Bestechung und gewaltsames Eingreifen von Aufien-
stehenden an sich reiSt? Und f enter aus demselben Kanon}
jjWenn es von jemand** bekannt ist, dafi er dies und dergleichen
nachmachen will und wir ihm zureden, diesem Werke der 25
Ungerechtigkeit zu entsagen, er aber nicht gehorcht, so soil
er, weim er die Wiirde erhalt, welche es auch sei, derselben
entkleidet und entblofit sein. Und wenn er noch nicht zum
Priestertum befbrdert ist, und von Anfang an auf Unrecht
sinnen wollte, so soil er aus aller kirchlichen Gemeinschaft so
und von dem Yerkehr mit den Glaubigen’ durch Bann aus-
geschlossen sein, er und jene, die ihm die Hand geboten
haben, wenn sie Glaubige sind, bis dafi die Friichte der Bufie
an ihnen sichtbar werden.“ Wenn nun die Heifer dessen,
‘ Syn. 655. _ s Sya. 356 B. 150. 3 Syn.: Der.
* Syn.: TJnd. s Ibid. s Syn. Zusatz: Anders.
1 Syn.: Der Glaubigen.
Ein Brief des Elias bar Sinaja riber die Wabl des Katholikos Iso'jabb IV. 241
der das Priestertum durch Gewalt erlangt, der Verurteilung
uiid dem Tadel tinterworfen sind, und ausgestofien und ge-
baimt werden sollen, was (gebiihrt dann) dem, der (von ibnen)
Hilfe erbielt (und) wegen dessen sie verdammt werden?
5 F'ilnfzehnter Kanon von der Synode des Katholikos Joseph. ‘
„Man hat ferner gesagt, dafi, wie der Katholikos nicht Pa-
triarch genannt werden soil, wenn er nicht die Zustimmung
(der Bischofe)^ und die Handauflegung des Metropoliten hat,
so auch ferner der Metropolit [I 39 a] nicht Metropolit genannt
10 werden darf, wenn er nicht die Einwilligung und^ Plandauf-
legung des Patriarchen hat. Und ferner, wenn die Ein-
willigung. obgleich sie vorhanden ist, doch nicht den Gesetzen
gemafi ist, die mit Einwilligung (der Vater) aufgeschrieben wur-
den, sondern etwas geschehen ist, das den Gesetzen und Ein-
15 richtungen und Anordnungen und der kirchlichen Uber-
lieferung fremd ist, so entscheiden wir, nach dem Worte
Gottes, dafi er, mag er Patriarch oder Metropolit oder Bischof
sein, aller Wilrden des Priestertums (der Kirche)^ enthoben
• und abgesetzt sein soIL“ Ihr verstehet, o von Gott belehrte'’’'
20 (Vater), daC> dieser Kanon es fur recht erklart, dafi jeder,
der den Primat der Kirche nicht in rechter Weise erlangt,
voUstandig aller kirchlichen Wurden entsetzt werde. Und von
dieser Person ist bekannt, dafe er ihn nicht in rechter Weise
erlangte, und dafi in betreff seiner keine allgemeine Uber-
25 einstimmung herrschte, weil man otfen Bestechung anwendete
und die Vater mit Gewalt ergriff (und zwang), ihn einzu-
setzen. Wenn aber jemand sagt, dafi dieser Mann die De-
nare, die er seinen Helfern, den Eiirsten, gab, nicht zum
Zwecke® der Bestechung gab, sondern fur die Patriarchalzelle
30 (= Wohnung), indem man die Summe dafiir bestimmte, die
er gab, mochte er (als Patriarch) eingesetzt werden oder (ein
anderer) aufier ihm, so sagen wir ihm, da 6 die Begierde dieses
Mannes nach der oberhirtlichen Wiirde und sein Mangel an
Vertrauen auf Gott, dies als unxichtig erweist, wenn dariiber
35 gesprochen wiirde. Und ferner, wenn dem so ware, so hatte er
1 Syn. 362 B. 157. 2 Erganzt aus Syn. ® Syn.: Oder.
4 Syn.; E. - Siebe oben S. 693! » Wartlich: In der Weise.
242
Vandenhoff
die Denare den Verwaltern des Patriarchalsitzes im geheimen
geben sollen, damit sie dieselben den Fursten gaben, (ebenso)
■wie sie kircblicbe G-erate verkauft und (das Geld) gesamnaelt
und (es) von anderen Kircben (als Tribut) beigetrieben und ihnen
gegeben baben. Und nacbdem er dies getan batte, ware er, 5
aucbwenn (jemand) in seine Wablnicbteingewilligt batte, gewahlt
worden, und die, welcbe damit nicbt zufrieden waren, batten
keine Gelegenbeit gebabt, ibn zu tadeln und anzuklagen. Und
ferner, wenn er keine Bestecbung angewendet batte, und keine
Gewalt gebrauchen wollte, um seine Einsetzung (zu erzwingen), 10
[ 139 b] vurden ibn die Yater, die ibn einsetzten, eingesetzt
baben, obgleicb sie dazu nicbt gewillt waren, obne die Zu-
ziebung des Metropoliten von ‘Elam?
Zwavzigster Kanon der Synode des Katholikos EzechieU
„Es bat der Synode gefalien, daJB gleicbsam zu mebr nacb- 15
driicklicber Ermahnung in besonderer Weise aucb dieser
Kanon erneuert werde, dai^ diese erbabene Gabe des Priester-
tums, das vom Herrn, (dem Geiste in Gnade)^ der bl. Kircbe
verlieben wurde, damit durcb seine V ermittelung die bimmliscben
Giiter (den Menscben)^ gegeben wiirden, und durcb welcbes das 20
vollendet und vollbracbt wird, was vom Scbbpfer der Scbop-
fung dargeboten wird, Mcbt baben nacb dem Worte Obristi
die Metropoliten und Biscbdfe die Erlaubnis, es® gegen Be-
stecbung zu vergeben und gegen einen Preis zu verkaufen.
Denn es ist boch und erbaben iiber die Welt und alles, was 25
in ibr ist. Und die, welcbe auf diese Weise (die Weibe) zu
erteilen vorgeben, erkaufen sicb die Pein der Holle,’* die
den Gottlosen in der zukiinftigen Welt aufbewabrt ist.®
Und mit (jenem)^ Simon® ist ibr Wandel und ibr Wobnen.
Und der, welcber glaubt, daB die Gabe Gottes durcb welt- so
licbe Giiter erworben wird, mag er Metropolit oder Bischof
sein, der sicb dieser (Siinden) scbuldig macbt, jener, der
V or gab (die Weibe) (zu erteilen und jener, der glaubte)^,
1 Syn. 382 B. 181. 2 Erganzt aus Syn,
3 Das Priestertum.
^ Wortlicli: die Holle und die Pein.
5 Vgi, n Petr. 2, 4, 8, 17; 3, 7.
« Dem Zauberer.
Ein Brief des Elias bar §inaja iiber die Wahl des Katholikos Iso jahb IV. 243
sie zu empfangen, die solleii vollstandig von iliren Wiirden
nnd von jedem kircKliclien Dienste enthoben werden.“ Und
wenn Metropoliten und Biscliofe wegen (der Siinde) der Be-
stechung dieses Urteil verdienen, um wie viel mehr der
D Katholikos Patriarch.! VierunddreiJ]igster Kanon derselben Sy-
node. ^ „Man hat auf der Synode gehdrt, dafi es Leute giht,
die wegen ihres Mangels an Erziehung und ihrer Unwiirdig-
keit zu kirchhchen Wurden befordert zu werden, hingehen
und ihre Zuflucht zu Heiden und^ zu Laien nehmen und die
10 Bischofe belastigen, (so dafi (daraus) den Bischofen sogar
viele Kachteile entstehen)®. Wider diese verordnet die Sy-
node, dafi aUe die, welche auf diese Weise zu kirchlichen
Wurden befordert werden ’wollen, ganz und gar nicht befor-
dert, sondern von der Kirche eine bestiinmte Zeit sus-
15 pendiert werden sollen, bis sie von ihrer Frechheit ablassen.“
Wenn aber einige sagen, dafi diese Person fiir diese SteUung
als Kirchenfiirst wiirdig sei, weil er keusch in seinen Sitten
' und behutsam und rein in seinem Wandel ist, so sagen wir
zu ihnen, das auch wir nicht von ihm behaupten, dafi er ein
20 Feind von den (Tugenden) sei, die ihr genannt habt; aber es
ist uns geboten, dafi, wenn jemand rechtglaubig und keusch
an seinem Leibe und rein an seiner Seele ist, aber gegen
die Gresetze des Hirtenamtes siindigt, wir sein Hirtenanit nicht
anerkennen und ihm nicht gehorchen sollen. Und der dies lehrt,
25 ist der beriihmte Held^, Mar H^naniso'®, der Katholikos-
Patriarch, dessen Andenken gesegnet sei! — Denn er sagt
in der vierunddreifiigsten homiletischen Ermahnung®, in der
er die Lektion (aus dem Evangelium) erklart, deren Anfang
ist: ,;Zum Grerichte dieser Welt bin ich gekommen,"^ folgen-
50 dermafien: „Wenn wir also sehen, dafi einige von denen, die
(der Kirche) angehoren, nicht gut regieren, obgleich die recht-
glaubigeGresinnung an ihnen schonist, die aber gegen dieG-esetze
1 Syn. 386 B. I86f. 2 gyn.; Oder. * Ergiinzt aus Syn.
4 Wortlich: Der Held seiner Namen.
5 Hananjesus I. 686—700 MAS. para II p. 34 et 80.
0 Er scbrieb vier Biicber iiber die Erklarung der Absohnifcte des
Evangeliums. MAS. 1. 0 . p. 34. 1 Jo. 9, 39.
YandenhofF
244
des Hirtenamtes siindigen, indem sie mehr fiir ihren Vorteil,
als fiir die Herde sorgen, und wie er‘ in apostolisclier Weise
sagt: ,Die ihr Leben suchen, nicht aber das der Scbafe* —
denn das beibt; ,Dafi er, was Obristi ist, suche'^ — so ge-
ziemt es sich nacb iibereinstimmender Meinnng, dafi wir uns 5
weigern, (ihaa anzuerkennen). Denn unbehutsame Unterwiirfig-
keit ist nicbt gut. Denn es wird uns geboten, mit dem
(priesterlichen) Stande Nacbsicht zu iiben, aber nickt in
jedem Dalle, auck (dann), wenn (einer) Unsittlickes befiehlt.
Und daher befieblt auch Paulus, der Gotterfiillte, jeder Seele, lo
dafi sie sich den Gewalten der Hoheit unterwerfe. Denn von
Gott, sagt er, sind diese.® Und wir gehorchen, jedoch^ nicht,
wenn sie uns befehlen sohlecht zu handeln, und darum haben viele
von den mit Gott Bekleideten® beschlossen, sich zu opfern
Oder sich der befehlenden feindlichen Gewalt zu unterwerfen. is
Ebendasselbe wollen wir aber auch bei (jen Hirten der
Kirche gerechterweise tun. Wenn sie (aber) etwas Mensch-
liches, und was aufierhalb der Gesetze des Herrn der Herde '
fallt, uns zu tun befehlen, (so gehorchen wir nicht). Alle
namlich® sind (nur) so lange etwas, als sie Heifer und Be- 20
fiirworter der Gebote sein werden, die von dem grofien Hirten
der Herde angeordnet sind. Wenn sie es aber vorziehen, inan-
derer Weise aufierhalb (der Grenzen) dieser (Gebote) anzuordnen
Oder befehlen, so miissenwir antworten: ,Was ist Paulus? Oder
was ist Apollo? (Was anders), alsDiener, durch die ihrdenGlau- 25
ben angeiiommen habt?‘’ Den also, an den wir glauben, halten
wir fiir Gott und den Herrn; den Paulus aber und den
Apollo nur fiir Diener, und zwar, wenn die Angelegenheiten
des Dienstes von ihnen in schoner Weise (gefiihrt) werden.
Wenn aber nicht gut, sondern dem tierischen Menschen® 30
entsprechend, so kiimmert es uns nicht, wenn sie auch fiir
Saulen gelten, weder wenn einer Petrus ist, noch wenn er
1 Pauks. S PMl. 2, 21. 3 Vgl. Rom. 13, 1.
4 Lies: statt: 5 Ygl. Rom. 13, 14, Gal. 3, 27.
3 Her im Sinne von ’ I Cor. 3, 5.
8 Vgl. ib. 2, 14 und den Kommentar des Johannes Chrysostomus zu
der Stelle.
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die Wabl des Katholikos Iso'jalib IV. 245
Jacobus Oder Johannes (ist). Denn Ohristus sielit nicht au£
die Person von Menschen/ Denn es ist nicht recht, dafi wir,
indem wir Moses fahren lassen, die IJberlieferung der Priester
ebren^, und was er® dazu nach der Scbrift sagt. Es ist yiel
6 schandlicber als alles, da6 wir den Schopfer verwerfen, die
Schopfung aber ebren.* Denn so sebr® ist iiber alles erhaben
die Herrlicbkeit Cbristi, wie der Scbopfer (erbabener ist) als
seine Werke. ® Wir sollen also nicbt anstatt des Hauptes die Eiifie
waschen’, anstatt dena Herrn den Dienern Dienstbarkeit leisten!
10 Von Paulus werden wir dazu ermabnt: ,Seid nicbt Diener
der Menscben!*® Alles wollen wir dem Herrn geben, Unter-
wiirfigkeit und G-eborsam (leisten), d. b. aber Werktatigkeit und
Bescbauung iiben. Denn er bat ja aucb nicbt zur Ausscbeidung
der Mietbnge ® jene aufgestellt,die den Blinden aus der Synagoge'®
15 verstiefien^', und zwar, obgleicb sie (Lebrer des) Gesetzes
(waren). Denn nicbt Diebe und Rauber’^, sondern Hirten
(bat er bestellt). Mietlinge dabingegen (bat er zugelassen),
damit er uns belebre'®, dafi wir, wenn einmal den Hirten der
Kircbe etwas Menscblicbes passierte und sie aus Eifer oder Vor-
20 eingenommenbeit oder Bebarren auf dem (eigenen) Willen ^■1
iiber eine Person oder iiber irgendwelcbe Sacbe eine Entscbeidung
ergeben liefien, nicbt auf einem Urteile bebarren soilten, das
nacb dem Sinne der Menscben und nacb den Elementen der
Welt, aber nicbt nacb Obristus ware“, und das nebmen wir
25 aucb an (und befolgen es). Denn wir baben uns ja aucb nicbt
dem Endurteile oder dem Aussprucbe der Exkommunikation,
die in der Stadt Obalcedon von jener zablreicben Versammlung
gefallt wurden, gefiigt, und zwar, obgleicb es nicbt bloB
Gegner der Wabrbeit waren, die die Entscbeidung ergeben
30 liefien, sondern aucb Recbtglaubige. Aber wir baben dennocb
1 Matth. 22, 16. Cfr. act. 10, 34. Gal. 2, 6.
2 Marc. 7, 3 — 9; ofr. Matth. 15, 2 sqq.
3 Ohristus a. a. 0. * Vgl. Eom. 1, 25.
3 ^ Aa ^ aA, N2. 2 § 218 (S. 165).
8 Fiir u.oTo^ (seine Diener) lese ioh »o;o^.
7 Vgl. Joan. 13, 4 — 10. s I Cor. 7, 23.
2 Joan. 10, 12f. lo Ib. 9,22. Ib. v. 34ff. >2 Ib. 10,8.
Lies: statt: (erlaube.) Vgl. OoL 2, 8.
246
Vaodenlioff
niclit gehorcht. Denn der Umstand, dafi vom Herrn jener
Blinde aufgenommeii wurde^ den die Pharisaer verfolgten,
gibt den Wahrheitsliebenden zn alien Zeiten das Eecbt,
ebendasselbe von neuem zu tun, wenn es die Zeit fordert.
Nicbt also den Dieben allein, die der Herde scbaden, balten 5
wir nns fern, sondern auch gegen die Mietlinge^ sind wir
nicbt mild mid nacbgiebig, wenn sie uns drangen, in etwas,
(das) aufierbalb des Rechtes (liegt), einzumlbgen, (sei es)
in der Tat oder im Worte. Denn diese heibgen Worte (Pauli)
erklaren es fiir recbt, dafi wir jeinand, wenn er mit Keuscb- 10
heit und Heiligkeit geschmiickt ist, wie einer von den Aposteln,
aber etwas befieblt, das von den Kanones und den Gesetzen
iiber das Hirtenamt abweicbt, nicbt zustimmen nocb ibm ge*
borcben“. Perner aber wurde aucb Joseph, der vom Katbolikat
abgesetzt wurde, nicbt abgesetzt, weil er auf Hurerei ertappt is
wurde, nocb wegen Mordes oder einer anderen derartigen
Handlung, sondern er war demiitig und sanft und milde und
ein Erbauer der verfallenen Kircben, aber weil er gegen die
gesetzlicben Bestimmungen iiber das bobenjiriesterliche Amt
siindigte, wurde er abgesetzt. Und ferner aucb Sorin wurde nicbt 20
abgesetzt, weil er unkeuscb und unrein war, sondern, weil er zu
Auswartigen seine Zuflucbt nabm. Und wenn diese Person in
geziemender Weise ibre fiirstlicbe Wiirde erlangt batte, so
batten wir iiber seine "Werke nicbt nacbgeforscbt, und wir
batten ibn weder gelobt nocb getadelt wegen der Dinge, fiir 25
die ibm Vergeltung zuteil (werden) wird, wir aber (von jeder
Verantwortung) frei sind. Also dafi iiber ibn gesagt wird,
[ 141 b] (Jafi er keuscb und rein und demiitig und giitig sei,
das befreit ibn, wenn es gesagt wird, nicbt von der Scbuld.
Kanon des KathoUkos Timotheos^, der gesclirieben stelit im so
vierzeJmten Kapitel der zweiten Hdlfte der Kanones'^ des Metro-
' Joan. 9,35 f.
2 Lies: iSo statt: (auch nicht Ehebrecher)!
3 Kanon L der I. Synods des Patriarchen Timotheos I. (780—823)
Yom Jahre 790 (oder der zweiten vom J. 805). Syn. 605 ss. 'Ebedjesu,
Coll. can. tr. IX c. 4 Mai, Script Yet. nor. coll. t. XI, 321 col. 2; 159
col. 2.
^ Handschrift: Des Kanons?
Bin Brief des Elias bar &naja iiber die Wahl des Katholikos lio'jahb IV. 247
politen Gabriel von Basrah „Eerner^ haben wir diesen Kanon
angeordnet and begriindet durch. das Gesetz® des Wortes
Gottes — Tind niemand soli* ihn iibertreten! — durcb das
Wort Gottes, dessen Herrschaft Himmel und Erde umfafit
5 und der (alles bait und alles)® lenkt: dafi, wenn der Patriarch
aus (diesem) zeitlichen Leben scheidet, der Bischof von KaSkar
ruit seinen Briidern, den Bischofen der grofien Hyparchie,
zu den katholischen Stadten kommen soli, und sie, durch die
Zustimmung der Stadte (unterstiitzt) (Briefe) schreiben und
10 senden sollen, zuerst namlich zu dem Metropoliten von Elam
und seinen Bischofen, darnach aber (zu dem von Nisibis und
darnach)^ zu dem von Basra und zu® jenen anderen, die in
jenem „praktischen Briefe"® bestimmt sind, und sie auffordern
sollen zu kommen wegen der Weihe des Patriarchen. Und
15 dafi“ die Bischofe und die Einwohner der Stadt Hand anlegen
an die Wahl und Anerkennung und Weihe des Patriarchen,
bevor der Metropolit von ‘Elam kommt und die angegebenen
Metropoliten mit je drei Bischofen von jeder einzelnen der”
Hyparchien, oder (bevor) sieihreZustimmungserklarungschicken
20 in eigenhandigen Schreiben von ihnen (mit den (ersten) Ge-
sandten, die nach ihnen ausgesendet vmrden)”, das (zu tun)”
ist ihnen nach dem Worte Gottes, dessen Herrschaft Himmel
und Erde umfaBt, nicht erlaubt. Und wenn sie es wagen,
sich zu emporen und dieses Gesetz zu iiberschreiten, so sollen
25 sie fremd und aus der Kirche, die im Himmel ist, (wie aus) ’*
der Kirche, die auf Erden ist, offentlich ausgeschlossen sein
samt jenem Sohne (der Frechheit)”, d. h. der Mifigeburt, die
1 Hegierte 884—893, verfaiite eine Samiulurig Kanones in zwei Teilen.
Siehe Syn. 14!
2 Syn. F. 3 Syn.: Den Kanon.
4 Syn.: Soil sich herausnehmen, ihn zu iibertreten.
s Zusatz bei 'Ebedjesu 1. c.
c Syn.: Mit Zustimmung der St.
7 Zusatz bei ""Ebedjesu. s F.
9 Des Patriarchen Mar Aba L (536 — 552) vom J. 544, Syn. 543/553.
10 ’Ebedj.; Zu ihren Briidern zu der Weihe.
11 ’Ebedj.: Wenn. 12 Syn.: Von alien,
13 F. bei Syn., „ersten“ auch bei ^Ebedj. 11 Syn.: F.
15 'Ebedj. 1. c. und Elias von Nisibis hier setzt das Eingeklammerte
nach: Mihgeburt-
248
Vandenhoff
sie erzetigen^, durch. das Wort unseres Herrn!" Erwaget diese
Entscheidung, o ihr unsere Herren und unsere Briider —
der Herr beschiitze euch! — und sebet, was sie fur recbt
erklart und machet eucb selbst von der Scbuld frei und befreiet
auob uns! Wenn aber einige sagen, wenn diese 5
Person, die jetzt den Eatbolikat angetreten bat, ibn aucb nicbt
gemafi dem durcb diesen Kanon aufgestellten Recbte ein-
genommen bat, sie docb nicbt tadebiswerter^ ist, als die
iibrigen Vater und Eiirsten der Karcbe, die aucb ibrerseits
durcb Vermittelung luid Hilfe der Auswartigen ibre Vor- lo
steberwiirde erlangt baben, so sagen wir zu denen, die dieses
sagen, dafi nicbt jeder, der durcb Yermittelung der Aus-
wartigen eingesetzt ist, tadelnswert ist, nocb aucb jeder, der
durcb Yermittelung der Angeborigen (seiner Konfession) aUein
eingesetzt ist, lobenswert ist, Denn der Katbolikos Sabriso'® und i5
andere wurden durcb Yermittelung und Befebl der persiscben
Konige eingesetzt und waren glucklicb in ibrem Plirtenamte
und zierten die Kircbe wabrend ibres Primates, Und Narses ‘
und Elisa^ wurden obne Hilfe von Auswartigen eingesetzt,
und docb batten sie kein Gliick nocb aucb die Kircbe in 20
ihren Tagen, Also tadelnswert ist der, dem die Auswartigen
belfen, nur, wenn sie ibm aus Anlafi von Bestecbung und
Zuflucbtnabme zu ibnen belfen, und nicbt lobenswert ist der,
den die Anborigen einsetzen, wogen einer von den menscb-
licben Leidenscbaften, obscbon er des Amtes nicbt wiirdig 25
ist, Denn wenn jemand zum Yorsteberamte der Kircbe erwablt
wird, und der Katbolikos oder Metropolit, dessen Sacbe
es ist, ibn einzusetzen, ibn nicbt einsetzen will wegen seiner
Bedurftigkeit oder weil die Person des Erwablten ibm verbafit
ist, weil er ibm kern Gescbenk macbt, (um ibn zu bestecben), 30
und er einen anderen einsetzen will, den er vorziebt,
wegen eines Gescbenkes, das er ibm gibt, oder wegen
1 D, h. den durch simonistische "Wahl erhobenen Patriarohen.
2 ist zu lesen statt
3 Sabarjesus 1. (5^8-006) eingesetzt von Ghosroes Parwez (590 — 628).
MAS. pars II p. 29.
4 Beide regierten gleiohzeitig nach 523. Ersterer starb nach zwolf
Jahren, letzterer wurde abgesetzi MAS. 1. o. p. 22 sq.
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die Wabl des Katholikos Iso'jabb lY. 249
eines anderen weltlichen Grundes, und der Fiirst des Ortes
dem, der gewahlt wurde, Mlft, so ist seine Walil nicht tadelns-
■wert wegen der Hilfe (noch verdient einen Tadel) jener^, der I'Tim
nicht wegen eines Gesclaenkes nocL.'wegen irgend eines •weltlichen
5 (Vorteils) Mlffc, sondern tadelnswert ist der, welcher seine WaU
fiir ungiiltig erklaren und einen anderen einsetzen will, dem
er gewogen isk^, wegen zeitlicken Vorteils. Und tadelnswert
ist der, der zu den Auswartigen geht und zu ihnen seine
Zuflucht nimmt, und ihnen Geschenke macht, damit sie ihm
10 helfen. Priifet also, ihr Vortreff lichen, diese Falle, und sehet
jeden an, der gehandelt hat, wie diese Person gehandelt hat [142 b]
und dessen Handlungsweise nach eurer Meinung fiir recht gel-
ten mufi. Urteilet nach dem Gesetze! Aber nicht moge wegen
der Gesetzesiibertretung eines Mannes das apostolische Gesetz
15 aufgehoben werden! Ein anderer Abschnitt aus dem Kanon.^
„Und die, welche gemafi dem Kanon versammelt sind, diirfen
alles in gesetzlicher Weise und nach der Ordnung binden
(= fiir gesetzesverbindlich erklaren).''^ „Und® wer nicht mit
Tugend geschmiickt ist, und nicht glanzt durch reinen Sinn
20 noch leuchtet durch die Strahlen des orthodox en Glaubens
noch strahlt durch die Kenntnis der gottlichen Bucher, soil
nicht erwahlt noch befordert werden zu diesem furchtbaren
und gottlichen Amte. Denn® jene, die jemand erwahlen, der
nicht derartig (= im Besitze dieser Eigenschaften) ist, ver-
25 dienen das (furchtbare)'^ Urteil; und jener (aber)®, der sich
zu diesem Amte hergibt, ohne mit diesen Tugenden ge-
schmiickt zu sein®, ist des Feuers (der Holle) schuldig.“ Wenn
aber einige sagen, dafi diese Person mit Tugend geschmiickt
ist und durch die Strahlen des orthodoxen Glaubens leuchtet
1 Lies: oSi ^o. ^ Lies: oja ->ud9.
3 Sohlttfi des kanon I. der Synode Timotheos’ I. Syn. 606. Ebedj.
GolL can. tr. IX c. 4 bei Mai a. a. 0., p. 322 col. 2; 160 col. 1.
-* Syn. und 'Ebedj.: Tun.
5 Kanon III derselben Synode. Syn. 60 6 f.
0 ‘Ebedj.: E. ’ Zusatz aus ‘Ebedj.
8 Zus. bei 'Ebedj. Syn.: Jener aber.
0 Syn.: Wahrend er von derarfcigen zierenden Eigenschaften (weit) ent-
fernt ist.
250
Vandenhoff
Tind. durcli die Kenntnis der gdttlichen Bucher glanzt, und
deshalb erwahlt und Katholikos geworden ist, so sagen wir
zu ilinen: Venn er mit diesen schonen Eigenschaften ge-
schmiickt ist, vie ihr sagt, und daruna gewahlt wurde nach
dem Widen und der Ubereinkunffc von euch alien, -weshalb 5
■waren dann die Denare, die er ausgab, und die Siinden, die
er beging, und der bose Name, den er sich erkaufte, fiir ihn
erforderlich? Und dafi man die Vater nait Gewalt ergreifen
(und zwingen) solle, ihn einzusetzen, wer gab ihm diesen Rat?
Und dafi er eingesetzt werden (wollte), bevor der Bischof von lo
'Elam kame, wer drangte ihn (dazu) ? Und wie kann man von dem
der dieses getan hat und diese Kanones iibertreten hat, sagen,
dafi er mit diesen schonen Eigenschaften geschmiickt sei?
Wenn man aber sagt: Weil die Glaubigen und Angeho-
rigen der Kirche, die Grott behiiten (moge), sahen, dafi 15
dieser Mann an Gold und Silber reich sei, so urteilten sie,
er sei fiir den Thron der Kathohkos, der bediirftig und arm
ist, passender und geeigneter, wegen der Bediirftigkeit der
Stelle, mehr als der, welcher nichts hat, so sagen wir zu
ihnen, dafi wir nicht wissen, was wir darauf antworten sollen, 20
doch (wollen) wir einiges von den Worten der sehgen Vater
aufzeichnen, die dariiber gelehrt haben. Ein Teil aus dem
Brief e des heiligen Basilios, Bischof s von Cdsarea, dariiber,
dafi die Weihen nicht fur Geschenke von (irdischen) Gutern
erteilt werden sollend „Es sagen einige von euch, die^ 25
(irdische) Giiter von denen annehmen, die Weihen empfangen,
es aber unter dem Namen der Frommigkeit verbergen, das
(ist etwas), was (noch) schlimmer ist, Denn wenn jemand
unter dem Scheme des Guten Boses tut, so verdient er die
doppelte Strafe, weil er namlich (einerseits) das tut, was so
nicht gut ist, und (anderseits) sich des Umstandes, dafi er
eine Siinde vollbringt, wie man sagt, als eines guten Heifers
bedient. Wenn sich dies nun so verhalt, so soil es also nicht
geschehen, sondern soli verbessert werden. Sonst miifite man
zu dem, der das Gold empfangt, das sagen, was vom Apostel ss
1 8. Basilii ep. 5,3 ad cliorepisoopos n. 1. Migne, Pair. Gr. 32, 397 sq.
2 Bichtig nach dem Gr.: Man sagt, dall einige von euch . . .
Ein Brief des Elias bar Sinaja fiber die "Wahl des Katbolikos Iso'jahb IV. 251.
zu dem gesagt wurde, der (es) geben wollte, ran die Gremein-
scbaft des bl. Geistes zu erkaufen: ,Dein Geld gehe mit dir
ins Verderben!‘^ Denn -viel schwacber^ ist jener, der das
Gescbenk Gottes aus Unerfabrenbeit® kanfen wollte, als jener,
5 der es verkauft. Denn es gescbiebt ein Verkauf, .wenn man
das tut. TJnd wenn du das, was du umsonst empfangen
bast,"* verkaufst, so ist es gleiobsam dem Satan verkauft. Du
sollst dicb von dem Geschenke treimen. Denn du hast
Handel in diese geistlichen Dinge und in die Elircbe ein-
10 gefiihrt, wo der Leib Ohristi ist, o ibr Glaubige! Da6 dies
so gescbiebt, ist ungeziemend!“ Kurs darauf sagt erv' „Icb rate
(eucb) also, dafi wir diesen V orwand®, vielmehr aber diese Krank-
heit, die zur Holle (fiibrt)’', von uns werfen, und ibr sollt
eucb nicbt, indem ibr die Hande mit derartigen Lasten® be-
15 sudelt, unwiirdig machen zur Vollbringung der bl. Geheim-
nisse.“ TJnd ferner sagt er kurz darauf J ,,’Wenn jemand nacb
diesem meinem Briefe etwas Derartiges tut, so soli er sicb
von diesen Altaren bier entfernen! Er wird aber sucben, [i^sb]
wo er das Gescbenk Gottes, da er es kauft, wieder ver-
20 kaufen kann.^“ Denn wir und die Kircbe Gottes haben eine
derartige Gewohnbeit nicbt. Indem icb (das) nocb einmal hinzu-
fiige, will icb aufhoren. Wegen der Liebe zum Gelde gescbiebt
es (diese Siinde) von uns. Sie aber, die Liebe zum Gelde ist aucb
die Wurzel aller Ubel“ und wird Gbtzendienst genannt.*^ Ibr
25 sollt also nicbt vor Christus die Gotzen ebren wenigen Geldes
wegen und ferner aucb nicbt gleicb dem Judas bandeln, indem ibr
um eine (Geld)auflage den zum zweiten Male iiberliefert, der ein-
1 Act. ap. 8, 20.
2 Q-r. (= nach dem GrieoMschen) : Weniger schuldig.
3 "Wortlich: Wegen Nichtversnchting. Gr.: Enwissenheit.
4 Vgl. Matth. 10, 8. 5 S. Basil. 1. c. n. 2.
6 Gr. Einkommen. Dann steht im Syi'. wohl ursprfinglich:
fructus, reditus ffir causa.
1 )iai\c\eSs Ersprfingliche LA. vielleicht: Das Hin-
bringen.
8 Oder: A®* Tribute, Steuern. 3 Ibidem.
10 D. b. er verliert sein Amt. (V. Grone, Ausgewahlte Schriftm des
M. Basilins. 3. Bd. S. OOk)
'1 I Tim. 6, 10.
<2 EpL 5, 5.
252
Vandenhoif
mal fur uns gekreuzigt wurde. Wenn (das) aber nicht (der Fall
ist), dann sollen aucb weder jene Felder noch die Hande derer,
die diese Friicbte empfangen, Blutacker genannt werden/
Icb rate, dafi man dies priife und mit der Wage der 'W'ahr-
beit abwiQge und, wie es sick gebiilirt, beurteile.“ 5
Ein Teil mis deni Briefe des KathoUkos Mar Tiniotheos'^
jene, die versprechen, die Kirche an Gold und Bilher reieh m
machen, das sie besitsen, wenn man ilinen die Wilrde des holien-
priesterlichen Amies gebe und die durcli Hire Bestechung das Volk
naeh sich (und) mit (sich) fortreissen. Und es steht geschrieben im 10
46, Kapitel der zweiten Hdlfte (der Sammlung) des Gabriel von
Basra.^ „Ich bitte die Grofie eures reinen Glaubens, o ihr
unsere Geliebten! und beschwore eucb durch die anbetungs-
•wiirdige Dreifaltigkeit, die Herrin der Welten, und durch
jene Strome* von Blut und Wasser, die unser Herr aiis seiner 15
Seite fiir die Erlosung der Kirche vergofi^, dafi ihr fliehet
vor den Gebern von Gold und Silber und vor denen, die
Annehmlichkeiten und Freuden und Ehren versprechen, sie,
die Genossen des Simon sind und Kinder des Verderbens,
in das er versenkt wurde von Kepha, dem Haupte der 20
Apostel, samt dem Gelde, das er brachte, um dafiir das geist-
liche Geschenk des Priestertums zu kaufen.® Denn nicht
wurde die Ehre der Welt und der Kirche geschadigt, noch
haben die Zeichen Li44a] Wunder von unseren Handen
aufgehort noch wurde der machtige Stab der Ziichtigungen 25
gegen uns ausgestreckt,^ bevor die Bestechung ihren gol-
denen Thron in der Kirche Gottes griindete. Lafit nuR,
0 unsere Briider, nicht die Finsternis mit dem Lichte ver-
* Griechisoh: Denn sowohl die Felder als auoli die Hande derjenigen,
■welche die Fruchte empfangen, werden Hakeldama genannt. Ygl. Matth.
27, 8.
2 Timotlieos I., dessen Briefe 0. Braun im 2. und 3. Jahrgang der
alien Serie dieser Zeitsclirift angefangen hat zu veroffentlichen, naoh einer
vatikanisohen Handschrift. Der folgende ist aber nicht darunter und steht
nach einer Mitteilimg des Herausgebers iiberhaupt nicht in der Hand-
schrift.
^ Siehe oben S. 247i. i fio\‘ Tropfen von stillavit.
5 Joan. 19, 34. « Act. 8, 20.
’’ Wie der Stab des Moses bei den Plagen der Agypter. Vgl. Exod. 7, 19.
Ein Brief des Elias bar Siuaja iiber die Wabl des Katholikos Bo'jahb IV. 263
misclien^ noch das Siifie mit dem Bitteren noch mit den
Tischen unseres Ilerrn die Tische der Damonen verbinden!^
Was baben wir mit dem Golde in der Kirche Gottes (zu
tun?) Was wir mit der Wabl fur Geld? Wesbalb vermiscben
5 wir Stroh mit dem Getreide? Und (mengen) Sandkorner in
das Brot? Erzittem wir vor den Bannspriicben und Ver-
wiinscbungen, die da von den beiligen Vatern, den Aposteln,
auf die gelegt sind, die ihre gottlicben Kanones iibertreten!
Denn so bat die Kircbe in alien Zeitaltern entscbieden, vom
ic Anfange des Obristentums an, dafi wir das Gold nicht seben
sollen bei dem Priestertum".® Ihr sebet, o geistliche Vater
und Briider, dafi jene tadelnswert sind, die fur Gold und
Silber jemand zum bobenpriesterlichen Amte erwablen und
die anderen infolge (ihrer) Diirftigkeit verwerfen. Und wenn
15 dies sicb so verbalt, welcbe Entscbuldigung baben wir dann
bei Gott, insofern wir mit dieser Person ibres Eeicbtums wegen
nacbsicbtig sind? Wenn ibr aber sagt; Mcbt wegen seines
Reicbtums sind wir mit ibm nacbsicbtig gewesen, sondern
weil unter alien Yatern dieser Zeit keiner ist, der fiir die
20 Stelle passend und fur die Zeitlage geeignet ware, aufier ibm,
so sagen wir zu eucb, dafi das gewobnlicb der Eall ist bei
dem, der vortrefflicber‘‘ ist, als alle seine Kollegen und mebr
geeignet fiir dieses Oberbirtenamt, als alle Inbaber seines
Amtes, der, wenn er aucb nacb dem Yorsteberamt verlangt,
25 docb nicht zeigt, dafi er nacb ibm verlangt, weil er darauf
vertraut, dafi alle wabren Glaubigen ibn wablen, Und ferner
ist bekannt, dafi er um so mebr bebebt wird, je mebr er
sicb (bescbeiden) fernbalt; je mebr er aber zudringlicb wird
und Streit anfangt, (um so mebr) sicb verbafit macbt. Und
30 der, welcber zu den Auswartigen seine Zuflucbt nimmt und
offenkundig Bestecbung gibt, wird, wenn er aucb auf erbabener
Kobe der Tugend stebt, docb nicht fur tugendsam gebalten.
Wenn ibr aber sagt; Es stehe nicht in unserer Gewalt, iiber jene
(Yorgange) nachzuforscben, bei eucb gescbeben sind,
1 n Oor. 6, 14. a I Cor. 10, 21.
3 D. h. bei den Bewerbem um die priesterliche Wlirde.
^ Lies 3 statt:
Oriens CHRiSTiANtJS. Neue Serie III.
17
254
Vandenlioff
noch zu ricliten iiber die (Handlungen), die ihr veriibt habt, und
wir seien verpflichtet, euch beizustimmen, (und) allem (zuzu-
stimmen), womit ibr einverstanden seid, so sagen wir eucb, dafi
es uns in Wabrbeit nicbt zusteht, nachzuforschen oder zu ricbten
iiber das, was bei eucb gescbieht, so lange es in ricbtiger Weise 5
gescbiebt. Wenn es aber nicbt in recbter Weise gescbiebt,
so werden wir scbuldig befunden, wenn wir (dem) zustimmen.
Und dieses mdge bier steben!‘ Kommen wir (jetzt) zu dem,
was erforderlicb ist! G-ott ist Zeuge, er, dem meine Gebeim-
nisse und meine Gredanken offenbar sind, und den icb um lo
Nacblafi meiner Scbulden und Siinden bitte, dafi icb keinen
Gefallen babe an Streitigkeiten nocb es liebe, einem von den
Kleinen, die an Cbristus glauben, A-rgernis zu geben^, um wie
viel weniger dem, fur dessen unterworfenen Sklaven und
kleinen Scbiiler icb micb balten wiirde, wenn er in gesetz- is
licber Weise von der Tiire ber in die Hiirde kame,® Und
wie es tadelnswert ist, dafi wir den Oberen nicbt geborcben,
so ist es tadelnswert, den ungesetzlicben Oberen uns zu fiigen.
Und wir baben alle die Pflicbt, die Freundscbaft und die
weltlicben Interessen beiseite zu setzen und Cbristus anzu- 20
bangen und seine G-ebote zu beobacbten und die Wabrbeit
zu ebren und fiir die Kircbe zu kampfen und nicbt wegen
menscblicber Leidenscbaften einen Tadel auf dieses Amt fallen
zu lassen, das von uns verwaltet wird. Icb aber fiel, naob-
dem icb das G-escbebene aus dem Briefe des Bisobofs von 25
Assur — den unser Herr starken (moge)! — und der anderen
erfabren batte, in ein Meer von Gedanken und sab, dafi es
mir nicbt (moglicb) sei, einem von zwei Fallen zu entgeben,
entweder, dafi icb die apostobscben Uanones mit Fiifien
trate und ein Freund dieser Person wiirde, die die Veran- so
lassung aller dieser Ungesetzlicbkeiten ist, und sein Diener
und (ein Diener) all seiner Freunde und mir Kube erkaufte und
Rettmig von dem Eifer, der Motte der G-ebeine^, imd Befreiung
(meiner) Freunde vonBedrangnis undBeangstigung oder dafi icb
die iCanones beobacbtete und micb nicbt in den Abgrund der ss
1 D. h. moge Hermit abgemacht sein! 2 Matth. 18, 6.
3 Joan, 10, 2. ^ Prov. 14, 30.
Ein Brief des Elias bar Sinaja xiber die Wahl des Katholikos Iso'jahb lY* 25 5
Yersuclmngen stiirzte. tJnd als [WSa] jcJi auf der Wage der
Gerechtigkeit beide Falle abwog, urteilte icb, dafi geziemeix-
der sei Gehorsam gegen Gott, als gegen die Menschen^ imd
dafi icb eare GroJBe an das erinnern (sollte), was diese Kanones
5 fiir recbt erklaren, damit es nach enrem Gefallen eine Losung
fande. TJnd da schrieb icb Hypomnemata, m denen icb
(eucb die Mafiregeln) augab, nacb denen Bediirfnis vorbanden
ist, wenn die bJotwendigkeit sie verlangt, und icb sobiokte
es init den Biscbofen, die (Gott) bebiiten (moge), den Uber-
10 bringem dieses meines Briefes, die miser Herr bebiiten (moge),
nnd befabl ibnen, dafi sie ibn nur (dann) veroffentlicben sollten,
wenn sie verzweifelten und die Hofihung aufgaben, das (zu ver-
anlassen), was (gescbeben) muiS. TJnd icb vertraue auf den, der
alien bilffc, die auf ibn vertrauen, (und boffe), daS er eucb
15 antreibe, das zu bedenken und zu reden und zu tun und zu
raten, was der Gesamtheit niitzt und Vorteil bringt und Gott
versohnt und (ibm).gefallt und (davor) bewabrt, wegen dieser
Handlung zur Strafe verdamint zu werden, oder (daiJ) icb
scbeide^ aus dieser Welt, damit icb vor einem von zwei
20 (Bingen) bewabrt bleibe, wovon eines zu tim die Hot micb
zwingt, namlicb diesen, entweder, dafi icb micb dieseni Manne
unterwerfe und micb ibm fiige, indem icb diese oben an-
gedeuteten Kanones und viele ibnen abnlicbe iibertrete und mir
die Siinde zuziebe mid die Strafe von der Gerecbtigkeit (zu) er-
26 warten (babe), oder dafi icb die Kanones beobacbte und vielen
(Menscben)Feind werde, von denen eines einzigenLiebe mirteurer
ist als Tausende von Gold und Silber. TJnd er, der sicb erbarmt
und die Siinden nacblaM, Gott scbaue auf die Kircbe mit dem
Auge der Barmberzigkeit und scbenke ibr und ibren Kin-
30 dern Erlosung, wie es nacb seinem W^issen besser und niitzbcb
ist, und gewabre uns das, was seinem Willen gefallt und uns
Vorteil bringt, wenn es uns aucb mififallig ist und mit
unserem Willen nicbt iibereinstimmt! TJnd weil icb iiber
eucb keine Gewalt babe, dafi icb eucb mit der kircbbcben
35 Zensur belegen (konnte) nacb dem Worte unseres Herrn
' Act. 5 , 29 . * A N2. § 224 .
17 *
2B6
Yandenhoff
und wenn ich. aucii Grewalt hatte, so wiirde ich es docli nicht
tun — so bescliwore icli euch ^nd alle, welohe diesen
Brief (verstandig) lesen', mogen sie Hirten oder Untergebene
sein, bei der lobwiirdigen Dreifaltigkeit und bei der anbetungs-
wiirdigen Einbeit und bei der heiligen Taufe und bei der s
Liebe Cbristi und bei dem H. Evangelium und bei dem
Kreuze und bei den Leben bringenden Gebeimnissen unserer
Erlosung und bei dem Leibe und dem Blute unseres Ver-
sobners und bei dem Zeicben dessen^, auf den ibr scbauet zur
Zeit eurer Bedrangnis und dessen Hilfe ibr erwartet in den lo
Zeiten eurer Beangstigungen und den ibr bittet, dafi er euren
Handlungen in dieser Welt Erfolg gebe und eure Siinden in
der zukiinftigen Welt verzeihe, dafi niemand von eucb einen
von den (Griiuden), die icb ausgesprocben babe, aus Liebe
zu mir oder aus Parteibcbkeit fiir micb oder aus Hafi gegen is
den Mann, wegen dessen sie gescbrieben wurden, annebme,
nocb jemand sie verwerfo aus Eifersucbt und Ha6 gegen
micb oder aus Neid gegen micb oder aus Liebe zu jenem
Manne oder aus Scbam ibm entgegenzutreten, nacbdem er
ihm zugestimmt bat, oder ibn zu tadeln, nacbdem er seinen 20
Namen verkiindigt bat, sondern , in gottbcber (= gottwobl-
gefalliger) Weise und um Gottes 'willen sollen (die Griinde) ge-
priift und bedacbt und untersucbt und, wie die Wabrbeit es
ei'fordert, beurteilt werden. Und weil icb fiirchte, dafi sicb
vielleicbt unter denen, die diesen Brief lesen\ jemand befindet, 25
der liber micb denkt, dafi icb ibn aus Hafi und Neid gegen
die Person, wegen der er gescbrieben "wurde, gescbrieben babe,
so will ich (die Griinde) augeben, die, wie ich boffe, micb recbt- .
fertigen werden bei denen, die das glauben, was man ibnen sagt,
wenn man es durcb Eide bekraftigt, insofern man die Wabrbeit so
sagt, wenn man scbwort: Wenn icb dies also aus Hafi® gegen
die Person gescbrieben babe, wegen der icb es gescbrieben
babe, oder aus Neid gegen sie oder well es mir unangenebm
1 begegnsa, vertraut yerkebren mit . . kennen lernen.
2 Lies: do/? 007!^
3 Darnach mit roten Strichen eingeklammert : Gegen ihn oder weil es
mir unangenebm ist.
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die 'Wahl des Katholikos Ko'jabb lY. 257
ist, dafi er zu dem Anite und der Wiix’de emporsteige, die
er begehrt Ixatj^ oder um seinen Hassern Freude zu bereiteu,
Oder weil ich wiinscbte, dafi einer auSer ibm die Vorsteber-
wiirde ei'lange, so moge (mir) Obristus meine Siindenscbuldeii
5 nicbt verzeiben und keine meiner Erwartungen erfullen, sondern
[146a] ixiicb unter den (FuJB-)Scbemel meiner Femde legen*^
alle Tage meines Lebens und in jener Welt, in der jeder der
Barmberzigkeit bedarf, gegen micb keine Barmberzigkeit
iiben, nocb micb wiirdigen, vertraueiisvoll Tor ibn (hintreten
10 zu diirfen) und micb vor seinem Vater und seinen bl. Engeln^
verleugnen und micb zum G-enossen der toricbten (Jung-
frauen) macben und seine Tiir vor meinem Angesicbte
scbliefien und zu mir sprecben: Icb kenne dicb nicbt. Amen!®
Und wer von mir eins von diesen (scblecbten Motiven) an-
15 genommen bat oder annimmt, dem verzeibe unser Herr in
semer Erbarmung und (sein Verdacbt) moge ibm nicbt zum
Gericbte und zur Strafe gereicben, sondern (er moge) Gnade und
Erldsungmid Hacblassung der Siinden (erlangen)! Amen. Und
wer die Beobacbtung der kirchlicbenKanonesvernacblassigt und
20 es mit ibnen nicbt genau nimmt wegeu der Ebre dieser Welt
und streitsiicbtig bebauptet, die Wabrbeit stebe nicbt fest
wegen der ParteiUcbkeit der anderen oder wegen meines
Hasses und der Peindscbaft auf meiner Seite, fiir den mogen
die Lanzen und Pfeile der Apostel geniigen, die in ihren
25 Kanones niedergelegt sind, und der Herr gewabre ibm sein
Verlangen nicbt, und er gelange nicbt zum Ziele, das er
ersonnen. bat, und zuscbanden werde seine Hoffnung und
getauscbt seme Erwartung und bescbamt seine Zuversicbt,
und er erreicbe das Gegenteil von allem, was seine Seele
30 erwartet und sein Herz begebrt und sein Geist ersebnt!
Amen. Und dies babe icb gesagt, damit niemand sicb unter-
stebe, meinetwegen ein Feind der Gebote Obristi zu werden
imd micb wegen dessen angreife, was icb gescbrieben babe,
aus Hafi gegen micb, nocb sie^ zum Vorwande macbe, um
1 Vgl. Ps. 110, 2. Jao. 2, 3. s Matth. 10, 33. Luc. 12, 9.
3 Luo. 13, 25. Matth. 25, 1—13.
^ Di h. die von mir angegebenen Griinde.
258
TandenliofP
gegen mich Krieg zu fiihren, wahrend er zu anderer Zeit und
axis einer anderen Veranlassung mioli befeindea xxnd berunter-
reifien. und anklagen kann, insofern es (nur) den Kanones
der Kircbe nicht schadet. Und die Ebre eines jeden, der
zur freien Geltung der apostoliscben Kanones beitragt und 5
im Angesicbte der Wabrbeit fiir die "W abrbeit und Gerecbtig-
keit streitet, vermebre der Herr und seinen Rang erbobe er
und seinen Namen macbe er beriibmt und seinen Stand er-
bebe er und seine Gebete bore und seine Bitten erbore er!
Und wenn er ein Eiirst in der Kircbe ist, so macbe lo
ibn unser Herr zum Spiegel in seiner Kircbe und znm Licbte
fiir seine Herde und zum Pfeiler fiir seine beiligen Hauser
und wirke durcb seine Hande Zeicben und Wunder (Macbt-
taten), wie (durcb) einen von (seinen) Aposteln und sein Wort
sei furcbtbar fiir Menscben und Hamonen, und ibm sollen i5
sicb unterwerfen die Beredten und die Stummen/ und er
werde eine Leucbte fiir die Blinden durcb seine Wissenscbaft
und ein Eiibrer fiir die Irrenden durcb seine Lebre und die
Kircbe xverde verberrlicbt durcb seine Stellung als Kircben-
fiirst und ibre Kinder mogen Hilfe finden durcb seine Gebete, 20
und er stebe an der Spitze seiner Herde, -wie Moses an der
Spitze Israels und wie Simon (Petrus) an der Spitze der
Jiinger; und in der neuen Welt moge er auf apostoliscbem
Tbrone sitzen^ und am geistlicben Tiscbe beim glanzenden
Mable^ und in unzerstorbarer Ereude mit den beiligen Aposteln 25
und den seligen Evangelisten! Amen. Und wenn er unter
einem Oberen stebt, so verlangere Gott sein Leben und
macbe seine Werke erfolgreicb und bebiite seine Kinder und
macbe gro.fi seine Besitztiimer und segne seine Giiter und ver-
grbfiere seine Ebre und macbe beriibmt seinen Hamen und macbe so
ibn beliebt bei alien und furcbtbar fiir aHe und gebe (ibm)
Selbstvertrauen (und Ereimut) vor Kbnigen und Herrscbern^
und vereitle alle Gedanken der Eeindscbaft gegen ibn und
des Neides auf ibn und aUe scblimmen Eatscblage gegen ibn
‘ D. h. die verniinftigen und die unvernunftigen Geschopfe.
2 Vgl. Matth. 19,28; Luc. 22,30.
3 Vgl. Mattli. 8, 11 ; 26, 29.
< Vgl. Mattli. 10, 19.
Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die Wabl des Katbolilcos Iso’jabh IV. 259
und falschen geheimen Plane in betreff seiner, und er lasse
nacb. seine Verscbuldungen und wische ab seine Vergehungen
und mache ibn wiirdig der Freude mit den Eecbtscbaffenen und
Gerecbten, dieibn(nait Gott) versobnen (mogen)!^ Amen. Friiber
5 wurde zum Patriarcbat der erwablt, welcber mit reinem Sinn
gescbmiickt war und alle Lebren der Kircbe kannte und alle die
(Gebote) erfiillte, die er erlernt batte, und nacb der (Kircben-)
spaltung derjenige, welcber dieses ortbodoxe Bekenntnis be-
wabrte (als einen Scbatz, kostbar), wie sein Leben und zu alien
10 diesen (Eigenscbaften) demutig war. Jetzt aber fragt man nacb
dem, der scbon ist an Gestalt, einen langen Bart bat, reicb ist
an Geld, keck, erfabren in (alien) weltlicben Handeln, wab-
rend man nacb der Lebre der Kircbe und nacb dem, was oben
gescbrieben stebt, nicbt fragt. Webe der Zeit! Webe iiber
15 Webe wird man iiber die Kircbe und ibre Hirten rufen, (er-
wagend,) in welcbe Niedrigkeit sie versetzt, versenkt sind. Man
bat gesagt, dafi der Biscbof von Assur, den (Gott) bebiiten moge,
bei der Weibe jene bekannten und beriibmten Gebete nicbt rezi-
tiert bat, sondern (denEitus) verandert (und) zuvor (das Gebet):
■20 „Die Gnade unseres Herrn Jesus Obristus“® (rezitiert) bat und
dai’auf anstatt (des Gebetes) : „XJnser guter Gott“ ® das andere
gesprocben bat: „Und Gott der Groilie"'^ (und): „XJnd auf
Befebl Gottes des yaters.“^ Er babe aus ibnen beiden eines
gemacbt und sicb, wie man sagt, (damit) entscbuldigt, dafi
25 Mar Giwargis®, der unter den Gerecbten wobnt, sie’’ ver-
andert babe, damit die, welcbe uber die Katbolikos rezitiert
werden, von den iibrigen verscbieden seien und deshalb batten
die iibrigen Vater (sie) nicbt mit ibm rezitiert. (Denket daran,
dafi) die Vigibe® iiberbaupt nicbt stattfand, daiS die Mebrzabl
1 'Wortlicli: seinen Versolinern.
2 Jos. Aloysii Assemani, God, liturg, eccL univers, t. XIII (Eomae
1766) p. 113 sq.
3 Ib. p. 114. 4 Ib. p. 66 sqq.
5 Ib. p. 117 Nos quogue eosules^ quihus comynendata esi magna iomus Dei
gme est sancta Ecclesia jussu Dei Patris veritatis etc.
6 ‘Wabrscbeinlich Georg von Arbela (gegen 945, starb nacb 987), der
eine Erklarung der Offizien des Jabres gescbrieben bat* Duval, Lit syr,
p. 393. Vrigbi, Syr, lit p, 231. V andenboff, Exeg,ps, apud Syr. Nest p. 6.
7 D. b. ibre Ordnting. s Assemani, b c. XIH p. 98 sqq.
260
Vandenlioff
der Vdter nicht niiclitern waren, weil sie die ganze Nacht
zu Schiffe •waren, nnd viele Wasser nnd Wein getrunken
batten! (Denket an) den Giirtel, der (dera neugewahlten
Patriarcken) losging zur Zeit, da er in der Mitte des Altares
die Gewander anlegte; (an) die gewaltsame Ergreifung der s
"Vater; (an) den Hohn iiber die Haupter der Glaubigen, die
ikrerseits den Bischofen nicht gestatten (wollten), das Yer-
langen des Mannes zu erfullen! (Denket an) das Bezablen
der Denare und das Erkanfen des priesterlicben Amtes von den
Tiirkenfiirsten und den Eatsherren (= Yezieren); (an) den lo
Metropoliten von Bet Garmai, der mit der Zensur und dem
Banne belegt war, damit er nur nicht zur Handauflegung
des Patriarcken sick einfande; (an) den Metropoliten von
'Elam, der nicht ersckienen war, und von dem auck kein
Brief nock (eine Erklarung) seines Einverstandnisses an- is
gekommen war; (an) den Bisckof von Tirkan, und den von
Senna und den von Bet Darija, die nicht ersckienen waren;
(an) den Metropoliten von Mosul, der rief und jammerte
dafi er nicht zugestimmt und dafi keine Wahl stattgefunden
hake, und erklarte, daJS die Kanones mit Eiifien getreten 20
wurden, und verkiindete, dafi eine Wahl nicht stattfand, und
er zu dieser tadelnswerten Handlung nur zugestimmt kabe,
um die Oberen der Glaubigen aus den Handen des Sultans
— (Gott) segne ihn! — zu befreien, -^eil angeordnet
war, dafi sie verkaftet und mit einer hoken Geldstrafe belegt 25
werden solltenl Was aber das Wicktigste von allem ist;
dem Bisckof von Mosul, der (den Patriarcken) einsetzte, wurde
bei seiner Weike fiir (das Bistum) Damascus, nicht die (Voll-
macht) verlieken, den Patriarcken einzusetzen, wie es (bei der
W eike) ausgesprocken wird iiber den von 'Elam und den von P^rat so
d® Maisanund denvon Assur und von Bet Garmai und vonHalah,
und auck zur Zeit seiner Translation nack Mosul ■wurde nicht
der Segen der Weike iiber ikn rezitiert, sondern der der
Translation, und deshalb war es ihm nicht erlaubt, dafi er
den Patriarcken weike. Man sagt aber, dafi Mar 'Abdiso' 35
der Grofie, der Katkolikos^ als er vor seiner Einsetzung
1 'Ebedjesu L (963 — 987). MAS. 1. c. p. 54 et 81.
Ein Brief des Elias bar §inaja iiber die Wald des Katbolikos Iso jahb IV. 261
stand und der (Metropolit) von ‘Elam gefloEen war, nnd man
in ihn drang, dafi er sich einsetzen lassen solle, wahrend der
von ‘Elam fern sei, antwortete: Icli nehme das Priestertum
nicht von dem an, der niclit* die Yollmacht hat, es mir zu
s verleihen, und er tat uberhaupt nichts, bis dafi der Metro-
polit von ‘Elam kam und ihn einsetzte, dem es zusteht den
Patriarchen einzusetzen, wegen des Briefest, in dem die Pa-
triarchen^ des Westens die des Ostens fllr berechtigt er-
klarten, nach der Ermordung der Vater und ausgenommen
10 (den Pall), dafi sie selbst einen Katholikos fiir den Oaten
einsetzten. Er^ wurde den Handen des Agapet®, des Bischofs
von 'Elam, tibergeben. Andere (sagen): dafi Seleukeia und
Ktesiphon und 'Elam einem Konige gehorten; und er iiber-
winterte in dieser Stadt und ging im Sommer nach jener,
13 (d. h. 'Elam) und weil (die Christen) enge Verbindungen
hatten mit der Eegierung und der Einwohnerschaft, wurde
diesem Bischofsstuhle die Prioritat (vor den anderen) und
die "Weihe des Patriarchen als Recht zuerkannt. Andere
(sagen): dafi, weil einmal Romer gefangen genommen
20 warden und nach ‘Elam kamen und der Konig von ‘Elam
eine Prinzessin (Konigstochter) zur Frau nahm, ihr zu
Ehren die (Bischofe) des Westens denen des Ostens diese
grol^ie Weihe als RecLt zuerkannten und die Ehre dem
(Metropoliten) von 'Elam verliehen, Andere (sagen); dafi,
25 weil eine grofie (Zahl von) Oefangenen'' aus dem Grebiete der
Romer nach ‘Elam kam und die konigliche Residenz in ‘Elam
war [148a] (jie Romer, da sie die (hi.) Opfer und ihre Kirche
1 Gestrichen: das Priestertum.
2 Syriscli-lateiniscli herausgegeben von Assemani dem Alteren B. 0.
Ill 1 p. 52, lateiniscli von Assemani dem Jiingeren God. lifnrg. t. XIII
p. 182. A. Mai, Script, vet. nova coll. t. X 1, 323 sq^. (syr.); 161 sq.
(lat.) in 'Ebedjesu Goll. can. syn. trad. IX c. V. In diesem Briefe iiber-
tragen die Biscbofe des Westens d. li. der Kircbenprovinz Antiocbiens den
Biscbofen des Ostens die Einsetzung eines Patriarchen zu Seleucia.
3 Bichtig: Die Bischofe. 4 Der Brief.
5 Der 424 bei der Synode Dadiso^s zugegen war. Demnach kann der
Brief nicht aus dem 2. Jahrhundert stammen. (Labourt, Be christianUme
dans V empire perse p. 12.)
6 Lies: statt: ;*aa!
262 Vandenlioff, Ein Brief des Elias bar Sinaja iiber die Wahl etc.
nicht fanden, sich gezwungen sahen, in die (nestorianische)
Kirche einzutreten und (mit den dorfcigen Grlanbigen) in
(geistliche) Gemeinschaft zu treten, und deshalb die Kirche
grofi genannt wurde, und man ihr (das Becht) der Weihe
zusprach, indem man es wegen des Namens, den sie sich s
unter den Rbmern erwarb, ihr verlieh. Andere (sagen): der
hi. Mar Timotheos, der Katholikos\ — sein Gebet komme
Tiber uns! — war einzig in seiner Lehre und keiner von den
Zeitgenossen komite sagen, dafi er ihm an Gelehrsamkeit
und Frbmmigkeit und Beredsamkeit gleichkame, und (doch) lo
ist bekaniit, was Ephrem von 'Elam an ihm tat und wie
viele Briefe zwischen ihnen gewechselt wurden. Und wenn
er gewufit hatte, es bestande die Erlaubnis, dafi der (Me-
tropolit) von ‘Elam nicht zur Weihe zugezogen werde,
so hatte er nicht vor ihm gestanden wie ein Sklave vor 15
seinem Heirn und sich von ihm wieder einsetzen lassen.
Griifiet einander im hi. KusseP Und die gotthche Gnade,
die den Eechtschaffenen und Gerechten und den seligen Vatern
den Sieg verliehen hat, bewahre euch und vollbringe durch
eure Hande die (guten Werke), die (uns) hier den Sieg ver- 20
leihen und kiinftig vor der Verdammnis retten, und sie be-
reite uns alien, uns alien nach dieser Welt der Bedrangnisse
durch die Gebete der Heiligen ein gutes Ende! Amen,
1 Timotheos I. (780 — 823). Vgl. MAS. 1. c. p. 37 sq^.
2 Vgl. Bom. 16, 16. I Petr. 5, 14.
Druotfehleryerbesserung: S. 65 Anmk. 2 lies itLSSi fur jglA o^.
ZWEITB ABTEILUl^G:
AUFSATZE.
-- — — -
Znr tiberlieferiing der Reden Gregors von Nazianzb
Von
Dr. Willy Liidtke.
Eufins lateinisclie tibersetzung (L) ist 1910 von Engel-
brecht im Corpus 8cri])torum Ecclesiasticorum Latinomm Vol.
XLYI herausgegeben worden; Sinko, der Leiter der von der
Krakauer Akademie unternommenen neuen Ausgabe der Werke
Gregors, hat eine Studie uber sie in AiTssicht gestellt. Wenn
manche XJnterscMede zwischen L und der Vorlage sich auch
durch die freie Wiedergabe, die sich Eufin erlaubte, erklareu,
so doch nicht alle. Er hat an manchen Stellen einen andern
Text vor sich gehabt. Die Ausgabe Engelbrechts gibt keine
Auskunft iiber Eandnoten in den Hss., von denen Eose im
Katalog der Hss. der Kgl. Bibliothek in der Beschreibnng
von Cod. Berol. Theol. lot. Fol. 268 (829) eine knrze Probe
gegeben hat. Die Hs. hat am Eande oft das Abto-Zeichen
bis zu der Bemerkung hinter der 7. Eede: usque hoc contuli
de codice scmcte melanie rome^-, in der 8. kommt es nicht mehr
vor. Hatte der Codex der Melania Eandbemerkungen, von
denen nur ein geringer Teil in den Berol. libergegangen ist?
Zu Engelbrecht 112, 15 bemerkt er: „Omne uerum fictum
non est, onine autem fictum fabulosum; quod autem fdbulosum
1 Diese Skizze ist eixi Beitrag zu den von Baumstark in diesei' Zeit-
schrift N. S. II; 8. 348 gewunsciiten ITntersucliungen iiber das Bortleben
griecbischer theologiscber Literatur in den tlbersetzungein Einen ersten
derartigen Versuch iiber Gregor macbte Assemani, Bibl, Or, III, 1 8. 23.
2 Engelbrecht 8. XXXII gibt von der Verbreitung dieser IJntersohrift
in den Hss. sicker ein falsches Bild. Sie findet sick auck in dem Gottinger
God, Theol. 92 (s. XV, aus Spankeim: Mitt eilnng von Dr. Simon), tlber
die Hs. aus Stavelot vgL Theodor Gottlieb, tJher mitteldlterliche BiUio-
tlieken 1890, 8. 285 No. 30, Anm.
264
Liidtke
aut fictum est, uerum, non est; atqiie omne quod fahulosum aut
fictum non est, tierum est; contraria itaque sihi sunt ueritas ef
figmentim.^ — Zu 112, 24 hausius {ciusus Cod.): aeternitas
qicae ex se uoluit et in se reuohdt, quasi filios deuoret i^roprios
uel ordinem temporum.^ — Uber 113, 2 lapidem stebt abadir.
Yielleicbt ist die armcilische Ubersetzung (A) die zweit-
jilteste. Sie hat eine ganz eigentiimliche Anordnung, die
Dashian in seinem Katalog der armenischen Hss. in der
Mechitharisten-Bibliothek zu Wien 1895 beschreibtb Da dies
Werk nicht alien Lesern zuganglich sein wird, setze ich die
Nummern der Eeden nach Migne hierher,
[I. Sammlung;] 2, 12, 9, 21, 7, 8, 18, 43.
[II. Sammlung:] „Zur Schffiahrt": 34, Meletius [von Gregor
von Nyssa PG. XLVI, 852], 42, 11, 3, 25, 19, 4, 5, 26, 36.
p[II. Festreden:] Gesagt vom Philosophen Hermes, 38, 39,
40, 1, 45, 44, 41, Eccl, 16, 14, 24, 15.
[IV. Theologische Reden, nach dem Anfang von Or. 27
benannt] Sammlung „Ad 608 “: 27, 20, 29, Gegen jene, welche
sagen, dafi der Vater grdfier ist als der Sohn [Gregor von
Nyssa PG. XLVI, 553], 30, 31, 28, 33, Cled. I (Ep. 101), 11
(Ep. 102), 17, 32, 6, 23, 22.
In dem mittelalterlichen „Buch der Ursachen", einem
biblisch-patristischen Einleitungswerk, ist die Eeihenfolge der
Sammlungen abweichend: III, IV, I, II. ^
Die Syrer haben Gregor von Nazianz eifrig iibersetzt,
kommentiert und studiert. Die Geschichte des Eabban Bar
'Bdta, eines nestorianischen Monches des 5. Jahrhunderts, be-
richtet, dafi er unter anderm auch „das Buch des heihgen
Gregor von Nazianz “ auswendig wufite^ Diese alte nesto-
1 Der freundliclieH Vermittelung von P. Nerses Akinian verdanke
icli Photo graphien von vier Eeden aus der Wiener Hs. 320 s. XIII— XIV.
Wie er inir vor kurzem schrieb^ beabsichtigen die Wiener Mechitbaristen,
eine Ansgabe der IJbersetzung zii drucken.
2 liber Or, 27 sclireibt das „Buch der IJrsachen“: „Nach dem Tode
des groJSen Konstantin wurde sein Eeich in zwei Teile geteilt; unter seine
zwei Sohn 6; da er bei seinem Sterben in der Stadt Nikomedeia schrieb ein
Testament, weil seine Sohne dort nicht angekommen waren - . * “ ; bis hierher
von Dashian, Arm. Teil S. 226 angefiihrt.
3 ed. Addai* Scher, B&me de VOrient clirUien XI (1906) S. 406.
Zur tiberlieferung der E.eden G-regors von Nazianz.
265
rianisclie Ubersetzung (S*) bat Wrigbt in Hss. des Britiscben
Museums finden 'wollen, trotzdem nicbt alle nestorianiscbes
Ausseben baben‘. Der Patriarcb Timotbeos I (-]- 823) yer-
glicb mit ibr die „baretiscbe“ (d. i. jakobitiscbe) Yersion, von
der er sicb ein Exemplar von dem Abt Eabban Sergios ver-
scbaJffte^. Er fiibrt in seiiien Scbriften Gregor oft an und
bekampft mebrfacb dessen monopbysitiscbe Auslegungl
Bei den Westsyrern (Jakobiten) (S®) werden drei Manner
als Ubersetzer des Nazianzeners genannt^: zunacbst der Abt
Paulus von Cypern, der vor den Persern dorfchin gefloben war
und sein Werk 624 vollendete®; dann Atbanasios von Balad
(-J- als Patriarcb von Nisibis 687/88) und Jakob von Edessa
(-f- 708), Docb der letzte wird nur von Bar-Hebraeus ge-
nannt und ist mit Wrigbt auszuscbeiden.
Icb babe nacb Pbotograpbien (= je einer Doppelseite)
langere und kiirzere Proben folgender Hss. des Britiscben
Museums untersucbt®: Add. 17146 (= DLX, 6. — 7. Jabrh.:
27 BL); 18815 (== DLIX, 9. Jabrb.: 29 Bl.); 14548 (= DLVIII,
gescbrieben 790’; 39 BL); 12153 (= DLV, aus dem Jabre
845; 2 BL).
Es ergibt sicb bei einer Yergleicbung, dafi wir in diesen
Hss. zwei Ubersetzungen zu unterscbeiden baben, wie ja scbon
• Catalogue of Syriac Mss. in the British Museum II (1871) 8. 423 ff.;
Bemerkimg S. 4371).
2 0. Braun, Brief e des Katliolilios Timotlieos L: Oriens Ghrktlanuslll
(1903) S. Ill, 15.
3 Jerome Labourt; Le ^jatriarche Timotliee et les Nestoriens sous les
AUbasides: Revue d'histoire et de litter ature reUgieuses^ (1905) S. 380 2, 393.
In seiner lateiniscben These: De Timotheo I Nestorianorum patriarcha
(728 — 828), Paris 1904, S. XIV, 27 erwahnt Labourt, daB die Briefe an
Kiedonios und die Or. de filio in den damaligen Streitigkeiten eine groBe
Bolle spielten; Timotbeos kennt Gregor „m der Ubersetzung Pauls von
Cypern“.
4 Ygl. "Wright, A short History of Syriac Litterature 1896 S. 135,
155, 149.
5 tlber den Einfall der Perser in Syrien und Agypten vgl. Leontios' von
Heapolis Lelen des hi, Johannes des BarmJierzigen, Erzbiscliofs von Alexandrien,
hrsg, von H. Gelzer 1893 S. 127, 15111.; Johaimes floh im Juni 619.
6 AuBerdem besitze ich fast den ganzen Nonnus.
7 Eine Schriftprobe bei J. P. X. Land, Anecdota Syyiaca I (1862),
Tab. XII spec. 62, 63; 8. 75: ffridiaulae porro formae, fere perpe)idiculares^\
266
Liidtke
Wright gesehen hat. S^; in Add. 17146 und 18815 stimmt
der Anfang von Or. 45 iiberein; 17146 enthalt eine andere
Ubersetzung von Or. 1 als nns in S® (= Add. 14548 und 12158)
iiberliefert ist. Diese beiden Versionen sind aber nicht un-
abhangig voneinander, sondern die eine ist eine Eevision der
andern. In S® werden von iibernoniinene griechische
Fremdworte beseitigt, Versehen vei’bessert, die Feinheiten des
Originals genauer wiedergegeben. Ist nun S ^ die nestorianische
Ubersetzung, wie Wright will?
Einen Beweis dafiir, daft S ^ bei den Nestorianern gebraucht
wurde, liefert uns der von Frankenberg verbffentlichte
Eommentar des Nestorianers Babhai (Anfang des 7. Jahrh.)
zu den Oenturien des Euagrios Pontikos'. Das Zitat aus der
Bede iiber das Passah Or. 45, 3 ‘'OXov yap sauxcS — (xovov,
•?] dnsipia (Frank, S. 40) stimnat mit Add. 18815 Fol. 62’’ — 63'‘
iiberein.
S’ wird auch benutzt von Sahdona-Martyrios in seiner
Schrift iiber das vollkonimene Leben, die er im Alter von
28 Jahren kurz nach 630 verfaftte. S’ Add. 17146 Fol. 112“’
112’’^ = Or. 27, 4 (i,vY)[jioveoTeov -^ap — jcaHaporr^ta + 27, 7
•ijp.ac — OeoXoYov stimmt mit Sahdona, Quae supersunt
omnia, ed. Paulus Bedjan 1902 S. 294 iiberein^
S^ wird von dem IJbersetzer der Briefe des Severus be-
nutzt. In der Ausgabe von B. W. Brooks, The sixth book of
the select Letters of Severus patriarch of Antiochia I, 1 (1902)
S, 14f ist das Zitat aus Or. d, 11 gleich S° Add. 14548 Fol. 52’’.
Der Presbyter Athanasios von Nisibis, den Brooks abweichend
von Wright von dem spatern Patriai-chen Athanasios von
Nisibis unterscheidet, iibersetzte die Briefe auf Bitte der
Bischofe Matthaeus von Berrhoea und Daniel von Edessa im
Jahre 669. Bs ist hier zu beachten, daft er die Stelle nicht
1 AhJiandlmgen der Ges. d. Wise, zu Gottingen. FMl.-lmt. Kl. F. F.
Bd. XIII, No. 2 (1912). Der syrisclie Text ist sehr uniibersiolatlicli ohne
Absatze gedruckt (wolil direkt Bach Photographien?). Die Zitate S. 200,
224; 162, 272 — Or. 23, 10. 13 stimmen, wie zu erwarten, nickt mit
Add. 14S48 iiberein. — liber Babhai vgl. "Wright, History S. 167 — 169.
2 Ich wurde duroh Heinr. Goussen, Martyrius-SaJidona’s Leben und
Werlce 1897 S. 11 Anm. auf das Zitat hingewiesen.
Znr Uberlieferung der Reden Gregors Ton Nazianz.
267
neti ubersetzte, sondern sich durcli N’acliscMagen in seinem
Grregor die Arbeit erleichterte^.
Da als tjbersetzer von S ^ ausdriicklicli Panins von Oypern
genannt wird (z. B. im Pinax von Add. 12153), so bleibt an-
scbeinend fiir Atbanasios von Nisibis als XJbersetzer nicMs
iibrig. Dafi er sicb viel nait Gregor beschaftigt bat, wird
aucb durcb einen Brief Georgs des Biscbofs der Araber
(■]■ 724/25), eines Scbiilers nnd Prenndes des Atbanasios und
Jakob von Edessa, bezengt. Der Presbyter Jakob, sein Syn-
cellns, batte bei ibm angefragt wegen Or. 2, 13. Georg macbt
ibn in seiner Antwort® daranf anfmerksam, „dafi die Uber-
setznng dieser Stelle ans der griecbiscben Spracbe in die
syriscbe nicht genau gemacbt ist, nnd dafi ibr Wortlant nicbt
so eingericbtet ist, wie es dem Sum und dem Gedanken des
Lebrers entsprecben wiirde ... Es ist nun die Eassung des
Satzes entsprecbender nnd genauer, wie es aucb der den
Heiligen zuzuzablende Patriarch Atbanasios mir iibersetzt,
also . . .“ Icb mufi es einem Londoner Gelebrten iiberlassen,
dies Zitat nait S® zu vergleicben.
Da icb nur Proben von S babe, Gregor iiberdies die Bibel
nicbt banfig anfiibrt, beschranke icb micb daranf, einige TJber-
einstimmnngen von mit der sogen. „Pbiloxeniana“ (ed.
White) zn notieren. Or. 27, 1 Ttpoaxvo&jxevoi, Anspielung auf
y.vTjOojxevoi 2. Tim. 4, 3: Add. 1714:6 Pol. 111\ — Or, 46, 1
Luc. 2, 14: Add. 18816 Pol. 62". — Or. 41, 13 Job. 3, 5:
Add. 17146 Pol. 86". — Or. 44, 2 Job. 10, 22: Add. 17146
Pol. 101’’. Diese Berubrungen sind wobl znfalbg und er-
klaren sicb durcb engen Anscblufi des Ubersetzers an die
Vorlage. Ob wirkbcb ein ISTestorianer iibertragen hat,
bleibt immerbin noch zweifelbaft. kann die beiden Parteien
gemeinsame alteste tJbersetznng sein, die bei den Jakobiten
durcb die Revision des Paulus verdrangt wnrde.
1 Die Zitate aus Or. 38 konnte icb leider mar mit der Dbersetzung
S ^ vergleiclien, mit der gie, wie zu erwarten, nicht iibereinstinimen.
2 In deutscher tlbersetzung hrsg. von V. Ryssel, Georg des Araber^
hischofs Oediclite und Briefe 1891 8. 62f. Der Brief ist zwischen 714 und
7t8 geschrieben. Vgh auoh S. 64: doppelte tlbersetzung von Or. 8, 4 Scblub.
268
Liidtke
LexibaHsch smd die syrisclien ITbersetzungen der Reden
nocb nicht ansgebeutet; icb fand wenigstens im Thesaurus
Sijriacus von Payne Smith immer nur Or. 15 angefiihrt. Ihr
Druck wiirde also nicht nnr die Krakaner Ausgabe der Werke
Gregors fordern, sondern auch das syrische "Worterbuch be-
reichern. Yielleicht kdnnte die Akademie sich mit der
Patrologia Orientalis dazu vereinigen. DaJS die Varianten von
S in die neue Gregor- Ausgabe aufgenommen werden miissen,
will ich unten an Or. 27 zeigen. Geschieht dies nicht, so
wird wenigstens in den Reden die neue Ausgabe die vor-
handene nur wenig verbessern.
Die stichometrischen Angaben von S weichen nur un-
wesentlich von den aus griechischen Hss. bekannten Zahlen
ab. Die im Text angegebenen Stichen stimmen iibrigens bis-
weilen nicht mit denen des Index uberein. AM. 12153
hat im Index fiir Or. 1: 150 (Text, S^ 14548 Ind. Text: 108),
Or. 7: 713 (wie Oxon. Can. 74' und Mosqu. 139 Ylad.), Or. 11 :
205, Or. 12: 162, Or. 15: 480, Or. 21: 1164, Or. 23: 442,
Or. 27: 270, Or. 30: 594 (Graux 600), Or. 34: 299, Or. 39:
600 (nach Add. 14548 Text: ohne Nonnus). — Pinax von
Add, 14549 (2. Teil des syrischen Gregor, aus dem ich den
Nomms mir photographieren lieJS): Or. 13: 80, 14: 1107, 20:
301, 37: 720, Ad Virginem: 92, Ad Oledonium Ep. Cl: 440
Eqn ClI: 200. Ich beschranke mich auf diese Angaben, da
ich die Yarianten der syrischen Uberlieferung aus meinen
Photographien nur ungeniigend kenne.
Auch die Gedichte Gregors sind mehrere Male ins Syrische
iibersetzt worden. Als erster hat sich Senorinus Oandidatus
an dem schwierigen Text versucht; das Stiick, was uns von
seiner nach der Uberschrift im Jahre 976 = 664/5 ange-
fertigten Arbeit erhalten ist, hat Ignazio Guidi veroffentlicht®.
< Fiir eine Absclirift der Zahlen bin ich Prof. Allen zu Dank ver-
pflichtet. Or. 1: 118, 11: 205, 14: 1107 (wie Graux vermutete), 16: 626
EN dXXip 825, 20: 330, 84: 299. Das sind die bemerkenswertesten Angaben,
^ Di un’ iscrizione seedier cde siriaca e ddla versione dei carmd di S. Gre-
gorio Nazianzeno fatta da Gandidedo di Ained: Actes du Z**® Gongres inter-
national des Orientedisfes. Session de Geneve, 1894, P. Ill (Leide 1896)
S 73— S2 (nach God. Vat. Syr. 96).
Zur tJberlieferung der Reden Gregors von Nazianz.
269
J.-B. Ohabot bat kaum Recht mit der Annabme, J. Bollig
und H. Grismondi batten uns mit einer Ausgabe der ne-
storianiscben IJbersetzung bescbenkt^ Doch die Brage ist
nocb nicbt geniigend geklartl Aucb sind nocb nicbt alle
syriscben Hss., die G-regors Gedicbte enthalten, nntersucht.
Als letzten Ubersetzer fiibrt Duval Theodosios auP, dem er
aucb eine tJbersetzung der Homilie Gregors fiber die Wunder
des Propbeten Elias zuschreibt. Dock die Blatter des God.
Vat. Syr. 96 Eol. 95’’ — 96”^, deren Photograpbien mir Ende
IsTovember 1908 das Kgi. Preufiiscbe Historische Institut ver-
mittelte, entbalten keine unbekannte Rede, sondern eine Uber-
setzung des Gedicbtes auf die Wunder der Propbeten Elias
und Elisa (Migne PO. XXXVII, 477: I, 1, 16). Vorai geschickt
ist eine Bemerkung, nacb welcher der edesseniscbe Presbyter
Theodosios aus dem Kloster Qennesre die Ubersetzung im
Haziran des Jabres 1113 Alex, begann und im Monat Kanun
[sic] am Ende des folgenden Jabres beendigte — also im
Jabre 802/3. Der Text stimmt bis auf unbedeutende Yari-
anten mit dem von Bollig, Carm. iamb. I S. 153 f., abge-
druckten Vat. 105 fiberein. Diese Tatsacbe ist der oben an-
geffibrten Yermutung Ohabots nicbt gfinstig®.
Der ITpoc Tcap&evov TcapouvsTixoc ist einmal unter den Ge-
dicbten (Gannina II S. 43), dann aucb nocb in zwei ab-
weicbenden Ubersetzungen m den Reden fiberbefert, von
denen die eine aus Add. 14549 von Gismo ndi S. 53 als
Appendix beigegeben ist. Die andere, Add. 18815 Eol. 27, ist
nocb nicbt gedruckt. — Die X/jpaaia eis ’IsCsxi-/)!, die in
mancben griecbiscben Hss. den Reden des Nazianzeners bei-
1 Oliabot; Journal Asiatigue Ser. IX, T. 11 (1898) S. 542 — 546 in
seiner Anzeige des zweiten Teiles Yon Sancti Gregorii Tkeologi Liber carmL
num iamhicorumf edd. J. Bollig etK. Grismondi, P. 1. 2 Beryti 1895—96.
2 YgL Duval, La litteratiire syriaqm 1899 S. 312f,
3 Er ei'wahni ihn aach in seinem Aufsatz Notice sur la NMtorigue
d* Antoine de Tagrit: OrientaliscJie Studien fur Noldeke I (1906) S. 479.^^
4 Unmitteibar darauf folgt das oben erwahnte Brucbstuck der tJber-
setzung des Oandidatus.
5 So urteilt aucb Baum stark, dessen Bemerkungen in dieser Zeit-
scbrift N. S. II S. 347 icb zu yergleicben bitte. Die Massora zu Giregor
erwabnt er ebend. S. 122.
Oriens Ohristianus. Neue Serie III.
18
270
Liidtke
gegeben ist, ist in armenisober Ubersetzung als Werk des
Euagrios 1907 in dessen "Werken gedruckt worden, ed. Sar-
gisean S. 9 — 12. Weder die syriscbe nock die armeniscbe
liberlieferting der Keden Gregors hat einen Platz fiir die
Schrift „ An Philagrios liber die Wesensgleichheit”’. Naheres
liber die Anordnung der beiden syrischen Bande findet man
in "Wrights Katalog.
Die MrclieilSlaTisclie Ubersetzung (SI.) hat nach einer
Hs. des 11. Jalirhunderts in der Kaiserlichen Offentlichen
Bibliothek in St.-Petersburg 1875 A. Budilovie heraus-
gegeben, nachdem er schon 1871 ihre Sprache in einer be-
sondern Schrift untersucht hatte^. Sie wird mit andern IJber-
setzungen theologischer "Werke in die erste Halfte des 10. Jahr-
hunderts gesetzt und stammt wahrscheinlich aus der Glanzzeit
des bulgarischen Zaren Symeon (-j- 927)^. Die Petersburger
Hs. enthalt folgende 13 Eeden: 39, 43, 40, 38, 2 , 6 , 5, 27,
28, 16, 45, 44, 1. Schon Sreznevskij hat in seinen „Alten
Denhndlern der russischen Litter atur und 82 )rache“ eine Probe
aus ihr gegeben'* und hat in seine Chrestomathie auch Stiicke
aus der spatern Ubersetzung der 16 Eeden mit dem Konamen-
tar des Niketas von Herakleia aufgenommen®. In Katalogen
^ Vgl. Joh. Bras eke, Qesammelte pairistische Ahhmullmigen 1889
S. 103 — 168; dazu de Lagarde, Mitteilungen IV (1891) S. 18 — 20 und
unten S. 271, Anm. 5 iiber Philagrios.
2 A. Budilovic, ImUihvanie jazyka drevneslavjanskago perevoda XIII
slov Grigorija Bogoslovaj St.-Petersburg 1871 (mit griechisch-kirclienslaYiscbem
Wbrterbucb. und S. 126—141 Kollatioii mit Migne). • — XIII slov Grigorija
Bogoslova . . . Kritiko-paleograficesJdj trud A. Eudilovioa, St.-Petersburg
1875. Vgl. Zurnal Ministerstva Nar. Prosv,, 1872, Bd. 162, II S. 342 — 363;
164, II S. 166—189. Jagic, Archiv fur slavische Bhilologie I (1876)
S. 373-37 5.
3 Pogorelov, Archiv fur slav, BMlol XXIV (1902) S. 274; Budilovic,
IzsUd, S. 126. Vgl. auch. A. S. Archangel’ skij, Die Werke der Kircheyi-
vdter in der altrussischm Liiteratur: Zurnal Min. Nar. Frosv. 258, Juli 1888,
S. 33—37.
4 Drevnie pamjatniki russkago pis'ma i jazyka 1863 separat und in
IzvMija Imper. Akademii Nauk po Ofdilenija russkago jazyka i slovesnosti;
die von A. By5kov 1882 herausgegehene 2. Ausgabe hat nicht alle Stiicke
ubernommen. — Or. 16: Izv. Ill (1854) S. 27-38; IV (1855) S. 294-312.
Or. 28: Izv. X (1863) 8. 486—490.
5 Denkm, 2 Sp. 203, 271, 291 f. — Tiber Niketas vgl. Siokeuberger,
Texte und Unlersuchungen XXII, 4 (1902) S. Ilf., 16, 28 f.
Zur IJberlieferung der Reden Gregors von Nazianz
271
slavischer Hss. fand ich diese 16 Festreden in verschiedener
E-eihenfolge, je nachdem als Anfang des Festkreises Osteni
oder Weib.nacliten gesetzt "wurde. Belgrad, Akadeniie^ Nr. 90
(14. Jalirh.); Moskau, Synodal-Bihliothek'^ No. 120 — 122 (17.
Jahrh.): Or. 1, 45, 44, 41, 16, 24, 19, 38, 48, 39, 40, 11, 21,
42, 14, 16. Es wird in Beiscliriften aucia angegeben, fiir
welcbe Eeiern die Eeden bestimmt sind. Or. 19: in der
Woclie der heiligen Vater vor Christi Geburt; 11: 10. Januar;
21: 18. Januar; 42: 25. Januar, der Tag Gregors selbst; 14:
sic T-/)v xopiax'ijv TTjc dtTcoxpeto; 16: etc Tqv xupiax7]v xopocfayou.
Mit Weiiinachten beginnt Moskau, Syn.-Bibl. No. 119 (16.
Jabrb.)': Or. 19, 38, 43, 39, 40, 11, 21, 42, 14, 16, 1, 46,
44, 41, 16, 24. Die erste Anordnung ist auch in den griechi-
schen Hss. der Xoyoi dvaYiYvu)ox6|xsvoi* die gewolinliche. Andere
Hss. stellen die Eestreden voran und lassen darauf die Reden
auf die Eastensonntage und die Heiligen folgen: so 8yn.-
Bihl. 117 (14. Jabrb.)®.
» Ljnb. Stojanovid, Katalog rukopisa i starich itampmiich kniga.
Zhirka Srpske Kral'evske Akademije, Belgrad 1901.
2 (A. Gorskij und K. Nevostruev), Opisanie slavjanskkh rukopisej
Moskovskoj Sinodal'noj Biblioteki II, 2 (1859) S. 107 f.; 92—98.
2 Gorskij 11, 2 S. 90-92.
* Johannes von Euchaita, Versus iamhici PG. CSX, 1143 v.ri', klagt
daruher, dafi deshalb die andern Eeden Gregors vernachliissigt werden.
5 Von Gorskij II, 2 S. 68 — 87 besonders ausfiihrlich beschriebeu.
Von den hier erwahnten kleinen Beigaben steht der Brief an Bhilagrios
auch in No. 119 hinter Or. 45. Er wird von Gorskij S. 70 als der Brief
an den Rhetor Eudoxios identifiziert: PG. XXX VH, 153 Ep. 180; vgl. Eos
XVI (1910) S. 123. Zusammen mit Eragmenten aus Or. 7 hat ihn No. 120
am Schlufl hinter Or. 16. Each den syrischen LexikograiAen soil Phila-
grios (= „deserti amans“) ein Bruder der Mutter Gregors gewesen sein:
Thesaurus Syr. Col. 3104. — Erklarung des Symbols: Gorskij II, 1
(1857) S. 59. Anscheinend nicht identisch mit dem Symbol des Gregorios
Thaumaturgos, zu dessen Uberlieferung Poncelet, La vie latine de 8. Gre-
goire le Thauynaiurge zu vergleichen ist (fiecherches de science religieuse I
[1910] S. 132—160). Dies von Oaspari behandelte Symbol steht unter
dem Namen Gregors von Nazi an z im armenischen „Buc}i der Briefs'^
(Girkh thlthoo, Tiflis 1901 S. 213 f.: in einem Brief des Katholikos Komitas
dber den Glauben aus dem Anfang des 7. Jahrh.) — Nonnus: Gorskij II,_ 1
S. 30 f. — Gedicht ditdvrcov, Migne PG. XXXVII, 908: Sreznevskij ,
Izv. X S. 579 f.; Denkm. 2 Sp. 79. - M. Speranskij, Bazuminija edi-
nostrocnyja Grigorija Bogoslova i Bazumy mudrago Menandra v russkom
pereoodi: Izvistija OtiSlenija russkago jazyka III, 2 (1898) S. 541—559. -
18 *
272
Liidtke
Budilovic hat durch seine Anmerkungen dem kiinftigen
Heransgeber der Reden schon vorgearbeitet; dock rniissen
seine Angaben noch nachgepriift werden'.
Ins Georgische iibersetzte die Werke Gregors samt der
Vita Euthymios (*{- 1028) im Iberer-Kloster auf dem Athos,
wohl aus dem griechischen Original. Vgl. Brosset, JSistoire
et litter ature de la G^orgie, St.-Petersbonrg 1838 S. 123 — 126,
in dem Verzeichnis der Werke des Euthymios Ho. 11; A. A.
Oagareli, SvMenija o pamjatnilmch gruzinshoj pismennosti I,
1 — 3, Petersburg 1880 — 94: 1 S. 55 — 59 No. 14. Die Vita
ist nach 1 S. 85 No. 58 iibersetzt im Jahre 980. Oagareli
verzeichnet Hss. in. Iviri, im Kreuz-Kloster bei Jerusalem, auf
dem Sinai und in andern Bibhotheken: ygl. I, 1 Iviri No. 76
(11. Jahrh.); 2 S. 30 No. 105, S. 38 No. 131, S. 43 No. 144;
2 S. 85 No. 88; 3 S. 107 No. 24, S. 197 No. 74. Vgl.
ferner Dzavachov, Materialy dlja istorii gruzinskoj patristic eskoj
literatury: Christianskij Vostok I (1912) S. 9f.
Abul-Barakat (-|- 1363) nennt in seinem Katalog der
christlichen Schriften in arabischer Sprache^ eine Sammlung
von 30 Schriften Gregors, Aus der von ihm benutzten Hs.
entnimmt er die Bemerkung des Schreibers, er habe nicht
die Ordnung seiner Vorlage bewahrt, sondern diejenigen Pre-
digten vorangestellt, welche man oft brauche. Eine andere
Eeihenfolge bietet wieder die Hs, der Universitats-Bibliothek
Voa Gregor „dem Pliilosopli6ti“ (falschlicti im Titel dem Theologen zu-
geschrieben} aind zwei russisobe „Belelirungen“; vgl. A. Sobolevskij, Liv.
Otd. russle. jaz. XII, 1 (1907) S. 250-262. - Ob die Hs. der Belgrader
Akademie No. 84 (18. Jahrh.) eine alte libersetzung enthalt, ware wohl
uoch zu untersuchen,
' In Anm. 7 zu Pol. 5, a tut er dem tlbersetzer z. B. unrecht, wenn
er ilm eines Pleonasmus besohuldigt. Er las Or. 89, 6 (Migne XXXVI,
341 A 7): ou ftocXXov Tiixtovre; St’ eccuruiv xa (T£|3d(7|j,axa t) St’ IxsOiov dxt-
jnti;6|iEvot. 8o Dresd. 96, Par. 527 (nach meiner eigenen Kollation). In
Or. 5 gebt die Vorlage des tlbersetzers mit den Hss., welche die Migne
XXXV, 684 (17) notierte Liicke haben.
2 Mit tlbersetzung herausgegeben von "Wilhelm Riedel: Nachrichten
von der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Gottingen, Philol.-liist. Klasse,
1902 S. 635—706; S. 669 Anm. 8 weist Riedel ie in Paris und Rom
liegenden arabischen Gregor-Hss. nach: diese enthalten aber nur einzelne
Sttioke. Vgl. auch S. 674 Hnterhaltung mit Makrina.
273
Zur "Dljerlieferimg der Eeden Gregors von Nazianz.
zu Cambridge Add. 3292 (17. Jabrb.); 19, 88, 39,40, 14,43,
2, 11, 1, 45, 44, 41, 24, 42, 16, 28'^. Andere Hss., die mis
wabrscbeinlicb iiber die urspriinglicbe Anordnung der ara-
bischen Ubersetzung aufklaren werdenj liegen auf dem Sinai;
Margaret Dunlop Gribson fiihrt sie in ihrem kurzen Kata-
log (Studia Sinaitica III, 1894) unter Nr. 273 — 279 und 568
auf. Riedel (S. 643'’ und 670') vermutet, die Ubersetzung
sei aus dem Syrisclien geflossen. Dock falls sie nicbt direkt
nacli dem griecbiscben Original gemacht ist, kame nocb das
Koptische in Betracbt^. Sicher aus dem Koptisclieil ius
Arabiscbe iibersetzt sind die 12 Anatheme aus dein 1. Brief
an Kledonios: Wright-Oook 11, S. 938, vgl. Riedel S. 703.
Unter den Kircbenvatem, die nacb'Leipoldts Zusammen-
stellung ins SaVdiscbe iibersetzt sind, kommt Gregor nicbt
vor®. Trotz mebrfacber Bemiibungen babe icb nur eine
Rede gefunden: Or. 14 in einem Codex mempbiticus von 1025
fiibrt Zoega an in seinem Catalogus codicum copticorum mss.
qui in Miiseo Borgiano Velitris adservantur, Romae 1810 S. 19.
Fragmente in einer Katene: Katalog der Hss. der TJniversitdts-
BMiotJiek zu Leipzig II (1906) S. 420'.
Fur das AetMopisclie mufi icb micb mit einem Verweis
1 Ansfiilirlicli besclirieteii von ‘Wright-Cook, A catalogue of the Syriac
Mss. in the Univ. TAhrary of Gamhridge 11 (1901) S. 960—905. Dauacli ist
die tibersoliriffc der 1. Rede bei Riedel zu verbesseru: „tjber den IVeihrauch
(^UJ.J1); dai’in wird die Geburt erwahnt“. Geineint ist die Rede an Julian,
der in der Oambridger Hs. gescbriebeii ist. Die Titel der Reden bei
"Wrigbt sind ziemlicb lang und geben nieist aucli den AnlaO an. ktai
{Scriptorum veterum nova collectio IV S. 547: No. St>6 pag. 128 und S. 154:
No. 75 fol. 45) gibt als Titel einer am 2. Fastensonntag zu lesenden Rede
an: homilia de tentatione Christi. Vgl. Zotenberg, Paris Ponds syriaque
p» 193,
2 Piir die Datieruiig der TJbersetzuiig sind vielleiclit die ^iitate rus
G regor bei Theodor Abu Qurra von Bedeutung, falls sie aus ilir ontnominen
sind (Forschungen zur Christi. Literatur- und Dogmengeschichte X, 3/4 1910
S. 292). - Pin Paksimile einer Seite (= Or. 32, 9) aus Sinai, God. Aral). 276
(datiert 1225) bringen die Studia Sinaitica No. XII, pi. 16.
3 Texte und Untersuchungen XXV, 1 ( 1903 )S. 33,209f.
* Die Reden De Abraham et de Isaac und De Annunciatione (Assemani,
BiU. Or. I S. 618 Cod. X und XV) sind wohl von Gregor von Xyssa md
Thaumaturgos. (Die Riohtigkeit der ersten Halfte dieser Vermutung wird
duroh die Ausgabe der Rede De Abraham von M. Ohaine: Bevue de VOrient
chrStien 1912 S. 395-409 bestatigt. NacMrag hd der Korrektur.)
274
Liidtke
au£ Wright, Catalogue of the Ethiopic Mss. in the British
Museum 1877 begniigen, in dem aufier kleinern Stiicken eine
Homilie anf den Ostersonntag (Or. 4B?) vorkommt.
Or. 27: Gregen die Eunomianer.
§ 1 Anf. Toic, Pspy]Xoi<; xatvocpwviati; S i, am Eand. Die grie-
cliisclie Ausgabe liat xsvocpcDVtai; oline Variante. Die beiden Vokale
■wecbseln haufig: ygl. z. B. Irenaeus ed. Harvey I S. 290 3. Dock ist
die Lesart von S ^ vielleiclit vorznzieben, da sie von Eufins Ubersetzung
gestlltzt wird.
§ 1 Sclilnfi: xal toa>; yjxTov ctv rpav aocptoxal xal xopioxal X6y(dv
axoTCoi xal TrapdSoSoi; tV sitco) xt.xal y^Xolodc Tcept yeXoioo irpaYp-axoc.
S 2 iind die bessern Hss. von A (nacli Mitteilnng Akinians) lesen
YsXoio); (b(;. Die Periode erbalt dadnrcb eine bessere Gliederung, der
Ausfall ist leicbt erldarlicb.
Koptoxat ist die gewobnlicbe Lesart der griecliisclien Hss. und wird
als ,Taucber‘ erklRrt: so sclion Elias von Kreta (PG. XXXVI, 760)
nnd SI. In seiner Ausgabe der fiinf tbeologiscben Eeden (Cambridge
1899) gibt Mason dieser Lesart vor xupsoxai den Vorzng, weil ,Wnrfler^
ein wenigcr llicberliclies Bild sei. Die Ubersetzung jTaucher^ ist aber
falscli; vgl. W. E. D. Downes, On Kv§iaT7]T7j()Bq and the 7 'elation of
Iliad n 750 to It 615: The Classical Bevieiv 20 (1906) S. 147 f. Es
sind jTiinzer^ Tiber die barmoniscben Bewegungen der Kbetoren, die
()fter zu formlicben Tanzen (s$op)(£to&ai) ausarteten, bandelt Xorden,
Die antiice Kunstprosa I (1898) S. 61 — 63, 3742 . Ygl. auch das
Scbolion von Par. 545 fob 272^: aocptaxat* icpsupsxai airpsTr^v.
xoptoxal os dvxl xou daxaxa>c xivoujievou
bat oocptoxal xal xoxxiaxal Xcytov axoTcoi xal irapaoojou Das
Premdwort, das der Ubersetzer einfacb tlbernommen bat, wird von
Stephanus nur bei Malalas nacbgewiesen : x6txo<; ,alea^ p. 451, 18
xoTxtCsiv p, 345, 17 xoxxiaxr]<; p. 451, 20. Es ist wobl verwandt init
dem armeniscben hoc ,Wilrfeb. Wabrscbeinlicb ist xoxxtoxat die ur-
spriinglicbe Lesart. Scbrieb jemand zur Erlauterung xup. liber die
ersten Bucbstaben des seltenen Wortes, so ergaben sicb leicbt die beiden
Lesarten der griecbiscben Hss., von denen Elias xupsuxai ftlr die bessere
erldlirt. YieUeicbt scbwebte Gregor die Stelle Eep. 6 p. 487 0 vor,
wo Plato von den itsxxeosiv Seivot spricbt: xal o5x ® Xsywotv
'^rsxxstac a3 xa6x7j<; xtvoc £xepa<;, o6x sv tjiYjcpoic aXX’ h Xoyoi?. Oder
mufi man an ^'^jcpoxXe-rtxai denken? So scbeint es vS2 verstanden zu
haben: ^Umiuender . . . der Worte^. DaU Gregor dies Bild nicbt fremd
St, lebrt ein Blick anf Or. 21 in Athanas. § 12 An£, wo die sopbi-
stiscben Tbeologen gleicbzeitig mit Tascbenspielern und Tanzern ver-
Zar IJberlieferung der Eeden Gregors von Nazianz.
275
glichen -werden: ... aX\a xa^xov tJ^‘J]cpoi? xs uatCetv, X 7 ]v o’piv xX 3 ‘irxoaaai;
xw xaxsL xriq p-exaSsoeox; (vgl. Elias PG. XXXVI, 759),
Xttiv deaxoiv TravxoLotc xal dvBpoyovoic XuytajxaaL . . . Vgl. nocli Or. 55, 3
(Ool. 217 B 10 sqq.) xaxmp^Tjaaxo , . . l$«)p;(7jod|jL7]v. Eernei' f]j*/^ooXdyoi
in dem Scliolion des Basileios PG. XXXVI, 1140 B.
§ 4 Endo: xal to xaXov ou xaXov, oxav p/] xaXco^ ytVY|xat (S - am
Rand: Menandros der Pliilosoph), SoTcsp dvOo; ev j(etp,a>vi (X£i[xd)Vt? SI.)
'iravxsXaic dmpov, xai yovat^i xoapLot; dvSpotoc, t] yovaixsto; dvopdoi, xal
Tcsv&si y£(D|i£xpta, xal Troxcp odxpoov . . . Maximus meint in seinen
Ambigua (PG. XCI, 1212 £), zur Trailer passe die Geometrie nicht als
frolilicbe Wissenscliaft (man frage unsere Primaner!), und nimmt zu
Eccli. 22, 6 seine Zuflucht: Mouotxd Iv tcsvOsl dxaipo? 0 L 7 ]yr|Ot?. Bos
Ratsels Losung bietet S^: ysXoTa xav [xtxpd ({xixpd ist dem Sdxpoov
parallel). Den IJbergang zn der verderbten Lesart, die aueh LA
bieten, vermittelt S^: ysX(oxo<; d[x£xpta. Zu xdv vgl, Brinkmann,
Bhein. Mus^ N. P. LXVII (1912) S. 610.
§ 7 Anf. baben S ^ 2 einen Zusatz, der mir dem Satze eine bessere
Gliederung zu geben sclieint: 0 beoxepov soxt, xouxo itoiTjomixsv . . .
§ 10 (24 0 6) bat irrtumlicb xo TcX^pe; xoiv irXTjpmjxaxcDv (statt
X'/]p7]{xdxa)v).
Von den A eigentiimlichen Lesarten mochtc icb nur § 3 (16 A 3)
anfiilnen: oTov ypap-pLai? 'irovvjpatc (statt ypd|XjxaoL irovvjpolg) dvafxtyvuv-
xcov xdXXv] ypa[X{xdxcov. Der Ubersetzer bat tibrigens seine Aufgabe lange
nicbt so geschickt gclost wie die Syrer.
Zum ScbluB nocb einige Worte liber die Stellung von S
zur griecMsclien Uberlieferung im allgemeiiien. Das von
Wright veroffentlichte syrische Scholion^ liber die Cbrono-
logie der Reden Gregors gibt nns den Schliissel zu ihrer An-
ordnung in den syrischen Hss., die eine Vaxnante dieser zeit-
lichen Reihenfolge ist. Ich kenne auch drei griechiscbe Hss.,
1 Ber B. Z. XXI 605 f. notierte Aufsatz von Przychocki enthalt
eine tJbersetzung des Scholions ; er ist mir nocb nicbt zuganglich. Icb balte
es xiberbaupt nicbt fiir erfreulich, da6 die Krakaner ilire Gregor- Studien so
verzetteln. Wenn diese in grofiern Zwischenraumen besonders, etwa uiiter
dem Tit el „Vorarbeiten der Krakaner Kirclienvater-Kommission“, erscliienen,
wiirden sie, glaube icb, in weitere Kreise dringen. Ein solches den Texteii
und Ilntersucliungen entsprecbendes Organ pilifite z, B. als Yorarbeit einer
neuen Athanasius- Ausgabe die in slaviscber TJbersetzung eiPalteii' B!-; ‘
gegen Arius bringen (vgl, ArcliangePskij, Die Werke de?' K -
der cdtrusmchen Litter atur: Journal des Minister lums fur YoUcsaiifMarung 258,
Jnli 1888, 8. 15 und Gorskij a. a. 0. H, 8 1862 S. 647> Fiir die end-
gultige Ausgabe ware dann nocb die armenisclie tJbersetzung zu vergleicben:
Werke des Athanasius ed. Tajeci, Yenadig 1899 S. 134 — 181.
276 Llidtke, Zur tiberlieferuDg der B,eden Gregors von Naziaoz.
deren Anordnung durcli das Scholion erklart wird; Mosqu. 140
(Vlad.), Vindoh. 74 (Nessel), Patm. 36. Bei den. beiden letzten
sind die 16 Xoyoi dvaYiYvwoxdfjievoi ausgescbieden; vielleicbt
sind diese beiden Bande nocb erbalten und warten des Ent-
deckers, der ihre Zngeborigkeit zu dem Vindoh. mid Patm,
nachweist. Viel verbreiteter als diese 1. sind in den grie-
cbiscben Hss. zwei andere Beihenfolgen: II (Mosqu. 139, Ottob. 3,
Patm. S3, Laur. VII, 8, Par. 514, 516, Coisl 61...) und III
(Par. 610, 540, Monac. 421, 448, Ambros. 135, 822, 832, 1014 . . .).
Venn man vielleicbt aucb die Vertreter von I besonders genau
wird untersucben miissen, so ist die Hoffnung, dafi sie von II
und ni nicbt bezeugte Lesarten bieten werden, dock nur
gering. Aucb Vindob. 74 bat wie Vindoh. 126 (Klasse III)
und die andern Wiener Hss., die icb verglicben babe, ysoj-
jxstpla?. Ein Kennzeicben des Arcbetypus der Ausgabe, auf
die die griecbiscben Hss. zuriickgeben, scbeint mir zu sein,
dajS er in der mir naber bekannten Or. 27 die Zusatze
Migne 12^^, 12 21“ und 24 A 10 — 14 (Ti — exxap'n:o6fji,£vo?)
nicbt batte; diese sind aus der Ausgabe S * allmablicb binein-
korrigiert worden. Die drei ersten feblen aucb in LASl.
Fiir den vierten las Eufin etwas anderes, in SI. feblt er, A
bat ibn. Par. 527 verbalt sicb nicbt nur zu diesen Zusatzen
wie A, sondern bat mit A aucb eine seltene Lesart ge-
meinsam: 16 A 8 ypappa (statt TrpaYpa; vgl. PG. XXXYI,
153’). Eerner bat Par. 527 § 4 lin. 12 to pepiv-^oSai Oeou
(so aucb Vindob. 18, 124 und L).
L’Octoeohos Syrien.
Par
Dom J. Jeannin et Dom J. Puyade, 0. S. B.
II. Etude musicale.
La pratique actuelle; Modalito syrienne. — Authentioite du systeme
modal actual. — L’Octoechos syrieu d’apres Bar Hebroeua. — Rapjiorts de
la musique syrienne avec lea autres musiques orientales et la musique helle-
nique. — Conclusion.
La modalite d’une piece musicale est determinee principale-
ment par la disposition des intervalles sur Teclielle. Mais,
dans le cas ou la disposition des intervalles est la meme pour
plusieurs modes, il y a d’autres moyens empiriques de distinguer
la modalite d’une melodie en particulier: retour de certaines
cadences ou de certaines formules melodiques, preponderance
de certains degres, dominantes, enfin notes finales. Avant
d’indiquer a quelle echelle appartiennent les liuit modes syriens
faisons remarquer que, a determiner musicalement le caractere
modal d’une piece donnee, la dominante ne peut guere nous
etre utile, les dominantes des modes syriens etant tree pen
fixes. La sus-tonique, la tierce, la quarte, la quinte peuvent
etre cordes de recitation; il arrive meme quelquefois que cette
derniere est sur la tonique, notamment dans les recitatifs
psalmodiques. Pour ce qui est des fimales, elles sent un ele-
ment serieux de determination, non absolu cependant, car la
plupart des modes syriens admettent parfois une autre finale
que la tonique.
Il nous reste, comme moyen de definir a coup sur le
caractere modal d’une piece, certaines cadences ou formules
melodiques speciales dont Tune ou I’autre se rencontre, sinon
toujours, an moins le plus sou vent. En outre, il est a noter
que I’identification de la plupart des melodies est indiquee
dans les livres liturgiques. Il va de soi que c’est par ces
278
Jeatmin et Puyade
moyens empiriques que les chanteurs syriens, denues de toute
theorie musicale comme de tout instrument de musique, arri-
vent a se retrouver dans le mode voulu. Ils sont aussi aides
en cela par la petite vocalise caracteristique de chaque mode,
executee sur ces mots: (cjJfXo jcuj? JLpo, et formant le
prelude des huit series de qui ouvrent le syrien.
Yoici ces formules;
Andantino,
Void maintenant des exemples des 8 modes syriens. Le
texte est celui d’un des 11^ ou chants pour les Vigiles.^
I Ofr. Baum stark, Festbrevier und Kirclienjahr der syrischen JacoUten,
p. 129 SCI-
280
Jeaimiii et Puyade
jLju j,jSj JU.vt-^^ v 51 .rt.Aa 9 »
* tijujiao ^ I^.xaa^6).a9 U ^ ^ jb^j JD
— A2ks^ JLa ^ JLn o#fjib iKn. )axi»j —
1 ^ 1 ....^*"^,..^^ JLMAib j-jufLi M ^
281
L’OctoecKos Syrlen.
Ji K JLB )q.V ojttio fji— «-«flUo '\sa —
)
V^JUX.!
ISTous ne pouvons songer a donner ioi des exemples carac-
teristiques de toutes les particularites que peuvent revStir ces
inodes dans les differents cas. Qu’il nons soit permis seule-
282
Jeannin et Puyade
ment de specifier a quelle echelle appartient cliacun des modes
syriens.
Le mode est un mode de
Le si est ordinairemeut naturel; par exception cependant il
pent etre bemol, ce qui produit une transposition en gamme
de la ou le fa naturel correspond au si bemol.
Le 2® mode est aussi un mode de re.
Le 3® mode appartient au mode de mi’.
On trouve neanmoins quelques pieces de ce mode, comme
aussi du 6®, qui out le fa jf. Le 3® mode, tout comme le 6®,
peut etre considere dans ce cas comme transpose en mode
de la.
Le 4® mode est un mode d'nt:
Le 5® mode est egalement un mode d'ut. Cependant, une
fois ou autre, il est change en un mode de/a avec si nature!*
Dans ce cas il faut lui donner, comme pour le 3® et le 6®,
le fa #.
Le 6® mode est un mode de mi. Tout comme le 3®, il
passe quelquefois au mode de la.
Le 7® mode est un mode de fa avec si naturel:
Par exception on trouve le 4® degre abaisse d’un demi-ton;
on tombe alors dans le mode d’ut avec fa nature!
Le 8® mode est encore un mode d’w^.
Une fois decrit TOctoechos musical tel qu’il subsists dans
le rite syriaque, nous pouvons nous demander si reeUement
I Peat-etre dans rorganisation primitiye du systeme modal syrien le
5® mode a-t-il pu etre considere comme un mode de fa avec si par ex-
ception avec si h. On aurait ainsi 2 modes 2 de re, 2 de mi et 2
de fa.
L’ Octoeolios Syrien.
a83
il represente ce qu’il etait autrefois. Les documents propre-
ment musicaux, il est vrai, font absolument defaut. Les manu-
scrits liturgiques syriens ne portent aucune trace de notation
musicale.* L’indication du ton sur lequel les pieces liturgiques
sont executees, telle est la seule donnee que nous puissions
puiser dans la tradition. Nous savons que jadis comme
aujourd’bui tel morceau s’executait sur tel mode, ou que tel
jour on ctantait sur tel mode. Dans notre etude Hstorique
nous avons bien fait ressor’tir Timportance de VOctoechos de
Severe an point de vue de I’extension du systems lui-meme
de I’Octoecbos aux genres arameens de Mesopotamie. Mal>
heureusement, sur la nature intrins^ue de ce systeme, le livre
de Severe, pas plus que les autres, ne nous fournit aucun
renseignement appreciable. Si au moins, par I’etude des
melodies revetant aujourd’bui ces textes si anciens, on pouvait
conjecture!’ avec quelque succes les lois primitives de ce re-
cueil! Mais il est a regretter que, depuis bien des siecles,
le recueil de Severe n’ait plus I’importance et la popularite
dont il faut jadis. Comme le fait remarquer bien souvent
M. Baumstark dans son excellent ouvrage sur les Syriens
Jacobites, c’est Telement purement mesopotamien qui a seul
subsists dans les debris de I’Eglise syrienne au lieu que I’ele-
ment greco-syrien dont le travail de Severe formait la base
primordiale a sombre sans retour. Des 366 pieces de Tedition
de Jacques d’Bdesse les Syriens unis n’en possMent plus
qu’une seule. Il y a bien encore quelques ou {kxijai,jL 2 io
executes pour certaines ceremonies, mais aucun d’eux ne fait
partie du recueil precite, Il n’y a done rien a glaner au point
de vue de la constitution musicale de ebaque mode dans les
melodies qui ornent ces pieces. La seule remarque tres
generale qu’on puisse faire c’est que le dessin melodique y a
beaucoup de rapports avec le genre des Canons grecs. Par
1 La notation dite syrienne ou de S. Eplirem n*a rien ^ Toir avec le
chant syrien. Il s^agit de livres liturgiques byzantins traduits en syriaque
a Fusage des Melkites, et portant une notation musicale byzantine, d’ailleurs
indechiffree jusqu’a ce jour. La biblioth^que de Charf6 (Lib an) et celle du
Saint-Sepulcre en possedent des exemplaires.
284
Jeanniu et Puyade
centre, Telement mesopotamien qui a persists a travers tant
de siecles oifrira a nos conjectures une base beaucoup plus
solide. Mais avant de determiner le degrd de probabilite de
ces conjectures, il nous faut presenter un texte interessant de
Bar Hebrseus.
Nous trouvons dans cet auteur, a la science encyclope-
dique, un chapitre traitant de (da cause naturelle des ebants)).^
A defaut d’un traite de musique ex professo, cet extrait,
d’aspect curieux, renferme quelques details a noter. Les in-
venteurs de I’art musical, suivant Tauteur, batirent les modes
sur le type des quatre elements: le froid, le chaud, I’humide
et le sec. Sur le modMe des differentes combinaisons de ces
quatre elements ils ont obtenu douze modes generiques. O’est
le nombre atteint par les musiciens persans. Mais, de ces
douze modes, les ecclesiastiques grecs, syriens et autres, en
ont proscrit quatre comme inconvenants et n’en ont garde
que huit. La-dessus I’auteur chercbe a determiner I’ethos
propre a chaque mode. c(Et ils se sont convaincus par ex-
perience que le I®"" et le 5® developpent le chaud et Vhumide.
Mais dans le 1®', Vhumide se trouve plus tendre et plus
langoureux, car il est tres doux et mysterieux. G’est pour-
quoi le canon de la Nativite a ete compose sur ce mode.
C’est en effet une fete de joie feconde en bonlieur et riche
en jubilation, et cette joie a ete annoncee en ce jour a tout
le monde. — Et comme le chaud mordant est sensible dans
le 6® mode, le canon de TAscension a ete compose sur ce
mode. Oar, ce jour-la, lorsque Notre Seigneur se separa de
ses disciples et monta au ciel, ils furent enflamm^s du feu de
I’amour et embrases de desir pour lui, et, sans le poids de
leurs corps, ils se fussent envoles avec lui.
ccLe 2® et le 6® modes augmentent le froid et Vhumide.
Mais le froid moderement humble se trouve dans le 2®. O’est
pourquoi le canon de I’Epiphanie a ete compose sur ce ton.
Oar, ce jour-la, bien que le Maitre eut condescendu a se
laisser baptiser par le serviteur, cependant I’elevation de sa
1 Mhiooii, edit. Bedjaa, p. 69 it 72,
L’Ootoeolios Syrien.
285
grandeur fut temoignee par I’esprit de Dieu qui vint sur lui
et par la voix qui se fit entendre: «Voici mon Fils bien
aime». — Et comme un humide plus porte a la douleur, plus
triste et plus affligeant se trouve dans le 6® mode en grande
proportion, le canon du Jeudi saint a ete compose sur ce
mode, de meme celui du Vendredi saint et du Samedi saint.
Ge sont en effet les jours de la Passion.
«Le 3® et le 7® modes developpent le chaud et le sec. Mais
le chaud dur et courrouce est predominant dans le 3®. C’est
pourquoi le canon de la Presentation de Jesus au temple a
ete compose sur ce mode. Oar, ce jour-la, le vieillard Simeon
conversa avec la Vierge en termes durs, tels que ceux-ci:
Kun glaive percera ton coeura. — Et comme le chaud en-
flamme qui agit avec vehemence est puissant dans le 7®, le
canon de la Pentecote a ete compose sur ce mode. Car, ce
jour-la, le saint Esprit se montra aux disciples sous la forme
de langues de feu et se reposa sur eux.
(cLe 4® et le 8® modes accentuent le froid et le sec. Mai's
le froid qui est parent de la crainte domine dans le 4®. O’est
pourquoi le canon de I’Annonciation a ete compose sur ce
mode. Oar, ce jour-la, la Vierge, qui ne connaissait pas Tunion
charnelle, fut effrayee en entendant paider de conception et
d’enfantement, et, redoutant d’etre trompee comme sa mere
Eve, dit au messager; «J’ai peur que tu ne me trompes,
comme fit le serpent qui terrassa ma mere au paradis terrestrew.
De meme le canon de I’Hosanna. Oar, ce jour-la, le roi qui
trone sur les Oherubins monta dans son humilite sur un pauvre
anon. — Et comme le sec penetrant et dur regne dans le
8®, lea canons des martyrs, qui ont meprise les supplices
et montre un courage heroique, ont ete composes sur ce
mode».
Cette theorie de la musique basee sur les qualites n’est
pas propre a I’auteur. Bar Hebrseus n’est que I’echo des
opinions scientifiques, on censees telles, de son temps. Nous
trouvons cette theorie chez les musiciens arabes,‘ comme Sams
1 CollangecteS; S. X, Etude sur la musique araie, Journal AsiatiquCf
Juillet — Aout, 1906, p. 152 sq.
Okiens Christianus. Neue Serie HI.
19
286
Jeanuin et Puyade
ed-din, et on la rencontrera developpee dans Villoteau^ d’apres
un anonyme arabe. Mais notre anteur ne s’aventure pas dans
les ingenieuses combinaisons des tlieoriciens de I’islain. II se
contente de remarqner que la nansique profane, representee
par la musique persane alors tonte preponderante en Orient,
compte 12 modalites generiques, an lieu que la musique
ecclesiastique se borne a 8 modes. II serait interessant de
pouvoir determiner ce qui dans la nomenclature persane corre-
spondait plus ou moins a rOctoechos ecclesiastique. Mais il
est impossible de rien determiner de precis. Peut-etre notre
auteur, se trouvant en presence dime musique ecclesiastique
et d’une musique profane, veut-il affirmer seulement que la
premiere repudie certains genres incompatibles avec son cacbet
religieux; c’est la un point vrai de tous les temps.
En tout etat de cause, le caractere scientifique de ses
explications est fortement ebranle, non seulement par le re-
cours qu’il fait aux quatre qualites, mais aussi par son essai
precisement de rattacher la musique syrienne et byzantine a
la musique persane. Bn ce moment la, cette dernimn pouvait
bien exercer une influence preponderante dans tout I’Orient;
il n’en est pas moins vrai que, si G-recs et Syriens ont un
Octoecbos, ce n’est pas a la musique persane qu’ils le doivent,
mais bien a une imitation inusicale bellenique (1“ systeme
tonal d’Aristox^ne). Du reste, c’est a la musique grecque que
les theoriciens arabo-persans eux-memes se reportent toujours.
Encore une fois. Bar Hebrseus n’a pas I’air d’avoir etudie les
modes syriens d’une maniere vraiment scientifique, et lorsque
par suite, il reunit ensemble au point de vue de Y ethos le 1"
et le 5®, le 2® et le 6®, le 3® et le 7®, le 4® et le 8®, on pent
legitimement se demander s’il y avait a cela une raison fonci^re
basee sim la composition modale elle-meme. Actuellement,
nous I’avons vu plus baut, ce n’est pas ainsi que les modes
syriens se correspondent, et Ton ne saurait decouvrir entre
eux de veritables rapports d’autbentes et de plagaux, la dispo-
sition des tetracordes etant partout plus ou moins la meme
i Descrijjtion de VEgypte, t. XIV, p. 25 sq^.
287
L’Octoeclios Syrieii.
(tonique situee entre les deux tetracordes principaux). Qui
sait s’il n’y aurait pas dans la division modale de Bar Hebrseus,
pour ce qui regarde les modes syriens, imitation aprioristique
de ce qui etait enseigne deja par les tbeoriciens byzantins,
eux-memes a la remorque des Anciens. II est remarquable
que, au moyen age, soit en Orient soit en Occident, les musi-
cologues n’ont fait le plus souvent que se repeter les uns les
autres, et surtout que de se referer a temps et a contre-temps
aux tbeoriciens antiques, sans tenir grand compte des faits
nouveaux, si ce n’est pour les faire entrer dans des cadres
demodes. Aussi serait-il souverainement imprudent, comme
font fait malheureusement certains auteurs modernes, de con-
clure a une corruption des faits musicaux primitifs, des qu’on
constate une divergence entre les faits actuels et la theorie
medievale. Peut-on, par exemple, supposer un bouleversement
presque total, nous ne dirons pas cbez les Syriens qui n’ont
jamais eu de notation, mais cbez les Byzantins et les Armeniens
qui en out une? Qu’une melodie, uir groupe de melodies
puissent etre modifiees avec le temps au point de prendre
une apparence modale toute diverse, rien de plus plausible.
Mais que toutes les melodies, ou au moins la plupart, d’une
modalite puissent passer a une autre modalite, que, par suite,
les modes apparies entre eux n’aient plus de raison de I’etre,
c’est bors de toute vraisemblance, a moins que Ton ne suppose
un bouleversement systematique madmissible sans preuve
serieuse. Or, nous allons constater entre la pratique actuelle
de plusieurs Bits et les traditions ecrites, des divergences
telles, qu’elles laissent plutot supposer une tres grande elasticite
dans la nomenclature tbeorique, et oela sans doute par la
raison bien simple que les divers cbants orientaux, s’ils ont
pu avoir en partie une origine grecque, en ont eu une autre
incontestablement plus considerable: la musique autocbtone
orientale, juive ou populaire.^ Pour le cbant syrien, nous savons
que saint Epbrem imita les cbants populaires de Bardesane
1 wLes hymnographes adoptdrent la musiijue de leur temps et non celle
des temps passes.u Bouvy, JPoHes et Milodes, p. 267. Anssi est-ce le terme
nouveau d’^yoc qui fut employe pour representer cheque mode.
288
Jeannin et Puyade
et d’Harmonius, et au point de vue poetique, et plus probable-
ment aussi, nous esperons le montrer ailleurs, au point de vue
musical. II est clair que la musique juive et la musique popu-
laire, nimne a les supposer influencees en quelque chose par
la musique. hellenique, devaient avoir conserve leur caractere
-bien a part. Nous en avons d’ailleurs une preuve dans cer-
taines melodies gnostico-magiques dechiffrees dans nos temps,
et qui ont une couleur tout autre que les chants grecs etudies
par les savants.’ Par suite, a vouloir adopter pour la musique
liturgique des classifications tirees de la musique grecque, on
se trouvait . oblige a avoir une theorie et une pratique pouvant
etre distinctes entre eUes.
Les Armeniens ont un Octoechos suivant un ordre similaire
a celui generalement adopte aujourd’hui’’ pour le chant gre-
gorien, ou le plagal fait suite a son authente dans la serie
des modes. Mais au lieu de plagaux ils parlent de paralleles.
Parmi les copies manuscrites de charaknots qui se trouvent a
la Bibliotheque nationale de Paris, il en est une datee de ISSO’*
dans laquelle la table des tons est ainsi disposes :
1. Arradschin tsain, le premier ton.
1 {Arradschin Koghmn, le premier cote, premier ton parallele).
2. Jerkrord tsain, le deuxieme ton.
2 {Avag Koghmn, le deuxieme cote, principal parallele).
3. Jerrord tsain, le troisieme ton.
3 ( Harr, dur, troisieme parall^e).
4. Tschorrord tsain, le quatrieme ton.
4 ( Wgerdsch, la fin, dernier paraliye).
Or, Petis'* dit en parlant des tons armeniens: ccAucun ordre
n’est garde dans la classification de ces tons; on ne comprend
pas, par example, quelle relation il pent j avoir entre le
troisieme ton et son plagal ou parallele. D’autre part on
‘ P 0 ir e e, 0/iant des sept voyelles, Solesmes, 1901, p. 34. Apres avoir
note les «mouvemeiits de cadence d’ aspect tout d, fait moderne» et nullement
Iiellenique de” ces antiques mfilodies, I’auteur ajoute fort judicieusement: «ne
seraient-elles pas venues de I’Orient myst§rieux?»
2 Au moyeuAge les Latins suivaient I’ordre byzantin: Protus, Deuterus,
lYitus, Tetrardus, = authentes; puis les quatre plagaux.
3 No. 21, in- fob, .des mss. armeniens.
i Histoire gtnerde de la musique, t. IV, p. 74. .
L’Octoeolios Syrien.
289
n’apergoit pas de difference entre le deuxieme ton et son
parallele on plagal. Le parallels du premier ton est plus eleve
d’une quarts que le ton principal; le troisieme plagal est a.
la tierce superieure de son autlientique et le quatrieme est a
la quarte inferienre du ton principal.))
Quant aux inodes byzantins, void la plus ancienne nomen-
clature qu’on en connaisse:' Dorien, Lydien, Plirygien, Mixo-
lydien, = authentes; Hypodorien, Hypolydien, Hypoplirygien,
Hypomixolydien, = plagaux. Sans doute D. Gaisser^ a defendu
la tbese que ccla gamme normals byzantine est une gamme
en re qui a ses demi-tons entre re et mi b et entre la et si \>.
Sur les quatre premiers ^egres de cette gamine re, mi fa,
sol sont eriges les quatre modes dits autlientiques qui out
pour finales respectives ces meme quatre notes; sur la quinte
grave des memes modes, a savoir sol (grave), la, si b, do, sont
eriges les quatre modes dits plagaux^j. II y aurait la corre-
spondance des modes byzantins avec les modes antiques:
1°’' = Dorien, 2® == Lydien, 3® = Pbrygien, 4® = Mixolydien.
Mais cette these, d’apres nous, est echafaudee, tres savamment
d’ailleurs, sur une serie d’invrai semblances, en particulier sur
I’influence preponderante qu’aurait eue, vis a vis de la musique
orientale et meme hellenique, la gamme acoustique des trom-
pettes employees par les Lydiens dans le culte de Cybele.
Nous nous reservons d’examiner ailleurs dans le detail cette
theorie. Contentons-nous, pour ce qui fait I’objet de nos re-
marques, de faire observer que Rebours, Bourgault-
Ducoudray, Christ et Paranikas insistent sur le manque
tres frequent d’accord entre la pratique actuelle et la theorie
antique. Et il est a noter que le desaccord se manifesto en
particulier sur la gamme normale byzantine de D. Ga'isser,
celle allant de re en re dont les demi-tons se trouvent entre
le I®"" et le 2®, le 5® et le 6® degres, alors que, suivant les
autres auteurs, ils se trouvent actuellement entre le 2® et le
3®, le 6® et le 7“ degres ou le 5® et le 6®. N’est-il pas curieux
1 Ms. Hagiopolites, n° 261 de la Bihl. Nat. de Baris, date de 1289.
2 Les Seirmoi de Pogues dans V office grec, Preface, p. YII — YIII; le
syst&me musical de I’Eglise greoque.
290
Jeanniu et Puyade
de constater que le 1®"^ mode gregorien, le 1®^ mode copte,
le 1 ®' mode syrien et le 1 ®' mode byzantin sont aujourd’hui en
fait chantes sur une gamme mineure avec premier demi-ton
entre le 2® et le 3® degres? Autre coincidence qui ne manque
pas d’interet: I’ordre des modes arabes d’Al-Farabi (IX® s.),
tel que le P. Oollangettes le reconstitue, comporte en premier
lieu le motlaq fi majra al wosta = mi, fa, sol, la, si £j, ut,
rL Et sur quoi done se base specialement D. Grai'sser pour
admettre le mi b du 1®' byzantin? Sur ce que souvent, actuelle-
ment, e’est un mi surhaisse d'environ un quart de ton que Ton
entend. Mais ce fait du — mi n’est pas propre au chant
byzantin; nous Tavons constate assez frequemment en chant
syrien et en chant chaldeen; c’est-la une infiltration de la
musique turco-arabe dans le domaine liturgique chretien ou
juif. L’echelle-type turco-arabe actuelle n’a pas le mi B, mais
Men le — mi (sikha) = jj. Eaire de ce mi surbaisse un mi b,
e’est forcer la note ou mieux la fausser, dans le seul but de
decouvrir le Dorien antique la ou il n’a jamais ete.
Pour en venir a I’ensemble du systeme modal byzantin,
tel qu’il est aujourd’hui pratiqu6 dans la majorite des pieces,
voici le tableau qu’en dresse le P. Dechevrens;’
mode auth.
re, mi, fa, sol, la,
si, ut, re.
2«
5?
7)
ut, re, mi, fa, sol,
la, si, ut.
77
77
ut, re, mi, fa, sol.
la, si, ut.
4®
77
77
ut, re, mi, fa, sol,
la, si, ut.
77
plagal
re, mi, fa, sol, la.
si, ut, rL
77
7?
ut, re, mi, fa, sol,
si 5, ut, rS, mi, fa
la, si, ut.
3®
77
77
, sol, la, si b
4e
77
77
ut, re, mi, fa, sol,
la, si, ut.
Et le savant musicologue d’aj outer «que ni la forme authen-
tique ni la forme plagale ne peuvent etre conserv4es dans
les modes)). sLe 3® et le 4® authentiques, ayant leur tetracorde
superieur au grave, precedent plagalement, tandis que presque
tons les modes plagaux, ayant leurs tetracordes superieur et
inferieur superposes, procMent authentiquement. Les musioiens
byzantins ne se sont point genes pour modifier a leur gre la
1 Etudes de science musicale, IP etude^ p. B78.
L’Octoeohos Syrien.
291
constitution essentielle de chaque naode, soit en deplagant la
tonique et la finale du mode, soit en faisant reposer la melodie
sur d’autres degres que les principaux de I’eclielle modale.
De la tant d’irregularites et de desordre dans leur syst^me».
On le voit, notre auteur soutient I’idee du bouleversement
general. Pour nous, au contraire, nous ne pouvons croire qu’a,
des modifications partielles. Nous ne pouvons admettre que
toute une categorie de cliants se transforment au point de
perdre tous a la fois le caractere de plagal ou d’authente.
L’impossibilite est augmentee s’il s’agit des chants heir-
mologiques, si frequemment employes, et de style syllabique.
Nous croyons que Men des ohoses qui nous paraissent bizarres
aujourd’hui, a la lumiMe d’line classification rigour euse, peuvent
fort bien representer des elements primitifs. L’on ne voit
pas a priori pourquoi le chant byzantin pour lequel la pratique
liturgique s’est maintenue, semblet-il, dans des conditions
meilleures que pour le chant gregorien, et cela avec I’usage
d’une notation plus ancienne que la notation neumatique occi-
dentale, se serait infiniment plus corrompu que le dit chant
gregorien.
Oe dernier, du reste, a, lui aussi, connu de tout temps
certaines discordances manifestos entre la theorie et la pratique.
Et d’abord, la nomenclature modale admise au moyen age,
celle de Hucbald (c. 840 f 930), debute par le dorien avec
tonique re, au lieu de mi du dorien antique. Confusion sur
toute la ligne, sauf pour Vhypodo/ien (Id), et divergences en
outre avec la classification byzantine.
Que dire aussi de Boece‘ (suivi en cela par Briennios^),
qui attribue a Ptolemee le systems des huit harmonies®? Or,
comme remarque G-evaert, Ptolemee n’a jamais enseigne le
systems qu’on lui attribue. En realite c’est Aristoxene qui
le premier a songe a un systems de huit tons. Et il est a
noter que Ptolemee a ecrit longuement centre la huiti^me
harmonie d’ Aristoxene, bien loin de I’adopter. On le voit,
1 De Musica, IV, 17.
2 Harmon, p. 389.
3 Harmon.^i lib. 11; cc. 8; 9 sq.
292
Jeannin et Payade
les plus grands docteurs de la musicologie au moyen age sent
sujets a caution.
Nous pourrions entrer dans le detail des modes gregoriena
et montrer de nombreux faits, trop frequents pour ne pas
etre anciens, qui s’eloignent de la theorie grecque, en parti-
culier tout un groupe de pieces des plus antiques, I’introit
Hequiem ceternam par exeinple, se rapportant officiellement a
rharmonie lydienne, et ou cependant les allures barmoniques
sont tres differentes de celles du Lydien, de I’Hypolydien ou
du Syntono-Lj’-dien classiques. Peut-etre faut-il voir la une
influence immkliate de la musique orientale, juive ou cbretienne.
Mais il nous faut revenir a I’objet direct de notre Etude et
enumerer les nombreux points de contact qu’on pent constater
entre notre chant syrien et le chant hellenique; car, s’il n’y
a pas, dans le premier, imitation servile du second, Pinfluence
du second sur le premier est cependant assez vraisem-
blable.
Et d’abord VhomojjJionie, c’est-a-dire la possibilite pour
plusieurs notes d’etre toniques de modes intrinsequement
distincts entre eux: homophonie complete chez les Grecs,
pai’tielle chez les Syriens, comme aussi d’ailleurs chez les
Byzantins et les Arabes. Ensuite VOctoechos lui-meme d’origine
premiere aristoxenienne, nous Pavons vu. En troisieme lieu,
dans la musique hellenique, la fondamentale pouvait varier
pour une meme harmonie. Le mode de mi par exemple
oscillait entre deux fondamentales: la et mi'. Notre mode
de mi syrien connait aussi ces oscillations. II n’a jamais la
quinte modale mi — si, par la raison que son ambitus ne de-
passe pas le la‘, mais, en revanche, outre la quinte modale
la — mi il en connait une autre; ut—sol qui la rend un veritable
ton majeur.
En fait, les trois grandes harmonies antiques, dorienne,
lydienne et phrygienne, pouvaient se termmer sur la tonique,
la tierce ou la quinte. La terminaison sur la tonique donnait
au mode un caractere actif, celle sur la mediante un caractere
1 Cf. Emmanuel, Histoire de la langue musicahj I, p. 80»
L’Octoechos Syrien,
293
elegiaque, celle sur la quinte un caractere de passivite et
d’indeterjuination, de parfait equilibre de I’ame.^
En chant syrien, les trois formes de finales se rencontrent.
Notre 3® et notre 6® mode, par exemple, ont souvent Failure
d’un mode d^ut termine sur la tierce a la maniere du mixo-
lydien et du syntono-lydien, (a la maniere aussi de deux
melodies magiques^: parmi les cadences finales de ces der-
nieres, I’une, en fa, sol, la, est la cadence finale caracteristique
{ut, re, mi) de notre sixieme mode, une autre en ut, si \>, la,
est de beaucoup la plus frequemment employee (sol, fa, mi),
comme finale dans notre 3® mode).
Autre sirnilitude. On connait les nomes du chant grec,
auxquels il etait defendu de rien changer. N’y aurait-il pas
une imitation de ces nomes dans les formules d’intr eduction
syriennes que nous avons donnees plus haut, formules carac-
teristiques du mode?
Au point de vue rythmique, on pent signaler comme traits
communs: semblables arrangements symetriques de la periode
musicals, predominance des membres binaires sur les membres
ternaires, et, au point de vue des rythmes elementaires, melange
dans une meme piece des mouvements, non seulement binaires
et ternaires, mais aussi quinaires, enfin melange aussi des
rythmes frapp^-lev^ et leve-frappe.
Nous I’avons deja dit, si Finfluence grecque, si Fapplication
en particuher de FOctoechos aux divers systemes musicaux
d’Orient n’ont pu se verifier, des Fabord, d’une maniere plus
complete, e’est sans doute, que Fon se trouvait, avant la codi-
fication, en presence d’airs, soit hebreux soit populaires, qui
ne pouvaient se preter a une classification de toutes pieces.
Ajoutons qu’il est assez probable que, meme apres la codi-
fication operee, des melodies de musique etrangere se sont
partout introduites dans la liturgie, soit en Orient soit en
Occident. On sait que certaines pieces byzantines sont aussi
‘ Gevaert, Sistoire et tMorie ie la musique antique, I, j). 202.
2 La premiSre trouvee sur une amulette tres ancienne. Gf. Hammer,
FunAgruben des Orients, in-fol., Wien, 1811—18, t. Ill, p. 86. La seconde
reoonstituee par M. Poiree, Gluxnt des sept voyelles, Solesmes, 1901, p. 34.
294
Jeamiin et Puyade
entrees dans le clrant gregorien. Quant a notre cliant syrien,
nous y avons releve quelques rares melodies (3 on 4) a allures
occidentales plus recentes. Bn outre, il y a eu des infiltrations
arabes. Sur les 900 pieces environ que comprend notre
collection, 137 ont plus ou moins des intervalles comportant
des quarts de ton, Peut-etre y a-t-il la parfois trace de
chroai ou de Yenliwrmonique des Hellenes.' Nous n’hesitons
pas a y voir, a peu pres to uj ours, des infiltrations de musique
arabe: leiir camctere evident de survenanee ne laisse 'aucun
doute a ce sujet; car, pour des cas identiques, on aura babi-
tuellement une note franebement diatonique, elle ne sera alteree
que par exception. Oependant 14 des 137 melodies susdites
ont un aspect si completement arabe, meme quant a la finale
que nous sommes portes a y voir, plutot que des airs syriens
corrompus, de veritables airs turco-arabes entres de toutes
pieces dans la liturgie, Qui salt si bien des melodies byzan-
tines baties sur Tecbelle cliromatique ne sont pas dans le
meme cas?
Mais a propos de ces infiltrations turco-arabes, notons, a
I’oppose, la' these, absolument inadmissible selon nous, de
Kiltzanides^ d’apres laquelle les buit modes byzantins peuvent
etre assimiles tons aux ecbelles arabo-persanes. Pour cet
auteur la musique grecque et la musique arabo-persane ont
des rapports, non de filiation, mais de parents collaterale bases
sur une origine, une evolution et une tradition communes
Pour nous, an contraire, I’etude compares des deux systemes
musicaux amene seulement a reconnaitre dans le premier des
1 II u’est cependant pas tres vraisemblable que des oliants d’origiiie
populaire pour uu bon nombre, et, en tout cas, presque tous destines ft etre
executes en chajur par le peuple (ce qui se continue de uos jours), aient
jamais comm ces artifices que la musique hellenique reservait elle-meme ft
^execution des seuls artistes et u’adineltait jamais pour les oboeurs. On voit
par 1ft combieu est aussi peu probable I’opinion de Bourgault-Ducoudray
et de certains autres qui voient dans la plujiart des intervalles non diatoniques
du obant byzantin des restes de chroai ou d'enharmonique belleniques. Quoique
les melodies byzantines ne soient pas exooutees, au moins aujourd’bui, par
le peuple, elles Pont tonjours ete au moins pour une bonne part par des
oboeurs de ebautres, et, par suite, n’ont jamais dfi connaitre dans leur en-
semble ni chroai ui enharmonique.
2 Mefiooixi] oiSaorxaXfa fiewpTrjTtxi] zal upaxtixi). Constantinople, 1881
L’Octoeohos Syrieii,
295
infiltrations du second, infiltrations cependant pins considerables
qiie pour notre chant syrien. Menie si les rapports etaient
plus nombreux, il ne faudrait pas se hater de conclure a une
parente collaterale. Le chant maronite actuel, par exemple,
a une apparence et une organisation entik-ement arabes, et
cependant on y retrouve encore les traces evidentes des ele-
ments syriens primitifs. II est vrai que, et a la musique
byzantine et a la musique turco-arabe, la musique hellenique
a fourni un element d’organisation. Mais il ne faut pas oublier
que la musique arabe, diatonique primitirement et fort pen
scientifiquement ordonnee, a emprunte enormement a la musique
persane, plus encore pratiquement qu’a la musique hellenique.
Et c’est surtout le principe qui consiste a admettre des inter-
valles non derives de la resonance harmonique et bas6s unique-
ment sur des divisions brutales de la corde, c’est surtout ce
principe qui semble etre de source persane. L’on sait, par
exemple, que le sikha ou mi surbaisse, devenu plus tard une
note caracteristique de la musique arabe, est une invention
de Mangour ibn Jofar, lequel vivait au VIII® siecle. Par suite
nous sommes portes a considerer les intervalles non diatoniques
qui se trouvent dans le chant byzantin, non comme des ele-
ments venus parallMement a ce dernier et a la musique arabe
par suite d’une origine commune, mais, comme la plux)art du
temps, une imitation dans la musique byzantine des principes
et des pratiques arabes.
Oe que nous venons de dire du chant byzantin s’applique
a fortiori a notre chant syrien. Impossible de voir dans celui-
ci autre chose qu’un systems modal anterieur a une influence
de la musique arabe. Il est vrai que, d’apres ce que nous
avons dit plus haut, nous ne pouvons controler sxrr des donnees
ecrites vraiment scientifiques I’etat de conservation du chant
syrien. Mais en retrouvant des similitudes melodiques, des
allures harmoniques absolument semblables entre les melodies
accompagnant les pieces les plus variees indiquees par les
manuscrits comme appartenant toutes a un meme mode, n’est-
on pas en droit de voir la une persistance d’un plan primitif?
Oar f^Tifinj si I'organisation modale premiere avait disparu dans
296
Jeannin et Puyade
ses elements essentiels, d’ou proviendrait cette similitude mani-
feste entre melodies de meme mode? Dire, par ailleurs, que
Torganisation modale tout ontirn’o pourrait bien eti’e de date
recente, c’est se heurter a une difficulte intrinseque absolue:
la diatonicite tres ordinaire du chant syrien. La Syrie, en
effet, ayant adopte la langue de ses vainqxieurs assez vite
apres la conquete, il va de soi que la musique arabe, actuelle-
ment employee seule pour I’usage profane, a ete aussi de
bonne heure adoptee. Si done le systems modal syrien etait
recent, il serait organise sur des bases arabes, c’est a dire
sur des bases non diatoniques. La diatonicite syrienne est
done une preuve d’antiquite, et pour les m61odies elles-memes
et pour leur organisation en Octoechos.
Noixs avons regrette plus baut I’absence de toute notation
nous permettant de constater I’etat de conservation de notre
chant syrien. Oependant, pour etre complets, il nous faut
dire un mot d’un minuscule essai de notation tente, il y a
pres d’un siecle, essai qui eut ete interessant, s’il avait pu
etre realise sur une plus vaste echelle. Nous voulons parler
du travail de Villoteau. Oe dernier avoue, lui meme, que
les circonstances etaient aussi desavantageuses que possible.
«En vain nous avons cherche a Alexandrie, a Rosette et au
Oaire des Syriens musiciens de profession, on enfin quelqu’un
qui eut quelques notions positives des principes et des regies
de la melodie syrienne; le seul qui nous ait paru avoir une
certaine connaissance du chant syriaque etait unpretre Jacobite
de cette nation, et c’est de lui que nous tenons ce que nous
allons rapporter . . Oertes, s’il fallait juger de la science
liturgique de oe pretre, ou de son dleve improvise, par les
renseignements qui suivent . . .! Qu’on en juge plutot: «Ils
ont deux especes de chant ainsi que deux especes de rite,
I’un institue par saint Ephrem, I’autre par un disciple d’Eutyches,
Jacob. Ils appollent le chant du rit do saint Ephrem
et celui du rit de Jacob Ohacune
de ces especes de chant se compose de 8 tons ou modes
differentsB. On n’a pas de peine a saisir les etranges con-
< Op. cit, p. 310.
L’Octoechos Syrien.
297
fusions dont I’anteur a ete ici victime. II s’agit tout simple-
ment de la premiere categorie de chants du syrien,
les iloi »=»5 divises, comme Ton sait, en trois metres, ceux de
Jacques de Saroug, de saint Ephrem et de BalaY. L’enqiiete
du celMire musicologue s’est done hornee aux seuls et
encore a I’exclusion du metre de Balai, e’est a dire 1 6 melodies
sur pres de 900 que possedent encore les Syriens. C’est bien
peu, pour tirer des conclusions nettes sur la modalite syrienne
qui, comme nous I’avons vu, a un caractere trop nuance pour
etre saisi par si peu d’exemples.
Le travail de Villoteau eut aussi et6 tres interessant a
un autre point de vue tres appreciable, an point de vue de
la critique historique des melodies syriennes. On aitrait pu
avoir une certaine idee positive du degre de conservation
dont peuvent jouir nos melodies transmises par la seule tra-
dition orale. Malheureusement cette categorie des est
le terrain par excellence des ou variations qui s’ajoutent
au ton frince/ps. Ce dernier se chante pour les deux premieres
strophes d’ouverture et les variations pour les strophes qui
suivent. Or, tout en se ramenant aux memes finales, ces
variations presenteut une assez grande divei-site melodique et
peuvent differer completement d’un centre liturgique a un
autre. Nous avons entendu chez les Jacobites quelques spe-
cimens de ces variations toutes differentes de celles des Syriens
unis. De sorte que la comparaison des melodies actuelles
avec les 1 6 de Villoteau est a peu pres impossible. Oependant
on nous permettra de faire ressortir la concordance assez
remarquable entre les deux versions du 2*^ mode de saint
Ephrem.
Version de Villoteau
1_-, — 1 K-, .T- 1--.- j___ r— — — K r s *1 . .“(L-
[-
I — g -i-
J.-
— P L M
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^ 1 * • i
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&Vcu 00{ lo< i
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trriprrp — -F f — ^
U a t a;
298 Jeaimiu'et Puyade, L’Octoecb.os Syrien.
Notre Version
Allegro moderaio.
Jj — jtiraftAo jliAjuVo jl — lAi y.jl ^ ^
An point de vue rythmique, Villotean dans toutes ses
transcriptions orientates ne s’ecarte jamais dn principe de la
mesure toujonrs unique, ce qui est manifestement contraire
aux faits que nous avons constates.
A propos de la possibilite de la conservation de melodies
par la seule tradition orale, qu’on nous permette de citer ce
fait verifie en Bourgogne. sQuelques chants bourguigmons
populaires recueillis et imprimes a Dijon, en 1700, (Noels de
la Monnoye) etaient demeures intacts dans la memoire des
paysans de la Oote-d’or, qui en observaient encore toutes les
formes melodiques et rytbmiques vers 1900, meme lorsque le
texte verbal s’etait entierement transforme.»^ Or, ces chants
n’avaient pas, comme ’nos syriens, une garantie particixliere
de conservation dans leur usage tres frequent et aussi dans
leur caractere a la fois liturgique et vraiment national, qui
porte a un attachement plus respectueux et plus attentif.
Oar la persistance des nationahtes orientales, il faut bien le
reconnaitre, est attachee prmcipalement au fait du maintien
de leurs traditions liturgiques. II y a done des chances pour
que, aio moins suhsfantiellement, et surtout pour les melodies
les plus faciles, les moins chargees de notes (et ce sont de
beaucoup les plus nombreuses), nous nous trouvions devant
des faits veritablement anciens. A plus forte raison pouvons-
nous conclure de meme au sujet de I’organisation de TOctoechos,
dont les grandes lignes out pu plus dif&oilement se modifier.
' Emmanuel, o^, cit., 1. 1, p. 269 en note.
Arcliiiologisclie Miszellen ans Agypten. 11.
Von
Monsignore Dr, Carl Maria Kanfmann.
Faijumitische Frosch-, Kroten- und Embryonenlampen. Ganz
aufier Frage steht die altagyptische Deutung des Frosches
als Symbol der dvapitoaic. Wenn aucli das literariscbe Material,
auf das Ad. Jacoby und W. Spiegelberg bingewiesen haben,*
niclit in alien Fallen Stich bait, so lafit docb das monumen-
tale keinen Zweifel iibrig: die froscbkopfige Gottin der Geburt,
Heket, oder der sie vertretende Frosch auf Sargbildern, der
seit dem netien Reich gelegentlich binter den Namen des
Verstorbenen gesetzte „das Leben wiederbolende“ Frosch
sprechen ebenso klar wie der Frosch in der Hand des
schopferischen, wieder auflebenden Nil. Und der Frosch auf
der Lotosblume verkbrpert in der Spatzeit fast so haufig die
Idee der Wiederauferstehung, wie beispielsweise das beliebte
Motiv der aus dem Urmeer (Lotosblume) emportauchenden
Sonnenscheibe, vor welcher als Symbol der Erneuerung der
Jugendgott Harpokrates sitzt.^
In die romische Epoche fallt bereits die Kategorie der
Frosch- bezw. Krotenlampen, welche den antiken Gedanken
weitertragt. Sie scheinen sich von El Faijum aus, wo sie in
der Umgebung der Krokodilstadt Arsinoe am zahlreichsten
vorkommen, ausgebreitet zu haben. Um die Wendezeit des
3, zum 4. Jahrhundert lagen bereits die drei Haupttypen
dieser Lampen vor, die in Mittel- und Oberagypten neben-
einander existieren: 1. das rundplastisch sitzende oder auf-
recht hockende Tier, dessen Vorganger wohl jene kleinen,
auch dem Mumienscbmuck eigenen, „Fayence“-Amulette waren,
1 Ad. Jacoby und W. Spiegelberg, Der Frosch cds Symbol der Auf-
erstehung hei den jLgyptem. Sphinx VII 215 — 228. VIII 78 f.
2 Vgl. Kaufmann, Agyptische Terrakotten. Fig. 18 nr. 1.
300
Kaufmann
2. die -weniger naturalistisclie Ovallampe mit aufliegendem
Frosch, dessen Figur jiingere Exemplare teils stilisieren, teils
auflosen und 3. jener breitovale Lampentyp mit gekiirzter,
zaweilen im Flachbogen- abscUiefiender Tiille, der auf einen
in ganz Agypten verbreiteten spatbellenistiscben Rundlampen-
typ mit langerer Tiille zuriickgebt; auch bier sowohl stilisierte
als aufgeloste Formen des Frosches. Die Mebrzabl aller jiingeren
Froschlainpen, selbst die der koptiscb-arabischen Epocbe, wo-
von Fig. 1 ein Beispiel bietet, geht
auf diese G-rundtypen zuriick. Das
Gesamtmaterial systematisch zu analy-
sieren und insbesondere das Verhaltnis
der ausgesprocben cbristlichen Frosch-
lampen zu den iibrigen zu charak-
terisieren, -ware eine in melirfaclier
Hinsicbt dankenswerte Aufgabe, fiir
■welche u. a. die Frankfurter und Ber-
liner Sammlungen reiches, z. T. un-
publiziertes Material bieten. Aus-
zugeben ware von den durcb Fabrik-
marken (Topferstempel) gekennzeich-
neten Produkten bestimmter Brennofen,
imFaijum vor allem die mit einem
Zweig gegenstandiger Blatter bezw. zwei
gekreuzten Zweigen oder gewissenBuchstabenjnamentlicb Alpha
und Beta gezeicbneten Waren zablen. Eine eigene, bisber un-
beacbtete Klasse umfafit ferner diejenigen Froscblampen, die
weiteren, nicbt lediglicb ornamentalen Scbmuck tragen und-
in einzelnen Fallen, z. B. wo an Stelle des Froscbkopfes der
Pballos erscbeint,' wicbtige Beitrage zur Symbolik dieser Klein-
denkmaler liefern. Dann kommen die mit cbristlicben In-
scbriften und Symbolen versehenen Froscblampen. Erstere
sind verbaltnismafiig selten, und aufier der stereotypen Formel
erUL) eiMI ANACTACIC sind bisber nur bekannt geworden
die Aufscbriftcn TUJXHMA (== t6 + CTAYPOC sowie
1 Lampe nr. 217 der Frankfurter Sammlung.
Arcliaologisolie Miscellen aus Agypten. II.
301
ArA9H TYXH- Die altesten auf diese Art oder durcli Bei-
fiigung des Kreuzes als ckristlich gekennzeichneten Exemplare
gehoreii dem 5. Jahrliuiidert an. Das Kreuz erscheint gewohn-
licli als offene crux immissa vor dem Kopfe des Frosches oder
in meiirfacher Wiederholung um den Vorderteil des Tieres
herumgelegt, Als jiingste ohristliclie Froschlampe darf das
Fig. 1 wiedergegebene 16,5 cm grofie Beispiel mit stilisiertem,
aufgelostem Tierkorper gelten, das dem 7. Jahrhundert an-
gehort und aus Philadelphia (Faijum) stammt.
Die Anwendung des Froschsymbols beschrankt sich, wie
bereits angedeutet wurde, im altchristlichen Agypten nicht
lediglich auf einen bestimmten Distrikt, etwa den faiju-
mitischen, der wohl sein Ausgangspunkt war. Das ergibt sich
nicht nur aus den iibrigen Lampenfunden, die sich iiber Mittel-
und Oberagypten erstrecken, soudern auch aus manchen ana-
logen Denkmalern, wie aus der von Grayet publizierten Frosoh-
stele von Brment,^ der kleinen Froschbasis aus Achmim^ und
Verwandtem. Wollte man also Le Blant recht geben, der,
gestiitzt auf teils ganz unzuverlassige Quellen (Philastrius),
teils auf die singulare Erwahnung von Batrachiten (Codex
Justin. I. V 5), in diesen Antiquitaten Erinnerungen an eine
christliche Sekte sah,® dann stiinden wir einer in fast ganz
Agypten verbreiteten Haresie gegeniiber, iiber die zweifellos
zuverlassige Quellen berichtet haben wiirden. Wahrscheinlich
handelt es sich bei dem Frosche um die zunachst ganz un-
bewufite Ubernahme eines paganagyptischen, langst
mehr volkstiimlichen als religidsen Symboles seitens des
christlichen Teils der Bevolkerung. Nachzupriifen wird sein,
ob bei der Auslegung dieses Symboles zunachst nicht der
dvdoiaaes-Gredanke noch in den Hintergrund trat und nicht
vielmehr die allgemeine Fruchtbarkeitssymbolik pravalierte.
Bs ergabe sich dann eine gewisse gemeinsame Grundlage fiir
eine weitere, bisher nicht geniigend gewiirdigte Kdasse von
1 Orum, Coptic monuments^ Le Caire 1902 nr. 8585.
2 Strzygowski, Koptische Kunstj Vieiine 1904 nr. 8769.
3 Le Blant, Mte sur guelgues lampes egyptiemes en forme de grinouilles]
Gomptes rendus de VAcad. des Inscript. 1879; 27 £f.
Oriens Christianus. Neue Serie III.
20
Kaufmann
302
Pig. 2. Paijtimitisciie Eaibryonenlampen und Lampen mit slilisiertem bezw. aufgeldstem Prosch.
Lampen der Ubergangszeit, namlich der Bmbryonenlampen,
von denen die obere Reihe unsrer Abb. 2 charakteristiscbe
Proben zeigt; dies um so mebr als, vie mir scheint, beide
Kategorien nach Ausweis der Pabrikmarken (Frankfurter
Sammlung) zn ein und derselben Zeit in der gleicben Topferei
hergestellt wurden. Die evidente Symbolik der Embryonen-
lampen lafit vermuten, dafi auch die alteren Froscklampen
mehr die avaj3icoots im rein menscHicken als im transzenden-
talen Sinne betonten.
Die Amphora ein altchristliches Symbol? Der Fig. 3 ab-
gebildete 15,5 x 9,5 cm groJBe Bronzegriif einer Scbopfpatera
zeigt in einem von einem Taubcben bekrbnten dreieckigen
Wemgekege eine doppelschenklige Spitzampbora auf dem
ublicben alphaformigen Gefafitrager. Die Trauben des stili-
sierten, flachen Gekeges haben dreieckige Form, eingestanzte
Ringel deuten die Beeren an, und nur die Amphora selbst
Archaologlsche MiBzellen aus Ag 3 rpten. II.
303
wird in kraftigerem Relief herausgeiioben und betont. Der
Handler, von dem ich das Stiick erwarb, erhielt es von eineni
oberagyptischen Eingeborenen; leider liefi sick die genanere
Provenienz nicbt
feststellen.
UnserPatera-
griif regt die Fra-
ge nacb der Be-
deutung der Am-
phora an, ob nicbt
in bestimmten
Fallen der Dar-
stellung der Spitz-
amphora ein sym-
bolischer Gedan-
ke unterlegt ist!
Denn ihr Bild
wird auch sonst
gelegentlich auf
christlichen Fun-
den angetroffen,
3. bis 4, Jahrhunderts, die ich in der Nahe von Medinet
el Faijum fand und in meinem Werke Agyptische Terra-
liotten Fig. 136 nr. 12 bezw. als Schlufi vignette abgebildet
habe.*^ Im Felde des einen, kreisrunden mit Handhabe ver-
sehenen Exemplares sieht man die 4 cm hohe doppelhenklige
Spitzamphora, umgeben von einem aus Vertiefungen bestehen-
Fig. 3. VoD Weintrauben umgebene
Amphora. (Pateragriff.)
z. B. als Stempel
von Amphoravei'-
schliissen, sowohl
allein als flankiert
von zwei Lb wen,
letzteres ein Mo-
tiv, das auch ein
Friesstein desBer-
liner Kaiser Frie-
drich - Museums
vorfiibrt. Y on ein-
schlaglichem In-
teresse sind natiir-
lich auch pagane
Analogien ' der
Spatzeit, so u, a.
zwei Terrakotta-
pragestempel des
1 Die paganagyptische, als Scheingabe dem Grabinventar oder seinem
Schmuck beigefugte Amphora kommt in diesem Zusammenhang niclit in Be-
tracht, denn dorfc vertritt die gemalte oder im Relief zusammen mit Broten
u. dgl. vorgefubrte Amphora das Original selbst, ihr Inhalt rangiert nuter den
fiii' den Verstorbenen bestimmten GenuCmitteln. Lehrreich fiir diese Art der
Symbolik sowie fiir die Bntwicklung der symbolischen Gruppe zweier anti-
thetischen Amphoren, ans denen Wasser fliefit, sind die agyptischen Opfer-
tafeln, insbesondere die meroitischen Punde aus den Grabern von Karanog.
Vgl. Vol. VI der Eokley B. Ooxe lunior Expedition to Nubia, Philadelphia
1911, Taf. 1-28.
2 Die zweite Abbildung wirkt allerdings infolge der starken Verkleinerung
unscharf; auch hat der Stempel gerade an der links stehenden Amphora am
Rande einen Defekt (Ahsplitterung).
20*
304
KaufmaBii, Archaologisclie Miscellen aus Agypten. 11.
den Randornaniente, Der zweite Rundstempel, von 10,5 cm
Durchmesser, zeigt in einer Kreislinie einen groJBen nacli links
Bchreitenden Hahn und dariiber den init Schleifen verselienen
Siegeskranz, -wahrend zu den Seiten eine schmale doppel-
henklige Spitz amphoi’a hezw. eine bauchige Kanne erscheint,
eine Gruppe, die inoglicherweise symbolisch auszulegen ist.
Unsre Bronze ist jedenfalls zusammenzuhalten mit jenen, auch
der koptisclien Ornamentik gelaufigen Darstellungen der
bauchigen Henkelamphora, aus welch er Weinranken heraus-
wachsen. Yielleicht liegt auch bier das uralte syro-agyptische,
spater dem Westen iibermittelte Motiv vor, dessen eucha-
ristische Auslegung in vielen Fallen feststeht, womit dann
die Schopfpatera, der unser Griff angehorte, als liturgisches
Gerat gekennzeichnet ware, Im iibrigen verweisen, soweit icb
das Material iibersehe, nur noch gewisse Darstellungen der
Menasampullen ' auf eine synibolische Auslegung der Spitz-
amphora in altchristlicher Zeit.
• Kaufmann, Ikonograpliie der Menasampullen S. 167 f.
OHKiSTlASnJB.
Zmn stehenden Autorenbild der byzantinischen
Buchmalerei.
Von
Dr. Anton Baumstark.
Der bildliche Buchschmuck des ckristliclien Ostens weist
zwei verschiedene Grundformen des Autorenbildes anf. Einer
Darstellungsweise, welcbe den Autor sitzend bei seiner Scbreibe-
arbeit selbst oder von ihr ansruhend gibt, tritt eine solche
gegeniiber, die ihn stebend vorfiibrt nnd nur durcb das von
ilim gehaltene Eollen- oder Kodexbuch chaxakterisiert. Das
direkt von der hellenistischen Kunst ererbfce sitzende Antoren-
bild berrscht in der im engeren Sinne byzantiniscben durcb-
aus vor. Der stebende Typ begegnet in Hss. mit griecbiscbem
Texte nur selten, ninimt dagegen in der syriscben und der
von syriscben Vorbildern abbangigen armeniscben Bucb-
malerei eine derartige Stellung ein, dab man in ibm ein in
Mesopotamien bodenstandiges Motiv von spezifiscb orien-
taliscbem Obarakter scheint erkennen zu miissen. Zu den
friiber ‘ von mir in dieser Ricbtung geltend gemacbten
Denkmalern — Rabbulakodex; Etschmiadzin-Evangeliar; dem
syriscben Homiliar Sachau 220 zu Berlin; dem armeniscben
Evangelienbucb der Konigin Mike; dem jakobitiscben Missale
Bodl. Dawk. 68 zu Oxford und einem 1263/64 vollendeten
armeniscben Tetraevangelium des Konigs Lewon IL in Jeru-
salem — baben sicb in neuerer Zeit zwei weitere blummern
gesellt: das nocb dem 7. oder 8. Jabrbundert angeborende
syriscbe AT. Syr. 841 der Bibliotbeque Nationale zu Paris,
mit dessen Miniaturenscbmuck Omont^ bekannt gemacbt bat,
1 Alte Serie dieser 2ieitsclirift VI S. 428 ff. in dem Aufsatz JEJiu byMnii-
nischer Btiohschmiick des Pmxapostolos nnd seine syro-yaldstinensische Vorlage.
2 Peintures de Vancien testament dans un manuscrit syriague du VIP ou dn
VHP siede in Fondation Eugme Piot Monuments et mmnoires publles par VAca-
d^mie des imcriptions et belles lettres, XVII (1909), S, 84—98 (Taf, V— IX),
306
Baumstark
und die von Strzygowski’ in die Forsckung eingefulirte, im
Distrikt Taron entstandene Eeplik des Etsckmiadzin-Evangeliars
im Besitze des armeniscken Patriarchats zu Jernsalem.
Die dortige grieckiaclie Patriarckatsbibliotliek enthalt zwei
von den verbaltniBmai2>ig wenigen Beispielen einer Verwendung
des Bildtyps durch die byzantinische Bucbmalerei, die beide
ibn naberhin bei einem bildlicben Scbmnck des Praxapostolos
verwerten. Die altere der beiden Hss., das NT. 'Ayiou Tdcpou
47 des 11. Jabrbunderts, babe icb in der alien Serie dieser
Zeitscbrift YI S. 412 — 436 eingebend bebandelt und den in
ibr gebotenen unmittelbar byzantiniscben Dekor von Autoren-
bildern zu den Apostelbriefen auf eine syro-palastinensische
Vorlage zuriickgefiibrt. Auch den entsprechenden Bilder-
scbmuck der dort S. 41 3 f. nur beilaufig erwahnten jiingeren
Hs., des NT.s A710U Td-f ou 37 des 1 2. Jabrbunderts genauer
bekannt zu macben, veranlassen micb nunmebr die jiingst von
L. Brebier BZ. XXIE S. 127 — 135 gemacbten beberzigens-
werten Ausfiibrungen A propos de la qimtion „0nent ou
Bymnce?^
Die durcb Papadopulos-Kerameus 'IspoooXuiJiiTUT] Bi.[3Xto-
'&1QX7]. I S. 122 £ bescbriebene Pergamentbs. von 355 Blattern
im Format von 0,245 x 0,195 zeigt einen bocbst einfacben
und teilweise unvollendet gebliebenen ornamentalen Scbmnck.
In Minium sind Bl. lr° vor dem Briefe an Karpianos, Bl. 2v'’
vor dem Ae£ix6v too xatd IVlafiaiov edayYsliou Bl. 123i'°
vor der Jo-Hypotbesis und BL 157v® vor dem Sova^ctpiov too
euayysliou je eine Zierleiste, Bl. 48r‘’ vor der Mk-Hypotbesis
und Bl. 187r° vor der ’'ExJeai? xsipaXaitov ttov Tcpd^etov twv
dTTooToXcov je ein einfacbes Flecbtband, Bl. 4r" vor der Mat-
Hypotbesis ein etwas reicberes Zierband, Bl. Sr", 49r“, 78r"
und 124r'‘ iiber dem Textanfang jedes Evangeliums ein recbt-
eckiges Ornamentfeld mit Eokzieraten bezv. zu Anfan g des
Textes selbst eine Arabeskeninitiale gegeben. Bl. ISOr" wieder-
bolt sich zu Anfang der Apg. in bescbeideneren Abmessungen
‘ Bill zweites Btschmiadsin-Bvimgeliar in Huschardzim. Festschrift ms
Anlaf des lOOjdhrigen Bestandes der Mechitharisten-Kongregation in Wien usw
"Wien 1911. S. 345-352 (mit 2 Tafeln).
Zum stelienden Autorenbild der byzantinisclien Buchmalerei.
.307
der zu Anfang der Evangelien gegebene Schmuck, Bl. TTr"
ist vor dem Lk-Ae^ix6v ein Linien- und Punkteornament
sckwarz und rot, Bl. 74r° vor der Lk-Hypothesis ein. Band-
ornament nur sckwarz ausgefiikrt. Bl. 247 r° ist vor den an
der Spitze der katkoliscken stekenden Jo-Briefen fur einen
mit demjenigen der Evangelienanfange gleichartigen Schmuck,
Bl. 235r‘’ vor dem Jak-Brief fur ein Zierband, Bl. 258r“ vor
dem Eom-Brief fiir eine sckmale Zierleiste oder ein Eleckt-
band der Raum freigelassen.
In sckroffem Gegensatze zu einer solcken fast diirftigen
Einfachkeit steken die drei neben den Anfangen von Jak
I Petr und Jud den Text unterbreckenden ganzseitigen Autoren-
darstellungen, die durck Pracht und Schdnkeit der Ausfiikrung
zu dem Vorziiglicksten gekoren, was die grieckiscke Patriar-
chatsbibliotkek zu Jerusalem an Werken der Buchmalerei
besitzt. In vornekmer Ruke rmd Geschlossenkeit keben sick
die Gestalten der keiligen Sckriftsteller okne jede Hinter-
grundsstaffage von Goldgrund ab. Ein farbiges Ornament
ziert den die Bildflache absckliebenden sckwarzen Rakmen.
Die Nimben sind als lilafarbene Kreise, die Beischriften in
leucktendem Rot gegeben. Die iibrigen Details sind der fol-
genden Besckreibung zu entnekmen.
Bl. 234t“. Jakobus der Herrenbruder. Ygl. Ta£ II 1.
0,164x0,122. — Im Ealimen violettes Welleuornament. — Der
Heilige stelit auf duiikelgriinem Bodeii. Sandalen, blaue Tunika nnd
liellviolettes Pallium macliea seine Kleidnng aus. Haar nnd spitzer
Bart Yon ursprlinglich branner Pai'be beginnen zu ergrauen. Das von
ilim gelialtene Buch liat roten Scbnitt und edelsteinbesetzten Gold-
einband. — Beisckrift zu beiden Seiten des Hauptes DaT li^KUBOC 0
AAEAOOO Tf3 KT.
Bl. 204y°. Der Apostel Petrus. Vgl. Taf. II 2.
0,169 X 0,119. — Im Rakmen violette Kette ovaler Gebilde mit
ziegelroten Puukten. — Der Apostel stekt auf klausckwarzem Boden.
Seine Kleidnng kestekt aus Sandalen, dunkelkrauner Tunika nnd keUer
braunem Pallium. Das voile Haar und der kurze runde Bart sind
fast bis zu vblligem Weifi er grant. 'Wakrend die Reckte den Rede-
gestus mackt, bait die Linke eine weifie EoUe. — Reckts vom Haupte
die Beisckrift FIETPOs.
308
Baumstark
Bl. 355 V°. Der Apostel Judas,
0,]78 X 0,118. — Im Rahmea violettes Milanderornament. — Die
Froatalfigur des Apostels steht auf schwarzblauem Boden. Sandalen,
eine Tanika, deren Farbe zwiscbea Rosa and Lila liegt, and ein hell-
griines Pallium bildea seiae Kleiduag. Das Haar and der sparlicbe
Bart siad rotlicli-braan. Er bait eia gescblosseaes Bach mit roteia
Scbnitt and edelsteiabesetztem G-pldeinband. Beischrift zu beidea
Seiten des Hauptes: '0 AriOO lOYAA?.
Wie ich schou a. a. 0. bei erstmaliger Erwabnung dieses
Bilderscbmuckes hervorbob, beriihrt sicb derselbe zmrachsfc
gegenstandlicb am engsten mit demjenigen des Vat. gr. 1208
des 10. Oder 11. Jabrbunderts, dessen vou BeisseD beider
nicht samtlicb in Abbildung bekannt gemachten drei Minia-
turenblatter als Scbmuck gleichfalls des Praxapostolos paar-
weise Lukas und Jakobus, Petrus und Johannes, Paulus und
Judas Thaddaus als stehende Bkontalfiguren vorfiihren, Eor-
mell stehen der Jerusalemer Hss, noch naher die stehenden
Evangelistenbilder einer kleinen Gruppe von Tetraevangelien
der gleichen Epoche. Zu den drei friiher von mir nach Beissel
Geschichte der Evangelienbucher in der ersten Hcilfte des Mittel-
alters S. 48 Anm. 3 namhaffc gemachten Gliedern derselben —
dem, -wenn auch erst von spaterer Hand etwa des 16. Jahr-
hunderts, auf 964 datierten Pam. gr. 70, dessen Evangelisten-
bilder durch Louandre^ und Labarte® farbig publiziert sind;
dem nach Gardthausen im Jahre 995 entstandenen Sinazt. 204,
dessen Miniaturen neuerdings durch S. Konigl. Hoheit Her-
zog Johann Georg zu Sachsen* abgebildet wurden, und
dem Vat. gr. 756 — ist noch das Wiener Exemplar Theol. gr.
240 hinzuzufugeu, aus dem Strzygowski'* anlaMch des ar-
> VaUcanische Miniaturen. Freiburg i. B. 1893. Taf. XII.
2 Les arts sompiuaires. Tome I. Paris 1858, auf Xr. 35— 38 der un-
numerierten Tafeln.
^ Hisioire des arts industriels au moyen age et d Vepogue de la renaissance.
Album, Tome IL Paris 1864, Taf. LXXXIV.
i Das KatharinenMost&i' am Sinai Leipzig 1912 Taf. X Abb. 27—32.—
Drei der sechs Darstelliingen auoli schon von Millet publiziert bei Michel
Eistoire de Vart depuis les temps dirUiens I S. 210, 283 f. Samtliche in Auf-
iiahmen von Kondakov in der Samralung der GHcMs pJiotograpJiignes der
Oolledion ch^etienne et hyzantine des Haiites Etudes unter B 132—137
5 A. a. 0. 8.351 Abb. 5.
Zum stehenden Autorenbild der byzantinischen Bucbmalerei.
309
menisclien Evangelienbuches au3 Taron das Markus-Blatt ab-
gebildet hat. Durchweg sind hier die Evaiigelisten einzeln
au£ je einer Seite gegeben wie die Briefautoren der Je-
rusalemer Hs., und auch der fiir die letztere charakteristische
tibergang von der frontalen zur Profilarstellung ist wenigstens
teilweise zu beobachten‘.
Wie steht es nun um das Verhaltnis zum syrischen Orient
bei dieser ganzen Serie griechischer Hss. mit ganzseitigen
Autorenbildern im stehenden Typus? — Die offenbar auch
auf dem byzantinischen Boden urspriingliche frontale Eassung
bedeutet das Eesthalten eines fiir das stehende Autorenbild
der syrisch-armenischen Kunst geradezu kanonischen Prinzips.
Die paarweise Darstellung des Vat. gr. 1208 hat in Eabbula-
kodex, Etschmiadzin-Evangeliar und der aus dem Distrikte
Taron stammenden Eeplik des letzteren Seitenstiicke, die sie
als echt orientalisch erscheinen lassen. Wenn im Sinait. 204
gleichfalls ganzseitige Miniaturen mit der Darstellung Ohristi
bezw. der Muttei’gottes an der Spitze einer auch die Evan-
gelistenbilder umfassenden Eeihe die Hs. erdffnender Vorsatz-
bilder erscheinen, so liegt auch dies ganz in der Eichtung
des durch Eabbulakodex und Etschmiadzin-Evangeliar kennt-
lich Averdenden friihchristlich-mesopotamischen EvangeUen-
buchschmucks. Auf den Zusammenhang des Ornamentalen
in Paris, gr. 70 und Vindoh. Theol. gr. 240 mit dem nicht-
griechischen Orient hat Strzygo wski^ hingewiesen. Angesichts
von allem dem kann es gewifi keinem Zweifel unterliegen, dafi
wir in den stehenden Autorenbildern unserer sechs griechi-
schen Hss. ikonographisch ein Element orientalischer Herkunfb
zu erblicken haben. Von Hause aus der eigentlich byzanti-
nischen Buchmalerei fremd, ist diese Form des AutorenbEdes
in ihnen ebenso gut wie in Ayiou Tdiyou 47 aus einer Ab-
hangigkeit von fruhchristlich-syrischer Kunst zu erklaren.
Zu diesem Ergebnis steht aber freilich der stEistische
1 So in Paris, gr, 70 bei Matthaens und J olxannes.
2 A. a. 0* S. 35 L — Sachlicb vgl. aucb schon Kleinarmenische Miniafurm’
malerei S. I6ff. (= V&i^dffentUclimigen der K. UniversiidtshiUiothek in Tubingen I.
S. 32ff.>
310
Baumstark, Ziim stelienden Autorenbild usw.
Befund in einem. starken Widersprucli. Wie die Miniaturen
des Sinait. 204 nack dem treffenden Urteile Herzog Jokann
Greorgs' „sehr grofiziigig in der Auffassung'^ „nock an die
antike Kunst“ „gemaknen“, so lekt anck in den sckonen
Gestalten von AyCoo Td'foo 37 dnrckaus kelleniscker Geist.
Stilistisck kommen diese Sckopfungen des Komnenenzeitalfcers
zweifellos ebenso entsckieden von Hellas ker, als ikr ikono-
grapkiscker Typ in orientaliscker Hinterlandskunst wurzelt.
Sie ersckeinen mir so als ein lekrreicher Beleg dafiir, in wel-
ckem Grade bestixnmte Erscheinnngen der byzantiniscken
Kunst, unter versckiedenen Gesicktspunkten betracktet, gleick-
zeitig eckt orientalisck und eckt kellenistisck zu sein vermbgen.
Ick meine, man miifite derartigen Ersckeinungen gegenuber
sick mekr und mekr von der Unmoglickkeit iiberzeugen be-
ziiglick des Byzantiniscken zu einer exklusiven Beantwortung
der Frage: Hellas oder Orient? im einen oder im anderen
Sinne zu gelangen. Nickt mit einer En bloc-Antwort, wie
sie Millet mit seinem „Bysance et non l’Orient“ dem „ Orient
oder Byzanz?'^ Strzygowskis entgegenstellte, werden sick die
von dem letzteren au£ dem Gebiete der Kunstgesckickte des
christlichen Ostens in Flufi gebrackten Fragen aus der "Welt
sckaffen lassen. Auck die neuerdings von Bertaux^ vor-
gescklagene Untersckeidung zweier getrennter Stromungen
innerkalb der byzantiniscken Kunst, einer monckisck-orienta-
liscken und einer kofisck-kellenistiscken, diirfte keine end-
giiltig befriedigende Losung bedeuten. Aus der Vermahlung
orientaliscker und keUenistischer Weise kervorgegangen, hat
jene Kunst vielmehr als Gauzes stets eine vorwiegend orien-
taliscke und eine andere vorwiegend kellenistiscke Seite auf-
gewiesen, und es wird die stets wiederkekrende Aufgabe einer
Wiirdigung jedes einzelnen ikrer Denkmaler bleiben, festzu-
stellen, welcken und einen wie starken Anteil an ikm einer-
seits der Orient und andererseits Hellas kat.
> A. a. 0. S. 23.
2 La part de Oonstantimple dansVarthizantin. JS.IX (1911) S. 164—175,
304-314.
DEITTE ABTEILTJNa.
A) MITTEILUNGEN.
Die literariscliei) Handschriften des jakolbitisclien Markusklosters
in Jerusalem.
(ScUulS).
IV. Hagiographische Literatur.
V on Hss. ausschliefilicli hagiograpliisclieiL Inlialts liabe icli im Mkl.
nur je eine solclie mit syriscliem und mit Kar§uni-Text gefunden. Icli
hatte ftir beide das Material zu einer genauen Bescbreibung aufgenoramen.
Docb gingen meine Notizen iiber diese syriscbe Hs. leider durcb einen
ungliicklicben Zufall zugrunde. Herr Di'. A. Eiicker wollte daber die
Grilte baben fiir diese Stelle eine Bescbreibung derselben zu liefern,
wurde jedocb an der Ausfiibrung dieses Vorbabens durcb ungttnstige
Verbaltnisse, die unten S. 332 berubrt werden, verbindert. Die Be-
scbreibung der durcb ibren reicben Inbalt besonders -wertTollen Kar-
§uni-Hs. babe icb Herrn Dr. Gr. Grraf abgetreten, der nacb mir, aber
obne von meiner entsprecbenden frtiberen Tatigkeit zu -wissen, sicb
gleicbfalls eingebend mit dem Kodex bescbaftigt und auf die Identi-
fizierung der einzelnen Texte bereits viele Mllbe verwendet batte.
37. * — Pp. Mehr als 111 Blr. Schr. Serta, des 15. Jlis. — Eine niihere Be-
sohreibung kann leider niolit geboten werden. Vgl. das soeben Bemerkte.
Sammlung liagiographisclier Texte, syr. — Dieselbe
umfafit u. A. 1) die Akten der edessenisclien Martyrer Grur-
ja und Samona nach dieser Hs. herausgegeben von I. E. Eah-
mani Acta sanctorum confessorum Guriae et Shamonae exarata
syriaca lingua a Theophilo Edesseno anno ChristiS97. Eom 1899,
2) die Akten eines legendariscben romiscben Martyrers ‘Azza-
zail, herausgegeben von Macler Ristoire de Saint Azazail.
Paris 1902, 3) die von mir in der alten Serie dieser Zeit-
sohrift lY S. 383 f. herangezogene Legende von einer durcb.
iibermafiige Liebe zn ibren Kindern sicb versundigenden Frau
aus Jerusalem (Bl. 107r° — lllr“).
Dr. A. Baumstabk.
38. * — Pp. 3 -p 745 Blr. 0,330 X 0,210 (Xextspiegel 0,280X0,170). Zstd. Die
ersten 4 Blr. und das letzte Bl. sind neue Erganzungen. Einige "bescliadigfce und zer-
rissene Stellen im Papier sind iiberklebt, wodurcb der Text z. Tl. unleserlicb geworden
312
Mitteilungen.
isfc. Kacli Bl. 365 ein niolit nuineriertea Blafct, von welcliem die auBere Hiilfte mit
Kol. B abgetreiint ist. Die Blatterlagen sind mit groiien syrischen Buolistabenziffern
numeriert. Bbd. Geprelites, rotes Deder. Schr. Kniftiges, regelmaMges Serta in
2 Koliimnen zu je 32 Zln. Die Uberscliriften und ScbluUtformeln rot, ebenso die dia-
laitiscben Bunkte. Das Karsuni ist z, TI. mit arabisoben Yokalzeicben versehen.
Kcbsohr. (Bl. 1 — 4) 25. Okt. 1876 n. Olir. von dem Eabban Girgis. Dat. Der az-
ZaVfariin 1. Febr. 2044 (Gr. — 1732) bis 13. Jan. 2045 (G7\ = 1733), nacb einer alten
(syrischen) Yorlage v. J. 1490 (Gr.^ 1178). Sohrbr. Monch Besara ans Haleb, der
das ganze Werk fiir sicli selbst iibersetzte und niedersohrieb. Gesch. Dem Matran
[Eu]statheos 'Abd an-Niir aus Edessa, gelegentlicli seiner Keise nach Dijar-
beldr und Mardin in Begleitung des Babban 'Abdallah, seines Schulers, und des
B. Girgis, i. J. 1871 in Haleb fiir das Mkl. geschenkt von seinem Gastgeber, dem
Kaufmann Ni'mat-allah 'Azar aus Jerusalem, der es bei einem Aufstande der JMuslime
gegen die Christen in Haleb i. J. 1850 von einem Soldaten kauflich erworben hatte.
[Ygl. Nr. 16* = Or. Chr. 1912 S. 318.]
Sammlung von 125 Heiligenleben, kar. (vulgar), ans
dem Syrischen iibersetzt von dem Monch BeSara aus Haleb
in Der az-Za'afaran i. J. 1732/3.
1) Geschichte des hi. Panins, des Hauptes der Einsiedler
(Bl. lr° — 3v° == syr. Bedjan, Ada martynmi d sandorum
Y 561—572).
2) G. des hi. Anha Antonins, geschrieben von Mar Atha-
nasios (Bl. Sv”— 32v° == syr. Bedjan V 1 — 121).
3) G. des hi. Anha Makarios des Grofien, des Vaters der
Monche (Bl. 32v° — 61r° = syr. Bedjan V 177 — 262).
4) G. der romischen Vater Maximus und Dometios,
der Sohne des Kaisers Valentinus, Einsiedler in der sketischen
Wiiste in den Tagen des Anha Makarios und Anha Isidoros,
verfaht von dem seligen Anha Bisoi (-.;<«.3), dem Archidiakon
von Epl. (Bl. 51r“— 66r“ = syr. Brit. Mus. 837,3) 957,i; 958,6)
963, o) vgl. Kat. Wright S. 868, 1119, 1121, 1142) verkiirzte
Bearheitung des kopt. Textes hei E. Amelineau in Annales
du Musee Guimet t. XXV, Histoires des monasteres de la Basse-
Egypte. Paris, 1894. S. 262 — 315; verschieden von dem syr.
Texte bei E. Kan, BO. V, 5 p. 752-766).
5) G. des Anba Bi§oi (ttujoi), des vollkommenen Einsied-
lers, verfafit von dem Priester Juhanna, dem Kleinen, dem er
Vater wurde bei seiner Ankunft in der Wiiste Skete (Bl.
66r° — 80r“ == syr. Bedjan III 572 — 620).
6) G. des Mar Julianna des Kleinen (Kolobos), des Hauptes
der Priester (des Erzpriesters) in der Wiiste Skete (Bl. 80 r°
Mitteilungen.
313
bis QSr"; verschieden von dem kopt. Texte bei Amelineau
a. a. 0. S. 316 — 410 u. dem syrischen beiF. Nan in i20(7. XVII.
[1912] S. 346 ff.). Inc. yiAjafsal Isoaj ^
^3ui)jOO
Expl, fyloMiSl ^3 0^330 073083 jicuisko
^^333 into^aJt^l AoCsAl.
7) G. des Anba Sanudin (Schenute), des vollkominenen,
gottlicben Monches (Bl. OSi*” — 108v° = syr. F. Nan, Une ver-
sion syriaqiie inMite de la Vie de Schenoudi, in MS. VIII [1900]
|). 153 — 167; franz. p. 252 — 263).
S) G. des Anba Markus vom Berge Tarmak (BL 108v"
bis 115r‘’ = kar. Berlin syr. 102 BL 56r° — OBr" n. ehd. 326
BL 370 — 386; vgL Kat. Sacbau S. 394, 897 = syr. S. Sckeil,
La mort de Mar Marcos et de Mar Serayion in ZA XII [1897]
S. 162—170).
9) G. des Anba Serapion (BL 115r" — 129v° = syr. Be-
djan V 263 — 341).
10) G. des hi. Xenophon und seiner Sohne Johannes
mid Arkadios (BL 129v° — 135v“; in der Ubersetzung ab-
weichend, aber auf derselben syr. Kezension beruhend wie die
ar. Ausgabe von G. Graf in M. XII [1909] S. 696 — 706,
deutsoh in BZ. XIX [1910] S. 29—42; vgl. AB. XXIX [1911]
p. 479-481).
11) G. des hi. Archelides aus Kpl. (BL ISOr" — 140r°=kar.
Berl. syr. 112, u, vgl. Kat. Sachau S. 396 =■■ syr. A. J. Wen-
sinck. Legends of Eastern Saints. Vol. I. Leyden 1911. S. otm — .V,).
12) G. des hi. Juhannan, des Sohnes der Kbnige aus
Kom (alias Johannes Bar Malke aus Kpl.; BL ISOr® — I44v'’
= syr. BedjanI 344 — 365).
13) G. des Mar Ri§a aus der Stadt Eom, der in die Stadt
Edessa kam in den Tagen des Bischofs Babbula (alias Alexios;
Bl. 144r° — 146r°). Inc. ^ >iA3^i i?o7 as? vSom ..ts&ai ;*
^^2 30302^2 07307 .. ks . 3 * 3 * .*3^2.
Exgfl. u.&*32k2 A2.0 A0A2 073*2isls A& 0733732 As
^2 .fiSio
14) Zweite Erzahlung vom Manne Gottes, von den
Ereignissen nach seinem Tode und seinem Begrabnisse in
314
MitteiluDgen.
Edessa (BL 146r‘’ — 148v‘’). Inc. oT^iai,: uoia
^^2 ^ ^SlCj Vul^at* ” —
Expl. oA >M.tabai^l .i-atOi. o;uM Sno^ o;^ ojuo sal
^2 aSt^2.
15) G-. der grofien und wunderbaren Leute, der Sohne
der Macbtbaber von Rom und Antiochien, welche freiwillig
diese Welt verlassen und als Einsiedler gelebt haben (Bl.
148 V” — 151 V°). Inc. ^ ^2s>. U.A2 ,i. ^io^ 3\;oi>fcj 007 oaAj
Expl. S^io>ats faa>2 aa
^2 07^2
16) G. des 111. Andronikos und seines Weibes Atbanasia
(Bl. 151v" — 154r‘’ = syr. Bedjan YI 405 — 417).
17) G. des 111. Daniel von der Wiiste Skete und des Stein-
klopfers Eulog[ios] (Bl. 154r®— 1571" = griech. L. Clugnet,
Vic et recits de I’ahhe Daniel in ROC. V [1900] p. 254 — 261;
==syr. E. Nan cM. p. 391—401).
18) G. des wunderbaren Mannes Bim'un (Simeon) von
Kefr Abdin (Bl. 167r'’ — 160v“). Inc. cnif3 Jaaoyd ^
^2 »i.9k^2 ou^2 ^ )aXg>2
JEoC^l/t 2307 ^sS^ssk ^>L^2 uijS>OA2
^2 ojA!S 2 (Vgl* Mus. syr. 9 60, 20 ; Kat.
Wright S. 1110).
19) Gr. des vollkommenen Binsiedlers MarRubil (BL 160v^
bis I64r^). IflC. ^5^2 29u.^ ^
^2 o7a^fiXk.
ssr ^
Expl. ^2 }^2 vmSo cfp^ pojc J^l 29m^o u^d ao;ao.
(Vgl. Brit. Mus. syr. 960,®^ Kat. Wright S. 1110: „G. des Rubll
Oder Reubin u. seiner Genossen zur Zeit des Trajan“).
20) G. des Mar Autil (A^oi, Bl. 164v° — 169r°). Inc.
>!Aa^2 29<A >.<S^2 oA^o Sfim^ C^i^) 2^2sN Aojb2o 290^ ^aaaal 232 u.2soa2
^2 )glJ^.vS2.
Exj)l* 3*A,^o JbLiA^ fi-^saosSl o^oha
^2 o;!:i^2 ffS^iso 07saj\k^ Qaf 9k*^^2.
21) Gr, des Mar Dimet (wV«»*?), des Arztes der Seelen und
Leiber (Bl 169 v"" — 172v‘'). Inc, .^2 a^^ai 26 v*j -^2 vidw^o* ^alo 9 ^.
Mitteilungen.
315
jEjOijjpl/t oNobO 07'iS^Mkii u.n !^2 007 ^o
^2 jju. (Vgl. ISTr. 190 3) dieses Verz. Ein syr. KircEengesang
auf den hi. Dimet in Kat. S a chan S. 45, 68, 60, 69, 77, 87).
22) G-. des hi, Ibrahim al-Qiduni, verf. von Mar AMm,
dem Lehrer (Bl. 172v° — 180r“ = syr. Lamy, Ahrahae Cliklo-
nitae acta syriaca in AB. X [1891] p. 10 — 49 u. Bedjan VI
465—499).
23) Gr. des Mar Julina, des schdnen G-reises (Julianas
Sabas) (Bl. 180r" — 185r“; verschieden von syr. Bedjan VI
380 — 404; vgl. Kat. Wright S. 700, 1084, 1090, 1113). Inc.
Al 2S U.O0 cASl 0.1.1 (sic) ^2
^2 Sra)4!^Ai.
Exj)l, pofa^b.^ ..d sAtsi iilii&il Aoa^a
fiAo), skl^o\,S2 ^(^A2 N23..^ ^<2 x^ 2.
24) G. des Mar Ahrun (Aaron von Sai’ug; Bl. 186 r” — 193 v"
= syr. E, Kan, Les legendes syriaques d’ Aaron de Saroug etc.
in PO. V, 5 p, 703 — 749; vgl. die Einleitung S. 701 £).
25) G. des hi. Simeon des Styhten (Bl. 194r'' — 224r"
= syr. Bedjan IV 607 — 644).
26) G. des Mar Barsauma und seiner 99 Wunder, verf.
von seinem Schuler, dem Priester Samuel (Bl. 224r“ — 262v®
= syr. Brit Mus, 960,i, unvollstandig, beginnt mit dem 28.
Wunder; vgl. Kat. Wright S. 1123, 1143, 1147; Assemani,
Bibl. or. n 296; verschieden von W. Oureton, Ancient Syriac
documents. London 1864. S. tss. —
27) . G. des Mar Daniel, des Martyrers auf dem Berge
verf. von dem hi. Lehrer Mar Ja'qub (Bl. 263r° — 269v‘’).
Inc. ^2 ^ 30^2 c^C 7A2
Expl. >:1 oA 2 c^iXb Ao JWj.atA2 au.^A 9iao2 'olitAio A aia2 6iSo2 pt^
^2 a^^A2 .op Ap^a2 ..A2.
28) Die Wunder des hi. Jakob des Wanderers (Bl. 269r“
bis 274r°). Inc. yoa^.! ^A2 >maA is^oUaS2o ^au.I;p.^2 <s2afc A 2 y2
^2 oA^I.
Expl. palais jAifla» ^ U.1A2 ...9JA20 ..e; S^tsiAl lasio
^2 opoaa .«A2 a.>ovxa^2 a.oQx> iaa 23iA. (Vgl. Toraul u. arab.
Berl. syr. S88 Bl. 11 — 25, unvollstandig, Kat. Sachau S. 815).
316
Mitteilungen.
29) G. des lil. Martinina (Martinianiis, Einsiedlers in
Agypten; Bl. 274r” — 275r“). Inc. ora-o 'oj-aaij >.3 :»»o 6 >io ^
ofoSbla
o 7 *o)iAa oJa^a?^ (Vgl. Kat. "Wright S. 819,
1099, 1113).
30) G. des hi. §ab&, Einsiedlers von Alexandrien (Bl.
27*5r^ 277r ). Inc. c^DASA3>a^a .*3 a&M<ao
Expl, .^^oAao >^aa<»\Sa paiSo ua^o»^a C7»..30 N^f^aso ;^9^.o
«Sa ^9 {iSorJ.3 (sic).
31) G. des hi. Markos, welcher der Monch Malhus ist,
(Bl. 277r'-— 279V'- = syr. Bedjan VII 236—251, B. A. Wal-
lis Budge, The hook of Paradise of Palladius II S. 279 — 290
u. Kat. Sachau S. 104f., deutsch ehd. S. 105 — 109).
32) Erzahlung von den seligen Sohnen der Rechabiten
(Jerem. c. 35), welche ihre Geschichte dem Propheten Jere-
mias berichteten, aus der hebraischen Sprache in die griechische,
und aus der griech. in die syrische iibersetzt von Jakob von
Edessa (B1.279v'’ — 283v'’ = syr. Berl. 74 ,j 4 Kat. Sachau S.287
u. Brit. Mus. 960,3* K!at. Wright S. 1128).
33) G. des glaubigen Kaufmanns Marqa (Markos), der
in der Frenide starb und seine Waren hergab, um eineii Heiden
zu besohenken, der dann zuriickkehrte und Christ wurde
(Bl. 283 v" — 287r°). Inc. -js ^!ai 3 .^biio
3914 . 1.3 loiia,
Expl, .-3 ioio^tl ^ ZaZe (sic) pejaio^ t^T^Z ^okl3u. pei^cv f.Sao
^1- Agi ^.HoTaAz a9«A3 .pap
34) G, des hi. Juhanna, der seinen Lebenswandel in einem
Brunnen vollendete (Bl. 287v‘’ — 291r‘’ = syr. M. Briere, Ei-
sioire de Jean le SiloUe in ROC. XIV [1909] p. 167—167).
35) G. des Mar Sim'un mit dem Beinamen S§.lus, und
seines geistigen Bruders Mar Juhanna, die aus der gesegneten
Stadt Edessa "waren, geschrieben von dem Bischof Leontios
vonKeapoHs (Bl. 291r'’ — SOSr® = syr. Brit Mus. 925, b, u. 960 , 9 ,
Kat. Wright S. 1112 , 1125),
Mitteilungen.
317
36) Gr. des Anba G-erasimos (Garusimus), des Einsiedlers
(Bl. 305r“ — 307r“ = syr. Brit, 3£us. 960,3a, Eat. Wright
S. 1128).
37) G. des hi. Abraham von Kaskar (Ibi-ahim Kaskar-
ja) nnd der andern Monche (Bl. 307 r° — 308v" == syr. Berlin
175,00 Kat. Sachan S. 557f.).
38) G. des hi. Petra (jav) aus -.tuoii, der Patriarch wurde
(^Bl. 308v" — 310ri). Inc. 0^..^ ^ 23i\_ AVs v*tuia2
Exjjl, ^2 oA V..A2 aAA2 otaotHi aatla aoiido.
39) G. des Mar Bet aS-Suhada, geschrieben vom hi.
Iwanis (Bl. 310r° — 319v'’). Inc. pm ^ u-
Expl, S’l^tTpaSx wQx*.3UiS2 aisr>o vko^lo
^2 pa* ^
40) G. des Mar Eugen (As® 0 ('V«Aj)>
stehers der Monche in Persien, geschrieben von seinem Schiiler
Michael (Bl. 319ri — 336ri == Bedjan III 376 — 479).
41) G. Des Mjxr Malka (Malchus), des Schwestersohnes
des hi. Eugen (Bl. 336r° — 346v®). Inc. ^lo i<Ar[d
^2 o;EJ2?aU±fl!^2 o^a^2 p;^o;i^2
Expl, ofoiaX bfio 9^aWb2 0.6^2 Bi^JoSx oypoj^ Sibo
^2 A^i&*o. (Vgl. Eat. Wright S. 1140).
42) G. des Mar Isaias von Haleb (Bl. 346 v° — 356v“ == syr.
Bedjan III 534 — 571).
43) Die Wunder des Mar Jaret (n*!) von Alexandrien
(Bl. 356 v" — 358r" = syr, Brit. Mus. 960, 40, Eat. Wright
S. 1129).
44) G. des hi. Vaters Evagrios (u&-a\o2), der die Gedanken
erforschte und die Geheimnisse offenbarte (Bl. 358 r°- — 359r“).
Inc. <5^2 iofiaSaJ^ ^A2 oi?m JoNa ^o.
Expl. oJ 3;*-.2 t*«t>>a23.it2 jKioo ofiJo ^atL!!>2 ^3^2 07^ 07^^Asaa
,.402 .2^32 cjAjojA. (Vgl. Eat. Sachau S. 560).
45) G. des Anba Isaias, der in Bet al-qiddisin war, ge-
schrieben von Zacharias Scholastikos (Bl. 359^— 361r"== syr.
Oriens Christiat^us. Neue Serie III.
21
318
Mitteilungen.
Land. Anecdota syriaca III 346 — 356 u. Brooks in CSCO
Script. Syri Ser. Ill tom. 25 Textus, p. 3 — 16).
46) Brzahlung von dem Bilde Christi, welches die Juden
in den Tagen des Kaisers Zeno zu Tiberias verunehrten,
(Bl. Seir” — 375v“ [SGSr^B — 364v“A unbeschrieben, mit text-
liclier Liicke] = syr. B. A. Wallis Budge, The history of the
Messed Virgin Mary and the history of the Likeness of Christ.
London 1899. I 157—210).
47) Gr. des hi. Mar Jakob des Gefangenen im Kloster
Qarjat Salah im Tur 'Abdin (Bl. 376v‘’ — 386r'’). Inc.
^2 <77^fS£> A^0tl20 ^.^230 3(^12 iSfSSkl y2
Expl. .^2
48) G. des M. MarBulogios (j^Ao 2 ), des Agypters (j^a^:),
der aUe Tage seines Lebens den Lowen (viaiA 2 ) zum Jiinger
hatte, weshalb er ilLi genannt wurde (Bl. 386v" — SOSaV” = syr.
Brit. Mus. 960, S 7 Kat. Wright S. 1129; vgl. Kat. Sachau
S. 286 mit Inhaltsangabe).
49) G. des hi. Mar Abraham, Lehrers des hi. Barsauma,
der auf einem hohen Berge lebte (Bl. 396r°— 404r° = syr.
Brit. Mus. 960, Kat. Wright S. 1128; vgl. B. Nan in BO. V,
p. 767—773).
50) G. des hi. Johannes des Binsiedlers, genommen aus
den Brzahlungen des Arztes Johannes (von Ephesus oder
„von Asien“; Bl. JOIr” — 407r‘’ = syr. Land, Anecdota syriaca
II 22—30, 230—232).
51a) Brzahlung von der Auffindung des angebeteten
Kreuzes (Bl. 407r° — 408r“ == syr. E. Nestle, Brevis linguae
syriacae grammatica, litteratura, chrestomathia. Karlsruhe und
Leipzig. 1881. S. 71 — 76).
b) Bine andere Brzahlung von der Auffindung des
Kreuzes durch Helena (Bl. lOBr” — 409v“ = syr. Nestle a. a. 0.
S. 76—88. Beide wiederholt in Nestle, De sancta cruce.
Bin Beitrag zur christlichen Legendengeschichte. Berlin 1889.
S. 7—20, deutsch S. 39—50).
62) Brzahlung von dem Heimgang der hi. Jungfrau
Maria, welche die zwolf Apostel auf dem Olberge geschrieben
Mitteilungen.
319
haben (Bl. 409 v° — 414v‘’; etwas abweicbend von syr. Wright,
Contributions to the Apocryjohal Literature of the Neiv Testa-
ment. London. 1865. S. A — engl. S, 27 — 34).
53) Der Brief, d. i. die Erzahlung, welche von dem hi.
Dionysios, Bischof der Stadt Athen, an Timotheos, Bischof
von Ephesus, iiber den Tod der hi. Apostelfiirsten Petrus
und Paulus geschrieben wurde (Bl. 415v" — 417v°==ar. Bei-
rut 60, S. 352 — 361; vgl. P. Peeters AB. XXIX [1910]
p. 302—322).
54) Gr. des hi. Mar Johannes des Evangelisten (Bl. 417v°
bis 427v° = syr. Wright, Apocryphal Acts of the Apostles.
London. 1871. 1. S. ma — j, engl. II. S. 1 — 60).
56) Gr. vom Heimgang des hi. Apostels Johannes
(Bl. 427v“— 429r“ = ebd. I. S, — oo, englisch II S. 61—68).
56) Erzahlung, wie das Haupt des Mar Johannes des
Taufers in der Stadt des Herodes aufgefunden und von dort
nach der Stadt Homs iibergetragen wurde, und wie darnaoh
seine Wiederauffindung und seine Erscheinung war (Bl. 4291’"
bis 432 v°, verschied. von Beirut ar. 61 S. 429 — 433 [il£ Y^III
472]). Inc. ^ ^ ^ts 2 ^ 26 .
Expl. „Der selige Verkiinder Johannes wurde in jenem
Hause, das zu seiner Ehre erbaut wurde, beigesetzt am
26. TeSrin II i. J. 765 (?r.“
57) Gl. des hi. Ignatios, P. von Antiochien, der unter
der Begierung des Traianus in Rom gemartert wurde (Bl.
432v° — 435r“ = 6yr. G. Mo e singer, Supplementum corporis Ig-
natiani a G. Curetano editi Oenip. 1872 p. 3— 12 u. Bedjan
III 103-214).
58) G. des hi. Klemens (.ia*aAa), des Schulers des Sim'un
a§-Sefa, seiner Eltern und Briider (Bl. 435v“ — 438v° = syr.
Bedjan VI 1 — 17).
59) Martyrium des hi. Petrus, Brzbischofs von Alexan-
drien (Bl. 438v°— 441 v" = syr. Brit. Mus. 762,, und 918,4b
Eat. Wright S. 727 und 1046; vgl. ebd. S. 837, 1104).
60) G. des groHien Heiligen, Athanasios, P. vonAlexan-
drien, geschrieben von (Ps.-)Amphilochios, Bischof von Ikonion
320
Mitteilungen.
(Bl. 441 T® — 447 r°). Inc. sm03 J2}OiC^5jS2 ^
^2 lOsuA2.
Ex])l tt^ss 'pisha^ ^tsi2 o;9ij.ia2AisA
^ 07 ^ .(vSid ja>a jSasAwSa pa^ofi.
61) G-. des Mar Ja'qub, Biscbofs von Nisibis (BL 447r°
bis 44 8 v" syr. Bedjan IV 262 — 273).
62) G. des Mar Afram (Bpbrem), des Lebrers der Syrer,
aus vielen Biicbern iiber ibn mit grofiem Eifer gesammelt
(Bl. 448 v" — 457r‘’). Inc. ’;!»■> ^aa Ai. ^^4l> ,»i a}3.
JEx^l. u^btSMuo paatsi. ae; isooio SoMo^i cjai-^eo
^1 ;D;«.2au
63 — 69) Gr., verfafit von demErennde Giottes .ijuaA:, Biscbof
der Stadt Kaisarea in Kappadolden, iiber die Wunder, welcbe
der bl. Basilic s, Biscbof derselben Stadt und Lebrer der
ganzen Kircbe, getan bat (Bl. 457r° — 464 v“; verscbieden von
Beirut ar. 62 S. 241 — 284 [M. VIII 473]). (1) Das Wunder
seines Bruders Petrns. — 64) (2) W. iiber einen Traum des
bl. Epbrem. — 65) (3) W, an einer Kircbe zn Nibaia, welcbe
durcb die Hand des bl. B. vor den Arianern gerettet wurde. —
66) (4) W. an dem Priester Anastasios, seiner Erau und dem
Diener, welcber gebeilt wurde. — 67) (5) W. an einem Jiing-
ling, welcber unsern Herm Jesus Obristus verleugnete und durcb
das Gebet des bl. B. wieder zuriickkebrte und unsern Herrn
bekannte. — 68) (6) W., welcbes an dem bebraiscben Arzte
gescbah. — 69) (7) W., welches an einer Siinderin gescbab,
infolgedessen sie ibre Siinden verliefi.
70) G. des bl. Mar Johannes (Juwanis), des grofien
Lebrers und Goldmundes (Bl. 464 v" — 474v'’). Inc.
^2 Snoi^ Omx.
Expl. 2^007 a.to ctitb ^cusa Al Ao a7is^ fio U.A 2 AVAl
^20 paa vA2 ».ftA2o
71) G. des bl. Gregorios, des Wundertaters (Bl. 474v°
bis 479r° = Bedjan VI 83 — 106).
72) G. des bl. Gregorios, des Katbolikos der Armenier,
welcber Armenien lebrte und es aus dem Irrtum der Satane
und dem Gotzendienste zur Erkenntnis der Wabrheit undzur
Mitteilungen.
321
Verekrung des Kreuzes zuriickfuhrte (Bl. 479 r® — 488v°).
Inc. ^3l S.ph\/iS!> >4.^3u. JoSm l^uaoal
Exj)l «,Ai. cp .^2 ?o 2 A ®=.2 .Ao,b 2 -io
73) G. des H. Cyprianus (Kufrianus), Biscliofs und
Martyrers in AntiocHen, und der hi. Justa (Bl. 489r“— 493r''
== syr. Bedjan III 322 — 344 und A. Smith Lewis, Stuclia
Sinaitica IX: Select Narratives of Holy Women S. ojiobj
engl. Stud. Sin. X S. 185—203).
74) Martyrium des hi. Plotinus (wOoi*\<A 3 ), Bischofs,
Apostels, Martyrers imd Bekenners (Bl. 493r‘’ — -501r“). Inc.
>iCaoj..»*<&aAB >0^2 . . . i^.(r>>fiN2 333 Sasb
Ex^l. ^2 kA jj233 19 07)0.
75) Gr. des hi. Mar Paulus (Aoa), Bischofs der Stadt
Knidos, und des Mar Johannes, Priesters von Bdessa (Bl.
601r° — 506r®). Inc. ..a ojJA AjAi aAji ;oA^^ .. 0.092
^2 OfXU.,tS.
Ex]fl. ojA *;^3 kAal AjoJ-. 0070 >3^ ^.^2 loQj ^ \jaisxl Ssaoto
^2 !>\m.^ 2 o ..osAi ,a.c»aiA. (Vgl. Kat. Wright S. 650, 1087, 1090).
76) Gr. des hi. Mar Nikolaus, Bischofs von Myra (looio;
Bl. 506r" — 508r° = syr. Bedjan IV 290 — 302).
77) Gr. des hi. Mar Abhai (— 32 ), Bischofs von Nikaia unter
den Kaisern Arkadios, Honorius und Theodosios (Bl. 508r'‘
bis 519r“ — syr. Bedjan VI 557 — 614).
78) Brief des hi. Mar Severn s, syr. Patriarcheu von An-
tiochien, als er von den chalcedonensischen Heuchlern ver-
trieben wurde (Bl. 519 v“ — 52 Iv"). Inc. ^ Jojifa aa
^2 wtxAi.
Expl. ojuabo u.a 0)5 uiAl o^ojlyj^Al oji^^oa Jo^o^ sjlio J 2 >.a 2 A 2 oio)
^^2 ajaJoA aH Aokkl ‘id >..3 . ■ .
79) Gr. des hi. M§,r Jakob, des gottlichen Lehrers, Bischofs
von Sarug; (Bl. 521v“ — 522r°). Inc. ^ ^ j!>.aeA 2 2007 oai
JExpl, ajis. 0 ^ (sic)
322
Mitteilungen.
80) G. des M. Mar Jakob, Biscbofs von Edessa, bekannt
als al-Barda'am, geschrieben von (Ps,-) Johannes dem Arzt,
dem Lehrer der Heiden und dem Schreiber der Geschichten
der Kirche (Bl. 522 r® — 527r° = syr. Land, Anecdota syriaca
n S. 364 — 383), daran anschliefiend eine maqala des hi. Mar
Kyriakos (^3*aoa), Bischofs von Mardin, iiber die Ubertragung
der Gebeine des hi. Jakob vom Der Qissin in sein Kloster
(Bl. 527r“ — 628r“ = syr. bei M. A. Kngener Recit de Mar
Cyriaque racontant comment le corps de Jacques Baradee fui
enleve du convent de Casion et transports au convent de PJie-
siltha VII [1902] 186—217).
81) G. des hi. Mar Johannes, Bischofs der Stadt Telia
(Bl. 528r° — 540v“ = syr. PI. G. Kleyn, Het Leven van Johannes
van Telia. Leiden. 1882. S. 3 — 83 und CSCO. Script. Syri.
Ser. Ill t. 26. Textus. p. 31 — 95).
82) G. des seligen Bischofs Addai (Bl. 540v“ — 642r'’ = syr
Land, 1. c, II S. 68 — 75).
83) Leben, d. h. Tugenden des hi. Theodotos (i\.osa;is),
Bischofs der Stadt Amid (Bl. 542 1 ’® — 569v"). Inc. jso?
tsxii ^ ,<o As ^
Expl. ^2 ^ituo tA JosAoji ^}tSl a..!o oai vj»S.o :>2 {* 3 .
84) Erzahlungen von den hi. Martyrern, welche vor den
unglaubigen Konigen um Chris fci willen gemartert wurden,
beginnend mit der Ermordung des Abel durch Kain, verfafit
von Symmachos (Bl. 549 v” — 661v°). Inc.
opLba oto^JtoJd vhi£sij2 uk.!^2 Asoo
85) G. des seligen Placidns (i^jAd), welcher Eustatheos
beigenannt wird, und seines Weibes und seiner Sdhne (Bl.
561v° — 565v° = syr. Bedjan III 215 — 253).
86) Martyrium der 40 Martyrer, -welche in den Tagen
des Eonigs Deciua im See von Sebaste gekront wurden (Bl.
565v“ — 569r® = syr. Bedjan III 365 — 375).
87) M. und Bekenntnis der hi Maximi(a)nus, Jam(b)lichos,
Martellus, Dionysios, Iwanios (Johannes), Serapion, Exakusta-
Mitteilungen.
323
dios, Antoiii(an)u8 (der Siebenschlafer) in der Stadt Ephe-
sos (Bl. — 573v° = syr. Bedjan I 301 — 311; vgl. ZDMG
XLVI [1892] S. 749f.).
88) M. des hi. Q-eorgios, des beriihmten Martyrers (Bl.
573v“— 576r“ = syr. Bedj an I 277 — 300).
89) M. des hi. Jakob des Zerstiickelten (Bl. 576 r" — 579 v"
= syr. Evod. Assemani, Acta Martyr, or. I 242 — 257 und
Bedjan 11 539 — 558).
90) M. der hi. Sergios und Bakchos (Bl. 5797° — 684i'°
= syr. Bedjan III 283 — 322).
91) G. des hi. Mar Johannes (Juliannan) von aiii
(Bl. 584r° — 593r“). Inc. .Aj” ?*3
'^au.{sa Mia s2 sxAl aiA iWSiiAi aw<Ma» Jiaa.
Exyl. Jbojisoaojfts *3 UiSa a Aa a ojijjs
92) M. der sieben beriihmten Marty rer, welche in der
Stadt Sam os at a (jv*-"*) iii den Tagen des unglaubigen Konigs
Maximianus gemartert wurden (Bl. 593r‘’ — 598r° = syr. Evod.
Assemani 1. c. II 124—147 und Bedjan lY 88 — 116).
93) M. des hi. Pantalemon und seiner Genossen (Bl.
598r° — 603r°). Inc. Jiaisaji . . . jsaa jsoaAsoo
^2 ^^A2 Aa. 23u.lsa ;aix
Ex])l. aiOO* J»S>a ,49 ‘073230^2 (sic) t\}a3s ^ AAa 2 Ajaao
^2 cA -.A 2 -.>ia4ai.2; Epilog (Bl. 603r"— v“). Inc. .oo^Voaoik
^142 J!uadtA2 2 s*3 pAo 2 ^ ..A2 ja^aSaxoao.
94) M. des M. Romanos und des Kindes, das mit ihm
gemartert wurde (Bl. 603v° — 606v“). Inc. jBta^sooa ^obA 2
^2 29u.Ja AMth i Jijo»»iio.>P7ia4B 07 ao;go i ^toS 2 J2aai j »^ Aa a>y ^<i2
Expl. ^k »2 .fiiio 25 i 2 aa 2 oroaaao 2oa4*^.
96) M. der hi. Laurentius undAgrippas und ihrer Ge-
nossen (Bl. 606v°— 618v°). Inc. a -^2 .*A 2 s.«ajB 2 £jAia» ^ ^
^2 iS ^a >\!3a M uS
Expl. ^ 2 aopA 2 o 42>o*ViA wiM £j.Jooaei a7sA2 oraer ^S-2 2 ?=‘ 07 ‘>
.^^A2 ^a .*3 «A40 l^^afXbJbl (..^2 y^ftoA2 ^3!aA2.
96) G. der himjaritischen Marty rer, welche in der
324
Mitteilungen.
Stadt Negran gemartert wurden (Bl. 618v° — 625y®). Inc.
BLeGOv^B untere Halfte bis 622 r^B obere Halfte ist
uiibeschrieben und stellt aucb eine testliche Liicke dar. Auf
Bl. 662v'’ ein rot umranderter Abscbnitt mit dera Anfang:
1^1 ^ act ja-j aa und zwischen den mittleren Kandleisten
der beiden Kolumnen die Glosse: jjo? y}s AAa
^ 007 bisxA aaiA:,
Exj)l. (sic^ S^jOU t^o ^^^2 07007 fiatsao
oai&C>A Su}iai^t^ uiisa aiaoja oojx jlisou .i.l.aj> yfoiJo ^k>uaA2. X)ann
folgen nocb die Namen der Erzpriester, Erzdiakonen und
Subdiakonen, "vrelche in der Kirche zu Negran verbrannt
wurden.
97) M. der hi. Samiin^ und Gurija in der gesegneten
Stadt Edessa (BL 625 v° — 629v'’ = syr. Ign. Ephraem II Eah-
mani, Acta sanctorum confessorum Guriae et Shanionae exarata
syriaca lingua a Theo])hilo Edesseno anno Clir. 397. Romae
1899 p. 3—28 [s. oben S. 311]; deutsch bei 0. v. Geb-
hardt [E. v. Dobschiitz], Die Akten der edessenischen Mar-
tyr er. [Texte und Untersuchungen. 3. R. VII, 2] Lpz. 1911
S. 2-63).
98) G, des hi. Diakons und Martyrers Habib (Bl. 629 v°
bis 633v“==syr. Oureton, Ancient Syriac documents. S. od —
engl. S. 72 — 85, undBedjan 1 144—160; deutsch bei 0. v. Geb-
hardt a. a. 0. S. 64 — 99).
99) M. des hi. Papus (j&osjs) und seiner 24000 Genossen,
welche in den Tagen des heidnischen Konigs Lukianos in
Qarjat Magdal im Lande Antiochiens gemartert wurden
(Bl. 633v° — 636r°). Inc. a3uafi>2 ^aa ^2 aai oTBuoao StiSa .>3
^2 ..aoa£tA2.
Expl. op^e erisv.BN ^^2 ^0 ^ pL\a jAa
^2 (Vgl. Kat. Sachau S. 569).
100) M. des hi. Okristophoros des Barbaren und der
Heiligen, die mit ihm waren (Bl. 636r“ — 640Y°==syr. Johann
Popescu, Die Erzdhlung oder das Martyrium des Barlaren
Christophorus und seiner Genossen. Leipzig 1903. S. 1 — 29)
Mitteilungen.
325
101 ) M. des H. Kyriakos tind seiner Mutter Julita
(Bl. 640 V° — 642 v“). Inc. talo a>auAao }i}^l ^2
^2 ^a>3.oai.2 ^j9i2£>2 0 ) 1^2 opautaa Jbosopoiis
Expl, op ^^^2 fs^29iiA2 op^itDaa ^ , \ ,. i ..^eAO Jt>oa}»solci ^oOxiso j»A,iefitM 2
5(^2 (sic), darnacli eine Klausel, wonach das Voraus-
gehende nur ein Stiick der ganzen Erzahlung ist. (Vgl. syr.
Bedjan I 691 — 687 u. kar. Kat. Sachau S. 380. 397).
102) Gr. des hi. Martyrers Mama und seiner Eltern Theo-
dotos und Rufina (Bl. 642v° — 645v° = syr. Bedian YI
431—445).
103) G. u. M. des Mannes Gottes, des Dieners Ohristi
(-..c«ok 2 a 3 i.) Asir ibn Levi, der Jude war aus der Stadt Sigar
(Bl. 645v“— 651r° = syr. J. Oornely AB. V [1884] 9 — 52 und
Bedjan I 173 — 201).
104) M. des hi. Phetion (^m) aus Persien (Bl. 651r°
bis 656r ). Inc. ■ ■ ■ qj^a^xo..
JEx^l, > 1 m 2 ^ au:32D£S9 2 a
^2 oji>k 2 . (Vgl. G. Hoffmann, Aus^iige aus syrischen AJcten per-
sischer Martyrer [Ahhandl. fur die Kunde des Morgenlandes
VII, 3] S. 61 — 68. Kat. Wright S. 1134. Kat. Sachau S. 398).
105) G. des seligen Mjlr Theodores, welcher in der Stadt
Euchaita gemartei-t wurde (Bl. 656r° — GOSr”). Inc.
^2 Ji>.9kd^2 23 07 ^ {A .13^ A v.J=u «2
Expl. &.230 pLie 073 ,>A 2 u.^ 3 caS 2 ..^o
,i ^2 or^ioV (Vgl. Kat. Wright S. 1119, 1121, 1133). —
Darnach folgt eine conclusio der vorausgehenden „Lebens-
geschichten der hi. Martyrer, Einsiedler und Bekenner“ und
eine Uberschrift fiir das Eolgende: „die Geschichten der hi.
Prauen und Martyrinnen.“
106) „Zum Lesen niitzliche Geschichte der seligen Anosi-
ma (Onesima), der Tochter der Konige" (Bl. 663r" — 666r°
== syr. A. Smith Lewis, Select Narratives of Holy Woynen in
Studia Sinaitica IX S. engl. X S. 60 — 69).
107) Zweite Geschichte iiber die hi. Onesima und die
326
Mitteilungeu.
400 Diener, welcte bei ibr erschieiien (Bl. OGOr" — GGOr").
Inc, ^2 a(tX&»aJiS ajisal
ExpJ; ^2 ^a^;ia^2 a^2 ^ia»aa!^2o,
108) Gr. der M. Jungfrau, ■welche bei dem bl. Daniel,
dem Haupte und Leiter von Skete, erscbien und von ibm
unterricbtet wurde (Bl. 669 r^’ — 671 v”). Inc. jjoja
^bo .^^2s.
Expl, ojis^aS^nS aaA2 aaii ^^^2 oor \tiisxl 29UAXJ. ^^ao9
109) G, der bl. Magd Obristi Eupraxia (Bl. 671 v° — 678r°).
Inc, ^2 .Ciaio^Oj\i2 opafl)2 ^ ii > . S 2 cji»abo u.S 2^\9 ^ia^2 .£>o>£>e30^(^ >9^2 ..S ypi
Exjjl, }ojkA^ <.>Is!S 2 v>uai>bci^2 aibo2 xa2afs paj
^2 jaXajiid l■M.>l aa A^ ^a a^ija. (Vgl. Kat. Wrigbt S. 1101,
1110).
110) G. der bl. Hilaria, der Tocbter des Kaisers Zenon
(Bl. 678v°— 683r'’ = syr. Brit. Mus. 49, si Catal. codd. mss. or.
Pars I p. 83; vgl. Kat. Wrigbt S. 1046. 1110. 1118. 1121.
Kat. Sacbau S. 394. 746 u. bes. S. 381f., wo ausfiibrlicbe In-
baltsangabe),
111) G. der bl. Eupbrosyne aus der Stadt Alexandrien
(Bl. GSSr® — 686v“ = syr. Lewis a. a. 0. IX S. .a — engl.
S. 46 — 59; vgl. BedjanV 387—405, 'wo eine abweicbende,
aber auf derselben Quelle berubende Kezension).
112) G. der bl. Maria, welcbe mit dem Kamen Marina
im Kleide eines Mannes lebte (Bl. 6871’° — 688r° — syr. Be-
djan I 366 — 371 u. E. Kau in ROC. VI [1901] p. 283 — 285,
franz. 286 — 289).
113) G. einer seligen Jungfrau und eines Wunders in
ibrein Leben (dariiber von der Hand des Kopisten der Nscbr.:
„Dies die Gesohicbte von der bl. der Jungfrau"; am
Elide Bandglosse des ersten Kopisten: „Man sagt, ibr Name
sei Mirjam", darunter in Nscb.: 07^07. Bl. 688 r°
bis 689r°). Inc. ^JNtS.S2 Mjb
Expl, ^2 a)!^l Ihjao ^
Mitteilungen.
327
114) Gr. der seligen Susanna ((X<w), der Jungfrau Ohristi
(Bl. 689v“— 692r° = syr. Land, Anecclota syriaca II 343—353).
115) Gr. einer Jungfrau, -welclie gefallen war und Bufie
taij (^Bl. 692r — 692v°). Xnc, u.o;6 I^otsa Spailh ojduJo
5;i2 ts2b^l
JExpl, 075 Q**D 0 wiA ^130 ^230 )d;Liibi >2
116) Gr. der seligen Maria der Agypterin am
Eande von der Hand des Kopisten; ^igsAj; Bl. 692 v“
bis 697r° = syr. Bedjan V 342 — 385 mit Variante in der Ein-
leitung).
117) G-. der bl. Pelagia Bl. 697r‘’ — 703 y° = syr.
I. Grildemeister, Acta S. Pelagiae. Bonnae. 1879 S. 1—12).
118) Gr. der hi. Martyrin Thekla, Schulerin des Apostels
Paulus (Bl. 703 v® — 708v® = syr. W. Wright, Ajjocryphal Acts
of the A.po$tles S. 128 — 129).
119) Gr. der hi. Martyrin Barbara und der seligen Ju-
liana (Bl. 708v®— 710r®==syr. Bedjan HI 345— 355).
120) Gr. der hi, Martyrin Maria, der Seligen (Bl. 710r“
bis 712r®==syr. Lewisa.a. O.IX S. aa^ — englXS. 85 — 93).
121) G. der hi. Martyrin und Jungfrau (Bl. 712 r® — 713°).
dwc. ^^O^Oa 90^2 Sssil XSOjlAiOiS*.!
Expl, ^2 aA2 01^ .kA2 AAa^ A^ntstvo.
122) G. der hi. Martyrinnen Pistis, Elpis und Agape
und ihrer Mutter Sophia aus Rom (Bl. 713r° — 717r° = syr.
Bedjan VI 32 — 52 u Lewis a. a. 0. IX S. as» 9 — .j**9, engl. X
S. 168—184).
123) G. der hi. Nonne und Martyrin Eugenie, ihrer
Eltern und Briider (Bl. 717r° — 723v°==syr. Bedjan V 469
bis 514 u. Lewis a. a, 0. IX S. w-jo— engl. X S. 1 — 35).
124) G. der hi. Martyrin Eebronia (Bl. 723v° — 731r°
= syr. Bedjan V 573—615).
125) G. der hi. Martyrin Stratonika '<^<1 ihres
Brautigams Seleukos (^oabAiiEj) in der Stadt Kyzikos (Bl.
73Ir° — 743r° = syr. S. Ev. Assemani 1. c. II 68 — 121).
Subscriptio (Bl. 743 v°£), teils kar., teils ar.
Dr. G. Geaf.
328
Forschungeu vind Funde.
B) FOESCHUNGEN UND FUNDS,
Die diristlich-litei’arisclieE Turfan-Funde, — Die beiden Kgl
PreuBiscben. Tm^fau-ExpeditioneE Dr. A. v. Le Coqs (September 1904—
Januar 1907) undProf. A. Griinwedels (September 1905 — Juni 1907)
und die ibnen vorangegangene noch grofienteils aus priyaten Mitteln
crmoglicbte Expedition Griinwedels und Dr. G*. Hutlis (August
1902— Juli 1903) gewinnen neben der eminenten Bedeutung ibrer
kunstgescbicbtlicben Ergebnisse einen einzigartigen Wert nicbt minder
auf dem literariscbcn Gebiete yor allem yermoge der Scbatze manicba-
iscben Scbiifttums, welcbe sie ans Tageslicbt gefordert baben. Aber
auch an eigentlich cbristlicben Scbriftdenkmalern literariscber Natur
bat Obinesiscb-Turkistan sicb in iiberrascbendem MaBe frucbtbar er-
Aviesen. Ein cusammenfassender tjberblick tiber das, "was nacb dieser
Picbtung bin an Ertlcbten der drei deutscben Eorscbungsreisen bis-
lange bekannt wurde, durfte den Lesern unserer Zeitscbrift kaum un-
erwilnscbt sein.
An Bibliscbem stelien obenan die BrucJistucJce einer Pelileivi-
'Ubersetmmg der Psalmen cms der Sassaniden^eity ilber die E. 0. Andreas
SbPAA\^, 1910 S. 869 — 872 bericbtet bat. Auf zwolf mebr oder weniger
bescbadigten JBlattern bieten sie den Text yon Ps. 94. (93) 18—23; 95
(94). 2—7 Anfang; 95 (94). 7 ScliluB— 96 (95). 10; 119 (118). 124—142;
121 (122). 4 — 132 (133). 2; von Teilen yon 133 (134). 2^ — 134 2
und 134 (135). 9 ff.; yon 134 (135). 11 Scblufi— 135 (136). 9; 135 (136). 9
bis 136 (137). 3, Den ersten Versen der Psalmen folgen jeweils die ent-
sprecbenden oTro^J^-aXfAaxa des liturgiscbcn nestorianisclien Psalteriums,
die unter dem Namen Qanone von der Uberlieferung auf Mar(j) Apa I
(gest. 552) zuriickgefubrt 'werden. Da Textkorruptelen, welcbe bereits
der Ambrosianus der Pesitta und die Hs. Srit Mas. Add, 17,110
auftyeisen, der syriscben Yorlage nocb fremd waren, glaubt A., die
Entstebung der Pelilewi-Version bis in das erste Yiertel des 5. Jabi'-
bunderts liinaufrlicken zu diirfen und annehmen zu sollen, dafi die
Qanone Mar(j) Aj3as erst nacbtraglicb eingefilgt wurden. Man wird
indessen nicbt vergessen diii'fen, dafi die beiden einen syriscben Text-
typ des 6. Jabrbunderts yertretenden Hss. monopbysitiscber und mit-
hin verliilltnismaBig westlicber Provenienz sind, und desbalb mit der
Moglicbkeit zu recbnen baben, daB aucb die Peblewi-Ubersetzung einen
syriscben, aber nestorianiscben und durcbaus ostlichen Text erst jenes
Jbs. wiedergibt, der aber dem gleicbzeitig yon den syriscben Mono-
pbysiten benutzten gegentiber nocb auf einer altertumlicberen Stufe
der textlicben Ent-\vicklung yerbarrte. Wenn einmal eine Edition der
unsobatzbaren Eragmente yorliegen wmd, gestattet vielleicbt ein Yer-
Forschungen und Funde.
329
gleicli mit Zitaten der betreffenden Psalmen bezw. Ani3pieltiiigen auf
dieselben in. der altesten syriscb-nestorianisclien Literatm* (Narsax;
Bapai; Akten der persiscliea Martyrer xisw.) bier zu einem endgiiltigen
Urteil zu gelaiigen. In jedein Falle erhalten wir an diesen Frag*-
menten das erste nmfangreicbere Brucbstiick einer allem Anscbeine
nacb nicbt nnbedentend gewesenen christlicben Peblewi-Literatxir, be-
ztiglicb deren man bisber lediglicb anf Nacbricbten nnd den einen
Oder anderen versprengten Splitter in nestorianiscber Liturgie an-
gewiesen war. Vgl. in letzterer Beziebnng Oonybeare Jtituale Ar-
menorum, Oxford 1905, S. 367 f.
Wenn nicbt von einem ebenso reicb entwickelten eigentlicb lite-
rariscben Leben, so docb von liturgiscber Verwendnng eines bisber im
Kreise cbristlicb-orientaliscben Schrifttnms llberbanpt nnbekannt ge-
wesenen Idioms geben Neutestamentliclie JBruchstucIce in sogJidischer
SpracJie Kxinde, die F. W. K. Muller SbPAW. 1907 S. 260 — 270 be-
reits ediert bat. Es bandelt sicb nm je ein Einzelblatt mit dem Text
von Gal. 3. 25 — 4. 6 bezw. X 1. 63 — 80 und ein zusammengeklebtes
Doppelblatt, dessen sicbtbare Anbenseiten M 10. 14 Scblufi nnd 15
bezw. 20. 19 ff. bieten., Der Panlustext ist ein bilingner, indem je
einem syriscben Satz seine sogbdiscbe Ubersetzung folgt. Bei den
evangeliscben Bruclistlicken sind im Gegensatze zn einem folgenden
rein sogbdiscben Text nur mein die liturgischen Enbriken nnd die
Anfangsworte der Perikopen syriscb gegeben. Wir baben es bei den
letzteren mit Triimmern eines Evangeliars nacb nestorianiscbem Ritns
zn tun, die sicb anf die Vorbereitnngszeit anf "Weibnacbten nnd auf
die Osteroktav bezieben. Der verdiente Heransgeber bat dieses ent-
weder nicbt erkannt oder docb ansdriicklich ausznsprecben nnterlassen.
Icb selbst werde demnacbst Gelegenbeit baben, an anderer Stelle die
drei Splitter vom litnrgiegescbicbtlicben Standpnnkte ans zu wiirdigen.
Nicbtbiblische litnrgiscbe Texte ansschlieblicb in syrischer
Spracbe sind grofitenteils die Litteratur-Bruchstucke aits Gliinesischr
Turhistan, von denen E. Sacban SbPAW. 1906 S. 964 — 978 Proben
nacb — nnterm 24. Juni 1905 dnrcb A. v. Le Coq nacb Berlin ge-
sandten — pbotograpbiscben Specimina einiger Seiten veroffentlicbt
nnd besprocben bat. Dieselben entstammen drei verscbiedenen Hss.,
von denen der Reibe nacb 18, 6 nnd etwa 60 Bb. erbalten sind. Die
beiden ersten Hss. waren nestorianiscbe Oboralbiicber — , wie S. an-
nimmt, desjenigen Typns, welcber mit dem Hamen Qazm („Tbesaxirns“)
bezeicbnet wird nnd die Gesange nur fiir die Offizien der Eesttage
entbalt. Das dem erbaltenen Brncbstuck der ersten entnommene Spe-
cimen ergab sogar eine wesenbafte Identity des Textes mit demjenigen
eines Berliner Exemplar es. Orient fot 620, (Vgl. Sacban
Katalog S. 159 — 163), Ein endgiiltiges Drteil ixber den nilberen Oba-
330
Forgoliiingen tind Funde.
rakter der "beiden fragmentarisclieii Hss. wird sich. indessen docli woM
erst auf Grrund einer PrlifuBg alles Erhaltenen ausspreclien lassen.
Nacli den von S. vorgelegten Proben konnte es sich anch nm Exem-
plare einer Eorm des Suord („Circnlus“, namlich: „anni“) genannten
Ohoralhuches gehandelt liahen, in welcher dieses sonst im Gregensatze
zum Qazzd den sonntaglichen sowie den Eerialoffizien (vor allem der
Quadragesima) gewidmete Bucli auch die Gesange der Eesttagsoffizien
mituinfaBt* Ein Exemplar dieser Form ist beispielsweise an Add. 1981
der Universitatsbihliothek zn Cambridge im Katalog Wright- Co ok
S. 163 — 193 gut beschrieben. Von der diutten mit ca. 60 Blrn. ver-
tretenen Hs. lag S. die Photographie eines Blattes vor, das auf seinem
v° die Selbstbezeichnung des betreffenden liturgischen Buches als „Pew-
(fbttd der Or dines und Kanones des ganzen Jahreskreises‘‘ aufweist.
Die derselben vorangehenden Liedstophen, von denen S* einige iiber-
setzt hat, entsprechen den SchluBstrophen der „allgemeinen die
einen Anhang des dreibandigen gedruckten Breviarium Chaldammi
(Paris 1886 ff.) bilden und als solcher des nestorianischen Huord auch
hslich (z. B. in der angefuhrten Cambridger Hs. Bl. 367r® — 445v®.
Vgl. Katalog Wright-Oook S. 188 f.) tiberliefert sind. Doch mtifite
es sich urn eine von der gedruckten verschiedene Pezension solcher
Qd'le handeln. Was folgt, ist der Anfang niclit, wie S. anzunehmen
scheint, von Texten auf die herbstliche Gredachtnisfeier der Kirch-weihe,
sondern eines Formulars fill' die tatsachliche Konsekration einer neuen
Kirche selbst. Eine genauere Beschreibung, bezw. womoglich eine
vollstandige Edition vor allem dieses besonders umfangreichen Hs.-
Fragments ware zumal dann dringend zu wllnschen, wenn S. mit dem
TJrteil das Eiobtige trifft, daft die Schrift „erheblich alter “ sogar als
das 9. Oder 10, Jh. soin kann. Gibt fiir die Ausfiihrlichkeit seiner
Eubriken im allgemeinen die Einleitung des Kirchweilie-Formulars
einen richtigen MaBstab, so mtifite neben seinem in jedem Falle ber-
vorragenden Alter auch jene dem Stiicko die Bedeutung einer liturgie-
geschichtlichen XJrkunde allerersten Eanges sichern.
Die Eeihe der im Gegensatz zu Bibel und Liturgie im engsten
Sinne literarischen Fundstucke der deutschen Turfan-Expeditionen,
deren bier zu gedenken ware, eroffnet Eine Hermas-Stelle in maniclid-
iscJier Version^ die F. W. K. Muller SbPAW, 1906 S. 1077 — 1083
publiziert hat. Das Bruchstitck eines zweikolumnigen Blattes bietet
die Eeste einer mittelpersischen Eezension von Sim. IX 12—25 des
„Hirten“. Der merkwllrdigen, aus der romischen Ohiistengemeinde
des 2. Jhs. hervorgegangenen Prophetenschriffe in den Handen orien-
talischer Manichiier an der Westgrenze Chinas zu begegnen, ist eine
tiberraschung seltsamster Ai*t. Immerhin darf vielleicht daran er-
innert werden, dafi auf eine ehemalige Bekanntschaft wenigstens des
Forschnngen imd Eunde.
331
christlicli-ostaramaisclien G-ebietes mit clem „Hirten“ schon bislier die
Tatsacbe binziiweisen scliieu, dab fur cine der zablreiclien Anaplioren
des jakobitiscben Eitus (Eenaudot Liturg. A)\ Oollectio. Neudruck:
Frankfurt 1847. II S. 346 — 352) „Mattbaus, der Hirte, welcher ist
Hermes (oder: Hermas)^‘ als Verfasser genannt ‘wircl Ygl. N. Serie I
S. 112 dieser Zeitscbrift. — Wohl nocli in die Spliilre altcliristlicben
Scbrifttums binauf fiihrt aucb das erste you zwei Stiicken, die als Ein
Gliristliches unci ein mcmiclmisclies ManiiBTiri])tenfmgmmt in UlrJdscher
Spraclie cms Tnrfan (Gliinesisch-Ticrldstan) durcb A. y. Le Ooq SbPAW.
1909 S. 1202 — 1218 publiziert warden. Aucb bier bandelt es sicb um
ein einziges JBl. Dasselbe entbalt Eeste der Nrn. 17 — 19 einer Folge
Yon Sprticben, welcbe den Aposteln (and EYangelisten?) in den Mand
golegt werden. Wir baben es mit einer Apostelmoral von der Art
der in der ersten Halfte der sog. Apostol. IvO, aufgegangenen zu tun,
die textlicb allerdings zu jener keinerlei Beziebung zeigt. Der Hame
des Sprecbers ist fiir Nr. 17 nicbt erbalten; filr Nr. 18 wird ^Zavtai
(sic!) der Aposteb*, fiir Nr. 19 „Lucas der Apostel (sic!/^ genannt.
Es mafi dabingestellt bleiben, ob die Sobrift bewabt neben den Zwolf-
boten aucb andere Personlicbkeiten des XJrcbristentums wie die beiden
ibrem Kollegium nicbt angeborenden EYangelisten als Eedner einfiihrte
Oder ob ibr eine you den kanoniscben Yerscbiedene Apostelliste zu-
grunde lag. Das merkwurdige „ZaYtai“ gebt, ob nan als Apostelnameii
zu fassen oder durcb Aasfall eines „Jakobus‘‘ zu erkliiren, anmittelbar
jedenfalls auf syriscbes zurilck, sicbert also eine aramaiscbe Vor-
lage des tilrkiscben Textes, womit jedocb Griecbiscb als Originalspracbe
der YerscboUenen Scbrift nicbt ausgescblossen ist. — Jedenfalls oxaenta-
liscben Hrsprangs ist dagegen die Legende liber Die Anhetimg der
MacjieTy deren aigaiuscbes Textbracbstiick wieder F. W. K. Muller in
seinen Uigurica^ Abbdl.PAW. 1908 (60 S.) Yeroffentlicbt and iiber-
setzt bat. Es bandelt sicb um eine aucb yon Marco Polo (I Kap. 14)
bericbtete Sage. VgL Yule The hook of Ser Marco Dolo, London 1903
I S. 78 If. Das Jesuskind gibt den morgenlilndiscben Hasten eineu
Stein Yon seinem gemauerten Krippenlager mit, den diese auf der Eilck-
kebr, seinen, Wert nicbt abnend, in einen Brunnen werfen, aus welcbem
alsdann ein scbrecldicber Feuerglanz bis zam Ather aufsteigt. Eine
nur unmerklicb abweicbende Eezension der Sage wkd scbon von
Mas'iidi Mitrug ad-dahdb Kaj). 68 (ed, Barbier de Meynard IV S. 80)
anter Verweis auf eine aasfilbrlicbere Darstellung in seinem Kitab a7j-
hdr a^-mmdn kurz yorgeftibrt. Das MotN ist offenbar nacbst yex'-
wandt mit demjenigen der yon Maria den Magiern gescbenkten and
im Feuer uuYerbrennbar bleibenden Windel des gottiicben Kindes, das
in dem arabiscben Kindbeitseyangelium and dem Florentiner apo-
krypben arabiscben Herrenleben auftritt. Vgl. Tiscbendorf Evan-
332
Eorsclitiiigen tmd Eunde.
gelia Apocrypha. Editio altera. Leip 2 ig 1876. S. 184 bezw. N. Serie I
S. 253 dieser Zeitsclirift. Beide Motive haben ibre Urheimat wohl in
syriscber Legendendicbtung. — Zweifelhaft bleibt es scblielilich, ob einen
liturgischen oder einen im engeren Sinne literariscben Text ein spracli-
lich nocb nicbt entratseltes Bl. in Bstrangelo-Schrift etwa des 10. Jlis.
enthalt, das S. hinter den Proben der Brucbstiicke der drei syrischen
liturgischen Hss. mitgeteilt und voiianfig kurz besprochen hat.
Pafit man dies alles zusammen, so gewinnt man gewifi den Ein-
druck, dab auch die christlich-orientalische Eorschung der weiteren
Hebung des hslichen Ertragnisses der Tnrfan-Expeditionen mit dem
allergrofiten Interesse entgegen zu sehen hat. Mochte dieselbe in
mdglichst raschem Tempo ei’folgen!
Dr. A. Baumstahk.
Bericht uber die Tatigkeit der orientalischeii wissenschaft-
liehen Station der Clorresgesellschaft in Jerusalem (Num. III). —
Im Berichtsjahr (Oktober 1912 bis Oktober 1913) vreilten die heiden
HH. Stipendiaten P. Dr. Evarist Mader und Privatdozent Dr. RUcker
weitor in J erusalem, um ibre begonnenen Arbeiten fortzusetzen. Beide
unternahmen mehrere gemeinschaftliche Eorschungsreisen; so im Sep-
tember-Oktober 1912 durch Samaria und Graliliia bis an den Libanon,
im Januai’ 1913 in das Ostjordanland nach Madaba und in die weitere
Umgebung dieser Stadt, im Eebruar bis Marz ins Jordantal von
Jericho nach Scythopolis, dann rvieder ins Ostjordanland und durch
Galilaa nach Tyrus, im Mai nach Hebron und Stidjudiia. Auberdem
fuhi'te Dr. Mader eine griibere Eeise aus, auf der er fast das ganze
Ost- und Westjordanland heriihrte; ferner weilte er langere Zeit in
Siidjudaa, um seine Spezialstudien uber dieses Laud fortzusetzen.
Dr. Rilcker seinerseits hielt sich zwei Wochen am See Genezareth
auf und trat am 2. August eine mehrwochentliche Studienreise nach
Beirut und dem Libanon an, zu der er von S. Em. Kard. Kopp eine
besondere IJnterstiitzung erlangt hatte. In seinen Forschungen in den
verschiedenen Bihliotheken in Jerusalem wie in Beirut und in Sarfeh
sammelte Dr. Rilcker vor allem das Material fllr seine grobe Arbeit
ilber das Perikopenwesen der orientalischen Kirchen. Leider stieb er
bei der Benutzung der Bihliotheken vielfach auf unilberwindliche
Schwierigkeiten, In die Bibliothek der Jakobiten in Jerusalem ka.m
er nach der Union des ehemaligen syrischen Bischofs der Stadt mit
Rom iiberhaupt gar nicht mehr hinein, so dab er die begonnene Kopie
der Homdien des Patriarchen Kyriakos aus der einzigen dort exi-
stierenden Handsclnift nicht einmal vollenden konnte. Hingegen
konnte er ungestilrt die syrischen Handschriften in der griechischen
T'orschungen und Funde. 333
Bibliotliek bearbeiten, dank dem AVolilwollen des griecbischen Patri-
arclien von Jerusalem. In Beirut durchforsclite Dr, Rucker die sy-
risclien Handscliriften der Universitatsbibliotbek der Jesuiten. Allein
in Sarfeh konnte er unbegreifliclierweise, trotz einer friiher an ihn
ergangenen Einladung des Superiors des Klosters, in die dortige
Bibliothek keinen Zutritt erbalten; hingegen konnte er in andern
Klosterbibliotlieken des Libanon ungestort arbeiten und mebrfach
interessantes Material fiir sein A\^erk sammeln. Der am 1. Oktober
ablaufende Urlaub wurde Dr. Rllckor auf ein lialbes Jalir verlangert,
so dab er bis Marz 1914 in Palastina blciben und die Sammlung des
Materials, soweit dieses iiberbaupt zugilnglicli und erreicbbar ist, ab-
scliliefien kann. Dr. M a der richtete bei seinen verschiedenen Porschungs-
reisen seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf die vorisraelitischen
Kultstatten, besonders auf die grolie Zalil you ihm neu entdeckter
Dolmen. Er hat bis jetzt etwa 60 dieser Anlagen aufgefunden und
untersucht; sie yerteilen sicli auf G-alilaa, Samaria, Ju,daa und das
Ostjordanland; sie werden in Verbindung mit den antiken Kultstatten
Palastinas den Gegenstand einer besondern Publikation bilden. In
Hebron und in Stxdjudaa iiberbaupt setzte dann Mader seine topo-
graphischen und archaologischen Porschungen foi4, wobei auch fur die
altchristliche Zeit manches abfieh So stellte er in Verlauf seines
sechsmaligen Aufentlialtes in diesen wenig erfoi’schten Qegenden nicht
weniger als 25 Kirchenruinen aus byzantinisclier Zeit fest. In einer
der Ruinen etwa zwei Stunden siidlich von Hebron glaubt Mader mit
grober W abrscheinlichkeit das Kloster feststellen zu konnen, das die
Bewohner von Aristobulias dem hi. Euthyraios im dritten Jahrzehnt
des 5. Jahrhunderts „bei ihrem Dorfe“ bauten und das man bisher
vergebens gesucht hat. (Vgl. Ootelier, Ecclesiae Graecae mommienta,
II, 224—227 [= Migne, PG. GXIV, Sp. 619—623] u. IV, 25—27;
beide Textrezensionen stimmen im wesentlichen iiberein). Perner
glaubt er, das in der zweiten Rezension der „ Vita Euthymii^‘ erwahnte
Kloster bei Kaphaibarucha mit dem Severianuskloster identifizieren zu
sollen, und letzteres will er in der heutigen Lotmoschee in der Kahe
Yon Beni-Na^m ei'kennen. Jedenfalls ist dieses Kloster verschieden
Yom Euthymioskloster bei Aristobulias. Tiber diese wichtigen topo-
graphischen Fragen wird sich Mader in feiner eigenen Darstellung
aubern. Das Manuskript zum I. Bande der Collectcmea Sierosolymitana
Yon dem friiheren Stipendiaten Dr. Karge, Privatdozent in Breslau,
ist abgeschlossen. Der leitenden Kommission der Station lagen in
Aschaffenburg, bei einer gelegentlich der Generalversammlung der
Gorresgesellschaft abgehaltenen Sitzung, Druckproben vor, auf Grund
derer die Druckausstattung fiir die Publikation festgestellt ward; durch
den Vorstand der Gorresgesellschaft wurde der notwendige Kredit
Oriens Christianus. Neue Serie III,
22
Forscbungen und Funde.
334
fiir diesen Band bewilligt, so daft der Druck demnaclist beginnen wird.
Dr. Karge hat auBerdem ein Doppelheft der Biblischen Zeitfragen,
namlich: Bdbylonisclies im Neuen Testament, abgeschlossen. In der
Sektion fiir Altertnmskunde der Gorresgesellschaft hielt er bei der
Tagnng in Aschaffenburg einen langeren, mit zahlreichen Lichtbildern
nach eigenen Aufnahmen illustrierten Vortrag liber seine Arbeiten
nnd Fnnde an den Ufern des Sees G-enezareth; ein Toil dieses Ma-
terials wird im erwahnten I. Bande der Collectanea Hierosolymitana
zur Bearbeitung gelangen. Mit Benlitznng seines im Oriente gesam-
melten Materials hat der friihere Stipendiat Dr. Graf, Pfarrer in
Donaualtheim, folgende Arbeiten Yoroffentlicht: 1. Das Schriftsteller-
iwmclinis des Abu Islidh ibn al-Assdl (Oriens christ. Neue Serie II,
205 — 226). — 2. OhrisUicliArabisclies (Theolog. Qaartalschrift, Tubingen
1913, S. 161 — 192). — 3. Bsycliologisclie Definitionen aus dem ^,GroJen
Buclie des Nutmis^^ von Abdallah ibn al-Fadl (in Festgabe Clemens
Baeumker, S* 55 — 78), — 4. Das arabisclie Original der Vita des hi
Johannes von Damaskus {KathoUk, 1913, II, S. 164 — 190; wird fort-
gesetzt). Ferner finden sich Mitteilungen you ihm in der Beschreibung
syrischer Handschriften im Oriens Christ, 1912, S. 318 — 333. — Im
Drucke befindet sich Des Theodor Abu Kurra Traktat iiber den Sclidpfer
Mnd die wahre Religion (in Beitrdge 0ur Oesch, der Philosophie des
Mittelalt&rs, Bd. XIV, H. 1).
Fiir die leitende Kommission
Prof. I. P. XiBSCH.
Les traTaux de P^cole BibUgue de Saint-Etienne h Jerusalem
durant Pannee scolaire 1912—1913. — Voyages et eajAorations, —
Dans le courant d’octobre 1912, les etudiants de TEcole furent conduits
ii traYers le pays de Samson et la plaine des Philistins. Quittant les
hautes regions des la Judee par la descente de Bet-Mahsir, la cara-
Yane passa au Khirbet Tsalin qui conserYe le souYenir de la sepulture
du h&os danite, puis aux fouilles, maintenant comblees, de ^Ain
Schems, pour atteindre Bet-Djibrin. Ce n’est pas sans un certain ser-
rement de cceur que hon traversa le champ de bataille du Wady es-
Sant oil les armees hyzantines, Yaincues par les hordes arabes, aban-
donnerent le sud de la Palestine a la barbaric de ITslam. En par-
courant les mines d’Eleutlieropolis, de Gaza et d’Ascalon, comme nous
le fimes alors, on s’aperQoit aisement que cette journee fut un coup
mortel donne h la civilisation dans ces contrees. Nous revinmes a Je-
rusalem par Esdoud, Akir, Amwas, oii, d’apres la rumeur publique,
on serait sur le point de fouiller comiDletement la fameuse basilique
de Nicopolis. Le voyage skacheva par Bethoron et Gabaon, sur les
Porschungen und Euiide. 335
traces de sainte Paule. Apres quelques semaines de sejour en Egypte,
dix voyageiirs se trouvaient, le 5 feyrier, a Suez, fideles au rendez-yous
indique pour la grande excursion de la peninsule sinaitique et de
I’Arabie Petree. Pour la cinquieme fois, FBcole Biblique grayit la
montagne sacree, pour la cinquieme fois elle suiyit pas a pas Titineraire
des Hebreux dans le desert. Les obseryations nouyelles, y compris le
releye de plusicurs inscriptions et de diyerses ruines ou localites an-
ciennes, enregistrees au cours de ce voyage, ont ete consignees dans
les derniers fascicules de la Revue BiUiqite, Pendant qu’une partie
des professeurs joints a la caravane operait ainsi au loin, d’autres con-
tinuaient a explorer J(U’usalem et les environs. Ceux-ci releverent un
tombeau et des ossuaires juifs sur le territoire do Scba'fat. Cette in-
stallation funeraire reyela un grand nombre de graffites hebreux et
grecs d’un grand inter et. ITn certain nombre d’ossements appartenaient,
comme on pent le deduire des inscriptions, a des Juifs de la Diaspora,
a des proselytes venus do Palmyre, de Chalcis et peut-etre d’Adiabene,
suiyant une recente interpretation de M. I’abbe Nau. Cette decouyerte
yenait se joindre a d’autres non moins inter essantes: cellos qui ont ete
faites aux abords de la Tour Psepbina a Jerusalem, et vers Tangle
nord-est des reinparts, Pinscription grecque chretienne d’^Amwas, Thy-
pogee juif de Djifneli contenant probablemcnt un nom historique, Ja-
Idmos apj)ele aussi Alamos, enfin le sarcopliage ii reliefs mytbologicjues
des environs de Silo.
RitUications, — Ces divers documents ont fait la matiere des
clironiques de la revue qui est Forgane de FEcoie Biblique. Le meme
ptu’iodique commence la publication d’une grammaire de la langue de
Canaan par le P. Dhorme; il vient d^aclleyer la serie d’ etudes sur
Marc-Aurye dii li. P. Lagrange auqiicl on doit aussi un article du
Correi^X^ondunt (10 mai) sur le miracle grec et les rythmes de Fart.
Terminee aussi FExploration de la Yaliee du Jourdain qui comprend
un ensemble de 102 pages grand in-B^'^, de 6 planches hors-texte et de
30 figures. Parmi les travaux des anciens membres de notre ecole
signalons Farticle de M. L. G-ry sur Osee et les dernieres annees dc
Samarie, ceux de M. Tissei'ant sur un ms. palimpseste de Job de la
bibliotheque de Jerusalem et sur les fragments grecs et latins de
FEvangile de Barthelemy, enfin un bel ouvrage sur le Sinai en langue
catalane par le E. P. B. Dbach, 0. S. B. Les recentes fouilles com-
mencees a Sichem et a Jerusalem pourront bientot fournir matiere a
d^autres comptes-rendus importants. En attendant, nous lisons dans le
bulletin de mars-avril 1913 de VAcadentie des Inscriptions et Belles-
Lettres (seance du 25 avril): »M. le marquis de YogUe communique
des ifians de la basilique de Bethleem, recemment releves avec beau-
coup de soin par les PP. Yincent et Abel, professeurs a FKcole Bib-
22*
33B
Forgchungen tind Funds.
lique dominicaiiie de Jerusalem. II resulte de ces plans que la basilique
a ete construite d’abord, sous Constantin, sur le plan des basiliques
latinas. C’est sous le regne de Justinien que Tabside primitive fut,
pour ainsi dire, emboitee dans tin triple lobe, en forme de trefle. Le
raccord fut d’ailleurs opm^e avec tant de soin qu’il avait echappe jus-
qu’alors a ceux qui ont decrit cette eglise, la plus ancienne de la
cbretiente, en particulier a M. Harvey dans son monumental ouvrage.
M. le marquis de Yogiie rend bommage a Tactivite des Dominicains
fran^ais qui continuent, sans se lasser, Toeuvre commencee.^c
On lit dans le Journal Offidel du 27 juin 1913: »Dans sa seance
du 21 juin, T Academic des Sciences Morales et Politiques a decerne un
prix de 8.000 francs (sur le prix Le Fevre-I)eumier) au E. P. La-
grange pour ses travaux personnels et ceux de TEcole Biblique placee
sous sa direction, fc
Les conferences palestiniennes et orientales, donnees dans la grande
salle de Saint-Etienne a Jerusalem, traitaient des sujets suivants:
jSTabuchodonosor, par le R. P. Dhorme. — Les oiseaux de Palestine,
par le T. R. P. Sclimitz, superieur de Tbospice Saint-Paul. — Les
grandes routes de Mesopotamie en Syrie aux difterents ages (avec pro-
jections), par le R. P. Carriere. — Les populations actuelles des bords
du Tigre et de TEupbrate (avec projections), par le R. P. Carriere. —
La basilique de Betbleem, par le R. P. Savignac. — Saint Louis en
Palestine, par le R. P. Dressaire. — La prise de Jerusalem par Sa-
ladin (1187), par le R. P. Abel. — Obateaubriand et Tltineraire de
Paris h Jerusalem par le R. P. Crechet,
P. E.-M. Abel, 0. P.
„Quelleii (ler BeligionsgescliicliteJ‘ — Bei der Koniglicben Ge-
sellscbaft derWissenschaften zu Gottingen ist eine Religionsgescbicbtliche
Kommission gebildet worden, unter deren Leitung die kompetentesten in-
landischen und auslandischen Gelebrten Qiiellen der RcligionsgescMcMe
sammeln und in deutscber Spracbe berausgebensollen. DieMitglieder dieser
Kommission sind die Gottinger Professoren Andreas, Bousset, 01-
denberg, Rud. Otto, Pietscbmann, Edw. Schroder, Setbe,
Titius, Wackernagel und Wendland. Den gescbaftsfubrenden
AusscbuB bilden die Herren Andreas, Otto und Titius.
Der Zweck dieses neuen TJnternebmens, das im gemeinsamen Ver-
lage der Firmen J* 0. Hinricbsscbe Bucbbandlung in Leipzig und
Vandcnboeck & Ruprecht in Gottingen erscbeint und das fruhere
Unternelimen der Eeligions-Urkimden d&' Yolker^ berausgegeben von
Lie J. Boehmer, in sicb aufgenommen bat, ist kurz folgender: Die
wiebtigsten Quellenschriften der grofien Religionen des Ostens, des
Besprechungen.
33T
Islam, der parsisclien, der indischen Keligionen sollen in geordneteii
G-ruppen xmd Beilien, aber obne Serienzwang nnd luoglicbst iinter
Vermeidung dei' Konkurrenz mit schon Vorbandenem erscbeiiien. Ver-
xvandte Forscbungsgebiete, besonders die Gebiete der semitisclien,
^gyptiscben, europaischen Volksreligionen sollen ausgescblossen warden.
Sodann wird das Bitnal-, Sakral-, Zanber- und Kultweseii der noclx
bestelienden oder der nocb erreicbbaren Primitiv-Religionen moglicbst
im Zusammenbange ibrer Gesarntkultur gesammelt nnd geordnet und
dem. religionsgescbicbtlicben Studinm zur Verfiigung gestellt warden.
Die Programme der einzelnen zu bearbeitenden Gebiete sind oder
werden von Facbgelebrten des betreffenden Gebietes ausgearbeitet.
Das ganze Unternebmen wird nacb festen Gesicbtspunkten religions-
Avissenscbaftlicber Metboden planmafiig angelegt, wobei apologetiscbe,
parteilicbe, pbilosopbiscbe, astbetiscbe, subjektive Beweggriinde und
Mafistabe, die bei der Darbietung religionsgescbicbtlicber Urkunden
oft storend mitwirken, ausgescbaltet werden.
Die jjQuellen der Beligionsgescbicbte^ werden unter die folgenden
Gruppen verteilt erscbeinen : 1. Europa, 2. Altsemitiscbes und Agyp-
tiscbes, 3. Judentum, 4. Gnostizismus mit EinscbluB der mandaiscben
Keligion, 5. Islam, 6. Iran, 7. Indien, auber Buddhatum, 8. Buddbatum
in und aufierbalb Indians (soweit nicht in Gruppe 9 vorkommend),
9. Obina, Japan, Mongolen, 10. Afrika, 11. Amerika, 12. Die Primi-
tiven der Stidsee und des sildlicben Asians.
Soeben sind fertig geworden: Dighanilaiya^ Das Bach der laagen
Texte des IntddhisUsclien Kanotis in der Ubersetzung von Prof. Dr.
E. Otto Eranke in Konigsberg, und Lieder des Rigveda^ llbersetzt
von Prof. Dr. A. Hillebrandt in Breslau. In Vorbereitung sind
aufierdem Kojikij Niliong% Engishld (Ubersetzer ist Prof. Dr, K.
Elorenz in Tokio) und etwa 15 weitere Bande.
Ein ansfiibrlicher Gesamtxxlan ist in Vorbereitung und wird denen,
die mitzuarbeiten wtinscben, nacb Eertigstellung auf Verlangen zu-
gesandt.
0) BESPKECHUNGEN.
Dr. Fi’anz Jos. Dolger Konstantin der Qroje und seine Zeit; (je-
sammelte Studien sum Konstantinsjubiliiiim 1913 und sum golde)ien
Priesterjuhildum von Msgr Dr. A. de Wcuilf in Verhindung wit Freun-
den des deutschen Cam^o Santo in Korn Jierausgegehcn. Mit Tafeln •
ttml 7 All. im Text (XJX. 8u;p;glementlieft der JRdmischen Quartal-
sckrift). XI u. 447 S. 80, Freiburg (Herdersche Verlagsliaudlung)
1913.
338
Besprechuugen,
Der • prachtige Sainmelband mit semen gediegenen Einzelunter-
suclningen bildet eine der literariscben Festgaben, welcbe dem ehr-
wiirdigen, bocbyerelirten Begrtinder des archaologiscb-bistoriscben Kol-
legiums von Campo Santo, Msgr de Waal, yon Fi’ennden, einstigen
Haiisgenossen und, man darf wobl in weiterem Sinne sagen, Scbiilern
znr Feier seines goldenen Priesterjubiltoms in Dankbarkeit gewidmet
wnrden, Indein ausscbliefilicb konstantiniscbe Probleme znr Frorternng
gelangen, yerbaiid man in sinniger Weise mit der Ehrnng des Jubilars,
des praktisclien und wissenscbaftliclien Forderers der Erforscbung jener
urcbristliclien Bpocbe, die Erinnerung an die weltbistorische Gedenkfeier
des Jabres der Tibersclilacht. Es scbarte sick urn den yerdienten
Herausgeber Prof, Dolger eine stattliche Mitarbeiterzabl, darunter die
klangyollsten Arcliaologennamen der Gegenwart; aubere Umstiinde
yerwebrten es einer yj^eiteren Reibe yon Gelebrten, deren Namen das
Vorwort verzeicbnet, ibre Beteiligung an der Bbrung des Meisters
zu yerwirklicben.
Der wissenscbaftlicbe Wert der einzelnen Beitrage ist insofern recbt
verscbieden, als die einen Forscbungsergebnisse resumieren, andre neue
Gesicbtspunkte und Funde darlegen. Eine knapp zusammenfassende
Studie von Privatdozent Dr. E. Krebs leitet das Ganze gleicbsain ein
mit einoin Blick auf den Religionssynkretismus in konstantinischer Zeit:
Die Meligionen ini Eomerreiclip mi Beginn des vierten Jahrlmnderts.
Griecbenland, Tbrakien, Phrygien und Kappadokien, Armenien und
Persien, Syrien und Pboenizien, Agypten, Kartbago und Sizilien, Kel-
tien, Germanien beifien die geograpbiscben Ausscbnitte, deren Gutter-
welt und Gottesideen essayistiscb yorgenommen werden, um Rom,
Judentum und Cbristentum ricbtig zu wiirdigen. Es scbliefit sicb an
ein Wort Prof. J. AVittigs liber die offizielle AVertung des Mailander
Erlasses: Das Tolera}tzresh'l})t von Mcdland 313 (vS. 40 — 65). AVir
boffen, dafi AA^. nocli ausfubiiicber nnd begriindeter Stellung nimmt,
als es in seinem kurzen Aufsatz gescbelien konnte, zum neuentfacbten
Strait um die AVertung jenes katlioliscben Reicbsgrundgesetzes, das, mag
man es als Edikt oder als Erlab oder wie sonst immer bezeicbnen, tat-
sacblicb zum markanten und entscbeidenden Punkt der gesamten Kon-
stantinsforscbung geworden ist. Dr. Mueller bebandelt S. 66—88 die
gleicbfalls umstrittene Scbrift Lactantius de mortihus per seen brum und
zwar in dem Zusammenliang einer Beurteikmg der Christen mfolgmgen
m Liclite des Mailander Tohrcmzreshiptes yom Jabre 313; ibm ist
das Werkeben eine subjektiy gefarbto Scbilderung der ObristengefuLle
im Hinblick auf die abgescblossene Verfolgungszeit, Um so manebe
wiclitige Frage zu den salonitaniscben Martyrern der Losung naher
zu bringen, liber deren einen (und zwar einen der ausnahmsweise niebt
in Monastirine beigesetzteu) der yerdiente Archiiologe Alsgr Fr. Bu-
BesprecIiuBgen.
339
lie in seinem kurzem Excurs: 8. Felice martire di Salona sotto Dio-
clemano (89 — 95) berichtet, ware eine TJntersuclmng und Offnuiig der
area der salonitaniscben Martyrer zti Kom erwimscht, zu der die do
Waal-Eestsohrift Yielleicht den definitiven Anstofi geben wird. Kon-
stantin als Apologeten lebrt der nun folgende Aufsatz des Benedik-
tiners P. Job, M. Pfaettiscb wiirdigen: Die Bede Konstemtins mi die
Ve7''scmmlimg der Heiligeyi (96 — 121). Man wird zweifellos dem. Ver-
fasser Kecbt geben mtissen, wenn er sicb gegen jene wendet, welcbe
die Kaiserrede als Ealsebung, rbetoriseben Entwurf oder dgl brand-
inarken, Seine Ergebnisse maeben die Autorsebaft Konstantins ziiin
mindesten wabrsebeinlicb, bilden aber sicberlicb die beste (S-rundlage znr
Beurteilung des sebr interessanten Problemes. Wabrend A.Wiken-
biluser s Beferat Zur Frage nach der Fxistem von vornimnisclien 8gno-
dal^rotokollen (122 — 142) nur lose mit dem Leitmotiv der Eestsebrift
barmoniert, folgen nun nacb einer reizvollen kriegsgescbicbtlicben
Wtlrdigung des Kaisers, welebe ein Facbmann von der Bedeutung
K. Bitter von Landmanns unter dem Titel: Konstantin der Orofie
als Feldherr (143 — 154) vorlegt, die das Scbwergewiclit der Festsebrift
ausmachenden arcbaologiscben Tbemen. Dr. E. Beckers Studie Pro-
test gegen den Kaiserknlt mid Verherrliclmng des Sieges am Pons Mil-
vhis in der christlichen Kunst der Iwnstantinischen Zeit (154 — 190)
balte icb, nacb Dolgers 1X0T2, fur die beste und erfolgreichste Be-
bandlung eines die sog. „christlicbe Antike“ betreffenden Einzel-
problemes der altcbristlicben Kunstbetraebtung.
Seine Beweise, daiS die Nebukadnezarbilder als cbristliche protests gegen den
Kaiserkult gelten, sind zwar ebensowenig zwingend wie seine bier mit verstarkfeen
G-riinden vorgelegte These „Moses-Konstantm“, die in den Bildern des Meeresdurcli-
zuges der Israeliten einen Hinweis anf die Sohlacht an der milvischen Briicke sielit.
Aber es gewinnt den Ansebein, als ob auf dem eingesoblageuen Wege das Problem
allein zn Ibsen sei. Es maebt sicb das Eeblen des schon vom Salonitaner EongreB so
dringend gewiinsebten Corpus der altcbristlicben Sarkophage, oder sei es aucb zu-
naebst wenigstens nur eines Garmcoi erganzenden Skulpturenbandes, nieinals starker
geltend als bei derVornabme so entsebeidender Arbeiten, wie die Beckersobe eine ist.
Der Triwivphhogen Konstantins betitelt sici eine allgemeine Be-
schreibung dieses weltbekannten Denkmals durcb J. Lenfkens (191
bis 216). Daxan reiben sicb zwei Aufsatze von besonderem Interesse
flir das Spezialgebiet diesei’ Zeitsebrift. Dr. A. Banmstark bebandelt
Konstantiniana ans sgrisclier Kunst und Liturgie (217 — 254) in seiner
gewobnten ans dem Vollen sebopfenden und neue Wege weisenden Art.
Zunaolist priift er die Pederzeiohnung in Eesten eines jakobitisolieii Homiliars
der Kbniglicben Bibliotbek zu Berlin (bTummer 28 == Saebau 225) auf ibr Yerbaltnis
zum mutmalilicben Apsismosaik der konstantiniseben Martyrionsbasilika zu J erusalem
und zeigt dabei, von welchem Wert bei analogen Eekonstruktionsversueben vor allem
aucb die palastinensiscben Pilgerandenken sind. Was B. zum mindesten wabrsebein-
licb maebt, ist, dab der Hauptvorwurf jenes Mosaiks die Stifterportrats Konstantins
340
Bespreohungen.
mid Helenas nnter den Querarmen eines Eiesenkueuzes war. Auf Grand der Minia-
turen eines um etwa 500 Jalire jiingeren Kodex derselben Sammlung (Nr. 14= Sacliau
304), namlicli eines im Jalire 1385/86 neugebimdenen, also vielleichfc ins 13, Jabrliiindert
wenn niclifc erheblich friiher anzusefezenden nestorianiscbeii Evangeliars, piibliziert
dann B. einen hocMnteressanten IConsbantinszyklas. Es werden vorgeflibrfc (und auf
Tafel TUI und IX im Bilde wiedergegeben) folgende Einzelszenen : Konstantin aiekt
im Traume die Erscheinung des Kreuzes, Die Juden graben nach dem Kreuze, Das
Yerbor der Juden vor dem Herracher, Die Erkennung des wahren Kreuzes (Toten-
erweckung). Sclion die kuiisthistorisclie Wertung dieses Kodex, auf Grund dessen
B. den lllustrationstyp eines osfcsyrisoben evangeliscken Perikopenbucbes zu rekon-
sfcruieren in der Lage war, wiirde es als einen geradezu unersebzlichen Verlust brand-
inarken, wenn es dem Yerfasser, wie er S. 240 Note 2 andeutet, „durcb. das emporende
Yorgehen Job. Beils unmoglich gemaobt worden ist‘‘, sein groBes, mit scbwersten
Opfern vorbereitetes Miniaturenwerk berauszubringen. B. besobaftigfc bier naturlicb
bauptsaeliliob das Inbaltlicbe der erwabnten Darstellungen und er komint zu dem
Scblusse j daC» sie lediglicb aus der Liturgie zu erklaren sind. Ins Difcurgiscbe spielt
denn aucb sein dritter Beitrag in diesem Aufsatze: Konstantin der „Apostelgleiobe“
und das Kirobengesangbuob des Severus von Antiocbeia,
Eine willkommene Erganzung zu Baumstarks Koustantiuiana bildct
die Bun folgende Publikation einiger Bilder des ersten cbristliclieii
Kaiserpaares durcb Jobann Q-eorg, Herzog zu Sacbsen, unter dem
Titel Konstantin der Groje itnd die hi Selena in der Ktmst des christ-
lichen Orients (255 — 258). Besprocben werden der allgenieine Ikonen-
typ, eiu Kupfersticb vom Atbos sowie ein Goldblecbmedaillon aus Kon-
stantinopel, beide im Besitze des Loben Verfassers. Fiir die Authen-
tizitilt der bekannten Konstantinsfigur am Lateran legt Dr. E. Witte
cine Lanze ein unter dem Titel: Die Kolossahtatne Konstantins des
Grojen in der Vorhalle von 8, Giovanni in Latmmo (259 — 268). Als
Teil eines Lampengebanges (corona) ist das Bronmnonogrmmn Christi
aus Aquileia anzuseben, das Prof. H. Swoboda (269 — 275) publiziert
und in dem er Bezieb ungen zum Labarum vermutet. Nui' lose passen
dann wiederum in den Pabmen der Eestscbrift die Aufsatze yon J. Wil-
pert liber Die Malm^eien der GrahJmmme^' des Trehius Justus aus dem
Ende der Jwnstantinisclien Zeit (276 — 296) und O. Maruccbis, welcber
den gleicben Gegenstand bebandelt.
MaruooM batte die interessanten Ereskcn zusammen mit Baron Kanzler bereits
im Nuovo BulletUno di arclieologia anstiana bekannfe gemacbt. Wiihrend Wilperts
Abhandlung, der eine scbone Earbentafel beigegeben ist, Trebius Justus als Christen
anerkennt, wie iob das selbst bereits in der Neuauflage ineines Handbuohes der
cbristlicben Arcbaologie getan babe, erbellt Maruccbis Standpunkt aus der tlber-
scbrift seiner Untersucbung: Tl singolare cuhicolo di Trehio Giusto sgiegato nelle
sue ;piUure e nelle sue iscrizioni come a^parte7iente ad una setta cristiana eretica di
derivazione egiziana (297—314).
Es folgt Prof. Dr. J. P.Kirsch’s wertvoUe Dntei’sucliung iiber
Die romische!)i TitelMrchen mr Zeit Konstantins des Orofen (315 — 339),
welclie zeigt, wie manches ungelSste Problem nocb zur Erforschung
des altcbristlichen Rom, iiber der Erde, reizt. In durcbaus neuer
Besprechungen.
341
vStellungualime, auf die einzugelienL liier leider niclit moglicli ist, tritt
Dr. M. Scliwarz (Passau) an das lieilde Thema lieran: Das Stilprimij)
Her altcliristliclien ArcldteJcUcr (340 — 362), walirend der Moistcr auf
diesem und verwandten Gebieten Prof. J. Strzygowski liclitvoll
und anregend Die Bedentung der Qrilndimg Konsta}Ltinoi)els fur die
Entwicldimg der cliristlichen Kunst (363 — 376) neuerdings klar legt.
Der Heraiisgeber der Pestsclirift bescMiefit dann mit dem Exkurs:
Die Taufe Konstantins und Hire Drodleme (377—447) das aucli rein
auBeiiicli und typograpbiscli bervorragende Werk.
0. M, Kaupmann.
Henri Lammens S. J., professeur de litteraturc arabe h I’institut
bibliquG, Fatima et Ics filles de Mohamet; collection «Scri^)ta pontifidi
Institnti hiblich>, VIII, 110 pages; Max Bretsclincider, Pome, 1912.
Le sous-titre donne par Tautour a cette importante brocburc:
<motes critiques pour V etude de la Smth> montre olairement le but
poursuivi. « Cette monograpbie ouyre une Serie d’etudes detaillees»,
sur la vie de Mahomet et les debuts de Tlslam. Le Pere Lammens
a deja publie plusieurs travaux fort bien documentes sur le siecle de
I’hegire. Pour lui «la Sira est d’abord exegetique. Derivee en droiture
du texte du Qoran, elle est destinee a lui servir de commentaire en
action; elle doit traduire en anecdotes precises et pittoresqnes les allu-
sions les plus obscures, les sous-entendus les moins intelligibles des
verse ts ... La Sira est ensuite doctrinale», destinee a fixer des points
de dogme, de morale et de loi religieuse. La realite des faits et le
respect de la verite objective ont pen preoccupe Tesprit des nombreux
mohadditins on rapporteurs de traditions et de legendes. Aussi a ces
volumineuses compilations de gestes et de paroles attribues an Prophete,
la critique doit-elle appliquer une methode rigourense pour degager la
verite des apports successifs accumules sous les influences religieuses
et politiques. L’histoire de P^tima, fille de Mahomet, demontre jusqu’a
Fevidence la necessite d’un pareil examen.
La gloire de Fatima consiste k avoir perp6tu6 la descendance 2 du Propliete:
c^est la raison premiere de la Y6n6ration dont elle a 6t6 Tobjet chez les ortbodoxes
et les Suites. Mais sa vie r6elle ne faisait pas pr^voir cette glorification postbume.
La date de sa naissance ne saiirait etre d^terminec avec precision: les contenaporains
1 Par Sira on vie on d^signe Pensemble des ecrits s’ocoupant des gestes de
Mabomet.
2 Les 8 ay ids et' les cberifs qui ont peuple et peuplent encore le monde
musulman descendent du Propbete par Fatima; car ses autres filles Bogaiya, 0mm
Koltofim et Zainab n’ont point laissd de postdritd qui fit souclie, du moins la tra-
dition a gard6 le silence autour des «rejetons de la sainte famille».
342
Besprediungen.
ne s^en sont nullement preoccupes ; c’est la tradition qai a essaye de la fixer. Pour
comprendre combien peu elle a r^ussi, il faut lire les quelqiies pages consacrees a
cette question par le Pere Lammens. Oomine il s’agissait aux yeux des mohadditins,
non d’une question bistorique mais de fabriquer une macbine de guerre, on se soucia
peu tout d’abord de mettre en relief Pingrate figure de Patima. Elle etait d^un
caractere cbagrin et pleurnicbeur efc d’une intelligence born6e. Sa constitution etait
debile; sa maigreur et ses infirmites la rendaient impropre aux travaux reserves aux
femmes arabes. C’est apparemment pour ces motifs, que malgr6 son titre de fille de
Mabomet, elle ne trouva pas a s’etablir. Aucun des compagnons du Propbete ne la
demauda en mariago^ Il fallut un ordre du ciel pour decider cette union aveo^Ali.
L’intervention d’ Allah dans les acfces priv6s de la vie de Mahomet n’etait pas chose
rare! Eatima n’eut pas a se louer de ce choix. «On m'a mariee a un gueux)> dit-
elle, furieuse, a son p6re qui lui imposa silence en 6num6rant les qualit^s de 'Ali, «le
musulman le plus ancien de sa famille, le plus intelligent, le plus instruit». Pour une
cerfcaine tradition, le gendre du Propbete devait avoir des qualites sup6rieures. A
Badr, il avait montrd un courage h^roique et une habilefc6 digne d’un chef. Tin mo-
baddit Sifite attendait I’apparition de 'Ali dans les nuages, comme niabdi. En fait,
sa vie fnt mesquine. <(Au point de vue physique, il n’offrait point I’id^al de l’estb6ti-
qne masculine. Sur un tronc trop court, au dessus d’un ventre d6mesur6ment pro-
eminent, se d6tacbaient des bras ridiculement minces. An milieu d’une tdte 6norme,
de petits yeux 6teints ot cbassieux, im nez camard)), Suivant hexpression d’une
femme arabe, «on rauraife dit fait de pieces rajust^es au petit bonheuDJ. Il etait de-
pourvu d’infcelligence, son indolence etait proverbiale ; grand dormeur, il n’allait au
travail que presse par la faim. Brutal et emporte, il se battit avec "^Omar et brutalisa
sa femme; il deserta le domicile conjugal et devint pol^^game du vivant de Patima.
Il 6tait d’une pauvrete voisine de la misere et ne put obtenir aucun secours serieux
de la part de son beau-pere. Apres la morfc de Eatima, a iaquelle il ii’assista pas, il
ne s’accorda pas davantage avec ses enfants. Mais il etait le pm’e de Hasan et de
Hosain, les deux beros des Siites. Aussi la Si a a-t-elle trouve le moyen de faire de
'Ali le repr^sentant offtciel de la famille de I^Iabomet en lui appliquant les paroles
du Qoran, 3 3 33. «Allab veut enlever de vous, gens de la maison, la souillure et
vous purifier);. «Les gens de la inaison» sont les femmes de Mabomet; la tradition non-
Sfite a applique cette expression a 'Ali, i Eatima et a leurs deux fils. Car d’apres
un badit, Mabomet un jour les abrita tous sous son manteau en disanta: Voild les
gens de ma maisorn). Les descendants de 'Ali sont du sang le plus pur du Proph^te.
Cependant les ‘Alides n’ont point reussi dans le califat. 11s ont 6t6 supplant^s par
les ‘Abbassides qui out profits de leur influence pour arriver au pouvoir et ^tablir le
califat de Bagdad au detriment de celui de Bamas. Bans le but de donner A leur
ambition une apparence de l^galite, ils n'ont pas manqu6 de reprdsenter Ali rend ant
bommage a Abbas et lui disant: <tBans sa famille resident la proph^tie et le Califat. »
Dans Tetude des traditions sur I’lslam primitif, Tliistorien n’aura
pas il se premunir seulement coiitre les tendances exegetiques et doc-
trinales: il devra distinguer aussi les influences politiques. En droit, dans
rislam, tout doit sortir du Propbete et etre ramene au Propbete:
pouYoir temporel et domination spirituelle. Pour autoriser telle inter-
pretation du Qoran ou telle usurpation, un badit babileinent amene
et place, dans la boucbe d’un compagnon d’Abou’l Qasim aplanit les
1 La tradition n’a pu accepter cette id6e: elle a parl6 des nombreux pr^tendants
qui se disputaient la main de Eatima; la demande d^.p^^sait I’ufire.
Besprechiingeii. 343
difficultes et delivre de tout scrupule. C’est un pen Timage du Propliete.
A I’encontre de Casanova i qui voit dans JMaliomet un caractere «positif,
serieux et loyal )> et un liornme de genie qui semble avoir compris do
prime abord la portee de sa mi>ssion, Tauteur de Tarticle «Mabomet
fut-il sincere ?» 2 a distingue dans Abou’l Qasim rbomme qui borna
d'abord ses pretentions a un role restreint parmi ses compatriotes, de
Texalte qui emporte par les evenements politiques, elargit ses vuos
suivant les circonstances. En habile marchand mecquois il sut tirer
profit de ses succes, apres avoir rendu Allah tributaire et complice de
ses variations. Le Pere Lammens nous retrace dans ses denotes criti-
ques», un portrait de Mahomet qui ne differe pas beaucoup de celui
qu’il nous avait deja donne. A sa vie pauvre et modeste du debut
succede, lorsqu’il est devenu chef d’Etat un grand amour du luxe, de
la parade, des richesses, La sensualite s’est developpee. << J’aime les
femmes, les parfums et les bons repas» declarait TApotre d’ Allah. Get
homme qui se laissa bercer par le destin et fit tout plier a sa politique
ne devoit etre vraiment grand, parmi les siens, qu’ apres sa mort.
Avant de mourir, il pourvut lui-meme a la sauvegarde de sa dignite.
Ses femmes etaient convoitees, deja de son vivant, par ses oompagnons.
Il les declara « meres des croyants» et, leur ay ant ainsi coupe tout
ospoir de mariage, les obligea h la continence. L’aureole du Prophete
ne brilla pas tout de suite apres sa mort. Son cadavre fut laisse 36
heures sans sepulture, et sa tombe fut meconnue. Ce n’est que plus
tard que resplendit la gloire de TEnvoye d’Allah. Mahomet devint le
modele des plus herdiques vertus et Fatima le type accompli de la
femme ideale, an moins dans la tradition Sifite.
Les prochaines publications du Pere Lammens ne manqueront
pas d’apporter, sur le probleme de Torigine de Tlslam des eclaircisse-
ments qui permettront sans doute de placer Mahomet dans son vrai
milieu.
P. A. Jaussen O Pr.
Tlieodor Sclierinanii ligyptische Abe^dmalilsUturyum des ersten
Jalirtmmnds in Hirer UherUeferimg daryestellt. (Studien mr Oe-
scMchte itnd Kultur des Altertmns im Auftraye and mit Untm^stiltmnfj
der Crorres-Cresellseliaft herausgegelniv^ YL Band 1., 2. Heft) Pader-
born (Druck und Yerlag von Ferdinand Schoningh). YIII, 258 S.
Die mannigfaltigen liturgischen Funde iigyptisclier Herkunft in
der letzten Zeit, unter denen die frlilikoptischen Stiicke Hyvernat’s,
^ Mohammed et la Fin dn monde, Pans, Geuttoer, 1911.
2 Meclierches de science religieuse, 1911, p. 25 ss.
344
Besprecliungen.
feruor vor allein die Serapionliturgie, das Testament Unseres Herrn,
die sog. agyptisclie Kii’clienordnnng und die Anaphora von Der-
Ealyzeli die wertvollsten sind, forderten zu ciner zusammenfasscnden
Beliandlung nnd Brganzung der Eastern Liturgies von Erightman auf.
Schermann legt aber nicht wie Brightman die Texte selber vor, sondern
verbindot mit dem orientierenden grofien Uberblick liber das gesaxnte
agyptische Material die h()bere wissenschaftliche Anfgabe, „di^ Ent-
wickelung orientalisclier Liturgien an diesem cinen Beispiel (d. li. an
Agyptcn) zu verfolgen.‘*
Sell, unterscheidet drei Entwickclungsstufen, die altcste inner-
agyptische vom 2. — 4. Jahrh., die zweite vom 4. — 6. Jahrh. nnter
syi’ischem Einflufi, und die Spatzeit vom 6. Jahrh. an, Zeugen der
ersten Stufe sind ihm neben Klemens, Origenes und Dionysios dor
Papyrus von Der-Balyzeh und die sog, Agypt. KO.
Die Liturgie des ersteren Pundes sefczfce Soli, bereifcs in seiner wertvollen Einzel-
untersuchung (TuU. XXXVI) spatestens in den Anfang des 3. bis zur Mifcte des
2, Jalirhs., wahrend Baumsfeark nnd Brightman bis in die Mitte des 4. Jahrhs. herab-
geben, Jedenfalls isfc • die Logosepiklese der Serapionliturgie altertiimlicher als die
Geistepiklese des Papyrus, -wenn dieser auch in der Anordnung derselben vor den
Abendinahlsworcen ursprungliclier ist. Sch. will allerdings auch im Papyrus eine
Logosepiklese in die Liicke nach der Anamnese eingesetzt wissen (S. 74 f.). Die enge
Verwandfcschaft mit der sog. Agypt. XO, auf die auch ich im Oberrhein. Pastoral-
blatfc 1911, 221 ff. hingewiesen liabe, ist gewifi ein Argument fltr hohe Alfeerfciimlichkeit.
Doch bietet fiir Schs. Pruhdatierung schon der anl^ere Umstand Schwierigkeiten, daf>
der Papyrus selbst nicht alter als das 6. Jahrh. ist. Sch. belehrt mich zwar (S. 7,
Note 2), doch olme Begriindung, der Papyrus habe nicht praktischen, sondern nur
gelehrten Zweeken gedient. Allein gegen diese Auffassung steht schon die huch-
teohnisclie Ahnlichkeit mit einem noch uiiedierten liturgischen Pragment derselben
Zeit der Preiburger Expedition nach Quai^ara im Payum, mit den liturgischen G-e-
befeen um die Kommunion von rein agypbischem Typns, zwei zusammenhangenden
Papyrusbliittern, die sioher einst im praktischen liturgischen Gebrauoh gesfcanden. —
Beachtenswert, wenu auch nicht ohne Bedenken, ist die Vermutung, die agypt. KO
sex zwar mit E. Schwartz mit Hippolytos zusammenzuhringen, sei diesem aher ehen
aus Agypten zugekommen, also von Haus aus agyptisch. — Zu S. 27, Note 3 Tiber die
Beziehungen Agypteus zu Mailand darf ich auch auf Oriens Christ. N. S. II, 1
1912, 32 f, verweisen. — S. 44, Zeile 2 ist „Gegenwart Zukunft“ statb „Zukunft
Gegenwarfe^ zu setzen, da tol ivecTToiTa die Gegenwart, Ttt p.sXXovTa die Zukunft be-
deutefc. Vgl, etwa Barn. 1, 7 6, 3.
Die zweite Periode unter syriscliem Einflufi ist vertreten durcli
das Euchologium Serapions, und die Liturgie der nicM griecli. Epitome
der Apostol. Konstitutionen, die arabisclien Cauones Hippolyti und
das Testament Unseres Herrn. — Die letzte Stufe bezeiclinen die
griecL. Markuslitm’gie und die kept. Oyrillanaphora, die griecli. und
kept. Pasilius- und _Grregoriusliturgie und verwandte Texte in kept.,
athiop. und arab. Ulierlieferung. — Bin metbodiscb guter Grriif war
es, nach Art der Probst’sehen Arbeiten zu den zwei ersten Stufen
Bespreclimigeii. 345
jeweils eine systematische Ubersiclit zu geben. Dankenswert, wenu
a.iicb etwas kurz sind die Kapitel ilbei' die gottesdienstliche Lesung
and die orientierenden Abscbnitte iiber den Sprachcharakter. Die
tiblicben Register sind beigegeben.
DaB aiif einem Grebiet von so lilckenhafter Uberlieferiing zumal in
der alteren Zeit nicht gleicb jede Position uberzeugend begriindet er-
scbeint, ist kein Vorwnrf. Die Sclirift ist von nmfassender Gelelir-
samkeit; sie bietet reiclie iknregung und macLt sicb durch ihre prak-
tiscbe Braiiclibarkeit fiir die kilnftige Forscliimg nnentbehrlicli.
Prof. J. M. Heee.
Dr. J. ScMeifer Bruch stiidx dcr sahidischen BihdUbersetnmc/,
(Wiener Sitzimgsbericbte, 170. Bd., 1. Abt.) Wien, 1912. — 31 S.
Sclion zweiinal bat nns S. init einer Anzalil willkomniener Bibel-
texte bescbenkt, die er im Britischen Museum abschrieb; diese 3.
Lieferung entbalt aber, neben 6 weitoren aus London, aucb Brucl>
stiicke aus Eton und Paris (Nr. I, VII). Unbekannt waren bisbcr
Nr. IV und VII; die iibrigen decken sicb, ganz oder teilweise, mit
anderweitig scbon veroffentlicbten Texten. Es ist, wie friiber, wieder
eine bunte Auslese aller Teile des Alten Testaments und zeigt, wie ja
zu erwarten, verscbiedene Abstufungen der koptiscben Ubersetzungs-
kunst. Aucb bier (z. B. in Numeri) macben es die sorgfaltig von S.
notierten Varianten aufs neue ersicbtlicb, daft Abweichungen bei der
tibersetzung docb nicbt immer auf Verscbiedenbeiten der griecbiscben
Vorlage bindeuten miissen, sondern lediglicb dafi ein und derselbe Text
von verscbiedenen Ubersetzern in den kleineren Details verscbieden
wiedergegeben w’-urde. Einige der von S. benutzten Hss, sind recbt alt
(Nr. Ill, IV, V), die meisten dagegen geboren der grofien Mehrzabl
sa*idiscber Codices an und diirften kaum bober als das 11. Jabrbundert
binaufgeriickt werden. Beide Gruppen stammen aus Achmim; die 2.,
jiingere sicber, und zwar aus dem WeiBen Kloster. Dab die altere
dem friiberen Bestande derselben Bibliotbek angeborte, ware nicbt un-
moglicb, obscbon diese nicbt, wie jene, an Ort und Stelle ausgegraben
wui’den.
Textkritiscb am interessantesten sind vielleicbt die zwei Ezecbieb
stellen (Nr. VI, VIII), die, wie scbon von S. bemerkt (S. 23), eine
merkwurdige x4bnlicbkeit mit der bobeiriscben Rezension dieses Bucbes
aufweisen. Die Eigentumlicbkeiten letzterer Rezension sind scbon
Stern (Gram.j S. 96) und A. Scbulte {Die Jwj)t t/hers. d, 4 gr,
Pro^h.j 1892, S. 9) aufgefallen. Reste einer weiteren, von den obi gen
nocb verscbiedenen Version, zeigt Brit Mm, Katal^ Nr. 728. Zu
34fi Bespreckungeu.
Jerem. XXX. 10 (S. 27) moclite ioh kotc (TpoicYj) lesen (vgl. Deut.
XXXIII. 14).
Was die Q-enauiglceit dei’ Wiedergabe dieser oft I’echt schwer les-
baren Texts betrifft, so konnte icli sie freilicb aur an eigenen Kolla-
tionen einiger Blatter prilfen; so weit dies reicbte, war das Ergebnis
des Vergleicbs ein vollig befriedigendes. Auszusetzen hatte icb nur
die Unzulanglicbkeit des ScliluBindex. Durcb jedesmalige Angabe
der Seiten ware das Nacliscblagen des betreffenden Textes leicbt, an-
statt umstandlicb, gewesen.
AV. E. OaxjM.
Alexander van Millingeu M. A., DD., {assisted hj Ramsay
Traquair, A. R. I. B. A., AV. S. George, A. R. C. A., anil A. E.
Henderson, E. S. A.) Bysiadmc OliurcJies in Constantinople. Their
history and architecture. With maps, plans, and ilhistrations. London
1912 (Macmillan and Co.). — XXIX, 352 S. and 92 Tafeln.
0. Tafrali Topographie da Thessaloniqiir. Preface de Oli. Diehl
(Arec 14 figures dans le fen-te, 4:^ planches et 2 plans). Paris (Librairie
Paul Geuthuer) 1913. — P, XII, 220 S.
Thessalonique au ipaatorzieme si'ccle. Priface de Ch. Diehl (Aveo
3 figures dans Ic terte). Paris (Librairie Paul Geuthner) 1913. — G,
XXVI, 312 S.
Melanges ifArcheologie et d! Epiyraphie Byzantines. Paris (Librairie
Paul Geuthner) 1913. — 95 S.
1. Etwas wie ein Soitenstiick zu Armellinis noch immer unent-
behrlichen Chiese di Boma hatte uus bisher fiir das Neurom am Bos-
porus gefehlt. A. van Millingen, der schon durch zwei frilhere
Werke iiber die byzantiuische Kaiserstadt bestens empfohlene Professor
der Geschichte am Robert College zu Konstantinopel , hat sich ein
ganz heiTorragendes A^'erdienst erworben, indem er ein AVerk schuf,
das zwar hinter dem Rahmen eines solchen Seitenstiicks in einem
gewissen tSinne erheblich zuriickbleibt, iiber denselben aber auch wieder —
und zwar nicht nur durch den Glanz einer ebenso umfangreichen als
vorzughchen Illustration — weit hinauswachst. AVahrond er sich einer-
seits auf eine Beschaftigung mit denjenigen Sakralbauten des friih-
christlichen und mittelalterlichen Konstantinopels beschrankt, die —
mit verschwindenden Ausnahmeu als Moscheen beniltzt — sich bis
heute erhalten haben, und auch hier wieder die Konigin aller, die
Hagia Sophia, von der Behandlung ausschlieBt, hat er sich andererseits
mit seinem Gegenstand ebensowohl, als in historisch-antiquarischei',
auch in kunstwissenschaftlicher Richtung auseinandergesetzt. Hier hatte
BesprechtingeB.
347
er sicli dank ihm von der .British Scliool in Athen zur Verfllgung go-
stellter Mittel der faclimannischen Untersttitzmig des Lektors fur
Architektur am College of Art in Edinburgh, JRamsay Traquair, zu
erfreuen, wahrend Henderson die Wiedergabe einer Reihe von ihm
herriihrender Plane, Zeichnungen und photographisclier Aiifnahmen und
G-eorge noch vor Erscheinen derselben die Verwertung der Eesultate,
seiner oben S. 215 gebuchten Monographie fiber die Hagia Irene ge-
stattete. Die Anlage ist die, dafi nach einem einleitenden Kapitel uber
byzantinische Architektur (S. 1 — 34), dessen Prazision und iibersichtliche
Klarheit seiner Herkunft aus der Eeder des technischen Hilfsarbeiters
entspricht, die Kap. II — XXIII (S. 35 — 320) jeweils, soweit eine solcbe
iiberhaupt besteht, die Erage der topographischen Identifikation des
betreffenden Monumentes behandeln, eine quellenmafiige Geschichte
des in ihm wiedererkannten byzantinischen Bauwerkes und zuletzt eine
nach Muglichkeit die urspriingliche Baugestalt aus spiiteren Umbauten
herausschalende architektonische Beschreibung bieten. Gelegentlich
notwendig werdende nahere Erdrterungen von Spezialproblemen werden
in kleinerem Drucke ein- oder angeftigt. Ein eigenes Kapitel (XXIV.
S. 321 — 331) ist den Mosaiken und Eresken der alten Ohora-Kirclie
(Kachrije-Dschami) gewidmet. Ein Schlufikapitel (S. 332 — 336) ordnet
in einem doppelten zusammenfassenden Riickblick die Masse des Ein-
zelnen nach Alter und Zugehorigkeit zu bestimmten architektonischen
Typen. Ein Yerzeichnis der benlitzten Literatur (S. 337 f.), eine Biste
der ostromischen Kaiser (S. 341 f.) und ein reichhaltiges alphabetisches
Register (S. 343 — 352) erganzen den Text.
Es ist naturgemafi nur ein iinlierst bescheidener Bruchteil des Heeres der ebe-
maligen konstantinopolitanisoben G-ottesbauser, was die Ungunst der Jabrbunderte
liberdauert bat. Aber aucb nachdern einzelne gerade der bedeufcendsten Ei-scbeinungen
wie die Apostelkircbe und die Nea untergegangen, nacbdem scbon seit dem Jabre 1877
nicbt 'vveniger als neun weitere Denkmaler des bauptstadtiscben byzantiniscbeii
Kircbenbaues vollstiindig verscbwiinden oder bis zur Unkenntliobkeit verandert
worden sind (vgl. S. XI.), ist das neben der Hagia Sopbia Erbaltene vor allem durcb
seine reicbe Maniiigfaltigkeit bedeutsam genug. Her Jobannes-Basilika des Studion-
Klosters (um463) stebt der nacbinnen oktogonale Zentralbau der Sergios- undBakcbos-
ICircbe (527—36) gegeniiber. Ben Typ der Kuppelbasilika vertrat in ibrer altesten,
gieicbfalls Justinianisoben Anlage die Erloserkircbe der Chora. Eine init drei Bauten
des 9. Jbs. (Hagia Theodosia; Theotokos Biakonissa; Petros und Markos) sicb fort-
setzende Beibe von Beispielen der alten Kreuzkuppelldrcbe eroffnet gegen die Mitte
des 8. die Hagia Irene. Zwiscbe beide Typen wird als derjenige der ^^amhulatory
chiiTcy^ ein im 6, Jb. darob die Urgesfcalt der Andreaskircbe iv Kptcret und spatesfcens
im 8. durcb zwei Marienkircben (Pammakaristos und Siidkircbe der Panaobrantos-
Gruppe) vertretener eingereiht, bei dem in einem wesentlicb quadratiscben Gesamt-
rabmen ein kuppelgekronter Mittelraum an drei Seiten von einem IJmgang einge-
scblossen wird, wabrend an der vierten das dreiteilige Bema sicb olfuet. Bocb kann
der interessante Typus keinesfalls in irgend welcbem Sinne als ein entwieklungs-
gescbicbtliches Mittelglied zwiscben den beiden anderen gelten. Aucb, dalS sein
348
Besprecliungen.
Schema, wie es S. 8 angedeuteb zu werden scheint, vermoge einer Vereinfachung aus
demjenigen yob Sergios und Bakchos — bezw, der dann Boch BaherliegeBdeB G-eorgs-
kirche zu Ezra — sollte hervorgegaugeB seiu, Biufi icli aufs entschiedeBste bezweifeln,
Icli mochte hier vielniebr die UberfcragUBg des Zentralbauprinzips der Kuppel auf das
schon iiB Hekatompedos des PartheBon vorliegende urspi'UBglich longitudmale EauBH-
gebilde erkennen, das iu Dingen wie den Querhausarmen des Arkadios-Baues und
der Coemefcerialbasilika auf dem Nordfriedhof der Menasstadt-, S. Agnese zu Bona und
Abu Serge in Alt-Kairo wiederkehi-fc, Besonders zahlreiche Beispiele entfallen natur-
gemali an Baufcen des 10. (Myrelaion), 11. (Panfcepoptes ; Nord- und Sudldrche der
Pantokrator-Gruppe), 12. (Hagios Theodoros; Johannes in Trullo) iiud 14. Jbs, (Parek-
klesion der Pammakarisfcos) auf den Tier Saulen-Typus der jungeren Kreuzkuppel-
kirobe. Einige einschiffige Hallenbauten des 11. — 13, Jhs. (Hagia Thekla; Bogdan
Serai; die Mitteikirche der Panfcokrator'-Gruppe; Monastir-Mesdschedi; Parekklesion
der Chora; Refeotorium des Manuelldosters), die trikonche Anlage der allein bis heute
dem orthodoxen Kulfcus geweiht gebliebenen Theotokos 'fj MooyXtwTtacra des 13. Jhs.
und zwei vollig singulare Bauten (Balaban- und Sandschakdar-Mesdschedi), von
welch en der eine in ohristlicher Zeit ilberhaupt nur als Klosterbibliothek gedient
haben, der and ere aus einer solchen in eine Kirche erst nachtraglich durch Hinzu-
fiigUBg einer Apsis umgewandelt worden sein diirfte, vervollstandigen das Gesamtbild
eines kunstgeschichtlich noch iimner unschatzbaren Monumentenbestandes.
Die Bearbeitung, welche dieser Stotf im einzelnen erfahren liat,
konnte kaiim eine anerkennenswertere sein. Mit Fleifi und ITmsiclit
sind alle fiir das Topograiiliische und Historische in Betracht kommen-
den Quellen herangezogen worden, wobei u. A. aus den Bericbten
russiscber Pilger niclit wenige wertvolle Zeugnisse gewonnen werden.
Eingeliende Sorgfalt und klare Bestimmtbeit zeiclinen in bobem G-rade
die Vorfulirung des arcbitektonischen Befundes aus, die durcli eine Fiille
von Planen, Aufrissen und zeicbneriscben Wiedergaben konstruktiver
und ornamentaler Details trefflicli untersttitzt wird. Die dem ge-
diegenen Inbalt entsprechende mustergiltige spracbliclie Darstellung
weifi, bei gegebener Gelegenheit, wie (S. 169) bei der Schilderung
der in der Hagia Theodosia in der Hacht vor der turkischen Er-
oberung abgehaltenen letzten 'irotvvuy^tc des cbristlichen Konstantinopel,
ohne irgend welcben rbetorischen Wortprunk dock zu ergreifender
Warme sich zu erheben. Die Tafeln bringen nachst einer Wiedergabe
des Stadtplanes des Buodelmontius nach der Hs. jBni. Mus. Add. 15^760
rund 180 fast durchweg ebenso glanzend reproduzierte als vorzligiiche
photographische Aufnahmen, Eine unter der Leitung v, Ms, von
kundiger Hand entworfene Planskizze des bj^zantinischen Konstanti-
nopel leistet bei der topographischen Orientierung gute Dienste,
Je unumwundener die entschiedensten Vorziige des schonen Buclies
anzuerkennen sind, urn so peinlicher berllhrt es allerdings, dasselbe in
der prinzipiellen Frage nach dem geschichlichen Wesen und den
Wurzein der byzantinischen Kunst vollstandig versagen zu sehen.
Die dllrftigen einschlagigen Bemerkungen, welche S. 32 ff. als Conclusion
des Eiideitungskapitels geboten werden, bezeichnen neben dem sich auf
Bespreclmngen.
349
eine tlbersiclit iiber die dargestellten Sujets und ilire raumliche Ver-
teilung besclirankenden Kapitel tiber den musiyen und malerisclien
Solimuck der Cliora-Kirche, bezw. ihres Parekklesions die schwacliste
Seite der Arbeit.
Es lage schon eine kaum wissenschaftlicli zu reclitferfcigende Eesignation darin,
wenn es nur von vornUerein als miwahrsclieinUoli gelten sollte, the difficult
questions of the Eastern or the Western origin of Byzantine art will ever he finally
Settledr^ Aber eine solobe skeptisohe Haltung wird nicht einmal endgiltxg einge-
nommen, wenn sofovt nnter Yergleioli mit dein gegenseitigen Verhaltnis der roma-
nisclien und gotisclien Arciiitektur von „one great Roman-Byzantine school'^' ge-
sprochen wird, ^wf which the art of classic Rome shows the rise, and the later
Byzantine art the declineJ^ Das Unglaublicbste ist es aber vollends eine derartige
Anschauung durob die Ubeiiegung begriindet zu sehen, daB Constantinople was
Neio Rome, and here if any where, we should expect to find preser ved the traditions
of Old RomeC^ Arger kann doch wolil die kulfcurgescbicbtliclie Gresamtlage nicht ver-
kannt werden, die — trotz ihres tonenden Eamens und der entsprechenden Eomeii-
klatur ihres Scheinorganismus eines dasjenige des vllten senatus popiilusque Romamis
fortsetzenden staatlichenLebens — die angebliche Nea 'PcofJiY] als die geistige Tochfcer
vor allem Antiocheias und als das positiv orientalischen Einfliissen am weitesten sich
offnende Einfallstor solcher in der ost-hellenistischen Welt zeigt, TJmgekehrt milfite
man MHiger Weise erwarten, daB, wenn wirklich das Wesen der byzantinischen
Architektur eine Eorfcsetzung spezifxsch rtimisoher Art ware, sich doch etwas von
ihren charakteristischen Zugen in der christlichen Baukunst vor allem Alt-Boms be-
obachten lasse. Aber diese Erwartung auch nur andeuten heilitt ja, sich mit den
offenkundigsten Tatsaohen in Widerspruch zu setzen. — Was die Mosaiken der Chora
hetriflft, so wird S. 326 keine vollig klare Stellung zu Schmidts — immei*hin als weit-
gehend bezeichneter — These genommen, dafi die erhaltenen Barstellungen Koplen im
9. Jh.ausgefiihrterWerke eines syrischen Meisters seien. Wenigstens aherwirdanerkannt,
dali „the cycle of subjects taken from the life of Mary was developed mainly in SyriaJ^
Hier hatte ich vielleicht wiinschen durfen, die Tatsache nicht iihergangen zu sehen,
dafi ich als erster in der Alten Serie dieser Zeitsohrit’t lY S. 187—191 mit Bezug auf
die lUustration der Marienfestpredigten des Jakohos von Kokkinobaphos mich zu
dieser Anschauung hekannte. Aber selbst Strzygowsky Die Miniaturen des
serhischen Bsalters S. 135 wird nicht zitiert, wie denn das Werk auch in der Liste
der beniitzten Literatur fehlt.
Was bei eiuer nicht voreingenommenen Betrachtungsweise der
Dinge auf Grund des durch v. M. meisterhaft vorgefuhrten Materials
sich zur Prage: Orient oder Bom? ergiht, ist wahrlich kein dem Prestige
Boms giiiistiger Eindruck. Wenn man, selbst ohne auch die Hagia
Sophia in Betracht gezogen zu hahen, von den erhaltenen Denkmalern
konstantinopeolitanischer sakraler Architektur des 5. — 14. Jhs. zu dem
gleichzeitigen in totender Binformigkeit sich selhst ahschreihenden
Basilikenbau Boms zuriickkehrt, wird man seine Empfindungen kaum
treffender zusammenfassen konnen als in der Variation eines Verses, in
dem die sympathische amerikanisch-italienische Dichterin Annie Vivanti
dem Menschenherzen das Weltmeer gegentiherstellt:
0 Homa, Moma! quanto sei picoma!
Oriens Ghristianus. Neue Serie 111.
23
350
Besprechimgen.
2. Nacli Konstautiuopel selbst war — seit dem Verluste Syrians
nnd Agyptens an den Islam — Tliessalonike die zweite Stadt des
byzantinisclien Reiclies. Das Verbaltnis der beiden lafit sicb, wie icli
kllrzlicli in der Sdin, Tolhseeitung No, 773 Yom 7. September 1913 naber
ausgefilbrt babe, einigermafien mit dem zwiscben Rom nnd Rayenna
bestehenden vergleicben. Es scbeint desbalb passend an diejenige des
y, M.’scben Werlces cine Anzeige der beiden gleicb ausgestatteten
scbmucken Biinde zu reiben, die 0. Tafrali einerseits der Topograpbie
nnd Monnmentenwelt, andererseits der Q-escbicbte Salonikis gewidmet
bat. Es batte einer so gewicbtigen Empfeblung wie derjenigen
Ob. Diebls nicbt bednrft, nm ibnen die dankbarste Anfnabme zu
sicbern. Der Gregenstand ist wicbtig genug, was die Topograpbie der
Stadt betrifft, zumal in einer Zeit, in welcber aucb bier die Denk-
miller der Yergangenbeit immer zablreicber den Anfordernngen der
Gregenwart nnd ibres reicb pulsierenden Lebens zum Opfer fallen. Die
Bebandlnng spricbt filr sicb selber. Brbobtem Interesse dmfte sie
znmal gerade bente begegnen, da wir nacb einem blutigen Ringen,
dessen weltgescbicbtlicbe Bedeutnng nnd Gi-rofie „Gunst nnd HaB“ der
internationalen Politik nnr fur kurze Zeit zn yerwirren yermogen wird,
anf den ans dem cbristlicben Altertnm lieruberragenden ebrwtirdigen
mosaikgescbmiickten Heiligtilmern der Stadt das Kreuz wieder anf-
gericbtet seben.
Von zwei Bticbern, in welcbe der topograpbiscb-arcbaologiscbe
Band sicb gliedert, wird das erste (S. 1—119) dnrcb ein dem Ur-
sprung, dem Namen nnd der Lage Tbessalonikes gewidmetes Kapitel
(S. 1—30) eroffnet. Zwei weitere Kapitel (S. 31—51, bezw. 52—114)
bescbaftigen sicb blicbst eingebend mit dem alten Manerring der Stadt,
dessen Zerstorung, seit T. im Herbste 1911 seine Anfnabmen macbte,
in bedanerlicber Weise fortgescbritten ist. Wabrend das erste der
Gescbicbte jenes Manerrings eine sorgfaltige Untersucbung widmet,
leitet das zweite zn einer yor allem dnrcb ibre Beriicksicbtigung der
Tecbnik mustergiltigen Bescbreibnng desselben (S. 65—95) in lebr-
reicben Ansfiibrungen liber die Grnndsatze antiken nnd byzantiniscben
Befestignngsbaues (S. 52 — 65) iiber, nm sie dnrcb einen wesentlicb
topograpbiscb orientierten Abscbnitt liber die Stadttore (S. 95—114)
zn erganzen. Ein yiertes nnd letztes Kapitel (S. 115—119) bebandelt
die Yersorgnng der byzantiniscben Stadt mit Trinkwasser. Von den
drei Kapiteln des zweiten Bnches (S. 121—139) hat das erste (S. 121
139) das Inner e der antiken Stadt nnd seine Denkmaler zum Gegen-
stand, yon denen nnr ein Trinmpbbogen des Galerins sicb bis in die
Gegenvyart erbalten bat. Das zweite (S. 140—148) ist dem allgemeinen
Bilde des byzantiniscben Stadtinnei'en geweibt nnd verweilt etwas
nilber bei dem nocb bente den b(>cbsten Pnnkt der Zitadelle krcmen-
Besprechungen.
351
den, ansclieinend der Palaiologenzeit entstammenden Kastell defi Hep-
tapyrgion» Das dritte (S. 149 — 201) endlicli bietet eine erscliopfende
tJbersicbt der einzelnen kirchlicben Baudenkmaler der Stadt, die eiiist
sicli soli liaben rtlhmen konnen, mit der Zabl ilirer Grotteshauser niclit
liinter der ZaU der Tage des J abres zuruckznbleiben. Die vollstandig
erlialtenen oder dock in Eesten wieder anfgedeckten Kircbenbanten
alter Zeit, die meist an der Stelle itlterer Heiligtilmer sicb erbebenden
modernen ortbodoxen Gottesbiinser, die nur mebr durcb literarische
Zeugnisse bekannten ’Kircbeii der Yorzeit, das einzige erbalten ge-
Idiebene nnd die zablreicben verscbwundenen Kloster zieben am Leser
Torilber. Die Tafeln bieten an iiber 60 meist yorziiglicben Anfnabmen ein
ansgezeicbnetes Anscbauungsmaterial. Ein Trakt um Trakt das Alter
ibrer einzelnen Teile vermerkender Plan der Stadtmanern und ein Ge-
samtplan der alten Stadt erganzen dieses Material in willkommenster
AVeise. jSfamentlich der erstere mit seinen anf cm, genauen Langem
angabeii legt ein glanzendes Zeugnis filr die peinlicbe Sorgfalt ab, mit
welcber der Verfasser bei seinen Anfnabmen verging.
T. tut S, 32 — 40 in tiberzeugender Weise dar, daJ^> der insclariftlioli als XJrheber
des groBten Teiles der byzantiniseben Stadtbefestigung bezeugte Hormisdas mit deni-
jenigen Trtiger dieses Namens identisch gewesen sein dlirfte, der um 380 von Theo-
dosios d. Gr. an der Spitze barbarischer Hilfstruppen aus Macedonien nacb. Agypten
gesandt wurde, Im Zusammenbang Mermit gewinnt den denkbar hoclisten Wert
die S, 151 — 154 von ibm gemaclite Feststellung wesentliclaer Identitiit des beim
Mauerbau des Hormisdas und bei ^den Kirchen der bn. Georg und Bemetrios, der
riavayia t] ’A'/etpoirotiQTOC (==Esld Guma) und der Hagia Sophia verwandten Back-
steinmaterials. Biese vier bedeutendsten erbaltenen Sakralbauten Salonikis werden so
in exaktester Weise auf die Zeit vom ansgebenden 4. bis rund zur Mitte des 5. Jabrlis.
datierfc. Endgiiltig ersebeint damit die Streibfrage bezuglicb des Alfcersverbiiltnisses
der Hagia Sophia in Saloniki und ihrer Justinianiseben Namensschwester zn Kon-
stantinopel als im Sinne Strzygowslds und meiner eigenen gegen Wiilffs „ICoimesis-
Idrche^^ eingenommenen Stellung (vgl. Alte Serie dieser Zeitsebrift I S. 155 f., Ill S. 229
—233) d. b. zu Gunsten eines boberen Alters der ersteren entsebieden. Und niebt
minder endgiiltig ersebeint als zu Gunsten eines originalcbristlicben Cbarakters die
Frage naob dem Ursprung der imposanten Eotunde der Georgskircbe entsebieden,
die man bis auf Texier fiir einen nur zur cbristlicben Kultstatte umgewandelten
Kabirentempel der Zeit Heros oder Traians zu balten geneigt war. Mebr als zweifel-
baft will es mir dagegen ersebeinen, ob T, mit der S. 159 f. geHuberten Yermutung
Eeebt bat, jene Eotunde sei urspriinglicb dem Pantokrator geweibt gewesen und
mit dem va6<; too Ssotcotoo Xpiaxoo zu identifizieren, liber deren Yernacb-
lassigung zu Gunsten der Bemetrios-Basilika ein Akt vom J. 1337 klagt. Gerade ein
selion urspriinglicb cbrisblicber und wobl nocb im 4. Jalirb. eiitstandener reiner Bund-
bau bat alle Cbancen vonHanse aus ein Martyrion, niebt die eigentlicbe bischbfliobe
Katbedralkircbe gewesen zu sein. Um letztere bandelt es sicb aber bei dem in
Bede stebenden va6(; offenbar. Andererseits liegt fiir diesen am naclisten vielmebr
die Identifizierung mit der Hagia Sopbia, Benn die „beilige‘^ oder genauer „gott-
licbe Weisbeit^', der die Kircben dieses Hamens geweibt waren, isb nacb dem
Bpraobgebraucbe ibrer Bntstebungszeit eben Cbristus der Herr.
352
Bespreohungen.
■Womoglicli nocli holier als diejenige des Archaologen, moclite
man die Leistnng des Historikers T. einschatzen. Seine monograpMsche
Darstellung, der in melirfaclier Hinsiclit lioclibedeutsamen letzten Phase
in der Geschichte des hyzantinischen Thessalonike yereinigt mit pein-
licher Akrihie in der Verwertung eines weitschichtigen Quellenmaterials
ein geistyolles Erfassen der tiefsten Griinde und Zusammenhange von
Ereignissen nnd Bewegungen. Von den drei Bilchern, in welche sie
zerfallt laBt das erste (8. 1—95) in drei Kapiteln anf einen Uber-
blick liber die Geschichte der Stadt yor dem 14. Jahrh. (S. 1 — 13)
einen solchen liber die yerschiedenen Schichten ihrer nnd der Beyol-
kerung ihrer Umgebung (S. 14 — 44) folgen, nm schliefilich (S. 45—95)
dasBild ihres weltlichen und kirchlichen Verwaltungslebens zu zeichnen,
■\vobei bezliglich des ersteren den Organen der Eeichsverwaltung, welche
in ihr ihren Sitz hatten, an Senat, Yolksversammlung, Archonten und
Polizeibeamten, diejenigen einer starken municipalen Selbstverwaltung
gegentibertreten. Von den yierKapiteln des zweiten Buches (S.97 — 203)
sind die drei ersten (S. 97 — 129, 130 — 148, 149 — 169) der Beihe nach
den sozialen und wirtschaftlichen Zustanden, dem bllthenden Heiligen-
knit des Stadtpatrons Demetrios und der Gottesmutter und dem in
Literatur und Kunst sicli aufiernden geistigen Leben gewudmet, wabrend
das yierte (S. 170 — 203), die grofie theologische Bewegung des Hesy-
chastenstreites behandelt, in deren Mittelpunkt die Stadt recht eigent-
lich gestanden hat. Eine nicht minder bedeutsame soziale und poli-
tische Bewegung steht an der aus den Kampfen zwischen dem Palaio-
logen Johannes V und Johannes Kantakuzenos herausgewaohsenen
Eevolution der Zeloten im Mittelpunkt des dritten Buches (S. 205 — 288).
Nachdem ein erstes Kapitel (S. 205 — 224) die politischen Ereignisse
yon der Jahrhundei'twende bis zum Ausbruch jener sich wesenhaft
gegen die Geldmacht des Adels richtenden Eevolution verfolgt hat, ist
ein zweites (S. 225 — 254) dem aufieren Verlaufe der die JJ. 1342 — 1349
flillenden Bewegung selbst gewidmet, deren Ergebnis die vorlibergehende
Aufrichtung eines demokratisch-republikanischen Eegimes in Thessa-
lonike war. Ihre Griinde, die Gedanken und Grundsatze ihrer Trager
stehen in einem dritten (S. 255 — 272) zur Erorterung. Ein SchluC-
kapitel (S. 273—288) fllhrt die politische Geschichte Thessalonikes yom
Sturze der Zelotenherrschaft bis zum Ausgang des 14. Jahrhs., bezw.
— in den allgemeinsten XJmrissen — bis zur endgliltigen Eroberung
der Stadt durch die Tiirken im J, 1430 weiter.
Thessalonike hat von vornherein der byzantinischen Kapitale und Zentral-
gewalt gegeniiber eine gewisse Sonderstellung eingenominen, Wie in den T'ormen
seiner Municipalverwaltung, kam diese, auch seit die Kirchenprovinz lUyrikum
endgultig von der romisehen zur konstantinopoUtanisohen Oboedienz ubergetreten
war, selbst auf dem kirchlichen Gebiete mehr Oder weniger zum Ausdruck, eine Tat-
Besprechiingen.
353
sache, auf die T. S. 89 f. zutreffend limweist. In diesem Sinne ware etwa noc’h des
Umsfeandes zu gedenken, dafi mindestens bis in das 12. Jabrb. Mnein, wie die Hs.
Paris* Gr. 2509 erweist, man sich der aus Jerusalem stammenden Jakobusliturgie
neben, wo nicbt statt der beiden euoliaristiscben Tormulare Konstantin opels be-
diente. Vgl. Bright man Liturgies Pastern and Western S. L f. — Im Hesy-
chastenstreit erkennt T. eine nicbt sowobl rein tbeologiscbe Angelegenbeit, als
vielmebr den ZusammenstoB zweier entgegengesetzter Kulturfaktoren : der konser-
vativ-mbncbisobeii Kultur der Adligen nnd Beicben auf der einen und des demo-
kratiscb-fortsobrittlicben Geistes einer Benaissance der Antike auf der anderen Seite,
Er zeigt ferner, dafi aus dem letzteren Geiste aucb die -von den zeitgenossiscben
Scbriftstellern nicbt yerstandenen Ideale und Gedanken der Zeloten geboren waren.
Die Ergebnisse seiner Eorscbung beziiglicb der Bedeutung dieses Geistes im Babmeii
der Civilisation des untergebenden ostromisoben Beicbes werden sorgfaltigste Beacb-
tung aucb durcb den Kunstbistoriker zu bnden baben, der im Sinne einer von mir
soeben in den Ristor.-j^oUt. Bldttern OLII (1913) S. 853 £. aufgestellten Porderung
ein tieferes gescbicbtlicbes Yersfcandnis der spatbyzantiniscben Kunst anstrebfc.
Ein einleitendes Kapitel ilber die yerwerteten Quellea, einscbliefi-
lich der beniitzten Literatur (S. I — XXVI) zeugt gleicli der ent-
sprecheiideii Beigabe des topograpliiscben Bandes (S. I— XII) von
dem riesigen Fleifie, den T. anf die Ausarbeitung seiner Darstellnng
verwandt bat. DaC nnter jenen Quellen sicb nicbt wenige bslicbe
befinden, ist besonders bervorzubeben. Griite alphabetiscbe Register
(S, 205 — 212 bzw. 293—307) sind beiden Banden beigegeben.
3. Eine Art von Erganznngsheft zu der TopograpMe de Thessa-
lonique stellen dem groiJeren Teile ibres Inbalts noch die Melanges
Tafralis dar, in denen er mit der erstmaligen Veroffentlicbung zweier
weiterer den Wiederabdruck von drei frtiber in der Beviie archeologi-
que erscbienener Aufsatze verbunden bat. Denn drei von den fiinf
so vereinigten Stlicken bezieben sicb auf die Demetriosbasilika. Icb
verzeichne die einzelnen Aufsatze in dem folgenden Literatui*bericbt.
Neu ist neben dem abscbliefienden ilber cbristlicb-griecbiscbe Inscbriften
vom Sinai (S. 73 — 89) der dritte, ilber das xptpYjXov der Demetrios-
kircbe bandelnde. Dafi es sicb bei demselben um die durcb Vela ver-
scblossenen drei Arkadenbogen einer Saulenstellung bandelte, wie sie
gleicb in drei Exemplar en an dem Tbeodoricli-Palast der Mosaiken
von S. Apollinare Xuovo in Ravenna erscbeinen, wird tiberzeugend
dargetan. Sebr zweifelbaft will es mir dagegen erscbeinen, ob wirk-
licb ein solcbes xpCpTjXov aucb in der Miniatur des Etscbmiadzin-Evan-
geliars (Strzygowski Taf. II 1) zu erkennen ist, in der man bisber
ein Tempietto zu seben glaubte. Der Gedanke an einen nur von
einer Seite gegebenen runden Kiosk mit secbs oder acht Saulen sclieint
nacb wie vor docb naber zu liegen.
Eine scbone illustrative Ausstattung und ein guter alpbabetiscber
Index dienen aucb dieser kleineren literai'iscben Gabe T.s zum Scbmuck.
Dr. A. Baxtmstabk.
354
Litei'aturberiolit.
D) LITERATURBERICHT.
(Mifc fremidliclier TJntersfciifczung der Herren MecMtliaristenpater P. Ferliat in
Szamos-Ujvar [Ungarn] und Pfarrverweser K. Kaiser in ScRerzingen.)
Bearbeitet voin Herausgeber.
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Savigny-Stiftung fiir Becbtsgesobicbte. Bomanistiacbe Abteilung. — ZYGW. =
Zeitscbrift fiir vaterlandiscbe Gesobicbte Westfalens. — ZYBw. — Zeitscbrift fiir
vergleicbende Becbtswissenscbaft. — ZYYk. = Zeitscbrift des Yereins fiir Yolks-
kunde. — ZWT, = Zeitscbrift fiir -wissenscbaftlicbe Tbeologie.
Bomiscbe Zablen bezeicbnen die Bande, vor denselben stebende arabiscbe die
Serien von Zeitscbriften. Bei Biicbern wird das Ersobeinungsjabr nur vermerkt,
wenn es von dein laufenden verscbieden ist. — Der 00. stebt in einem Tauscb-
verbaltnis mit folgenden Zeitscbriften: BbZ. , BZ., BO., EPli, (mit Einsoblufi des
Pant.),M., OA., BE., BHE., BO., BOO., BStO., ZDMG., ZDPY., ZNtW. Zusendung
von Separatabziigen in unser Interessengebiet einsoblagender Yerofifentlicbungen aus
anderen, namentlicb aus weniger verbreiteten und aus soloben Zeitscbriften, die
356
Literaturberioht.
imr ausnalimsweise jeiies Gebiefc berilhreii, wiirde eiiie moglichsfc ersclioj^fende Be-
rioliterstattiing in boliem Grade fordern und wird deshalb an die Adresse des Heraus-
gebers in Acliern (Grligt, Baden) im Bienste der Sacbe dringend erbeten. Anf soicben
■vvolle der Titel der betreffenden Zeitscliriffc, sowie die Band-, dabres- und Seiten-
zabl jeweils glitigst vermerkt sein.
I. Sprachwissenscliaft. — Somitisclie Sprachen: Von Franken-
Iierg wuide Der Orc/anismus da' semitischen Wm'thildung untersuckt
(GieBen. — 134 S. = Beiliefte zur ZAtW. M-. XXVI), wobci er zu
clem Ergebnis kommt, daB das Semitiscbe priuzipiell, von Interjektionen
und Pronomina abgeseben, nur „mit organiscb ganz gleichartigen, ledig-
licb nacb ilirer Energie gradverscbiedenen 'W'orteni" baue. Das Ori-
l/inalwort fur „Witwe“ im Semitischen soil nacb Bauer ZDMQ-. LXVII
342 ff. ein al-mar’ + (a) tu (d. b. „die keinen Mann bat“) sein. Cenni
intorno a recenti studi sulle affinitd camito-seniitiche von Jean EStO.
VI 69 — 87 eroffinen bocbinteressante Perspektiven bis in eine XJrzeit,
in welcber Hamiten und Semiten ibre gemeinsamen Wobnsitze in
Zentralafi’ika gebabt batten, wabrend die Gletscber der Eiszeit nocb
das spatere Mesopotamien bedeckten. Von der zweiten Auflage von
Durand-Cbeikbos Elementa grmnmaticae arahicae cum clirestomathia,
lexico variisque notis ist dem 1910 ex’scbienenen I. der II. Band (Bei-
rut 1912. — 488 S.) gefolgt. Zu Arab, hdddti bringt Barth ZDMG-.
PiXVIl 385 eine die tatsacbbcbe Existenz dieser Femininform des
Pron. demonstr. sichersteUende Miszelle, wabrend er ebenda 494ff. ilber
Arab, lata „es ist nicM‘ sicb verbreitet. Den JiU.JVl (Ee
Lexique chretion) bebandelnden zweiten Teil seiner groBen Arbeit iiber
(Christianisme et Litterature avant
V Islam) batCbeikboM.XVI426— 435, 505—515, 591—600, 675—687,
772 — 779. fortgesetzt. Anonym erscbien eine Guida da Conversazione
Italiano Arabo knJb (Beirut. — 208 8.),
indessen Xollinos L’ Arabo parlato in Egitto eine 2. Auflage (Mai-
land — 531 S.) erlebte. Fr. Dunkel plaudert HL. LVII 151—156
unter dem Titel Ardhlsclm' Briefstil besonders iiber die diesem eigen-
tumlicben Hoflicbkeitsformen. Eine neue SyriscJie Grammatik mit
tfbmgsbuch (Mtlnehen. — 100 8. = Claris linguarum semiticarum ed.
H. L. Struck. Pars VIII) bat Ungnad zum Verfasser. Uno sguardo
all’ EiioqHa setteutriunale ed cdle regioni limitrofe nei rispetti linguistici
wirft EC. VII 349—363 an Conti Eossini ein Kenner von erster
Autoritilt. Ahessiniscbe Miszellen von Littmann bebandeln ZA. XXV
321—324 an erster Stelle Etymologisches. Cohen veroffentlicbte
MSLP . XVII 251 — 265 Notes sur des verbes et des adjeciifs ambari-
ques. Bauei’ macbt ZDMG. DXVII 501 f. zur Beanticmrtung der
Frage: Wie ist die Beihenfolge der Duclistaben im Alphabet zustande-
gSiommen? einen geistreichen Versucb, fib- den die Anordnung des
THE CATHOLIC UNIVERSITY OF AMERICA
UNIVERSITE CATHOLIQUE DE LOUVAIN
Im Jahre 1903 begaiin J. B. Chabot in Paris die Herausgabe
des grossartig geplanten und angelegten Corpus Scriploruni
Christianonim OruniaUum. Was Migne fur die Litteratur der
griechischen und lateinischen christlichen Welt geleistet hatte,
wollte er flir die fast unabsehbare christliche Litteratur der
orientalischen Volker leisten.
Einen wie freudigen Anklang sein Unternelimen fluid, zeigt
xunachst die grosse Bereitwilligkeit, mit der die namhaftesten
Gelehrten aller Nation en Hire Mitarbeit zusagten und betatig-
ten. Es zeigt das ferner aucli die staunenswerte Anzahl von
Banden (liber 70), die bis jetzt, im Laufe von nur einem
Dezennium, erschienen und von der wissenschaftlichen Welt
mit grosser Anerkennung aufgenommen worden sind.
Mit deni i. Januar des laufenden Jahres ubernalinieii die
beiden katliolisclien Universitiiten in Washington und in
Lowen die Herausgabe des ganzen Werkes, das Chabot
begonnen hatte. Sie taten es besonders, uni das Werk gegen
etwaige Zufalligkeiten zu schiitzen und seinen Fortbestand
zu sichern.
Das Corpus S. C. O. will nicht nur eine Ergiinzung des
Werkes von Migne sein, es will auch fizr die orientalischen
christlichen Licteraturen das tun^ was die Akademien von
Berlin und Wien fur die christlichen Litteraturen griechischer
luid lateinischer Zunge zu tun sich bestreben : es will mit
aiidern Worteii eiiie kritische, durchaus zuverlassige Samm-
lung aller christlichen orientalischen Schriftsteller darbieten.
Der Wert des gewaltigen Unternehmcns bedarfkeiner Her-
vorhebung. In deii ersten 7-8 Jahrhundertenund teilweise weit
dariiberhinaus war der Orient in ganz hervorragender Weise
an der Entwicklung und Geschichte des Christentumsbeteiligt,
sodass die voile und allseitige Kenntnischristlicher Geschichte
und Entwicklung niir nioglich ist, wenii einmal die gesamte
Litteratur, die uns liber die christliche orientalische Welt
erhalten ist, zur Benutzung vorliegt. Wohl sind da manche wert-
volle Einzelveroifentlichungen vorhanden^ aber zerstreut und
oft schwer zuganglich. Diese zu sammeln* und verbessert zu
veroffentlichen ware schon ein hochst dankenswertes Unter-
nehnien. Doch das Corpus wird noch weit mehr tun. Es wird
das gesamte Material, das jetzt in Haudschriften ini Staube
der Bibliothcken des Occidents und des Orients schlummert,
allmahlig zu Tagefordern und aller Welt zuganglich machen,
und zwar in planniassiger und systematischer Weise und, wie
schon gesagt, in durchaus kritischen und auch den weitest-
gehenden Ansprlichen genugenden Veroffentlichungen.
Fiir die Ausfuhrung dieses grossen Planes blirgen zunachst
die beideu Universitaten, die ihren Stolz dareiii setzen, das
Beste zu liefern, das in ihren Kniften steht. Es blirgen daftir
auch das Direktorenkollegiuin, das die Herausgabe besorgt und
liberwacht, und die Kbnsultorenkollegien, die an beiden Uni-
versitaten den Rektoren zur Seite gestellt sind.
Um das Corpus moglichst weiten Kreisen zuganglich zu
machen, ganz besonders alien denen, die flir Wissenschaft des
Christentums Interesse haben, werdenText und Uebersetzung
in getrennten Banden auch einzeln abgegeben.
Der Preis ist ausserordentlich niedrig gestellt; im allgemei-
nen wird der Druckbogen (16 Oktavseiten) Text mit unge-
fiihr M.-90 und der Druckbogen Uebersetzung mit ungefahr
M.“50 berechnet werden.
Thos. J. Shahan, P. Ladeuze,
Rector Univ. Cath. Americae. Rector Univ. Cath. Lovan.
Washington, D. C,, und Lowen, Oktober 1913 .
Bestellungen uiid Subskriptionen wolle man an die Buchhandlung
Oifo Harr assowUi in Leipzig senden.
Literatnrbericht.
367
athiopischen Alx^habets besondere JBedeutung bat. — Koptiscli: Um der
engen Beziebungen willen, die das Studium des Altagyptiscben mit dem-
jenigen des Koptisclien yerbinden, ist bmzuweiseii auf Eoeder Agy])-
tisch PraktisGlie Einfukriing in die Sierogly^lien mid die clgyptische
Sprache. Mit Lesestilcken und Wdrterbmli (Mixncben. — VIII, 142 S.).
Koptisclw Mis^ellen spracb-wissenscbaftlicben Inbalts bietet an den Nrn,
CI-CV, OVIII, OXIf., GXV-~~OXVII, CXXIffi, OXXVIf. nnd
CXXIX der Reibe t, Lemin BAP. 1911. 927—940, 1157f., 1253—1256;
3 912. 163—172, 517—523 nnd 1913. 533-536, 545 ff. I propos des
voyelles redouilees en copte ist ein Aufsatz yon Lacan ZAeSA. XL VIII
77 — 81 zn vergleicben. — Bibliscbc, patristisclie und byzantinische Grazitat:
Von Blab’ Grammatik des neutestmnentUchen GriecMsch liegt eine
4. vollig neugearbeitete Anflage besorgt wn Deb runner (Gottingen. —
XVI, 346 S.), von Robertsons entsprecbendem engliscben Werke
die bollandiscbe Ubersetznng von Grosbeide Beknopte grammatica op
bet grieksche Nietnce Testament (Kampen 1912. — XX, 230 S.) vor.
Tbnmb stellt PP. I 139 — 168 tiber Sat^rhytlvmus und Satzmelodie in
der altgriecMschen Prosa anf statistiscber Grnndlage rubende Beobacb-
tnngen an, die sicb ancb anf das NT. erstrecken, um mit einem Ausblick
anfs Nengriecbiscbe zn scbliefien. Von Brnders TajxieTov xmv
xatv^? Bia&fjXTj; Xs^scov sive concordantiae omnium vocum Novi Testa-
menti graeci erscbien die Editio stereotypa VII (Gottingen. — Lll,
886 S.). Der Gebrmch des Artikels hei den Eigennamen im NT. bildet
TStK. 1913. 349 — 389 den Gegenstand einer Exeget. Studie von Weifi,
die das einscbliigige Material ubersichtlicb vorlegt nnd durcbarbeitet.
Bnrkitt hat demSinn des Ausdrncks’Eni<I>QSKElN der Auferstebnngs-
bericbte JTSt. XIV 536 — 546 eine weit ansbolende, ancb den litur-
giscben Spracbgebrancb spaterer Zeit beriicksicbtigende Untersncbnng
gewidmet. Le verbe u^oov dans saint Jean bebandelt Lattey RSR.
Ill 597f. tJber Pom 5^ 19^ Jae 5, 6; 4, 14 en de xoivy] ist de Zwaan
TSt. 1913 85 — 95 zn vengleicben. Chapman bat RBe. XXX 221 — 225
The metrical clausulae of Papias sorgfiiltig beobacbtet nnd gepruft.
De Gregorii Nazianmni epistuUs quaestiones selectae von Przycbocki
DPbAO. L. 246 — 394 betreffen Spracbe und Stil derselben. Neben
den in zwei Gymnasialprogrammen niedergelegten ausgezeichneten
spracbgescbichtlichen Studien zur Spraclie des Malalas von K. Wolf
(Mllncben 1913. 12 — 80; 90 S.) stebt die gleicbfalls in einem solcben
durchgefiilirte Spezialuntersucbung von Merz Zur Flexion des Ver-
bums bei Malalas (Pirmasens 1911. — 42 S.), die ancb nacb text-
kritiscber Verwertung ibrer Resnltate strebt. Von Dark 6 sind Aus-
filbrungen Laonikos Chalkondyles nyelve rol (Tiber die Spracbe des
L. Ob.) EPbK. XXXVI 785 — 792 zn verzeicbnen. Thomas Magist(r^\
Demetrios Triklinios^ Manuel MoscJiopulos seben sicb dnrcb Hopfner
358
Literaturbericht.
Etna Studie iiiber iliren Sprachgebraitcli in den Scliolien m AischjloSj
SoplioMeSj Euripides, Aristophanes, Hesiod, Pindar mid Theohit (Wien
1912. ~ 73 S. = SbAWW. OLXXII 3) gewidmet. — Mittel» mad Neu-
griftcliiscli; P. Papageorgiu handelt Atli. XXIV 459 — 468 Ospl twv
oTjfjiaoiaav too pTjjjLGito; dpp.BvtCa>. Ein NeitgrieGhiscEdeutsches Gesprdchs-
hmh mit lesonderer SeruclxsicMigiing der Hmgangsspraohe you Xalit-
sunakis (Leipzig. Sammluiig Grosclien. 1912. — 100 S.) geht auf die
Spraclie der gebildeten Kreise Athens. TJnter dem Titel Der neur
griecMsche Thesaurus macht derselhe Autor XJb. XXIX 702 — 713
iinter Hinweis auf die Bedeutung des Unternelimens praktische Ein-
zelvorschlage fiir die geplante grofie Kodifikation des neugriechischcn
Sprachgiites. Binen bisher sonst noch nicht beobachteten Lautwandel
stellt das von Pernot RPhon. II 139 f. besprocliene Changement de TS
en K d Delplies dar. Den AnalogieUldungen im pontischen Dialeht dor
Gegenwart geht Hatzidakis IgE. XXXI 245 — 250 nach. — Armeniscli:
'Em Altarme^iisches Elementarhiich liegt you Meillet (Heidelberg. — X,
212 S.) Yor. Von einem grofi angelegten Werke Yon Daghbaclisian
^^lilrL.lrjiui^wj tufiJuujp^iup.tuplt ^mfuiu^iuhtitl^, npfj
iJk^inLuuj^uihnL.ujSr nt.qjiuq^pm^tu% {Orammatih der ostarmenischen
Spraclie mit ansfillirliclier Einleitung, in welclier die Frage der Heclit-
schreihmg erlmtert wurde) erschien der {DieEty-
mologie) behandelnde I. Toil (Tiflis, — 112 S.) — Slavische Spradien;
itpeBiiii u;epKOBHo-cjraBaHCKiii hshk'l, ero sHaueuie ii m^cto bx miiat
iiayicTE^ omojrorHuecKHxn h 6orocjiOBciaix'B {Die aUe hirchenslavische
Spraclie, Hire Wichtigheit und Hire Stelle im Kreise der philologischen
und theologischen Wissenschaften) werden TAK. 1912. Ill 568—587
Yon Lukianenko besprochen. Bine Urslavische Grammatik Yon Mik-
kola will eim Einfilhrung in das vergMchende Studium der slavischen
Spraclien bilden und behandelt in dem zunachst erschienenen Teil 1
(Heidelberg. — K 146 S.) Lautlehre, Vokalismus und Betonung. Sla-
visches in der ungarischen Syntax konst atiert Simonyi EIJB. XII
19 — 25. Ein Bulgarisch'-deutsches Wort&idiuAh hat uns G. Weigand
untei^ MitwirJmng von A. Dritsch (Leipzig. — X, 430 S.) geschenkt. —
Georgisch: Seine Untersuchungen liber lIoaxHuecKie 9jieMeHTH b'b aeMKaxx
ApMCHiH {Mements japhetiques dans les langues de VArmenie) hat Marr
BAP. 1913. 75--.181, 303—343, 417—426 fortgesetzt, wahrend Kluge
ELPhO. XL VI 118—126 fortfahrt, Die indo-getmanischen Lehnworter
im Georgischen zu registieren, wobei es sich speziell um diejenigen aus
clem Griechischen handelt. — Albanesiscli: Ein und Leseluch des
Albanischen haben Lamberts und Pekmezi CWien. — 182 S.) er-
scheinen lassen.
IL Orts- und Volkerkunde, Kulturgesckickte, Folklore, —
Kartograpliie: Z'ar KartograpJde Palilstinas macht F, Becker ZDPV.
Li teraturberi cht .
am
XXXVI 198 — 202 prinzipielle Ausfllbrungen. Von ilim in Vorein
mit Dalmann bearbeitet erscbien erne Exl{m‘simislmrte von J^eriisaleni
9md Mittel-Judiia (1: 100.000. — Leipzig). Dew Konif/reich Biilgarien
'and die mitrahn Bcdlmnldnder nolschen Adrla -and Poniiis fubrt eine
Karte yon Penck ei* (1: 864 000. — Wien) yor. — Reisebesebreibungen,
Geograpliische Schilderungen: Dnrcb den Balkankrieg nnd die in seinem
Gefolge sich anfrollenden Probleme bestimmt ist die Darstellung yon
Konzeyalle (U-ne excursion recente
emx Balkans) M. XVI 520 — 537, 601 — 10. Die strategischen Bunkte
der adriatischen Ostlmste behandelt X. Krebs GZ. XIX 129 — 136.
Le SandMk de N'ovl Pamr scbildert Grayier AG. XXII 41 — 67.
Eine Falirt durch das sildwesUiclte Montenegro wird yon Preroysky
DKG. XXXV 315 — 320, 337 — 353 eine JReise ini slavischen Silden
(Dahnatien nnd Montenegro) yon AcLleitner (Berlin. — 310 S.)
besebrieben. XJhex Die Ddhriidscha yerbreitet sicb Heidericli OMsO.
XXXIX Iff., liber Alhanien y. Gerstner (Wien. — 68 S., 1 Karte).
Nordgriechisclie Skkmi yon 0. Kern (Berlin 1912. — 128 S.) bieteii
fesselnde Erinnerungen an Keisen des Gelebrten in den JJ. 1890, 1892
nnd 1899, in deren fiabinen besonders die Schilderung eines Besuebes
Bei den Mondien anf dem AtJios (S. 101 — 128) den Leserkreis nnserer
Zeitsebrift interessieren dtlrfte. Xeben Hosios Lnkas nnd denjenigen
yon Mistra bilden die kretiseben Klosler Hagia Moni, Panagia
Krystalline, Asomaton, Aryi nnd Arkadi die Grnppe der von Hall
PSBA. XXXV 141 — 149 gescbildorten Some Greek Monasteries. TJnter
dem Titel Agdisclie Inseln der Tilrkei bietet bezliglicli dei'selben ein
Ungenannter OMsO. XXXIX 3 — 9 mit kurzen znsammenfassenden
Erlanternngen eine instruktiye tabellariscbe Ubersiebt liber Bodenyer-
baltnisse, Beyolkerung, Erzengnisse nnd Verkebrsanlagen. Von Pbi-
lippsons Reisen und Forscliangen ini westUchen Kleinasien betrifft
ein IIL Heft (Gotba. — 129 S. ==« Erganzungsbeft Xr. 177 zu PM.)
Das dstliche Mysien -und die henachha-rten Teile von Plmjgien nnd Bithj-
nien. Bremen ds Pelerinage an Ouadi-Natrotin flibrt Et. 1912.
I 740 — 756. II 20 — 33 an den dortigen Koptenklostern Tine oasis
da desert monastique yor. Sayignacs Notes de voyage de Suez ati
Sinai et d Petra KB. 2 X 429 — 442 kommen in erster Linie der naba-
taiseben Epigrapbik zngnte nnd fallen insofern niebt in den Eabmen
dieses Beriebtes. In 2. Anflage ist ein Sites dlilaisses d’ Orient be-
titelter Eeiseberiebt Da Sinai d Jhnisalem yon de Kergorlay
(Paris. — XX, 188 S.) ersebienen. In einer Eortsetzung seiner Jm-
p-ressioni e ricordi di viaggio in Oriente B. XXIX 154 — 169
besebaftigt sicb Marini speziell mit Jerusalem. Um das Sudende des
Toten Meeres flibrte Ein Ahschnitt der ersten ZeUreise des (deutseben-
eyangelischen) Instituts (in tlerusalem) im Jahrel904.j von dem Saroy^y
360
Literaturbericlii.
Pjb. VIII 183 — 196 erzalilt. Unter der Ubersclirift Xlnsere Arieiten
im Ostjordanlande bringeu zwei Berichte von Schumacher ZDPV.
XXXVI 123 — 129 yiel iuteressantes Material zur Kenntuis des Jar-
muktales. Aii der Hedschaz-Bahn 126 km. von Haifa entfernt liegen
El-Malmrin imd der Tell ed-Dschamld^ mit denen er sich ebenda 114 --
123 beschaftigt. A.D. schildert HL. LVII 165 — 171 Wanderungen
dtirclh due sgrisch-lmtholisclie Dmese nordlich vom lieiUgen Lande,
namlich Homs-Hama. Mit europaischen Beisehandbiicheru wett-
eifert ein (FilJirer d.urch den Lilcmon %md Syrien)
(Kairo 1912/13. — 452 S.j. In der DEG-. XXXV veroffentlichten
Musil 219 — 224 Glossen E, Bcmses AiifsaUj Im Osten Mesoiw-
t(miens und Banse 224 f. einen Anhang m Miisils Glossen, auf den
ersterer 225 f. mit Buiylik antwortete, wahrend Banse 466 — 470
die Schilderung seiner Wanderungen Am Evfplirai im Jahr 1908 fortsetzte.
Oheiklio hat M, XVI 364—371 seinen Beisebericht cx^
(De Beyrouth cmx Indes d la recherche des Manuscrits) mit der
Schilderung der zur See ausgefiihrten Btickreise von Bombay nach
Suez zum AbschluB gebracht. Bei Arm ale cJ.
(Une excursion cm Tour "AJbdin) M. XVI 661 — 578, 662-— 675, 739 — 754
werden in dankenswerter Weise auch die Inschriften und Hss.-Bestande
der dortigen Kirchen und Kloster beriicksichtigt. La Colonia Eritrea
schildert Chrechi (Bom 1911. — 166 vS.) nach den Seiten ihrer geo-
graphischen, Verwaltungs- und Wirtschaftsverhaltnisse. Ein vorziiglicher
Itaj)port sur une mission lingiiistique en Ahyssinie(19l0 — 1911) vonO ohen
(Paris 1911. — 80 S. — BAMS. 2. VI) ist linguistisch und ethnogra-
phischisch gleich interessant. Speziell Ai confini meiidionali dell, Etioxna
bewegen sich die wertvollen Note di viagio attraverso VEtiopia ed i ;paesi
Galla e Somali von Citerni (Mailand. — 283 S.) — Physikalisciie Geo-
graphie, Flora und Fauna, Wirtschaftslebeu : Hobbih 0 reo.a:orimeCKOM'n
cTpoenin ctiBepnaro KaBKaaa nn 6acce&it pto'B Btjrofi n JIaSBi (Non-
velles doml^es sur la structure geologique du Camas du Nord dans le
hassin des fleures Bdlaja et Lala) bietet Bobinson BAP. 1913.
39—46. 0 HtooTopBixT. cmBC&axaxn nsx oKpecTHocxeM PeoprieBCKaro
MonacxBipa bx* KpBiMy (Sur quelgues sulqihates des environs du mo-
nastere de St. George en Crimee) verbreitet sich Popov ebenda 263 bis
266. Seine Ausfiihrungen tiber Bas Jonlsche Meer als eines de>'
uichiigsten Felder omiianograpMseher ForscJnmg hat W. Krebs DBG-,
XXXV 248—251 fortgesetzt. Blankenhorn veroffentlichte als Er-
gebnis einer im J. 1908 unternommenen Eorschungsreise Naturwissen-
sehafflkhe Studien am Toten Mem* und im Jordantal (Berlin 1912. —
VII, 478 S.), denen als Anhang ein Bcricht des Zoolog en chr Ex])edition
Aharoni beigegehen ist. tJber eine Zur Frforschung des Toten
Meeres von der Gesellschaft fiir Palastina-Forschung im Spatherbst 1911
Litei’aturbericht.
361
entsandte Expedition berichtet Lohmann ZDPY. XXXYI 208 ff.,
Avabrend er ebenda 203 — 208 Tiber Sauchen unil Seucheiihektimpfunff
in Palastina referiert und 314 Scliumacber Eino Wefterliatastroplie
im Ostjordanland (am 18. Mai ].913) zum (3-egenstand einer Mitteilung
maoht. Streifs'ilge durcli die Vo(/elu'elt Paldstinas stellt Gustavs
Pjb. YIII 85 — 103 an. Rund 330 Arahk-clie Yogelnanuni von Palastina
und Syrien hat fiir 180 Arten Dalinann ZDPY. XXXYI 165 — 179
gesammelt. Tiber Pie Hyikien des Heilujen Landes plaudert Schmitz
HL. LYII 95 — 100. Khoury spricht ]\[. XII 371 — 378 tiber
(La PerdHx libanaise). WirtsciJiaftliche Nachrichten mn
Rumanien, den iibrigen Balkanstaaten, Cyperu, Agypten und Abessinien
findet man OMsO. XXXIX 18—21, 40—44, 46 f., 63—66, 69, 83—87,
89, 104 ft’., 109. Im einzelnen haben Kohler fiir Serhien die Wirtschaftl.
Vet'hdUnisse und derenEntu'iclduny ‘imter Berikksiclttiyuny der dmtschen
Interessen (Berlin. — 77 8.) behandelt. und in der OMsO. XXXIX
74ff. Kautza Zur albancsisclien WirfschaftspnUtik und 59 ff. Schilder
iiber Line Zweiglinie der Bcujdadbahn nacli Siidnrimmen und deren
Aussichten sich v'ernehmen lassen, wahrend bier anonyme Referate
56 f. iiber Wirtscliaftspolitik in dm von den Balkanstaaten er-
oberten Gebieten, 77 ft'. uber Offenfliolie Arbdten in Alexandrian. (Naeh
einem Bericlite des k. u. k.Konsulats inKairo), 79 iiber Petroleumgewinnung
am Golf von Sues (Nach einem Beriolite des k. u. k. Konsulats in Port
Said) und 100 f. iiber Syrians Getreidebati (NaoJt einem Bericlite des
k. u. k. Konsulats in Damaskus) vorliegen. — Palastina imd die lieiligen
Statten: Mater ialieii sur historisclien Topographie der Palaestina tertia
legt Hartmann ZDPY. XXXYI 100—113, 180—198 vor. Bei
Morin Tin passage migmatique de S. Jerome contra la pelerin
Euclieria? RBe. XXX 174 — 186 steht die epistula LIY ad Eulviam
des Heiligen in Rede, die eine Kritik an der ehedem Silvia genannten
und nun aucb von Morin wieder mit after Bestimmtbeit nocb ins 4. Jb.
gesetzten Pilgerin entbalten soft. 'OXtya viva itspl xou 'OooiTtopixoo
xi]; SiXpiai bat aufierdem Pbokylides PTbS. 449 — 463 geaufiert. Die
Bekanntgabe eines Palastinapftgerbericbtes unter dem Titel: Wie imset'e
deutschen Vorfaliren gegenAusgang des Id. Jalirlmnderts nach Jerusalem
loallfalirteten wird HL. LYII 104 — 114, 161 — 164 fortgesetzt. Burchs
heilige Land. Fiihrer fiir Pilger tmd Beisenda betitelt sicb eine
Deutsche Ausgabe des ojfiziellen Pilgerfiihrers der Franziskaner von
Meistermann, bearbeitet von Huber (Trier. — XYI, 739 S.). Unter
dem Titel Memento Jerusalem wirft Maior erbaulicbe Blicke des
Glaubens aiif die Wege Gottes im heiligen Lande (Fulda. — YII,
203 S.). Eine vortrefflicbe, in erster Linie natiirlicb Palastina berilck-
sicbtigende Leistung ist Benzingeis Bilderatlas sur BibeVmnde. Ein
Handlmch fur deyi BeligionsMirer und Bibelfreund; 4d4 Ahhildungen
362
Literaturbericlit.
m%l erlmterndem Text (Stuttgart, — 144 S.). Heidets Terdienstliclie,
TJine Bevision der Frage hemglich des Sanldttarkims des hi. Ste^hanus
dui’clifulireude Studie wurde HL. LYII 67 — 96 fortgesetzt, diejenige
Hiluslers tlber Die Quelle Bogel ebenda 76 — 84 zu Eude gefllhrt.
lu der Eeibe seiner Beitrdge mr OrtsJmnde Faldstinas sucht Grutbe
ZDPy. XXXYI 81 — 99 das lieutige el-lmbebe als die Stelle von
Kirjatli Jearim zu erweisen. In NS. XII wird 183 — 200, 335—349
YOU Pliokylides 'H otco xoTroYpotcpiXYjv xal taTopixY]V eirod^LV be-
liandelt und 64—88 yon Tbemeles eine 'Ex 8 pop, 7 ] sU Ty]V Aa 6 pav xo 5
aYtou 2a[3a gescllildert. — Historisclie Tox^ographie auiierlialb Palastinas:
Die liistorische Ortskunde der Umgebung yon Konstantinopel fordert
ein Aufsatz yon Tsakalopli Hepl Sat^poo BZ. XXII 122—126. Die
Publikation der Ausfubrungen Marquarts liber Slklarmenien und
die Tigrisquellen naoh griecJimhen und ardbischen Oeogragdien (mit
armenischer tlbersetzung yon Haposian) wurde HA. XXYII 352 —
366, 525 — 535 fortgesetzt. — EthnograpMe : Die Relations des Roumains
avec les Series^ les Bulgaresj les Grecs et la Croatie en liaison avee la
question mmedo-roumaine bebandelt, yon den Yerlialtnissen der G-egen-
wart bis ins 14. Jb. zurtickgreifend, Barbulescu (Jasi 1912. —
V, 371 S.). Tiber Bnlgarisohes %ind serhisches Volkstum in Makedomen
verbreitet sicli Urban OMsO. XXXIX 93 — 96, tlber Die rmnmiselien
(Jiut^oivalacliischen) Sieddungen auf dem Balkan und das Idmftige
Alhanien ein S. signierter Artikel ebenda 53 — 56. Einen zusammen-
fassenden Hchk^o etnico e storico ddJe jgo^oladoni Eritree entwirft
EE. 1913. 61 — 90 Oonti Rossini, der daneben in einer Folge von
.PiccoU studi etio^ici ZA. XXVII 365 if. speziell ilber die Spuren der
ehemals im Tigre-GeMet Avolmhaft gewesenen Sold Ndbd nella tradi-
zio)ie cthissi>K( liandelt. Als wertvolle Beitrage zur Antliropologie der
abessinisclien Bevolkerungselemente sind ein Contribute alia craniohgia
dell ’Etiopa von de Castro AAE. 1911. 236—246 und der Crania
Ixdbessinica betitelte Contributo all ’ antropologia dell ’Africa Orientate
von Sergi (Memoria pxMicata a enra della Yirchow-Stiftung di Ba--
lino. Rom 1912. — 519 S. 33 Taf.) zu verzeiebnen. — Kulturgesohiolite:
Seine vorlilufig noch immer nur das kananaisclie Altertum angehenden
Beitrtige mr KulturgescMchte Faldstinas bat Hausler HL. LYII
144 — 151 'vveitergefiibrt. In einer Festgabefur M. v. Schang gar 70. Qe-
burtstagsfeier (Wiirzbm-g 1912) 173—183 bringt Hahn weitere Be-
lege Zum Gebrauch der lateinischen Sprache in Konstantinopel von der
Konstantiniseben bis zur Justinianiseben Epoebe und ibrem Studium
an der konstantinopolitaniseben Hniversitat bei. Studicn gum russischen
Dorfim AU-Kovgoroder Ujegd veroffentlicbte Sebneeweis ZOVk. XIX
1 — 15,81 — 92. Hepl ouvoixeaimv xal Yap-tov Iv ‘PapaXlij xal xoT; itepij^topoi;
liandelt ein Hieromonacbos Antonio.s PTliS. 266—260, Avillirend
Literattirbericht.
363
ebenda 464 ff., bezw. 519 — 567 Teroffentliclite Ausflibrungeii you Mi-
chaelides iiber Ti fjLa&7)[i.ata rsu>YPtt'pta? xai naXaiaxiVT); xal
‘lotopias ’ExxX7]oia; 'Ispo<joX6[ji.a)V iv ©soXo^ix-^ Sxaopou
und von Alexandrides iiber die 'loxopia xou ToitoYpacpsiou xou 'I. Koivou
xou n. Tacpou die Kulturverbaltnisse des ortbodoxen Griecbentums Palii-
stinas und seines Klerus beleucbten. — folklore : Abm-glauhisclie Mdnungen
und GebrUuclie des MiUelalters in den Predigten Bernardinos von Biena
bebandelnd ziebt Zacbariae ZWk. XXII 225 — 244 zum Yergleicb
auob frubcbristlicb-byzantiniscbe Beispiele einer Xamenswabl durcb
Kerzenorakel beran. Bei Kalbfleiscb A (S. 1 — 34)
Voluminum codimmque fragmenta Oraeca cum mmleto Christiano ed.
Scbilfer (Leipzig 1912) ist ein Amulet veroffentlicbt, das griecbiscb
den Text des Vaterunsers nacb M mit X 11, if. als Einleitung und
eine Salomon zugescbriebene Bescbworungsformel gegen bose G-eister
bietet. Ein KonicKiM nepraMenTtifl aMyneri. (Kojatisches JPergament-
aniulet) mit den Anfangen der vier Evangelien und apotropaiscben
Gebetsformeln wurde durcb Turaiev KbrV. I 203 — 206 publiziert.
Bei Arnaudov CTy.^H;H Bi.pxy bMrapcKHTb ofipeflH h JiereH.5H (Bites
et Ugendes bulgares. iStude comq>ar6e) (Sofia 1912. — 122 S.) -wird eine
Reibe interessanter bulgariscber Volksbrauobe bauptsacblicb der
Sommerszeit bebandelt. Das Bippenfest (krsnaslava krsnoime) bei. den
Berben betreffen sebr interessante Mitteilungen von Peco ZOVk. XIX
117—120. JEverydag life in the Holy Land bat Neil (London. —
292 S.) gescbildert. Bei Oana’an Kalender den- ^alastinemischen
Fellachen ZDPV. XXXVI 236—300 erlialten wir in mebrfacber
Beziebung bocbst bemerkenswerte und am'egende Mitteilungen iiber
denselben und seine fast dmxbiveg an cbristlicbe Eeste sicb ankniipfen-
den Bauernregeln. Auffallende Beinamen einiger Beduinen am Bee
G-enesareth betrifft eine Plauderei von F. Dunkel HL. LVII 100 —
103. tiber Folk-kn-e d’JEJthioxrie verbreitete sicb Basset RES. 1911.
221 — 227 auf Grund einer Reibe von Littmann edierter Tigre-Er-
zablungen. Les jours fastes et nefastes d’ag)res le ms. dliiofien n° S
de M. E. Delorme und eine Berecbnungsmetbode fur La saison des
pluies d’aprbs le m^me ms. wurden durcb GrebantROO. XVIII 97 f.
bezw. 98 f. im abessiniscben TJrtext und in tjbersetzung bekannt go-
macbt.
TTT- Gescbiebte. — Quellenkunde: Les Fafyrus Beauge, die Ma-
spero BIEAO. X 131—157 bekannt macbt, sind vier TJrkunden, von
denen drei der byzantiniscben Zeit angehoren. Von den bei Kab-
fleiscb Fapyri Jandanae. II (35 — 74) durcb Eisner edierten E‘j}istulae
•privatae Graecae entstammen die Nmrn. 13 — 25 dem 4. bis 7. Jh.
Samtlicb auf die byzantiniscbe Periode entfallen die Byene Papyri in
the British Museum , iiber die H. ,1. Bell Kl. XIII 160 — 174 einen
364 Literaturbericht.
orientierenden Bericlit erstattet. Seine Tramlations of the Greek
Afhrodito JPapjri in the British Museum bat derselbe Isl. Ill 87 — 96
fortgefiihrt. Wegen der darin entbaltenen Urkunden aus dem byzan-
tinischen Agypten ist endlicli aiich Hunt The Oxyrynclms Papyri
Part IX (London 1912. — XII 304 S.) zu erwabnen. Von einer
Sammlnng von Acta et dvflmnata res Albaniae mediae aetatis illiistran-
tia von de Tballoczy, Jericek und de Sufflay, ist der Tomus 1
annos 344—1343 talmlcmiqm yeoyraqMcam contmens (Wien. —
XXXVIII, 292 S.) erscbienen. Bei Novakovic Zakonski^ sxmnemci
sr]7skih clrkwa sreilnjega veka (Pie GeseUesdoikmalm^ der serbischen
Staaten das Mittelalters) (Belgrad 1912. — XLII, 912 S.) sind ITr-
kunden des 12. — 15. Jbs. in serbisdier, lateiniscber und griecbischer
Spracbe zu einer im bdcbsten Grade -wertvollen Sanamlung vereinigt.
Tin manuel de chancelerie du XJF du siecle wurde an einem bei Migne
PG. evil 404 — 418 stebenden fiir die byzantinisclie IJrkundenforscbung
bedeutsamen Stilck durch Pranel (La (jhause de Ponds 1912. — 23 S.)
neu berausgegeben. U 71 ojyera inedita di Fantmo Valaresco Arcives-
covo di Greta sul Concilio di Firenze hat B. XXIX 1—26 mit einer
Eiiileitung iiber den Verfasser und dessen literariseben Xacblali Pal-
mieri, La raccolta degli atti del Ooncilio di Firenze di Angelo Maria
Bamlini ebenda 72 — 103 Pellegrini ans Licbt gezogen. Von Actes
d'Athos. V Actes de OMliandar batten Petit und Koratlev eine
1. %)artie: Actes grecs (Petersburg 1911. — III. 368 S.) ersebeinen
lassen. Nunmebr wurde die Serie seiner Neat -irr^yal xcov l>eo[j.a>v too
'A'^lou ’'Opoo? durcb Petrakakes EPli. XI 254 — 275, 385- — 399, 503
bis 622 weitergefiihrt. In derjenigen seiner 'AXsJavoptva STjfistmfjtaTa
bat Ob. Papadopulos ebenda 381 — 384 aus der grieebiseben Pa*
triarcbatsbibliotbek in Jerusalem 'ETuaxoXal -irpoc x6v llaxpiap^Tjv ’AXe-
SavSpstac riap&sviov ediert, der 1788 — 1806 regierte. Ilaxptapj^txa
otytXXia UTisp 0eoXoYtx^^ xoe , Sxaopou sind PTbS. 514 ge-
druckt. ’Ex too ’Ap)^etoo x^<; sv TspYsoxTfj 'EXXtivixTjc Koiv6xir]xo? wurden
vonKonstantinidesEPh. XI 287f., 477 — 480 undatierte’E'irtoxoXalSep-
ytoo Maxpatou veroffentlicbt. Der III. Band eines im Auftrage des HI.
Synods herauskommenden IIoJiHoe co6paHie nocTanoBieHefi 11 pacnopameuefl
Ao BtiAOMCTBa npasociiaBHaro HcnoB'^^aniH PocciMcjcoM imnepm {Becueil
comylet des decisions et dispositions du departement de la confession ortho-
doxe de Vempire nisse) (Petersburg 1912. — VII 542, 14 S.) umfafit Ur-
kunden aus der Regierungszeit der Kaiserin Elisabeth (1746 — 1752), die zu
einem grofien Teil sicb auf die von ibr befoblene Korrektur der sla-
viseben Bibel bezieben. Eine MeXety] enl X7j<; Pwaix^? oi'irXoDjxaxixrj*;
aXXyjXoypacpta^ uspl xcov 7rpo4xovr]{xaxtx^v Cv]ty]p,axa)V xaxa xov 10'alwva
von Tavolarios findet sicb NS. XII 544 — 555. Pome et V Orient
betitelt sicb eine Sammlnng von Publications de doc^imeniSj ^exposes
Li teraturb ericlii.
365
et de lettres an nom de la verite, de la justice et de la cliarite Ton
Uxkull, die sich. mit einem Tome I: Jesuites et Melchites (Berlin, — '
XI, 142 S.) einfiilirte. Seine Dokumentenpnblikation La missione
greco-cattolica della Cimarra nelV Epiro nei secoli XII— 'XVII liat
Karaleyskij B, XXIX 170 — 197 zu Ende geflilirt. Bruno liandelt
EtF. XXIX 618 — 631 iiber AmMssadeurs de France et capucins /ran-
cais d Constantinople an XYIF siMe lapres le journal du P. Thomas
de Paris, Im vatikaniscben Arcbiy dnrcb den yerstorbenen Prof. An-
tonoyiC aus Kiev geliobene Locum enti relativi ad un progetto di
Tlnione nella Russia meridionale (sec, XVII) sind BO. VI 154 — 162
gedi'nckt. Eine (Lettre inedite de Veveque grec-
catholique Maxime Holcim d ses diocesains dlAlep) yom J. 1773 bat
Manacb M. XYI 345—351 herausgegeben. — Allgemeine und Profan-
gesclaicbte : Yon literariscben Ersobeinungen allgemeineren Inbalts, -welcbe
die Konstantiiiiscbe Jubilaumsfeier auf den Plan gerufen bat, yerzeichnen
wir Somigli di S. Detale Costantino il Grande e il proUemu politico-
religioso al principio del sec. IV (Elorenz. — 204 S.), Sea glia Costan-
tino, (Vicenza. — 36 S.), Bernareggi Costa72tino la sua poUtica
religiosa (Monza, — 18 S.), Yiller La paix de Vidglise, FHit de
Vannee 313, 6t. OXXXY 438—464, Sebrijnen Konstantijn de
Groote en het edilct van Milan (Utrecht. — 57 S.), Schwertner The
liberation of the Church by Constantine ACQB. XXXYIII 33—68,
Smith The peace of Constaniine in y/The MontF^ OXXI 449 — 464,
eine yon G-ranert xihex Konstantin d. Qr, und das Toler an^-FdiJet von
Mailand gehaltene Festrede (Miinchen. — 20 S.) und yonDelle Selye
fiber La Chiesa e Constantino il Grande SO. 4. XXIY 290—306 an-
gestellte Considerado^ii storico giuridiche. In CO, 1913 bat Payissicb
II 257—276 liber Costantino Magno e Vunitd cristiana und II 662—673,
III 129 — 143 liber Costantino Magno e la Ubertd cristiana gebandelt,
Sayio dagegen nacb einem ersten allgemeinen Artikel fiber La con-
versione di Costantino Magno e la Chiesa alV initio del sec, JTI. I 660
bis 671 drei weitere speziell dein Problem der Kreuzeserscheinung ge-
widmet: La guerra di Costantino contra Massendo e le apqmrmoni
miracolosG della Croce del Salvatore II 11 — 20, La realtd dslle appari-
zioni Gonfmnata dalle dichiarazioni solenni di Costantino II 556 573
und Le innovazioni radicali legislative di Costantino confemnano la
veritd delle apparizioni II 385-402. Batiffol untersucht BALAC. Ill
178—188 Les Hapes de la conversion de Constantin, Healy CUB. XIX
81 — 99 Social and political significate of the edict of Milan, Santucci
bingegen Feditto di Milano specialmente nei riguardi giuridichi (Bom. —
14 S.), Die Darlegungen yon Debedey liber KoHCxaHTHH'B BcmiKhi,
nepBBiH xpHCxiancKifi HMnepaxop'L (Konstantin der Grofe, der erste Christ-
Uche Kaiser) KhrC, XXXYII 2. 674—697, OCXXXVIH L 821-844
Oriens Christianus. Neue Serie 111.
24
366
Literaturberioht.
suchen auf Q-rund der Eusebiosaiissagen die ernste christliohe Uber-
zeugung und die antiananiscbe Ortbodoxie ihres Helden zu erweisen.
Die Beligionspolitih des Kaisers Liciniusvfird durcb Q-orres Ph. LXXII
250—262 gewiirdigt und Die missionsffesGJdchtliche Bedeutung Konstan-
tins d. Qrofen durcb E. Krebs ZMw. Ill 177 — 186 geistvoll beleucbtet.
Von Seecks Q-eschicJite des Untergangs der antihenWelt hatt Band IV
(Berlin 1911. — 530 S.) Die ConstantiniscJie Dynastie zum Gegenstande.
Als Mudes sur I’ldstoire hyzantine (Paris 1912. — XXIII, 317 S.)
bat Rambaud eine Reibe erstmals in den JJ. 1871 — 91 veroffentlicbter
glanzender Aufsatze gesammelt wieder berausgegeben, durcb die er
seinerzeit fui- die byzantiniscben Studien in Erankreicb babnbrecbend
gewirkt batte. Das r'omisch-'by^antimscTieMarscldager vom 4.— 10. JaJir-
Imndert bebandelt Grosse BZ. XXII 90 — 121 mit eindringender
Griindlicbkeit. Die Einv&rleibung armenisclie)' Territorien durch Bygam
im XI. Jalirhundert betrifft Bin Beitrag gur vorsddsGhvIcischen Fei'iode
der armenischen Geschiclite von Akulian (Ztiricb 1912. — 24 S.).
Tiber Bartiti politid e lotte dinastiche in Bisanzio alia morte di Manvele
Comneno verbreitet sicb eine Monograpbie von Oognasso MAT. LXII
213- 317. Seine Arbeit iiber Saint Louis en Palestine bat Dressaire
EO. XVI 221 — 231 zum Abscblub gebracbt. BuUe navi pa^pali in
Oriente al tempo della caduta di Cpoli bandelte eine Studie von Picotti
(Venedig 1911. — 43 S.). In einem Artikelcben Cliatliej-ine ouTModo-ra?
gibt an dem letzteren DieblBZ. XXII 88f. der Tocbter des Trapezun-
tiscben Kaisers J obannes IV Komnenos ibren seit Jabrbunderten ver-
kannten wirklicben Namen zuriick. Kh Balkan exiles in Borne bespricbt
Miller (Rom 1912. — 21 S.) die Gelebrten und entthronten regierenden
Herrn des byzantiniscben Ostens, die nacb den Broberungsziigen Sultan
Mubammeds 11. am Hole Papst Pius’ II. eine Zuflucbtsstatte fanden. La
siirvivanr-e hyzantine dans les pays roumains bebandelt die zweite von
Deux communications faites le 7 et h 8 avril 1918 au troisieme con-
gres international dIetudes Mstoriques d Aondres von J or g a (Bukarest. —
49 S.), deren erste Les kases necessaires d’une 7 wuvelle Mstoire dii moyen
age zum Gegenstand bat. Stir les tables gmealogiq'aes des dcspotes
et dynastes mklievaux dXfdpire et de Thessalie gewinnt Bees ZGeG.
Ill 209 — 215 aus Hss. und Urkunden der Meteorenkloster neue Er-
kenntnisse. Mit Bezug auf Die Carenwalil des Jahres 1613 wird Die
schwedische Thronkandidatur und Hire Vorgeschichte ebenda 161—202
durch Almquist, Die Zeremonie der Erwerbung Klein-Bufiands am
8. Januar 1654 und ibre nabere Bedeutung V7ird203— 208 dm-cb Sab-
cenko besprocben und Bu/lands Orientpolitik in den letgten gwei Jahr-
Ivimderten dui-cb Uebersberger zum Gegenstande eines 'Werkes ge-
macbt, von welcbem Rand I (Stuttgart. — 380 S.) erscbienen ist. Jor-
gas Gosrhhhte des Osmanischen Beicles nach den Quellen dargestellt
Literaturbericlit.
3G7
ist mit dem die Zeit von 1774 bis 1912 beliandelnden 5. Bande (Grotba. ~
633 S.) Yollstandig geworden. Die Date storicliG piu wiportanti cleW
Dtiopia^ del Sudan e dells cslonie italmue d! Africa bat Obechi (Eom
1911. — 75 S.) zusammengestellt. Die Portugiesen in Ahessinien be-
bandelt Ein Beitrag ^ur EntdeckungsgescJiicJite von Afriica you Krause
(Leipzig 1912. — 118 S.). Drei Publikationen warden der Entwick-
lung der Lage der Armenier im Osmanenreicbe gewidmet an einer
{2. mit ueueu Materialien v&i'selieu. Aiif-‘
lage) Yon Paffi {Bie TUrJdsch- Armenier,
[Die Armerfisclw Frage]) (Wien. — VIII, 163), einem zweiten JBuche
Yon Scbabrinian ^iujl^wj^iuit fulbq^plfb S-iu^nLtf^ (Die Entsteliung der
Armenischen Frage) (Konstantinopel 1912. — 208 S.) nnd der Artikel-
serie Yon i\.rpiarian (Die Entstehung
der Armenischen Frage) ME, 1912 Nr. 2524f., 2527, 2529f., 2530, 2532,
2636, 2538, 2540f. — Lokalgescliicbte : Hocbbedentsam zu werden verspricbt
eine vSerie Yon Monograpbien iiber Altchristliche Stddte mid Land-
sol uif ten ^ die Scbultze mit einem die gescbichtliclie Entwicldnng bis
zum Tode Theodosios^ II. and die Zustiinde in Kircbe, Staat and Ge-
sellscbaft bebandelnden Yortrefflicben Bacbe iiber Konstantimj^el (324
his 450) (Leipzig. — X, 292 85.) eroffnet. Seine Stadie iiber Les
Georgiens d Jerusalem bat Janin EO. XVI 211 — 218 mit einer Za-
sammenstellang Yon Nachricbten and Urteilen abendlilndiscber Pilger
iiber sie and einer Skizzierung der Legende and Gescbicbte des Kreuz-
klosters weitergefiilirt and seine Arbeit iiber
^JiiLutbij^uibn^ (St. Jalwhy das Nationalhivnhnihaiis) der Armenier in Kon-
stantinopel Srapian HA. XXVII 264---2B0, 409--431, 475->-487,
536 — 546, 607—622 fortgesetzt. — Kircliengescliiclite: Eu Kriigers
UwndhiicU der Kircliengescliiclite filr Studierende bringt ein letzter Tail
des Werkes (Tiibingen. — III, 137 vS.) das Register ^ nacli Anleitung
des Herausgehers learleitet von Dell, sowie Nacldrdge mid Bericli-
tigungoL SnW origine del nomo Gristiano kommt Paribeni NBAC.
XIX 37 — 41 za dem Ergebnis, dab die Bezeicbnang Yon dem romiscben
Element der Bevolkerang Antiocbeias aasgegangen sein miisse. Von
Ramsay The Clmrch in the Roman Emjiire before A, D, 170 liegt
eine 10^^ edition (London. — 534 S.), Yon Achelis Das Christentum
in den ersten drd Jahrlmnderten der zweite Band (Leipzig 1912. —
XII, 469 S.) Yor. Christliche Kirclie nnd romischer Staat his mr
Alleinherrscliaft Konstantins lautet das Tbema einer WBG. 1913.
145 _ 149 , 156—160, 161—164, 171—176 veroffentlicbten Artikelserie
von Liibeck. tJber ’AXs^avBpoc emaxoTtoc depoaoXbfAtov hat Gb. Papa-
dopalos PTbS. 113 — 124, iiber Alexandrien in der alien Kirche bat
Volker OW. 1913. 79fF., 102—107 gebandelt Die Frauen des hirch-
lichen Altertums^ denen J. P. Kirsch in einer Sammlnng Charakter-
368
Literaturbericht.
Ulder der ImtJiolischen Frauenwelt ein sclimuckes Bandcben (Pader-
born 1912. — 114 S.) gewidmet bat, geboren wenigstens teilweise dem
Osten an. G-rlitzmacber zeicbnet an demjenigen des Synesios von
Kyrene ein CliaraUerhild ans dem Untergang des Sellenentwns (Leip-
zig. — VII, 180 S.). Tiber Xapaxtr^piaixo? xal ptedoSoc to5 xaxa Toiv
^’Apeiavoiv too Mey. ""Aflavaaioo ergeht sicb Kallistos PTbS.
467 — 490. Die Friedensyolitik des Fapstes Damasus in Sacben des
meletianischen Scliismas wbd dnrcb Wittig (Breslau 1912. — XXVI,
241) auf dem Hintergrund einer Skizzierung ibrer Vorgescbicbte ein-
gebend dargestellt und gewllrdigt. Cb. OitaBiaKB, apxieniicicon'B KoHCTaii-
TimonojiBCKijS , ncnoB’fijuiHK'i, {Der hi. Flavianos^ ErMscltof von Kon-
stcmtino;pelj der Bekenner) siebt sicb TAK. 1912. I 477 — 492, II 40
bis 64 durcb den Arcbimandriten Anatolies eine Naebprufung der
Details seiner Lebensgesebiebte auf (3-rund neuer Quellen zur Kircben-
gesebiebte des 6. Jbs. gewidmet. Eine Ppiriyoptoo too OaXaixa ’Ap/tem-
oxoTcoo ©saoaXovtxTi? npootoTToicoita bat Papamiobael PTbS. 206 — 234
geboten, wabrend ein TJngenannter EO. V 367 — 372 sicb in eine ziem-
licb feindselige Auseinandersetzung mit seiner oben S. 146 ff. besproebenen
grofieren Monograpbie liber Gregorio Palamas einlafit. Die Eragc
TTC’^pSev 6 "IcoavvT]?; Zi)yop.aXd<; lepeug; beantwortet ein"^EXsy;(oc yvoijXTjc
TOO E. Legrand von Ob. Papadopulos Bz. II 414f. dabin, dafi diese
bervorragende Personlichkeit am okumeniseben Patriarcbenbof des
16. Jbs. der priesteiiicben IVtirde entbebrte. PI toxopta tt]? 2)(;oX7j?
im Kreuzeskloster bei Jerusalem wird durcb denselben PTbS. 41 — 112
dargestellt, wabrend ebenda 15 — 40 von Papamicbael eine flepiypacpi]
TYjt; iopTTjc T^c nsvTY]xovTa£Tr]pt3o<; T% 2);oX^? geboten wird, welcbe im
J. 1906 das bierosolymitanisebe Patriarebat in jenem Kloster feierte.
Tiber La franG-magonn&>ne et VEglise greegue en Grace et en Tnrquie
ist auf Darlegungen von Nesiotes EO. XVI 232—235 zu verweisen.
Seine Arbeit liber Joachim III, patriarche grec de Qonstantinoi^le {1834
— 1912) bat Cay re EO. XVI 322 — 330 bis zur erneuten Erbebung
desselben auf den Patriarcbentbron im J. 1901 weitergeflibrt. Einen
durcb die Turfan-Eunde besonders aktuell gewordenen Gregenstand be-
bandelt die Studie Cbeikbos liber
{Le Ghristianisme pwrmi les anciens Titrcs et les Mongols) M. 754—772,
wabrend Marquart SbPAW. 1912. 486 — 502 Gmvainfs Bericht ilber
die BekeJmmg dm' Uigur en zum ManiebiLismus, bezw. ibren weiteren
Religionswechsel zum Buddbismus studiert batte, Bei Xarsi
(Les origines des Nestoriens
actueJs) M. XVI 491—504 wird als Einleitung zu einem Tiber blick
liber die gegenwartigen Hyparchien und ibre neuere Gesebiebte ein
solcher liber die geschichtlicbe Entwicklimg seit dem 15. Jb. geboten.
Von Vailhfes Arbeit liber die Formation de Vldcjlise armmienne be-
Literaturbericht*
369
handelt eine erste Fortsetzuiig EO. XVI 193 — 210 organisation
aiitonome de V£lglise diArmmie {fin dn siede — VI^ siecle).
A^uijmuuiiihihiujg {Die arfiiemsche Kirclw
ini V. tTciTirliundcrf) botitolt sicli Gin ^^dijiu/£iuit nt.unL.tfijiuultpnL.l^h'uib
q.lt(t.^k^jmu£mL.nL.m&q.inL.f^lrp {Aus 0 uge aus doM Worko des Eliseus. Kri’^
tisclie SUtdien) entlialtendes Bucli yon Kllleserian (Konstantinopel
1912. — IV, 104 S.). Die armenisclie KircjbengescMclite des 18. und
beginnenden 19. Jhs. forderu Aufsatze vonKalemkiar iiber
\]| • j liunbltuib l|. i^nj^ukr^ji^ ^\^tuq}rum^m^L.n^ 1670 — 1738
{Rariithium V. Levonian ans Erdnsdiof von Caesarea Palestinensis^
167 0 — 1738)j huj^liul^nui^nu 1759 — 1765 {JBisdiof Cfeorg von
Eudokiajl759 — 1765), X^uipwuifrm uifi^baifiuf^ninnu
1736 — 1790 {Kara.^et V.Melekian aus Rindzk, Erzlnschof von
TifiiSj 1736—1790) und Xj . i\^ni,£iiumbmh
iut£.JIfijJiuin£iiijwn£j ^^^mpiuufiL, 1760 — 1822 {Antou PuTaticoif EfZ-
hischof von Kars, Administrator von Karasou Bazar, 1760—1822)
HA. XXVII 548—555, 385—392, 587-607, 449—463. Von dein ge-
waltigen "Werk einer denkbar umfangreiclist angelegten Hcropiiii na
gxiirapci^aTa ^pKBa {GeschicMe der hulgarisdien Kirche) yon Oucbley
ist der I. Band (Sofia 1911. — VIII, 1163 8.) erscliienen. Pie Wahr-
lieit liber die 8lavma>;postGl will Bruckner (Ttibingen. — III, 127 S.)
ermitteln. Titoy bot TAX 1912. Ill 219— 246, 588-620 einen Bei-
trag K'b iicTopin KieBCKOH AyxoBHOfi aKaAOMin bx XTII — XVIII bb.
(Znr Geschichte der GeistUchen Akademie von Kiev im 17, und 18. Pi,),
nacbdem er ebenda I 30 — 50, 228 — 262, 511 — 537, II 66—86, 281—304,
425—448 tiber KieBcuan aua^iieMin bb onoxy pe^^opMi, {Pie Almdemie
von Kiev im Zeitalter der Peformen) urn die Wende yom 18. zum
19, Jh. gebandelt liatte. Pas franzdsische MissionsxorofeJdorat m dei^
Levante und in China hat Sagmiiller ZMw. Ill 118 — 133 sorgfaltig
in seiner Entwickiung yerfolgt. Er. Dunkel bietet HL. LVII Zim
100. Geburtstage des ersten lateinischen Patriarchen von Jerusalem Jo-
sefih Valerga ein kurzes Gedenkblatt. Der am 11. Februar 1912 yer-
storbene Mgr. Germanos Moitakad, fondateur de la Congregation meJMte
des Paulistes {1834—1912) ist der Held eines EO. XVI 312 — 321 von
Klioury mit verdienter Warme entworfenen Debensbildes. — Eon-
ziliengescMchte : Be divergenze dommaticke^ discifilinari e liturgiche tra le
due Chiese al Concilio Ecumenico di Firenze werden yon Palmier i B.
XXIX 145 — 153 erortert. — Gesohiclite des Monclitums: Dimitrewski
yerfolgt Pie cliristliche frenvillige Armut vom Ursprung der Kir die bis
zum 12. Jahrhundert (Berlin-Wilmersdorf. — V, 97, S.). The Evolu-
tion of the monastic ideal, from the earliest times down to the coming
of the friars stellt Workman (London. — 390 S;) dar. Pe con-
troversie ^^enitenziali dei primi secoU e Vantico monachismo werden
370
Xiiteraturbericlit.
auf ilir Verlialtuis zueiuander yob Peunisi (Pavia. — 20 S.) geprilft.
Von dem Das moryenlandiscliG Mmchtum beliandelnden Werke von
Scliiwietz liat ein neuerdings erscliieneiier 2. Band (Mainz. — VIII,
192 S.) Das MoncMum auf dem Sinai tind in Palclstma znm Gegon-
stand. Wiegand liat in der von ihm unter Mitwirkung von Boese,
Delehaye, KnackfuB, Krisclien, Lyncker, v. Marees nnd Wulff
bearbeiteten Pnblikation Der Latnios (Berlin. — 230 S., 11 Taf.,
1 Karte. = Milet Erijelnisse der A^tsc/rahungen nnd Untersuclmngen
seit dem Jahre 1899, Band III. Heft 1) 177-— 189 die HistorAo'po-
grafJi, JSfachricliten nber die Latxnos-Kloster mustergiltig verarbeitet.
Eine rispiypacpY] toxopUY] xal TO'iuoypacptxT] sv navopp-tp 2u{X7j< tspa^
Movt]? too Ta^iapxoe xvj? liTtXeyop.svTr]<; tou riavoppLttoo gab Clia-
biaras (Samos 1911. — 194 S.). Bacel beginnt EO. XVI 338—360
eine die betreffenden Urknnden in extenso mitteilende qnellemnabige
Stndie tiber den melkitiscben Patriarclien Athanase V. Janhar et les
Beformes des Clioiierites (1790—1794), Der Jubilaumsanfsatz von
Obeikbo (Les Noces d!or de la Congre-
gation des Ouvrms d Beyrouth) M. XVI 321 — 335 wirft einen Eiick-
blick anf ein lialbes Jabrliundert religiils-sozialer Wirksamkeit der
JesTiiten auf orientaliscliem Boden. Der geisiliche Bitterorden Konstan-
tins des Grofen^ dem Ltibeck WBG. 1913. 201 — 204 einen Artikel
widmete, Avar im J. 1190 von Kaiser Isaak II Angelos reorganisiert,
in seinen Anfangen der wolil einzige geistliclie Bitterorden der byzan-
tiniscken Welt. — Gegenwart; Die Auflosmig der scJiisniatischen Kirche
des giuecbisclien Eitus glaubt ein I-l in dem Hj)E. CLII 62— 77 von
ilim gescbilderten ProzeB zunelimender Verselbsttodigung der ortho-
doxen Kationalkirclien dem okumenischen Patriarchart gegeniiber er-
blioken zu diirfen. In EO. V 376 — 385, VI 181 — 187 bringt die
Cronaca dieser Zeitschrift aus Eoin, Konstantinopel, Griechenland,
Grottaferrata, Antioclieia nnd EuBland Berichte iiber konstantinische
Jubilaumsfeiern, die Inthroni>sation des neuen okumenischen Patriarchen
Germanos V, Tod und Exequien des Konigs Georg von Griechen-
land, die Konversion des Ex-Metropoliten von Jerusalem und des Ex-
Patriarchen der Jakobiten zur katholischen Khche und die unten S. 374
zu beriilirende russische Sektenbildung auf dem. Athos. Auf die ortho-
doxen Patriarchate Konstantinopel und Antioclieia, die russische und
die Kirchen der Koiiigreiche Griechenland und Eumanien erstreckt
sich EO. XVI 266 — 268, 361 — 372 die Chronique des eglises orientalesi
deren einzelne Absclinitte von A.O. und J. Daubray und Arnaud
herriihren. Die Mrchliche Chronik der IKZ. Ill bringt aus der Eeder
Kiirys vom altkatholischen Standpunkte aus Betrachtungen 260 £ iiber
Die kirchlichen Organisationen der Orthodmxm und der mitBom muerten
Orientalen in OstmAtcli-Uvgarn, 262—257 fiber Nationah Beioegungen
Literaturberiolit.
371
in der romiscli-licitholisclien Kirche, die er bei den Rutlienen, den
unierten liumaniernUngarns, denKi’oaten und den Litauern im rnssischen
Polen beobacliten will, 257 — 261 liber Die rdinisch-katholisclie Siirelie
in der europdlschen Turkd, 261— 266 iiber Die romiscJi-kafholische Dro-
%)aganda in Alt-Serkien und 267 f. iiber Kimdgebungen sum Balkankrieg,
die zwisoben der amerikaniscben Episkopalkircbe von New England
und dem bulgariscben Exarcben gewecbselt wurden. Enter deni Titel
L’Dglise catJioligue en Turquie d’Euro^e wirft Janin EO. XVI 236
bis 242 anlafilicb der Emwalzungen am Balkan einen Blick auf den
bisberigen Bestaud derselben an Lateinern, unierten Bulgaren und
unierten Q-riecben. II qjcitronato cattolico in Orients ml diritto capi-
tolare e nei trattati bespricbt Eoberti NA. OLXV 295 — 307. Le
condisioni del Cattolicismo nel Governatorato di Minsk scbildert ein
„Polonus“ BO. VI 147 — 153. — Pas Unionsproblem: Die Balkmifrage
in der Kirchengeschiclite bat Pfeilscbifter, Beden gehalten mn 3. Mai
1018 lei de)' offentl. Feier der tflergahe des Brotektorats der Universi-
Uit Freiburg i/B (Ereiburg i/B) 27 — 94, eindringend und geistvoU,
wenn aucb etwas einseitig vom Standpunkte des abendlandiscben Tbeo-
logen aus, durcb die Jabrbunderte verfolgt. In einem Aufsatz iiber
Griechisch-orthodoxe und romisch-katholische Kirclie Grb. 1912. 341 — 356
sucbte Heisenberg unter besonderer Beriicksicbtigung derPerioden des
Bildersturms und der Unionsbestrebungen die tiefsten inneren Ursaoben
des Scbismas klarzulegen. Unter dem Obertitel „Tu es Betrus‘^ be-
ginnt Dugout BO. VI 133—146 im Hinblick vor allem auf BuMand
eine neue umfassende Studie iiber Le ScMsme Or^co-Biisse et la Bri-
maute Bontificale. Die Basl&' Konsilsfiotte des Jalires 1487 begleitet
Co bn ZGAk. XTT 16—52 an der Hand der Akten des Konzils auf
ilirer Eabrt nacb Konstantinopel und von dort zuriiok. Die_ Duious-
bestrebungen des 15. Jbs. beleucbtet Dugout
(Bessarion apdtre de I’Union) M. XVI 446 — 459. Oh. Papadopulos
beginnt EPb. XI 523—542 auf Grand von Briefen und ungedruckten
Scbriften eine Monograpbie iiber Nu6Xaoi; naTtaSoitooXos Koiavt)v 6?,
einen im J. 1740 verstorbenen Geistesverwandten des Leo AUatius.
tiber 8trossmager et les Bulgares bandelt Gospodinof EO. XVI
305ff. '0 IlspMcXava)(ievos, dem Papamicbael EPb. XI 481 — 192 eine
Skizze widmet, ist der sicb um eine kanoniscbe Verbindung mit der
orientaliscben Ortbodoxie bemlibende Griinder einer engliscben alt-
katboliscben Kircbe A. J. Matthews. Herrlicbe Worte der Mabnung
zu obristlicber Liebe und berzlicber Hingabe an die kircblicben Ein-
beitsbestrebungen findet endlicb, ausgebend vom Konstantinsjubilaum
und den cbi’istlicben 'W'affenex'folgen im Balkankrieg ein Ungenannter
BO. VI 7 — 11 unter der Uberscbrift Base e lihertd.
372
Literatiu'bericlit.
lY. Dogma, legende, Kultus und Disziplin. — Verhaitnis zu
Nichtchristlicliem: In ebciiso gediegeiiei% als aucli filr weitere Kreise
fosselader Weise liat E. Krebs (Munster. — 80S. = Biblisclie Zeit-
fragen VI 4/5) Das relionsyescldcldlielie Problem des XlrcliristenUims
vom katbolischen Standpuiikte aus in Auseiiiandersetzung mit der
modernen religionsgescbichtlicben Forscbung bebandelt. Yon dem-
jenigen der letzteren aus wurde durcli. G-lawe (Berlin-Licliterfelde. —
44 S. — Bibliscbe Zeit- und Streitfragen YIII. 8) Die Bedehung des
GhrisienUtms mm hellenistiscJwn Heidentim im allgemeinen und durcli
Olenien (GrieGen. — IV, 88 S.) speziell Der Ewjhi^ der Mysterienreli-
gionen auf das cilteste Christentum eriirtert. Bine IJntersucliung iiber Les
mgsteres pamis et h mystere chretien bat aucb Loisy EHLE. 2. IV 1 — 19
begonnen. Bei L ej a y D ascension d t ravers les cieiix dans Ensebe de Cesaree
(Hist eccl X 4, 15) BPli. XXXVI 201 f. wird der betreffende Ausdruck
des Vaters der Kircliengescliiclite auf eine Zeremonie der Isismysterien
zuruckgeftibrt. tjber Eduard Nordens Agnostos Theos bat W. Bauer
TBs. XVI 113 — 121 eingeliend referiert, wabrend ebenda 143 — 160
unter dem Titel Altes Christentum und griecJdscJie PliilosoigMe Bouses Qi
ein Beferat uber einscblagige Werke yon Caird, Bonb()ffer und Poblenz
aus den JJ. 1909—1911 erstattet, Uber Pagardsm and Christianity
in Egygt liegt ein Buck von Scott-Moncrieff (Cambridge. — IX
225 S. 1 Taf.) yor. Seine in verscbiedenen Beziebungen aucb auf dem
Grenzgebiete dem Obristlicben zu wertvolle Erllcbte zeitigenden Mudes
sur le gnosticisme ^nusulman bat Blocbet BStO. VI 5 — 67 weiter-
gefiibrt. Zur EntsteliungsgeschicMe des islamischen Ktdtus weist Mitt-
wocb (Berlin. — 42 S. == Abhdl. PAW.) im Gegensatz zu Beckers
These einer solcben vom Christentum auf Abbtogigkeit vielmebr vom
Judentum bin. Tiber Japanese buddhism in relation to Christianity ver-
breitet sicb Pringle CQB. LXXXV 307 — 328. — Lelire und Lehrent-
wicklung; Haresien: Von Tixeronts Dogmengescliichte. Ins Deutsche
ubertragen von Ziescbe ist der 1. Band (Breslau. — VIII, 649 S.)
erscbienen. The dioly Spirit in the ancient church betrifft A Study
of Christian teaching in the age of the fathes von Barclay Swete
(London 1912. — VIII, 430 S.) De descensus in I Petrus 3^^ en 4^^
bebandelt Plooy TT. XLVII 145 — 163 in Nacbprufung der ein-
scblagigen Ausftibrungen der S. 373 des vorigen Jahrgangs dieser
Zeitscbrift registrierten Arbeit von Gscb-vvind, an die aucb Schmitt
^jAbgestiegen zur HblW^ PB. XXV 472 — 476 ankniipft. Stark unter-
sucht The Christology m the Apostolic Fathe^^s (Chicago. — 60 S.).
Unter dem Titel Le Christ Alexandrin gibt Coulange BHLB. 2. IV
327 — 351 einen vollstandigen AbriB der Entwicklung der vornicaniscben
Obristologie, wie dpr auf dem Standpunkte Loisys stebende Verfasser
sie zu seben glaubt. Gnostique et Gnosticisme bebandelt ziisammen-
Literaturb ericli t .
ms
fassend eine .der gnostisclien Bewegung auf Kosteu der GroBkirelie
entscliieden zu sympathiscli gegeniibersteliende jfiJkide critiqm des doGU-
ments dit gnosticisme oliretien (tax ir at JiP s, von Faye (Paris. —
II, 484 S.) , wahrend speziell rHocTimiiSM'L ir 6opi>5a ij;epKBii cb hhmb
BO It. B. (Der Giiost'kwnus tuid seine Bakdnipfung dwrcli die Kirclie das
2. Jhs.) den Gegenstand der Ansfulirungen yon Posiiov TAK. 1912,
III 509 — 567 bilden. Unsere Kenntnis des Manicbaismus falirt fort,
dank der Funde im zentralen nnd ostlichen Asien vertieft zu 'werden.
So haben Obavannes nnd Pelliot ibre Studie liber Tin traite
Ilanicheen retrouva en China JA. 11. I. 99 — 199 nnter Heranziebnng
des gesamten Materials in jimgster Zeit neu bekannt gewordener
Manicbaica weitergeftlbrt. Aus dem Peblewi oder dein Sogbdischeii
llbersetzte TUrhische Manichaica aus Chotscho warden durcb y. Lo
O oq (Berlin 1911. — 61 S. == Abbdl PAAV.) ediert nnd llbersetzt,
NacMrdge Bum Clniastiianit (Chuastuanot)^ da)n BuJ^gehete (hr Manichewr
(Hover) von Eadloff BAP. 1911. 867—896 geboten nnd Ein Doi^j)el-
hlatt aus einem uianichdischcn Hyinnenhucli (Mahriidmati) durcb F.
A7. K. Mtlller (Berlin. — 40 S. -= Abbdl. PAW.) bekannt gemaebt.
Eine RHLR. 2. Ill 544 — 557 begonnene Stndie ilber La xienitence dans
Origene setzt Vanbeck IV 115 — 120 fort. Der Agennesiehegriff in der
griechisclien Theologie des 4. JaJirJmnderts bildet das Thema einer solclien
von Stiegele (Freiburg i/B. — XIV, 144 S.). Uber Die Kirche in
den Schriften Konstantins d. Or. bandeltc Pfattisclx HpB. CLI
753 — 770. '0. M. A9avdaio; xal t] oo-ypLaxtxT] auiou xaxcc too Apeioo xal
SajBsXXtoo SiSaoxaXia erfubren eine AVlirdignng durcb Papakonstan-
tinos (Athen 1911. — 60 S.)* Zu ApoUinaris of Laodkea ist eine
Notiz von Walker ExpT. XXIV 246 ff. zu vergleicben. Eine Mono-
grapbie '0 Meyaf; BaotXstoc. 'H boyfretTLx*)] aotoo SiSaaxaXta, t] YjOiXT]
xal TO TcpaxTtxov fxepo? twv TiapatvsTixcov aotoo Xoywv (Atben 1912. —
252 S.) hat ■wiederum Papakonstantinos zum Veilasser. Die Lehre
des 111 Johannes Glirysostonms iiber den HI. Oeist entwickelt Juzok
K. 4. XI 309 — 320. Ausftibrungen ilber II Primato di S. Pietro a
dd suoi S'U(X)essori in S. Oiovanni Crisostomo bat Marini B. XXIX
27 — 37 fortgesetzt. Die Beioahrimgslehre des Nestorms bespriclit
Schultes K, 4. XI 233—247 in kritiseber Auseinandersetzung mit
den betreftenden Aufstellungen von Junglas, der ebenda 437 — 446
in einer erneuten Ansfiibrung liber Die IrrleJire des Nestoj'ins repliziert.
Den grofien ortbodoxen Gegner des Xestorios anlangend, sind die Auf-
satze von Pen and in iiber La theologie de S. Cyrille JAlexcmdrie
dJapres s. Thomas RT. 1913. 129 — 136 und von De Groot liber De
leer van den H. Oyrilhis van Alexandrie over de heiliymaJcende genade
TSt. 1913. 343 — 358,501 — 515 zu vergleicben. Eine zusammenfassende
Darstellung der Entwicklungsgescbicbte, der Lebre und der Aussichten
374
Literaturberickt.
cler [Marmwitenselite bieten Einige Blatter aus der neuesten Kirclien-
yescliicMe Bussiscli-Bohns you G-ajowski (Krakau 1911. — 94 S.).
Auf dem Atlios bat iu jtogster Zeit eine auf ungemessene Ubersckatzung
(les Jesus-Kamens berulieude Lelire scliwarmeriscker russiscker Monclie
die Geister erbitzt, was yon Komneuos BPli. XI 361—372 als 'H
^Opst &pYjaxeuTtxY) ept? referierend behandelt wird, wahreud
ein auouymer Aufsatz'lyjoouavot, oiweraLanuovaeresia nella Chiesa Bitssa
KO, YI 125 — 132 jener Lehre mekr Yom tkeologisclien Staudpuukte
aus kritisck zu Leibe gelit. — Legende: Xacb Kastner Eer heilige
Stall m Bethlehem TQs. XCV 23B— 246 ware die zuerst bei Justinos
bezeugte Uberlieferung you der Geburt Jesu iu eiuem Hobleustalle
als eine legeudarisclie zu betrackteu, die weuig Yertraueu yerdieute.
Pfister macbt, TLz. XXXYII 5721 auf E])isoden des Alexander-
romans in christlichm Texten aufmerksara uud mocbte ihr Auftreteu
bier aus gemeiusamer Abbangigkeit yom babylouiscbeu GilgamiS-Epos
erklaren. La leygenda di Gostantino il Grande e di ;pa^a Silvestro
macbt Scbaskolsky RO. YI 12—25 uuter sachgerndfier Beriick-
sicbtiguug der syriscben uud armeniscbeu Uberlieferung zum Gegeu-
staud Yorsicbtig abwageuder Erorterungeu. Lie Taafe Konstantins
ties Qrofcn betreffeud recbuet ferner aucb Liibeck WBG. 1913.
273 — 277, 284 — 287 mit der Silyesterlegeude iu -treffeuder Y^eise ab.
Dschanhoi — Die amharische Bemkhnung fur MajesUlt wird durcb
eine you Mittwocb ZA. XXY 281 — 286 luitgeteilte populare Legeude
erklart. — Liturgie: Eiu H.P.W. uutersucbt St. 1912. 684—693 The
Evidence for the Ayaj)e ht the Literature of the first two Centuries; er
glaubt, dab bier eiu scbltissiger Beweis speziell auf die AtSa^Tj sicb nicbt
griludeu lasse. SkabalanoyiB yerbreitete sicb TAK. 1911. Ill 1 — 39,
II 181 — 202 Tiber deu Urspruug der EKTeHiH (EJctenien) der orieu-
taliscbeu Riteu, deu er bis ins 2./3. Jb. binaufrlickt, uud ibre weitere
Eutwicklung. Zur Herht/nft der Ana;phora der ChrysostomusUturgie
batTG. Y 392 f. uim aucb Scbermauu das Wort ergriffeu, um seine
Position gegen Baumstark zu yerteidigen, der ebenda 3941 replizierte.
Ein Ostralwi. der Jaiiserliohen Eremitagej dxs y, Lomm KkmeJwptische
Studien n. LVIII ZAP. XI 671 — 680 veroffentlicbte, eutbalt ein
Anapbora-Brucbstiick. A i)roi)os de Vanaphare de Saint Athanase
macbt Grebaut ROC. XYIII 100 f. eiu Zitat aus derselbeii in der
atbiopiscben Hs. .Delorme No. 3 bekannt. Lie athiopische Anaphora
des hi Johannes Chrysostomus bat Euringer K. 4. XI 406 — 414 durcb
eine buobst verdienstlicbe Neutibersetzung der liturgiegescbicbtlicben
Forschung endgiltig erschlossen. La consecramne eucarisfica nella
IHitryla yreca bebandelt Franco (Eom. — 92 S.). Lie Stelhmy der
JMpste ^itr Epiklese der yricchisch-orttmtallsvhen LUuryien wird TPQs,
1913. 315—323 durcb H.oller beleucbtet. Une explication du patri-
Liter at, urb ericht .
375
(irclie Michel VOxite (1143—114.0) siir laformiih de consecraUaii euchdr
rlsiuimy aiif die Salaville EO. XVI 289—291 aufmorksam inaclit,
sclilieRt eine konsekratorisclie Bedeutuug dei' Epiklese unzweideutig
aus. Unter den Theological texts from cojotic i)a^)gri^ als welcbe Crum
(Oxford. — VIII, 215 S. 9 Taf. == Anocdota Oxomenskiu Seniliic
Series — FarL XII) diejenigen der spater you Morgan angekauften
Amber st“Sammlung in mustergiltiger Weise publiziert bat, stebt 2f.
als Xr. 2 das liochinteressante Fragment eines saidiscben Lektionars
rund des 7. Jlis. Seine Beant-wortnng der Frage: Die Taufe — hekl-
nisohe Magic oder christUches Gnademnittel? bat Schreiner XKZ.
XXIV 175 — 189 zu Ende gefiibrt. Stiulieii 0 icr TJieorie %incl Praxis
der Tcmfe ui der christlichen Kirche der ersten 2 Jalirliunderte stellte
V. Stromberg (Berlin. — VIII, 253 S.) an. Zur Fiifivaschimg ari,
Page vor dem Fassali verweist Bisler ZNtW. XIV 268— -271 an
der Hand jtidiscber Literatur auf die Moglicbkeit, sie als mystisches
Brantbad der Kircbe zu fassen, wozu die Hocbzeitsriten in der
Initiationsfeier der Markosier zu Yergleiclien waren. Le RitnelDihioiner.
bekannt zu macben beginnt Obaine B. XXIX 38 — 71 mit der von
einer lateiniscben Ubersetzung begleiteten Edition des Bituel du hajp-
teme nacb vier Hss. und dem Erstdruck des Tasfa Sejon vom J. 1591.
Le rite da mated d. b. des eigentiimlicben armeniseben Tieropfers be-
bandelt Tixeront BALAC. Ill 81 — 94 unter lebrreicber Bertick-
siebtigung seiner abendlaiidischen Parallelerscbeinungen. Dexorcisme
Ttara xyg lidgotg attrihuc cl saint Orkjoire, den Arnaiid EO. XVI
292 — 304 eingebend studiert, findet sicb nur in gewissen Eucbologien
des 12. — 15. Jbs., entbiilt aber sebr alte gnostisebe oder beidnisebe
Bestandteile. Zwei grieebisebe Formulare einer npoKiaxie npecTynmiKa
n:ca.iiMaMK (Veifiuclning des Verbrechers mittels der Psalmen) bat Al-
mazov (Odessa 1912. — 84 8.) xmbliziort und erlautert. Orebaut
ediert und tibersetzt BOO. XVIII 215 tf. als Le henklicite Hhioj)ien
ein athiopisebes Tischgebet aus der Hs. Delorme Xo. 3. Die beute
aus der kircblicben Praxis verscbwundene ycTaniiBia UTenia ( Ordmmgs-
gemdje Lekture) der byzantiniseben und russiseben Liturgie, der
Vinogradov BV. 1912 I 172—191, 297—318, 783—803, 11 115—127,
III 179 — 211 eine eindringende Untersuebung wllrdigt, war in die
erstere durcb Theodores Studites eingefubrt worden. 06b 0 M 0 <D 0 p 1 i
caKKOC 'h Miixpi^ (tlber Omophorion^ Sakkos ^mdMifra) bandelte Palmov
TAK. 1912. II 375 — 424 auf Grimd der iLlteren erbaltenen russiseben
und georgiseben Exeinplare dieser liturgiscbeii Kleidungsstiicke. —
Heortoiogie; Xau vereinigte als Un martgrologe et doaye menologes sgria-
ques (Paris. — 162 S. == PO.X 1) den bekannt enWrigbfscben Syrer und
zwei Gruppen das Jabr mit dem 1. Dezember, bezw. mit dem 1. Oktober
beginnender Denkmiiler des jakobitiseben Festkalenders in einer Sammel-
376
Literaturbericlit.
ausgabe, die der lieortologisclien Porsclmng wertvolle Dienste leisten
wird. IIocii'bAOBaHie npn^amenia CBaTofi ^oroHBJteiicKoM boabi. (Das
Ofjiciim der WassenveiJw am Epphametage) bat G-avricba TAK.
1912* III 324—340 eingebend bebandelt. Das Karsamstagsfeuerwunder
in der lieiligen Oraheslmxhe leitet Klametb (Wien, •— 46 8.) mit
treffender Erfassung der liturgiegeschiclitlicben Entwicldnng ans dor
alteren Osterliturgie Jerusalems ab. Tiber die im L J. abgebaltene
Erste Frohnldclmamspro^'ession in Emmaus (Kuheile) bericbtet Eticker
HL. LVII 171 — 175. — Heiligenkulte: Eer BeliquienMlt im Mtertwm
ist Gegenstand eines Standwerkes von Piister, dessen Das Ohjekt
des BeliquienJmltes bebandelndem ersten Halbband (GieBen 1909. —
XII, S, 1—399) nunmebr ein Die Beliqitien als Kidtobjekt und die Ge-
schiclite des Beliquienkultes wtirdigender zweiter (ebenda 1912 — 8, 401 —
686) gefolgt ist. Leider sind in deinselben aber gerade die Ansblicke
aucb auf das cbristlicbe Gebiet alles elier als einwandfrei. Ein
Kapitel aus der GescMchte der altchnstlichen Marienverehrung erortert
ein Vortrag gelialten auf dem YL Internationalen Marianischen Kon-
grefi in Trier von Boar (Trier. — 28 8.) an der Erage nacb dor
Existenz vorepbesiniscber Muttergotteskirclien in selir kritiscb urn-
sicbtiger Weise. fiber DEglise de Ghalcopratia et le cidte do la Sainte
Vierge d Constantinople verbreitet sicb Jugie EO. XVI 308 — 312
mit besonderer Berilcksichtigung des angeblicb von Kaiser Arkadios
in jener Kircbe niedergelegten Giirtels der allerseligsten Jungfrau und
seines Eestes am 31. August. 'H e$ ’AXsSavBpsta? xal K-OoXea); etc
Bsvevtav irsiaxoptSy] xdiv tspmv Xet'j^avtov Mapxoo too Eia^'^ekioioUj
"AOavoLotou xo5 MeYaXoo xal 2appa xou 'Hytaopevou wird PTbS. 397 —
407 durcb Xerucbakes besprocben. Der heilige Spgridon ist der
Held eines Schriftcliens, in dem Herzog Jobann Georg zu Sacbsen
(Leipzig. — 28 8.) in weiterem Ausbau dreier kleinerer Aufsatze das
Leben des Heiiigen, die tibertragung seiner Eeliquien nacb Korfu, die
Verbreitung seines Kultes und eine Eeibe ibn darstellender Tafel-
bilder bebandelt, um in einem Anbang nocb auf die Darstellung zweier
anderer griecbiscber Heiliger (Dionysios und Gerasimos) im stebenden
8arge binzuweisen. — Eircbemnusik: Seine allerdings immer ausschlieb-
licber der romiscb-abendlandiscben Liturgie gewidmete XIntersucbung
Delia origini e dello sviluppo del canto lititrgico bat Sc buster EG.
XII 157 — 168 fortgesetzt. — Xircbeuverfassungj kircHicbes und x^rofanos
Kecht: The govef>iiement of the church of the first century bat An essay
on the beginnings of the Christian mmistry von Moran (London. —
288 8.) zum Gegenstand. Eine Xotiz von Xau liber La hier archie
ecclesiastkpue clirHienne fapres Massoudi EOO. XVIII 134 ff. bemlibt
sicb um die ricbtige Ubersetzung und Erklarung der betreffenden
Stelle des arabiscben Historikers. Troitzky bandelt in einem selb-
Literaturbericlit.
377
standigen Biiclie (Petersburg 1912. — 362 S.) uicbt nm* liber /liaKOimechi
B'B upaBOCiraBHOfl B;epKBH fDie Dialwnissinnen in der orthodoxen
Kirche)^ sonderii sclireibt mit Piicksicht auf seine in En&land geplante
"Wiedereinfubrung die Grescbiclite des weiblicben Diakonats in Orient
und Okzident aeit dem friihesten cbristlicben Altertum. In difesa del
]}otere apostolico dei ConcUi e dei diritti della Cliiesa di Cristo wurde
RO. V 333 — 344 begonnen, you moglicbst wenigen Anmerkungen be-
gleitet Ansfiilirungen des verbannten Bischofs Her mo genes gegen
das russisclie Staatskircbentum wiederzugeben. Ales nntersucbt RSR.
1913. 201 — 222 La discipline pmitentiolle an IL siecle en dehors
IHermas. Tixeront beschaftigt sicb UC. 1913. 221 — 248 mit der
Prage: Comment se confessaient les cliretiens des premiers siecles? Speziell
liber Offentliche und geheime Buje hei Origenes stellt Stufler ZKT.
XXXVII 193 — 201 eine Untersucbimg an. Die verbesserndeWiedergabe
eines im J. 1864erscbienenen Originals von Zbisbman ist Apostopulos’
To Stxaiov TOO FaiJioo x^c, AvaxoXtx^t; 'Op&6SoSoo '*ExxXiriOLa^. ’Ex too
" j'spgavixoo sk T7JV IXXifjvtxi^v Y^diaoav (xstacppao&sv (rsta TroXXtov ^rpo?-
&Y)xd)v xat oiop9-(Losmv (Atben 1912. — oP', 736 S.). Uber BropoSpanie
i^jmpiiKOB'B (Lie meite Ehe der Priester) bat Troitzky liCTopuKO-
KaHOHHuecKoe iisM'j^^toBaHie (Eistorisch-hanonistische Untersuchimgen)
(Petersburg. — VIII, 282 S.) geflibrt, wobei er mit Xacbdruck ftir
die absolute Bnerlaubtbeit derselben eintritt. Die Prllcbte seiner
Studien liber Lie kirchliclte Geset^gehung des Kaisers Justiniwn I bat
Alibizatos (Berlin AVilmersdorf. — III, 134 S.) nunmehr auch in
deutscber Spracbe vorgelegt. Zur Frage naclt dem TJmfamj der Idreh-
lichen Ge>'ichtsharli'eit im vormongoUscJien EuJUand iluberte sicb Goetz
ZOeG. Ill 327—341. Uetude du droit hymntin bebandelt Serviere
EO, XVI 331 — 337 A propos dhvne recente puhlication, namlich des
oben S. 198 registrierten Buebes you Oollinet. Zur Geschichte der
arrha sponsalicia, die er bis ins byzantinisebe Eecbt berab verfolgt,
tritt Kosc baker ZRgEA. XXXIII 383 — 416 flir die Annabme
orientaliscben Ursprungs ein. D’ ^Eicap^o? AI^otctoo nei papiri di Thea-
delphia betrifft BZ. XXII 74 ff. ein Beitrag yon 0 an tar ell i zur
Verfassungsgesebiobte Agyptens in byzantiniseber Zeit. Uber Wohmngs-
miete und Verwandtes in den grdko^dgyptischen Papyri hat Berger
ZVEw. XXIX 321 — 416 auf Grand einer ersebopfenden Heran-
ziebung des Quellenmaterials sebr sorgfaltig gebandelt. Ein Aufsatz
Yon Monnier uber LaNovelle L de Leon le Sage et Vinsmiiation des dona-
tions in den Melanges P. P. Girard (Paris 1912). 237 — 289 betrifft die
durcb jenen Erlafi yerfiigte Aufbebung der Pfliebt, eine die Hobe von
500 Solid! ilbersteigende Sebenkung vor der Beborde bekannt zu geben.
Beitrdge mm lehenden Ehe-- und FamilienrecM der Rumdnen^ insle-
sonderejener m Sfiden dof^ BvJwwina erbringt Ootl arciric ZOVk. XIX
378
Literaturbericlit.
16—31, 93—104 La hgislamne deW Eritrea wird durcli Oaffarel
EE. 1913. 461 — 492 in ihrem gegenwartigen Stande zusammenfassend
vorgefiihrt. Ein Comj)endio delle lec/c/i dei Be jjFetha Nagast,^^ sulla
tradudone italiana del j)rof. I, Onidi. Con commenti e note sulla
procedura vigente e i costumi inAhissinia bot de Oastr o (Livorno 1912. —
VI, 163 S.). An La legge degli Alcheme Melgd warden an Ort nnd
vStelle gesammelte Istitimoni di diritto consuetudinario nel Seme dnrcli
Oapomazza (Macerata 1912. — 133 S.) bekannt gemacht.
V. Die Literaturen. — Handschriftenkaiide: Sein naipiiax^ BtpXio-
fiTjXY)? 2i)|j.irX7jpa)|xa liat Kallimacbos EPh. XI 244 — 253 fortgesetzt.
Anf Unlelamnfe griechische Eandschriften der PatriarcliatsMUiotlieh m
Jerusalem macbt Thomsen BZ. XXII 72 f. anfmerksam. Tin mamt-
scrit des Meteores de Van namlich die oben S. 138 berllbrte
Obrysostomosbs. beliandelt Bees EEGr. XXVI 53 — 74 AvecunefJude
sur les manuscrits grecs dates da iX® siecle. Im Bahmen seines
Catalogue sommaire des mannscrits copies de la BiUiotheque Nationale
fahrt Delaporte ROO. XVIII 84 — 91 mit der Registriernng der
saidischen Fragmente des ATs fort. Hyvernat untersuclit RB. 2 X
422—428 sachkundig die Frage: Pourquoi les miciennes collections de
manuscrits copies sent si paarres. Sein ^
(Eatahg der armeiimhen Randsclcriften ron Neii-Ba-
ja^et) wurde HA. XXVII 563 — 570, 627 — 638 durch Adjarian
fortgefiihrt. Die Besclireilmng der Bestande einer Privatsammlnng
arabisclier Hss. dnrcli Safa (Les Alami-
scrits de ma Bihliotheque.) kommt in ihren zwei Fortsetzungen M.
XVI 435 — 446, 578 — 590 fiir den Interessenkreis nnserer Zeitsclirift
weniger in Betraclit. Eine Mitteilung von Bang Uber die Herhinft
des Codex Oumamciis SbPAW, 1913. 244 f. waist nacli, dafi sein ita-
lienischer Teil in einem Johanneskloster l)ei Saray am Unterlauf der
Wolga am 11. Juli 1303 begonnen wurde. — LiteraturgescMcMe: Von
Bardenhewers Oescliichte der altkircldichen Literatiir erschien eine
Zweite, umgearbeitete Auflage des Torn Ausgang des apostoliscJien ZdL
alters bis mm Ends des nveiten Jalirlmnderts flihrenden ersten Bandes
(Freiburg i. B. — XII, 633 S.), dui’ch welcho derselbe wieder anf die
Hohe des Tages gebraclit wurde. Eine sehr praktisch angelegte
Synopsis scriptormn eccJesiastkorum ab a. L. 40 ad, a, D. 460 ad,
mum sdholaruni descripta wurde von Doncoeur in Form einer Tafel
(BrussehLowen 1912. — Format: 0,47x1, 77) bear beitet. Rauschens
patrologisoher Abrili liegt in italienischem Kleide als Manuale di Patro-
logia e delle sue reladoni con la storia dd dogmi, Vmdone sulla 3^ ed,
tedesca di Bruscoli (Florenz 1912. — XVI, 426 S.) vor. Auch eine
Proben von LXX und NT bis zn Chrysostomos bietende Crestomada
EUenicoRatristica von Aureli (Rom 1911. — XVI, 154 S.) mag bier
Literaturberi clit.
379
nacligetragen werden. Tiber Das nationals Element in cl&>^ hulgarischen
Literahir bandelt ein Artikel yon Busch AVBGr. 1913. 345 — 348.
ITuter dem Titel Christlicli-Arahisclies hat G-raf TQs. XOV 161 — 192
ebeuso umfangreiche als ■wertvolle Ergauzungeu zu seiner Skizze der
alteren christlich-arabischenLiteraturgeschichte zusainmengestellt. Conti
Rossini erbringt in seinen PiccoJi studi etiopici ZA. XXVII 368 — 371
Sill metroj^olita Saldma d^EUopia den Xachweis, dab dessen schrift-
stellerische Tatigkeit der ZAveiten Hillfte des 14. Jlis. angehort. —
Bibeltexte: Von Ivaulens Einleitung in die Heilige Schrift des Alien
tmd Nenen Testaments gibt die Fiinfte rollstmdig neu hearheitete Auf-
lags von Hoberg (Ereiburg i. B. — 1911/13. — X, 265 S. 1 Taf.;
YIII 299 S.) in den betreffenden Abschnitten liber den Originaltext
des N und der griechischen Bucher des ATs., die LXX uiid die
orientalischen Bibelversionen mustergiltigen Aufschlub. Die Sticliometrie
dm' Pibel nacli Ananias von Sirak hat Liidtke ZbBw- 1913. 216 — 220
dem des Armenischen IJnkundigen bequem benutzbar gemacht. Die
Ablidngigkeit der sixtimsclien von der aldinisclten Septuagintaausgabej
die durch die Erhaltnng des dem Satz zugrundegelegten Aldina-Exem-
plares jedem Zweifel entriickt ist, wird yon Rahlfs ZAtW. XXXIII
•30 — 51 auch unabhilngig hieryon durch einen sorgMtigen Vergleioh
orhilrtet. Mimchener SepUiaginta-Fragmente auf Papyrus, die Ger-
hauser und Rahlfs XGWG. 1913. 103 — 118 ediert und eingehend
besprochen haben, erstrecken sicli auf Gen. 37. 35 , 38. i, 5 und 9 , Ley. 1.
i4f., 2. loffl, Eicht. 5.8—12. Segtuagintaskidien E^ra, die besonders
eingehend die Sprache des griechischen Ezra p' berucksichtigen, hat
Jacob (Breslau 1912. — 48 S.) angestellt, -wllhrend "Walde (Frei-
burg i, B. — XIY, 164 S. — Biblischo Studien XYIII 4) Die Esdras-
hucher der Sejjtuaginta betreffend Thr gcgenseitiges Verhdltnis unter-
sueht tfber The chief recensions of the Book of ToUt und ihren Zu-
sammenhang stellt Simpson JTSt. XIY 516 — 530 eine Forsohung
an. Texfkritisclie imd exegetlsohe Anrnerknngen ^ur WeisJieit Salomos
bietet Eisberg ZAtW, XXXIII 206—211. Einen weitragenden
Markstein in der Geschichte der NTlichen Textkritik bezeichnet es,
dab es y. So den yergonnt -war sein hlonumentahverk: Die Schriften
des Nenen Testaments in Hirer dltesten erreichbareu Textgestalt loiedm'-
hergestellt cmf Orimd ihrer Texfgeschiehte durch den Text und Apjjarat
enthaltenden 2 . TeU (Gottingen. — XXYIII, 908 S.) zu kronen. La-
grange hat unter dem Titel Due noureUe edition du Noiwean Testa-
ment RB. 2 X 481 — 524 zu dieser Erscheinung mit Bezug auf die
Eyangelien Stellung genommen, indem er eine abweichendo Anschauung
speziell bezliglich einer dort postulierten palastinensischen Eezension
und des Einflusses des Diatessarons auf die Textentwicklung vertritt.
The codex Berne ware nacli Loew JTSt. XIY 385—388 das Pro-
380
Literatnrbericht.
yinzialproclukt eines niclititalieiiisclieii Zentrums, nacli einer Hs. mit
Interliaeariibcrsetzung kopiert rad urspriinglich im griechisclieii Sprach-
ge])iet aufbewahrt gewesen, von wo er erst urns J. 800 den Weg ins
lateinische gefunden hatte. Nach Cliapmann Barnabas and the
Western text of acts llBe. XXX 219 ff. ware eine Interpolation
letzteren in Apg. 1. i sciibn im Barnabasbriefe zitiert, dieser also erst
in der zweiten Halfte des 2. Jhs. entstanden, der Text des cod. Bezae
aber in jedem Palle alter als das Diatessaron. Ein kanm minder
merkwiirdiger Textzeuge ist ein im J. 1906 von dem Amerikaner Ob. L.
Freer in Agypten gekanfter Unzialkodex der vier Evangelien vielleicht
nocb des 4. Jbs. (W==032 nach Gregory , sOld nacb v. Soden): The
Washington Manuscri^gt of the four Gospels, dem eine eingebende
kritiscbe XJntersucbung (New York 1912. — 247 S. ^ The New Testa-
ment Manuscripts in the Freer Collection. Parti) von Sanders ge-
widmet wurde, welcber ancb ein pbototypiscbes Facsimile of the
Washington Manuscript of the four Gospels in the Freer Collection
(New York.) borausgab. "Wenigstens eine vollstandige KoUation der
neiien Hs. mit dem Text von Westcott und Hort bietet Goods peed
The Freer Gospels A JT. XVII 395—411, Avabrend Jacquier BB. 2
X 547 — 555 auf Grund dieser Publikationen Le manuscrit Washington
des fJvangiles der katboliscben Gelebrtenwelt franzosiscber Znnge vor-
stellt, Beermann nnd Gregory baben Die Koridethi-Evangelien
B 638 herausgegeben (Leipzig. — XI, 772 S., 12 Taf., 1 Ivarte), in
denen v. Soden den besten Repraesentanten seiner palllstinensischen
Eezension erblickt. Zib eine^' griechischen Beischrift der Koridethi-
Evangelien bietet v. Lemm in Xr. OXXXI seiner Kept Miscellen
BAP. 1913. 627—631 einen gelebrten Erklarimgsversncb. Seine Arbeit
liber Evan. 137 (Rome Vat Uri. 2) bat Ho skier JTSt. XIV 359 —
384 zu Ende gefiihrt. Die Genealogie Jesu im Lukasevangelium glaubt
Kobler TStK. 1913 281 — 285 nnr dadurch als Stammbanm Marias
erweisen zn konnen, dab er mit radikaler Kritik von 3. 23 bier den
Xamen Josephs beseitigt. Zum Eingang des Hehraerhiefes spriebt
ebenda 106 —109 S pitta die Uberzengung ans, dab es fllr: Trpo97)Taic ur-
sprunglicb AyysXoic gebeiben babe. N'och dn Wort mMt 1, 16 von Mader
BbZ. XI 281 f. lauft daranf binans, dab die Lesart des Syr®*'*^ durcb
eine gewobnliclie Dittograpbie ans der in mebreren Altlateinern wieder-
gegebenen von 4 Minnskelbss, der Ferrargruppe entstanden sei. Zti
H. J. Vogels Schrift Die altsyrischen Evangelien in ihrem Verhdltnis
zu Tatians Diatessaron bat nnnmebr. Agn. Smith Lewis (Leipzig. —
12 S.) ancb in dentseber Spracbe in dem oben S. 201 gekennzeicbneten
Sinne das Wort ergriffen, Burkitt suebt JTSt. XIV 414—424
St Mattheiv XXV 31—46 as hebrew pom zn erAveisen, wobei er
anch die syro-palilstinensische TTbersetznng des Stilckes heranziebt.
Literaturberichf,
381
Zu The new UUical Fapi/riis, A SaMdic version of Deuteronomy
Jonah and Acts of the Apostles from Ms, Or. 7504 of the British
Museum bietet Thompson Notes and a cNlation (Printed for private
circulation. Xjoiadon. — 45 S.) als eine lioclist wei*tvolle Erganzniig zii
der II S. 186 dieser Zeitsclirift registrierten Ausgabe you Budge. Bei
Crum Theological texts from Coptic papyri (s. oben S. 375) 1 steht als
Nr. 1 ein saidisclier Text you Euth 4. s—io an der Spitze. Ilepl twv
dpa^Lxcov ixexacppaaeoiv xal sxBooeiov T9j<; ©eiac Fpacp^C handelt Sarrhf
PThS. 332—330. — Apokryphen : Den Obertitel BiUiotheca apocrypha
fuhi’t eine selir fleibig imd zweckdienlich gearbeitete Introd-uctio histo-
rico-critica in lihros apocfyphos utrhmjue Testamenti cum explanationc
argumenti et doctrinae you Szekely, you welclier bislier Toll. Intro-
diictio generalise Sibylla et apocrypha Vetevis Testamenti antigua (Frei-
burg i. B. — VII, 512 S.) erschien. In Verbindung mit andei'en Ge-
lehrten gibt Charles The Apomjpha and Pseiidepigrapha of the Old
TeMament in English. With introdmtion and critical and explanatory
notes in zwei Banden (Oxford. — 696; 886 S.) hcraus. Auf Das
Taurus-Gehirge im Buche der Jabillien bezicht sich eine Notiz you
Ohapmann OLz. 1913. 255 f. Inhalt und Sprache gleichmahig be-
riicksichtigende Dnte^'suclmnge^i itbe^^ den apoJiryphen Jeremiashrief ron
Naumann (GieBen. — 53 S. -= Beihefte zur ZAtW. No. XXV)
lassen ihn als das urspriinglich semitisch al)gefaBte Erzeugnis eines in
Palastina, Syrien oder Mcsopotamien schreibenden Autors der Zeit
Alexanders d. Gt, odor der Diadochen crschcinen. K'b jniTepaxypiiofi
Hcropin anoKpii<c>a o ^Bocxon^^enin Hcaiii^ (Ztir literarischen Geschichte
des Apokryphons von der j,IIimmelfahrt de6‘i^*air/;6'‘9begrundet Eystenko
(Odessa 1912. — 12 S.) die Vermutnng, daB die wahrscheinlich im
10. oder 11. Jh, entstandene slaYische Ubersetzung ans demselben
griechischen Original ^vie die lateiniscbe geflossen und bei den Bogu-
milen im Gebrauche gewesen sei. Der Descensus ad inferos in Aphrahat
und den Oden Salomos wird von Plooy ZNtW. XIV 222 — 231 zum
Gegenstand einer sehr gediegenen Yergleichenden Behandlnng gemacht,
die es als mebr denn zweifelhaft erscheinen lafit, dab der Syrer die Oden
gekannt haben sollte. Abbott auBert sich JTSt. XIV 441 ff. iiber
The original language of the Odes of Solomoyi mit vorsichtiger Zuriick-
haltnng, wahrend Connolly ebenda 530—538 an der Hand guter
Beobacbtnngen mit aller Bestimmtheit daflir eintritt, daB Greek the
original language of the Odes of Solomon sei. Tiichtige Literarkritische
XJntefy'sucJnmgen zur orientalisch-apokryphen Erangelienliteratur hat
Haase (Leipzig. — IV, 92 S.) angestellt. The fourth Oxyrhynchus-
Saying behandelt Evelyn-White JTSt. XIV 400 — 403 unter Bei-
ziehung des ZitatesF'Eaeo&s (b? dpvia des II. Klemensbriefes (=^ Prenschen,
Antilegomena 2. Aufl. S. 32. 34 ff.), Yon dem ans sich die Wahrschein-
Oriens Christianus. JSTeue Serie III.
25
382
Literaturbericlit.
liclikeit eiaer Zugehorigkeit der Ao^ia zum Hebraerevangeluim er-
gebea soil. Seine Arbeit iiber Das Evangelium der Zwolf A^ostel,
das Dacb ihm vor 135 in ebionitiscben Gemeinden des Ostjordanlandes
anf Grand des Mattbauseyangeliums entstanden ware, bat Waitz
ZNtW. XIV 117 — 132 zum zusammenfassenden Abscblufi gebrackt.
Nene Quellen mr Bdconstruktion des Detrusevangeliims glaubt Stocks
ZKg. XXXIY 1 — 57 in einer "Wiener Hs. Hst. gr. 3. saeo. XI fd.
265, dem Protoeyangelium Jacobi, der Ascensio Isaiae, der arabisch-
atbiopiscben Apokalypsenliteratnr, den kanoniscben Petrusbriefen und
den Justinischen Evangelienzitaten erscblielien zu konnen. Ihre zu-
sammenfassende Edition and Behandlung der Fragments grecs et latins
de I’ilvangile de BartMlemy , dessen Mutterboden sie in gnostisieren-
den Kreisen Agyptens sucben, baben Wilmart und Tisserant EB.
2. X. 321 — 368 beendet, wobei anbangsweise aucb die koptiscbe Ps.-
JBartholomausliberlieferung zu ibrem Eecbte kommt. Les Ajgocryi^hes
Coates bat der unterdessen am 16. Januar d. J. yerstorbene Eeyillout
mit den Acta Pilati und einem Swpgdment d I’Evangile des douge
apQtres (S. 83 — 166. = PO. IX 2) zu publizieren fortgefabren. AUe und
neue Siguren eines auj&'kanonischen Evangeliums (rielleicht des Agy^pter-
evaitgeliums) weist Baumstark ZXtW. XIV 232 — 247 in der Ap.
KO, in monumentaler Uberlieferung, in der Mailander Liturgie und
einem bocbbedeutsamen atbiopischen Apolcrypbon nacb, das als Le
testa/ment &n Galilee de Notre-Seigneur Jesus Christ yon Guerrier
(avec le concours de Grebaut. Paris. — 96 S. = PO. IX 3) ediert und
iiber setzt wurde, dem ersten yollstandigen Texte einer mindestens in
ibrer IJrgestalt bis gegen die Mitte des 2. Jbs. binaufreicbenden
Scbrift, yon der bisber erst Brucbstiicke einer koptiscben und latei-
niscben Uberlieferung bekannt geworden waren. In seiner Litterature
ethio])ienne Pseudo-Clementine bat Grebaut EOO. XVIII 69—78 die
Traduction du QaUmentos mit dem angeblicbe Vorbersagen des Herrn
iiber die Gescbicke der Obristenbeit entbaltenden Kap. 9 des II. Bucbes
weitergefubrt. Eine atbiopiscbe Xotiz iiber Les sejgt deux et les se^t
cercles de la terre, die er ebenda 204ff. aus einer Pariser Hs. publiziert
und iibersetzt, ist wertyoll zur Beleucbtung gewisser Stellen der atbio-
piscben Apokrypben- und speziell Apokalypsen-Literatur. Zu den yon
Eadermacber WSt. XXXIV 28 — 36 besprocbenen Myihica gebort
aucb das Motiy der leucbtenden und erloscbenen Paradieseslampen in
der Apokalypse der bl. Anastasia. Fib Les Actes de Paul et ses lettres
apocryphes bietet V ouaux (Paris. — VII, 384 S.) Introduction, textes,
tradudion et commentaire, wobei yon dem koptiscben Text aber nur
eine Ubersetzumg oder selbst eine bloBe Inbaltsangabe vorliegt. Eiir
die Ausfiibrungen Pfisters iiber Die memalige romische Oefang&n-
schaft und s^anische Beise des Aimtels Pnukis und der SchluF d&r
Literaturbericlit.
383
Aj^ostelyescMclite ZNtW. XIV 216 — 221 hat die Auffassung grimd-
legende Bedeutung, dafi die apokryphea Paulasakten and die kaao-
aisclie Apostelgeschichte von Haase aas Parallelaherlieferaagea zu
eiaander dargestellt liiitten. ladem Keller K. 4 XI 268 — 276 Die
Erlebnisse Klemens des 1. von Rom tmul seiner Familie nach den Pseudo--
■ Idementinen verfolgt, gewiant er dea Eiadrack, daB ia ihnea Walirheit
and Diclitaag gemischt sei. Bei Cram Theological texts from Coptic
XKupyri (s. obea S. 375) 3— 16, 64 f. fiaden sich als Xra. 3,4 aad 14Brach-
stticke eiaer Heaoclischrift, eiiies Mariealebeas aad voa apokryphea
Aktea eiaes Apostels. Zu einer sahidischenVersion der j^DormitioMariae^^
schlagt V. Lemm Ko][)t. Miseellen Nr. OVI BAP. 1911. 1135 — 1139
eiaige Emeadatioaen vor. „I[yAeca Cb. TpoimH^S eeioacidS aaoKpii-
<&iiaecKiM c6opHHK'B (yDie Wunder der HI. DreieinigkeiF ^ atkioxnschej
(v^okryfhe Berichte) wiirdea darclx TaraievKhrV. 1298 — 324 aatersacht
aad aaszliglich bekaaat gemacht. Die Erage: Is Herynas also among
the ‘projjhets? beaatwortet Taraer JTSt. XIV 404 — 407 mit Bezag
aaf dea arspraaglichea Platz des Baches im cod. Siaaiticus bejabead.
Zu dem Didachezitat lei Clemens Alexandriniis zeigt Stablia ZNtW.
XIV 271 f., dab dieser als Ypacpy] Strom. I 100, 4 aicht die Didache,
soadera das Johaaaesevangeliam bezeicbae. Aaf die Erage: Stammt
die sogenannte ^^Apostolische Kirdhenordnung^^ aiis dem Schlusse des
ersten christliclien lahrhunderts? gibt Schmidt PB. XXV 598 — 605
ia Ablebaaag voa Schermaaas obea S. 195f. gebacbtem „*Weiberitaah‘
eiae aegative Aatwort. La version syriague de V Octateugue de Cle-
ment bat Naa CanO. 1913. 151—155 za Bade gefabrt, — Theologie:
Voa Oakes Aasgabe The Apostolic Fathers. With an English trans-
lation liegt der 2. Baad (London. — 402 S.) vor. Voa der Eaak’-
scbea Aasgabe der Patres apostolici ist Vol. II: Clementis Romani
ejnstulae de virgmitate eiusdemqite martyrium; episUdae Pseudoignatii;
Ignatii martyria; fragmenta Polycarpiana; Polycarpii vita voa Die-
kamp secundis curis bearbeitet (Tubingen. — VIII, XO, 490 S.)
heraasgekommea. Nouvelles etudes sur VEpitre de Barndbe voa Her-
bigay erscbieaea RSR. 1913. 338—402. The testimony of Ignatius
and Polycarp to the Apostleship of John^^ bat Bardsley JTSt.
XIV 489—500 sorgfaltig verbort. Lie yPresbijter^^ , Aristion der „Iun-
ger^^f Johannes der ^^Junger^^ und der ^^Preslytey'^^ Johannes lei Papias
werdea voa Sigwalt BbZ. XI 280 f. ia dem Siaae besprocbea, dafi
Aristioa mit dem Apostel Judas Jakobi za ideatifizierea seia soil. Die
Lesaag: IQANNHi: or IQ ANN A? betrifft A note on Papias ap. Eusel.
H.E. Ill 39 voa Iliff Eobsoa JTSt. XIV 440. Lie Apologie des
hi. Justinus des Philosoplien und Mlirtyr&y'S sab sicb eraeate Theo-
logisclie und literarhistorische Untersuchungen voa Habik CWiea.
VIII, 382 S.) gewidmet, -vvahread Pfattiscb voa Justins' des Philo-
384
Literaturbericht.
so^phen und Mdrtyrers Apologien eine Ausgabe mit Kommentar (Mun-
ster 1912. — XXIII 114; 144 S.) bot. An eine Untersucbung der
Frage: 1st die Bede des Paidus in Atlien ein itrsprungliclier Bestand-
tail der Apostelgescliichte? scbloB Harnack (Leipzig. — III, 98 S.
= TuIJ. XXXIX 1) eine solcbe iiber Jiidentimi und Judencfiristentum
in Justins Dialog mit Tryjpho. Nebst einer Kollation der Pariser
Emdsclirift Nr. 450 an, die alsdann Groodspeed zu Ausfiihrungen
liber Prof. Sarnach and the Paris Manuscrip^t of Justin AJT, XYII
411 — 416 veranlafite. Zu des Irenms Erweis der aj)ostolisGlien Ver-
Jmndigung glaubt der erste Herausgeber Ter-Minassiantz ZXtW.
XIV 268 — 262 Starke Scbwacben der Neutibersetzung Webers nacb-
weisen zu konnen. Unter Heranziehung aucb der arabiscben und Mhio-
piscben Uberlieferung einzelner bat Jordan (Leipzig. — VIII, 222 S.
«= TuTJ. XXXVI 3) Armenische Irendusfragmente mit deutscher tiler-
seUung nacli Dr. W. Ludfke erstmals h&ramgegeben %md unt&rsucht Une
source de Clement dAlexandrie et des homilies pseudo-clementines wird
durcb Oollomp RPb. 1913. 19 — 46 sorgfaltig in ihrer weitverzweigten
Xacbwkung yerfolgt. Origenes Werke. 6. Band: De prindpiis (riepl
(Berlin. — OLX, 423 S. == Die griechisohen GliristliGhen Schrift-
stellar. Band 22) bat Koetscbau zum Herausgeber. Eine Ubersetzung
Yon Konstantins Rede an die Heilige Versammlung ist bei Pfattiscb-
Bigelmair Des Euselius PamphiU, Bischofs von Caesarea ausgewdhlte
Schriften Band 1 (Kempten. — • LXXXIX, 315 S. BKy. IX) 191
bis 272 geboten. Das Bild der bslicben tJbeiiieferung der Athanasii
epistula ad Epictetum wurde durcb Ludwig (Jena 1911. — 65 S.) auf
zwei Ausgaben zurtickgefubrt, die scbon zu Lebzeiten des Verfassers
im Umlauf gewesen waren. Seine Veroffentlicbung Atis dem literarischen
Nachlasse des Erzlischofs Arcthas von Eaisareia bat Comp ern ass Dk. II
181 — 206 abgescblossen. Le Tr^sor de la foi ortJiodoxe de Nicetas
Acominatos Choniates wird yon Oayallera BLE. 1913. 321 — 383 be-
handelt. An 'AvsxSoxa des Konstantinos Akropolites ziebt Photo -
pulos NS. VI 862-^869, XII 279ff., 665—678 aus einer Hs. des
griechiscben Patriarobats in Jerusalem eine IX£7][ioo6v7)c xal
vrjaxeta?, eine Bebandlung des Themas El xax’ dtpexYjv pitoxeov, eine
excppaot^ der Osterliturgie und eine Rede sU xJv Sytov ’AOavaotov xov
’AxpajiOTxiot) ans Licht. In einer Eortsetzung der Publikation uber
Niceta di Maronea e i siioi dialoghi sidla proeessione dello Spirito
Santo B. XXIX 104 — 113 hat Pesta die Edition des gxuecbischen
Textes weitergefiihrt. Eine Bettifica ai IlAAAlOAOrEIA M Lampros
yon Mercati BZ. XXII 73 beziebt sicb auf den theologiscbJitera-
riscben Nachlafi des Gennadios Scholarios. Die Erage: Avons nous
un commentaire JOrigene sur V Apocalypse? wbd mit Bezug auf die
von Dyobuniotes entdeckten Scholieu durcb de Boysson RB. 2. X
Literaturberi obt.
385
666 — 567 einer Nacbprufung unterzogen, deren Resultat wesentlich
ein. der These Harnacks giinstiges ist. JBi'uchstiicke eines „Gresprachs-
huches“ exegetischen Inhalts stehen als Nr. 12 bei Orum Theological
texts from co])tiG pwpyri (Vgl. oben S. 375) 58—62. Eine im J. 1906
begonnene Edition der too FXoxa si? -ci? dmpla? Osiac
Ypottfivj? xscpaXaia durch den Metropoliten Sophronios Eustratiades
brachte ein T6p,o; Ssdtspo? (Alexandria 1912. — XVI, 494 S.) zuin
Abschlnlii. Zu einer Bede des Eiihodios legt v. L emm Ko^t. Miscellen.
OXXVIII. BAP. 1913. 536 — 546 Erganzungen und Verbesserung der
Publikation von Bossi in den „Papifi copti di Torino" vor. Une ho-
melie de saint Qr'egoire de Nysse, traduite en Co^te, attributse d Saint
Gregoire de Naziange hat Ohaine ROC. XVIII 36 — 41 nnter Bei-
gabe eines Registers der griechischen VT^orte zu Ende ediert. Ebenda
79 — 83 wird durch Briere Tine homelie inedite de Tlieofiiile d’Ale-
xandrie von sehr geringem Umfange in syrischer Version herausgegeben
und iibersetzt. Uber Abraham d’fjphese et ses Merits handeln BZ. XXII
37 — 59 auch litm'giegeschichtlich -wertvolle, das 6. Jh. als Lebenszeit
des Autors erweisende Ausfuhrungen von Jugie, die durch eine Edition
zweier HomiHen desselben auf die Eeste E6aY7sXto[ji6? und Titaitavtij
erganzt werden. Bi'uchstiicke einer Reihe von Predigten, darunter
einer solchen des Damianos von Alexandreia und einer Gregor von
Nazianz zugeschriebenen finden sich als Nrn. 6 — 11 und 15 bei Crum
Theological texts from Coptic papyri 17 — 68, 65 — 68. Les homdlies de
saint Germain de Constantinople sur la dormition de la Saint-Vi&rge
werden EO. XVI 219ff. durch Jugie in ihrer Echtheit verteidigt.
Auf dem Gebiete der asketisohen Literaturen warden durch Stiefen-
hofer Des h. Makarius des Agypters Schriften am dem Griechischen
iibersetzt (Kempten. — XXXII, 395 S. = BKv. X). Speziell fur die
Apophthegmen Makarios’ des Grofien ist in Nr. OXXX der Kopt.
Miszellen v. Lemms BAP. 1913. 547 — 564 ein Beitrag zum Verstandnis
einer SteUe ihres saidischen Textes und zur Wiirdigung ihrer Text-
form zu vergleichen. Erankenberg hat (Berlin 1912. — 636 S.
= Abhdl. GWG.) die syrische tJbersetzung der “Werke des Euagrius
Ponticus mit gegentibergestelltem griechischem Originaltext und_ den
Kommentar des Nestorianers Bapai zu den Oenturien mit einer Uber-
tragung ins Deutsche herausgegeben. Auf Grand dieser Ausgabe wird
ftir 21 in ihr enthaltene Briefe durch Liidtke TLz. XXXVIII 348
Der syrische Euagrius Po^iticus mit der armenischen TJbersetzung (ed.
Sargisean. S. Lazzaro 1907) verglichen. Ein von Gr ebaut ROO. XVIII
213£f. bekannt gemachter athiopischer Text iiber La mauvaise passion
de la cohere selon J^uagrius d’apres le ms HMopien n^ 3 de M. De-
lorme ist das Fragment einer Ubersetzung der Sohrift tiber die 8 Haupt-
laster. Ohassinat hat nach einer aus dem Weifien Kloster stammeii-
386
Literatiu-bericlit.
den Hs. Le Qiudrihne Hire des entretiens et litres de Blimouti (Kairo
1911. — 211 S. 2 Taf.) olme Ubersetzung ediert. Die Ko])t. Miscellen
OXVIUf. uud CXXVy. Lemms BAP. 1912. 172—178, 526—629 ent-
halten Beitrage zur Emendation, Erganzung und Erklarung einiger
Senute-Eragmente. Der ebenda 523 — 626 von ibm als Nr. CXXIV
der gleichen Beihe veroffentlicbte und libersetzte Codex Copticiis Gole-
niScevianus 38 ist gleicbfalls das Erucbstilck wobl einer Bede oder
eines Briefes Senutes. Mit der durcb eine gediegene Einleitung ein-
gefixbrten kritiscben Edition des atbiopischen Textes nacb einer Melir-
zahl von Hss. bat Grobmann ZDMG. LXVII 187 — 267 Die im
Atldoinsclien, Arabiselien und Koptischen erhaltenen Visionm Apa
Schenute’s von Atripe in Text und tJl&’setsung vorzulegen begonnen.
Too 6oiou TtaxpJ? Ijjitov dppS Zu>ot[i,a KstpdtXaia tcavu (bcp^Xiixa fing der
Hieromonacbos Augustinos NS. XII 694 — 701 zu edieren an. —
Hagiogi-aphie: Bei Pfattiscli-Bigelmaier Des Eusebius PmipMli,
Bischofs von Gdsarea, ausgewahlte Schriften 1 (s. oben S. 384) findet
sicb 273 — 313 eine Ubersetzung des Bucbes bber die Palastinensischen
Martyrer. HeibH-MHEeH loanHa KcH®iaHHa {Le Minohge de Jean
Xiphilinos) bebandelt Latylev BAP. 1913. 231 — 240. Wabrend
Conti Bossini in seinen Piccoli studi etiopici ZA. XXVII 371f.
Sulla eta della versions abissina del Sinassario auf Grund einer bslicben
Notiz feststellt, dab dieselbe das um die Wende vom 14. zum 15. Jb.
entstandene "Werk eines Moncbes Sem'on ist. Ein Ungenannter bat
BO. VI 26 — 56 Gli atti apocrifi dell’ invendone della croce in due Co-
dici Sessoriani mit Einleitung und Gegeniiberstellung des griecbisoben
Originals der beiden lateiniscben Versionen publiziert. Les tribus
d’ origins des Apbtres betrifft eine BOG. XVIII 206 ff. aus der Hs. 64
der Bibliotbbque Nationals von Grebaut ans Licht gezogene atbio-
piscbe Notiz. Ein mittelalterliclies griechisches Martirio di Santa Cri-
stina nel cod. Messin. S9 bat Norsa StIEO. XIX 316—327 ediert.
Seine IJ. Wptrp^nuli i^b-guiujnfuiy b-ufjtu^nugi^ {JJnter-
suchung zur Vita des hi. AherMos, Bischofs von Hierapolis) wurde
HA. XXVII 325—344, 513 — 526 von Akinian fortgesetzt. In seinen
Kept. Miscellen bot v. Lemm unter Nr. OVII Zu Winstedt, Coptic
Texts on Saint Theodor the General BAP. 1911. 1140—1167 eine Beibe
von Emendationsvorscblagen und unter Nr. CX ebenda 1249—1263
Zu dner Vita S. Matthaei Pauperis erlauternde Bemerkungen. Zu
dnem Encomium auf den hi. Claudius unternimmt er Kleine hoptische
Studien LVI ZAP. 1912 536—623 an der Hand einer arabiseben Ver-
sion eine Bekonstruktion aus zablreicben saldiscben Eragmenten unter
Beriicksiebtigung aucb der atbiopiseben Ubersetzungen und anbangs-
■weiser Mitteilung einer Sammlung von Hymnen auf den Heiligen.
Zu dnon Encomium auf dm hi. Athanasius bringt er unter Nr. LVII
Literaturberioht.
387
der gleicLen Reihe, ebenda 623 — 671 und Zu dnem Encomium auf
den hi. Viktor ZAeSA. XL VIII, 81—86 einige neue Brucbstiicbe bei.
Bei Crum Theological texts from Coptic papyri linden sicb 68 — 85 als
Nrn. 16 — 23 Bragmente verschiedener Martyrien, wie derjenigen des
Pbilotheos Ton Antiocheia, Psate von Psoi und Apa Moi’i, 86 — 161
unter Nr. 24f. solcbe der Pacbomiosvita, 162 — 170 unter den Nrn.
26 — 29 solcbe sonstiger monchsgescbicbtlicber Literatur, sowie 62 ff.
unter Nr. 13 ein Paralleltext zu den nXvjpoifoptai. des Johannes von
Majuma cap. 26 £, wabrend 171 — 193 ein Appendix upon the arahic and
Coptic versions of the life of Pachornius den Gegenstand meistei’baft
bebandelt. Von einer monumentalen Arbeit von Anricb Sagios Ni-
kolaas. Dei' hi. Nikolaos in der griechischen Kirche. Texte und ZTnter-
siwhungen erscbien vorlaufig Teil I: Die Texte (Leipzig. — XVI,
464 S.). Burkitt bat (London. — 80, XIV, 187 u. 81 S.) don
syriscben Text der Legende von Euphemia and the Goth 'loith the Acts
of martyrdom of th-e Confessors of Edessa edited and exaniinated, wo-
bei er sebr entscbieden fiir einen gescbicbtlichen Wert der letzteren
eintritt und den Zeugentod ibrer Helden Guria, Samona und Habib
auf den 15. Nov. 309, bezvr. 2 Sept. 310 ausetzt. Von Legends of
Eastern Saints, chiefly from Syriac Sources bat Wensincb in einem
VoIJJ (Leiden. — XXXIV, 93, lo, rr, j4 S.) The Legend of Hilaria
in koptiscber, arabiscber und syriscber Rezension bekannt gemacbt.
Bei Dyobuniotes ’Ic&avvoo Kaaotavoo AaXe^et,? BPb. XI 225 — 243 'wird
die Edition des Brucbstiickes der alten griecbiscben Ubersetzung der
Collationes zum Abscblub gobracbt. Lebrreicbe Notes sur le texte
original des Apophthegmes des Peres von Nan ROC. XVIII 208 — 212
dienen zur Erganzung der oben S. 209 notierten einscblbgigen Arbeit
Obaines. Porscber bat ebenda 168 — 182 yon Les Apophisgmes des Peres
die Fragments coptes de Paris berausgegeben und iibersetzt, die der-
selben Hs. wie die von Zoega unter Nr. OLXIX edierten zugebort
haben. Seine Publikation griecbiscber Eistoires des solitaires ttgyptiens
fiibrte Nan a. a. 0. 137—146 -weiter. Nacb der Ausgabe des
franzosiscben Gelebrten wurden die IlXYipotpopiai Twavvou imaxoitoo
MaCoopa? durcb Pbokylides NS. XI 738-752, 847—861, XII 39
bis 55, 214 — 231, 677 — 693 in griecliiscber Ubersetzung der ortbodoxen
Welt naber gebracbt. Ibr Verfasser Johannes Rufus, ein monophy-
sitischer SchriftsteUer wird in einer ausgezeichneten Untersucbung von
E. Schwartz (Heidelberg 1912. — 28 S.) als derjenige aucb der Bio-
grapbie Petros des Iberers erwiesen. Der Dialog des Palatius iiber das
Leben des hi. Johannes Ghrysostomus wib-de nacb einer Programm-
scbrift von Aengenvoort (Gaesdonck. — 16 S.) zwar den Namen
seines angeblicbeu Verfassers zu Unrecbt ti'agen, ware aber bald nacli
dem Tode des Heiligen zur Abweln eines gegen ibn , gerichteten
388
Literaturbericlit.
oufYP«!*H'« cles Tlieopliilos von Alexandi'oia enlstanden. Die, — was obeu
S. 209 leicler ilberselien. wurde, schon XI 878 — 893, XII 120 — 136,
232 — 250 begounene — Publikation des Bto? xal noXitsia xou oaioo
itatpoi; Ijp.wv Eudutitoo des Kyi-illos Yon Skytbopolis nacli einer Sinai-
Hs. wurde durcli dea Hieromonaolios AugustinosNS. XII 647 — 664
weitergeMirt. La version syriaqm de I’Mstoire de Jean le Petit bat
Nau HOC. XYIII 63 — 68, 124 — 133 bekanat zu macben fortgefabren.
0 acHTiH CTe®aHa IIoBaro {tJher das Lelen Stqilians des Jilnr/ereni), das
bei Migue PQ-. C 1067—1186 stebt, bandelte Nikitin BAP. 1912.
1099 — 1116. An griecbiscben Monimmita Latmensia liagiograjjihica
Aviu'den bei Wiegand Per Latmos (s. oben S. 370) 97 — 176 von Dc-
lebaye mit Einleitung eine Biograpbie nnd ein Enkomium des blPaulus
des Jtlugeren und je eine Biograpbie der bll. Nikephoros und Arsenios
nebst einigen kleineren Stiicken in mustergiltiger Ausgabe vorgelegt.
Les miracles de I’arcimnge JRagoti’U, deren Publikation G-rebaut EOO.
XVIII 113 — 120 nacb der Hs. Delome Nr. 3 begonnen bat, sind ein
athiopiscber Text, der den legendariscben Erzengel z. B. fUr Josua die
Sonne wieder nacb Osten ftibren, Bileam erscbeinen und die Magier
nacb Bethlehem geleiten laSt. — GesoLichtsschreibung; Die Ubersetzung
der Koustantinsbiograpbie stebt bei Pfattiscb-Bigelmaier Les Eu-
seUus Pam^Mli, Biscliofs von Caesarea, ausgeimhlte'ScJiriften. 1 (s. oben
S. 384) 1 — 190 an der Spitze. Le style de la lettre des chrHiens de
Lyon dans Eusebe H. E. V 1—4 ist Gegenstand von Bemerkungen de
Labriolles BALAO. Ill 198f. Serruys bat BZ. XXII 1 — 36 ilber
Les Canons d’Eusehe, d’Annianos et d’Andronicos d’ap'es Mie de Nisibe
bbchst gediegene Dntersucbungen angestellt, die fiir die Beurteiluug
des gegenseitigen Verbaltnisses der drei Obronographen grundlegende
Bedeutung gewinnen diirften. Auf HbTonHcnoe noBtcTBOBame cb. 0eo<DaHa
HcnoBbflHHKa {Die Chronogra^hie des hi Theo^hmes des Bekenners)
bezieben sicb IIscjtgOBaHie nan objiacra BHsaHTibcKofl Hcropiorpaosift
{Untet’siich-migen auf deni Gebiete d&' bysantinischen Ristoriografhie)
von Preobrazenskij (Wien 1912. — XII, 266 S.). Gleye teilt BZ.
XXII 63 f. mit, dafi Die grusinische Malalasiibersetmng , die von Krum-
bacber Byz. Litgescb. 2. Aufl. S. 329 als in einer Hs. zu Tiflis erbalten
erwabnt wird, dort nicbt mehr aufzufinden ist. Baynes sucbt EHE.
XXVIII 106 Yaktis as a title bei dem armeniscbeu Gescbicbts-
scbreiber Eaustus von Byzanz nacbzuweiseu. Bei v. Lemm Kopt Mis-
cellen OXXXII KoptiscJie Denlmdler den- Kaiserl. Eromitage 1. BAP.
1913. 632—638 wird mit Anmerkungen ein saidiscbes BntchstUck da-
„Memoiren“ des Dioskoros ediort und der entsprecbenden Stelle des
bobairiscben Textes gegeniibergestellt. Die von Grebaut EOO. XVIII
101—104 publizierte Histoire de I’apostasie du diaere Leonce et de la
mart du Juif Isaac ist ein erzilblendor Abschnitt aus dem nocb un-
Literaturbericlit.
389
cdierten zwciten Teile der iitliiopisclien Version dor „Docti’ina Jacobi
neobaptizati." Seine Veroffentliclmng der Chronologie des patriarohns
d’Alexandtie d’apres le ms etliiopien n”. B de M. JS. Delorme hat De-
lorme E.OO. XVIII 92 — 96 zu Ende gebracht, eine kui’ze Sistolro
dll, regne de Johannes IV roi dJEfhiopie (1808—1889) Ohaine RS. XXI
178 — 191 im athiopischen Original ediert und tibersetzt. Un Jesto
hileno, den Oapomazza EStO. IV 1044 — 1056 mit italienischer Uber-
setzung herausgab, beleuchtet die Q-escbichte der Unterwerfung des
Stammes der Satif darch die Abessinier. — Profane Faohwissensoliaften:
Baumstark zeigt BZ. XXII 60ff., dab AretJias von Kaisareia hein
Bospitator der Aristoteleshriefe war. De commentarii cukisdam magicA
vestigiis bei byzantinischen Scbriftstellern des 8. — 16. Jbrs. hat ebenda
66 — 71, Przychocki gehandelt. Le papyrus medical copte de Me-
sclmch beginnt EE. XIV 117—121 von Deibner zum G-egonstand
einer erneuten Studie gemacht zu werden. tjber Hnnain ihn Ishaq
und seine BchuleliiuiAeln Bprach- und literargeschichtliche Untersiichungon
su den arciMschen Hippdkrates- und Galen-tfbersetsungen von Berg-
strafier (Leiden. — 81, 12 S.). Eu Pauliis aiis Nicaea, einem grie-
ohischen Arzt etwa des ausgehenden ersten Jabi’tausends und seinen
Hss. macbt aollob WSt. XXXIV 123—134 durch die Edition eines
Kapitels von ibm liber Xatur und Heilung des hektischen Eiebers
erganzte Ausflibrungen. Ett ,persisJii~“ grekisM medico-hotanisJd lexikon-
fragment wird aus einer Berliner BEs. durch Lundstrom Er. XII
170—174 publiziert. Zwei Fragmenta Geogrciphicornm Aeildopicorim
hat Krashkovski KhrV. I 127—145 mit russischer Ubersetzung be-
kannt gemacht. Ahessinische Miscellen von Littmann brachten ZA.
XXV 324f. Yerlesserungen siir jjhersetmng der Phihsophi Ahessini
und ebenda 325ff. Verhesserungeu sni den cihessinischen Glossen, welche
er dort XXI 50—109 verbffentlicht hatte. Ein — in der Hs. Brit.
Mus. Or. 494 erhaltenes — Heines Glossar sind auch die Appunti
Galla in lingua Amhara die Conti Eossini a. a. O. XXVII 373—378
in der Eolge seiner Piccoli studi etiopici verSffentlichte. — Rhetorisohe
Prosa; prosaische Unterhaltnngsliteratur : Von einer Arbeit De Gregorio Nu-
zianzeno posterorum rhetorum, grammaticorum , lexicographornm fonte,
deren Pars I dort XVI 94—99 erschienen wai', liefi SajdakE. XVII
1 30 eine Pars II folgen. Eine Dissertation von Levy Midhaelis
PselU De Gregmii Theologi tiharadere iudinnm. Accedit eiusdem de
Joannis Chnjsostomi dmradere iiidkinm ineditim (Strabburg 1912. —
109 S.) fordert unsere Kenntnis der Stellungnahme spaterer byzan-
tinischer Ehetorik zur frllhchristlichen Beredsamkeit. De Timarione dia-
logs hjzantino handelt eine Dissertation von Tode (Greisfwald 1912.—
100 S.), die speziell die Sprache des Sttickes und seine Stellung im
Gesamtrahmen der eigentiimlichen literarischen Spielart der byzan-
390
Litei'atiU’berioht.
tinischeu Hadesfahrien ins Auge fafit. Noldeke liat Tlntersiicliimgen
sum Acliiqar-Iioman (Berlin — 63 S» ~ Ablidl. (3-WGr. 2. XIV Nr, 4)
angestellt, die abgeselien von Bemerkungen zum Papyrustext und tiber
Acliiq^ar im Buclie Tobit sowie iiber Achiqar im Okzident besonders
liber den syrisolien Text bandeln, von dem fiix Spriiclie nnd Straf-
predigt eine tlbersetznng geboten wird, Nacbricbt tiber eine in der
Berliner Hs. Sacbau 336 vorliegende Sonderrezension desselben geben
nnd ktirzer ancli mit dem arabischen, dem armeniscben, slaviscben und
rnmanisclien Text nnd dem Verbaltnis von AcMqar und Aisopos sicb.
beschaftigen. Sclion vorlier liatte gt JBiirsoes Einleitung m dem Buclie
Kalila iva Dmna iibersetst tmd erlmte^^t (StraBburg 1912. — 27 S.)?
eine Arbeit, die Halevy Veranlassiing gab BS. XXI 53 — 72 unter
dem Titel Mes doutes sur Vintroduction de Bursoe au litre de Kalila-
iva-Dimna eingeliend deren Autbentizitat anzufecbten. Eine Eortsetzung
der dort XXII 237—283, XXIII 328 — 360 mit Binleitung und Pu-
blikation des arabischen Textes begonnenen Beitrdge zur Fabelliteratur
nach zwei Karsclmni-IIandschiften von Salomon ZA. XXVII 324
bis 357 bringt die Ubersetzung der 38 Pabeln. — Poesie: Terzaghis
Synesiana StIPO. XIX 1 — 7 erweisen von den Hss. der Synesios-
bymnen Ainbros. 0 120 sup. als spate Abscbrift von Ambros. 92 sup,
AnAimUinariiMeiaylimsis i}salmornm bat aucb das wobl unerfreulicbste
Denkmal altchristlicber Poesie in griecbiscber Spracbe durcb Lud-
wicb die Ebre einer kritiscben Ausgabe mit umfassendem Apparat
(Leipzig 1912. — XXXVIII, 308 S.) gefunden. Seine Lntersucbungen
fiber den formengescbicbtlicben Entwicldungszusammenbang zwiscben
Psahnenvortrag und Kircliendichtung des Orients bat Baumstark
Gm, VI 540—558, 887 — 902 zu Ende gefiibrt. Ein Ungenannter
stellte BO. VI 56—85 mit guter Einleitung die Denkmaler dor Inno-
logia greca in onore dei 88. Oostantino ed Elena zusammen. Seinen
Essai de vulgarisation des Som&ies metriques de Jacques de 8aroug
setzt Babakban BOO. XVIII 42 — 52, 147 — 167 foi*t, wobei er auf
diejenige tiber das Herabsteigen Grottes an! den Sinai die Dicbtung
tiber die Sendung des Apostels Thomas nach Indien folgen lafit.
Z^wjlrp!^ uturrLlriintljatunpfrpiJj wtuq^tf^(Ein syrisclies Oediclit ioi armenisclien
Oharahtei'en) wurde aus einer vom J. 1391 datierten Hs, des Boten
Klosters zn Angora durcb Ktileserian HA. XXVII 639f. publiziert.
Ein nach den Initien alpbabetisch geordnetes Bej^ertovre des Salam et
Malkde^ contenus dans les manuscrits efliiojinens des liUiotheqiies JEu-
ropCf das Chain e BOO. XVIII 183 — 203 begonnen bat, wird bei der
weiteren pbilologiscben Bescbaftigung mit dieser Literatur ausgezeichnete
Dienste leisten. Von G-rebaut wurde ein Salam d la Vierge Marie
Japris le ons. ethiopien 4 de M. E. Delorme ebenda XVIII 121 ff.
publiziert. Eine Probe neuerer christlicb-arabischer religiuser Poesie
Literaturbericlit.
391.
ist es, womit Cheikho y \ ^uxaMl J,
{Ode inedite sur le Coeur de Jesus xmr Mgr, Qermayios Farliaf)
M. XVI 417 — 420 bekannt macht. An Stuck en cliristliclier Profan-
poesie in griecliisolier Spracke wurden MsXstioo to 5 riTj^a avsxBoxa
IXe^eta dnrcli Oliabiaras EPli. XI 276 — 281 yeroffentlicbt, eine
Edition zn der die ebenda 567 gebotenen Aiop9a>ast; sk MeXaxtou too
IItqyS AvexSoxa IXs^sTa eines N. X. zn vergleicben sind. Beziiglicb der
Zuridae e^ignmmata in cod, Vindol, ])hil. Or, 341 bescbaftigt «icb
Sajdak WSt. XXXIV 139 — 142 mit der Prage ihrer Ecbtheit und
der Verbessernng ibres Textes. Le Roman de Dighiis Akritas dUt^ynis
le ms, de Madrid wnrde Lg. Ill 537—604 durcb Hesseling beraus-
gegeben. Diese nene Rezension der Dicbtnng, die er in der zxveiten
Halfte des 15* Jbs. anf Kreta entstanden glanbt, wurde alsdann durcli
Xantbndides AqevrjC ’Axpixa*; xaxa to xstpo^pacpov ’EoxwpiaX CbrK.
I 523 — 572 eingebend nntersucbt. Bees bat MSOS. XV 2 Abt. 68
bis 76 Neite Yersmmn mittelgriecJdscher V'ldgdrtexte am Handsoliriften
der Meteorenldostcr bekannt gemacbt, von denen im Gegensatze zu
einer solcben des prosaiscben „Porikologos“ zwei (== Wagner, Oarmina
graeca medii aevi S. 242 — 247 und Legrand, Recueil de chansons po-
pulaires grecqnes S. 210) poetische sind. Un pok)ie grec vtdgctire re-
latif d Pierre h Boiteiix wurde von Banescn (Bukarest 1912. — 29 S.)
mit guter Einleitnng iiber das Leben und den Nacblafi seines dem
16. Jb. angeborenden Verfassers, Georgios Aitolos, imbliziert. IJber
die Turkenkamj^fe in der sUdslamsclien DicMung bandelt Overmans
StML. LXXXIV 194—205.
VI. Die Denkmiller. — Ausgrabungen und Aufnabmen: tjber Reise-
tvege imd Ergehiisse d&y^ deutschen Tnrfcm-ExxwJiUonen bericbtet Za~
turpanskij OA. Ill 116 — 127. Le sco^jerte archeologiche nel
deminio del secolo XX fiibrt mit Bezug auf Archeologia Gristiana,
Palestina^ Asia minore, Africa Grossi-Gondi CO. 1913, III 697 —
714 in zusammenfassendem Uberblick vor. Ein Neues Licht aus dem
alien Orient betiteltes, popular gebaltenes Scbriftchen von Bauscben
(Bonn. — III 61 S.) beziebt sicb, wie auf Keilsclirift- und Papyrus-
funds aus dem jildisch-christlicken AUerUmi, so aucb auf die Ausgrabimg
dsr Menassfadf, Ein Archdologisch^ Jahresheyncht von Tbierscli
ZDPV. XXXVI 40- — 64 erlieiscbt ErwEbnung wegen der Beruck-
sicbtigung der byzantiniscben Eunde von Jericho und 'Ain Sems* Die
ersteren kommen zu ibrem — naturgemaB allerdings bescbeidenen —
Recbt vor allem in der groBen Publikation von Sellin-Watzinger
Jefyiclio, Die Ergehiisse der Ausgrahmgen (Leipzig, — 190 S. 4 Taf.).
Durcb J. Keil und v. Premerstein xvurde JbOAL XIV (Beiblatt)
97 — 106 ein VorUmfiger Bericlit iller eine Probeausgrahung in Elis im
J* 1910 erstattet, bei der aucb eine Grabinscbrift und Mtlnzen aus
392
Literaturbericlit.
byzantinisclier Zeit zu Tage traten. Bei Wiegand Der Latinos (s.
oben S. 370) riiliren toe diesem selbst auBer der allgememen Einleitung
fiber Las LatmosgeUrge mid dei^ latmische Golf (1 — 14), die Abscbnitte
liber Lie Klosterj Bymntinisehe FesUmgen unci Wachttilrme and Lie
Eolihn der Eremiten (18 — 96) her, wahrend ein gedrangter Berkht
iiher die tojjograxMsche Aufnalime des LatmosgeUrges. JSerbst 1906
(15 £f.) Y, Marees zam Yerfasser bat. Uber Lie arcJidolocjiscIie Er-
forscliung Bidgariens ist ein Referat you Schiiait DLz. XXXIV
261 — 267 zu Yerzeiebnen. HteojiKO 6tjrhMKR 3a XncapH h sa okoji-
iioouhTmj (Quelgues remangues sur Eissar-hania et sur ses environs)
YOU Moutaftebiew BSAB. Ill 74 — 80 bringeu neben derjenigen
einiger jene Eestung betreffender Legenden Mitteilungen liber die
neuerdings entdeckten Pandamente zweier benaebbarter Kircben der
Justinianiseben Epoebe. Ler el-Mkellik beifieii you Past ZDPY.
XXXVI 28 — 32 signalisierte Euinen and Hohlen einer friibebrist-
licben Lawra, etwa 4 Wegstunden ostlicb von Jerusalem im'Wa.died-
dabr gelegen und durcb Reste you Malereien, darunter einer inter-
essanten Kreuzigungsdarstellung, ausgezeicbnet. Les ruines et les sui-
structions du Grand Palais des envpereurs lymntins zu Konstantinopel
babeii Ebersolt und Thiers im Yorigen Jabr zum Gregenstand von
Untersucliungen gemaebt, liber die sie AIBL. 1913. 31 — 38 einen
Bericbt erstatten, an den sicli 38 f. Bemerkungen des letzteren liber
Lliipjjodrome de Constantinoj^le auf Grrund der Yon ibm im J. 1908
aufgenommenexL Reste anschliefien. Uber IlaMaTHiiKH BusaiiTificKaro
HCKyccTBa B'L Fpenin (Lenhniiler hyzanimisclier Kunst in Grieclien-
land), das fiir sie sebon G-etane und noch zu Tuende Yerbreitet sicb
Sclimit JMVak. XL 4 45 — 59. Uber die Q-esebiebte, die Inscbriften
und den Wandgemiildescbmuck dreier ’ExxXirjotai KaXaixaxac, namlicb
derjenigen des bl Atbanasios, der Hypapante und Johannes des
Taufers, gibt Dukakes EPb. XI 282—286 AufscbluB. Von lYanow
werden BSAB. Ill 56 — 73 an CrapuHCKii h'bpbkh bte> loro-sana^^na
Bi>iirapyii (Anoiennes eylises de la Bulgaria du sud-ouest) die you Jo-
hann Assen II (1218^ — 1241) erbaute Kapelle von Berende, die Kirchen-
ruine you BpassoYitsa und die Klosterkircbe you Belovo mit ibren
Presken des 14. Jbs.. Yorgefiihrt. Or si bebandelt BA. VI 181 — 192,
217 — 230, 263 — 284 nacb einem Uberblick liber ibre Gesebiebte die
Denkmaler der ebemaligen byzantinisoben Metropole SibereneE, Sererina,
besonders das Baptisterium, ein Saulenoktogon des 8. oder 9. Jbs., und
die Katbedrale, eine Kuppelbasilika Yom J. 1035/36, sowie die In-
scbriften der letzteren. — Arcbaologie.und Punstgeschiclite : Raum freudig
genng kann die Zweite, vermeJirte und verlessmde Auflage you Kauf-
manns Eamibucli der ckrLstlichen Archciologip (Paderborn. — XVIT,
814 S.) begrtifit werden, in Avelcber dasselbe an Umfaug und Gediegen-
Literaturbericht.
393
lieit merMich gewonnen hat und vor allera der Bedeutung des Orients
woitestgeiiende Eechnung tragt. Im tiln-igen -wesentlich der zeitge-
mafien Q-estaltung der Museen und der Methode einer vergleiclienden
Kunstforschung gewidmete Ausfiihrungen Strzygowskis uber Ost~
asien ini Ralvmen vergleichender Kunstforschung OaZ. 1 — 16 beriihren
die Beleuchtung, in welche inner halb eines um Ostasien erweiterten
G-esichtsfeldes die christliche Kunst rilckt. Wegen der Bedeutung,
velche die betreffenden Monumente fiir die richtige Beurteilung ent-
scheidender Probleme der christlichen Kunstgescliichte zu gewinnen
geeignet sind, ist denn bier auch Grtlnwedels Werk liber AUhud-
dhisti-sche Kultstatten in Chinesisch-TurJcestan (Berlin 1912. — 379 S.)
nicht minder als dasjenige Ton Hibrard-Zeiller liber Spalato. Le
Palais (le DiocUtien (Paris 1912. — VIII, 23'i S.) zu erwahnen. Die
Prage; ’Ito TaKoe BUBaiiTificitoe iiccitycTBo? (Was ist die hysantknsehe
Kunst?) sucht Scbmit VE. 1912. 221—255 unter eingehender Be-
riicksichtigung des auf dieselbe sich geltend machenden orientalischen
Einflusses zu beantworten, der im Justinianischen Zeitalter don Hilhe-
punkt seiner Kraft erreicht hatte. Brehier nimmt A projws de la
question ^Orient et BygwnGe?‘^ BZ. KXII 127 — 135 eine vermittelnde
Stellung ein, indem er zwischen dem orientalischen Oharakter alles
Technischen und einer mehrfach durch die Antike Ijefruchteten stili-
stischen Entwioklung unterscheidet. Baumstark zeigt KVz. LIV
Nr. 773. 8. 2, dafi zumal unter dem kunstgeschichtlichen Gesichtspunkte
Saloniki das Ravenna des Ostens genannt werden konne. Seine zu-
erst EA. 1909. I 83—101 bezw. II 381—386 erschienenen Aufsatze
Stir la date de I’fJglise et des moscAques de Saint Demetrius de Suhtu-
que und Sur les riqmrations faites an VIP sikde d Vfdcjlise do Saint
Dhnetrius de Salonique hat Tafrali MAEB. 1—29 und 30—39 zu
erneutem Abdruck gebracht. Sainte Marie Antique zu Eom wird Ton
Diehl JS. 2. XI 49—56, 97—105 in ihrer eigenartigen kunstgeschicht-
lichen Stellung als Dn monument de Vart chretien du nioyen age im
Anschluh an Grtineisens grofies Werk gewltrdigt. Bine Dissertation
von Behne (Berlin 1912. — 189 S.) macht wahrsoheinlich, dab Der
Inkrustationsstil in Toscana, speziell in Pisa, unter Ausschaltung
eigentlich byzantinischen, so gut als islamischen Einflusses in unmittel-
barer Abhangigkeit von Mesopotamien stehe. — i-rchitektur : Die Er-
gebnisse der Eorschungen Wolffs liber Tem^ehiafe hat Baur ACK.
1913. 52 ff., 57—60, 65—70, 77 ff. einem weiteren Publikum zuganglich
gemacht, einen Uberblick liber Die Idrchliche Bautdtighdt Konstantins
des Orofen im Osten Baumstark KVz. LIV Nr. 794 8. If. geboten.
Vincent fordert EB. 2 X 525- 546 im Gegensatze zu der von Heisen-
berg angerichteten Verwirrung eine endgiltige Losung des Problems
der Konstantinshauten am HI. Grabe, indem er in der ihm eigenen
394
Literaturbericht,
sorgfaltigen uud streng objektiven Weise als Quelques re/presentations
antiques du Saint-Sexmlcre constantinien diejenigen auf der Mosaik-
karte von Madeba and im Apsismosaik von S. Pndenziana zn Rom
and im Anschlnfi die angeblicben Nacbbildnngen jener Baiiten in
S. Stefano zu Bologna und im Dorn and BaptLsterium von Parenzo
beliandelt. Die GescMcbte der Grabeskirche zu Anfang des zweiten
Jabrtausends beleucbtet dagegen der Aufsatz eines Moncbes Abramios
'0 voti? TTj? ^Avaotaoeo)? a%h too 1010 ji-e/pi xou 1130 PTbS. 358 — 381.
Hasak stellt sicb ZCK. XXYI 129 — 144, 165 — 176 die Prage:
Welches VorUld alimen die JBasiliken Konstcmtins nccch? und glaubt
das gesuclite in der axoa paotXcto? des Herodes am Tempelplatz finden
zu dlirfen, was ibm AnlaB zur Bebandlung aucli des Problems der
Justinianischen A-fia Mapta ^ Nea zu Jerusalem gibt. Selbstilndig bat
er dieses Problem ZDPV, XXVI 300 — 307 in einem Aufsatz ilber
Die Kdniglicho Halle des Herodes j die MarienJdrche Justinians und
die Moscliee el-Aksd auf dem Temx)eJq)lat^ in Jerusalem aufgerollt. Die
Kircbe batte sicb nacb ibm im iiubersten Sudosten des Harams teil-
weise liber den sog. Pferdestfflen Salomes erboben. Gerola Galla
PlacMia e il cosl detto suo mmmleo in Barenna (Bologna 1912. —
57 S.) unternimmt es, den Beweis zu erbringen, dafi die Kaiserin ibre
letzte Ruliestatte in Mailand gefunden babe und die ravennatisebe
Kapelle eine piivate Sebopfung etwa aus der Zeit des Bisebofs Neon
sei. Le rgifirj^ov de Saint Dlmetrius de Sahnique, das in den Akten
des Heiligen erwabnt wird, erklart Tafrali MAEB 40 — 50 als den
durcb drei Interkolumnien und ibre Velen abgeschlossenen Xartbex.
Eine neue Publikation von Clmrches and Monasteries of the Tiir b4&-
dm and neighbouring districts (Heidelberg. — 112 S. 28 Taf. = Bei-
beft 9 zur ZGA.) wird MiG G. Lowtbian Bell, eine solcbe liber
Alte Kirchen und MoscJieen in Armenien und Kurdistan (Leipzig. —
IV, SOS. 71 Taf.) wbd Bacbmann verdankt. Als Inedita hymntina
werden durcb Monnert de Villard MT. 1912.431 — 434 mittelalter-
licbe sakrale Gewolbebauten des Konigreiebs Griecbenland von teilweise
so hervorragendem Alter wie die anf 874 datierte Kreuzkuppelkbcbe von
Skidpu vorgeftibrt. Ein zuerst RA. 1910. II 81 — 95 ersebienener Be-
riclit liber Les monuments roumains dla^pres les puUications recentes^
den Tafrali MAEB. 51 — 72 wieder abgedruckt bat, gibt einen guten
Uberblick liber die Entwicklung der rumaniseben Kircbenbaukunst. —
Malerei: Def^ in den Aktefi des sieUen allgemeinen Koyizils heeeugte an-
gMiche Konstantinische Mosaikeneyldus in der Lateranbasilika sebeint
nacb Ansfabrungen Banmstarks, deren Abdruck RO. VI 86 ft’, einer
Korrektur durcb den Antor niebt unterworfen wnrde nnd desbalb
leider durcb eine Unmenge von Druckfeblern entstellt ist, in einer
Darstellnng der Einflibrung des reuigen Schachers ins Paradies von
Literaturbericht.
395
Syrien abbtogig gewesen zu sein. Die Malereien der Asl'etenhoMen
des Latmos, Denkmaler von ganz liervorragender Bedeutung, babeii
bei Wiegand Der Latmos (s. oben S. 370) an Wiilff einen Sospitator
von ausgezeicbneten Kompetenz gefunden. La renaissance^^ de la
Xmntiire hifmntine an XIV^ siecle mocbte Scbinit RA. 1912* II 127 —
142 vielmebr als eine Art von Dekadenzerscbeinnng begreifen, bei der
an einer orientalisclien nnd einer bellenistiscben zwei bisber getrennt
verlanfene Stromungen sicb vereinigt batten. Ein den Scbopfungen
der italiscb-kretiscben Scbule nabestebendes Denkmal der russiscbeii
Wandmalerei des 15. Jbs. sind ®pecKH GepanoHXOBCKaro MonacTHpa
(Die Freshen des TJieraxJonteskloste^)^ die G-eorgievsky (Peters-
burg 1911. — Vril, 121, 37 S. 47 Taf.) in vorbildlicber Weise vor-
ftlbrt. Hieber tritt in einem Bucbe ilber Die Miniaturen des
friilien MittelaUers (Miincben 1912. — 147 S.) sebr entscbieden fiir
die Annabme einer fubrenden Bedeutung des Orients ein. Lethaby
bebandelt AJ. LXIX The x^ainted hook of Genesis in the British
Mtiseum^ die sog. Oottonbibel, und ibr Verbaltnis zu den Genesis-
Mosaiken von S. Marco in Yenedig und S. Maria Maggiore in Bom.
Drei armenische Mmiatnren-Handschriften (cod. armen. 1, 6 nnd 8)
in Miincben macbt Gratzl (Miincben. — 20 8. 26 Taf. === Leidinger
Miniaturen aus Handschriftm der KgL Hof-- nnd StaatshiUiofhek hi
MilncJien Heft 4.) an einem Tetraevangelium vom J. 1278, einem
Missale vom J. 1427 nnd einem Brevier des 15. Jbs. in muster-
bafter Weise bekannt. — Plastik: Antonr de la colonne de Marcien
in Konstantinopel fiibrt Gottwald Or. I 136 ff. in anscbaulicber Be-
scbreibung. A Porx)liyry statue at Havenna^ bei Imola irn J. 1869
gefunden, ware nach Conway, der sie BM. 1912. 147 — 153 im Kreise
verwandter "Werke betracbtet, die Darstellung eines ostromiscben
Kaisei'S. Ein Tsjxajfiov fAap[j.ap(vQa api|3u>vo; sx xou Bopstoo MeoaioDVtxou
'AXpopou wird durcb Giannopulos BZ. XXII 136 — 142 publiziert
und eingebend besprocben. A projgos dhm bas-^relief hymntm diAthenes,
das von Strzygowski, Amida S. 371 berangezogen wurde, auBert Bre-
bier HUG. 161 — 166 die Anscbauung, daB dasselbe in seiner durcb
die Textilindustrie vermittelten Abbangigkeit von Persien ais typiscbes
Beispiel einer seit dem 9. Jb. blilbenden byzantiniscben Profankunst
zu gelten babe. An early bronze Statuette wobl kleinasiatischer Pro-
venienz, die Dalton BZ. XXII 143 bekannt macbt, stebt, wenn sie
nicbt geradezu cbristlicb ist, docb mindestens in engstem Zusammen-
bang mit einem von der cbristlicben Kunst fin Apostel und Proplieten
verwendeten Typus. Herzog Jobann Georg zu Sacbsen publiziert
ZOK. XXVI 115 — 120 Zivei ko^gtiselie Wdhrauchfdsser aus Bronze,
die er in Agypten erwarb und von denen das eine den bekannten Typ
mit auf den friibcbristlicb-palastinensischen Kunstkreis zurllckweiseuden
396
Literaturberiolit.
Reliefdarstellungen aus dem Leben Jesu (liier der Yerkiindiguiig,
Heimsucliung, Geburt, Taiife, Kreuzigung und des Myropborengangos)
yertritt, walirend das zweite sclimucldos ist. Vordincme/nfo delle
tavolette nella cattedra ehirnea di liaveyina wird durcli Cer yell ini
FE. I 278—291 mit dem Bestreben behandelt, zu Scbliissen bezuglicb
der Datienmg und Lokalisierung des Werkes zu gelangen. Aus den
untergegangenen Fatimiten-Paliisten yon Kairo stammende Boiseries
fatiniites cmx scMljotiires figitrales filbrt Herz-Pasclia OA. Ill 169 —
174 yor, niclit olme auf iliren Zusaimnenbang mit der koptischen Holz-
plastik einzugeben. — Kunstgewerbe: La ricognmone della tomla di
S. Gi'uliano in Bimini, liber die Gerola BA. V 106 — 120 bericbtet,
fubrte zur Entdeckung mebrerer yon ibm beschriebener altbyzanti-
niscber Seidenstoffe. Hopf bespricbt OA. Ill 186 — 192 Anaiolische
Stickereien, deren Muster er im wesentlicben yon den Stickerinnen
selbst gescbaffeii glaubt. Das hymntinisohe Krem in der Scliatz-
hammer des Kolner Domes wird yon Maoiejczyk ZOK. XXI 178 — 184
publiziert und auf die erste Halfte des 12. Jbs. datiert. Die yon Dalton
BM. 1912. 4—10, 65—73, 10.7 — 128 besprocbenen Bymntine enamels in
Ms. Pier]}oni Morgan's Collection sind diejenigen der ebemaligen Samm-
lung Sweiiigerodskoi. Ein Mexecopoo -irtvac acpieptoOaU j3aotXiaorj(;
llaXaLoXoytvvj?, mit dem Bees AE. 1911. 177 — 185 unter eingebender
Bebandlimg der Schicksale der im J. 1394 yerstorbonen Stifterin bekannt
macbte, zeigt in eine Holztafei eingelassen eineW acbsdarstellung derMutter-
gottes, umgeben yon 14 anderen H^eiligenbildern kleineren Formats. —
Symbolik und Ikonographie : Bei Scbultze IX0Y2. Yortrag, gelidlten auf
dem 3. Internationalen Arcluiologenkongrejl in Bom, 10, Oktoder 1912
(Greifswald 1912. — 20 S.) wird nacbdrlicklicb die Kiirzung als das
Primare yerteidigt, aus dem sicb das bildbafte Fiscbsymbol erst entwickelt
babe. J. P. Kirscb bandelt BALAO. Ill 112 — 126 sorgfaltig liber
Daigle mr les momiments figures de Vantiquite cliretienne, unter denen
die koptiscben Grabstelen einen bervniTagenden Platz einnebmen.
Das Doppelkrew des ortbodoxen Orients war nacb Dombart OK.
VIII 199 — 204 scbon seit dem 2. JL bekannt, wenn es auch erst seit
dem 9. baufiger yorkommt. Der Herr der. Seligkeit betitelt sicb eine
in jedem Falle bocbst anregende, obgleicb kaum endgiltig das Problem
losende, ArcJUlologiscJie Skidie mr chrisUiclien Antike y. vSybels (Mar-
burg. — 40 S.) liber den Dreiyerein Obristi und der beiden Apostel-
fiirsten in seinen verscbiedenen Ausdrucksformen, u. a. besonders der-
jenigen der sog. Traditio legis. On the XJsycJiostasis in Christian art
bandelt Perry BM, 1912. 94 — 106, 1913. 208 — 216 leider, ohne der
Gesamtbeit der chiustlicb - orientaliscben Denkmalerwelt binreicbend
Eecbnung zu tragen. Mit dem Zusammenbang von AnuMs, Hermes,
MichaH bescbiiftigt sicb, yon der merkwiirdigen Darstellung eines in
Literaturbericht.
397
einer PriYatsammliing zu Nikomedien aufbewahrteu Medaillons aus-
gehend, Ein Beitrag ^ur Oeschiclite des religids-^hilosopliisclien 8gn-
Jcretismiis vii Orient von Carolidis (Strafibni'g. — 21 S.). — Bpigraphik:
Popnlaren Oliarakter tragen die Ansfubrungen von Gbexkho iiber
^ {IJ E^igragpiie clweilenne
aux premiers siecles de VEglise), Ziir Grcibinschrift des Aheidcios ist
eine Deutung beacbtenswert die Pfister BPliWs. 1913. 29 f. fiir die
axis der slavisclien IJbersetzung der Akten gewonnene Erganznng <Ta
'PtofATjo niaxa in v. 6 vorschlagt. Pleckmanns BericM
nhe)' griecliisclie mul lateinisclie E;pigra;plnh filr 1910—13, ZDPV.
XXVI 219 — 240 registriert bestens anch die in diesetn Zeitranm ans
Licbt getretenen palastinensiscben InscJiriften ans hymntinischer Zeit
(234 — 238), bezw. vorwiegend friilicliristlicbe Grahinschriften widJdeinere
Inscliriften (238ffi) IJm Die Mosaildnschrift von Namreth bat eben-
da 210 Deibmann durcb eine Verbesserung ibrer Lesung sicb ein Ver-
dienst erworben, wiibrend unter den Jnscliriften ans denh Ostjordan-
land, die 249 — 265 I) aim an mit einem Anliang iiher einige andere In-
schriften pnblizierte, sicb wenigstens einige cbristlicbe ibirstnrz- nnd
Grabinscbriften befinden. tJber die konstantinopolitaniscben Zirkus-
parteien der Verdi e a^mrri ai t&inpi di Foca e due iscrizioni inedite di
OxyrJiynclios verbreitet sicb Pareti vStlFC. XIX 305 — 315. Scbede
inaclit MAIA. XXXVII 199 — 218 Mitteihmgen ans Samos, axivS denen
die Publikation der Pestanrationsinscbrift einer im J. 1065/66 reno-
vierten Simeonskirche nnbestimmter Lage bervorzubeben ist. In einem
Beitrage ©soaaXovtx*/]? AKllA. nimmt Papageorgixi im Maxsoovixov
'HiispoXoytov anf 1913 (Atben) 23—26 auf Inscbriften in dem allein
nocli aufrecht stebenden Drittel der byzantiniscben Stadtraanern von
Saloniki Bezug, Eine Beihe von Inscriptions grecques chretiennes d>u
Sinai, von denen Conyat-Bartboxix scheme Abklatsche nacb Paris
braebte, werden mit einem Anliange anderer dnrch Tafrali MAEB.
73 — 89 vorgelegt nnd erlautert. Les pmres tonibahs nestoriennes du
musee Guimet, deren Inscbriften Nan BOO. XVIII 1 — 35 mit einer
Einleitxing liber die zentralasiatiscben Entdeckxingen der letzten Zeit
publiziert, stammen ans dem Turfan-G-ebiet nnd gehoren dem 13. nnd
14. Jh. an. Von bervorragendem Werte filr die Gesebiebte der katbo-
liscben Armenier der Nenzeit ist ein Anfsatz Xalemkiars liber
Z^tujtuq^fi iflrrL.friu^hrii || . lujUnL. in^h jibrqiRitbn^^^
nJJimiuuli {A^mienische GraMenhndler im jetzigen
Friedhofe der Lateiner in Konstantinopel und die Enkel des seligen
Priesters Komitas) HA. XXVII 349— -358. — Numismatik: Bi>JirapcKnn
MonexH cn jiByrjiaBr> opojib {Mommies hulgares avec Vaigle hicepliale)
werden von Monebmow BSAB. Ill 81 — 87 sebon ans der Zeit
Xonig Miebaffls (1323—1330) nacbgewiesen, wabrend das Wappen-
Oriens Okristianus. ISTetie Serie III.
26
398
Literaturbericlit,
zeiclien auf byzantiiiisclien Miinzen erst seit der Wende vom 14. zum
15. Jh. erscheint.
VII. Gescluclite der oidentalisdien Studieii. — Onhnfragmente
im codex Pal. YindoTjonensis 16 yerstarken Bach, den scharfsinnigen Ans-
fuhi'iiBgeB Beers WSt, XXXIV 97 — 108 den Beweis dafiir, daB der
Grundstock der hobhiensar Hss. mit iliren griechischen Bruchstiicken
in Bnzialeii des 5. nnd 6. Jhs. anf die Bibliothek des Gassiodorus in
Viyarium zuriickgelit. Hocedez vergleicht MB. XVII 109 — 123 Les
trots premieres traductions dii Be ortliodoxa fide de saint Jean Bamas-
cene niiteinander, wahrend er BALAO. Ill 189 — 198 La diffusion de
la jffranslatio Lincolniensis'^ da .^Be ortliodoxa Fide'' de s. Jean Da-
nntersuclit. Studien ither Otto von Freising Hofmeister
NADGk. XXXVII 633 — 768 bcniliren auch das — h()clist nngeniigende
— MaB seiner griechischen Sprachkenntnisse. Die Pdege der griechi-
schen Studien im sizilianischen Xormaunenreiche betreffen Further
notes on Sicilian translations of the twelfth century yon Haskins
HStOPh. XXIII 155 — 166. Seine Piccoli stiidi etlopki eroffnet Conti
Bossini ZA. XXVII 358 — 3^ mit Bemerkungen tiber LHtinerario
di Beniamino da Ttidela e VEiiopia. Die Anfilnye des liebrdiscJien
TJnterrichts in Westfalen werden yon Loffler Z VGW. 1912. 304 — 309
yerfolgt. Bus erste gedruclde dthiopisclie Bmih^ demEuringer in der
literarischen Beilage zur KA^z. LTV 287 £ eine kurze Zentennarbetrach-
tung -widmet, war das im J. 1513 durch den Kolner Stiftsprobst J. Pot-
ken in Kom zum Druck beforderte Psalterium mit biblischen Cantica
einscblieBlich des Hohen Liedes. A^on einer Bihlioteca InhUoyrafica
della T&}ra Santa e deE Oriente Francescam you Goluboyic erschien
ein dem 14. Jh. gewidmeter Tomiis II (Quaracchi. — VIII, 642 S.).
Mitteilungen yon Guthan iiher La stampa in Siria e le oliiese Orion-
tali B. XXIX 198 — 208 bieten einen Uberblick wie iiber diejenigen
des M. so auch iiher die Leistungen der yon melkitischer, hezw. ma-
ronitischer Seite herausgegehenen Zeitschriften iflLPA und
der es uns lebhaft hedauern lafit, zu einer regelmafiigen Berichterstattung
liber dieselhen nicht instand gesetzt zu werden. Der yon Dal man
Pjh. VIII ^ 1 — 63 erstattete ausfuhrliche JahreshericJit des deutsclien
evangelischen Instituts fur AUmdumswissenscliaft des lieiligen Landes
fur das Arbeitsjalir lOlljlS erhiilt besonderen AVert durch die ein-
gehende Behandlung der Institutsreisen. An die Vorles ungen Strzy-
gowskis kniipfen Ausfiihimngen Akinians iiher ^
i\ ^unfwiuwpwitljh (Die armeoiische Kunst an der Wiener
Xlniv&rsitdf) HA. XXVII 321 — 324 an. ilfl-avdcrto? IlaTTaBoTcooXoi;
KepafjLs6<; hat EPh^^^XI 430^ — 445 einen ausflihrlichen Nekrolog aus
der Eeder Papamichaels gefunden, den ein Verzeichnis seiner
literai’ischen Arheiten erganzt. Sein ht^fintmuliulb ^uylyul^iub
Liter aturb ericlit.
399
^puitnmpiu^nL.p-Irmii^ 1896 — 1910 (Katolog dc}^ die Armenier hetreffenden
eiiropdischen Piiblikationen der J, 1896—1910) wurde durch Ferhat
HA. XXVII 314 — 320, 381 — 384, 504 — 512 weitergefitlii't. Yob einer
biograpliisch-bibliograpliischen Zusammenstelliiiig, welclie in weitestem
IJmfaBge Gli stiidi orientali in Media negli idtimi cinqiianf anni ( 1861
his 1911) zu verfolgen bestimmt ist, sind die Abschnitte liber die A/-
frica und die Lingne semiUche betreffende -wisseBschaftlicb-literariscbe
Produktion bezw. die an derselben beteiligten G-elelirten PStO. V
1 — 183 erschienen. TJnter dem Titel Die Bg^antinische Zeitsclmft nnd
die hgmntinisclien Studien in Deutschland bietet Dieterich IMsWKT.
YII 345 — 376 einen Plickblick anf die Entwicklung der letzteren an
der Hand der jtingsten zebn Jalirgilnge der ersteren. Yon sonstigen
Berichten tiber die literarisclie Bewegnng auf Gebieton, -welcbe dem
Interessenkreise unserer Zeitsebrift angeboren, sind ein Bidletin de
patrologie Ton Oavallera Et. CXXXY 372 — 390, ein ftir Aie Mistoire
hgmntine die PiMications des anmes 1910—1912 witrdigcnder kritiseber
Literaturbericlit von Brebier BH. CXI 318 — 339 und ein Bulletin
dliistoire et di arclieologie hymntines Salaville EO. XYI 243 — 255
erschienen. Im Archaeological Bqwrt 1910—1911 des Eggid Exjglo-
redion Fund 61 — 80 hat Gaselee den iiblichen Berioht iiber Christian
Egypt erstattet. Ein Beferat iiber die moderne Topographic^ Siedlangs-
und Verkelirsgeographie Paldsti)utSj besonders fur die Jabre 1910 — 1912
lieferte KEiseber ZDPY. XXXYI 136—162, 211-219. Aus dem
Yorzixglicben bibliograpbischen Bollettino der llStO. interessieren nns
die Bericbte von M. Gnidi liber Copto YI 235—252 nnd von Conti
Possini liber Ahissinia: Gee^; lingue semiticlie moderne; lingne non
semiUche ebenda 252 — 293, von -welcben der letztere an dem von J . Gnidi
AL. lY 13—56 liber Lamjuos et litirndurcs HMopiennes erstatteten
ein Seitenstllck findet.
Brack von W. Brugulin iii Leipzig.
**A booh that ta shut is bufa hhek’^
GOVT, OF IITOIA '
, t)ej)axtinent of Arcli2[eology
^ NEW DELHI. ^
. Please , lielp us - Ijo'
cleaix and inoving.^^
a. t+B. (it. DtllHIi